Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Abgasgehäuse für eine Gasturbine. Die Erfindung
betrifft ausserdem eine Gasturbinenanlage, insbesondere zum Antreiben eines Generators
zur Stromerzeugung in einer Kraftwerksanlage, die mit einem derartigen Abgasgehäuse
ausgestattet ist. Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Betreiben einer
solchen Gasturbinenanlage.
Stand der Technik
[0002] Eine Gasturbinenanlage, die vorzugsweise in einem Kraftwerk zum Antreiben eines Generators
zur Stromerzeugung verwendet wird, also eine stationäre Gasturbinenanlage, umfasst
üblicherweise einen Verdichter zum Komprimieren eines Arbeitsgases, stromab davon
eine Brennkammer zum Erhitzen des Arbeitsgases und stromab davon eine Gasturbine zum
Entspannen des Arbeitsgases. Die Gasturbine besitzt einen Abgasaustritt, durch den
das entspannte Arbeitsgas, bei dem es sich um Verbrennungsabgas der Brennkammer handelt,
aus der Gasturbine austritt. Vom Abgasaustritt wird das Abgas über eine entsprechende
Abgasleitung beispielsweise einer Abgasanlage oder - bei einem Kombi-Kraftwerk - einem
Dampferzeuger zum Erzeugen von Dampf zum Betreiben einer Dampfturbine zugeführt. Am
Abgasaustritt der Gasturbine ist das Abgas mit einem vergleichsweise hohen Drall beaufschlagt,
der in der Abgasleitung zu einem vergleichsweise hohen Strömungswiderstand führt.
Zur Reduzierung dieses Strömungswiderstands kommt ein Abgasgehäuse der vorstehend
genannten Art zum Einsatz, das hierzu am Abgasaustritt bzw. eingangsseitig an der
Abgasleitung angeordnet ist. Ein derartiges Abgasgehäuse umfasst hierbei einen Mantel,
der einen Gaspfad zum Führen einer Abgasströmung der Gasturbine in der Umfangsrichtung
umschliesst. Des Weiteren ist innerhalb des Mantels und innerhalb des Gaspfads, vorzugsweise
zentrisch, ein Gehäusekern angeordnet, der mit mehreren in der Umfangsrichtung verteilt
angeordneten Streben am Mantel abgestützt ist. Diese Streben können dabei als Profilstreben
ausgestaltet sein, die ein Strömungsprofil besitzen, das gegenüber der Abgasströmung
angestellt ist. Mit anderen Worten, die zweckmässig sternförmig angeordneten Profilstreben
besitzen jeweils denselben Anstellwinkel gegenüber der Abgasströmung, der dem Drall
entgegenwirkt und so den Strömungswiderstand in der nachfolgenden Abgasleitung reduziert.
[0003] Zweckmässig wird hierbei der Anstellwinkel der Profilstreben hinsichtlich der Grundlast
der Gasturbine ausgelegt, um während des Grundlastbetriebs einen optimalen Effekt
hinsichtlich der Reduzierung des Strömungswiderstands in der Abgasleitung zu erzielen.
Die Grundlast der Gasturbine entspricht dabei ihrem Nennbetriebszustand, für den sie
energetisch optimiert ist.
[0004] Es hat sich jedoch gezeigt, dass Gasturbinenanlagen nicht dauernd im Grundlastbetrieb
betrieben werden können, sondern dass vergleichsweise häufig auch andere Betriebszustände
auftreten, wie zum Beispiel Spitzenlasten, die bis etwa 10% mehr Leistung fordern
als im Grundlastbetrieb, oder Teillastbetriebszustände, die maximal 50% der Grundlast
fordern. Ferner sind auch beliebige Zwischenzustände sowie weitere, hier nicht angeführte
Lastzustände denkbar. Da das Abgasgehäuse hinsichtlich des Anstellwinkels der Profilstreben
nur auf die Grundlast der Gasturbine ausgelegt ist, sind die Strömungswiderstände
in allen von der Grundlast abweichenden Betriebszuständen erhöht, was den energetischen
Wirkungsgrad der Gasturbine bzw. der gesamten Gasturbinenanlage in diesen anderen
Betriebszuständen signifikant reduziert.
Darstellung der Erfindung
[0005] Hier setzt die vorliegende Erfindung an. Die Erfindung beschäftigt sich aufgabengemäss
mit dem Problem, für ein Abgasgehäuse der vorstehend genannten Art bzw. für eine damit
ausgestattete Gasturbinenanlage bzw. für ein zugehöriges Betriebsverfahren eine verbesserte
Ausführungsform anzugeben, die sich insbesondere dadurch auszeichnet, dass auch bei
Betriebszuständen der Gasturbinenanlage, die von der Grundlast abweichen, erhöhte
energetische Wirkungsgrade erzielbar sind.
[0006] Dieses Problem wird erfindungsgemäss durch die Gegenstände der unabhängigen Ansprüche
gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0007] Die Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, zumindest eine der Streben, mit
deren Hilfe der Gehäusekern im Mantel des Abgasgehäuses gehalten ist, hinsichtlich
ihres Anstellwinkels gegenüber der Abgasströmung einstellbar auszugestalten. Durch
diese Massnahme ist es möglich, den Anstellwinkel der jeweiligen Strebe an unterschiedliche
Betriebszustände der Gasturbinenanlage anzupassen. Somit kann grundsätzlich für jeden
beliebigen Betriebszustand der Gasturbinenanlage ein dafür optimaler Anstellwinkel
eingestellt werden. Somit kann auch für von der Grundlast abweichende Lastzustände
der Gasturbinenanlage durch Anpassen des Anstellwinkels der jeweiligen Strebe der
Strömungswiderstand in der Abgasleitung reduziert werden, was den energetischen Wirkungsgrad
der Gasturbinenanlage verbessert.
[0008] Die jeweilige Strebe ist dabei entlang ihrer gesamten Länge oder nur in einem Längsabschnitt,
also nicht zwangsläufig über ihre gesamte Länge, um eine sich parallel zur Längsrichtung
der jeweiligen Strebe erstreckende Drehachse drehverstellbar.
[0009] Entsprechend einer besonders vorteilhaften Ausführungsform kann der Gehäusekern des
Abgasgehäuses als Lager zum Lagern einer Rotorwelle eines Turbinenrotors der Gasturbine
ausgestaltet sein. Durch diese Massnahme wird dem Abgasgehäuse eine bedeutende Zusatzfunktion
zugeordnet, nämlich die Lagerung der Rotorwelle. Auf diese Weise integriert sich das
Abgasgehäuse in den Bauumfang der Gasturbine und bildet damit einen Bestandteil eines
Statorgehäuses der Gasturbine. Die Streben dienen dann zum Abstützen des Lagers am
Mantel.
[0010] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform kann nun zumindest eine solche zumindest
abschnittsweise drehverstellbare Strebe einen das Lager bzw. den vorstehend genannten
Gehäusekern fest mit dem Mantel verbindenden Strebenkern und eine den Strebenkern
zumindest teilweise umhüllende Strebenhülle aufweisen, die zumindest in einem Längsabschnitt
relativ zum Strebenkern um die Drehachse drehverstellbar ist. Mit anderen Worten,
die jeweilige drehverstellbare Strebe besitzt in diesem Fall einen stationären Strebenkern,
der den Gehäusekern bzw. das Lager fest mit dem Mantel verbindet, sowie eine mobile
Strebenhülle, die bezüglich des stationären Strebenkerns um die Drehachse drehverstellbar
ist, um auf diese Weise den Anstellwinkel der drehverstellbaren Strebe gegenüber der
Abgasströmung einstellen zu können. Auf diese Weise wird die Abgasführungsfunktion
von der Stützfunktion getrennt, was die Realisierung einer drehverstellbaren Strebe
erheblich vereinfacht. Da ausserdem die Strebenhülle, welche die Strömungsführungsfunktion
realisiert, den Strebenkern, der die Stützfunktion realisiert, umhüllt, entkoppelt
die Strebenhülle den Strebenkern von der Abgasströmung, wodurch dieser zusätzlich
geschützt ist und dementsprechend kompakt dimensioniert werden kann.
[0011] Alternativ ist es ebenso möglich, die jeweilige drehverstellbare Strebe so auszugestalten,
dass sie zumindest im drehverstellbaren Längsabschnitt insgesamt um die Drehachse
verdrehbar ist. In diesem Fall besitzt der drehverstellbare Abschnitt sowohl die Stützfunktion
als auch die Strömungsleitfunktion.
[0012] Bei einer anderen vorteilhaften Ausführungsform kann die drehverstellbare Strebe
zumindest in ihrem drehverstellbaren Bereich als Profilstrebe ausgestaltet sein, die
ein Strömungsprofil aufweist. Bei der vorstehend beschriebenen, bevorzugten Ausführungsform
ist daher zumindest die gegenüber dem Strebenkern verdrehbare Strebenhülle mit dem
Strömungsprofil ausgestattet. Das Strömungsprofil charakterisiert sich dadurch, dass
seine in der Strömungsrichtung des Abgases im Abgaspfad gemessene Profillänge grösser
ist als seine quer dazu gemessene Profildicke. Durch ein Verdrehen der Strebe bzw.
des verdrehbaren Längsabschnitts der Strebe bzw. der Strebenhülle kann nun der Anstellwinkel
der Profilstrebe gegenüber der Abgasströmung eingestellt werden.
[0013] Gemäss einer anderen vorteilhaften Ausführungsform können alle Streben, die den Gehäusekern
bzw. das Lager am Mantel abstützen, drehverstellbar ausgestaltet sein.
[0014] Ferner kann die jeweilige drehverstellbare Strebe über ihre gesamte Länge drehverstellbar
sein. Gemäss der vorstehend beschriebenen bevorzugten Ausführungsform kann sich daher
die Strebenhülle über die gesamte Länge der Strebe erstrecken.
[0015] Die Streben können im Mantel sternförmig angeordnet sein. Der Gehäusekern bzw. das
Lager kann über die Streben im Mantel koaxial zum Mantel gehalten sein, wobei der
Mantel insbesondere einen zylindrischen Querschnitt besitzen kann.
[0016] Gemäss einer anderen vorteilhaften Ausführungsform kann zumindest ein Stellantrieb
zum Drehverstellen wenigstens einer solchen drehverstellbaren Strebe vorgesehen sein.
Dabei kann grundsätzlich jeder drehverstellbaren Strebe ein eigener Stellantrieb zugeordnet
sein, womit dann eine individuelle Drehverstellbarkeit möglich ist. Ebenso ist eine
Ausführungsform denkbar, bei der ein Stellantrieb zum Antreiben von wenigstens zwei
drehverstellbaren Streben oder zum Antreiben von allen drehverstellbaren Streben vorgesehen
ist.
[0017] Eine erfindungsgemässe Gasturbinenanlage, die insbesondere zum Antreiben eines Generators
zur Stromerzeugung in einer Kraftwerksanlage dient, umfasst zumindest eine Gasturbine
zum Entspannen von Verbrennungsabgas einer Brennkammer sowie ein Abgasgehäuse der
vorstehend beschriebenen Art, das an einem Abgasaustritt der Gasturbine angeordnet
ist. Auf diese Weise kann der abgasseitige Strömungswiderstand für unterschiedliche
Lastzustände der Gasturbinenanlage durch Verändern der Anstellwinkel der Streben reduziert
werden. Gemäss einer vorteilhaften Ausführungsform kann die Gasturbinenanlage eine
Steuerungseinrichtung zum Betätigen bzw. zum Ansteuern wenigstens eines Stellantriebs
aufweisen, der zum Drehverstellen wenigstens einer der drehverstellbaren Streben dient.
Auf diese Weise kann mit Hilfe der Steuerungseinrichtung automatisch die Drehlage
der jeweiligen drehverstellbaren Strebe abhängig vom Betriebszustand der Gasturbine
bzw. der Gasturbinenanlage variiert werden. Es ist klar, dass die Steuerungseinrichtung
hierzu Kenntnis vom aktuellen Betriebszustand der Gasturbinenanlage hat. Grundsätzlich
ist dabei eine kennfeldmässige Zuordnung zwischen Betriebszuständen der Gasturbinenanlage
und hierfür geeigneten Anstellwinkeln der verstellbaren Streben denkbar.
[0018] Ein erfindungsgemässes Verfahren zum Betreiben einer Gasturbinenanlage zeichnet sich
dadurch aus, dass abhängig vom aktuellen Betriebszustand der Gasturbinenanlage eine
geeignete Drehlage der jeweiligen drehverstellbaren Strebe eingestellt wird.
[0019] Die Streben sind hierbei vorzugsweise in der Umfangsrichtung gleichmässig verteilt.
Allerdings ist es auch möglich, eine quasi-gleichmässige Verteilung vorzusehen. Sofern
mehrere verstellbare Streben vorgesehen sind, werden diese zweckmässig synchron verstellt.
Insbesondere können die verstellbaren Streben für ihre synchrone Verstellung mechanisch
miteinander gekoppelt sein.
[0020] Das Strömungsprofil kann dabei zweckmässig symmetrisch konzipiert sein. Ein symmetrisches
Strömungsprofil charakterisiert sich durch einen spiegelsymmetrischen Konturverlauf
der beiden Aussenseiten des jeweiligen Strömungsprofils bezüglich einer Spiegelachse,
wobei die beiden Aussenseiten des Strömungsprofils an einem gemeinsamen Anströmpunkt
beginnen und an einem gemeinsamen Abströmpunkt enden und wobei der Anströmpunkt und
der Abströmpunkt beide auf der geraden Symmetrieachse liegen.
[0021] Weitere wichtige Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen,
aus den Zeichnungen und aus der zugehörigen Figurenbeschreibung anhand der Zeichnungen.
[0022] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0023] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt
und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert, wobei sich gleiche Bezugszeichen
auf gleiche oder ähnliche oder funktional gleiche Bauteile beziehen.
[0024] Es zeigen, jeweils schematisch
- Fig. 1
- eine stark vereinfachte, schaltplanartige Prinzipdarstellung einer Gasturbinenanlage,
- Fig. 2
- eine stark vereinfachte isometrische Ansicht eines Abgasgehäuses,
- Fig. 3
- einen stark vereinfachten Querschnitt durch ein Strömungsprofil einer drehverstellbaren
Strebe.
Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung
[0025] Entsprechend Fig. 1 umfasst eine Gasturbinenanlage 1, die bevorzugt in einer Kraftwerksanlage
zum Antreiben eines Generators zur Stromerzeugung verwendet werden kann, einen Verdichter
2, dem gemäss einem Pfeil 3 ein Arbeitsgas zugeführt wird und der zum Verdichten des
Arbeitsgases dient. Dem Verdichter 2 ist eine Brennkammer 4 nachgeordnet, die gemäss
einem Pfeil 5 mit komprimiertem Arbeitsgas versorgt wird und in der ein Brennstoff
umgesetzt wird. Gemäss einem Pfeil 6 wird das komprimierte und erhitzte Arbeitsgas,
bei dem es sich nun um Verbrennungsabgas der Brennkammer 4 handelt, einer Gasturbine
7 zugeführt, in der das Abgas entspannt werden kann. An einem Abgasaustritt 8 der
Gasturbine 7 ist ein Abgasgehäuse 9 angeordnet, das vom Abgas der Gasturbine 7 durchströmt
wird, bevor das Abgas gemäss einem Pfeil 10 in eine hier nicht weiter dargestellte
Abgasleitung gelangt. Die Gasturbinenanlage 1 umfasst zweckmässig einen Rotor 11,
der im Bereich des Verdichters 2 einen Verdichterrotor und im Bereich der Gasturbine
7 einen Turbinenrotor bildet, die im Folgenden ebenfalls mit 11 bezeichnet werden
können.
[0026] Entsprechend Fig. 2 umfasst das Abgasgehäuse 9 einen Mantel 12, der einen in Fig.
2 durch Pfeile angedeuteten Gaspfad 13 in der Umfangsrichtung umschliesst, die in
Fig. 2 durch einen Doppelpfeil angedeutet und mit 14 bezeichnet ist. Der Gaspfad 13
dient dabei zum Führen der Abgasströmung der Gasturbine 7, die am Abgasaustritt 8
aus der Gasturbine 7 austritt. Ferner umfasst das Abgasgehäuse 9 einen Gehäusekern
15, der im Gaspfad 13 angeordnet ist. Bevorzugt ist dieser Gehäusekern 15 als Lager
16 ausgestaltet, mit dessen Hilfe der Turbinenrotor 11 am Abgasgehäuse 9 gelagert
werden kann. Der Gehäusekern 15 bzw. das Lager 16 ist am Mantel 12 mit mehreren Streben
17 abgestützt. Die Streben 17 sind dabei in der Umfangsrichtung 14, vorzugsweise gleichförmig,
verteilt angeordnet, indessen ist eine quasi-gleichförmige Verteilung auch möglich,
womit auf spezielle Strömungsverhältnisse eingegangen werden kann. Ferner wird die
hier dargestellte zentrale Positionierung des Lagers 16 konzentrisch im zylindrischen
Mantel 12 bevorzugt, wodurch sich für die Streben 17 die hier gezeigte sternförmige
Anordnung ergibt. Im Beispiel der Fig. 2 sind ohne Beschränkung der Allgemeinheit
nur vier Streben 17 dargestellt. Es ist klar, dass grundsätzlich auch weniger oder
mehr als vier Streben 17 verwendet werden können, um den Gehäusekern 15 bzw. das Lager
16 am Mantel 12 abzustützen. Zumindest eine der Streben 17 ist in wenigstens einem
Längsabschnitt um eine Drehachse 18 drehverstellbar konzipiert. Im Beispiel der Fig.
2 sind alle Streben 17 jeweils entlang ihrer gesamten Länge um eine solche Drehachse
18 gegenüber dem Gehäusekern 15 bzw. dem Lager 16 und gegenüber dem Mantel 12 drehverstellbar.
Die jeweilige Drehachse 18 erstreckt sich dabei parallel zur Längsrichtung der jeweiligen
Strebe 17. Die Streben 17 erstrecken sich dabei bezüglich einer Längsmittelachse 19
des Mantels 12 radial. Alternativ dazu kann auch vorgesehen sein, dass nur ein wesentlicher
Längsabschnitt der jeweiligen Strebe 17 drehverstellbar ausgestaltet ist.
[0027] Grundsätzlich kann die jeweilige Strebe 17 insgesamt gegenüber dem Mantel 12 bzw.
gegenüber dem Gehäusekern 15 oder Lager 16 drehverstellbar sein.
[0028] Fig. 3 zeigt eine modifizierte Ausführungsform, bei welcher die jeweilige drehverstellbare
Strebe 17 einen Strebenkern 20 und eine den Strebenkern 20 umhüllende Strebenhülle
21 aufweist. Der Strebenkern 20 dient zum festen Verbinden des Gehäusekerns 15 bzw.
des Lagers 16 mit dem Mantel 12. Der jeweilige Strebenkern 20 ist somit stationär
und nicht drehverstellbar. Im Unterschied dazu ist die jeweilige Strebenhülle 21 zumindest
in einem Längsabschnitt relativ zum Strebenkern 20 um die zuvor genannte Drehachse
18 drehverstellbar. Auf diese Weise hält der jeweilige Strebenkern 20 den Gehäusekern
15 stabil im Mantel 12 positioniert, während die Strebenhülle 21 eine Strömungsleitfunktion
erfüllt.
[0029] Unabhängig davon, ob die jeweilige drehverstellbare Strebe 17 nun gemäss Fig. 3 einen
Strebenkern 20 und eine Strebenhülle 21 aufweist oder insgesamt relativ zum Mantel
12 drehverstellbar ist, ist die jeweilige Strebe gemäss Fig. 3 bevorzugt als Profilstrebe
ausgestaltet, die sich zumindest in ihrem drehverstellbaren Bereich durch ein Strömungsprofil
22 auszeichnet. Das Strömungsprofil 22 besitzt eine an einem Anströmpunkt 23 des Strömungsprofils
22 beginnende und an einem Abströmpunkt 24 des Strömungsprofils 22 endende Profillänge
25 sowie eine quer dazu gemessene Profildicke 26. Die Profillänge 25 ist beim Strömungsprofil
22 grösser als die Profildicke 26. Im gezeigten Beispiel ist die Profillänge 25 etwa
doppelt so gross wie die Profildicke 26. Es ist klar, dass auch andere Verhältnisse
von Profillänge zu Profildicke vorstellbar sind. Fig. 2 zeigt beispielsweise ein Verhältnis
von mindestens 4:1.
[0030] Durch Verdrehen der Strebe 17 kann nun ein Anstellwinkel α gegenüber der in Fig.
3 durch einen Pfeil angedeuteten Abgasströmung 27 eingestellt werden. Der Anstellwinkel
α ist auch in Fig. 2 angedeutet. In Fig. 2 deuten ausserdem Drehpfeile 28 die Drehverstellbarkeit
sämtlicher Streben 17 an.
[0031] Gemäss Fig. 2 kann wenigstens ein Stellantrieb 29 vorgesehen sein, mit dessen Hilfe
zumindest eine der Streben 17 zum Drehverstellen angetrieben werden kann. Eine entsprechende
Antriebskopplung ist in Fig. 2 durch einen Doppelpfeil 30 angedeutet. Der Stellantrieb
29 kann dabei zweckmässig aussen am Mantel 12 angeordnet sein. Grundsätzlich kann
jeder drehverstellbaren Strebe 17 ein eigener derartiger Stellantrieb 29 zugeordnet
sein. Zweckmässig ist jedoch eine mechanische Zwangskopplung der verstellbaren Streben
19, so dass ein einziger Stellantrieb 29 ausreicht, um mehrere oder bevorzugt um sämtliche
drehverstellbare Streben 17 synchron antreiben zu können. Zum Betätigen bzw. zum Ansteuern
des jeweiligen Stellantriebs 29 ist in Fig. 2 ausserdem eine Steuerungseinrichtung
31 angedeutet, die über eine entsprechende Steuerverbindung 32 mit dem jeweiligen
Stellantrieb 29 gekoppelt ist. Die Steuerungseinrichtung 31 kann nun zweckmässig so
ausgestaltet bzw. programmiert sein, dass sie die Gasturbinenanlage 1 gemäss einem
Betriebsverfahren betreibt, bei dem abhängig vom aktuellen Betriebszustand der Gasturbinenanlage
1 eine hierfür geeignete Drehlage, also ein Anstellwinkel α für die jeweilige drehverstellbare
Strebe 17 ermittelt und über den jeweiligen Stellantrieb 29 eingestellt wird. Somit
lässt sich der Strömungswiderstand der Abgasströmung der Gasturbine 7 in einer Abgasleitung
auch bei variierenden Lastzuständen der Gasturbinenanlage 1 optimieren.
Bezugszeichenliste
[0032]
- 1
- Gasturbinenanlage
- 2
- Verdichter
- 3
- Pfeil
- 4
- Brennkammer
- 5
- Pfeil
- 6
- Pfeil
- 7
- Gasturbine
- 8
- Abgasaustritt
- 9
- Abgasgehäuse
- 10
- Pfeil
- 11
- Rotor
- 12
- Mantel
- 13
- Gaspfad
- 14
- Umfangsrichtung
- 15
- Gehäusekern
- 16
- Lager
- 17
- Strebe
- 18
- Drehachse
- 19
- Längsmittelachse von 12
- 20
- Strebenkern
- 21
- Strebenhülle
- 22
- Strömungsprofil
- 23
- Anströmpunkt
- 24
- Abströmpunkt
- 25
- Profillänge
- 26
- Profildicke
- 27
- Abgasströmung
- 28
- Drehpfeil
- 29
- Stellantrieb
- 30
- Antriebskopplung
- 31
- Steuerungseinrichtung
- 32
- Steuerverbindung
1. Abgasgehäuse einer Gasturbine (7),
- mit einem Mantel (12), der einen Gaspfad (13) zum Führen einer Abgasströmung (27)
der Gasturbine (7) in der Umfangsrichtung (14) umschliesst,
- mit einem im Gaspfad (13) angeordneten Gehäusekern (15),
- mit mehreren Streben (17) zum Abstützen des Gehäusekerns (15) am Mantel (12), die
in der Umfangsrichtung (14) verteilt angeordnet sind,
- wobei wenigstens eine solche Strebe (17) in wenigstens einem Längsabschnitt um eine
sich parallel zur Längsrichtung der jeweiligen Strebe (17) erstreckenden Drehachse
(18) drehverstellbar ist.
2. Abgasgehäuse nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass der Gehäusekern (15) als Lager (16) zum Lagern eines Turbinenrotors (11) der Gasturbine
(7) ausgestaltet ist.
3. Abgasgehäuse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine solche drehverstellbare Strebe (17) einen den Gehäusekern (15) fest
mit dem Mantel (12) verbindenden Strebenkern (20) und eine den Strebenkern (20) zumindest
teilweise umhüllende Strebenhülle (21) aufweist, die zumindest in einem Längsabschnitt
relativ zum Strebenkern (20) um die Drehachse (18) drehverstellbar ist.
4. Abgasgehäuse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die drehverstellbare Strebe (17) zumindest in ihrem drehverstellbaren Bereich als
Profilstrebe ausgestaltet ist, die ein Strömungsprofil (22) aufweist.
5. Abgasgehäuse nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die jeweilige Strebe (17) über ihre gesamte oder quasigesamte Länge oder Teillänge
drehverstellbar ist.
6. Abgasgehäuse nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass alle Streben (17) gleichförmig oder individuell drehverstellbar ausgestaltet sind.
7. Abgasgehäuse nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch zumindest einen Stellantrieb (29) zum Drehverstellen wenigstens einer solchen drehverstellbaren
Strebe (17).
8. Gasturbinenanlage, insbesondere zum Antreiben eines Generators zur Stromerzeugung
in einer Kraftwerksanlage,
- mit einer Gasturbine (7) zum Entspannen von Verbrennungsabgas einer Brennkammer
(4),
- mit einem Abgasgehäuse (9) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, das an einem Abgasaustritt
(8) der Gasturbine (7) angeordnet ist.
9. Gasturbinenanlage nach Anspruch 8, gekennzeichnet durch eine Steuerungseinrichtung (31) zum Betätigen wenigstens eines Stellantriebs (29)
nach Anspruch 7 zum Variieren der Drehlage der jeweiligen drehverstellbaren Strebe
(17) abhängig vom Betriebszustand der Gasturbinenanlage (1).
10. Verfahren zum Betreiben einer Gasturbinenanlage (1) nach Anspruch 8 oder 9, bei dem
abhängig vom aktuellen Betriebszustand der Gasturbinenanlage (1) eine Drehlage der
jeweiligen drehverstellbaren Strebe (17) eingestellt wird.