| (19) |
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(11) |
EP 2 649 378 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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30.08.2017 Patentblatt 2017/35 |
| (22) |
Anmeldetag: 01.12.2011 |
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| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/DE2011/075293 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2012/076009 (14.06.2012 Gazette 2012/24) |
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| (54) |
HYDRAULISCHE WEICHE
HYDRAULIC SEPARATOR
BOUTEILLE DE DÉCOUPLAGE
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
| (30) |
Priorität: |
10.12.2010 DE 202010013096 U
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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16.10.2013 Patentblatt 2013/42 |
| (73) |
Patentinhaber: Technische Universität Chemnitz |
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09107 Chemnitz (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- SANDER, Karin
31311 Uetze (DE)
- URBANECK, Thorsten
09125 Chemnitz (DE)
- PLATZER, Bernd
09235 Burkhardtsdorf/Neuei. (DE)
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| (74) |
Vertreter: Rumrich, Gabriele |
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Patentanwältin
Limbacher Strasse 305 09116 Chemnitz 09116 Chemnitz (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A1- 1 612 489 DE-U1- 29 806 517 US-A1- 2010 236 409
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DE-A1- 4 407 807 FR-A1- 2 739 177
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Bei einer hydraulischen Weiche handelt es sich um ein Bauteil, das in hydraulischen
Systemen, wie beispielsweise Wärme- und Kälteversorgungssystemen zum Energietransport
eingesetzt wird, um Erzeuger- und Verbraucherkreislauf druckseitig voneinander zu
entkoppeln. Dabei durchströmt ein Temperaturträgerfluid (meist Wasser, wässrige Gemische,
Öl) in einem Vor- und Rücklauf mit unterschiedlichen Temperaturen die Weiche, wobei
sie nur aufgrund ihrer räumlichen Lage voneinander getrennt sind, es sind also normalerweise
keine Trennwände eingebaut. Die hydraulische Weiche ist dabei in Form eines sich vertikal
erstreckenden Hohlkörpers ausgebildet und weist jeweils am unteren und oberen Bereich
Anschlüsse zum Erzeugerkreislauf sowie dazu im Wesentlichen gegenüberliegend Anschlüsse
zu einem Verbraucherkreislauf auf. Dies führt dazu, dass es in der Vielzahl der Fälle
eine hydraulische bzw. thermische Beeinflussung zwischen den Volumenströmen des Vor-
und Rücklaufes gibt, da es in den hydraulischen Weichen zu unerwünschten Mischungserscheinungen
kommt. Bei der Kältetechnik ist die Spreizung mit 6 bis 10K sehr gering, weshalb die
Beeinflussung der Temperaturen im Vergleich zur Heiztechnik kritisch zu betrachten
ist, da sie unter Umständen einen unwirtschaftlichen Betrieb nach sich ziehen kann.
Diese wirken sich auf die Temperaturen in den Kreisläufen (z. B. Abweichung von der
Planungsvorgabe) negativ aus. Damit wird die Systemfunktionsweise beeinträchtigt und
somit der Wirkungsgrad reduziert. Bei großen Versorgungssystemen mit großen Rohrnennweiten
kann man die hydraulische Weiche durch die baulichen Gegebenheiten oft nicht mit der
Höhe entsprechend des VDMA Einheitsblattes 24770 [1] errichten. Dann nimmt die Mischungsproblematik
signifikant zu.
[0002] Aus der Druckschrift
DE 20 2004 009 356 U1 ist eine hydraulische Weiche bekannt, welche für eine Heizungsanlage mit einem länglichen
Weichengehäuse eingesetzt wird, dessen Längsachse im Einbauzustand der Weiche vertikal
verläuft und dessen Inneres einen Wasserraum für das Heizwasser der Heizungsanlage
bildet, mit je einem Kesselvorlaufanschluss und Kesselrücklaufanschluss, die im vertikalen
Abstand zueinander an der einen Längsseite des Weichengehäuses angeordnet sind und
mit je einem Verbrauchervorlaufanschluss und Verbraucherrücklaufanschluss, die im
vertikalen Abstand zueinander an der anderen Längsseite des Weichengehäuses angeordnet
sind, wobei der Kesselrücklaufanschluss und der Verbraucherrücklaufanschluss im unteren
Bereich des Weichengehäuses liegen und wobei der Verbrauchervorlaufanschluss im oberen
Bereich des Weichengehäuses liegt und wobei der Kesselvorlaufanschluss relativ zum
Verbrauchervorlaufanschluss nach unten hin versetzt liegt und im Inneren des Weichengehäuses
eine Trennwand vorgesehen ist, die einen vom Kesselvorlaufanschluss in den oberen
Bereich des Inneren des Weichengehäuses führenden Kanal vom übrigen Inneren des Weichengehäuses
abgrenzt. Nachteilig dabei ist, dass die Trennwand vertikal und damit quer zur Strömungsrichtung
verläuft, wodurch der Strömungswiderstand negativ beeinflusst wird.
[0003] Eine weitere Einrichtung in Form eines Verteilers für Heizungsanlagen ist aus
EP 0 312 903 A1 bekannt. Diese besitzt eine Wärmequelle, in welcher ein als Wärmeträger dienendes
Medium aufgeheizt wird. Die Wärmequelle ist mit einer Vorlaufleitung und einer Rücklaufleitung
verbunden. In einer dieser Leitungen ist eine Umlaufpumpe vorgesehen. Zueinander parallel
geschaltete Verbraucherkreise besitzen je eine Vorlauf- und eine Rücklaufleitung und
in jeweils einer dieser Leitungen ist eine Umlaufpumpe vorgesehen. Zwischen der Wärmequelle
und den Verbraucherkreisen ist ein Behälter in der Art einer hydraulischen Weiche
vorgesehen und die Vorlaufleitung und die Rücklaufleitung der Wärmequelle und die
Vorlauf- und die Rücklaufleitungen der Verbraucherkreise sind direkt mit diesem Behälter
verbunden und münden in diesen. Im Behälter ist ein das durchströmende Medium mischendes
gitter- oder netzartiges Leitorgan vorgesehen. In herkömmlichen hydraulischen Weichen
ist jedoch eine Mischung des Mediums von Vor- und Rücklauf häufig nicht gewünscht,
da es dadurch zu einer unerwünschten Temperaturbeeinflussung des Vorlaufes kommt.
[0004] Eine in der Druckschrift
EP 1 672 286 A1 beschriebene Verteilervorrichtung für einen mit einem flüssigen Medium betriebenen
Kreislauf einer Wärmeversorgungsanlage, insbesondere einer Warmwasserheizungsanlage
mit einem Wandkessel als Wärmequelle und mit gemischten und/oder ungemischten Heizkreisen,
umfasst in einem Hohlprofil neben einer Vorlaufkammer und einer Rücklaufkammer eine
weitere Kammer als hydraulische Weiche, in welche die Kesselvor- und Rücklaufleitungen
münden und die ihrerseits mit der Vorlaufkammer und mit der Rücklaufkammer verbunden
ist. In der Weichenkammer ist dabei zumindest im Bereich der Einmündung des Kesselvorlaufs
ein die Richtung des Vorlaufstroms beeinflussendes Leitblech angeordnet, wobei das
Leitblech jedoch quer in den Strömungsverlauf der Kessel-Vorlaufleitung hineinragt
und sich dadurch negativ auf den Strömungswiderstand auswirkt.
[0005] Aus der Druckschrift
DE 44 07 807 A1 ist eine Heizanlage mit ein oder mehr Heizkesseln eines Versorgerkreislaufes bekannt,
die gemeinsam Verbraucher versorgen, wobei zwischen Vor- und Rücklauf eine hydraulische
Weiche in Form eines langen rechteckigen oder runden Behälters mit den beiden Endbereichen
zugeordneten Vor- bzw. Rücklaufstutzen geschaltet ist, wobei die Anschlüsse der Vorlaufstutzen
und der Rücklaufstutzen im Anschlussbereich mit der Behälterwand ausgehalst sind und
dass in den Endbereichen jenseits der Stutzen dreieckige Leitbleche angeordnet sind,
die mit ihrer Spitze bis über Stutzenmitte oder weit darüber hinaus ragen und bis
an die gegenüberliegende Wandung der Stutzen reichend ausgebildet sind. Weiterhin
weisen die Leitbleche mit den Spitzen aufeinander zu. Das Zurückführen des Vorlaufes
ohne Abgabe an den Heizkreis wieder zurück zum Kessel soll insbesondere dann vorteilhaft
problemlos möglich sein, wenn die Leitbleche mit ihrer Spitze bis über Stutzenmitte
oder weit darüber hinausragend angeordnet sind. Dadurch wird der Vorlauf dann, wenn
eine Abnahme auf der Rücklaufseite gegeben und entsprechend auf der Heizkreisseite
keine Abnahme vorhanden ist, mit dem strömenden Wassermedium gleichförmig umgeleitet
und durch das lange schlanke Gehäuse des Behälters wieder zurückgeführt. Wenn auf
der Heizkreisseite eine entsprechend hohe Abnahme auftritt, wird durch die entsprechend
ausgebildete Spitze der Leitbleche sichergestellt, dass die Strömung um das Leitblech
herum in den gegenüberliegenden Stutzen erfolgt, wodurch auch in diesem Fall durch
die Leitbleche ein Strömungswiderstand gebildet wird. Eine hydraulische Weiche gemäß
dem Oberbegriff des Anspruchs 1 ist z.B. aus der
DE 298 06 517 U1 bekannt. Aufgabe der Erfindung ist es, eine hydraulische Weiche bereitzustellen,
die zwischen einem Erzeugerkreislauf und einem Verbraucherkreislauf anordenbar ist
und die unter Verwendung von verbesserten strömungsleitenden Elementen die Strömungsverhältnisse
deutlich verbessert, wobei nur ein geringer Druckverlust zu verzeichnen ist.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des ersten Patentanspruchs
gelöst.
[0007] Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0008] Die hydraulische Weiche wird insbesondere in hydraulischen Systemen, wie beispielsweise
Wärme- und Kälteversorgungssystemen zum Energietransport eingesetzt, um Erzeuger-
und Verbraucherkreislauf druckseitig voneinander zu entkoppeln und ist zwischen wenigstens
einem Erzeugerkreislauf und wenigstens einem Verbraucherkreislauf anordenbar und weist
ein Weichengehäuse auf, dessen Längsachse im Einbauzustand der Weiche im Wesentlichen
vertikal verläuft und wobei in das Weichengehäuse wenigstens ein erster Vorlauf von
einem Erzeugerkreislauf und wenigstens ein erster zum Erzeugerkreislauf führen, sowie
wenigstens einem zweiten Vorlauf und einem zweiten Rücklauf, die vom Weichengehäuse
zu einem Verbraucherkreislaufführen, wobei sich zwischen dem ersten Vorlaufanschluss
und dem zweiten Vorlaufanschluss ein sich in Strömungsrichtung vom ersten Vorlaufanschluss
bis zum zweiten Vorlaufanschluss erstreckendes erstes strömungsleitendes Element und
zwischen erstem Rücklauf und zweitem Rücklauf ein sich in Strömungsrichtung vom ersten
Rücklaufanschluss bis zum zweiten Rücklaufanschluss erstreckendes zweites strömungsleitendes
Element angeordnet ist und diese strömungsleitenden Element jeweils in Form eines
über seine gesamte Länge umfangsseitig offenen Rohres mit einem den Ausgleich eines
Volumenstromes gewährleistenden Öffnungswinkel (α) ausgebildet sind.
[0009] Der Öffnungswinkel des gebogenen umfangsseitig offenen strömungsleitenden Elementes
liegt dabei bevorzugt zwischen 5° und 270°.
[0010] Insbesondere weisen die quer zur Strömungsrichtung offenen Seiten der Halbrohre voneinander
weg und deren geschlossenen Seiten aufeinander zu.
[0011] Bevorzugt weist das strömungsleitende Element, welches in Richtung zur Unterseite
des Weichengehäuses angeordnet ist, eine umfangsseitige nach unten gerichtete Öffnung
auf und das strömungsleitende Element, welches darüber in Richtung zur Oberseite des
Weichengehäuses angeordnet ist, besitzt eine nach oben gerichtete umfangsseitige Öffnung.
[0012] Vorteilhafter Weise ist das strömungsleitende Element jeweils in Form eines an beiden
Enden und umfangsseitig offenen gebogenen Rohres, insbesondere in Form eines im Wesentlichen
halben (im Querschnitt halbkreisförmigen) Rohres (Halbrohres), ausgebildet und wird
somit als "Halbrohrschikane" bezeichnet.
[0013] Es ist möglich ein Rohr längs in etwa mittig zu trennen und die beiden Hälften als
halbrohrförmige strömungsleitende Elemente einzusetzen. Alternativ können auch zwei
plattenförmige Elemente entsprechend der geforderten Form des strömungsleitenden Elementes
umfangsseitig offen mit einem entsprechenden Öffnungswinkel gebogen werden. Alternativ
ist es auch möglich, ein umfangsseitig geschlossenes Rohr zu verwenden und dies auf
einer umfangsseitigen Hälfte mit einer sich längs erstreckenden Öffnung (entsprechend
des erforderlichen Öffnungswinkels) zu versehen.
[0014] Überraschender Weise wurde festgestellt, dass durch die zwischen ersten und zweiten
Vorlauf und zwischen ersten und zweiten Rücklauf angeordneten strömungsleitenden Elemente
durch die relativ großen Öffnungen, der Austausch eines großen Volumenstroms zwischen
dem sich im Weichengehäuse befindlichen Temperaturträgerfluid und dem Volumenstroms,
der durch die strömungsleitenden Elemente fließt, gewährleistet wird, wodurch einerseits
das Strömungsverhalten des Temperaturträgerfluids wesentlich verbessert wird und zusätzlich
Druckverluste im Vergleich zu herkömmlichen hydraulischen Weichen ohne erfindungsgemäße
strömungsleitende Elemente reduziert werden.
[0015] Weiterhin kann mit dem erfindungsgemäßen System auch eine Erhöhung des Wirkungsgrades
gewährleistet werden.
[0016] Überraschender Weise wird auch bei einem großen Öffnungswinkel des Strömungsleitenden
Elementes bis 270° noch eine gute Trennung zwischen dem Volumenstrom des Vorlaufes
und dem Volumenstrom des Rücklaufes gewährleistet.
[0017] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels und zugehöriger
Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- die Prinzipdarstellung einer hydraulischen Weiche eines Systems für eine Kühlung im
Längsschnitt,
- Figur 2
- den Schnitt A-A gemäß Figur 1,
- Figur 3
- strömungsleitendes Element mit einem Öffnungswinkel von α=20°,
- Figur 4
- strömungsleitendes Element mit einem Öffnungswinkel von α=180° und
- Figur 5
- strömungsleitendes Element mit einem Öffnungswinkel von α=270°.
[0018] Die hydraulische Weiche 1 ist gemäß Figur 1 zwischen einem Erzeugerkreislauf K1 und
einem Verbraucherkreislauf K2 angeordnet, wobei die Kälteerzeugung auf der Seite des
Erzeugerkreislaufes K1 beispielsweise mit einer nicht dargestellten Kältemaschine
erfolgt. Die hydraulische Weiche 1 besitzt ein sich vertikal erstreckendes Weichengehäuse
2 mit einer vertikalen Längsachse A. Das Weichengehäuse 2 weist einen Raum 3 für ein
Temperaturträgerfluid auf.
[0019] Dabei ist das Weichengehäuse 2 bevorzugt in Form eines Zylinders ausgebildet, dessen
Höhe ein Vielfaches des Durchmessers des Zylinders beträgt. Bevorzugt beträgt die
Höhe des Weichengehäuses 2 mehr als das 2-fache des Durchmessers des Zylinders. Selbstverständlich
kann anstelle eines Zylinders auch eine andere Form für das Weichengehäuse gewählt
werden. Das Weichengehäuse 2 weist an seiner Unterseite und an seiner Oberseite insbesondere
eine konvex gebogene Form auf, die sich ebenfalls positiv auf das Strömungsverhalten
des Temperaturträgerfluids auswirkt.
[0020] Von dem Erzeugerkreislauf K1 führt ein erster Vorlauf 4 zum Weichengehäuse 2 und
in dessen Raum 3. Der erste Vorlauf 4 mündet am unteren Bereich der Weiche in deren
Raum 3. Im Wesentlichen fluchtend darüberliegend ist ein erster Rücklauf 5 vorgesehen,
der ebenfalls durch das Weichengehäuse 2 mit dessen Raum 3 in Verbindung steht. Dem
ersten Vorlauf 4 im Wesentlichen gegenüberliegend ist ein zweiter Vorlauf 6 und dem
ersten Rücklauf 5 im Wesentlichen gegenüberliegend ist ein zweiter Rücklauf 7 am Weichengehäuse
2 in dessen Raum 3 mündend angebunden und mit dem Verbraucherkreislauf K2 gekoppelt.
In dem Gehäuse 2 der hydraulischen Weiche 1 erstreckt sich zwischen dem ersten Vorlauf
4 und dem zweiten Vorlauf 6 ein in Strömungsrichtung der Vorlaufströmung V erstes
strömungsleitendes Element 8 und zwischen erstem Rücklauf 5 und zweitem Rücklauf 7
ein sich in Strömungsrichtung der Rücklaufströmung R erstreckendes zweites strömungsleitendes
Element 9. Das erste und das zweite strömungsleitende Element 8, 9 sind in Form von
umfangsseitig offenen Halbrohren ausgebildet. Dabei weist die umfangsseitig offene
Seite 8.1 des ersten strömungsleitenden Elementes nach unten und die umfangsseitig
offene Seite 9.1 des zweiten strömungsleitenden Elementes 9 nach oben und der Öffnungswinkel
α des Umfangs beträgt 180° (s. auch Figur 2). Die aufeinander zu gerichteten Bereiche
der strömungsleitenden Elemente 8, 9 sind dabei geschlossen.
Das unten über den ersten Vorlauf 4 in Richtung der Vorlaufströmung V zugeführte Temperaturträgerfluid
gelangt durch das Weichengehäuse 2 in das nach unten offene erste strömungsleitende
Element 8 und über dieses mit gerichteter Strömung in den zweiten Vorlauf 6 des Verbraucherkreislaufes
K2 und wird einem nicht dargestellten Verbraucher mittels einer oder mehrerer entsprechender
Pumpen zugeführt. Von diesem Verbraucher wird das erwärmte Temperaturträgerfluid über
den zweiten Rücklauf 7 des Verbraucherkreislaufes K2 durch das Weichengehäuse 2 in
dessen Raum 3 eingebracht und über das nach oben offene zweite strömungsleitende Element
9 ebenfalls mit gerichteter Strömungsrichtung in Rücklaufströmung R in den ersten
Rücklauf 5 des Erzeugerkreislaufes geleitet und dort der nicht dargestellten Kältemaschine
zugeführt. Auch im Erzeugerkreislauf sind ein oder mehrere nicht dargestellte Pumpe
vorgesehen.
[0021] Das erste und das zweite strömungsleitende Element sind bevorzugt als Halbrohrschikanen
ausgebildet und an beiden Enden sowie in Umfangsrichtung nach einer Seite offen.
[0022] Wird das System zur Heizung eingesetzt, ist auf der Erzeugerseite beispielsweise
ein Heizkessel angeordnet. In diesem Fall befinden sich der erste und zweite Vorlauf
4, 6 an der Oberseite der hydraulischen Weiche 1 und der erste und zweite Rücklauf
im Bereich der Unterseite der hydraulischen Weiche. Die umfangsseitigen Öffnungen
der strömungsleitenden Elemente 8, 9 weisen ebenfalls voneinander weg.
[0023] Die erfindungsgemäße Lösung ist mit einem Wärmeträgermedium in Form von Wasser oder
anderen Wärme- oder Kälteträgern in Form von Flüssigkeiten betreibbar und kann zur
Heizung und Kühlung kleiner und großer Systeme eingesetzt werden.
[0024] In Figur 3, 4 und 5 sind Varianten der strömungsleitenden Elemente 8, 9 mit einem
Öffnungswinkel von α=20° (Figur 3), von α=180° (Figur 4) und α=270° (Figur 5) dargestellt.
Bei der Figur 4 mit einem Öffnungswinkel von 180° wird somit ein halbes Rohr und bei
Figur 5 mit einem Öffnungswinkel von 270° nur ein Viertel , der Umfangswand eines
Rohres als strömungsleitendes Element 8, 9 verwendet.
[0025] Durch die großen umfangsseitigen Öffnungen der strömungsleitenden Elemente 8, 9 werden
große Volumenströme mit nur geringen Druckverlusten zwischen Erzeugerkreislauf und
Verbraucherkreislauf ausgeglichen. Es ist ein nur minimaler Strömungswiderstand beim
Ansaugen bzw. Abgeben von Wärmeträgermedium für den Ausgleich des Volumenstroms zu
verzeichnen, wobei gleichzeitig eine gute Trennung zwischen dem Volumenstrom des Vorlaufes
und dem Volumenstrom des Rücklaufes gewährleistet ist, selbst wenn nur ein Viertelrohr
in Form eines gebogenen Bleches verwendet wird.
[0026] Somit werden unerwünschte zusätzliche Mischvorgänge des Temperaturträgerfluids (Wärme-
bzw. Kälteträger) zwischen Vor- und Rücklauf und dem im Weichengehäuse befindlichen
Temperaturträgerfluid auf ein mögliches Minimum reduziert.
[0027] Die Berechnung der hydraulischen Weichen erfolgt anhand der Volumenströme und Temperaturen
bevorzugt mit Mitteln der Strömungssimulation.
Bezugszeichenliste
[0028]
- 1
- hydraulische Weiche
- 2
- Weichengehäuse
- 3
- Raum 3
- 4
- erster Vorlauf
- 5
- erster Rücklauf
- 6
- zweiter Vorlauf
- 7
- zweiter Rücklauf
- 8
- erstes strömungsleitendes Element
- 8.1
- umfangsseitig offene Seite von 8
- 9
- zweites strömungsleitendes Element 9
- 9.1
- umfangsseitig offene Seite von 9
- A
- Längsachse A
- K1
- Erzeugerkreislauf
- K2
- Verbraucherkreislauf
- R
- Rücklaufströmung
- V
- Vorlaufströmung
- α
- Öffnungswinkel
1. Hydraulische Weiche für hydraulische Systeme, insbesondere Wärme- und Kälteversorgungssysteme,
die zwischen wenigstens einem Erzeugerkreislauf (K1) und wenigstens einem Verbraucherkreislauf
(K2) anordenbar ist und ein Weichengehäuse (2) aufweist, dessen Längsachse (A) im
Einbauzustand der Weiche (1) im Wesentlichen vertikal verläuft und dessen Inneres
einen Raum (3) für ein Temperaturträgerfluid aufweist,
wobei an dem Weichengehäuse (2) wenigstens ein erster Vorlaufanschluss (4) und wenigstens
ein erster Rücklaufanschluss (5) vorhanden sind, welche mit dem Erzeugerkreislauf
(K1) verbindbar sind,
sowie wenigstens ein zweiter Vorlaufanschluss (6) und ein zweiter Rücklaufanschluss
(7) vorhanden sind, welche mit dem Verbraucherkreislauf (K2) verbindbar sind,
wobei sich zwischen dem ersten Vorlaufanschluss und dem zweiten Vorlaufanschluss ein
sich in Strömungsrichtung vom ersten Vorlaufanschluss (4) bis zum zweiten Vorlaufanschluss
(6) erstreckendes erstes strömungsleitendes Element (8) und zwischen dem ersten Rücklaufanschluss
(5) und dem zweiten Rücklaufanschluss (7) ein sich in Strömungsrichtung vom ersten
Rücklaufanschluss (5) bis zum zweiten Rücklaufanschluss (7) erstreckendes zweites
strömungsleitendes Element (9) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass das erste und das zweite strömungsleitende Element (8, 9) jeweils in Form eines über
seine gesamte Länge umfangsseitig offenen Rohres mit einem den Ausgleich eines Volumenstromes
gewährleistenden Öffnungswinkel (α) ausgebildet sind.
2. Hydraulische Weiche nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Öffnungswinkel (α) zwischen 5° und 270° ausgebildet ist.
3. Hydraulische Weiche nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass
das strömungsleitende Element (8, 9), welches in Richtung zur Unterseite des Weichengehäuses
(2) angeordnet ist, eine durch den Öffnungswinkel (α) gebildete nach unten gerichtete
Öffnung aufweist und dass das strömungsleitende Element, welches darüber in Richtung
zur Oberseite des Weichengehäuses (2) angeordnet ist, eine durch den Öffnungswinkel
(α) gebildete nach oben gerichtete Öffnung aufweist.
4. Hydraulische Weiche nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die strömungsleitenden Elemente (8, 9) in Form eines im Wesentlichen halben, im Querschnitt
halbkreisförmigen, Rohres in der Art eines Halbrohres ausgebildet sind.
5. Hydraulische Weiche nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die als Halbrohre ausgebildeten strömungsleitenden Elemente (8, 9) mit ihren offenen
Seiten (8.1, 9.1) voneinander weggerichtet sind und mit ihren geschlossenen Seiten
aufeinander zu weisen.
6. Hydraulische Weiche nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Radius der beiden rohrförmigen strömungsleitenden Elemente (8, 9) im Wesentlichen
dem Radius des ersten und zweiten Vorlaufanschlusses (4, 6) und dem Radius des ersten
und zweiten Rücklaufanschlusses (5, 7) entspricht.
1. A hydraulic switch for hydraulic systems, in particular heat and cold supply systems,
which can be arranged between at least one generator circuit (K1) and at least one
consumer circuit (K2) and has a switch housing (2) whose longitudinal axis (A), in
the installed state of the switch (1), extends essentially vertical and whose interior
has a chamber (3) for a temperature carrier fluid,
wherein at least one first feed connection (4) and at least one first return connection
(5) are provided on the switch housing (2), which connections can be connected to
the generator circuit (K1),
and at least one second feed connection (6) and one second return connection (7) are
provided, which can be connected to the consumer circuit (K2),
wherein a first flow-conducting element (8) extending in the direction of flow from
the first feed connection (4) to the second feed connection (6) is arranged between
the first feed connection and the second feed connection, and a second flow-conducting
element (9) extending in the direction of flow from the first return connection (5)
to the second return connection (7) is arranged between the first return connection
(5) and the second return connection (7), characterized in that the first and second flow-conducting elements (8, 9) are each arranged in the form
of a tube, which is circumferentially open over its entire length, with an opening
angle (α) which ensures the compensation of a volume flow.
2. A hydraulic switch according to claim 1, characterized in that the opening angle (α) is between 5° and 270°.
3. A hydraulic switch according to claim 1 or 2, characterized in that the flow-conducting element (8, 9), which is arranged in the direction towards the
underside of the switch housing (2), has a downwardly directed opening formed by the
opening angle (α), and the flow-conducting element, (2) which is arranged in the direction
towards the upper side of the switch housing (2), has an upwardly directed opening
formed by the opening angle (α).
4. A hydraulic switch according to one of claims 1 to 3, characterized in that the flow-conducting elements (8, 9) are designed in the form of essentially half
a tube, which is semicircular in the cross section, in the manner of a half-tube.
5. A hydraulic switch according to claim 4, characterized in that the flow-conducting elements (8, 9) designed as half-tubes are oriented away from
one another with their open sides (8.1, 9.1) and face one another with their closed
sides.
6. A hydraulic switch according to one of claims 4 or 5, characterized in that the radius of the two tubular flow-conducting elements essentially corresponds to
the radius of the first and second feed connection (4, 6) and the radius of the first
and second return connection (5, 7).
1. Aiguillage hydraulique pour circuits hydrauliques, en particulier circuits de chauffage
ou de réfrigération, pouvant être disposé entre un circuit producteur (K1) et au moins
un circuit consommateur (K2) et comprenant un caisson d'aiguillage (2) dont l'axe
longitudinal (A) est sensiblement vertical dans l'état installé de l'aiguillage (1)
et dont l'intérieur présente un espace (3) pour un fluide thermoporteur,
dans lequel sont prévus sur le caisson d'aiguillage (2) au moins un premier raccord
d'arrivée (4) et au moins un premier raccord de retour (5) qui peuvent être raccordés
au circuit producteur (K1),
et il est prévu au moins un deuxième raccord d'arrivée (6) et un deuxième raccord
de retour (7) qui peuvent être raccordés au circuit consommateur (K2),
dans lequel est disposé entre le premier raccord d'arrivée et le deuxième raccord
d'arrivée un premier élément guidant l'écoulement (8) qui s'étend dans le sens de
l'écoulement du premier raccord d'arrivée (4) au deuxième raccord d'arrivée (6) et
entre le premier raccord de retour (5) et le deuxième raccord de retour (7) un deuxième
élément guidant l'écoulement (9) qui s'étend dans le sens de l'écoulement du premier
raccord de retour (5) au deuxième raccord de retour (7),
caractérisé en ce que les premier et deuxième éléments guidant l'écoulement (8, 9) sont conformés chacun
comme un tuyau ouvert sur sa circonférence sur toute sa longueur sur un angle d'ouverture
(α) garantissant un équilibrage du débit volumique.
2. Aiguillage hydraulique selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'angle d'ouverture (α) est formé entre 5° et 270°.
3. Aiguillage hydraulique selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que l'élément guidant l'écoulement (8, 9) qui est disposé en direction de la face inférieure
du caisson d'aiguillage (2) présente une ouverture formée par l'angle d'ouverture
(α) et dirigée vers le bas et en ce que l'élément guidant l'écoulement qui est disposé au-dessus en direction de la face
supérieure du caisson d'aiguillage (2) présente une ouverture formée par l'angle d'ouverture
(α) et dirigée vers le haut.
4. Aiguillage hydraulique selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que les éléments guidant l'écoulement (8, 9) sont conformés sensiblement comme une moitié
de tube de section semi-circulaire à la manière d'un demi-tube.
5. Aiguillage hydraulique selon la revendication 4, caractérisé en ce que les éléments guidant l'écoulement (8, 9) conformés comme des demi-tubes sont orientés
à l'opposé l'un de l'autre sur leurs côtés ouverts (8.1, 9.1 ) et tournés l'un vers
l'autre sur leurs côtés fermés.
6. Aiguillage hydraulique selon l'une des revendications 4 ou 5, caractérisé en ce que le rayon des deux éléments guidant l'écoulement (8, 9) en forme de tube correspond
sensiblement au rayon des premier et deuxième raccords d'arrivée (4, 6) et au rayon
des premier et deuxième raccords de retour (5, 7).

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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