[0001] Die Erfindung betrifft ein System aus einer Pressscheibe und einem Adapterstück zur
Montage am Pressstempel einer Pressvorrichtung, wobei die Pressscheibe wenigstens
ein Füllstück mit einer Pressfläche umfasst, über die eine Kraft auf ein zu pressendes
Material ausgeübt werden kann. Das Füllstück ist von einem ebenfalls zur Pressscheibe
gehörenden Dichtring umgeben, der mit seinem Innendurchmesser so ausgelegt ist, dass
er mit seiner Innenkegelfläche und der Außenkegelfläche des Füllstücks einen ersten
Spalt ausbildet. Zwischen dem Füllstück und dem Dichtring verläuft ferner wenigstens
ein radialer Spalt, der sich von innen nach außen konisch aufweitet.
[0002] Nach dem Stand der Technik sind Pressen bekannt, welche Pressscheiben umfassen, mit
denen Druck auf das zu verpressende Material übertragen werden kann. Die Pressscheiben
sind in der Regel rotationssymmetrisch und befinden sich während des Pressvorganges
in einem Aufnehmer, der sie ummantelt. In der Regel besteht die Pressscheibe aus einem
Metall wie Warmarbeitsstahl.
[0003] Beim Pressen ist die Pressscheibe einer starken Druckbelastung und einer Durchmesservergrößerung
ausgesetzt, die eine Beanspruchung des Materials mit sich führt. Diese Beanspruchung
führt zu einem Verschleiß des Pressscheibenmaterials. Weiterhin ergibt sich bei den
Pressvorrichtungen nach dem Stand der Technik die Problematik, dass zu Beginn des
Pressvorgangs im Aufnehmer enthaltene Luft oftmals nicht vollständig entweichen kann
und das zu verpressende Material beeinträchtigt.
[0004] Daher ist man bestrebt, Pressscheiben zu entwickeln, die eine möglichst geringe Materialbeanspruchung
und damit eine höhere Lebensdauer der Pressscheibe mit sich bringen. Beispielsweise
offenbart die Deutsche Patentschrift
DE 100 36 463 B4, welche die Basis für den Oberbegriff des Anspruchs 1 bildet, eine vorteilhafte Pressscheibe
und eine Pressvorrichtung mit einer solchen Pressscheibe, bei der die Pressscheibe
ein Füllstück mit einer Pressfläche umfasst, mit der eine Kraft auf ein zu pressendes
Material ausgeübt werden kann. Das Füllstück ist von einem Dichtring umgeben, der
mit seinem Innendurchmesser so ausgelegt ist, dass er mit seiner Innenkegelfläche
und der Außenkegelfläche des Füllstücks einen ersten Spalt ausbildet. Zwischen dem
Füllstück und dem Dichtring verläuft ferner wenigstens ein radialer Spalt, der sich
von innen nach außen konisch aufweitet.
[0005] Aus der
WO 98/ 03 277 A1 ist eine Pressscheibe mit einem Basisteil, einem Verbindungselement zur Verbindung
des Basisteils mit einem Pressstempel, einem austauschbaren Schleißring, der an einem
vorderen, umlaufenden Bereich der Pressscheibe, sowie einer Vorrichtung zur lösbaren
Sicherung des Schließrings an dem Basisteils, bekannt. Ferner enthält die Pressscheibe
eine Vorrichtung zum Einklinken des Presstopfes in den Schleißring während des Pressens.
Der Schleißring ist aus Metall und weist eine konische innere Oberfläche auf, die
zum Basisteil hin konvergiert. Die Vorrichtung zum Einklinken des Presstopfes in den
Schließring enthält einen metallischen Druckstempel mit einer Stirnfläche mit konischer
Oberfläche, wobei die Druckstempelstirnfläche während des Pressens in den Ring gepresst
wird. Die konvergierenden Oberflächen von Ring und Pressstempelstirnfläche sind so
beabstandet, dass das Eintauchen des Pressstempels in den Ring verhindert wird.
[0006] Die deutsche Gebrauchsmusterschrift
DE 73 14 414 U beschreibt eine Pressscheibe für Pressstempel von Strangpressen, wobei die Pressscheibe
eine stirnseitige, dem Pressgut zugewandte kreisförmige Ausnehmung aufweist, und die
weiterhin eine konische Sitzfläche zur Anlage einer Innenplatte, die im angelegten
Zustand mit der Pressscheibenstirnfläche bündig abschließt, aufweist.
[0007] Weiterhin offenbart die deutsche Patentanmeldung
DE 41 32 810 A1 eine feste Pressscheibe für den Pressstempel einer Metallstrangpresse mit Entlüftungseinrichtung.
Durch die konvexe Ausgestaltung der dem Pressgut zugewandten Seite der Pressscheibe
kann die während des Aufstauchens des Barrens im Rezipientenraum eingeschlossene Luft
über den noch nicht gespreizten Verschleißring entweichen, ebenso über die im Spreizring
angeordneten Bohrungen.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Pressscheibe mit effizienter Entlüftung,
hoher Verschleißbeständigkeit und damit hoher Lebensdauer bereitzustellen, die eine
möglichst geringe Bauhöhe aufweist und deren Verschleißteile auf einfache Weise von
vorne montiert und demontiert werden können, ohne dass dazu eine Vielzahl von anderen
Bauteilen ebenfalls montiert und demontiert werden müssen.
[0009] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein System aus einer Pressscheibe und einem
Adapterstück mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruches 1 gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen des Systems ergeben sich aus den Unteransprüchen 2-5. Die Aufgabe
wird ferner durch eine Pressvorrichtung nach Anspruch 6 gelöst.
[0010] Die erfindungsgemäße Pressscheibe gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 zeichnet
sich dadurch aus, dass über ein Drehen des Dichtrings um die Rotationsachse der Pressscheibe
je nach Drehrichtung eine Sicherung der Pressscheibe an dem Pressstempel gegen axiale
Bewegung herstellbar oder lösbar ist, wodurch der Dichtring und das Füllstück von
der Frontseite der Pressscheibe aus an dem Pressstempel montierbar und demontierbar
sind. Durch ein Drehen des Dichtrings können daher die Verschleißteile wie das Füllstück
und der Dichtring auf einfache Weise von vorne montiert und demontiert werden.
[0011] Entscheidend für die Funktionsweise der erfindungsgemäßen Pressscheibe ist dabei
jedoch auch, dass die Rückzugskräfte über das Verbindungselement auf den Dichtring
übertragen werden. Der Dichtring spreizt auch bei maximaler Druckbelastung limitiert
auf und wird so bei der Rückzugsbewegung nicht im Konus belastet, so dass ein Spreizen
durch Reibungskräfte am Aufnehmer verhindert wird. Ferner wird eine Biegespannung
erzeugt, welche einen Verschleiß der Pressscheibe, insbesondere der Kegelflächen,
stark vermindert und die Pressscheiben zum gewünschten Zeitpunkt aufweitet. Durch
den radialen Spalt zwischen Füllstück und Dichtring wird dieses Biegemoment in dem
Füllstück ermöglicht, welches zu einer größeren Verschleißbeständigkeit des Füllstücks
und damit der Pressscheibe führt. Weiterhin wird auf das zu pressende Material beim
Aufstauchen der Druck mittig weitergeleitet, bevor die Pressscheibe sich aufweitet,
was zu einer besseren und insbesondere gleichmäßigeren Entlüftung führt.
[0012] Mit dieser Art von Pressscheibe kann somit eine längere Lebensdauer erzielt werden,
die einen geringeren Verschleiß aufweist und die Durchmesservergrößerung und die anschließende
Entlastung dauerhaft sicherstellt. Weiterhin wird der Einschluss von Luft in dem Pressvolumen
verhindert, wodurch die Pressqualität verbessert wird.
[0013] Durch den so gewählten Aufbau der Pressscheibe und ein Verbindungselement, das zum
einen die Pressscheibe mit dem Adapter eines Pressstempels verbindet und zum anderen
die Rückzugskräfte auf den Dichtring überträgt, kann die Bauhöhe der Pressscheibe
erheblich reduziert werden, was zu einer Materialersparnis und einfacheren Handhabung
führt.
[0014] Ferner ist es möglich, dass nicht nur die Rückzugskräfte über das jeweilige Verbindungselement
übertragen werden, sondern auch die Druckkräfte, wodurch sich die Bauhöhe der Pressscheibe
ebenfalls reduzieren lässt, ohne dass dies die Funktionalität und Lebensdauer der
Pressscheibe negativ beeinträchtigt. Der Dichtring behält dabei trotz der geringen
Bauhöhe seine Elastizität bei. Dabei steht zumindest ein Teil der Stirnfläche des
Verbindungselements mit mindestens einem Teil der Oberfläche des Adapterstücks, und
zumindest ein Teil der dem Pressgut gegenüberliegenden Fläche des Dichtrings ebenfalls
mit mindestens einem Teil der Oberfläche des Adapterstücks in Kontakt, wenn die Pressscheibe
mit Pressdruck beaufschlagt ist. Durch die Elastizität des verwendeten Werkstoffs
für den Dichtring, der üblicherweise aus einem Warmarbeitsstahl hergestellt ist, ist
es möglich, eine solche Konstellation mit vertretbarem Fertigungsaufwand herzustellen.
Die Höhen der einzelnen in Kontakt stehenden Elemente Verbindungselement, Adapterstück
und Dichtring sind mit einer Fertigungstoleranz von wenigen hundertstel Millimeter
herzustellen. Bei der Verwendung eines bestimmten Warmarbeitsstahls hat sich beispielsweise
die Einhaltung einer Toleranz von ± 0,03 mm als ausreichend erwiesen.
[0015] Die zu erreichenden Bauhöhen hängen von der Elastizität des eingesetzten Warmarbeitsstahls
ab. Für Durchmesser der Pressscheibe von 6 Zoll bis 25 Zoll können durch diese Bauweise
geringste Bauhöhen in der Größenordnung von 40mm bis 105 mm erreicht werden, wenn
man als Bauhöhe der Pressscheibe in etwa den Abstand zwischen der Pressfläche und
dem Presstempel bzw. einem Adapterstück des Pressstempels ansieht. Dabei tragen Verbindungselemente,
die in den Pressstempel bzw. in ein Adapterstück des Presstempels hineinragen, im
Sinne dieser Erfindung nicht zur Bauhöhe der Pressscheibe bei.
[0016] Die genannten Bauhöhen der Pressscheibe sollen jedoch auch keine Beschränkung der
Erfindung darstellen, sondern auch bei größeren Bauhöhen bewirkt der erfindungsgemäße
Aufbau der Pressscheibe Vorteile insbesondere bei der Montage und Demontage und dem
Austausch von Verschleißteilen.
[0017] Das eingesetzte Verbindungselement kann dabei auf verschiedene Weisen realisiert
werden, wobei allen Ausführungsformen gemeinsam ist, dass die Rückzugskräfte über
das jeweilige Verbindungselement auf den Dichtring übertragbar sind und die Verschleißteile
der Pressscheibe über ein Drehen des Dichtrings um die Rotationsachse der Pressscheibe
von vorne montierbar bzw. demontierbar sind. In einigen möglichen Ausführungsbeispielen
der Erfindung umfasst die Pressscheibe das Verbindungselement, und der Dichtring ist
so mit dem Verbindungselement verbunden, dass ein Drehen des Dichtrings um die Rotationsachse
der Pressscheibe ein gleichgerichtetes Drehen des Verbindungselements um die Rotationsachse
der Pressscheibe bewirkt. Hierdurch ist je nach Drehrichtung eine Sicherung des Verbindungselementes
an dem Pressstempel gegen axiale Bewegung herstellbar oder lösbar, und zusammen mit
dem Dichtring und dem Füllstück ist auch das Verbindungselement von der Frontseite
der Pressscheibe aus an dem Pressstempel montierbar und demontierbar.
[0018] Das jeweilige Verbindungselement kann an seinem Umfang wenigstens eine Stufe mit
einer im Wesentlichen radial verlaufenden Zugfläche aufweisen, so dass über diese
Zugfläche die Rückzugskraft des Pressstempels über das Verbindungselement auf den
Dichtring übertragbar ist. Dies hat den Vorteil, dass die Rückzugskraft gezielt auf
eine bestimmte Fläche des Dichtrings geleitet werden kann.
[0019] In einer weiteren Ausführungsform umfasst das Adapterstück das Verbindungselement,
und durch ein Drehen des Dichtrings um die Rotationsachse der Pressscheibe ist je
nach Drehrichtung eine Sicherung des Dichtrings an dem Verbindungselement gegen axiale
Bewegung herstellbar oder lösbar. Hierdurch sind der Dichtring und das Füllstück von
der Frontseite der Pressscheibe aus an dem Pressstempel montierbar und demontierbar,
während das Verbindungselement am Adapterstück und somit am Pressstempel verbleibt.
Diese Ausführungsform ermöglicht die weitere Reduzierung von Bauteilen, die bei der
Montage und Demontage der Pressscheibe befestigt bzw. gelöst werden müssen.
[0020] Sowohl wenn das Adapterstück, als auch wenn der Dichtring das Verbindungselement
umfassen, ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass das Verbindungselement ein umlaufender
Verbindungssteg ist, der in eine entsprechende, ebenfalls umlaufende Ausnehmung in
einem gegenüber liegenden Bauteil hineinragt. Das Füllstück ist dabei unabhängig von
diesem Verbindungselement gegen eine axiale Bewegung am Dichtring gesichert, und zwischen
dem Verbindungssteg und der Ausnehmung sind Mittel zum Herstellen und Lösen einer
Sicherung zwischen dem Dichtring und dem Adapterstück gegen axiale Bewegung vorgesehen.
Über diese Mittel ist auch die Rückzugskraft des Pressstempels auf den Verbindungssteg
und damit den Dichtring übertragbar.
[0021] Der Verbindungssteg kann somit am Dichtring oder am Adapterstück des Pressstempels
angebracht sein, und die entsprechende umlaufende Ausnehmung ist jeweils so am jeweils
anderen Bauteil angebracht, dass der Verbindungssteg bei der Montage der Pressscheibe
in diese Ausnehmung hineinragt. Ist der Verbindungssteg am Dichtring vorgesehen, befindet
sich die Ausnehmung daher im Adapterstück, während sie sich im Dichtring befindet,
wenn der Verbindungssteg am Adapterstück angebracht ist. Welche dieser beiden Anordnungen
gewählt wird, kann von den Abmessungen der Pressscheibe abhängig gemacht werden, da
der Verbindungssteg beispielsweise am Dichtring und die Ausnehmung im Adapterstück
vorgesehen werden können, wenn für die Ausnehmung ansonsten im Dichtring nicht genügend
Raum vorhanden wäre.
[0022] Die Mittel zum Herstellen und Lösen einer Sicherung zwischen Dichtring und Adapterstück
gegen axiale Bewegung können beispielsweise einen Bajonettverschluss umfassen. Dabei
sind am Außen- und/oder am Innenrand des Verbindungsstegs jeweils wenigstens zwei
Bajonettnocken vorgesehen, während am Außen- und/oder Innenrand der Ausnehmung entsprechende
Führungsrillen zur Aufnahme dieser Bajonettnocken vorgesehen sind.
[0023] Die Pressscheibe kann so mittels des Bajonettverschlusses durch eine einfache Steck-Dreh-Bewegung
an dem Adapterstück montiert bzw. demontiert werden. Dabei bietet die Stirnfläche
des Verbindungsstegs eine ausreichende Fläche, um die Druckkräfte beim Pressvorgang
aufnehmen zu können, während die Rückzugsbewegung des Pressstempels über die Bajonettnocken
auf den Dichtring übertragen werden kann. Ferner hat diese Ausführungsform mit umlaufenden
Verbindungssteg und Bajonett den Vorteil, dass darüber eine schwimmende Lagerung der
Pressscheibe für alle Bauformen der Pressscheibe erreicht werden kann.
[0024] Ferner kann die Pressscheibe ein Zwischenelement umfassen, das zwischen radialen
Flächen des Dichtrings und des Füllstücks angeordnet ist. In wenigstens eine druckbelastete
Oberfläche dieses Zwischenelements kann wenigstens eine Nut eingebracht sein. Alternativ
oder ergänzend dazu kann das Zwischenelement aus einem Material bestehen, das eine
geringere Härte als das Material des Füllstücks und/oder des Dichtrings aufweist.
[0025] Wird das Füllstück schwimmend zwischen dem Dichtring und dem Verbindungselement gelagert,
kann das Füllstück vorzugsweise anschließend an seine Außenkegelfläche eine im Wesentlichen
axial in Richtung des Pressstempels verlaufende Anlagefläche aufweisen, die gegenüber
einer gleich verlaufenden Anlagefläche des Dichtrings liegt, wobei sich die Anlagefläche
des Dichtrings an dessen Innenkegelfläche anschließt. Der radiale Abstand zwischen
diesen beiden Anlageflächen ist dann vorzugsweise geringer als der radiale Abstand
zwischen der Innenkegelfläche des Dichtrings und der Außenkegelfläche des Füllstücks.
Durch diese Ausführungsform kann insbesondere verhindert werden, dass sich der Spalt
zwischen der Außenkegelfläche des Füllstücks und dem Dichtring nachteilig auf Null
reduziert, während zwischen dem Füllstück und dem Verbindungselement eventuell ein
großer Spalt verbleibt, der gegebenenfalls nicht erforderlich und auch nicht erwünscht
wäre.
[0026] Von der Erfindung umfasst ist auch eine Pressvorrichtung, die ein solches erfindungsgemäßes
System umfasst. Vorzugsweise ist zwischen dem Dichtring und dem Pressstempel eine
Verdrehsicherung vorgesehen, die auf verschiedene Weisen ausgeführt sein kann. Beispielsweise
umfasst der Pressstempel ein Adapterstück und einen darum verlaufenden Außenring mit
zwei Stirnflächen, von denen eine Stirnfläche in Richtung des Dichtrings ausgerichtet
ist. Der Dichtring ist mittels wenigstens einer Stiftverbindung gegen eine rotatorische
Bewegung an dem Außenring gesichert, und die andere Stirnseite des Außenrings ist
in Richtung einer Verbindungsfläche des Adapterstücks ausgerichtet. Diese andere Stirnfläche
des Außenrings und/oder die gegenüberliegende Verbindungsfläche des Adapterstücks
weisen einen Nutenabschnitt mit mehreren radialen Halbnuten auf, und in wenigstens
zwei gegenüberliegende Halbnuten ist ein Verbindungsstift einbringbar. Durch die auf
beiden Seiten des Außenrings vorgesehenen Aufnahmen für Verbindungsstifte ist eine
ausreichende Anzahl von Positionen vorhanden, in denen der Dichtring gegenüber dem
Pressstempel gegen Verdrehen gesichert werden kann, so dass die Pressscheibe so weit
wie erforderlich auf den Pressstempel aufgeschraubt werden kann, ohne dabei durch
die Möglichkeiten der Verdrehsicherung nachteilig beschränkt zu sein.
[0027] Eine weitere vorteilhafte Verdrehsicherung besteht darin, dass von der Frontseite
des Pressscheibe aus eine Schraube in das Verbindungselement eingeschraubt wird, die
gegenüber der Pressscheibe ein entgegen gesetztes Gewinde aufweist und so ein Lösen
der Pressscheibe verhindert.
[0028] Weitere Vorteile, Besonderheiten und zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung ergeben
sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Darstellung bevorzugter Ausführungsbeispiele
anhand der Abbildungen.
[0029] Von den Abbildungen zeigt:
- Fig. 1
- eine Pressscheibe gemäß dem Stand der Technik
- Fig.2
- eine schematische Ansicht eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Systems
in Verbindung mit dem Pressstempel einer Pressvorrichtung, wobei das Verbindungselement
ein Verbindungssteg am Adapterstück mit Bajonettverschluss ist
- Fig. 3
- eine schematische Ansicht einer Abwandlung des Ausführungsbeispiels nach Figur 2;
- Fig. 4
- eine schematische Ansicht eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Systems
in Verbindung mit dem Pressstempel einer Pressvorrichtung, wobei das Verbindungselement
ein Verbindungssteg am Adapterstück mit Gewindeverbindung ist; und
- Fig. 5
- eine schematische Ansicht einer Abwandlung des Ausführungsbeispiels nach Figur 4.
[0030] Figur 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel der eingangs erläuterten Pressscheibe aus dem
Stand der Technik. Dabei besteht die Pressscheibe aus einem Pressscheibenkern 5, auf
dem mittels eines Zentrierbolzens 4 als Befestigungsmittel ein in einem zentralen
Bereich konisch nach außen geformtes Füllstück 3 in eine im Pressscheibenkern 5 eingelagerte
Mutter 6 eingeschraubt ist, wobei das Füllstück eine Pressfläche 16 aufweist. Die
Mutter 6 wird durch einen Sicherungsstift 7 arretiert. Das Füllstück 3 umgibt ein
Dichtring 1, auf den wiederum ist ein Zwischenring 2 aufgesetzt ist, welcher auch
den Pressscheibenkern 5 umgibt. Zwischen Dichtring 1 und Füllstück 3 ist ein radialer
Spalt 3A ausgebildet. Auf dem Zwischenring 2 ist eine weitere Stützscheibe 9 hinterlegt.
Parallel zur in der Mitte durch die durchbrochene Linie angedeuteten Rotationsachse
der Pressscheibe verlaufen in einem Winkel von 90° vier Bohrungen 14 durch die Stützscheibe
9 und setzen sich im Pressscheibenkern 5 fort. Die Bohrungen 14 weiten sich im vorderen
Bereich der Stützscheibe 9 und im hinteren Bereich des Pressscheibenkerns 5 auf und
nehmen jeweils einen Zentrierstift 8 auf. In die Bohrungen 14 münden in der Stützscheibe
9 die Bohrungen 13 für Schlüssel zum Auf- und Abschrauben der Pressscheibe. Ein Zuganker,
beziehungsweise Verbindungsbolzen 12, durchtritt entlang der Rotationsachse die Stützscheibe
9 und den Pressscheibenkern 5. Hinter der Stützscheibe 9 ist ein Pressstempel 11 hinterlegt,
der ebenfalls vom Zuganker 12 durchlaufen wird. Der Pressstempel 11 und die Stützscheibe
9 nehmen in einem Hohlraum den Sicherungsstift 17 auf.
[0031] Will man bei dieser Pressscheibe die Verschleißteile in Form des Füllstücks 3 und
des Dichtrings 1 auswechseln, ist es dazu erforderlich, den Zentrierbolzen 4, den
Pressscheibenkern 5, den Zwischenring 2, die Stützscheibe 9, die Befestigung des Füllstücks
und sämtliche Stiftverbindungen zu lösen. Der Dichtring muss dann nach hinten abgestreift
und ein neuer Dichtring auch von hinten montiert werden, bevor die einzelnen Komponenten
wieder am Pressstempel montiert werden können.
[0032] Ferner lässt sich die Bauhöhe dieser bekannten Pressscheibe nicht erheblich reduzieren,
ohne die Funktionalität zu beinträchtigen und damit die Lebensdauer der Pressscheibe
negativ zu verkürzen, da jedes der eingesetzten Bauteile eine gewisse Bauhöhe benötigt,
um die auftretenden Zug- und Druckbelastungen aufzunehmen und dauerhaft seine Funktion
zu erfüllen.
[0033] Figur 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, bei der das Verbindungselement
ein umlaufender Verbindungssteg 110 ist, der am Adapterstück 21 des Pressstempels
20 angebracht ist. Vorzugsweise handelt es sich um einen durchgehenden Verbindungssteg
in Ringform, der um die Längsachse der Pressscheibe 10 herum verläuft, aber der Verbindungssteg
kann auch abschnittsweise unterbrochen ausgeführt sein. Der Verbindungssteg ist dabei
an derjenigen Fläche des Adapterstücks 21 angebracht, die dem Dichtring 40 zugewandt
ist und ragt in eine entsprechende umlaufende Ausnehmung 109 hinein, die im Dichtring
40 vorgesehen ist. Der Verbindungssteg 110 kann einstückig mit dem Adapterstück 21
oder als separates Bauteil ausgeformt sein, das an dem Adapterstück fixiert werden
kann.
[0034] Der umlaufende Verbindungssteg 110 und die Aussparung 109 sind im Wesentlichen formgleich,
wobei zwischen Verbindungssteg 110 und der Ausnehmung 109 ein geringes Spiel besteht,
um die beiden Bauteile gegeneinander drehen zu können. In dem in Figur 2 dargestellten
Ausführungsbeispiel sind sowohl am Außenrand als auch am Innenrand des Verbindungsstegs
110 mehrere Bajonettnocken vorgesehen. Dabei sind in Figur 2 nur eine Bajonettnocke
111 am Außenrand und eine gegenüber liegende Bajonettnocke am Innenrand des Verbindungsstegs
110 dargestellt, wobei über den gesamten Verbindungssteg jedoch vorzugsweise weitere
Bajonettnocken angeordnet sind. Beispielsweise können im Abstand von 90° jeweils vier
Bajonettnocken am Außen- und Innenrand vorgesehen sein. Möglich ist es aber auch,
nur am Außen- oder Innenrand Bajonettnocken vorzusehen und die Bajonettnocken des
Außenrandes können im Gegensatz zur Darstellung in Figur 2 auch versetzt zu den Bajonettnocken
des Innenrandes angeordnet sein.
[0035] Die Bajonettnocken greifen in nicht dargestellte Führungsrillen ein, die in den Seitenwänden
der Ausnehmung 109 eingebracht sind. Hierbei handelt es sich beispielsweise jeweils
um eine Rille in Längsrichtung und eine quer stehende Rille am Ende der Längsrille.
So können die Bajonettnocken in die Längsrillen eingeführt und der Verbindungssteg
110 am Ende so gedreht werden, dass die Bajonettnocken in die Querrillen einrasten
und so eine weitere axiale Bewegung verhindert ist. Ein Bajonettnocken kann als beliebig
geformte Erhebung auf dem Umfang des Verbindungsstegs 110 ausgeformt sein, wobei der
Bajonettnocken etwa 2,5 bis 15mm von dem Verbindungssteg 110 absteht. Vorzugsweise
werden die Bajonettnocken durch einen umlaufenden Kranz mit mehreren Unterbrechungen
gebildet, wobei die Bereiche zwischen den Unterbrechungen die Bajonettnocken bilden,
die in entsprechend breit ausgeführte Führungsrillen in der Ausnehmung 109 eingreifen
können.
[0036] Das Füllstück 30 ist in dieser Ausführungsform mit Verbindungssteg unabhängig vom
dem gewählten Verbindungselement mit dem Dichtring 40 verbunden. Beispielsweise kann
dies durch einen Befestigungsbolzen 100 erfolgen, der in das Füllstück 30 und den
Dichtring 40 eingeschraubt und zusätzlich gegen Verdrehen durch eine nur gestrichelt
dargestellte Stiftverbindung 73 gesichert ist. Die Frontseite des Befestigungsbolzens
100 bildet dabei zusammen mit dem Füllstück 30 einen Teil der Pressfläche aus. Durch
eine Steck-Dreh-Bewegung kann so der Dichtring 40 zusammen mit dem Füllstück 30 und
dem Befestigungsbolzen 100 auf den Verbindungssteg 110 aufgedreht und durch den Bajonettverschluss
gegen axiale Bewegung gesichert werden.
[0037] Das Drehen des Dichtrings 40 und damit der Pressscheibe 10 kann auch hier über Aufnahmen
91 erfolgen, die sich seitlich am Dichtring 40 befinden. Als Verdrehsicherung der
Pressscheibe 20 gegenüber dem Adapterstück 21 kann wenigstens eine seitliche Stiftverbindung
73 vorgesehen sein, wobei der verwendete Stift in dem in Figur 2 dargestellten Ausführungsbeispiel
der Erfindung durch eine weitere Schraube 120 gegen ein Herausfallen gesichert sein
kann.
[0038] Die Rückzugskraft des Pressstempels 20 kann in dieser Ausführungsform über die Zugflächen
66" im Bereich der Bajonettnocken vom Adapterstück 21 auf den Dichtring 40 übertragen
werden, während die Druckkräfte vollständig von der Frontfläche des Verbindungsstegs
110 aufgenommen werden können. Durch Entlüftungskanäle 92 kann Luft aus dem Spalt
51 ferner auf kurzem Wege über die Ausnehmung 109 seitlich abgeführt werden.
[0039] Durch die Wahl geeigneter Maße und Toleranzen ist es möglich, dass Druckkräfte, die
über das Pressgut auf die Pressscheibe übertragen werden, sowohl über die Stirnfläche
des Verbindungsstegs 110, 110' zwischen den Bajonettnocken 111, 112, 111', 112' auf
die entsprechende Fläche in der Ausnehmung 109, 109', als auch über die dem Pressgut
abgewandte Oberfläche des Dichtrings auf die Oberfläche des Adapterstücks 21 übertragen
werden. Unter Verbindungssteg 110, 110' wird in diesem Zusammenhang im Falle, dass
mehrere Bajonettnocken 111,112,111', 112' beispielsweise nach innen zur Mittelachse
der Pressscheibe 10 hin und nach außen von der Mittelachse der Pressscheibe 10 weg
weisend an dem Verbindungselement angebracht sind, ein ringförmiges Verbindungselement
verstanden, während in dem Falle, dass Bajonettnocken 111, 111' oder 112, 112' nur
nach innen zur Mittelachse der Pressscheibe 10 hin oder nur nach außen von der Mittelachse
der Pressscheibe 10 weg weisend an dem Verbindungselement angebracht sind, ein kreisförmiges
Verbindungselement verstanden. Daneben ist aber auch jede andere geeignete Form des
Verbindungselements möglich. Eine entsprechende Doppelpassung lässt sich in Abhängigkeit
von der Elastizität des Dichtrings 40 durch die Einhaltung einer Toleranz von wenigen
hundertstel Millimetern herstellen, was durch die Verwendung entsprechender Werkzeugmaschinen
problemlos möglich ist. Beispielsweise hat sich die Einhaltung einer Toleranz von
± 0,03 Millimetern bei der Verwendung eines geeigneten Warmarbeitsstahls für die Dichtscheibe
40 als ausreichend erwiesen. Je nach Werkstoffpaarung, auftretenden Druckkräften und
Durchmesser der Pressscheibe ist es ausreichend, wenn die Flächen unter Druckbelastung
nur teilweise in Kontakt stehen.
[0040] Alternativ kann diese Ausführungsform auch gemäß Figur 3 abgewandelt werden und ein
umlaufender Verbindungssteg 110' am Dichtring 40 ausgeformt werden, während sich eine
entsprechende Ausnehmung 109' im Adapterstück 21 befindet, um den Verbindungssteg
110' bei der Montage aufzunehmen. Entsprechende Bajonettnocken 111' und 112' sind
am Verbindungssteg 110' ausgebildet, und auch hier kann die Pressscheibe 10 durch
eine Steck-Dreh-Bewegung am Adapterstück 21 montiert bzw. demontiert werden. Eine
Verdrehsicherung des Dichtrings 40 gegenüber dem Adapterstück 21 könnte hierbei durch
wenigstens eine Schraube 120 realisiert werden, die in das Adapterstück 21 und dann
in den Verbindungssteg 110' eingeschraubt würde. Die Abstimmung der Höhenmaße der
Bereiche Verbindungssteg 110, 11', Dichtring 40 und Adapterstück 21, 21', 21" kann
dabei analog der vorherigen Ausführungsform gewählt werden.
[0041] In den Fig. 2 und 3 ist jeweils ein doppeltes Bajonett mit Bajonettnocken 111, 112,
111', 112' sowohl auf der Innen-, als auch auf der Außenseite des Verbindungsstegs
110, 110' dargestellt. Dies stellt keine Einschränkung auch auf andere Arten eines
Bajonetts dar. Beispielsweise ist auch denkbar, ein Bajonett mit nur mit einseitig
angeordneten Bajonettnocken 111, 111' oder 112, 112' vorzusehen, was fertigungstechnische
Vorteile mit sich bringt.
[0042] Diese Ausführungsform kann beispielsweise für kleinere Durchmesser der Pressscheibe
vorteilhaft sein, wenn in dem Dichtring 40 nicht genügend Raum für einen geeigneten
Verbindungssteg wäre, ohne den Dichtring 40 zu stark zu schwächen. Durch den Verbindungssteg
110' erhöht sich zwar gegenüber der Ausführungsform der Figur 2 die Gesamtbauhöhe
der Pressscheibe, aber sieht man als Bauhöhe nur den Abstand zwischen der Pressfläche
und dem Adapterstück an, muss sich die Bauhöhe nicht verändern. Die Rückzugskräfte
können bei dieser Abwandlung des Ausführungsbeispiels vorteilhaft über die Zugflächen
66" im Bereich der Bajonettnocken vom Adapterstück 21 auf den Verbindungssteg 110'
und damit den Dichtring 40 übertragen werden.
[0043] Figur 4 zeigt eine Ausführungsform der Erfindung, bei der ebenfalls als Verbindungselement
ein Verbindungssteg 110 am Adapterstück 21 und eine Ausnehmung 109 im Dichtring 40
gewählt wurden. Als Mittel zum Herstellen und Lösen einer Sicherung gegen eine axiale
Bewegung zwischen Verbindungssteg 110 und Ausnehmung 109 ist jedoch hier ein Gewinde
vorgesehen, so dass der Verbindungssteg 110 in die Ausnehmung 109 eingeschraubt ist.
Die Rückzugskräfte werden über das Gewinde übertragen, aber zur Aufnahme der Druckkräfte
steht die gesamte Frontfläche des Verbindungsstegs 110 zur Verfügung. Als Verdrehsicherung
können ein Außenring 80 und Stiftverbindungen 71 und 72 eingesetzt werden, wie sie
zur Figur 3 erläutert wurden. Luft aus dem Spalt 51 kann erneut über Entlüftungskanäle
92 seitlich abgeführt werden.
[0044] Figur 5 zeigt eine Abwandlung der Ausführungsform der Figur 4, wobei der Aufbau wie
in der Ausführungsform der Figur 3 umgekehrt wurde, so dass der Verbindungssteg 110'
nun am Dichtring 40 und die Ausnehmung im Adapterstück 21 angebracht sind. Ferner
wurde die Form des Dichtrings 40 verändert und zum Adapterstück 21 hin stufenförmig
ausgeführt, so dass der Verbindungssteg 110' und damit auch die Ausnehmung 109' an
ihrem jeweiligen Außen- und Innenrand unterschiedlich hoch sind.
[0045] Ein Dichtring 40 kann in allen Ausführungsformen beispielsweise auch zweistückig
ausgeführt sein, wobei die beiden Teilstücke des Dichtrings dann beispielsweise über
eine Stiftverbindung miteinander verbunden sind. Der Dichtring 40 kann auch aus mehr
als zwei Teilen gebildet werden, die so miteinander verbunden sind, dass ein Drehen
des äußeren Teils ein Drehen aller damit verbundenen Teile bewirkt. Dies hat den Vorteil,
dass Teile bei Verschleiß einzeln ausgetauscht werden können, was insbesondere für
ein äußeres Teil der Fall ist, welches die Innenkegelfläche 41 umfasst und mit dieser
Fläche den Spalt 50 zu der Außenkegelfläche 31 des Füllstücks ausbildet.
[0046] Der Dichtring 40 hat in allen dargestellten Ausführungsbeispielen der Erfindung außen
eine größere Bauhöhe als innen, so dass sich zwischen diesen Bereichen unterschiedlicher
Bauhöhe eine Stufe ergibt, die in die Auflagefläche des Füllstücks 30 mündet. Am Übergang
zwischen diesen beiden Bereichen kann bei jeder Ausführungsform ein axialer Einstich
in den Dichtring vorgesehen sein. Durch diesen Einstich spreizt sich der Dichtring
40 leichter zu einem definierten Zeitpunkt auf.
[0047] Ferner kann zwischen den radialen Flächen des Dichtrings 40 und des Füllstücks 30
ein Zwischenelement vorgesehen sein. Dieses Zwischenelement bringt beispielsweise
den Vorteil mit sich, dass der zuvor erwähnte Einstich im Dichtring 40 nicht so tief
ausgeführt werden muss, da dies aus fertigungstechnischen Gründen gegebenenfalls nicht
möglich ist. So kann ein Einstich mit geringer Tiefe vorgesehen werden, das Zwischenelement
vergrößert den Dichtring funktional aber in Richtung des Füllstücks 30 und bildet
dann mit dem Füllstück 30 den radialen Spalt 51 aus.
[0048] Ein solches Zwischenelement kann jedoch auch so ausgeführt werden, dass sich seine
Dicke bei fortlaufender Druckbelastung im Betrieb der Pressscheibe reduziert bzw.
stärker reduziert als die Dicke des Füllstücks 30 und des Dichtrings 40. So kann erreicht
werden, dass der Spalt 51 zwischen dem Füllstück 30 und dem Dichtring 40 sich nicht
nachteilig aufgrund von Verschleiß dieser Bauteile reduziert, denn durch die gleichzeitige
Dickenreduzierung des Zwischenelementes wäre dennoch stets ein ausreichender Spalt
zwischen den beiden Bauteilen gewährleistet.
[0049] Die gezielte Reduzierung der Dicke des Zwischenelementes kann beispielsweise durch
ein Zwischenelement aus einem Material mit geringerer Härte erreicht werden. Alternativ
oder ergänzend dazu könnten in wenigstens einer druckbelasteten Fläche des Zwischenelementes
mehrere Nuten bzw. Rillen vorgesehen werden, deren Höhe sich im Betrieb der Presse
durch Abnutzung und Druck reduziert, wodurch sich die Gesamthöhe des Zwischenelementes
reduzieren würde.
[0050] Wird das Füllstück 30 schwimmend zwischen dem Dichtring 40 und einem Verbindungselement
gelagert, können Maßnahmen erforderlich sein, damit sich der Spalt 50 zwischen Füllstück
30 und Dichtring 40 nicht nachteilig verringert. Hierzu kann das Füllstück 30 beispielsweise
anschließend an seine Außenkegelfläche 32 eine im Wesentlichen axial in Richtung des
Pressstempels 20 verlaufende Anlagefläche aufweisen, die gegenüber einer gleich verlaufenden
Anlagefläche des Dichtrings 40 liegt, wobei sich die Anlagefläche des Dichtrings 40
an dessen Innenkegelfläche 41 anschließt. Wird der radiale Abstand zwischen diesen
beiden Anlageflächen geringer gewählt als der radiale Abstand zwischen der Innenkegelfläche
41 des Dichtrings 40 und der Außenkegelfläche 32 des Füllstücks 30, führt dies dazu,
dass die beiden Anlageflächen kontaktiert werden, bevor sich der Spalt 50 zwischen
Füllstück und Dichtring 40 auf Null reduziert. Sonst wäre es möglich, dass sich der
Spalt 50 auf Null reduziert, während zwischen dem Füllstück 30 und dem Verbindungselement
ein großer Spalt verbleibt, der gegebenenfalls aber nicht erforderlich und auch nicht
erwünscht wäre.
Bezugszeichenliste:
[0051]
- 10
- Pressscheibe
- 20
- Pressstempel
- 21,21',21"
- Adapterstück
- 30
- Füllstück
- 31
- Außenkegelfläche
- 32
- Pressfläche des Füllstücks
- 40
- Dichtring
- 41
- Innenkegelfläche
- 50,51
- Spalt
- 66,66',66"
- Zugfläche
- 71
- Stiftverbindung zwischen Dichtring und Außenring
- 72
- Stiftverbindung zwischen Außenring und Adapterstück
- 73
- Stiftverbindung zwischen Dichtstück und Adapterstück
- 80,80',80"
- Außenring
- 91
- Aufnahme
- 92
- Entlüftungskanal
- 100
- Befestigungsbolzen
- 110, 110'
- Verbindungssteg
- 111,111'
- Bajonettnocke außen
- 112,112'
- Bajonettnocke innen
- 120
- Schraube
(Stand der Technik)
[0052]
- 1
- Dichtring
- 2
- Zwischenring
- 3
- Füllstück
- 3A
- Spalt
- 4
- Zentrierbolzen
- 5
- Pressscheibenkern
- 6
- Mutter
- 7
- Sicherungsstift
- 8
- Zentrierstift
- 9
- Stützscheibe
- 11
- Pressstempel
- 12
- Verbindungsbolzen, Zuganker
- 13,14
- Bohrung
- 16
- Pressfläche
1. System aus einer Pressscheibe (10) und einem Adapterstück (21) zur Montage an einem
Pressstempel (20) einer Pressvorrichtung, wobei die Pressscheibe (10) wenigstens ein
Füllstück (30) mit einer Pressfläche (31) umfasst, über die eine Kraft auf ein zu
pressendes Material ausgeübt werden kann, und das Füllstück (30) an seinem Außendurchmesser
konisch mit einer Außenkegelfläche (32) ausgebildet ist und von einem ebenfalls zur
Pressscheibe gehörenden Dichtring (40) umgeben ist, der mit seinem Innendurchmesser
so ausgelegt ist, dass er mit seiner Innenkegelfläche (41) und der Außenkegelfläche
(32) des Füllstückes (30) einen Spalt (50) ausbildet, und zwischen dem Füllstück (30)
und dem Dichtring (40) wenigstens ein radialer Spalt (51) verläuft, der sich von innen
nach außen konisch aufweitet, wobei das Füllstück (30) und der Dichtring (40) über
ein Verbindungselement (110;110') an dem Adapterstück (21) montierbar sind und die
Rückzugskraft des Pressstempels (20) über das Verbindungselement (110; 110') auf den
Dichtring (40) übertragbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass das Füllstück (30) mit dem Dichtring (40) verbunden und gegen eine axiale Bewegung
am Dichtring (40) gesichert ist, dass das Verbindungselement (110; 110') ein umlaufender
Verbindungssteg (110;110') ist, wobei der gegebenenfalls abschnittweise unterbrochene
Verbindungssteg (110;110') um die Längsachse der Pressscheibe (10) herum verläuft
und wobei entweder der Verbindungssteg (110) am Adapterstück (21) angebracht ist und
in eine entsprechende umlaufende Ausnehmung (109) im Dichtring (40) hineinragt oder
der Verbindungssteg (110') am Dichtring (40) ausgeformt ist und in eine entsprechende
umlaufende Ausnehmung (109') im Adapterstück (21) hineinragt,
dass zwischen dem Verbindungssteg (110; 110') und der Ausnehmung (109) ein geringes
Spiel besteht, um die beiden Bauteile gegeneinander drehen zu können, dass ein Drehen
des Dichtrings (40) und damit der Pressscheibe (10) über Aufnahmen (91) erfolgen kann,
die sich seitlich am Dichtring (40) befinden, dass entweder Bajonettnocken (111,112,
111', 112) vorgesehen sind, welche in Führungsrillen eingreifen, wobei eine Rückzugskraft
des Pressstempels (20) über Zugflächen (66') im Bereich der Bajonettnocken (111,112,
111', 112) vom Adapterstück (21) auf den Dichtring (40) übertragen werden kann, während
Druckkräfte von einer Frontfläche des Verbindungsstegs (110) aufgenommen werden können,
oder dass der Verbindungssteg (110, 110') in die Ausnehmung (109; 109') eingeschraubt
ist, wobei eine Rückzugskraft des Pressstempels über das Gewinde übertragen werden
kann, aber zur Aufnahme der Druckkräfte die gesamte Frontfläche des Verbindungsstegs
(110, 110') zur Verfügung steht.
2. System nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass durch Entlüftungskanäle (92) Luft aus dem radialen Spalt (51) seitlich abgeführt
werden kann.
3. System nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bajonettnocken (111,112, 111', 112') durch einen umlaufenden Kranz mit mehreren
Unterbrechungen gebildet werden, wobei die Bereiche zwischen den Unterbrechungen die
Bajonettnocken bilden, die in entsprechend breit ausgeführte Führungsrillen in der
Ausnehmung (109) eingreifen können.
4. System nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bajonettnocken (111,112, 111', 112') sowohl auf der Innen-, als auch auf der
Außenseite des Verbindungsstegs (110; 110') angeordnet sind.
5. System nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Bajonett mit nur einseitig angeordneten Bajonettnocken (111, 111', oder 112,
112') vorgesehen ist.
6. Pressvorrichtung dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Pressstempel und ein System nach einem der Ansprüche 1 bis 5 umfasst.
1. A system of an extrusion plate (10) and an adapter piece (21) for assembly on an extrusion
ram (20) of an extrusion device, wherein the extrusion plate (10) comprises at least
one filler piece (30) comprising an extrusion surface (31), via which a force can
be exerted on a material to be extruded, and the filler piece (30) is formed conically
on the external diameter thereof with an outer conical surface (32) and is surrounded
by a sealing ring (40), which likewise belongs to the extrusion plate and which is
designed with the internal diameter thereof such that it forms a gap (50) with the
inner conical surface (41) thereof and with the outer conical surface (32) of the
filter piece (30), and at least one radial gap (51), which widens conically from the
inside to the outside, runs between the filler piece (30) and the sealing ring (40),
wherein the filler piece (30) and the sealing ring (40) can be assembled to the adapter
piece (21) via a connecting element (110; 110'), and the retraction force of the extrusion
ram (20) can be transferred to the sealing ring (40) via the connecting element (110;
110'),
characterized in
that the filler piece (30) is connected to the sealing ring (40) and is secured against
an axial movement at the sealing ring (40),
that the connecting element (110; 110') is a circumferential connecting web (110; 110'),
wherein the connecting web (110; 110'), which is optionally interrupted in some sections,
runs around the longitudinal axis of the extrusion plate (10), and wherein either
the connecting web (110) is attached to the adapter piece (21) and protrudes into
a corresponding circumferential recess (109) in the sealing ring (40), or the connecting
web (110') is molded to the sealing ring (40) and protrudes into a corresponding circumferential
recess (109') in the adapter piece (21),
that there is a small play between the connecting web (110; 110') and the recess (109),
in order to be able to rotate the two components against each other,
that a rotation of the sealing ring (40) and thus of the extrusion plate (10) can take
place via receptacles (91), which are located laterally at the sealing ring (40),
that either bayonet cams (111, 112, 111', 112') are provided, which engage with guide
grooves, wherein a retraction force of the extrusion ram (20) can be transferred from
the adapter piece (21) to the sealing ring (40) via tensioning surfaces (66') in the
region of the bayonet cams (111, 112, 111', 112'), while compressive forces can be
absorbed by a front surface of the connecting web (110), or that the connecting web
(110, 110') is screwed into the recess (109; 109'), wherein a retraction force of
the extrusion ram can be transferred via the thread, yet the entire front surface
of the connecting web (110, 110') is available for absorbing the compressive forces.
2. The system according to claim 1, characterized in
that air can be laterally discharged from the radial gap (51) through ventilation ducts
(92).
3. The system according to any one of the preceding claims, characterized in that bayonet cams (111, 112, 111', 112') are formed by a circumferential ring comprising
several interruptions, wherein the regions between the interruptions form the bayonet
cams, which can engage with guide grooves, which are embodied to the correspondingly
wide, in the recess (109).
4. The system according to any one of the preceding claims, characterized in that the bayonet cams (111, 112, 111', 112') are arranged on the inner as well as on the
outer side of the connecting web (110; 110').
5. The system according to any one of claims 1 to 3, characterized in that a bayonet is provided comprising bayonet cams (111, 111', or 112, 112'), which are
only arranged on one side.
6. An extrusion device, characterized in that it comprises an extrusion ram and a system according to any one of the claims 1 to
5.
1. Système constitué d'un disque de pression (10) et d'une pièce adaptatrice (21) pour
le montage sur un poinçon de pression (20) d'un dispositif de pression, dans lequel
le disque de pression (10) comprend au moins une pièce intercalaire (30) avec une
face de pression (31) par le biais de laquelle une force peut être appliquée sur un
matériau à presser, et la pièce intercalaire (30) est conçue conique sur son diamètre
extérieur avec une face extérieure conique (32) et est entourée par une bague d'étanchéité
(40) appartenant également au disque de pression qui est ainsi conçue par son diamètre
intérieur qu'elle forme une fente (50) avec sa face intérieure conique (41) et la
face extérieure conique (32) de la pièce intercalaire (30), et au moins une fente
radiale (51) passe entre la pièce intercalaire (30) et la bague d'étanchéité (40),
qui s'élargit de façon conique de l'intérieur vers l'extérieur, dans lequel la pièce
intercalaire (30) et la bague d'étanchéité (40) peuvent être montées sur la pièce
adaptatrice (21) par un élément de liaison (110; 110') et la force de rappel du poinçon
de pression (20) peut être transmise à la bague d'étanchéité (40) par l'élément de
liaison (110; 110'),
caractérisé en ce que la pièce intercalaire (30) est reliée à la bague d'étanchéité (40) et est bloquée
contre un mouvement axial sur la bague d'étanchéité (40),
que l'élément de liaison (110; 110') est une traverse de liaison (110; 110') périphérique,
dans lequel la traverse de liaison (110; 110') le cas échéant interrompue par tronçons
fait le tour de l'axe longitudinal du disque de pression (10) et dans lequel soit
la traverse de liaison (110) est appliquée sur la pièce adaptatrice (21) et fait saillie
dans un évidement périphérique (109) correspondant dans la bague d'étanchéité (40)
ou bien la traverse de liaison (110') est formée sur la bague d'étanchéité (40) et
fait saillie dans un évidement périphérique (109') correspondant dans la pièce adaptatrice
(21),
qu'entre l'élément de liaison (110; 110') et l'évidement (109), il y a un léger jeu
pour pouvoir tourner les deux pièces l'une contre l'autre, qu'une rotation de la bague
d'étanchéité (40) et donc du disque de pression (10) puisse avoir lieu par des réceptions
(91) qui se trouvent sur le côté de la bague d'étanchéité (40), que soit des ergots
à baïonnette (111, 112, 111', 112') sont prévus qui s'engrènent dans des nervures
de guidage, dans lequel une force de rappel du poinçon de pression (20) peut être
transmise de la pièce adaptatrice (21) à la bague d'étanchéité (40) par des faces
de traction (66') au niveau des ergots à baïonnette (111, 112, 111', 112') tandis
que des forces de pression peuvent être absorbées par une face avant de la traverse
de liaison (110), soit la traverse de liaison (110, 110') est vissée dans l'évidement
(109, 109'), dans lequel une force de rappel du poinçon de pression peut être transmise
par le filet, mais la totalité de la face avant de la traverse de liaison (110, 110')
est disponible pour recevoir les forces de pression.
2. Système selon la revendication 1, caractérisé en ce que de l'air venant de la fente radiale (51) peut être évacué latéralement par des canaux
de ventilation (92).
3. Système selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les ergots à baïonnette (111, 112, 111', 112') sont formés par une couronne périphérique
avec plusieurs interruptions, dans lequel les zones entre les interruptions forment
les ergots à baïonnette qui peuvent s'engrener dans des nervures de guidage dans l'évidement
(109) conçues avec une largeur correspondante.
4. Système selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les ergots à baïonnette (111, 112, 111', 112') sont disposés tant sur le côté intérieur
qu'extérieur de la traverse de liaison (110, 110').
5. Système selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'une baïonnette est prévue avec des ergots à baïonnette (111, 111' ou 112, 112') disposés
uniquement sur un côté.
6. Dispositif de pression, caractérisé en ce qu'il comprend un poinçon de pression et un système selon l'une des revendications 1
à 5.