[0001] Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung beziehen sich auf ein Balkonsystem,
spezieller auf ein Bakonsystem mit einer Gegenkrafteinheit, typischerweise einer Gegengewichtseinheit.
Das Balkonsystem ist ein statisch geschlossenes System. Ferner beziehen sich einige
Ausführungsformen auf ein mobiles, temporäres Balkonsystem, das beispielsweise in
ein Möbelstück transformierbar ist. Weitere Ausführungsformen beziehen sich auf die
Verwendung solcher Balkonsysteme als temporäre Balkons für Gebäudeöffnungen, beispielsweise
für Fenster, und auf Verfahren zum Einrichten eines temporären Balkons.
[0002] Viele Gebäude und Wohnungen, insbesondere Altbauwohnungen, verfügen nicht über eigene
Außenbalkons. Grundsätzlich besteht aber eine Nachfrage nach Außenbalkonfläche, da
dies die Wohn- und Lebensqualität steigert.
[0003] Um Wohnungen ohne konventionellen Balkon zu einer Außenbalkonfläche zu verhelfen,
sind temporäre Balkons bekannt. So beschreibt beispielsweise die
DE 43 06 281 A1 den Verschluss einer Dachschräge, der temporär in einen Dachbalkon umgewandelt werden
kann. Aus der
DE 60 2004 011 065 T2 ist ein ausklappbarer Balkon bekannt, der im eingeklappten Zustand einen Teil der
Fassade der Hauswand bildet. Auch die
JP 07259177 A beschreibt einen Balkon mit einer Bodenplatte, die an einem in einer Gebäudeöffnung
verankerten Rahmen befestigt und ausklappbar ist. Die
AT 407 271 B betrifft einen Balkon, der durch eine Maueröffnung geschoben wird und über ein Zugelement
an einem rauminnenseitigen Anker fixiert wird.
[0004] Fig. 30 zeigt einen solchen temporären Balkon 210, der aus einer Maueröffnung 10
herausragt und durch ein Zugelement 235 mit einer in der Gebäudestruktur 1 fixiertem
Anker 290 verbunden ist. Ein solcher Anker erfordert einen Eingriff in die Gebäudestruktur
1. Dies ist nicht nur unter Umständen teuer, sondern beispielsweise bei alter Bausubstanz
gegebenenfalls nicht sicher und somit nicht einsetzbar. Zudem verbleibt auch bei Entfernen
des temporären Balkons permanent die möglicherweise als störend empfundene Verankerung.
Schließlich erfordert der Aufbau auch eine Sorgfalt des Benutzers. Wird das Zugelement
nicht sachgemäß mit der Verankerung verbunden, ist der Balkon möglicherweise nicht
sicher, wodurch Gefahr für Leib und Leben ausgelöst werden kann.
[0005] Allen diesen temporären Balkons ist es gemeinsam, dass eine feste Verankerung mit
der Gebäudestruktur vonnöten ist, die Umbauarbeiten am Gebäude notwendig machen. Umbauarbeiten
am Gebäude können jedoch teuer sein und/oder unter Umständen für die Gebäudestruktur
unverträglich oder nicht sicher sein. Zudem benötigt man im Allgemeinen als Mieter
bei einem Eingriff in die Gebäudestruktur das Einverständnis des Haus- oder Wohnungseigentümers,
das möglicherweise verwehrt wird. Ein weiteres Problem kann bestehen, wenn das Verankern
des Balkons in der Verankerung dem Benutzer überlassen ist und bei unsachgemäßer Verwendung
zu Sicherheitsrisiken führen kann.
[0006] Daher besteht ein Interesse, einen Balkon zu schaffen, der allgemein verwendbar ist,
kostengünstig in Gebäuden ohne konventionelle Balkons nachgerüstet werden kann und
sicher in der Verwendung ist.
[0007] Im Lichte des Obigen werden ein Balkonsystem, die Verwendung eines solchen Balkonsystems
und ein Verfahren zum Einrichten eines temporären Balkons bereitgestellt. Weitere
vorteilhafte Ausführungsformen, die in geeigneter Weise beliebig miteinander kombiniert
werden können, sind den abhängigen Ansprüchen, den Zeichnungen und der Beschreibung
zu entnehmen.
[0008] Gemäß einer Ausführungsform wird ein Balkonsystem zur Verwendung mit einer Gebäudeöffnung
einer Gebäudestruktur, typischerweise einem Fenster, bereitgestellt. Das Balkonsystem
umfasst eine Balkoneinheit, die zum Hinausragen aus der Gebäudeöffnung eingerichtet
ist, eine Gegenkrafteinheit, die eingerichtet ist, an der Balkoneinheit angreifende
Kräfte ohne Eingriff in die Gebäudestruktur zu kompensieren, und ein Verbindungselement,
das die Balkoneinheit und die Gegenkrafteinheit verbindet.
[0009] Eine weitere Ausführungsform umfasst die Verwendung eines hierin beschriebenen Balkonsystems
als temporären, typischerweise mobilen, Balkon für eine Gebäudeöffnung, typischerweise
für ein Fenster.
[0010] Gemäß einer weiteren Ausführungsform wird ein Verfahren zum Einrichten eines temporären
Balkons bereitgestellt. Das Verfahren umfasst das Bereitstellen eines hierin beschriebenen
Balkonsystems, das Platzieren des Balkonsystems vor eine Gebäudeöffnung einer Gebäudestruktur
und das Bewegen einer Balkoneinheit des Balkonsystems relativ zu einer mit der Balkoneinheit
über ein Verbindungselement verbundenen Gegenkrafteinheit des Balkonsystems, so dass
die Balkoneinheit aus der Gebäudeöffnung hinausragt.
[0011] Die oben erwähnten und weitere detaillierte Aspekte werden in der Beschreibung näher
ausgeführt und zumindest teilweise mit Bezug auf die Abbildungen erläutert. Dabei
zeigen die Abbildungen folgendes:
Figs. 1 bis 3 zeigen seitliche Ansichten eines Balkonsystems gemäß hierin beschriebenen
Ausführungsformen;
Figs. 4 bis 7 zeigen seitliche Ansichten eines temporären, mobilen Balkonsystems gemäß
hierein beschriebenen Ausführungsformen;
Figs. 8 bis 11 zeigen seitliche Ansichten eines temporären, mobilen Balkonsystems
gemäß hierein beschriebenen Ausführungsformen;
Figs. 12 bis 15 zeigen seitliche Ansichten eines temporären, mobilen Balkonsystems
gemäß hierin beschriebenen Ausführungsformen;
Figs. 16 bis 19 zeigen Aufsichten auf ein temporäres, mobiles Balkonsystem gemäß hierein
beschriebenen Ausführungsformen ;
Figs. 20 bis 23 zeigen ein Balkonsystem gemäß hierein beschriebenen Ausführungsformen
mit Andrückvorrichtungen;
Figs. 24 und 25 zeigen ein Zugsystem zum Heben oder Senken einer Brüstung gemäß hierin
beschriebenen Ausführungsformen;
Figs. 26 und 27 zeigen ein Schienensystem eines Verbindungselements gemäß hierin beschriebenen
Ausführungsformen;
Figs. 28 und 29 zeigen eine perspektivische Ansicht eines Balkonsystems gemäß hierin
beschriebenen Ausführungsformen;
Fig. 30 zeigt ein vorbekanntes Balkonsystem.
[0012] Innerhalb von Beschreibungen der Abbildungen beziehen sich gleiche Referenzzeichen
auf gleiche oder ähnliche Komponenten. Im Allgemeinen werden nur die Unterschiede
zwischen einzelnen Ausführungsformen beschrieben. Die Abbildungen sind nicht notwendigerweise
maßstabsgetreu und dienen der Illustration.
[0013] Der Begriff "statisch geschlossenes System", der hierin verwendet wird, bedeutet,
dass ein solches System zum freien Stand fähig ist, d.h., nur den Boden benötigt,
auf dem es steht, um zumindest die eigenen Gewichtskräfte zu kompensieren. Ein statisch
geschlossenes Balkonsystem kann typischerweise nicht nur die eigenen Gewichtskräfte
kompensieren ohne zu kippen, sondern zusätzlich die Gewichtskräfte einer Last (bis
zu einer vorgegebenen Maximallast) und gegebenenfalls auch seitlich angreifende Kräfte.
Der Begriff "statisch geschlossenes System" schließt nicht aus, dass ein solches System,
obwohl im Prinzip zum freien Stand fähig, trotzdem Kräfte auf die Gebäudestruktur
an anderen Stellen als auf seiner Standfläche übertragen kann, z.B. durch Andrückvorrichtungen
oder gar Verankerungen. Das statisch geschlossene System muss also nicht notwendigerweise
freistehend sein, jedoch die Fähigkeit hierzu haben.
[0014] Der Begriff "gebäudestruktureingriffsfrei", der hierin verwendet wird, bedeutet,
dass ein entsprechendes gebäudestruktureingriffsfreies System zu einer Verbindung
mit einer Gebäudestruktur vorgesehen und eingerichtet ist, die keinen Eingriff in
die Gebäudestruktur bedeutet. Dabei liegt ein Eingriff in die Gebäudestruktur insbesondere
dann vor, wenn das System Schrauben, Bolzen, Nägel, Anker oder ähnliche Halterungen
umfasst, die in die Gebäudestruktur eindringen, um das System mit der Gebäudestruktur
zu verbinden, oder die dazu bestimmt sind. Auch ein permanentes Verbinden mit der
Gebäudestruktur, z.B. durch Verschweißen oder Verkleben oder ähnliche Maßnahmen, bedeutet
einen Eingriff in die Gebäudestruktur, und ein permanent mit der Gebäudestruktur verbundenes
System ist nicht als gebäudestruktureingriffsfrei anzusehen. Hingegen werden Andrückvorrichtungen,
z.B. Stempel, die lediglich gegen die Gebäudestruktur drücken, z.B. gegen eine Maueröffnung,
und nach Gebrauch gelöst werden, nicht als in die Gebäudestruktur eingreifend angesehen.
[0015] Ein System ist "im Wesentlichen gebäudestruktureingriffsfrei", wenn es höchstens
mit einem oder mehreren statisch unwesentlichen Teilen in die Gebäudestruktur eingreift.
Das eine Teil oder die mehreren Teile sind statisch unwesentlich, wenn es/sie allein
oder in Kombination nicht das Eigengewicht des Systems halten kann/können, bei einem
Balkonsystem gegebenenfalls nicht das Eigengewicht und eine vorgegebene Maximallast,
die sich aus Sicherheitsvorschriften ergeben kann. Beispielsweise ist ein statisch
geschlossenes Balkonsystem im oben erläuterten Sinn, das im Prinzip frei steht, dem
aber eine statisch unwesentliche Verschraubung oder Verankerung mit der Gebäudestruktur
hinzugefügt wird, noch immer als im Wesentlichen gebäudestruktureingriffsfrei anzusehen.
[0016] Gemäß hierin beschriebenen Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung wird ein
Balkonsystem bereitgestellt. Das Balkonsystem ist zur Verwendung mit einer Gebäudeöffnung
einer Gebäudestruktur eingerichtet, typischerweise einem Fenster. Fenster, zumindest
in Wohnraum, weisen aus Sicherheitsgründen eine Mindestbeabstandung vom Boden auf,
die typischerweise mehr als 80 cm beträgt. Altbauwohnungen haben jedoch manchmal nur
eine Beabstandung von 60 cm. Ein Balkonsystem zur Verwendung mit einem Fenster einer
Gebäudestruktur weist eine entsprechende Eignung auf, wenn es diese Beabstandung berücksichtigt,
also z.B. mindestens 60 cm oder mindestens 80 cm.
[0017] Das Balkonsystem kann ein statisch geschlossenes System sein. Nach einigen Ausführungsformen
ist das Balkonsystem im Wesentlichen gebäudestruktureingriffsfrei oder gar gebäudestruktureingriffsfrei.
Nach weiteren Ausführungsformen ist das Balkonsystem statisch geschlossen und im Wesentlichen
gebäudestruktureingriffsfrei. Gemäß einigen Ausführungsformen ist das Balkonsystem
ein temporäres, mobiles, statisch geschlossenes, und/oder gebäudestruktureingriffsfreies
Balkonsystem. Das Balkonsystem kann freistehend sein. Ein freistehendes Balkonsystem
überträgt im Wesentlichen keine Kräfte auf die Gebäudestruktur außerhalb seiner Standfläche.
Eine nur unwesentliche Kraftübertragung findet statt, wenn dieser keine Stützfunktion
zukommt. Ein freistehendes Balkonsystem kann beispielsweise andere Teile der Gebäudestruktur
als seine Standfläche rein berührend kontaktieren, z.B. die Wand vor einem Fenster
oder die Fensterbank, ohne diese statisch zu aktivieren.
[0018] Das Balkonsystem umfasst eine Balkoneinheit. Die Balkoneinheit ist zum Hinausragen
aus der Gebäudeöffnung eingerichtet. Typischerweise ist die Balkoneinheit zum temporären
Hinausragen aus der Gebäudeöffnung eingerichtet. Dabei kann die Balkoneinheit relativ
zu anderen Komponenten des Balkonsystems durch die Gebäudeöffnung hinaus und wieder
hinein beweglich sein und/oder zusammen mit dem ganzen Balkonsystem zu der Gebäudeöffnung
hin und von dieser weg beweglich sein. Die Balkoneinheit bildet in dem Zustand, in
dem sie aus der Gebäudeöffnung hinausragt, den Balkon des Balkonsystems. Im Folgenden
wird dies mit dem Begriff "die Balkoneinheit in ihrem Balkonzustand" beschrieben.
Im Gegensatz zu diesem Zustand kann die Balkoneinheit z.B. in einem eingefahrenen
Zustand sein, in dem sie sogar in Teile zerlegt sein kann wie weiter unten ausgeführt.
[0019] Die Balkoneinheit kann einen Boden umfassen. Der Boden kann als Standfläche für Lasten
wie z.B. Personen dienen, wenn die Balkoneinheit aus der Gebäudeöffnung hinausragt
und einen Balkon bildet. Die Balkoneinheit kann eine Rückhaltevorrichtung umfassen,
z.B. in Form einer Brüstung, eines Geländers oder einer Reling. Die Rückhaltevorrichtung
dient zur Verhinderung eines Hinunterfallens von Personen oder Gegenständen von der
Balkoneinheit in ihrem Balkonzustand. Die Rückhaltevorrichtung kann mit dem Boden
fest verbunden sein oder mit dem Boden lösbar verbindbar sein.
[0020] Das Balkonsystem umfasst weiter eine Gegenkrafteinheit. Die Gegenkrafteinheit ist
zum Kompensieren von an der Balkoneinheit angreifenden Kräften eingerichtet. Solche
Kräfte können insbesondere Gewichtskräfte sein, z.B. die Gewichtskräfte der Balkoneinheit
und gegebenenfalls weiterer Lasten, beispielsweise Personen. Es können aber auch seitliche
Kräfte auftreten und kompensiert werden, z.B. Kräfte, die entstehen, wenn Personen
auf eine Brüstung der Balkoneinheit einwirken. Dabei ist unter einer Kompensation
von an der Balkoneinheit angreifenden Kräften eine Kompensation bis zu vorgegebenen
Maximalkräften gemeint. Diese Maximallasten können z.B. von der DIN 1055 vorgegeben
sein. Typischerweise umfassen die vorgegebenen Maximalkräfte eine vorgegebene Maximallast,
die derjenigen für konventionelle, mit der Gebäudestruktur verbundene Balkone gleicht.
Hinzu können auch vorgegebene seitlich angreifende Maximalkräfte vorgegeben sein,
die (aus Sicherheitsgründen) zu kompensieren sind. Unter einer Kompensation der Kräfte
wird hierin auch die Kompensation von mit diesen Kräften verbundenen Drehmomenten
verstanden.
[0021] Die Gegenkrafteinheit kann eingerichtet sein, ohne Eingriff in die Gebäudestruktur
einen Großteil der an der Balkoneinheit angreifenden Kräfte zu kompensieren, typischerweise
sogar alle an der Balkoneinheit angreifenden Kräfte. Dabei kann z.B. die Gewichtskraft
der Gegenkrafteinheit zur Kompensation der an der Balkoneinheit angreifenden Kräfte
führen, aber alternativ oder zusätzlich auch sonstige Kräfte, die von Teilen der Gegenkrafteinheit
ausgeübt werden, z.B. vermittels Andrückvorrichtungen. Die Gegenkrafteinheit ist von
der Gebäudestruktur verschieden. Die Gegenkrafteinheit ist auch von Elementen verschieden,
die mit der Gebäudestruktur fest verbunden sind oder in die Gebäudestruktur eingreifen
und für das Balkonsystem statisch wesentlich sind, z.B. eine spezielle Verankerung,
aber auch eine Heizung, die beide in der
AT 407 271 B abgebildet sind. Dies schließt nicht aus, dass das Balkonsystem zusätzlich solche
in die Gebäudestruktur eingreifenden Systeme aufweist, insbesondere wenn diese statisch
unwesentlich sind.
[0022] Das Balkonsystem gemäß hierin beschriebenen Ausführungsformen hat den Vorteil, dass
ein Balkon zur Verfügung gestellt wird ohne dass bauliche Veränderungen am Gebäude
vorgenommen werden müssen. Typischerweise ist das Balkonsystem nutzbar, ohne dass
konstruktive Verbindungen mit der Gebäudestruktur oder damit verbundenen oder daran
angebrachten Teilen eingegangen werden müssten. Dadurch ist das Balkonsystem für die
meisten durchschnittlichen Wohnungen nutzbar, so dass der Verwendungsbereich vergrößert
ist. Gleichzeitig werden oftmals teure Umbaukosten gespart. Insbesondere wenn das
Balkonsystem statisch geschlossen ist, kann eine sichere Verwendung ermöglicht werden.
Durch die mit der Balkoneinheit verbundene Gegenkrafteinheit kann der Balkon zur Verwendung
sicher sein, ohne dass der Benutzer hierauf einen Einfluss hätte. Dem Benutzer wird
dadurch eine Sorgfaltspflicht zum sachgemäßen Aufbau, z.B. zur sicheren Verankerung,
erspart, was die Sicherheit erhöht.
[0023] Die Gegenkrafteinheit umfasst typischerweise ein Gegengewicht zur Kompensation mindestens
eines Großteils der an der Balkoneinheit angreifenden Kräfte. Insbesondere kann die
Gegenkrafteinheit ein Gegengewicht umfassen, das zur Kompensation aller an der Balkoneinheit
angreifenden Kräfte eingerichtet ist. Die Gewichtskraft anderer Teile der Gegenkrafteinheit,
und eventuell auch andere Vorrichtungen, z.B. Andrückvorrichtungen, können zwar auch
zu einer Teilkompensation besagter Kräfte führen. Jedoch ist ein Gegengewicht, das
eingerichtet ist, alle an der Balkoneinheit angreifenden Kräfte zu kompensieren, so
bemessen und gegebenenfalls platziert, dass es die an der Balkoneinheit angreifenden
Kräfte bereits allein kompensieren könnte. Z.B. ist das Gegengewicht so bemessen,
dass die Balkoneinheit in ihrem Balkonzustand aufgrund des Gegengewichts allein nationalen
Sicherheitsbestimmungen bezüglich der Statik genügt, ohne sich dabei auf andere Kompensationsmechanismen
zu verlassen. Eine Gegenkrafteinheit, die ein Gegengewicht umfasst, wird hierin als
Gegengewichtseinheit bezeichnet.
[0024] Balkonsysteme gemäß hierin beschriebenen Ausführungsformen können eine Gegengewichtseinheit
aufweisen, d.h. eine Gegenkrafteinheit, die ein Gegengewicht umfasst. Das Gegengewicht
kann zur Kompensation mindestens eines Großteils der an der Balkoneinheit angreifenden
Kräfte eingerichtet sein, typischerweise zur Kompensation von allen an der Balkoneinheit
angreifenden Kräften. Dadurch wird die Sicherheit des Balkons erhöht. Ist beispielsweise
zumindest der Teil der Gegengewichteinheit, der das Gegengewicht enthält, nach einem
kontrollierten Aufbau verplombt, um unsachgemäße Eingriffe auszuschließen, so ist
der Balkon außer bei Bruch des Siegels sicher in der Verwendung, ohne dass den Benutzer
eine Sorgfaltspflicht bei der Handhabung auferlegt wird.
[0025] Das Gegenwicht kann in einem von der Balkoneinheit entfernten Bereich der Gegengewichtseinheit
angeordnet sein, z.B. am Boden und benachbart zu der von der Balkoneinheit entferntesten
Kante. Dabei wird auf die Balkoneinheit in ihrem Balkonzustand Bezug genommen, wo
die Balkoneinheit über die Gegengewichtseinheit hinausragt. Der Bereich, wo die Balkoneinheit
über die Gegengewichtseinheit hinausragt wird als vorderer Bereich bezeichnet. Entsprechend
ist der davon entfernte Bereich der hintere Bereich der Gegengewichtseinheit, bzw.
des ganzen Balkonsystems. Das Gegengewicht kann also im hinteren Bereich der Gegengewichtseinheit
angeordnet sein. Dadurch kann eine kleinere Last verwendet werden, um einen sicheren
Balkon bereitzustellen.
[0026] Die Gegenkrafteinheit kann einen ausziehbaren Teil umfassen. Dieser kann z.B. als
Stufe oder Treppe mit mehreren Stufen ausgebildet sein, was den Zugang zu der Balkoneinheit
erleichtert. Der ausziehbare Teil kann das Gegengewicht oder zumindest einen Teil
davon umfassen. Der ausziehbare Teil kann nach hinten aus der Gegenkrafteinheit ausziehbar
sein. Enthält er das Gegengewicht, so wird dieses durch das Ausziehen noch weiter
vom potenziellen Drehpunkt des Balkonsystems beabstandet. Dadurch vergrößert sich
der Hebelarm und ein noch geringeres Gegengewicht reicht aus, um den Balkon sicher
zu machen. Alternativ kann der ausziehbare Teil seitlich ausziehbar sein. Dadurch
vergrößert sich, insbesondere wenn der ausziehbare Teil das Gegengewicht oder einen
Teil davon enthält, die seitliche Stabilität des Balkonsystems. Ein seitliches Kippen
wird durch die vergrößerte Standfläche und gegebenenfalls das Gegengewicht erschwert.
Das Balkonsystem kann auch mehrere ausziehbare Teile umfassen, z.B. ein nach hinten
und ein seitlich ausziehbares Teil, wobei ein Gegengewicht gegebenenfalls auf die
ausziehbaren Teile aufgeteilt sein kann.
[0027] Das Balkonsystem umfasst weiter ein Verbindungselement, das die Balkoneinheit und
die Gegenkrafteinheit verbindet. Das Verbindungselement überträgt die an der Balkoneinheit
angreifenden Kräfte auf die Gegenkrafteinheit, die typischerweise mindestens einen
Großteil oder sogar alle dieser Kräfte kompensieren kann. Das Verbindungselement verbindet
nach einigen Ausführungsformen die Balkoneinheit und die Gegenkrafteinheit in einem
Verbindungsbereich, z.B. in einem Schienenabschnitt, in anderen Ausführungsformen
in einem oder mehreren Verbindungspunkten zwischen Balkoneinheit und Gegenkrafteinheit,
typischerweise in einem oder mehreren Gelenken. Gelenke können dabei in einer Linie
angeordnet sein, z.B. einer oberen frontalen Kante der Gegenkrafteinheit oder selbst
ein lineares Gelenk sein. Das Verbindungselement kann insbesondere im Fall einer Verbindung
durch einen oder mehrere Verbindungspunkte auch eine Zugkonstruktion und/oder eine
Druckkonstruktion, z.B. einen Druckstab umfassen. Die Zugkonstruktion und/oder Druckkonstruktion
kann/können an der Balkoneinheit angreifende Kräfte auf die Gegenkrafteinheit übertragen.
Die Balkoneinheit ist gegenüber der Gegenkrafteinheit zumindest im Balkonzustand der
Balkoneinheit nach vorne versetzt. Dabei wird das Hinausragen der Balkoneinheit aus
der Gebäudeöffnung ermöglicht. Die Balkoneinheit ist zumindest temporär, nämlich im
Balkonzustand der Balkoneinheit, gegenüber der Gegenkrafteinheit auskragend. Die Balkoneinheit
kann also einen Kragarm ausbilden. Die Balkoneinheit kann mit der Gegenkrafteinheit
über das Verbindungselement fest verbunden sein. Dies schließt eine Relativbewegung
der beiden Einheiten nicht aus.
[0028] Das Verbindungselement kann eingerichtet sein, eine Relativbewegung von Balkoneinheit
und Gegenkrafteinheit zu ermöglichen, typischerweise um die Balkoneinheit in ihren
Balkonzustand zu überführen und/oder sie aus diesem Zustand hinaus zu bringen. Die
Balkoneinheit kann also vermittels des Verbindungselements relativ zu der Gegenkrafteinheit
beweglich sein. Das Verbindungselement kann dazu z.B. ein Schienensystem umfassen.
Dieses kann den Schienenabschnitt umfassen, der als Verbindungsbereich dient, wenn
die Balkoneinheit in ihrem Balkonzustand ist. Das Balkonsystem kann auch ein Gelenk-
und/oder Zugsystem umfassen, um die Relativbewegung zu ermöglichen. Durch eine Bewegung
der Balkoneinheit, oder von Teilen der Balkoneinheit, wenn diese zerlegbar ist, relativ
zu der Gegenkrafteinheit kann das Balkonsystem temporär einen Balkon zur Verfügung
stellen, nämlich wenn die Balkoneinheit in ihrem Balkonzustand ist, während sie zu
anderen Zeiten beispielsweise kompaktifizierbar ist.
[0029] Das Balkonsystem ist typischerweise ein temporäres Balkonsystem. Dabei wird ein Balkon
durch das Balkonsystem bei Bedarf eingerichtet und bei Wegfall des Bedarfs entfernt.
So wird die Flexibilität des Balkonsystems erhöht. Das Balkonsystem könnte als ein
fliegender Bau klassifiziert werden. Beispielsweise kann ein Fenster vorübergehend
zu einem Balkonzugang umgewandelt werden, wenn durch das temporäre Balkonsystem ein
Balkon zeitweilig eingerichtet und sodann wieder entfernt wird. Dadurch kann das Fenster
ansonsten gewöhnlich benutzt werden. Dies gilt insbesondere, wenn das Balkonsystem
ohne Eingriff in die Gebäudestruktur einen Balkon errichtet, der anschließend sozusagen
spurlos wieder entfernt werden kann. Durch die Möglichkeit einer Kompaktifizierung
nimmt das Balkonsystem weniger Platz weg, wenn es gerade nicht als Balkon verwendet
wird. Das Balkonsystem kann transformierbar sein, typischerweise in ein Möbelstück,
z.B. in ein Beistellmöbelstück, Sideboard, Regal, einen Tisch oder eine Sitz- oder
Abstellgelegenheit.
[0030] Das Balkonsystem kann auch ein mobiles Balkonsystem sein, z.B. ein Balkonsystem,
das bei Bedarf zu der Gebäudeöffnung hinbewegt wird und bei Wegfall des Bedarfs von
der Gebäudeöffnung entfernt wird. Das Balkonsystem kann ein Mobilitätssystem umfassen.
Das Mobilitätssystem umfasst typischerweise Rollen, z.B. 3, 4, 6, 8 oder mehr Rollen.
Eine größere Zahl von Rollen verteilt das Gewicht des Balkonsystems besser auf den
Boden, eine kleinere Zahl von Rollen kann bezüglich der Manövrierfähigkeit des Systems
vorteilhaft sein. Die Rollen oder ein Teil der Rollen können schwenkbar sein, um die
Manövrierfähigkeit zu erhöhen. Das Mobilitätssystem kann aber auch alternativ oder
zusätzlich Gleitelemente umfassen, z.B. Filzgleiter. Denkbar ist auch ein Schienensystem
in einer Bodenplatte. Dabei kann die Bodenplatte sogar das Gegengewicht darstellen,
wobei die Bodenplatte eingerichtet ist, ohne Eingriff in die Gebäudestruktur einen
Großteil oder im Wesentlichen alle an der Balkoneinheit angreifenden Kräfte zu kompensieren.
Durch das Mobilitätssystem kann das Balkonsystem außerhalb des Gebrauchs als Balkon
vom der Gebäudeöffnung, z.B. einem Fenster fortbewegt werden, um den gewöhnlichen
Gebrauch der Gebäudeöffnung zu erleichtern. Auch kann das Balkonsystem besser verstaut
werden.
[0031] Das Mobilitätssystem kann mindestens eine Arretierung, z.B. Bremsklötze oder Bremskeile
umfassen. Die mindestens eine Arretierung kann eingerichtet sein, eine Beweglichkeit
des Balkonsystems relativ zur Standfläche zu verhindern. Arretierungen dienen dem
sicheren Stand vor der Gebäudeöffnung, wenn das Balkonsystem als Balkon verwendet
wird, können aber auch einen sicheren Stand in einer Parkposition des Balkonsystems
gewährleisten. Das Mobilitätssystem kann in die Gegenkrafteinheit versenkbar sein,
z. B. durch ein System ähnlich dem vom Sportgerät Kasten her bekannten, bei dem an
einem Unterbaurahmen angebrachte Rollen durch einen Hebelmechanismus ausgefahren und
eingefahren werden können.
[0032] Fig. 1 zeigt eine Ausführungsform eines Balkonsystems 100. Gezeigt ist eine seitliche
Ansicht des Balkonsystems 100. Als seitliche oder laterale Richtung ist die in die
Zeichenebene hinein oder aus ihr heraus zeigende Richtung zu verstehen. Eine Erstreckung
in die seitliche Richtung wird als Breite bezeichnet. Der in Fig. 1 links gelegene
Bereich wird hierin als vorne oder frontal bezeichnet, der rechts gelegene Bereich
als hinten oder rückwärtig. Entsprechend sind die Richtungsangaben "nach vorne" und
"nach hinten" zu verstehen. Eine Erstreckung in diese Richtungen wird als Länge bezeichnet.
Als vertikale Richtung ist die oben-unten Richtung (vertikal nach unten), bzw. unten-oben
Richtung (vertikal nach oben) in Fig. 1 zu verstehen, wobei "oben" den Bereich oben
in der Fig. 1 bezeichnet und "unten" den Bereich unten in der Fig. 1. Eine Erstreckung
in die vertikale Richtung wird als Höhe bezeichnet.
[0033] Das Balkonsystem umfasst eine Balkoneinheit 110, eine Gegenkrafteinheit 120 und ein
Verbindungselement 130. Die Balkoneinheit 110 ist gegenüber der Gegenkrafteinheit
nach vorne versetzt oder zumindest versetzbar. Die Balkoneinheit 110 ist im nach vorne
versetzten Zustand gezeigt, d.h. im Balkonzustand. Zusätzlich ist die Balkoneinheit
110 zumindest im Balkonzustand gegenüber der Gegenkrafteinheit 110 typischerweise
auch vertikal nach oben versetzt. So kann die Balkoneinheit beispielsweise die Brüstungshöhe
eines Fensters überwinden, um das Hinausragen aus dem Fenster zu ermöglichen. Das
Verbindungselement 130 ist als Verbindungsbereich 131 ausgebildet. Die Balkoneinheit
kann einen Boden und/oder ein Brüstungselement umfassen. Der Boden kann beispielsweise
als eingespannter Träger ausgebildet sein, der in dem Verbindungsbereich 131 eingespannt
ist. Der Verbindungsbereich kann z.B. Teil eines Schienensystems sein. Gemäß weiteren
Ausführungsformen kann die Brüstung alternativ oder zusätzlich als Träger ausgebildet
sein, z.B. als Fachwerkträger. Dieser (Fachwerk-)Träger kann dann im Verbindungsbereich
131 mit der Gegenkrafteinheit 120 verbunden sein.
[0034] Fig. 2 zeigt eine weitere Ausführungsform des Balkonsystems 100. Im Unterschied zu
der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform verbindet das Verbindungselement 130 die Balkoneinheit
und die Gegenkrafteinheit in einem oder mehreren Verbindungspunkten (133) zwischen
Balkoneinheit und Gegenkrafteinheit, z.B. an einzelnen Verbindungspunkten entlang
einer senkrecht auf der Zeichenebene stehenden Linie oder entlang der ganzen Linie.
Das Verbindungselement umfasst in dieser Ausführungsform typischerweise mindestens
ein Gelenk, wobei das Verbindungselement optional eine Zugkonstruktion (135) umfassen
kann. Diese kann z.B. als Seilzug oder Kette ausgebildet sein.
[0035] Die Gegenkrafteinheit 120 des Balkonsystems 100 gemäß den Ausführungsformen, die
in den Figs. 1 und 2 gezeigt sind, ist eingerichtet, an der Balkoneinheit angreifende
Kräfte ohne Eingriff in die Gebäudestruktur zu kompensieren. Das Balkonsystem 100
kann ein geschlossenes statisches System sein, und z.B. auf dem Boden stehen. Die
Gegenkrafteinheit 120 oder sogar das gesamte Balkonsystem kann freistehend sein. In
einigen Ausführungsformen wird nur der Boden statisch aktiviert. In anderen Ausführungsformen
werden andere Teile der Gebäudestruktur ebenfalls statisch aktiviert, z.B. durch Stempel
oder andere Andrückvorrichtungen. Das Balkonsystem kann vor der Gebäudeöffnung platziert
sein, so dass die Balkoneinheit 110 aus der Gebäudeöffnung hinausragt und als Balkon
dient.
[0036] Fig. 3 zeigt eine Ausführungsform des Balkonsystems 100, in der die Gegenkrafteinheit
120 ein Gegengewicht 125 umfasst. Die Gegenkrafteinheit 120 ist also eine Gegengewichtseinheit.
Das Gegengewicht 125 ist in der in Fig. 3 gezeigten Ausführungsform in einem Bereich
der Gegengewichtseinheit 120 angeordnet, der von der Balkoneinheit 110, die in ihrem
Balkonzustand über die Gegengewichtseinheit 120 hinausragend gezeigt ist, am weitesten
entfernt ist. Durch diese Lage kompensiert dasselbe Gegengewicht durch den längeren
Hebelarm größere an der Balkoneinheit angreifenden Kräfte, genauer Drehmomente, als
wenn es nahe der Balkoneinheit 110 in ihrem Balkonzustand angeordnet wäre, d.h. weiter
links in der Fig. 3. Ein Gegengewicht kann in allen hierin beschriebenen Ausführungsformen
vorgesehen sein, auch wenn es nicht in einer Abbildung gezeigt ist.
[0037] Figs. 4-7 zeigen ein mobiles Balkonsystem 100, das in einer Gebäudestruktur 1, z.B.
dem Zimmer einer Wohnung befindlich ist. Das Balkonsystem 100 steht auf dem Boden
der Gebäudestruktur. In Fig. 4 ist das Balkonsystem 100 kompaktifiziert. Insbesondere
ist die Balkoneinheit 110 des Balkonsystems 100 zerlegbar, wobei in Fig. 4 der Boden
112 sich oben auf der Gegenkrafteinheit 120 befindet und mit dieser durch ein Verbindungselement
130 in Form eines Schienensystems 132 verbunden ist. Eine Brüstung 114 befindet sich
mindestens seitlich und vorne an der Gegenkrafteinheit 120. In dem kompaktifizierten
Zustand ist das Balkonsystem beispielsweise ein Sideboard oder ein anderes Möbelstück.
Das Balkonsystem 100 umfasst ein Mobilitätssystem 150, das 8 Rollen 155 umfasst, von
denen aus der seitlichen Ansicht heraus nur 4 sichtbar sind.
[0038] Durch die Rollen 155 kann das Balkonsystem 100 vor eine Gebäudeöffnung 10 bewegt
werden, wie in Fig. 5 zu sehen ist. Dabei ist ein Fensterflügel 12 geöffnet gezeigt,
der zuvor die Gebäudeöffnung 10 in Form eines Fensters verschlossen hatte. Die Rollen
sind arretierbar. Die Brüstung 114 ist vertikal beweglich, was in Fig. 6 durch einen
vertikalen Doppelpfeil illustriert wird. Die Brüstung ist 114 ist ferner eingerichtet,
sich mit dem Boden 112 lösbar zu verbinden. So entsteht eine zur Benutzung als Balkon
vorbereitete, für Personen und Objekte sichere Balkoneinheit 110.
[0039] Die Balkoneinheit 110 ist durch das Schienensystem 132 relativ zu der Gegenkrafteinheit
120 horizontal beweglich, was in Fig. 7 durch einen horizontalen Doppelpfeil illustriert
ist. In Fig. 7 ist die Balkoneinheit 110 in ihrem Balkonzustand gezeigt. Dabei befindet
sich die Balkoneinheit 110 über der Gegenkrafteinheit und ragt nach vorne über diese
hinaus. Insbesondere ragt die Balkoneinheit 110 aus dem Fenster 10 hinaus, wodurch
ein Außenbalkon gebildet wird.
[0040] Dabei ist der Boden 112 als eingespannter Träger ausgebildet, der in einem Endbereich
131 des Schienensystems 132 eingespannt ist und einen Kragarm bildet. Seitlich und
nach vorne gegen die Brüstung 114 gerichtete Kräfte werden auf den Boden 112 übertragen.
Der Boden 112 überträgt diese Kräfte und an der Balkoneinheit 110 angreifende Gewichtskräfte
(Eigengewicht, Verkehrslasten (z.B. Personenlasten) und Windlasten) über den Verbindungsbereich
131 auf die Gegenkrafteinheit 120. Die Gegenkrafteinheit 120 kompensiert diese Kräfte,
typischerweise durch ein Gegengewicht. Diese
[0041] Das Balkonsystem 100 ist in umgekehrter Folge gemäß der Figs. 7, 6, 5, 4 auch wieder
in ein Möbelstück transformierbar und an geeigneter Stelle in der Gebäudestruktur
1 aufstellbar. Dies gilt z.B. auch für die in den Figs. 8-15 gezeigten Ausführungsformen.
[0042] Die Figs. 8-11 zeigen eine weitere Ausführungsform des Balkonsystems 100. Im Unterschied
zu den Figs. 4-7 werden in der Ausführungsform gemäß den Figs. 8-11 die an der Balkoneinheit
angreifenden Kräfte über die Brüstung 114 auf die Gegenkrafteinheit übertragen, während
der Boden 112 in die tragende Brüstung eingehängt ist. Die Brüstung 114 ist somit
als Träger ausgebildet, z.B. als Fachwerkträger, was in den Figs. 8-11 durch die diagonal
gekreuzten Seitenflächen angedeutet wird. Die Brüstung kann aber auch durch andere
geeignete Verstrebungen tragend gemacht werden. Die Brüstung 114 kann einen Kragarm
ausbilden, der frontal über die Gegenkrafteinheit und durch die Gebäudeöffnung hinausragen
kann.
[0043] Die Figs. 12-16 zeigen eine weitere Ausführungsform des Balkonsystems 100. Im Unterschied
zu den Figs. 4-11 umfasst das Verbindungselement 130 ein Gelenk 133 an der oberen,
vorderen Kante der Gegenkrafteinheit 120, durch das die Balkoneinheit 110 mit der
Gegenkrafteinheit 120 verbunden ist. Fig. 12 zeigt das Balkonsystem 100 im kompakten
Zustand als Möbelstück. Dabei ist der Boden 112 der Balkoneinheit 110 auf der Gegenkrafteinheit
aufliegend, mit der Brüstung 114, die zumindest frontal und seitlich an der Gegenkrafteinheit
anliegt, fest verbunden und über das Gelenk 133 schwenkbar.
[0044] Das Schwenken der Balkoneinheit 110 um das Gelenk 133 ist in den Figs. 13 und 14
gezeigt und durch einen Viertel-, bzw. Halbkreis illustriert. Die Brüstung 114 ist
wie in der Ausführungsform gemäß den Figs. 8-11 tragend ausgebildet, z.B. als Fachwerk.
Das Verbindungselement 130 umfasst neben dem Gelenk 133 eine Zugkonstruktion 135,
die zusammen mit dem Gelenk 133 die an der Balkoneinheit angreifenden Kräfte auf die
Gegenkrafteinheit 120 überträgt. Die Zugkonstruktion 135 kann z.B. ein Seil- oder
Kettenzug sein, der in der gezeigten Ausführungsform von der oberen hinteren Kante
der Balkoneinheit 110 zu der oberen hinteren Kante der Gegenkrafteinheit 120 verläuft.
Alternativ oder zusätzlich könnte eine Druckkonstruktion vorgesehen sein, z.B. ein
Druckstab (nicht gezeigt). Durch Rollen 155 ist das Balkonsystem beweglich und somit
die Balkoneinheit 110 in dem in Figs. 14 und 15 gezeigten Balkonzustand durch eine
Gebäudeöffnung schiebbar. Die Rollen sind arretierbar.
[0045] Die Figs. 16-19 zeigen eine Aufsicht eines Balkonsystems 100, das in einer Gebäudestruktur
1, z.B. in einem Zimmer einer Wohnung, steht, wobei die Gebäudestruktur 1 eine Gebäudeöffnung
10 in Form eines Fensters mit einem Fensterflügel 12 aufweist. Das Balkonsystem 100
ist z.B. gemäß einer der Ausführungsformen ausgestaltet, die in Figs. 4-15 abgebildet
sind. In Fig. 16 steht das Balkonsystem 100 als Möbelstück an einer Wand der Gebäudestruktur
1. In Fig. 17 wird das Balkonsystem 100 vermittels eines nicht gezeigten Mobilitätssystems,
z.B. durch Roll- oder Gleitelemente, vor die Gebäudeöffnung bewegt, was durch einen
Doppelpfeil angedeutet ist. Der Fensterflügel 12 ist dabei im geöffneten Zustand gezeigt.
[0046] Die Figs. 18 und 19 zeigen ausziehbare Teile 122 der Gegenkrafteinheit 120 in Form
einer Treppe mit zwei Stufen. In Fig. 18 ist der ausziehbare Teil 122 seitlich ausziehbar.
Dadurch wird die seitliche Stabilität gegen ein seitliches Kippen verbessert, insbesondere
wenn der ausziehbare Teil 122 ein Gegengewicht enthält. In Fig. 19 ist der ausziehbare
Teil nach hinten ausziehbar, das heißt rückwärtig ausziehbar. Dadurch wird die Kippstabilität
gegen ein Kippen nach vorne verbessert. Wenn der ausziehbare Teil ein Gegengewicht
enthält, so kann dieses gegenüber einem Gegengewicht, das im nicht ausziehbaren Teil
der Gegenkrafteinheit angeordnet ist, verkleinert werden und trotzdem dieselben an
der Balkoneinheit angreifenden Kräfte kompensieren, da durch den längeren Hebelarm
ein größeres Drehmoment erzeugt wird.
[0047] Die Balkoneinheit 110 kann dabei so eingerichtet sein, dass sie erst dann relativ
zu der Gegenkrafteinheit 120 verschiebbar ist, wenn das ausziehbare Teil 122 der Gegenkrafteinheit
120 ausgezogen und die Brüstung 114 mit dem Boden 112 verbunden ist. So wird das Balkonsystem
gegen einen unsachgemäßen Aufbau geschützt, der für Benutzer Gefahr bedeuten würde.
[0048] Gemäß einigen Ausführungsformen umfasst das Balkonsystem ein Sicherungssystem. Das
Sicherungssystem ist typischerweise zur Verhinderung eines unsachgemäßen Einrichtens
oder Abbauens der Balkoneinheit ausgebildet. Es umfasst eine Verriegelung, die eingerichtet
ist, die Relativbewegung von Balkoneinheit und Gegenkrafteinheit nur zu erlauben,
wenn die Balkoneinheit in einem gesicherten Zustand ist. Die Balkoneinheit ist in
einem gesicherten Zustand, wenn die in ihrem Balkonzustand an ihr angreifenden Kräfte
von der Gegenkrafteinheit kompensiert werden können. Typischerweise zählen neben Gewichtskräften
(Eigengewicht und Last-/Personengewicht bis zu einer vorgegebenen Maximallast) auch
seitlich oder frontal an der Balkoneinheit angreifende Kräfte dazu. Die Balkoneinheit
ist z.B. gesichert, wenn eine Brüstung der Balkoneinheit mit einem Boden der Balkoneinheit
verbunden ist und/oder ein Gegengewicht an eine vorbestimmte Position gebracht worden
ist, z.B. durch seitliches oder rückwärtiges Ausziehen eines ausziehbaren Teils der
Gegenkrafteinheit, der das Gegengewicht umfasst.
[0049] Das Balkonsystem kann gemäß einigen Ausführungsformen mindestens eine Andrückvorrichtung
zum Drücken gegen die Gebäudestruktur umfassen. Eine Andrückvorrichtung übt, gegebenenfalls
nur unter Last, einen Druck auf die Gebäudestruktur aus, ohne jedoch in die Gebäudestruktur
einzugreifen. Typische Andrückvorrichtungen sind z.B. stempelartige oder teleskopartige
Vorrichtungen, die z.B. Schraubgewinde umfassen können. Dabei kann die Balkoneinheit
mindestens eine Andrückvorrichtung umfassen und/oder die Gegenkrafteinheit kann mindestens
eine Andrückvorrichtung umfassen. Die Andrückvorrichtungen können in die jeweiligen
Komponenten des Balkonsystems versenkbar und bei Bedarf ausfahrbar sein.
[0050] Die Figs. 20-23 zeigen Ausführungsformen eines Balkonsystems mit Andrückvorrichtungen
116, 118, 119 und 128. Dabei kann das Balkonsystem auch weitere Andrückvorrichtungen
umfassen, z.B. auch die in den jeweils anderen Abbildungen gezeigten Andrückvorrichtungen.
[0051] In Fig. 20 sind die vertikal an der Balkoneinheit angreifenden Kräfte durch einen
abwärts zeigenden Pfeil im linken Bildteil symbolisiert. Diese Kräfte werden großteils
oder im Wesentlichen ganz von dem Gegengewicht 125 kompensiert, über dem ein seine
Gewichtskraft symbolisierender Pfeil gezeigt ist. Die Balkoneinheit kann eine Andrückvorrichtung
116 an der Unterseite des Bodens aufweisen. Die Andrückvorrichtung 116 kann als Stempel
ausgebildet sein, der beispielsweise aus dem Boden durch ein Gewinde herausdrehbar
und in diesen hineindrehbar sein kann. Durch ein Hineindrehen oder andersartiges Versenken
wird eine Relativbewegung von Balkoneinheit und Gegenkrafteinheit nicht behindert,
durch die der Balkon auf- und abbaubar ist. Die Andrückvorrichtung kann eingerichtet
sein, sich auf den unteren Bereich der Gebäudeöffnung zu stützen, z.B. auf den unteren
Rand einer Fensteröffnung wie in Fig. 20 gezeigt. Durch die Andrückvorrichtung 116
können beispielsweise Schwingungen der Balkoneinheit gedämpft werden. Die Andrückvorrichtung
116 trägt auch zur Entlastung der Gegenkrafteinheit bei, da sie einen Teil der an
der Balkoneinheit angreifenden Kräfte kompensiert, was durch den aufwärts gerichteten
Pfeil symbolisiert wird. Dadurch kann im Prinzip das Gegengewicht 125 verkleinert
werden. Aus Sicherheitsgründen ist das Gegengewicht aber typischerweise so bemessen,
dass es allein die an der Balkoneinheit angreifenden Kräfte kompensieren kann, ohne
sich auf Andrückvorrichtungen zu verlassen.
[0052] Andrückvorrichtungen können auch seitlich an der Balkoneinheit vorgesehen sein, z.B.
an der Brüstung oder dem Boden. Dies ist in Fig. 21 gezeigt. Die Andrückvorrichtungen
118 und 119 drücken seitlich gegen die Gebäudeöffnung. Dadurch wird die Seitenstabilität
des Balkonsystems verbessert und/oder seitliche Schwingungen gedämpft. Auch diese
Andrückvorrichtungen können versenkbar sein, z.B. in den Boden.
[0053] Die Figs. 22 und 23 zeigen Beispiele einer Andrückvorrichtung 128 als Teil der Gegenkrafteinheit.
Die Andrückvorrichtungen 128 sind am hinteren oberen Ende der Gegenkrafteinheit angebracht
und gegen die Gebäudestruktur pressbar, z.B. gegen die Decke oder eine Decken-Wand-Kante.
Dadurch werden zumindest Teile der an der Balkoneinheit angreifenden Kräfte kompensiert,
was durch den vertikal aufwärts, bzw. diagonal aufwärts gerichteten Pfeil symbolisiert
wird. Im Prinzip könnte eine Gegenkrafteinheit mit den Andrückvorrichtungen 128 auch
ohne Gegengewicht auskommen.
[0054] Die Figs. 24 und 25 zeigen einen Querschnitt durch das Balkonsystem. Die Längsrichtung
ist senkrecht zur Zeichenebene. In der in den Figs. 24 und 25 gezeigten Ausführungsform
umfasst die Balkoneinheit 110 den Boden 112 und die Brüstung 114. Fig. 24 zeigt das
Balkonsystem im kompaktifizierten Zustand, in dem es z.B. als Möbel dienen kann. Die
Brüstung 114 liegt seitlich und frontal (letzteres nicht gezeigt) an der Gegenkrafteinheit
120 an. Die Brüstung 114 umfasst hier versteifende Elemente 272, 274, 276 und 278,
z.B. Stahlprofile. Die Balkoneinheit umfasst in dieser Ausführungsform ein Seilzugsystem
260. Das Zugsystem umfasst eine Stange 262. Am Ende der Stange 262 kann z.B. eine
Kurbel angebracht sein (nicht gezeigt), durch die die Stange um ihre Längsachse gedreht
werden kann. Die Längsachse verläuft senkrecht zur Zeichenebene. Das Zugsystem 260
umfasst weiter einen Seilzug 264, z.B. ein Stahlseil und mindestens eine Umlenkrolle
266. Der Seilzug 264 ist in Figs. 24 und 25 an dem versteifenden Element 272 angebracht,
verläuft dann vertikal zu der Umlenkrolle 266 und von dort zu der Stange 262. Durch
Rotation der Stange 262, z.B. vermittels der Kurbel, wird der Seilzug auf die Stange
aufgewickelt. Dadurch wird die Brüstung 114 hochgezogen. Sie kann ebenso wieder hinabgelassen
werden. Diese Bewegungen sind in Fig. 25 durch den Doppelpfeil illustriert. Die Stange
262 kann arretierbar sein. So wird die Brüstung 114 in der gewünschten Position gehalten.
Alternativ oder zusätzlich kann die Brüstung 114 mit dem Boden 112 durch eine Sicherungsvorrichtung
lösbar verbunden werden, z.B. durch mindestens einen einrastenden Bolzen (nicht gezeigt).
[0055] Die Figs. 26 und 27 zeigen in einer seitlichen Ansicht einen Schnitt durch das Balkonsystem.
Gezeigt ist unter anderem eine Ausführungsform eines Verbindungselements in Form eines
Schienensystems 380, das auch in den Figs. 24 und 25 im Querschnitt zu sehen ist.
Das Schienensystem 380 umfasst eine erste Schiene 382 mit einem rückwärtigen Ende
383 und eine zweite Schiene 386 mit einem vorderen Ende 387, bzw. entsprechende Schienenpaare
wie in den Figs. 24 und 25 gezeigt. Die erste Schiene 382ist mit dem Boden 112 der
Balkoneinheit verbunden, die zweite Schiene 386 ist mit der Gegenkrafteinheit verbunden.
Das Schienensystem umfasst eine erste Rolle 384, die mit der Gegenkrafteinheit 120
verbunden ist und in der ersten Schiene 382 läuft, und eine zweite Rolle 388, die
mit dem Boden 112 verbunden ist und in der zweiten Schiene 386 läuft. Fig. 26 zeigt
das Balkonsystem im kompaktifizierten Zustand, wobei die Brüstung heruntergelassen
ist wie auch in Fig. 24. Die erste Rolle 384 befindet sich am vorderen Ende der ersten
Schiene, die zweite Rolle befindet sich am hinteren Ende der zweiten Schiene. Fig.
27 zeigt das Balkonsystem in seinem Balkonzustand. Die Brüstung 114 ist hochgefahren
wie z.B. auch in Fig. 25 zu sehen. Die Balkoneinheit ist, wie durch den Doppelpfeil
illustriert, gegenüber der Gegenkrafteinheit 120 nach vorne verschoben. Dadurch liegt
nun die erste Rolle 384 am hinteren Ende 383 der ersten Schiene 382 und die zweite
Rolle 388 am vorderen Ende 387 der zweiten Schiene 386. Durch ein Anstehen der beiden
Rollen gegen die jeweiligen Enden wird ein weiteres Herausschieben verhindert. Balkoneinheit
und Gegenkrafteinheit sind beweglich aber fest verbunden. Der Verbindungsbereich erstreckt
sich zwischen den beiden Rollen 384, 388. Der Boden 112 bildet dabei einen Kragarm.
[0056] Die Balkoneinheit kann weitere Schienensysteme umfassen, z.B. ein Schienensystem
480 wie in Figs. 24 und 25 gezeigt zum Ausziehen oder Einfahren eines ausziehbaren
Teils der Gegenkrafteinheit, beispielsweise eines nach hinten ausziehbaren Teils wie
in Fig. 19 gezeigt. Ein solches Schienensystem 480 kann wie das Schienensystem 380
ausgebildet sein.
[0057] Die Figs. 28 und 29 zeigen eine isometrische Perspektive des Balkonsystems 100 gemäß
hierin beschriebenen Ausführungsformen. Fig. 28 zeigt das Balkonsystem 100 im kompaktifizierten
Zustand. Wird die Brüstung 114 hochgezogen, so kann beispielsweise dadurch ein Stauraum
in der Gegenkrafteinheit 120 freigegeben werden. In dem hinteren, in der Fig. 28 sichtbaren
Teil der Gegenkrafteinheit 120 kann sich ein Gegengewicht befinden. Fig. 29 zeigt
das Balkonsystem 100 im Balkonzustand. In diesem sind die Brüstung 114 hochgezogen,
ein ausziehbarer Teil 122 (hier in Form einer einzigen Stufe) aus der Gegenkrafteinheit
120 ausgezogen und die Balkoneinheit 110, umfassend Brüstung 114 und Boden 112, relativ
zu der Gegenkrafteinheit 120 nach vorne geschoben. Der auskragende Teil der Balkoneinheit
110 bildet den Balkon. In der Ausführungsform nach Fig. 29 ist der ausziehbare Teil
seitlich im vorderen Bereich der Gegenkrafteinheit 120 ausziehbar. Dadurch wird eine
erhöhte Stabilität gegenüber seitlich an der Balkoneinheit, z.B. an der Brüstung 114,
angreifenden Kräften erreicht. Der ausziehbare Teil 122 kann ein Gegengewicht umfassen.
[0058] Die Merkmale jeder hierin beschriebenen Ausführungsform lassen sich auch in den anderen
hierin beschriebenen Ausführungsformen verwenden, was weitere Ausführungsformen ergibt.
Gemäß weiteren Ausführungsformen, die ebenfalls mit allen hierin beschriebenen Ausführungsformen
kombiniert werden können, weist das Balkonsystem mindestens eines der folgenden Merkmale
auf.
[0059] Die Balkoneinheit, insbesondere ihr Boden, kann zwischen 50 und 150 cm über der Standfläche
der mit ihr verbundenen Gegenkrafteinheit angebracht sein, typischerweise zwischen
60 und 120 cm, gegebenenfalls zuzüglich eines Spiels von 5-10 cm, um kontaktlos über
die Brüstungshöhe eines Fensters hinausschiebbar zu sein. Die Brüstungshöhe von Fenstern
bei Neu- und Altbauten liegt in Deutschland zwischen 60cm und 110cm, bei Altbauten
oft nur 60 cm, bei Neubauten z.B. 90 cm. Die Balkoneinheit kann zum Hinausragen aus
einem Fenster eingerichtet sein.
[0060] Die Gegenkrafteinheit, auf deren Oberseite der Boden der Balkoneinheit typischerweise
befestigt ist, kann eine entsprechende Höhe aufweisen, d.h. zwischen 50 und 150 cm
oder zwischen 60 und 110 cm.
[0061] Die Rückhaltevorrichtung kann eine Höhe von 50 bis 150 cm, typischerweise von 90
bis 110 cm, z.B. 90 oder 110 cm aufweisen. Dies gewährt Personen Sicherheit bei der
Verwendung der Balkoneinheit als Balkon. Die vorgeschriebene Brüstungshöhe eines Balkons
liegt z.B. nach der Landesbauordnung Hessen bei unter 12m Absturzhöhe bei 90cm für
Wohngebäude, bzw. 100 cm für Arbeitsstätten. Liegt die Absturzhöhe darüber beträgt
die Brüstungshöhe bei 110 cm. Die Rückhaltevorrichtung kann eine Absturzsicherung
darstellen. Die Rückhaltevorrichtung, oder zumindest ihre Grundkonstruktion, d.h.
die versteifenden Elemente, kann z.B. aus Stahl, Aluminium, anderen Metallen und Legierungen
davon, Holz, GFK (glasfaserverstärkter Kunststoff), sowie Kombinationen der vorstehenden
Materialien bestehen oder kann diese Materialien umfassen.
[0062] Ist das Balkonsystem in einer Weise kompaktifizierbar, dass die Rückhaltevorrichtung
im kompaktifizierten Zustand (z.B. Möbelzustand) an der Gegenkrafteinheit anliegt,
so kann die Gegenkrafteinheit eine entsprechende Höhe aufweisen, z.B. zwischen 90
und 110 cm, gegebenenfalls abzüglich der Höhe des Bodens. Dadurch ragt die Rückhaltevorrichtung
in diesem Zustand nicht vertikal über die Gegenkrafteinheit hinaus. Diese Bündigkeit
kann z.B. für den Gebrauch als Möbel vorteilhaft sein.
[0063] Der Boden der Balkoneinheit kann wasserdurchlässig sein. Dies kann z.B. durch mindestens
einen Durchlass, typischerweise mehrere Durchlässe, erreicht werden, z.B. Durchbohrungen.
Dadurch wird das Abfließen von Wasser ermöglicht, wenn die Balkoneinheit sich z.B.
in einem Regen in ihrem Balkonzustand befindet. Der Boden kann auch geformt sein,
um den Wasserabfluss zu begünstigen, z.B. indem der leichte Neigungen zu dem mindestens
einen Durchlass aufweist. Der Boden kann einen rutschfesten Belag aufweisen, der z.B.
selbst unter Nässebedingungen sicheren Stand ermöglicht. Der Boden kann aus Metall,
Beton, Stein, Stahl, Aluminium, Holz, Kunststoff und Kombinationen und Verbundstoffen
daraus bestehen oder kann diese Materialien umfassen.
[0064] Der Boden kann folgende Abmessungen aufweisen. Seine Breite kann z.B. zwischen 60
und 250 cm liegen, typischerweise zwischen 70 und 200 cm. Dies kann sich nach der
lichten Breite der Gebäudeöffnung richten, insbesondere eines Fensters. Die Gegenkrafteinheit
kann eine entsprechende Breite aufweisen. In diesem Fall kann der Boden im eingefahrenen
Zustand mit der Gegenkrafteinheit in der Breite bündig sein. Die im Balkonzustand
aus der Gebäudeöffnung hinausragende Länge kann z.B. zwischen 30 und 270 cm betragen,
typischerweise zwischen 90 und 150 cm, z.B. 90 cm oder 120 cm. Die auskragende Länge,
d.h. die Länge, mit der der Boden im Balkonzustand über die Gegenkrafteinheit hinausragt,
kann z.B. zwischen 90 und 330 cm betragen, typischerweise zwischen 150 und 210 cm,
z.B. 180 cm. Die Gesamtlänge des Bodens kann z.B. zwischen 100 und 450 cm, typischerweise
zwischen 150 und 270 cm betragen.
[0065] Die Gegenkrafteinheit kann eine der Gesamtlänge des Bodens entsprechende Länge aufweisen.
In diesem Fall kann der Boden im eingefahrenen Zustand mit der Gegenkrafteinheit in
der Länge bündig sein. Der Boden kann eine Höhe, d.h. eine Dicke, von 5 bis 40 cm
aufweisen, typischerweise von 7 bis 20 cm. Fungiert der Boden als eingespannter Träger,
ist seine Dicke in der Regel größer als wenn die Rückhaltevorrichtung, z.B. in Form
eines Fachwerks, der tragende Teil der auskragenden Balkoneinheit ist.
[0066] Die Gegenkrafteinheit kann eine gegenüber der auskragenden Länge der Balkoneinheit
1,2 bis 2 fache Länge aufweisen, z.B. eine 1,5 fache Länge wie in den Figs. 7 und
11 gezeigt. Der Verbindungsbereich kann die 0,3 bis 1,0 fache Länge der auskragenden
Länge der Balkoneinheit umfassen, z.B. die 0,5 fache Länge wie in den Figs. 7 und
11 gezeigt. Hat die Gegenkrafteinheit einen nach hinten ausziehbaren Teil, so kann
dieser, wenn ausgezogen, die Gesamtlänge der Gegenkrafteinheit erhöhen, so dass sich
z.B. eine bis zu 3 fache Länge gegenüber der auskragenden Länge der Balkoneinheit
ergibt.
[0067] Die Gegenkrafteinheit kann eingerichtet sein, eine an der auskragenden Fläche des
Bodens der Balkoneinheit angreifende Flächenlast von 4 kN/m
2 oder mehr, z.B. 4,8 kN/m
2 oder mehr zu kompensieren. Die auskragende Fläche des Bodens ergibt sich aus der
auskragenden Länge mal der Breite des Bodens. Die Gegenkrafteinheit kann eingerichtet
sein, eine Punktlast von 2 kN pro laufendem Meter (lfd m) oder mehr, z.B. von 2,4
kN/lfd m oder mehr an dem am weitesten auskragenden Punkt der Balkoneinheit zu kompensieren.
Insbesondere kann das Gegengewicht einer Gegengewichtseinheit so bemessen und platziert
werden, dass es diese an der Balkoneinheit angreifenden Kräfte kompensieren kann.
Die genannten Lasten können vorgegebene Maximalllasten sein, die aus Sicherheitsgründen
einzuhalten sind. Das Balkonsystem kann z.B. eingerichtet sein, den statischen Anforderungen
nach DIN 1055 zu entsprechen. Die DIN 1055 sei hierin durch Referenz eingebunden.
Zusätzlich kann die Gegenkrafteinheit eingerichtet sein, zumindest die Gewichtskraft
des auskragenden Teils der Balkoneinheit zu kompensieren.
[0068] Betrachtet man das Balkonsystem der Fig. 11 vereinfacht als balkenartiges System,
in dem sich die Drehmomente ausgleichen sollen, ergibt sich Folgendes unter Annahme
der nachfolgend genannten beispielhaften Werte. Bei einem Balkon der Breite 1 m wirke
eine Punktlast von 2 kN am Ende der auskragenden Länge der Balkoneinheit, die 2 m
betrage, was ein Drehmoment von 4 kNm ergibt. Die Gegenkrafteinheit sei 3 m lang und
ein Gegengewicht von homogener Dichte sei auf dem letzten Meter anzubringen, so dass
ein Drehmoment von 4 kNm plus 20% Sicherheitsmarge für sogenannte fliegende Bauten,
also 4,8 kNm, durch die Gewichtskraft kompensiert werden kann. Integration ergibt
eine benötigte Kraft pro Länge von 1,92 kN/m, so dass das 1 m lange Gegengewicht 192
kg betragen müsste, um die genannte Punktlast für den 1 m breiten Balkon, bzw. ihr
Drehmoment zu kompensieren. Gewichtskräfte des Balkons und Gewichtskräfte von Lasten
pro Quadratmeter Balkonfläche können entsprechend berücksichtigt werden. Entsprechend
lässt sich auch die Masse des Gegengewichts für beliebige Maße des Balkonsystems errechnen.
Auch für kompliziertere Modelle des Balkonsystems kann die Berechnung durch den Fachmann
unter Vorgabe der zu kompensierenden Last eindeutig ausgeführt werden.
[0069] Die Gegenkrafteinheit kann eingerichtet sein, eine seitlich und/oder frontal an dem
höchsten Punkt der Rückhaltevorrichtung (z.B. 90 bis 110 cm über dem Boden der Balkoneinheit)
im Balkonzustand der Balkoneinheit angreifende Kraft von 0,5 kN/laufendem Meter oder
mehr, z.B. von 0,6 kN/lfd. m oder mehr zu kompensieren. Eine seitlich angreifende
Kraft auf die Rückhaltevorrichtung kann sich z.B. ergeben, wenn sie eine Person gegen
die Rückhaltevorrichtung lehnt oder gar wirft oder Personengedränge vorliegt. Die
Gegenkrafteinheit kann insbesondere eingerichtet sein, sowohl die oben bezeichnete
Flächen- oder Punktlast und die seitlich und/oder frontal am höchsten Punkt der Rückhaltevorrichtung
angreifenden Kräfte zu kompensieren. Die Summe dieser Kräfte kann einer vorgegebenen
Maximalkraft entsprechen. Zur Kompensation kann insbesondere ein Gegengewicht entsprechend
bemessen und platziert sein. Beispielsweise dient das Platzieren eines Gegengewichts
in einem seitlich aus dem Grundkörper der Gegenkrafteinheit ausziehbaren Teil sowohl
der Stabilisierung bezüglich seitlich auftretender Kräfte als auch bezüglich der auf
die Balkoneinheit wirkenden Lasten.
[0070] Das Gegengewicht kann z.B zwischen 100 und 400 kg betragen, typischerweise zwischen
150 und 300 kg, z.B. ungefähr 200 oder ungefähr 250 kg. Das Gegengewicht kann z.B.
aus Beton, Wasser in einem geeigneten Tank, Metall, z.B. Eisen oder Blei, oder aus
Kombinationen davon bestehen. Das Gegengewicht kann aus Teilgewichten zusammengesetzt
sein, z.B. aus Betonplatten. Die Teilgewichte können so bemessen sein, dass sie von
einer Person getragen werden können. Die Teilgewichte können z.B. nicht mehr als 50
kg, typischerweise nicht mehr als 40, 30 oder gar 20 kg betragen.
[0071] Das Balkonsystem ist zumindest bezüglich der Längserstreckung seiner Komponenten
skalierbar. Eine Einschränkung der Skalierbarkeit und der Verteilung des Gewichts
des Balkonsystems auf seine Standfläche kann sich z.B. aus der maximalen Gewichtsaufnahmefähigkeit
der Gebäudestruktur, insbesondere des Bodens ergeben, auf dem das Balkonsystem steht.
Eine Wohnungsdecke kann z.B. typischerweise 1,5 kN pro Quadratmeter aufnehmen, jedoch
höhere Punktlasten, wie sie z.B. von Rollen ausgeübt werden, auf denen ein mobiles
Balkonsystem ruhen mag. Die maximale Punktlast kann z.B. 3 kN betragen. Der im Raum
stehende Teil des Balkonsystems kann eingerichtet sein, die Eigenlasten so zu verteilen
und an den Boden abzugeben, dass die statische Belastungsfähigkeit des Bodens nicht
überschritten wird.
[0072] Die Gegenkrafteinheit kann aus einer Unterkonstruktion und einer Verkleidung aufgebaut
sein. Die Unterkonstruktion ist eingerichtet, die Stabilität der Gegenkrafteinheit
zu gewährleisten. Sie kann aus Profilquerschnitten aufgebaut sein, die z.B. aus Stahl,
Aluminium oder GFK gemacht sein können. Die Unterkonstruktion kann verschraubt oder
verschweißt sein. Die Verkleidung kann z.B. aus wasserresistenten Werkstoffen bestehen,
z.B. aus Holz, Kunststoff, Faserzement, Stahl, Aluminium, anderen Metallen und Legierungen,
sowie Kombinationen davon. Die Verkleidung trägt zum optischen Erscheinungsbild des
Balkonsystems bei, insbesondere in dem kompakten Zustand, in dem das Balkonsystem
als Möbelstück dienen kann.
[0073] Das Mobilitätssystem kann einen Rahmen umfassen. Der Rahmen kann aus verschraubten
oder verschweißten Teilen bestehen. Daran können z.B. Rollen zum Bewegen des Balkonsystems
angebracht sein, wobei einige oder alle Rollen schwenkbar sein können. Der Rahmen
kann mit der Gegenkrafteinheit in deren unterem Bereich verbunden sein, z.B. derart
dass die Rollen unter der Gegenkrafteinheit hervorstehen. Insbesondere kann der Rahmen
mit der Unterkonstruktion verschraubt oder verschweißt sein.
[0074] Das Balkonsystem kann im kompaktifizierten Zustand im Wesentlichen quaderförmig sein,
insbesondere kann die Gegenkrafteinheit quaderförmig sein. Die Gegenkrafteinheit kann
Hohlräume aufweisen, die z.B. als Stauraum verwendbar sind. Die Oberfläche des Balkonsystems,
die im kompaktifizierten Zustand aus der Ober- oder Unterseite des Bodens der Balkoneinheit
bestehen kann, kann als Ablage- oder Aufstellfläche verwendet werden. Das Balkonsystem
kann somit in ein nützliches Möbelstück transformierbar sein.
[0075] Gemäß weiteren Ausführungsformen wird eine Gebäudestruktur bereitgestellt. Diese
umfasst eine Gebäudeöffnung und ein Balkonsystem gemäß hierin beschriebenen Ausführungsformen.
Die Gebäudeöffnung kann z.B. die oben für ein Fenster angegebenen Abmessungen aufweisen.
Die Gegenkrafteinheit des Balkonsystems kann vor der Gebäudeöffnung platzierbar oder
platziert sein. Die Balkoneinheit kann durch die Gebäudeöffnung hinausragen oder durch
die Gebäudeöffnung bewegbar sein.
[0076] Weiteren Ausführungsformen beziehen sich auf Verwendung eines Balkonsystems nach
einer der hierin beschriebenen Ausführungsformen als temporärer Balkon, typischerweise
als mobiler Balkon. Dabei dient die Balkoneinheit als Balkon. Der Balkon, bzw. die
Balkoneinheit, kann zur Verwendung für eine Gebäudeöffnung, typischerweise für ein
Fenster, eingerichtet sein.
[0077] Gemäß weiteren Ausführungsformen wird ein Verfahren zum Einrichten eines temporären
Balkons bereitgestellt. Das Verfahren umfasst das Bereitstellen eines Balkonsystems
gemäß hierin beschriebenen Ausführungsformen. Weiter umfasst das Verfahren das Platzieren
des Balkonsystems vor eine Gebäudeöffnung einer Gebäudestruktur und das Bewegen der
Balkoneinheit relativ zu der Gegenkrafteinheit, so dass die Balkoneinheit aus der
Gebäudeöffnung hinausragt. Das Verfahren kann weiter das Ausziehen eines ausziehbaren
Teils der Gegenkrafteinheit und/oder das Ausfahren einer Rückhaltevorrichtung zur
Bildung der Balkoneinheit umfassen. Das Ausfahren der Rückhaltevorrichtung kann ein
lösbares Verbinden mit einem Boden der Balkoneinheit umfassen. Das Verfahren kann
weiter das Entriegeln einer Verriegelung eines Sicherheitssystems umfassen, um das
Bewegen der Balkoneinheit relativ zu der Gegenkrafteinheit zu erlauben. Das Platzieren
des Balkonsystems kann das Bewegen des Balkonsystems von einem Ort innerhalb der Gebäudestruktur
zu der Gebäudeöffnung und anschließendes Arretieren des Balkonsystems umfassen.
[0078] Das Voranstehende bezieht sich auf Ausführungsformen der Erfindung, jedoch können
sich andere und weitere Ausführungsformen ergeben, ohne von dem grundlegenden Bereich
abzuweichen, der sich aus den nachfolgenden Ansprüchen ergibt.
1. Balkonsystem (100) zur Verwendung mit einer Gebäudeöffnung (10) einer Gebäudestruktur
(1), typischerweise einem Fenster, wobei das Balkonsystem umfasst:
eine Balkoneinheit (110), die zum Hinausragen aus der Gebäudeöffnung eingerichtet
ist;
dadurch gekennzeichnet, dass das Balkonsystem ferner folgende Merkmale umfasst:
eine Gegenkrafteinheit (120), die eingerichtet ist, an der Balkoneinheit angreifende
Kräfte ohne Eingriff in die Gebäudestruktur zu kompensieren; und
ein Verbindungselement (130), das die Balkoneinheit und die Gegenkrafteinheit verbindet,
wobei das Balkonsystem ein statisch geschlossenes System ist.
2. Balkonsystem nach Anspruch 1, wobei das Balkonsystem im Wesentlichen gebäudestruktureingriffsfrei
ist.
3. Balkonsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Gegenkrafteinheit
ein Gegengewicht (125) umfasst zur Kompensation mindestens eines Großteils der an
der Balkoneinheit angreifenden Kräfte.
4. Balkonsystem nach Anspruch 3, wobei die Gegenkrafteinheit einen ausziehbaren Teil
(122) umfasst, der typischerweise das Gegengewicht umfasst.
5. Balkonsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Balkonsystem ein Mobilitätssystem
(150) umfasst, das typischerweise Rollen (155) an der Gegenkrafteinheit umfasst, um
das Balkonsystem beweglich zu machen.
6. Balkonsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Balkoneinheit einen
Boden (112) und eine Rückhaltevorrichtung (114) umfasst, wobei optional der Boden
als eingespannter Träger ausgebildet ist oder optional die Rückhaltevorrichtung als
Träger ausgebildet ist.
7. Balkonsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Verbindungselement
die Balkoneinheit und die Gegenkrafteinheit in einem Verbindungsbereich (131) verbindet,
z.B. in einem Schienenabschnitt, oder die Balkoneinheit und die Gegenkrafteinheit
in einem oder mehreren Verbindungspunkten (133) zwischen Balkoneinheit und Gegenkrafteinheit
verbindet, typischerweise in mindestens einem Gelenk, wobei das Verbindungselement
optional eine Zugkonstruktion (135) umfasst.
8. Balkonsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Balkoneinheit vermittels
des Verbindungselements relativ zu der Gegenkrafteinheit beweglich ist.
9. Balkonsystem nach Anspruch 8, wobei das Balkonsystem durch Relativbewegung der Balkoneinheit,
bzw. ihrer Teile, zu der Gegenkrafteinheit vermittels des Verbindungselements kompaktifizierbar
ist, wobei das Balkonsystem typischerweise in ein Möbelstück transformierbar ist.
10. Balkonsystem nach einem der Ansprüche 8 oder 9, weiter umfassend:
ein Sicherungssystem, das eine Verriegelung umfasst, die eingerichtet ist, die Relativbewegung
von Balkoneinheit und Gegenkrafteinheit nur zu erlauben, wenn die Balkoneinheit in
einem gesicherten Zustand ist.
11. Balkonsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, weiter umfassend:
mindestens eine Andrückvorrichtung zum Drücken gegen die Gebäudestruktur.
12. Verwendung eines Balkonsystems nach einem der vorhergehenden Ansprüche als temporären,
typischerweise mobilen, Balkon für eine Gebäudeöffnung, typischerweise für ein Fenster.
13. Verfahren zum Einrichten eines temporären Balkons, umfassend:
Bereitstellen eines Balkonsystems nach einem der Ansprüche 1 bis 11;
Platzieren des Balkonsystems vor eine Gebäudeöffnung einer Gebäudestruktur; und
Bewegen der Balkoneinheit relativ zu der Gegenkrafteinheit, so dass die Balkoneinheit
aus der Gebäudeöffnung hinausragt.