Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Buchform- und Pressmaschine gemäss den Merkmalen des
Oberbegriffs des Anspruchs 1.
Stand der Technik
[0002] Bekannte Buchfertigungsstrassen fügen taktweise nacheinander jeweils einen Buchblock
und eine Buchdecke zu einem Buch zusammen. Für einen der letzten Fertigungsschritte
kommt eine Buchform- und Pressmaschine zum Einsatz, wie sie beispielsweise aus der
DE 4422783 A1 bekannt geworden ist.
[0003] Aus dieser Druckschrift ist also eine Buchform- und Pressmaschine bekannt geworden,
welche eine Reihe von Pressvorrichtungen mit daran angeordneten Falzeinbrenneinrichtungen
aufweist, und an einem um eine vertikale Drehachse intermittierend angetriebenen Rotor
angeordnet sind.
[0004] Die Bücher selbst werden in einer Einfuhrstation in eine Pressvorrichtung, in der
sie ganzflächig aufgenommen werden und über die Einbrennleiste ununterbrochen geformt
werden, eingeführt und verbleiben permanent in derselben Pressbacke, bis sie in der
Ausführungsstation wieder herausgeführt werden.
[0005] Zwischen dem Zuführen der in Decken eingehängten Buchblöcke und dem Ausführen der
geformten und gepressten Bücher macht der Rotor einige intermittierende Drehbewegungen,
welche als Press- bzw. Einbrennzeit genutzt werden.
[0006] In der Ladestation werden die Bücher auf die zwei Buchströme aufgeteilt, über einen
Laderechen mit zugeordnetem Führungssteg aufgerichtet, um anschliessend unter seitlicher
Abstützung durch den Laderechen und eines Gegenrechens von einem mit Prismenleisten
ausgestatteten Ladetisch von unten in die geöffnete, stillstehende Pressvorrichtung
transportiert zu werden. Bei den Prismenleisten gibt es dazu für runde oder gerade
Buchrücken gesonderte Einsätze.
[0007] Bei Formatwechseln der Bücher kommt es also für den Wechsel der Prismenplatten zu
Maschinenstillständen und Rüstzeiten, da aus Sicherheitsgründen die gesamte Maschine
mit einer Verkleidung versehen ist, welche in der Regel zunächst entfernt werden muss.
[0008] Bei einem Wechsel von einem geraden auf einen runden Buchblockrücken oder bei einem
Wechsel auf ein masslich geändertes Formstück, mit dem sich eine verbesserte Rundung
erzielen lassen kann, bedeutet dies, dass ein Leerfahren der Maschine, Öffnen der
Schutzverkleidung und erneutes Starten der Maschinen vorgesehen werden muss.
[0009] Bei geraden Büchern gibt es für die dünnen Formate masslich abgestimmt verschieden
breite Auflageschienen als Einzelleisten. Diese Leisten sind dann gestellfest eingeschraubt.
Für die breiteren Formate werden zwei gerade Leisten eingewechselt, wobei es sich
um 2 parallel zueinander angeordnete Platten handelt, bei denen im eingebauten Zustand
die schmalen Längsflächen nach oben zeigen.
[0010] Nach Stand der Technik wird mindestens eine der Platten gestellfest eingebaut und
die zweite Platte wird dann durch verschiedene Zustellmittel auf einen definierten
Abstand parallel zu der ersten Platte verschoben. Das Mass zwischen den beiden nach
aussen zeigenden Flächen entspricht der Dicke des Buches. Das Buch liegt mit seinem
Rücken auf den schmalen Längsflächen auf. Bei einer solchen Konfiguration liegen dickere
Bücher somit jeweils nur im äusseren Bereich des Buchblockrückens auf den Leisten
auf.
Darstellung der Erfindung
[0011] Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Der Erfindung, wie sie in den Ansprüchen
gekennzeichnet ist, liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung vorzuschlagen, welche
prismenförmige Platten, auch Prismenplatten genannt, für runde Bücher enthält und
durch von aussen schaltbare Elemente Bücher mit geraden Buchrücken betrieblich erfasst
werden können, wobei die beiden unterschiedlichen prismenförmigen Platten in der Regel
alternativ von aussen betrieben werden, also die einen für runde Buchblockrücken,
die anderen für gerade Buchblockrücken.
[0012] Diese Schaltbarkeit lässt indessen ohne Weiteres zu, dass beide Prismenplattenpaare
gleichzeitig für bestimmte Buchrückenformen zum Einsatz kommen können.
[0013] Hierzu weisen beispielsweise die Prismenplatten für runde Bücher Führungsmittel auf,
welche eine vertikale oder quasi-vertikale Verschiebung der anderen für gerade Buchrücken
bestimmten Elemente ermöglichen, dergestalt also, dass eine von aussen ausgelöste
einsatzmässige Alternativität des Systems zustande kommt.
[0014] Es ist also auch Aufgabe der Erfindung eine Buchform- und Pressmaschine vorzuschlagen,
welche infrastrukturmässig mit mindestens einer Presseinrichtung ausgestattet ist,
wobei diese Presseinrichtung Pressplatten und Einbrennschienen aufweist. Des Weiteren
ist mindestens eine Ladeeinrichtung vorgesehen, welche einen Ladetisch aufweist, auf
welchem ein Buchblock so angeordnet ist, dass er mit seinem Rücken grundsätzlich dem
Ladetisch zugewandt ist, womit die Buchform- und Pressmaschine nach einem natürlichen
Prozessfluss arbeitet.
[0015] Der Ladetisch selbst weist längs des Rückens des Buchblocks in der Regel zwei horizontal
und zueinander beabstandete Prismenplatten auf, deren vertikale Endoberfläche zur
Abstützung des Buchblocks bestimmt ist. Diese Prismenplatten weisen Mittel auf, welche
eine Höheverstellung von alternativen darin eingebauten Zustellelementen ermöglichen,
wobei noch weitere Mittel vorgesehen sind, welche die Beabstandung der Prismenplatten
zueinander ermöglichen.
[0016] Der wesentliche Vorteil der Erfindung ist somit darin zu sehen, dass die von aussen
eingeleitete Zuschaltung buchblockrückenkonformer Prismenplatten resp. Zustellelemente
sowie deren ebenfalls von aussen betreibbare Anpassung an die jeweilige Dicke des
Buchblocks, welche durch eine primären Veränderung der Beabstandung der Prismenplatten
zueinander erzielt wird, eine maximierte Flexibilität bei der Herstellung von unterschiedlich
konfigurierten Büchern sicher stellt.
[0017] Dabei ist das erfindungsgemässe System der Prismenplatten so beschaffen, dass diese
zur Veränderung der Beabstandung zueinander in horizontaler oder quasihorizontaler
Richtung verstellt werden können, und die Prismenplatten des Weiteren so aufgebaut
sind, dass die Umstellung von einem bestimmten Ausformung des Buchblockrückens zu
einer anderen ohne die Vornahme einer grundsätzlichen ganzheitlichen Auswechslung
der dafür notwendigen Prismenplatten vonstatten gehen kann. Ferner lässt das System
auch zu, dass die Parallelität der zueinander beabstandeten Prismenplatten nach Bedarf
ebenfalls verändert werden kann.
[0018] Erfindungsgemäss sind die Prismenplatten demnach so konzipiert, dass mindestens ein
Paar davon in Wirkverbindung mit autonom betreibbaren Zustellelementen steht, dergestalt,
dass die Zustellelemente mindestens in vertikaler Richtung eine unabhängige translative
Bewegung ausführen können, und diese in die Prismenplatten integrierten Zustellelemente
jeweils dann aktiviert werden, wenn ein Wechsel der zu bearbeitenden Buchrückenformen
ansteht.
[0019] Zusammenfassend wird demnach erfindungsgemäss vorgesehen, ein erstes Paar von zueinander
beabstandeten Primenplatten vorzusehen, deren horizontale oder quasi-horizontale Endoberfläche
dem zu bearbeitenden Rückens des Buchblocks zugewandt und entsprechend ausgebildet
ist. Bei einer runden Buchblockrückenform sind diese Prismenplatten in der Regel schmal
bis lippenförmig ausgebildet, wobei ihre freien buchseitigen Enden in der Regel mit
dem auszuformenden Buchrücken in Wirkverbindung stehen, d.h. in der Regel eine Stützfunktion
gegenüber dem auszuformenden Buch übernehmen.
[0020] Die Beabstandung dieser Prismenplatten zueinander lässt sich nach Bedarf verändern,
je nach Dicke des zu bearbeitenden Buches, womit ihre Wirkungsstelle bei der Bearbeitung
des Buchblockrückens stets optimal eingestellt werden kann.
[0021] Schliesslich trägt jede dieser basisgemässen Prismenplatte jeweils mindestens ein
höhenverstellbares Zustellelement, welches zum Einsatz kommt, wenn die ihm zugewiesene
Buchblockrückenform zur Bearbeitung ansteht, wobei die basisgemässen Prismenplatten
dann nur noch eine Trägerfunktion gegenüber die Zustellelemente erfüllen, denn die
Wirkungsebene gegenüber dem Buchblock wird nun von den in vertikaler Richtung zugeschalteten
Zustellelementen ausgeübt.
[0022] Gemäss einer vorteilhaften Ausführungsform der Buchform- und Pressmaschine sind die
für die Zuschaltung der Zustellelemente verantwortlichen Verstellelemente aussenseitig
der basisgemässen Prismenplatten angeordnet, womit die Beabstandung der Prismenplatten
zueinander minimiert werden kann.
[0023] Ferner wird vorgesehen, dass mehrere Verstellelemente entlang der Länge der Prismenplatten
angeordnet werden können, womit zugleich mehrere Zustellelemente in die Wirkungsebene
verbracht werden können, was sich auch auf die Auflagefläche des Buchblocks positiv
auswirkt.
[0024] Der wesentliche Vorteil der Erfindung ist auch darin zu sehen, dass jedes in die
Prismenplatte eingelegte Zustellelement ein rückseitig der Prismenplatte wirkendes
ambossartiges Element aufweist, über welches das ambossartiges Element mittels eines
schaltbaren Kraftelements zwangsweise in eine Richtung, hier nach oben, verschoben
wird. Das Kraftelement ist vorzugsweise pneumatisch oder hydraulisch betrieben, wobei
auch Stellmotoren zum Einsatz gelangen können. Es ist auch ohne Weiteres möglich eine
mechanische Zustellung vorzusehen.
[0025] Wird der Rückhub des Kraftelements eingeleitet, so ist die Kraftdynamik so ausgelegt,
dass das Zustellelement durch sein Eigengewicht wieder in die Ausgangsstellung zurückfällt,
wobei auch ohne Weiteres doppeltwirkende Kraftentfaltungen vorgesehen werden können.
Das Kraftelement ist in einem Support eingebaut, welcher sowohl die mechanische Verbindung
zwischen Kraftelement und der jeweiligen Prismenplatte übernehmen, und auch die Versorgung
des Kraftelements mit dem jeweiligen Arbeitsmedium sicherstellt.
[0026] Die Prismenplatten sind vorzugsweise mit dünnen Kanälen durchzogen, die das jeweils
im System angebaute Kraftelement über jeweils eine abzweigende Leitung zur Beibringung
eines Fluids miteinander verbinden, und auch mit einer Leitung versehen sind, welche
Anschluß an eine zentrale Kraftversorgung herstellt.
[0027] Werden jetzt die Prismenplatten über die zentrale Versorgung mittels eines Steuerelements
mit einem Arbeitsmedium zur Kraftentfaltung versorgt, schalten alle eingebauten Kraftelemente
die in Wirkverbindung stehenden Zustellelemente hoch. Die glatten Endflächen der hochgefahrenen
Zustellelemente bilden dann eine gerade Ebene, welche die schrägen Flächen der Prismenplatten
temporär resp. intermittierend ausser Funktion setzt. Die einzelnen Prismenplatten
unter operativer Einbindung der Zustellelemente können nun für gerade Buchblockrücken
verwendet werden.
[0028] Wird das Arbeitsmedium wieder abgestellt, fährt das Kraftelement in seine Ausgangsposition
zurück, fallen die Zustellelemente vorzugsweise durch ihr Eigengewicht in die Anfangsstellung
zurück. Die schrägen Flächen der Prismenplatten übernehmen dann ihre angestammte Funktion,
dergestalt, dass wieder Bücher mit runden Rücken aufgenommen werden können.
Kurze Beschreibung der Figuren
[0029] Im folgenden werden anhand der Figuren Ausführungsbeispiele der Erfindung näher erläutert.
Alle für das unmittelbare Verständnis der Erfindung nicht nötigen Elemente sind weggelassen
worden. Gleiche Elemente sind in den verschiedenen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen
versehen. Es zeigt:
- Figur 1
- eine perspektivische Darstellung der Buchform- und Pressmaschine gemäss einem Ausführungsbeispiel
mit eingesetztem Buch mit einem runden Rücken, wobei die Buchform- und Pressmaschine
verstellbare Elemente in einer Spitzstellung aufweist,
- Figur 2
- eine Seitenansicht auf die Buchform- und Pressmaschine aus Figur 1 ohne Nachformeinrichtung,
- Figur 3
- eine der Seitenansicht gem. Fig. 2 entsprechende, weitere Seitenansicht auf die Buchform-
und Pressmaschine aus Figur 1 mit eingesetztem Buch mit einem flachen Rücken, wobei
die Buchform- und Pressmaschine verstellbare Elemente in einer Flachstellung aufweist,
- Figur 4
- eine perspektivische Darstellung von Prismenplatten der Buchform- und Pressmaschine
gemäss dem Ausführungsbeispiel der Figuren 1 bis 3 in separater Darstellung ohne Buch,
- Figur 5
- einen Schnitt durch eine der Prismenplatten aus Figur 4 mit den verstellbaren Elementen
in der Spitzstellung und
- Figur 6
- einen der Figur 5 entsprechenden Schnitt durch die Prismenplatte aus Figur 4 mit den
verstellbaren Elementen in der Flachstellung.
Ausführungsbeispiele der Erfindung
[0030] Die Buchform- und Pressmaschine gemäss Fig. 1-3 ist dazu bestimmt, einen Buchblock
37, 38 zwischen Pressplatten 31, 32 auf einem Ladetisch 62 aufzunehmen.
[0031] Aus Figur 1 ist ein zwischen den Pressplatten 31, 32 gespannter Buchblock 37 mit
einem runden Rücken 39 erkennbar. In der Regel ist die Buchform- und Pressmaschine,
wie sie aus den Figuren 1 bis 3 hervorgeht, für eine vertikale Ausrichtung des Buchblocks
37, 38 vorgesehen. Indessen, die hier gezeigte vertikale Ausrichtung der Buchform-
und Pressmaschine ist nicht zwingend zu verstehen.
[0032] Figur 1 zeigt von oben nach unten eine Nachformeinrichtung 1, eine Presseinrichtung
30 und eine Ladeeinrichtung 60. Die Ladeeinrichtung 60 weist gemäss Fig. 2 zueinander
parallele Prismenplatten 66, 67 auf, welche zueinander beabstandet sind.
[0033] Oberhalb des Buchblocks ist in Figur 1 zur Verdeutlichung der Einbausituation und
der Funktion der Buchform- und Pressmaschine die Nachformeinrichtung 1 mit einem vertikal
verstellbaren und drehbaren Werkzeugträger 5 mit Formleisten 6, 7, 8 dargestellt.
Die Nachformeinrichtung 1 resp. die Infrastruktur des Werkzeugträgers 5 besteht im
Wesentlichen, aber nicht abschliessend, aus einer Führungsstange 2, einem Führungsschlitten
3 und einem Tragarm 4, deren Funktionen im technischen Sinn unzweideutig aus Figur
1 hervorgehen.
[0034] Die Prismenplatten 66, 67 sind an ihren oberen Enden 80 (Fig. 2) dem Buchrücken 39
zugewandt, und weisen eine von aussen nach innen verlaufende Anschrägung auf, welche
überdies nach innen geneigt ist.
[0035] Das Mass der Beabstandung zwischen den beiden Prismenplatten 66, 67, zuzüglich die
Dicke der beiden Prismenplatten, entspricht der Dicke des Buches, womit gleichzeitig
gesagt ist, dass dickere Bücher sonach nur im äusseren Bereich des Buchblockrückens
auf den Prismenplatten aufliegen.
[0036] Von Fall zu Fall sind hinsichtlich der eingestellten Beabstandung der beiden Prismenplatten
66, 67 zueinander Toleranzen vorgesehen, welche dafür sorgen, dass die Prismenplatten
im Verlauf der Herstellung des Buches nicht mit den Pressplatten 31, 32 in Konflikt
kommen.
[0037] Wenn eine Pressplatte ortsfest vorgesehen ist, so bildet sie auch die Lage für eine
erste ortsfeste Prismenplatte. In den Fig. 1-3 ist gezeigt, dass die Pressplatte 31
als ortsfest gesetzt ist. Sodann ist die davon parallel beabstandete zweite Pressplate
32 verschiebbar und demnach auf das jeweilige Buch einstellbar gehalten.
[0038] Dazu kann die innere Pressplatte 32 quer zu einer Rückenlängsachse und insbesondere
horizontal (Siehe Fig. 1, Doppelpfeil X) verschoben werden. In einem unteren Bereich
der Presseinrichtung 30 sind, dem Buchblockrücken 39 zugewandt, auf beiden Seiten
des Buchblocks 37 (Fig. 1 und 2), und 38 (Fig. 3) Heizbalken 33, 34 angeordnet, welche
auf das Buchblock einwirkende Heizschienen 35, 36 betreiben.
[0039] Die Prismenplatten 66, 67 stützen den jeweiligen Buchblock 37, 38 somit mindestens
linienförmig unterhalb der Einbrennschienen 35, 36 ab. Die Abstützung erfolgt im Falle
der runden Buchblockrücken 39 in der Regel nicht exakt linienförmig, sondern eine
solche Abstützung wird über relativ kleine Flächenbahnen erfolgen, da das Buchblockrücken
bildende Material eine gewisse Flexibilität aufweist. Bei geraden Buchblockrücken
(Siehe Fig. 3) ist eher mit einer flächenmässige Aufläge der dafür eingesetzten Prismenplatten
zu rechnen.
[0040] Die Prismenplatten 66, 67, welche nun die Funktion von Basisplatten erfüllen, weisen
jeweils aussenliegende angeordnete und in vertikaler Richtung verstellbare Zustellelemente
71 (Siehe insbesondere Fig. 5 und 6) auf, deren Inbetriebsetzung zu einer höhenmässigen
Überlagerung der Basisplatten führt.
[0041] Kurz auf Fig. 4 eingegangen, sind diese Zustellelemente 71 über die ganze Länge der
jeweiligen Prismenplatte 66, 67 in regelmässiger Folge vorgesehen, wobei eine unregelmässige
Verteilung auch möglich ist. Diese Zustellelemente 71 sind sonach entlang der Länge
der Prismenplatten 66, 67 punktuell wirksam, sie werden in vertikaler Richtung innerhalb
von dafür vorgesehenen als Schlitze ausgebildeten Führungskanälen 68 angetrieben,
und sie weisen inwendig der Prismenplatten vorstehende Supporte auf, welche der Abstützung
des jeweiligen Buchblockrückens dienen. Weitergehende Ausführungen zu Fig. 4 werden
im Zusammenhang mit der Beschreibung der anderen ergänzenden Figuren 5 und 6 folgen.
[0042] Analog zu der Verstellung der Pressplatten in horizontaler Richtung zur Erfassung
der Buchdicke (Siehe Fig. 1, Doppelpfeil X) ist auch hier eine Verstellung X1 der
einen Prismenplatte 67 gegenüber der festen Prismenplatte 66 vorgesehen, wobei auch
möglich ist, beide Prismenplatten autonom verstellbar zu gestalten.
[0043] Diese Verstellung der einen Prismenplatte 67 zur Erzielung der notwendigen Beabstandung
gegenüber der anderen Prismenplatte 66 erfolgt über einen Ladetisch 62, der auch die
Prismenplatten 66, 67 trägt, wobei dieser Ladetisch Bestandteil einer Ladeeinrichtung
60 (Fig. 1) ist, welche über einen Mechanismus entlang der Führungsstange 61 die vertikale
Zustellung Y der Prismenplatten zu den Buchblockrücken und über ein Schlittensystem
63, 64, 65, die horizontale Zustellung X1 der Prismenplatten entsprechend der Dicke
des Buches übernimmt.
[0044] In den Fig. 1, 2, 3, 4 und 5 sind die Zustellelemente 71 allesamt eingefahren, d.h.
sie sind nicht im Einsatz.
[0045] Eine detaillierte Darstellung der Prismenplatten 66, 67 geht aus den Figuren 4 bis
6 hervor.
[0046] Die Prismenplatten 66, 67 weisen an ihren oberen Enden 80 (Fig. 5 und in Figur 6
nur gestrichelt erkennbar) nach oben offene, als Schlitze ausgebildete Führungskanäle
68 auf, in denen die verstellbaren Zustellelemente 71 bewegbar sind, d.h. durch eine
Schaltung führen die Zustellelemente 71 eine vertikale Bewegung gegenüber den als
Basisplatten dienenden Prismenplatten 66, 67 aus.
[0047] Die Führungskanäle 68 sind demnach als Schlitze bzw. Nuten 81 ausgebildet, die die
jeweilige Prismenplatte 66 im Rahmen der Länge solcher Schlitze vollständig durchdringen.
Auf einer Innenseite sind die verstellbaren Zustellelemente 71 über die Prismenplatte
66 erhaben, also sie stehen inwendig vor. An entsprechender Stelle ist die gegenüberliegende
Prismenplatte 67 ebenfalls mit Ausnehmungen 69 für das jeweilige verstellbare Zustellelement
71 versehen. Auch betreffend diese Prismenplatte 67 sind diese Ausnehmungen 69 gleich
gerichtet und gleich ausgebildet wie bei der gegenüberliegenden Prismenplatte 66.
[0048] Unterhalb jedem Führungskanal 68 ist jeweils ein vertikal oder quasi-vertikal ausgerichteter
Führungskanal 82 angeordnet, welcher in Wirkverbindung mit einer Klemmscheibe 72 steht,
welche als Sicherungselement für das verstellbare Zustellelement 71 dient, und gleichzeitig
sicher stellt, dass dieses vertikal entlang der Innenfläche der jeweiligen Prismenplatte
66, 67 bewegbar bleibt.
[0049] Demnach ist die Klemmscheibe 72 mechanisch an das verstellbare Zustellelement 71
gekoppelt, so dass das Zusammenwirken der Klemmscheibe 72 mit dem Führungskanal 82
die vertikale Bewegbarkeit der verstellbaren Elemente 71 begrenzt.
[0050] Um die vertikale Bewegung der Klemmscheiben 72 bei einer minimierten Beabstandung
der Prismenplatten 66, 67 zueinander nicht zu hemmen, oder zu verunmöglichen, weisen
die entgegengesetzte Prismenplatte am gegenüberliegenden Ort Ausnehmungen 70 auf,
welche genügend gross sind, um auch bei einer Beabstandung der Prismenplatten gegen
Null die Funktionstüchtigkeit der Zustellelemente zu gewährleisten.
[0051] Des Weiteren weisen das eingelegte Zustellelement 71 einen nach aussen wirkenden
Amboss 73 auf, über den mittels eines schaltbaren Steuerelements, hier als Hubzylinder
74 ausgeführt, das Zustellelement zwangsweise in eine Richtung, hier nach oben, geschoben
wird, wie dies aus dem Endzustand gemäss Fig. 6 hervorgeht. Der Hubzylinder wird pneumatisch
oder hydraulisch, kurz mit einem Arbeitsmedium beaufschlagt, betrieben. Wird der Rückhub
dieses Hubzylinders 74 eingeleitet, so fällt dieses Zustellelement 71 durch sein Eigengewicht
wieder in die Ausgangsstellung zurück. Bei doppeltwirkenden Hubzylindern ist die Rückstellung
geführt. Der Hubzylinder 74 ist in einem Lagerklotz 75 eingebaut, welcher sowohl die
mechanische Verbindung zwischen Hubzylinder 74 und der jeweiligen Prismenplatte 66,
67 übernehmen, und auch die Versorgung des Hubzylinders 74 mit dem dazugehörenden
Arbeitsmedium sicherstellt.
[0052] Die Prismenplatten 66, 67 sind mit dünnen Luftkanälen 77 durchzogen, die die jeweils
im System angebauten Hubzylinder über jeweils eine abzweigende Leitung 76 miteinander
verbinden, als überdies eine weitere Leitung aufweisen, welche mit der zentralen pneumatischen
oder hydraulischen Versorgung 78 verbunden ist.
[0053] Werden jetzt die Prismenplatten 66, 67 über die zentrale Versorgung 78 mittels eines
Steuerelements, hier mit einem elektrisch schaltbaren Ventil, mit Arbeitsmedium versorgt,
schalten alle eingebauten Hubzylinder 74 ihre in Wirkverbindung stehenden Zustellelemente
71 hoch. Die glatten Endflächen dieser Zustellelemente 71 bilden jetzt eine ebene
Auflagefläche 79 gegenüber dem Buchblockrücken (Siehe Fig. 6) eines flachen Buches,
wobei diese Zustellelemente 71 gemäss Fig. 4 aus 6 Einzelflächen bestehen, welche
die schrägen Flächen 80 der Prismenplatten 66, 67 für ein rundes Buch temporär resp.
intermittierend ausser Funktion setzen. Die einzelnen Prismenplatten 66, 67 unter
Hinzuziehen der Zustellelemente 71 können nun für gerade Buchblockrücken verwendet
werden.
[0054] Wird das Arbeitsmedium wieder abgestellt, fahren die Hubzylinder ein und die Elemente
fallen vorzugsweise durch ihr Eigengewicht in die Anfangsstellung zurück. Die schrägen
Flächen der Prismenplatten 66, 67 kommen wieder in Funktion und können sonach Bücher
mit runden Rücken aufnehmen.
1. Buchform- und Pressmaschine, im Wesentlichen bestehend aus einer Nachformeinrichtung
(1), einer Presseinrichtung (30), einer Ladeeinrichtung (60), wobei die Ladeeinrichtung
im Wesentlichen aus einem Ladetisch (62) und die Presseinrichtung aus einer Anzahl
von zueinander beabstandbaren Pressplatten (31, 32) und aus Einbrennschienen (35,
36) besteht, und wobei der Ladetisch mit Mitteln ausgestattet ist, welche gegenüber
einem Buchblockrücken eine tragende Funktion erfüllen und mit dessen Formgebung in
Wirkverbindung stehen, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel aus mindestens einem zueinander beabstandeten und parallel oder quasi-parallel
verlaufenden Paar von Prismenplatten (66, 67) besteht, welche Prismenplatten jeweils
mindestens ein wirkverbundenes zuschaltbares Zustellelement (71) aufweisen, welches
so ausgebildet ist, dass es zugeschaltet die prismenplattenmässige Funktion für eine
anderweitige Form des Buchblockrückens übernimmt.
2. Buchform- und Pressmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuschaltung des Zustellelementes (71) durch eine Höhenverstellung gegenüber der
Prismenplatten (66, 67) erzielbar ist.
3. Buchform- und Pressmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Zustellelement (71) innenseitig der Prismenplatten (66, 67) höhenverstellbar
ist.
4. Buchform- und Pressmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhenverstellung des Zustellelementes (71) eine vertikale oder quasi-vertikale
Bewegung ausführt, und durch Mittel bewerkstelligt ist, welche jeweils aussenseitig
der Prismenplatten (66, 67) eine translative Bewegung auf das Zustellelement (71)
übertragen.
5. Buchform- und Pressmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel für die translative Bewegung des Zustellelementes (71) mechanisch, pneumatisch,
hydraulisch, motorisch, gehalten sind.
6. Buchform- und Pressmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhenverstellung des Zustellelementes (71) bis mindestens zur Oberkante der Prismenplatte
(66, 67) erfolgt.
7. Buchform- und Pressmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Prismenplatten (66, 67) aus schmalen langgestreckten Leisten bestehen.
8. Buchform- und Pressmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die spaltbildende Beabstandung der Prismenplatte (66, 67) zueinander bis gegen Null
veränderbar ist.
9. Buchform- und Pressmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass entlang der Länge der Prismenplatten (66, 67) mehrere Zustellelemente (71) angeordnet
sind.
10. Buchform- und Pressmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Prismenplatten (66, 67) zugehörig zu den angeordneten Zustellelemente (71) eine
entsprechende Anzahl Führungskanäle (68) aufweisen.
11. Buchform- und Pressmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die verstellbaren Elemente (71) der gegenüberliegenden Prismenplatten (66, 67) zueinander
versetzt angeordnet sind.
12. Buchform- und Pressmaschine nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Prismenplatten (66, 67) Ausnehmungen (69) aufweist, welche den
Zustellelementen (71) der anderen Prismenplatte (66, 67) gegenüberliegend angebracht
sind, und welche die freie Bewegbarkeit der Zustellelemente (71) sicherstellen.
13. Buchform- und Pressmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Prismenplatten (66, 67) und das Zustellelement (71) ein obere Auflagefläche (79,
80) aufweisen, welches in formschlüssiger Wirkverbindung mit der jeweiligen Form des
Buchblockrückens (39) steht.
14. Buchform- und Pressmaschine nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die obere Auflagefläche (80) der Prismenplatte (66, 67) für einen runden Buchblockrücken
(37) eine gegen innen verlaufende Anfaserung (80) aufweist.
15. Buchform- und Pressmaschine nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die obere Auflagefläche (79) des Zustellelementes (71) für einen flachen Buchblockrücken
(38) eine flache oder quasi-flache Oberfläche (79) aufweist.
16. Buchform- und Pressmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zustellelement (71) mit einem Sicherungselement (72) gekoppelt sind, welches
in Bewegungsrichtung als Wegbegrenzer fungiert.
17. Buchform- und Pressmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellbarkeit des Zustellelementes (71) durch einen fluidbetriebenen Hubzylinder
(74) bewerkstelligt ist.
18. Buchform- und Pressmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Prismenplatten (66, 67) Kanäle (77) für ein fluides Medium aufweist.
19. Buchfertigungsstrasse mit einer Buchform- und Pressmaschine nach einem der Ansprüche
1 bis 18.