[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Schließ- und Dämpfungsvorrichtung für bewegbare
Möbelteile, insbesondere für an einem Möbel verschiebbare Schiebetüren gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 und dem Oberbegriff des Anspruchs 7.
[0002] Derartige Schließ- und Dämpfungsvorrichtungen sind in zahlreichen Varianten aus dem
Stand der Technik bekannt. Solche Schließ- und Dämpfungsvorrichtungen werden insbesondere
bei Schiebetürmöbeln dazu eingesetzt, eine Schiebetür ab einer vorbestimmten Position
selbsttätig in die Schließposition einzuziehen.
[0003] Vor allem wenn bei solchen Schließ- und Dämpfungsvorrichtungen als Kraftspeicher
eine Zugfeder Verwendung findet, sind aufgrund der linearen Federkennlinie der Zugfeder
beim Öffnen des bewegbaren Möbelteils, also zum Beispiel der Schiebetür, relativ hohe
Betätigungskräfte erforderlich, um die Feder auf eine vorbestimmte Länge vorzuspannen.
[0004] So ist aus der
US2010/0229341 A1 eine Schließ- und Dämpfungsvorrichtung mit einem als Zugfeder ausgebildeten Kraftspeicher
bekannt, bei der die Zugfeder mit einer drehbar mit einem Getrieberad gekoppelten
Stange verbunden ist. Das Getrieberad selbst ist dabei mit einem Schlitten verbunden,
der einen Fänger zwischen einer Auffangposition und einer zurückgezogenen Warteposition
bewegt. Die Zugfeder dient dabei dazu, den Fänger nach Freigabe eines am bewegbaren
Möbelteil befestigten Fangbolzens in die Warteposition zu bewegen.
[0005] Um die aufzuwendende Kraft beim Öffnen der Schiebetür möglichst gering zu halten
bzw. die Steigung der Federkennlinie zu verringern, werden bei herkömmlichen Lösungen
möglichst lange Zugfedern verwendet, die in einem Gehäuse umgelenkt werden. Alternativ
ist auch der Einbau von mehreren kaskadierten Zug- und/oder Druckfedern bekannt.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Schließ- und Dämpfungsvorrichtung
für bewegbare Möbelteile bereitzustellen, bei der die für einen Öffnungsvorgang aufzuwendende
Kraft nochmals geringer ist bzw. bei der die Steigung der Federkennlinie nochmals
verringert wird.
[0007] Diese Aufgabe wird mit einer Schließ- und Dämpfungsvorrichtung für bewegbare Möbelteile
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie durch eine Schließ-und Dämpfungsvorrichtung
für bewegbare Möbelteile mit den Merkmalen des Anspruchs 7 gelöst.
[0008] Die erfindungsgemäße Schließ- und Dämpfungsvorrichtung weist einen an einem Gehäuse
mit einem ersten Ende befestigten Kraftspeicher auf, insbesondere in Gestalt einer
Zugfeder, der beim Öffnungsvorgang eines bewegbaren Möbelteils gespannt und dessen
gespeicherte Kraft beim Schließvorgang als Einzugshilfe in die endgültige Schließstellung
für das bewegbare Möbelteil genutzt wird. Des Weiteren weist die Schließ- und Dämpfungsvorrichtung
eine Dämpfungseinrichtung auf, insbesondere in Gestalt einer pneumatischen oder hydraulischen
Dämpfungsvorrichtung oder dergleichen. Der Kraftspeicher ist mit einer Umlenkvorrichtung
mit einem Zahnrad, einer mit dem Zahnrad kämmenden Zahnstange und einer drehfest an
dem Zahnrad angeordneten Halterung mit seinem zweiten Ende gekoppelt. Die Umlenkvorrichtung
weist eine den Abstand des Drehpunktes des Zahnrades von dem Anlenkpunkt des Kraftspeichers
während eines Öffnungs- oder Schließvorgangs verändernde Ablaufkurve auf. Die Ablaufkurve
ist als spiralförmiges Auflager für den Kraftspeicher ausgebildet an der Halterung
vorgesehen, wobei der Anlenkpunkt des Kraftspeichers in einer Schließposition maximal
vom Drehpunkt des Zahnrades beabstandet ist.
[0009] Wird nun ein bewegbares Möbelteil, insbesondere eine Schiebetür gegenüber dem Möbel
geöffnet, drückt ein Mitnehmer gegen eine Zahnstange, welche das Zahnrad antreibt
und dabei den Kraftspeicher um diese Ablaufkurve aufwickelt. Bedingt durch die Formgestalt
der Ablaufkurve ändert sich dabei der wirksame Hebelarm,des Anlenkpunktes des einen
Kraftspeicherendes an dem Zahnrad. Dadurch ist im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen
die für einen Öffnungsvorgang aufzuwendende Kraft geringer und im Falle der Verwendung
einer Zugfeder als Kraftspeicher gestaltet sich die Federkennlinie flacher, insbesondere
sogar waagerecht oder leicht fallend.
[0010] Vorteilhafte Ausführungsvarianten der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0011] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsvariante ist das an der Halterung befestigte
Ende des Kraftspeichers als Seil- oder geradliniges Drahtstück ausgebildet. So kann
eine einfachere Lagerung des Kraftspeichers auf der Halterung erreicht werden, da
die Länge des Seil- oder geradlinigen Drahtstücks idealerweise so bemessen ist, dass
nur das Seil- oder geradlinige Drahtstück in Kontakt mit der Halterung steht.
[0012] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Schließ- und
Dämpfungsvorrichtung ist das Zahnrad elliptisch und die Zahnstange in der Ebene senkrecht
zur Drehachse des Zahnrades in einem Bereich, bei dem sie in einer Schließposition
der Schließ- und Dämpfungsvorrichtung mit dem Zahnrad kämmt, breiter als in einem
Bereich, bei dem die Zahnstange in einer Öffnungsposition der Schließ- und Dämpfungsvorrichtung
mit dem Zahnrad kämmt. Eine solche Ausgestaltung des Zahnrads bzw. der Zahnstange
bewirkt, dass das Rückdrehmoment des Kraftspeichers in der geschlossenen Stellung
größer ist als in der Offenstellung des Zahnrades. Dadurch wird, wie bei der Aufwickeltechnik
selbst, die große Kraft des gespannten Kraftspeichers kompensiert. Durch die bei dieser
Ausführungsvariante verwirklichte Kombination von Aufwickeltechnik und Abwälzung der
Verzahnung um eine Kurve ergibt sich nach den Hebelgesetzen ein maximaler Effekt hinsichtlich
der Minimierung der beim Öffnungsvorgang erforderlichen Kraft.
[0013] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsvariante ist die Schließ- und Dämpfungsvorrichtung
so ausgebildet, dass der Kraftspeicher mit seinem ersten Ende derart an dem Gehäuse
befestigt und mit seinem zweiten Ende an der Umlenkvorrichtung gekoppelt ist, dass
der Kraftspeicher während eines Öffnungs- oder Schließvorgangs stets geradlinig zwischen
seinen Enden gehalten ist. Dadurch wird erreicht, dass während eines Öffnungsvorgangs
der Kraftspeicher mit fortschreitendem Öffnen des bewegbaren Möbelteils weniger stark
gespannt und insbesondere bei Verwendung einer Zugfeder als Kraftspeicher diese weniger
stark ausgezogen wird als um die Distanz, um die die Zahnstange verschoben wird beziehungsweise
weniger stark ausgezogen wird als bei der Umlenkung oder Aufwicklung des Kraftspeichers.
Auch bei dieser Ausführungsvariante ist die für einen Öffnungsvorgang aufzuwendende
Kraft geringer und insbesondere die Federkennlinie flacher als bei herkömmlichen Lösungen.
[0014] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung der beigefügten Zeichnungen
näher erläutert. Es zeigen:
- Figuren 1 und 2
- schematische perspektivische Ansichten einer ersten Ausführungsvariante einer erfindungsgemäßen
Schließ- und Dämpfungsvorrichtung,
- Figur 3
- eine perspektivische Explosionsansicht der Schließ- und Dämpfungsvorrichtung aus Figur
1,
- Figur 4
- eine Draufsicht auf die Schließ- und Dämpfungsvorrichtung aus den vorangegangenen
Figuren in einer Schließstellung,
- Figur 5
- eine Draufsicht auf die Schließ- und Dämpfungsvorrichtung der vorangegangen Figuren
in einer Öffnungsstellung,
- Figur 6
- eine perspektivische Ansicht einer an einem Schiebetürmöbel befestigten Schließ- und
Dämpfungsvorrichtung,
- Figur 7
- die an einem Möbel befestigte Schließ- und Dämpfungsvorrichtung aus Figur 6 mit Darstellung
einer teilweise geöffneten Schiebetür,
- Figuren 8 und 9
- perspektivische Ansichten einer weiteren Ausführungsvariante einer nicht erfindungsgemäßen
Schließ- und Dämpfungsvorrichtung,
- Figur 10
- die Schließ- und Dämpfungsvorrichtung aus Figur 9 in einer Schließstellung,
- Figur 11
- die Schließ- und Dämpfungsvorrichtung aus Figur 9 in einer Öffnungsstellung,
- Figur 12
- eine Draufsicht auf eine weitere Ausführungsvariante einer erfindungsgemäßen Schließ-
und Dämpfungsvorrichtung in der Schließstellung,
- Figur 13
- die Schließ- und Dämpfungsvorrichtung aus Figur 12 in einer Öffnungsstellung,
- Figur 14
- ein Kraftverlaufsdiagramm zum Vergleich einer Federkennlinie einer herkömmlichen Schließ-
und Dämpfungsvorrichtung und der Federkennlinie einer erfindungsgemäßen Schließ- und
Dämpfungsvorrichtung,
- Figur 15
- eine Draufsicht auf eine weitere Ausführungsvariante einer erfindungsgemäßen Schließ-
und Dämpfungsvorrichtung in einer Schließstellung,
- Figur 16
- eine Draufsicht auf die Schließ- und Dämpfungsvorrichtung aus Figur 15 in einer Öffnungsstellung,
- Figuren 17 und 18
- Ansichten der Schließ- und Dämpfungsvorrichtung aus den Figuren 15 und 16 ohne Darstellung
des Gehäuses.
- Figur 19
- eine Draufsicht auf eine weitere Ausführungsvariante einer erfindungsgemäßen Schließ-
und Dämpfungsvorrichtung in einer Schließstellung und
- Figur 20
- eine Draufsicht auf die Schließ- und Dämpfungsvorrichtung aus Figur 19 in einer Öffnungsstellung.
[0015] In der nachfolgenden Figurenbeschreibung beziehen sich Begriffe wie oben, unten,
links, rechts, vorne, hinten usw. ausschließlich auf die in den jeweiligen Figuren
gewählte beispielhafte Darstellung und Position der Schließ- und Dämpfungsvorrichtung,
des Kraftspeichers, der Umlenkvorrichtung und dergleichen. Diese Begriffe sind nicht
einschränkend zu verstehen, das heißt, durch verschiedene Arbeitsstellungen oder die
spiegelsymmetrische Auslegung oder dergleichen können sich diese Bezüge ändern.
[0016] In der Figur 3 ist mit dem Bezugszeichen 1 insgesamt eine Ausführungsvariante einer
erfindungsgemäßen Schließ- und Dämpfungsvorrichtung für bewegbare Möbelteile, insbesondere
für an einem in den Figuren 6 und 7 gezeigten Möbel 12 verschiebbare Schiebetüren
15 bezeichnet. Die Schließ- und Dämpfungsvorrichtung 1 weist dabei, wie auch in den
Figuren 1 und 2 zu erkennen ist, einen Mitnehmer 4 auf, in dem im montierten Zustand
der Schließ- und Dämpfungsvorrichtung 1 an einem Möbelkorpus 12 ein an einer Schiebetür
15 angeordneter Aktivator eingreift, der beim Öffnen der Schiebetür 15 den Mitnehmer
4 entlang eines Führungsschlitzes 23, 33 in dem Gehäuse 2, 3 der Schließ- und Dämpfungsvorrichtung
1 verschiebt und dabei einen an dem Gehäuse 2, 3 mit einem ersten Ende 61 befestigten
Kraftspeicher 6, welcher vorzugsweise als Zugfeder ausgebildet ist, streckt. Dieser
Kraftspeicher 6, welcher beim Öffnungsvorgang des bewegbaren Möbelteils, beispielsweise
der in Figur 7 gezeigten Schiebetür 15, gespannt wird und dessen dabei gespeicherte
Kraft beim späteren Schließvorgang der Schiebetür als Einzugshilfe in die endgültige
Schließstellung der Schiebetür 15 genutzt wird, ist an seinem anderen Ende 62 mit
einer Umlenkvorrichtung 5 gekoppelt, die im Wesentlichen aus einem Zahnrad 52, einer
mit dem Zahnrad 52 kämmenden Zahnstange 51 und einer drehfest an dem Zahnrad 52 angeordneten
Halterung 53 besteht.
[0017] Die Figur 4 zeigt die Schließ- und Dämpfungsvorrichtung 1 in ihrer Schließstellung,
die Figur 5 in ihrer Öffnungsstellung, nachdem der von der Schiebetür 15 befestigte
Aktivator außer Eingriff mit dem Mitnehmer 4 steht. In der in Figur 4 gezeigten Schließstellung
ist der Kraftspeicher 6 im Wesentlichen entspannt. Dazu steht die Halterung 53 der
Umlenkvorrichtung 5 in einer Position, bei der das an der Halterung 53 befestigte
Ende 62 des Kraftspeichers 6 noch eine Umlenkung erfahren kann. Sobald die Schiebetür
15 geöffnet wird, drückt der Mitnehmer 4 über eine Kupplung 8 gegen die Zahnstange
51.
[0018] Das vordere Ende der Zahnstange 51 ist dabei mit einer Verzahnung 511 versehen, die
mit den Zähnen des Zahnrades 52 kämmt. Durch die Verschiebung der Zahnstange 51 (in
den Figuren 4 und 5 nach rechts) wird das Zahnrad 52 und damit auch die drehfest an
dem Zahnrad 52 befestigte Halterung 53 im Uhrzeigersinn gedreht und damit der Kraftspeicher
6 derart umgelenkt und gespannt, dass sich der Abstand des Drehpunktes 521 des Zahnrades
52 gegenüber der Anlenkung des Kraftspeichers 6 während des Öffnungsvorgangs verändert,
insbesondere während des Öffnungsvorgangs verkleinert. Durch die Verkleinerung dieses
Abstandes verringert sich auch der Hebelarm und damit die aufzuwendende Kraft für
die weitere Spannung des Kraftspeichers 6.
[0019] Durch die so bewirkte Reduzierung des Widerstands beim Öffnen der Schiebetür ist
ein harmonischer Übergang der Schiebetür während der Öffnungsbewegung von einem Zustand,
bei dem der Mitnehmer 4 mit dem Aktivator der Schiebetür im Eingriff steht, in den
freigegebenen Zustand der Schiebetür gegeben. Bei den aus dem Stand der Technik bekannten
Lösungen gibt es hier einen sprunghaften Abfall des Widerstandes beim Verlassen des
Aktivators aus dem Eingriff mit dem Mitnehmer 4.
[0020] Die Halterung 53 ist gemäß der in den Figuren 1 bis 4 gezeigten Ausführungsvariante
so an dem Zahnrad 52 befestigt, dass der Kraftspeicher bei der Aufwicklung auf die
Halterung 53 auf einem spiralförmigen Auflager 531 aufliegt. Diese Spirale ist dabei
so orientiert, dass der Abstand des Auflagers 531 in der Schließposition der des Zahnrades
52 bzw. der Halterung 53 maximal vom Drehpunkt 521 des Zahnrades 52 beabstandet ist
und sich mit fortschreitender Aufwicklung des Kraftspeichers 6 auf die Halterung 53
dieser Abstand verringert.
[0021] Die Schließ- und Dämpfungsvorrichtung 1 weist des Weiteren eine Dämpfungseinrichtung
7 auf, die insbesondere als pneumatische oder hydraulische Dämpfungsvorrichtung ausbildet
ist, wobei ein Stößel 71 mit einem Ende in das Dämpfungsvorrichtungsgehäuse dicht
verschlossen hineinragt und mit dem anderen Ende an dem Gehäuse 2 oder 3 der Schließ-
und Dämpfungsvorrichtung 1 festgelegt ist. Das Gehäuse der Dämpfungseinrichtung 7
ist dabei an die Zahnstange 51 angekoppelt und wird beim Verschieben des Mitnehmers
4 entlang eines Führungsschlitzes 24, 34 im Gehäuse 2, 3 der Schließ- und Dämpfungsvorrichtung
1 mitgeführt. Die Führung der Zahnstange 51 in den Führungsschlitzen 24, 34 des Gehäuses
2, 3 der Schließ- und Dämpfungsvorrichtung 1 erfolgt dabei vorzugsweise über zwei
in die Führungsschlitze 24, 34 eingreifende Führungsstifte 513, welche an der Zahnstange
51 angeformt oder befestigt sind.
[0022] Die beiden Gehäuseteile 2, 3 der Schließ- und Dämpfungsvorrichtung 1 werden vorzugsweise
miteinander verschraubt. Dazu sind an den vier Ecken des vorzugsweise rechteckig ausgebildeten
Gehäuses 2, 3 Gewindeöffnungen vorgesehen, in die Schrauben 11 einschraubbar sind
und so die beiden Gehäusehälften 2 und 3 miteinander verbinden. Über zwei weitere
Öffnungen 25, 35 im Gehäuse 2, 3 ist die Schließ- und Dämpfungsvorrichtung 1 an einem
Möbel anschraubbar.
[0023] Die Figuren 6 und 7 zeigen die Schließ- und Dämpfungsvorrichtung 1 in an einem Möbel
befestigten Zustand. Gezeigt ist hier ein Ausschnitt eines Schiebetürenschrankes mit
einer Schiene 13, in der eine Schiebetür 15 über eine Rollvorrichtung 16 verschiebbar
eingehängt ist, wobei die Rollvorrichtung 16 in der Schließstellung der Schiebetür
15 in einem Arretierelement 14 am Ende der Schiene 13 festlegbar ist.
[0024] In den Figuren 8 bis 11 ist eine weitere Ausführungsvariante einer nicht erfindungsgemäßen
Schließ- und Dämpfungsvorrichtung 1 gezeigt. Hier ist die Halterung 53 nicht mit einem
spiralförmigen Auflager versehen, sondern im Wesentlichen als kreisförmige Scheibe
ausgebildet, von der sich eine Haltezunge 532 radial erstreckt, an der das zweite
Ende 62 des Kraftspeichers 6 befestigt ist. Diese Befestigung des Kraftspeichers 6
an der Umlenkvorrichtung 5 ist bevorzugt drehbar ausgeführt, und zwar zu einer parallel
zur Drehachse 521 des Zahnrads 52 orientierten Drehachse.
[0025] Wie anhand der Figuren 10 und 11 zu erkennen ist, wird bei einer Bewegung der Schließ-
und Dämpfungsvorrichtung aus einer Schließstellung in die geöffnete Stellung beim
Verschieben des Mitnehmers 4 mittels des Kupplungsstückes 8 an der mit dem Zahnrad
52 kämmenden Zahnstange 51 der gesamte Kraftspeicher 6 um den Aufhängepunkt des Kraftspeichers
am ersten Ende 61 des Kraftspeichers 6 nach unten geschwenkt. Dadurch wird erreicht,
dass der bevorzugt als Zugfeder ausgebildete Kraftspeicher 6 nicht um die gesamte
Distanz ausgelenkt wird, um die die Zahnstange 51 verschoben wird, sondern um eine
geringere Distanz, da der Kraftspeicher 6 mit seinem zweiten Ende 62, mit dem dieser
an der Halterung 53, insbesondere an der radial nach außen stehenden Haltezunge 532
festgelegt ist, eine Drehbewegung und nicht eine Linearverschiebung ausführt.
[0026] In den Figuren 12 und 13 ist eine weitere Ausführungsvariante der erfindungsgemäßen
Schließ- und Dämpfungsvorrichtung 1 gezeigt. Hier ist der Kraftspeicher 6 im Gegensatz
zu der in den Figuren 1 bis 4 beschriebenen Ausführungsvariante nicht vollständig
als Zugfeder ausgebildet, sondern im Bereich des mit der Halterung 53 in Wirkverbindung
stehenden Bereiches als Seil- oder geradliniges Drahtstück 63, welches bei der Bewegung
der Zahnstange 51 von der Schließstellung in die Öffnungsstellung (Figur 13) auf der
Halterung 53 aufgewickelt wird.
[0027] Als weitere in den Figuren 19 und 20 gezeigte Alternative ist der Kraftspeicher 6
im Bereich des mit der Halterung 53 in Wirkverbindung stehenden Bereiches als Bandstück
64 ausgebildet, welches wie bei der anhand der Figuren 12 und 13 beschriebenen Ausführungsvariante
bei der Bewegung der Zahnstange 51 von der Schließstellung in die Öffnungsstellung
(Figur 13) auf der Halterung 53 aufgewickelt wird. Das Bandstück 64 ist dabei insbesondere
als Kunststoff-Filmscharnier-artiges Bauteil ausgebildet, denkbar ist aber auch ein
Gewebeband aus Kunststoff, Textil oder dünnem Metall. Das Bandstück 64 ist dabei bevorzugt
als separates Bauteil ausgebildet, welches einerseits an der Halterung 53 des Zahnrads
52 angeschlagen ist und andererseits an dem Kraftspeicher 6.
[0028] In den Figuren 15 bis 18 ist eine nochmals weitere vorteilhafte Ausgestaltung der
erfindungsgemäßen Schließ- und Dämpfungsvorrichtung 1 gezeigt. Hier ist im Gegensatz
zu den vorangegangenen Ausführungsbeispielen das Zahnrad 52 nicht kreisrund, sondern
elliptisch geformt. Entsprechend ist auch die Zahnstange, genauer der mit der Verzahnung
versehene Bereich 511 der Zahnstange 51 schräg geformt. Das heißt, dass die Zahnstange
51 in der Ebene senkrecht zur Drehachse 521 des Zahnrades 52 in einem Bereich, bei
dem sie in eine Schließposition der Schließ- und Dämpfungsvorrichtung 1 mit dem Zahnrad
52 kämmt, breiter ist als in einem Bereich, bei dem die Zahnstange 51 in einer Öffnungsposition
der Schließ- und Dämpfungsvorrichtung mit dem Zahnrad 52 kämmt.
[0029] Figur 14 zeigt anschaulich einen Vergleich eines Kraft-Weg-Verlaufs einer herkömmlichen
Schließvorrichtung, auch Selbsteinzug genannt, gemäß dem Stand der Technik (Kennlinie
A) im Vergleich zu einem Kraft-Weg-Verlauf einer erfindungsgemäßen Schließ- und Dämpfungsvorrichtung
1 (Kennlinie B). Deutlich ist bei der Kennlinie B zu sehen, dass mit zunehmender Auslenkung
s die zur Auslenkung benötigte Kraft F stetig abfällt, während bei einer herkömmlichen
Schließ- und Dämpfungsvorrichtung, wie sie durch die Kennlinie A dargestellt ist,
mit zunehmender Auslenkung s der Zugfeder auch eine größere Kraft F aufzuwenden ist.
Bezugszeichenliste
[0030]
- 1
- Schließ- und Dämpfungsvorrichtung
- 2
- Gehäuse
- 3
- Gehäuse
- 4
- Mitnehmer
- 5
- Umlenkvorrichtung
- 6
- Kraftspeicher
- 7
- Dämpfungseinrichtung
- 8
- Kupplung
- 11
- Schraube
- 12
- Möbel/-korpus
- 13
- Schiene
- 14
- Arretierelement
- 15
- Schiebetür
- 16
- Rollvorrichtung
- 23
- Führungsschlitz
- 24
- Führungsschlitz
- 25
- Öffnung
- 33
- Führungsschlitz
- 34
- Führungsschlitz
- 35
- Öffnung
- 51
- Zahnstange
- 52
- Zahnrad
- 53
- Halterung
- 61
- Ende
- 62
- Ende
- 63
- Seil- oder geradliniges Drahtstück
- 64
- Bandstück
- 71
- Stößel
- 511
- Verzahnung
- 513
- Führungsstift
- 521
- Drehpunkt/-achse
- 531
- Auflager
- 532
- Haltezunge
- A
- Kennlinie
- B
- Kennlinie
- F
- Kraft
- s
- Weg
1. Schließ- und Dämpfungsvorrichtung (1) für bewegbare Möbelteile, insbesondere für an
einem Möbel (12) verschiebbare Schiebetüren (15), aufweisend
- einen an einem Gehäuse (2, 3) mit einem ersten Ende (61) befestigten Kraftspeicher
(6), der beim Öffnungsvorgang eines Möbelteils (15) gespannt und dessen gespeicherte
Kraft beim Schließvorgang des bewegbaren Möbelteils (15) als Einzugshilfe in die endgültige
Schließstellung genutzt wird,
- eine Dämpfungseinrichtung (7) und
- eine Umlenkvorrichtung (5) mit einem Zahnrad (52), einer mit dem Zahnrad (52) kämmenden
Zahnstange (51) und einer drehfest an dem Zahnrad (52) angeordneten Halterung (53),
an der ein zweites Ende (62) des Kraftspeichers (6) befestigbar ist,
- wobei die Umlenkvorrichtung (5) eine den Abstand des Anlenkpunkts des Kraftspeichers
(6) von dem Drehpunkt (521) des Zahnrades (52) während eines Offnungs- oder Schließvorgangs
verändernde Ablaufkurve aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Ablaufkurve als spiralförmiges Auflager (531) für den Kraftspeicher (6) ausgebildet
an der Halterung (53) vorgesehen ist, wobei der Anlenkpunkt des Kraftspeichers (6)
in einer Schließposition maximal vom Drehpunkt (521) des Zahnrades (52) beabstandet
ist.
2. Schließ- und Dämpfungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Kraftspeicher (6) als Zugfeder ausgebildet ist.
3. Schließ- und Dämpfungsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das an der Halterung (53) befestigte Ende (62) des Kraftspeichers (6) als Seil- oder
geradliniges Drahtstück (63) ausgebildet ist.
4. Schließ- und Dämpfungsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das an der Halterung (53) befestigte Ende (62) des Kraftspeichers (6) als Bandstück
(64) ausgebildet ist.
5. Schließ- und Dämpfungsvorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge des Band-, Seil- oder geradlinige Drahtstücks (63, 64) so bemessen ist,
dass nur das Band-, Seil- oder geradlinige Drahtstück (63) in Kontakt mit der Halterung
(53) steht.
6. Schließ- und Dämpfungsvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zahnrad (52) elliptisch und die Zahnstange (51) in der Ebene senkrecht zur Drehachse
(521) des Zahnrades (52) in einem Bereich, bei dem sie in einer Schließposition der
Schließ- und Dämpfungsvorrichtung mit dem Zahnrad (52) kämmt, breiter ist als in einem
Bereich, bei dem die Zahnstange (51) in einer Öffnungsposition der Schließ- und Dämpfungsvorrichtung
mit dem Zahnrad (52) kämmt.
7. Schließ- und Dämpfungsvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kraftspeicher (6) mit seinem ersten Ende (61) derart an dem Gehäuse (2, 3) befestigt
und mit seinem zweiten Ende (62) an der Umlenkvorrichtung (5) gekoppelt ist, dass
der Kraftspeicher (6) während eines Öffnungs- oder Schließvorgangs stets geradlinig
zwischen seinen Enden (61, 62) gehalten ist.
1. Closing and damping apparatus (1) for moveable furniture parts, particularly for displaceable
sliding doors (15) on furniture (12), having
- an energy store (6), the first end (61) of which is attached to a housing (2,3)
and which is stretched during the opening operation of a furniture part (15), with
the force stored by it being used during the closing operation as an aid to retract
the movable furniture part (15) into the final closed position,
- a damping device (7) and
- a deflector (5) with a gearwheel (52), a toothed rack (51) meshing with the gearwheel
(52) and a holding device (53) fixed non-rotatably to the gearwheel (52) to which
the second end (62) of the energy store (6) can be attached,
- the deflector (5) has a curved winding surface that modifies the distance of the
point of rotation (521) of the gearwheel (52) from the anchorage point of the energy
store (6) during an opening or closing operation.
characterized in that
- the curved winding surface is developed as a spiral-shaped bearing (531) for the
energy store (6) on the holding device (53), with the anchorage point of the energy
store (6) in a closed position being at a maximum distance from the pivot point (521)
of the gear wheel (52).
2. Closing and damping apparatus according to Claim 1, characterized in that the energy store (6) is developed as a tension spring.
3. Closing and damping apparatus according to Claim 2, characterized in that the end (62) of the energy store (6) attached to the holding device (53) is developed
as a cable or linear piece of wire (63).
4. Closing and damping apparatus according to Claim 2, characterized in that the end (62) of the energy store (6) attached to the holding device (53) is developed
as a strap (64).
5. Closing and damping apparatus in accordance with either Claim 3 or 4, characterized in that the length of the strap, cable or linear piece of wire (63, 64) is dimensioned such
that only the strap, cable or linear piece of wire (63) is in contact with the holding
device (53).
6. Closing and damping apparatus according to any one of the previous Claims, characterized in that the gearwheel (52) is elliptical and the toothed rack (51) is wider on the plane
perpendicular to the rotational axis (521) of the gearwheel (52) in a zone where it
meshes with the gearwheel (52) in the closed position of the closing and damping apparatus
than in a zone where the toothed rack (51) meshes with the gear wheel (52) in an open
position of the closing and damping apparatus.
7. Closing and damping apparatus according to any one of the previous Claims, characterized in that the first end (61) of the energy store (6) is attached to the housing (2, 3) and
the second end (62) is coupled to the deflector (5) in such a way that the energy
store (6) always maintains its linearity between its ends (61, 62) during an opening
or closing operation.
1. Dispositif de fermeture et d'amortissement (1) pour des parties de meuble mobiles,
en particulier pour des portes coulissantes (15) pouvant coulisser sur un meuble (12),
comprenant
- un accumulateur de force (6) fixé sur un boîtier (2, 3) par une première extrémité
(61), qui est tendu lors de l'ouverture d'une partie de meuble (15) et dont la force
accumulée est utilisée lors de la fermeture de la partie de meuble mobile (15) pour
aider à la rétraction dans la position de fermeture définitive,
- un dispositif d'amortissement (7) et
- un dispositif de déviation (5) avec une roue dentée (52), une crémaillère (51) engrenant
avec la roue dentée (52) et une monture (53) disposée de manière solidaire en rotation
sur la roue dentée (52), sur laquelle une deuxième extrémité (62) de l'accumulateur
de force (6) peut être fixée,
- le dispositif de déviation (5) présentant une came descendante qui modifie la distance
entre le point d'articulation de l'accumulateur de force (6) et le centre de rotation
(521) de la roue dentée (52) pendant une opération d'ouverture ou de fermeture,
caractérisé en ce que
- la came descendante est conformée comme un coussinet en spirale (531) pour l'accumulateur
de force (6) prévue sur la monture (53), le point d'articulation de l'accumulateur
de force (6) étant à une distance maximale du centre de rotation (521) de la roue
dentée (52) dans une position de fermeture.
2. Dispositif de fermeture et d'amortissement selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'accumulateur de force (6) est conformé comme un ressort de traction.
3. Dispositif de fermeture et d'amortissement selon la revendication 2, caractérisé en ce que l'extrémité (62) de l'accumulateur de force (6) fixée à la monture (53) est conformée
comme un morceau de câble ou de fil métallique droit (63).
4. Dispositif de fermeture et d'amortissement selon la revendication 2, caractérisé en ce que l'extrémité (62) de l'accumulateur de force (6) fixée à la monture (53) est conformée
comme un morceau de ruban (64).
5. Dispositif de fermeture et d'amortissement selon la revendication 3 ou 4, caractérisé en ce que la longueur du morceau de ruban, de câble ou de fil métallique droit (63, 64) est
dimensionnée de telle manière que seul le morceau de ruban, de câble ou de fil métallique
droit (63) soit en contact avec la monture (53).
6. Dispositif de fermeture et d'amortissement selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la roue dentée (52) est elliptique et la crémaillère (51) est plus large dans le
plan perpendiculaire à l'axe de rotation (521) de la roue dentée (52) dans une zone
dans laquelle elle engrène avec la roue dentée (52) dans une position de fermeture
du dispositif de fermeture et d'amortissement que dans une zone dans laquelle la crémaillère
(51) engrène avec la roue dentée (52) dans une position d'ouverture du dispositif
de fermeture et d'amortissement
7. Dispositif de fermeture et d'amortissement selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que l'accumulateur de force (6) est fixé par sa première extrémité (61) au boîtier (2,
3) et couplé par sa deuxième extrémité (62) au dispositif de déviation (5) de telle
manière que l'accumulateur de force (6) soit toujours tenu rectiligne entre ses deux
extrémités (61, 62) pendant une opération d'ouverture ou de fermeture.