| (19) |
 |
|
(11) |
EP 2 651 809 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
07.10.2015 Patentblatt 2015/41 |
| (22) |
Anmeldetag: 09.12.2011 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
|
| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
|
PCT/EP2011/072275 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
|
WO 2012/080104 (21.06.2012 Gazette 2012/25) |
|
| (54) |
BETÄTIGUNG EINER FANGVORRICHTUNG
ACTUATION OF AN INTERCEPTING APPARATUS
ACTIONNEMENT D'UN PARACHUTE
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
| (30) |
Priorität: |
17.12.2010 EP 10195791
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
23.10.2013 Patentblatt 2013/43 |
| (73) |
Patentinhaber: Inventio AG |
|
6052 Hergiswil (CH) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- LÉGERET, Benoît
Shanghai (CN)
- BIRRER, Eric
CH-6033 Buchrain (CH)
- JUNIG, Marcus
CH-6020 Emmenbrücke (CH)
- ZIMMERLI, Philipp
CH-4663 Aarburg (CH)
|
| (74) |
Vertreter: Blöchle, Hans et al |
|
Inventio AG,
Seestrasse 55
Postfach 6052 Hergiswil 6052 Hergiswil (CH) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
WO-A1-2008/057116 US-A1- 2007 089 938
|
US-A- 2 493 553
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Aufzugsanlage mit einer Fangvorrichtung und einer Einrichtung
für die Betätigung der Fangvorrichtung und ein entsprechendes Verfahren zur Betätigung
einer Fangvorrichtung.
[0002] Aufzugsanlagen sind in einem Gebäude eingebaut. Sie bestehen im Wesentlichen aus
einer Aufzugskabine, welche über Tragmittel, wie Tragseile oder Tragriemen, mit einem
Gegengewicht oder mit einer zweiten Aufzugskabine verbunden sind. Mittels eines Antriebes,
der wahlweise auf die Tragmittel, direkt auf die Kabine oder das Gegengewicht einwirkt,
wird die Kabine entlang von, im Wesentlichen vertikalen, Führungsschienen verfahren.
Die Aufzugsanlage wird verwendet um Personen und Güter innerhalb des Gebäudes über
einzelne oder mehrere Etagen hinweg zu befördern.
[0003] Die Aufzugsanlage beinhaltet Vorrichtungen um die Aufzugskabine im Falle des Versagens
des Antriebes oder der Tragmittel zu sichern oder auch bei einem Halt in einer Etage
vor ungewolltem Wegdriften oder Abstürzen zu bewahren. Dazu werden in der Regel Fangvorrichtungen
verwendet, welche im Bedarfsfalle die Aufzugskabine auf den Führungsschienen abbremsen
können.
[0004] Bis heute wurden derartige Fangvorrichtungen durch mechanische Geschwindigkeitsbegrenzer
aktiviert. Zunehmend werden heute aber auch elektronische Überwachungseinrichtungen
verwendet, welche im Bedarfsfalle Brems- oder Fangvorrichtungen aktivieren können.
[0005] Um trotzdem auf bekannte und bewährte Fangeinrichtungen zurückgreifen zu können sind
elektromechanische Betätigungseinheiten erforderliche, welche bei entsprechender Ansteuerung
Fangvorrichtungen betätigen können.
[0006] Aus
EP0543154 ist eine derartige Vorrichtung bekannt. Hierbei wird eine Hilfszangenbremse bedarfsweise
mit einer Führungsschiene in Eingriff gebracht und diese Hilfszangenbremse betätigt
ein bestehendes Hebelsystem wodurch Fangvorrichtungen betätigt werden. Diese Hilfszangenbremse
wird ausgelegt um das Hebelsystem und Massenteile der Fangvorrichtung bewegen, bzw.
die Fangvorrichtung betätigen zu können. Die erforderlichen elektromagnetischen Einheiten
müssen entsprechend gross dimensioniert werden.
[0007] Aus
WO 2008/057116 ist eine ähnliche Vorrichtung bekannt. Hierbei wird ein in einer Fangvorrichtung
angeordneter Mitnahmekörper bedarfsweise an eine Führungsschiene angedrückt, wodurch
die Fangvorrichtung betätigt wird.
[0008] Aus
US7575099 ist eine weitere derartige Einrichtung bekannt. Bei dieser Lösung werden im Bedarfsfalle
Fangkeile einer Fangvorrichtung durch Federn direkt betätigt. Die Federn sind durch
einen Elektromagneten vorgespannt und die vorgespannten Federn werden im Bedarfsfalle
freigegeben. Die Federn lassen sich durch einen Spindelantrieb wiederum zurückstellen,
bzw. spannen. Auch dieser Elektromagnet ist entsprechend gross zu dimensionieren,
da die gesamte Vorspannkraft mehrerer Federn direkt aufgenommen und gehalten werden
muss.
[0009] Die Erfindung bezweckt somit die Bereitstellung mindestens einer alternativen Lösung
zur Betätigung einer Fangvorrichtung in einer Aufzugsanlage mittels elektrischer Ansteuerung
und deren Integration in die Aufzugsanlage.
[0010] Diese Lösung oder Lösungen sollen mit herkömmlichen Fangvorrichtungen kombiniert
werden können und sie sollen sicher sein.
[0011] Weitere Aspekte wie eine schnelle Betätigung der Fangvorrichtung, geringer Energiebedarf,
einfache Montage, Verhalten der Einrichtung bei Energieausfall oder Bauteilfehlern
sollen mitberücksichtigt werden.
[0012] Die in den unabhängigen Patentansprüchen definierten Lösungen erfüllen zumindest
einzelne dieser Anforderungen und sie berücksichtigen mit ihren Ausgestaltungen gemäss
den abhängigen Ansprüchen wesentliche weitere nutzbringende Aspekte.
[0013] Eine Aufzugsanlage dient dem Transport von Gütern und Personen in Gebäuden. Die Aufzugsanlage
beinhaltet dazu zumindest eine Aufzugskabine zur Aufnahme der Personen und Güter,
und in der Regel ein Gegengewicht. Gegengewicht und Aufzugskabine sind über ein oder
mehrere Tragmittel, wie beispielsweise einem Tragseil, einen Tragriemen oder andere
Tragmittel, miteinander verbunden. Diese Tragmittel sind über eine Umlenkrolle, bzw.
eine Antriebsscheibe geführt und das Gegengewicht und die Aufzugskabine bewegen sich
somit gegengleich im Gebäude, bzw. in einem im Gebäude vorgesehenem Aufzugsschacht.
Um einen Absturz der Kabine und fallweise auch des Gegengewichts zu verhindern, oder
auch um anderes Fehlverhalten dieser Fahrkörper - unter Fahrkörper ist im Folgenden
sowohl die Aufzugskabine wie auch das Gegengewicht verstanden - zu verhindern, ist
zumindest die Aufzugskabine und fallweise auch das Gegengewicht mit einer Fangvorrichtung
ausgerüstet. Ein Fahrkörper beinhaltet dabei in der Regel zwei Fangvorrichtungen,
welche je einer Führungsschiene zugeordnet sind. Die Führungsschienen - in der Regel
zwei Führungsschienen - führen den Fahrkörper dem Aufzugsschacht entlang und sie beinhalten
einen Steg auf den die Fangvorrichtung zum Zwecke des Bremsens eingreifen kann. Um
die Fangvorrichtung zu betätigen ist dazu ein Fangelement, wie beispielsweise ein
Fangkeil, eine Fangrolle oder einen Fangexzenter anzuheben oder in eine Fangposition
zu drehen. Eine derartige Ausführungsart einer herkömmlichen Fangvorrichtung ist beispielsweise
eine Exzenter-Fangvorrichtung. Hierbei muss, um einen Brems- oder Fangvorgang zu initialisieren,
das Fangelement in der Form eines Exzenters verdreht werden, damit er mit der Führungsschiene
in Kontakt kommt, er diese anschliessend klemmen und somit eine Klemm- und Bremskraft
aufbauen kann.
[0014] Eine Lösung sieht nun vor, dass eine an dem Fahrkörper angeordnete und mit der Fangvorrichtung
in Verbindung stehende Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung die Fangvorrichtung
betätigt, bzw. den Fangkeil oder die Fangrolle anhebt oder das Fangelement in die
Fangposition dreht. Die Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung beinhaltet
dazu mindestens einen Mitnahmekörper, der am Fahrkörper schwenkbar gelagert ist. Im
Bedarfsfalle wird der Mitnahmekörper an den Aufzugsschacht, bzw. vorzugsweise an die
Führungs- oder Bremsschiene, angedrückt. Durch eine Relativbewegung zwischen dem angedrückten
Mitnahmekörper und der Fangvorrichtung erfolgt die Betätigung der Fangvorrichtung.
Die Relativbewegung entsteht dadurch, dass der Mitnahmekörper, der an den Aufzugsschacht,
bzw. die Führungs- oder die Bremsschiene angedrückt ist am Berührungspunkt mit der
Schiene festgehalten wird und der weiterfahrende Fahrkörper mit der Fangvorrichtung
sich somit relativ zu diesem Punkt weiterbewegt. Der Mitnahmekörper beinhaltet vorteilhafterweise
eine kurvenförmige Mitnahmefläche und er ist um eine Drehachse schwenkbar in der Einrichtung
für die Betätigung der Fangvorrichtung angeordnet. In dieser Ausgestaltung kann nun
die vorzugsweise kurvenförmige Mitnahmefläche den Mitnahmekörper verschwenken und
damit den Fangkeil oder die Fangrolle anheben oder das Fangelement in die Fangposition
drehen. Der Mitnahmekörper ist dazu mit einer Verbindungsstange zum Fangkeil, zur
Fangrolle oder zum Fangelement verbunden.
[0015] Vorzugsweise ist die Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung direkt nahe
der Fangvorrichtung oberhalb oder unterhalb derselben in einem eigenen Gehäuse angeordnet.
[0016] Mit einer derartigen Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung kann die
Fangvorrichtung schnell und sicher betätigt werden. Der Mitnahmekörper kann unabhängig
von der Fangvorrichtung betätigt werden und er kann mittels der Verbindungsstange
zu bestehenden Fangvorrichtungen verbunden werden. Auch lässt sich die Drehachse,
bzw. der Drehpunkt einfach an ein Gehäuse der Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung
anbauen, bzw. in dieses integrieren.
[0017] Alternativ kann die Drehachse, bzw. der Drehpunkt auch in ein Gehäuse der Fangvorrichtung
integriert sein.
[0018] In einer Ausgestaltungsvariante ist die kurvenförmige Mitnahmefläche ist derart ausgeführt,
dass eine Andrückkraft des Mitnahmekörpers an den Aufzugsschacht, bzw. die Führungs-
oder Bremsschiene, über einen Schwenkbereich des Mitnahmekörpers zunimmt. Über die
Ausgestaltung der kurvenförmigen Mitnahmefläche kann somit erreicht werden, dass mit
einer eher geringen Andrückkraft die Schwenkung initialisiert werden kann und dass
über den Schwenkwinkel die Andrückkraft zunimmt und somit die Kraft die zum Betätigen
der Fangvorrichtung zur Verfügung steht ebenfalls zunimmt.
[0019] In einer Ausgestaltungsvariante ist der Fahrkörper, der entlang von mindestens zwei
Führungs-, bzw. Bremsschienen, verfahrbar angeordnet ist, mit mindestens zwei Fangvorrichtungen
ausgerüstet. Dabei wirkt eine erste Fangvorrichtung mit einer ersten Führungs-, bzw.
Bremsschiene zusammen und eine zweite Fangvorrichtung wirkt mit einer zweiten Führungs-,
bzw. Bremsschiene zusammen. Beide Fangvorrichtungen sind mit jeweils einer Einrichtung
für die Betätigung der Fangvorrichtung verbunden und können von dieser im Bedarfsfall
betätigt werden. Die beiden Drehachsen der beiden Mitnahmekörper sind in einer vorzugsweisen
Ausführung miteinander gekoppelt, d.h. beispielsweise mittels einer Verbindungsachse
verbunden. Die beiden Mitnahmekörper werden somit miteinander verschwenkt. Die beiden
Einrichtungen für die Betätigung der Fangvorrichtung sind somit derart miteinander
gekoppelt, dass beide Einrichtungen für die Betätigung der Fangvorrichtung und somit
die beiden Fangvorrichtungen im
[0020] Wesentlichen synchron betätigt werden.
[0021] Damit ist einem unsymmetrischen Betätigen der Fangvorrichtungen vorgebeugt.
[0022] In einer Ausgestaltungsvariante ist jede der Einrichtungen für die Betätigung der
Fangvorrichtung so ausgelegt ist, dass sie alleine in der Lage ist, die über die Drehachse
des Mitnahmekörpers gekoppelten Fangvorrichtungen zu betätigen. Die Sicherheit der
Aufzugsanlage ist damit erhöht. Die beiden Einrichtungen für die Betätigung der Fangvorrichtung
können gemeinsam angesteuert werden und sie betätigen somit die jeweils zugehörige
Fangvorrichtung. Fällt jetzt Beispielsweise eine der beiden Einrichtungen für die
Betätigung der Fangvorrichtung aus, ist die verbleibende Einrichtung durchaus alleine
in der Lage die beiden Fangvorrichtungen zu betätigen.
[0023] In einer Ausgestaltungsvariante ist die kurvenförmige Mitnahmefläche des Mitnahmekörpers
über eine Freilaufeinrichtung mit der Fangvorrichtung verbunden. Über einen ersten
Bereich der Relativbewegung zwischen dem an den Aufzugsschacht, bzw. vorzugsweise
an die Führungs- oder Bremsschiene, angedrückten Mitnahmekörper und der Fangvorrichtung
wird lediglich der Mitnahmekörper geschwenkt, wodurch die Andrückkraft des Mitnahmekörpers
an den Aufzugsschacht, bzw. die Führungs- oder Bremsschiene erhöht wird. Erst über
einen zweiten Bereich der Relativbewegung wird dann die Fangvorrichtung betätigt.
Damit wird wiederum bewirkt, dass die Andrückkraft im ersten Arbeitsschritt des Betätigungsvorganges
gering gehalten werden kann, da nur der Mitnahmekörper selbst verschwenkt werden muss.
Über diesen ersten Bereich steigt, wegen der entsprechend geformten kurvenförmigen
Mitnahmefläche, die Andrückkraft an und dementsprechend steht dann im zweiten Bereich
der Relativbewegung eine erhöhte Betätigungskraft zum Betätigen der Fangvorrichtung
selbst zur Verfügung.
[0024] In einer Ausgestaltungsvariante ist der Mitnahmekörper mittels einer Andrückfeder,
vorzugsweise mittels einer Druckfeder, an den Aufzugsschacht, bzw. an die Führungs-
oder die Bremsschiene, andrückbar und er ist mittels eines Elektromagneten in einer
Bereitschaftsstellung haltbar. Diese Ausführung ist besonders sicher. Bei Ausfall
einer Ansteuerung oder bei Energieverlust fällt der Elektromagnet zwangsläufig ab
und die Andrückfeder drückt den Mitnahmekörper an. Vorzugsweise sind die Elektromagneten
von zwei Einrichtungen für die Betätigung der Fangvorrichtung in Serie zusammengeschalten.
Damit ist zusätzlich sichergestellt, dass die Auslösung von beidseitig des Fahrkörpers
angeordneten Fangvorrichtungen synchron erfolgt. Alternativ kann der Elektromagnet
eine Zustelleinrichtung auch lediglich entlasten, so dass der Mitnahmekörper, beispielsweise
von einer Feder von dem Aufzugsschacht, bzw. von der Führungs- oder Bremsschiene distanziert
gehalten ist.
[0025] In einer Ausgestaltungsvariante beinhaltet der Mitnahmekörper einen beweglichen und
einen festen Mitnahmeteil. Der bewegliche Mitnahmeteil ist dabei mittels der Andrückfeder
an den Aufzugsschacht, bzw. an die Führungs- oder Bremsschiene, andrückbar und der
Elektromagnet kann das bewegliche Mitnahmeteil in der Bereitschaftsstellung halten.
Der bewegliche Mitnahmeteil ist dabei vorteilhafterweise im festen Mitnahmeteil geführt.
Der bewegliche Mitnahmeteil kann klein und mit geringer Masse ausgeführt sein. Damit
kann die Reaktionszeit klein gehalten werden. Der bewegliche Mitnahmeteil stellt dabei
den ersten Reibkontakt mit dem Aufzugsschacht, bzw. der Führungs- oder Bremsschiene
her. Nach einer kleinen Schwenkbewegung geht der Reibkontakt des beweglichen Mitnahmeteils
auf den festen Mitnahmeteil über, der ab diesem Zeitpunkt die weitere Schwenkbewegung
sicherstellt. Die Mitnahmefläche des Mitnahmekörpers wird durch den beweglichen und
den festen Mitnahmeteil gemeinsam gebildet. Vorzugsweise ist diese Mitnahmefläche
griffig, beispielsweise mit einer Prägung, mit einer Rändelung oder anderer strukturierter
Oberfläche ausgeführt. Vorzugsweise ist der Elektromagnet, der in dieser Ausführung
den beweglichen Mitnahmeteil, in der Bereitschaftsstellung hält im Bereich der Drehachse
des Mitnahmekörpers, bzw. allenfalls direkt in der Verbindungsachse der beiden Einrichtungen
für die Betätigung der Fangvorrichtung angeordnet.
[0026] In einer Ausgestaltungsvariante ist der Elektromagnet in eine elektromechanische
Zustelleinrichtung integriert. Diese elektromechanische Zustelleinrichtung ist beispielsweise
im Bereich der Drehachse, vorzugsweise direkt in der Verbindungsachse, des Mitnahmekörpers
angeordnet.
[0027] Die Verbindungsachse besteht dabei aus je einem Anschlusselement, welche der jeweils
ersten und zweiten Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung zugeordnet sind
und einem Verbindungselement, vorzugsweise einem Verbindungsrohr, welches die beiden
Anschlusselemente verbindet. Die Länge des Verbindungselements ist dabei auf eine
Breite des Fahrkörpers, bzw. eine Distanz der beiden Einrichtungen für die Betätigung
der Fangvorrichtung abgestimmt. Die elektromechanische Zustelleinrichtung ist nun
beispielsweise im oder im Bereiche des Anschlusselements integriert. Damit ist je
eine eigene Zustelleinrichtung pro Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung
vorgesehen, welche aber in der Lage ist - wie vorgängig erläutert - über die Verbindungsachse
im Bedarfsfalle auch die zweite Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung
mitzunehmen.
[0028] Die Zustelleinrichtung besteht in einem Beispiel aus dem Elektromagneten der in der
Form eines Hubmagneten in der Achsrichtung des Anschlusselements angeordnet ist und
der einen Ankerstift im Normalbetrieb entgegen einer Kraft einer Ankerfeder hält.
Der Ankerstift ist mit einer konischen oder keilförmigen Druckspitze versehen. Sobald
der Elektromagnet stromlos geschalten wird, drückt die Ankerfeder den Ankerstift weg
und über die Keilschräge, bzw. die konische Druckspitze wird ein Führungsstift weggedrückt.
Dieser Führungsstift ist ein Bestandteil des beweglichen Mitnahmeteils des Mitnahmekörpers,
bzw. er ist mit diesem verbunden. Im Normalbetrieb wird dieser Führungsstift mit einer
Führungsfeder in der Bereitschaftsstellung, also distanziert vom Aufzugsschacht, bzw.
der Führungs- oder Bremsschiene gehalten und bei stromlosem Zustand des Elektromagneten
drückt der Ankerstift über die Keilschräge den Führungsstift zusammen mit dem beweglichen
Mitnahmeteil gegen den Aufzugsschacht, bzw. die Führungs- oder Bremsschiene.
[0029] Selbstverständlich können die Arbeitspositionen durch Schalter überwacht sein, um
ein korrektes Ansprechen der Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung zu
überprüfen.
[0030] Diese vorgenannte Form der Zustelleinrichtung ermöglicht eine Platz sparende Bauweise
und eine Haltekraft des Elektromagneten kann klein gewählt werden. Zudem ist die Anordnung
der Zustelleinrichtung in der Verbindungsachse vorteilhaft, da ein Achszentrum der
Verbindungsachse beim Schwenken der Mitnahmekörpers keine Verschiebung erfährt und
der Elektromagnet ist innerhalb der Verbindungsachse zugleich vor Staub, Schmutz und
allfälligem Metallabrieb, wie beispielsweise Roststaub, geschützt.
[0031] In einer Ausgestaltungsvariante beinhaltet die Einrichtung für die Betätigung der
Fangvorrichtung weiter eine Gegendruckrolle, welche auf einer dem Mitnahmekörper gegenüberliegenden
Fläche des Aufzugsschachts, bzw. der Führungs- oder Bremsschiene angeordnet ist und
welche die Position der Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung in Bezug
zum Aufzugsschacht, bzw. zur Führungs- oder Bremsschiene gewährleistet. Die Einrichtung
für die Betätigung der Fangvorrichtung ist vorteilhafterweise in das Gehäuse der Einrichtung
für die Betätigung der Fangvorrichtung eingebaut. Dieses Gehäuse kann einerseits zur
Befestigung am Fahrkörper verwendet werden und es ermöglicht andererseits die Befestigung
der Fangvorrichtung. Mit der im Gehäuse angeordneten Gegendruckrolle wird die Fläche
des Aufzugsschachts, bzw. der Führungs- oder Bremsschiene an der die Einrichtung für
die Betätigung der Fangvorrichtung angreift entlastet. Zudem kann in einer Weiterbildung
der Lösung in dieser Gegendruckrolle ein Geschwindigkeitssensor eingebaut sein, der
eine Fahrgeschwindigkeit des Aufzugs misst und der bei Überschreitung einer kritischen
Verfahrgeschwindigkeit direkt selbsttätig die Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung
ansteuert und damit die Fangvorrichtung betätigt. Ergänzend kann auch die zweite Einrichtung
für die Betätigung der Fangvorrichtung mit einer Gegendruckrolle mit Geschwindigkeitssensor
ausgerüstet sein. Damit kann eine redundante Geschwindigkeitsüberwachung realisiert
werden.
[0032] In einer Ausgestaltungsvariante wird die Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung
bei einem Halt des Fahrkörpers aktiviert. Dies bedeutet, dass der Elektromagnet oder
eine gleichwertige Betätigung bei einem Halt in einer Etage den Mitnahmekörper freigibt,
womit er an den Aufzugsschacht, bzw. die Führung- oder Bremsschiene angedrückt wird.
Solange sich der Fahrkörper in einem freien Schwenkbereich der Einrichtung für die
Betätigung der Fangvorrichtung bewegt, wird die Fangvorrichtung noch nicht betätigt
und die Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung kann durch Wiedereinschalten
des Elektromagnets wieder in die Bereitschaftsstellung zurückgestellt werden. Wenn
sich der Fahrkörper jedoch über einen grösseren Betrag von der Etage wegbewegt, bzw.
unkontrolliert wegdriftet, betätigt der Mitnahmekörper, der ja am Aufzugsschacht,
bzw. an der Führung- oder Bremsschiene anliegt, die Fangvorrichtung. Damit ist ein
guter Schutz gegen ein unbeabsichtigtes Wegrutschen des Fahrkörpers erreicht.
[0033] In einer Ausgestaltungsvariante einer Aufzugsanlage beinhaltet der Fahrkörper, bzw.
in erster Linie die Aufzugskabine eine elektronische Sicherheitseinrichtung, bzw.
ist zu dieser verbunden. Die elektronische Sicherheitseinrichtung kann eine Abweichung
der Fahrgeschwindigkeit von einer Sollgeschwindigkeit feststellen und im Bedarfsfalle
die Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung ansteuern und damit die Fangvorrichtung
betätigen.
[0034] Alternativ oder ergänzend beinhaltet der Fahrkörper, bzw. in erster Linie die Aufzugskabine
eine Überwachungseinrichtung, bzw. ist zu dieser verbunden. Die Überwachungseinrichtung
wird beispielsweise bei einem Stillstand der Aufzugskabine aktiviert und sie kann
ein allfälliges unerwartetes Wegdriften der Aufzugskabine aus dem Stillstand festzustellen
und sie kann im Bedarfsfalle die Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung
ansteuern und damit ebenfalls die Fangvorrichtung betätigen.
[0035] In einer Ausgestaltungsvariante einer Aufzugsanlage beinhaltet ein weiterer Fahrkörper,
beispielsweise ein Gegengewicht, eine weitere Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung
wie sie vorgängig ausgeführt ist. In einer Ausführung beinhaltet dieser weitere Fahrkörper
vorzugsweise einen Geschwindigkeitssensor, welcher in der Gegendruckrolle eingebaut
ist, wie vorgängig ausgeführt und er beinhaltet eine Energieversorgung mit Energiespeicher,
welche beispielsweise mittels mitlaufendem Rollengenerator erzeugt wird. Diese Einrichtung
kann dann eine Sicherung dieses weiteren Fahrkörpers vornehmen, ohne dass weitere
elektrische Verbindungen notwendig sind. Ein Statussignal kann über eine Funkverbindung
"Wireless" übertragen werden. Alternativ kann natürlich ein Hänge- oder Ausgleichskabel
zwischen den Fahrkörpern, in der Regel zwischen Kabine und Gegengewicht, verwendet
werden um die erforderlichen Signale und Energie zu übertragen. In diesem Falle können
bedarfsweise natürlich die Geschwindigkeits-, bzw. die Sicherheitsinformationen bei
einem der Fahrkörper aufbereitet und dann zum anderen Fahrkörper übertragen werden.
[0036] In einer vorteilhaften Ausführung der Aufzugsanlage ist die Fangvorrichtung, eine
Exzenterfangvorrichtung. Eine derartige Exzenterfangvorrichtung ist beispielsweise
aus der Offenbarung
DE2139056 bekannt. Die Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung kann mittels der
Verbindungsstange zum Exzenter der Exzenterfangvorrichtung verbunden werden und somit
ist eine direkte Betätigung einer derartigen Fangvorrichtung gewährleistet. Selbstverständlich
müssen erforderliche Abmessungen der Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung
auf die Erfordernisse der Fangvorrichtung abgestimmt sein. Wenn die Fangvorrichtung
für eine Betätigung in beiden Verfahrrichtungen ausgeführt ist, kann bedarfsweise
auch die Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung auf eine beidseitige Betätigung
ausgerichtet sein.
[0037] In einer Ausgestaltungsvariante ist die Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung
über einen Energiespeicher mit elektrischer Energie versorgt. Dies ist Beispielsweise
eine aufladbare Batterie. Der Energiespeicher verhindert beispielsweise eine unerwünschte
Betätigung der Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung bei einem Energieausfall
im Gebäude. Damit kann der Fahrkörper zuerst durch ordentliche Bremsmassnahmen stillgesetzt
werden. Selbstverständlich kann dieser Energiespeicher bedarfsweise auch andere Funktionsgruppen
mit Notstrom versorgen.
[0038] In einer Konfigurationsvariante sind ein Paar Fangvorrichtungen mit zugehörigen Einrichtungen
für die Betätigung der Fangvorrichtung auf der Kabine angeordnet. Die Einrichtungen
für die Betätigung der Fangvorrichtungen sind mittels der Verbindungsachse miteinander
verbunden und beide Einrichtungen für die Betätigung der Fangvorrichtung sind mit
einer elektromechanischen Zustelleinrichtung versehen. Die Einrichtungen für die Betätigung
der Fangvorrichtung, bzw. die elektromechanischen Zustelleinrichtungen werden durch
die Sicherheitseinrichtung angesteuert. Die Sicherheitseinrichtung steuert beispielsweise
direkt oder über entsprechende Bremssteuergeräte die Elektromagneten der elektromechanischen
Zustelleinrichtung an. Die Elektromagneten sind vorzugsweise, wie vorgängig bereits
beschrieben, in Serie geschalten.
[0039] Die Sicherheitseinrichtung kann beispielsweise eine Geschwindigkeits-Überwachungseinrichtung
sein, wie sie in der
WO03004397 verwendet ist, sie kann eigene Geschwindigkeitssensoren oder Systeme zur Bestimmung
der Geschwindigkeit beinhalten oder sie kann eine Überwachungseinrichtung sein, welche
eine Drehzahl von Rollen auswertet, welche auf der Kabine entlang der Führungsschienen
rollen, oder sie kann ein Sicherheitsbeaufsichtigungssystem sein, wie es in
EP1602610 vorgestellt ist. Der Sicherheitseinrichtung ist vorteilhafterweise mit elektrischen
Energiespeichern, wie Batterien, Akkus, Kondensatorbatterie ausgerüstet. Mit Hilfe
dieser Energiespeicher wird bei einem Energieausfall im Gebäude die Sicherheitseinrichtung
über eine vordefinierte Zeit aktiv gehalten. Diese Energiespeicher können bedarfsweise
für verschiedene Funktionsgruppen zusammengeführt sein. Selbstverständlich können
anstelle eines Paares von Fangvorrichtungen auch mehrere Paare von Fangvorrichtungen
mit jeweils zugehörigen Einrichtungen für die Betätigung der Fangvorrichtung an die
Kabine angebaut werden.
[0040] In einer anderen Konfigurationsvariante ist das Gegengewicht mit Fangvorrichtungen
ausgerüstet, welche lediglich bei einer fehlenden Aufhängekraft, mittels einer Schlaffseilüberwachung,
bzw. Schlaffseilauslösung betätigt werden. In diesem Fall wird lediglich bei einem
Entfall der Aufhängekraft am Gegengewicht, was beispielsweise bei einem Versagen eines
Tragmittels der Fall ist, die Fangvorrichtung am Gegengewicht betätigt. Um ein versehentliches
Ansprechen, beispielsweise infolge von Seilschwingungen, zu verhindern wird die Schlaffseilüberwachung
mit einem Dämpfungselement, wie einem pneumatischen Dämpfer, versehen. Ein Vorteil
einer derartigen Ansteuerung der Fangvorrichtung ist, dass keine elektrische Anbindung
des Gegengewichts an die Aufzugsanlage erforderlich ist und trotzdem das Gegengewicht
wirksam gegen ein Abstürzen gesichert ist. Eine allfällige Fehlauslösung der Fangvorrichtung
am Gegengewicht kann an der Kabine oder am Antrieb überwacht werden, da bei einem
Ansprechen dieser Fangvorrichtung ein plötzlicher starker Lastwechsel beim Antrieb
oder im Tragmittel resultiert.
[0041] Im Folgenden werden nun die Erfindungsgedanken anhand eines Beispieles im Zusammenhang
mit den Figuren erläutert.
[0042] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Ansicht einer Aufzugsanlage in der Seitenansicht,
- Fig. 2
- eine schematische Ansicht der Aufzugsanlage im Querschnitt,
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung eines Gesamtsystem,
- Fig. 4
- eine Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung zusammen mit einer angebauten
Fangvorrichtung in einer Bereitschaftsstellung,
- Fig. 5
- eine perspektivische Ansicht der Einrichtung von Fig. 4,
- Fig. 6
- die Einrichtung von Fig. 4 in einer ersten Betätigungsstellung,
- Fig. 7
- die Einrichtung von Fig. 4 in einer zweiten Betätigungsstellung,
- Fig. 8
- die Einrichtung von Fig. 4 in einer Bremsstellung,
- Fig. 9a
- eine elektromechanische Zustelleinrichtung in einer Bereitschaftsstellung,
- Fig. 9b
- die elektromechanische Zustelleinrichtung von Fig. 9a in einer ersten Betätigungsstellung,
- Fig. 10
- eine Schaltungsanordnung zur Schaltung der Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung
- Fig. 11
- eine schematische Ansicht einer Aufzugsanlage mit einer Fangvorrichtung am Gegengewicht.
[0043] In den Figuren sind für gleichwirkende Teile über alle Figuren hinweg dieselben Bezugszeichen
verwendet.
[0044] Fig. 1 zeigt eine Aufzugsanlage 1 in einer Gesamtschau. Die Aufzugsanlage 1 ist in
einem Aufzugsschacht 2 eines Gebäudes eingebaut, und sie dient dem Transport von Personen
oder Gütern innerhalb des Gebäudes. Die Aufzugsanlage beinhaltet eine Aufzugskabine
3, welche sich entlang von Führungsschienen 9 auf- und abwärts bewegen kann. Die Aufzugskabine
3 ist dabei von Führungsschuhen 10 den Führungsschienen 9 entlang geführt. Die Aufzugskabine
3 ist vom Gebäude über Türen zugänglich. Ein Antrieb 6 dient zum Antreiben und Halten
der Aufzugskabine 3. Der Antrieb 6 ist in der Regel im oberen Bereich des Gebäudes
angeordnet und die Aufzugskabine 3 hängt mit Tragmitteln 5, beispielsweise Tragseile
oder Tragriemen, am Antrieb 6. Die Tragmittel 5 sind über den Antrieb 6 weiter zu
einem Gegengewicht 4 geführt. Das Gegengewicht gleicht einen Massenanteil der Aufzugskabine
3 aus, so dass der Antrieb 6 zur Hauptsache lediglich ein Ungleichgewicht zwischen
Aufzugskabine 3 und Gegengewicht 4 ausgleichen, bzw. treiben und halten, muss. Auch
das Gegengewicht 4 ist entlang von Führungsschienen 9 mittels Führungsschuhen 10 geführt.
Die Führungsschuhe 10 für die Aufzugskabine 3 und das Gegengewicht 4 sind in der Regel
entsprechend von erwarteten Führungskräften ausgewählt. Es kommen hierbei sogenannte
Gleitführungen oder Rollenführungen in Frage. Der Antrieb 6 ist im Beispiel im oberen
Teil des Aufzugsschachts 2 angeordnet. Er kann selbstverständlich auch an einem anderen
Ort im Gebäude, oder im Bereich der Kabine 2 oder des Gegengewichts 3 angeordnet sein.
[0045] Die Aufzugsanlage 1 ist, wie ebenfalls in Fig. 3 ersichtlich von einer Aufzugssteuerung
7 gesteuert. Diese Aufzugssteuerung 7 steuert dazu zur Hauptsache den Antrieb 6 und
sie beinhaltet auch Sicherheitselemente, welche Bewegungen der Aufzugskabine in Abstimmung
mit der Umgebung - z.B. Schliesszustand der Türen - überwacht. Die Aufzugssteuerung
7 ist über ein Hängekabel 8 mit der Aufzugskabine 3 verbunden. Über das Hängekabel
8 wird elektrische Energie, sowie Steuersignale übertragen. Anstelle eines Hängekabels
können natürlich auch kabellose Systeme, beispielsweise mit Funkübertragung von Signalen
und Strombahnen mit Schleifabnehmern für eine Übertragung von Energie, verwendet sein.
[0046] Die Aufzugskabine 3 ist mit einer Fangvorrichtung 11 ausgerüstet, welche geeignet
ist um die Aufzugskabine 3 bei einer unerwarteten Bewegung, bei Übergeschwindigkeit
oder in einem Halt zu sichern und/oder zu verzögern. Die Fangvorrichtung 11 ist im
Beispiel unterhalb der Aufzugskabine 3 angeordnet. Die Fangvorrichtung 11 ist elektrisch
angesteuert und sie ist dazu zu einer Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung
18 verbunden. Zur Steuerung dieser Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung
18 ist eine Sicherheitseinrichtung 41 und wahlweise eine Überwachungseinrichtung 42
vorhanden. Die Sicherheitseinrichtung 41 ist zu Sensoren verbunden. Ein solcher Sensor
ist beispielsweise ein Geschwindigkeitssensor 40. Der Geschwindigkeitssensor 40 kann
ein Tachogenerator oder ein Inkrementalgeber sein, die beispielsweise in eine oder
mehrere Führungsrollen oder auch in Umlenkrollen integriert sind. Es können auch Positionsgeber
oder Beschleunigungssensoren verwendet sein, woraus eine aktuelle Fahrgeschwindigkeit
errechnet werden kann. Die Sicherheitseinrichtung 41 bestimmt aus diesen Signalen
den Sicherheitszustand der Aufzugsanlage und steuert entsprechend die Einrichtung
für die Betätigung der Fangvorrichtung 18 an. Im Bereich der Sicherheitseinrichtung
41 ist vorzugsweise auch ein Energiespeicher 46, beispielsweise ein Akku in der Form
von Superkapazitäten, angeordnet. Ein mechanischer Geschwindigkeitsbegrenzer, wie
er üblicherweise verwendet ist, kann in dieser Aufzugsanlage entfallen.
[0047] Die Überwachungseinrichtung 42 überwacht beispielsweise die Aufzugskabine im Stillstand,
wenn die Aufzugskabine zum Zwecke der Entladung oder Beladung in einer Etage steht.
[0048] Fig. 2 zeigt die Aufzugsanlage von Fig. 1 in einer schematischen Draufsicht. Die
Kabine 3 und das Gegengewicht 4 sind im Beispiel mit jeweils einem Paar Führungsschienen
9 geführt und die Aufzugskabine beinhaltet ein Paar Fangvorrichtungen 11, wobei eine
erste Fangvorrichtung 11.1 auf eine der Führungsschienen 9 einwirkt und eine zweite
Fangvorrichtung 11.2 auf die andere der Führungsschienen 9 einwirkt.
[0049] Selbstverständlich verfügt jede der Fangvorrichtungen 11.1, 11.2 über eine zugeordnete
Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung 18.1, 18.2.
[0050] Die beiden Einrichtungen für die Betätigung der Fangvorrichtung 18, 18.1, 18.2 und
die entsprechenden zu steuernden Fangvorrichtungen 11, 11.1, 11.2 sind funktionell
identisch aufgebaut. Sie unterscheiden sich allenfalls durch einen spiegelbildlichen
Aufbau. In den folgenden Erläuterungen zur Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung
wird lediglich noch von einer der Einrichtungen für die Betätigung der Fangvorrichtungen
18 gesprochen, obwohl damit immer die links- und rechtsseitige Einrichtung für die
Betätigung der Fangvorrichtung 18.1, 18.2 eingeschlossen ist. Diese Einrichtung für
die Betätigung der Fangvorrichtung ist im Beispiel gemäss den Fig. 4 bis 8 vorteilhafterweise
direkt mit der Fangvorrichtung 11 zusammengebaut. Die im Beispiel verwendete Fangvorrichtung
11 ist eine bekannte Exzenter-Fangvorrichtung. Sie beinhaltet eine Bremsbacke 15,
welche von einem Exzenter 14 im Bedarfsfalle an die Bremsfläche der Führungsschiene
9 zugestellt wird. Der Exzenter wird dazu von einer Verbindungsstange 17 bewegt oder
gedreht. Über einen Gegenbremsbelag 16 wird dann eine Gegenkraft aufgebaut. Die Einrichtung
für die Betätigung der Fangvorrichtung 18 ist oberhalb der Fangvorrichtung 11 angeordnet
und kann über die Verbindungsstange die Fangvorrichtung betätigen. Die Einrichtung
für die Betätigung der Fangvorrichtung 18 ist vorteilhafterweise in ein eigenes Gehäuse
19 eingebaut. Eine im Gehäuse 19 eingebaute Gegendruckrolle 37 führt das Gehäuse 19
und damit die Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung 18 in genauer Position
der Führungsschiene 9 entlang. Die Gegendruckrolle 37 ist in der Regel federnd ausgeführt.
Sie kann alternativ auch direkt den Geschwindigkeitssensor 40 (in diesen Figuren nicht
dargestellt) beinhalten. In der Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung
18 befindet sich der Mitnahmekörper 20. Der Mitnahmekörper 20 ist in Bezug auf eine
Drehachse 22 schwenkbar gelagert. Wie in Fig. 5 ersichtlich kann die Drehachse 22
über eine Verbindungsachse 23 zur gegenüberliegenden Einrichtung für die Betätigung
der Fangvorrichtung 18.1, 18.2 (siehe Fig. 3, 11) verbunden sein, so dass sich die
beiden Einrichtungen für die Betätigung der Fangvorrichtung 18.1, 18.2 synchron miteinander
bewegen. Die Drehachse 22, bzw. der Mitnahmekörper 20 ist durch eine Klinke oder Federmechanik
in der in Fig. 4 dargestellten Bereitschaftsstellung gehalten. In dieser Bereitschaftsstellung
ist zwischen dem Mitnahmekörper 20, bzw. einer Mitnahmefläche 21 des Mitnahmekörpers
20, und der Führungsschiene 9 ein Luftspalt vorhanden. Damit kann die Aufzugskabine,
an der diese Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung 18 angebaut ist ohne
Behinderung bewegt werden. Entsprechend der Bereitschaftsstellung der Einrichtung
für die Betätigung der Fangvorrichtung 18 ist auch die Fangvorrichtung 11 in ihrer
Bereitschaftsstellung, d.h. Bremsbacke 15, Exzenter 14 und Gegenbremsbelag 16 weisen
einen Luftspalt zur Führungsschiene 9 auf.
[0051] Ebenfalls auf der Drehachse 22 ist ein Steuerarm 27 gelagert. Der Steuerarm 27 ist
gegenüber dem Mitnahmekörper 20 beweglich. Er ist bei Verwendung einer beidseitig
betätigbaren Fangvorrichtung, wie im Beispiel gezeigt, in einer Normallage - im Beispiel
horizontal - gehalten. Diese Halterung kann beispielsweise mittels eines Kugelrasters,
magnetisch oder mittels Federn ausgeführt sein. Auf dem Mitnahmekörper 20 sind Mitnehmer
28 angeordnet. Bei einem Verdrehen des Mitnahmekörpers 20 wird der Steuerarm 27 in
der Normallage gehalten, bis der Mitnehmer 28 den Steuerarm 27 mitnimmt (siehe Fig.
7) und damit die Drehachse 22 dreht.
[0052] Die Mitnahmefläche 21 des Mitnahmekörpers 20 ist in Bezug auf die Drehachse 22 derart
ausgeführt, dass ein Abstand der Mitnahmefläche 21 zur Drehachse 22 in Abhängigkeit
eines Drehwinkels, der sich beim Verdrehen des Mitnahmekörpers 20 ergibt, zunimmt.
Der Mitnahmekörper 20 ist im Beispiel zweiteilig ausgeführt. Er beinhaltet einen festen
Mitnahmeteil 20.1 der den Hauptkörper des Mitnahmekörpers 20 bildet. Der feste Mitnahmeteil
20.1 beinhaltet den Mitnehmer 28, der bei genügender Verdrehung den Steuerarm 27 mitnimmt.
Im festen Mitnahmeteil 20.1 ist ein beweglicher Mitnahmeteil 20.2 eingebettet. Der
bewegliche Mitnahmeteil 20.2 ist in der Bereitschaftsstellung, wie in den Fig. 4 und
5 dargestellt, im festen Mitnahmeteil 20.1 zurückgezogen gehalten. Eine zugehörige
Zustelleinrichtung 43 ist in den Fig. 9a und 9b erläutert.
[0053] Wird nun die Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung 18 beispielsweise
durch die Sicherheitseinrichtung 41 oder die Überwachungseinrichtung 42 (Fig. 1, 3
oder 11) ausgelöst, wird der bewegliche Mitnahmeteil 20.2, wie in Fig. 6, an die Führungsschiene
9 zugestellt. Sofern sich der Fahrkörper, bzw. die Einrichtung für die Betätigung
der Fangvorrichtung 18 in Relation zur Führungsschiene 9 in Ruhe befindet, bleibt
die Fangvorrichtung 11 selbst unbetätigt. Der bewegliche Mitnahmeteil 20.2 selbst
könnte also wieder in die Bereitschaftsstellung zurückgezogen werden. Dies ist beispielsweise
hilfreich bei Verwendung der Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung zur
Sicherung der Aufzugskabine in einem Halt oder auch bei einem längeren Energieunterbruch.
Ein Energiespeicher kann zwar den beweglichen Mitnahmeteil 20.2 über eine vordefinierte
Zeit in der Bereitschaftsstellung halten, jedoch kann aus Energiespar- oder anderen
Gründen der bewegliche Mitnahmeteil 20.2 an die Führungsschiene 9 zugestellt werden.
Bei einem Wiedereinschalten der Aufzugsanlage kann lediglich der bewegliche Mitnahmeteil
wieder in die Bereitschaftsstellung bewegt werden und die Anlage ist wiederum Betriebsbereit.
Im Speziellen kann natürlich zum Zwecke des Energiesparens auch bei einem kürzeren
Halt in einer Etage oder in einem Stockwerk - wenn beispielsweise kein Fahrbefehl
ansteht - der bewegliche Mitnahmeteil 20.2 an die Führungsschiene 9 zugestellt werden.
Sobald ein Fahrbefehl ansteht, kann der bewegliche Mitnahmeteil einfach wieder in
die Bereitschaftsstellung bewegt werden.
[0054] Sofern sich aber der Fahrkörper, bzw. die Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung
18, wie in der Fig. 7 dargestellt, in Relation zur Führungsschiene 9 weiterbewegt,
wird der Mitnahmekörper 20 durch die durch den beweglichen Mitnahmeteil 20.2 und den
festen Mitnahmeteil 20.1 bestimmte Mitnahmefläche 21 auf der Drehachse 22 verdreht.
Der Steuerarm 27 bleibt jedoch vorläufig, solange der Mitnehmer 28 der Freilaufeinrichtung
26 den Steuerarm 27 nicht erreicht hat, in seiner Ruhelage. Die Fangvorrichtung 11
selbst bleibt nach wie vor unbetätigt. Da über diesen Bewegungsablauf lediglich der
Mitnahmekörper 20 bewegt werden muss, kann eine Anpresskraft relativ klein gehalten
werden. Über eine Kurvenform der Mitnahmefläche 21 kann diese Anpresskraft langsam
erhöht werden, so dass nach dem Durchlaufen des Freilaufs der Freilaufeinrichtung
26 eine genügende Press- und damit Mitnahmekraft für die Betätigung der Fangvorrichtung
11 zur Verfügung steht.
[0055] Sofern sich jetzt der Fahrkörper, bzw. die Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung
18, wie in der Fig. 8 dargestellt, in Relation zur Führungsschiene 9 immer noch weiterbewegt,
wird der Mitnahmekörper 20, durch die durch den beweglichen Mitnahmeteil 20.2 und
den festen Mitnahmeteil 20.1 bestimmte Mitnahmefläche 21 auf der Drehachse 22, weiter
verdreht. Der Mitnehmer 28 der Freilaufeinrichtung 26 nimmt nun den Steuerarm 27 mit
und betätigt damit über die Verbindungsstange 17 die Fangvorrichtung 11, bzw. dreht
den Exzenter 14 in Reibkontakt zur Führungsschiene 9 und bewirkt dadurch einen Aufbau
einer Bremskraft über die Bremsbacke 15 und den Gegenbremsbelag 16. Der Fahrkörper
der Aufzugsanlage, bzw. die Aufzugskabine kann dadurch sicher stillgesetzt werden.
[0056] Selbstverständlich können mittels der Verbindungsstange 17 und einer allfälligen
Anordnung von Hebeln oder Gelenken auch Fangvorrichtungen mit Fangkeilen oder Fangrollen
verwendet, bzw. betätigt werden. Bei derartigen Fangvorrichtungen würde dann anstelle
des Exzenters ein Keil oder eine Rolle entsprechend angehoben.
[0057] Wie in Fig. 5 erwähnt ist die Zustelleinrichtung 43 im Beispiel als Bestandteil der
Verbindungsachse 23 ausgeführt. In den Fig. 9a und 9b ist nun im Speziellen die Funktion
dieser Zustelleinrichtung 43 erläutert. Die Figuren zeigen einen Horizontalschnitt
durch die Verbindungsachse 23, welche im Endbereich, vorteilhafterweise in beiden
Endbereichen, eine derartige Zustelleinrichtung 43 enthält. In Fig. 9a ist zwischen
der Bremsfläche der Führungsschiene 9 und dem Mitnahmekörper 20 ein Luftspalt. Dies
entspricht der Bereitschaftsstellung der Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung
wie in Fig. 4 erläutert und dargestellt. Der feste Mitnahmeteil 20.1 ist auf dem Anschlusselement
23.1 der Verbindungsachse 23 angeordnet. In diesem festen Mitnahmeteil 20.1 ist der
bewegliche Mitnahmeteil 20.2 über einen Führungsstift 35 gehalten. Eine Führungsfeder
36, vorzugsweise wie dargestellt eine Druckfeder, drückt über den Führungsstift 35
den beweglichen Mitnahmeteil 20.2 von der Führungsschiene weg, bzw. zieht ihn in den
festen Mitnahmeteil 20.1 hinein. Im Zentrum des Anschlusselements 23.1 der Verbindungsachse
23 ist ein Elektromagnet 29 angeordnet, welcher einen Ankerstift 32 anziehen kann.
Der Ankerstift 32 wird, in stromlosen Zustand des Elektromagneten 29, von einer Ankerfeder
34, in eine Arbeitslage gedrückt und wird, in bestromten Zustand des Elektromagneten
29, entgegen der Ankerfeder 34, in der Bereitschaftsstellung gehalten. Wird nun der
Ankerstift 32, wie in der Fig. 9b dargestellt, von der Ankerfeder 34 in die Arbeitslage
gedrückt, drückt eine Stiftspitze 33 über deren konische Ausgestaltung den Führungsstift
35 und damit den beweglichen Mitnahmeteil 20.2 gegen die Führungsschiene 9. Die Ankerfeder
34 wirkt also als Andrückfeder 24 welche den beweglichen Mitnahmeteil 20.2 gegen die
Führungsschiene 9 drückt. Damit wird die Andrückkraft gegen die Führungsschiene 9
aufgebaut und der Mitnahmekörper 20 kann wie vorgängig beschrieben verdreht oder betätigt
werden.
[0058] Durch Ein- und Ausschalten des Elektromagneten 29 kann also der bewegliche Mitnahmeteil
20.2 des Mitnahmekörpers 20 zwischen Bereitschaftsstellung und Arbeitslage umgeschaltet,
bzw. bewegt werden. Im Beispiel entspricht der bestromte Zustand des Elektromagneten
29 der Bereitschaftsstellung. Da im ersten Schritt der Betätigung der Fangvorrichtung
11 nur der Mitnahmekörper 20 bewegt werden muss, kann eine zugehörige Andrückkraft
klein gewählt werden. Dies bedeutet, dass ein entsprechend kleiner Elektromagnet gewählt
werden kann, womit auch ein Energieverbrauch klein gehalten werden kann.
[0059] Selbstverständlich kann das Wirkprinzip grundsätzlich auch umgekehrt verwendet sein,
indem ein bestromter Elektromagnet den beweglichen Mitnahmeteil 20.2 andrückt und
die Ankerfeder den Mitnahmeteil in der Bereitschaftsstellung hält. Dies benötigt weniger
Energie, benötigt dafür eine jederzeit vorhandene Energieversorgung.
[0060] Sobald der Mitnahmekörper 20 auf der Verbindungsachse 23, bzw. dem Anschlusselement
23.1 der Verbindungsachse 23 entsprechend dem Freilauf der Freilaufeinrichtung 26
(siehe Fig. 4 bis 8) geschwenkt ist, wird der Steuerarm 27 mit der Verbindungsachse
23 mitgedreht, wodurch eine zwangsläufig synchrone Betätigung der durch die Verbindungsachse
23 verbundenen Einrichtungen für die Betätigung der Fangvorrichtung 18, bzw. der zugehörigen
Fangvorrichtungen 11 erfolgt.
[0061] Da vorteilhafterweise in beiden Endbereichen der Verbindungsachse 23 eine Zustelleinrichtung
43 eingebaut ist, können auch bei Versagen einer der Zustelleinrichtungen 43 nach
wie vor beide Fangvorrichtungen synchron betätigt werden. Vorteilhafterweise werden,
wie in der Fig. 10 schematisch dargestellt die beiden Elektromagneten 29 der beiden
Zustelleinrichtungen 43 in Serie zur Sicherheitseinrichtung 41 verbunden. Damit wird
beispielsweise bei Defekt einer Drahtwicklung des Elektromagneten direkt auch der
in Serie geschaltete zweite Elektromagnet unterbrochen.
[0062] Selbstverständlich kann die Zustelleinrichtung, bzw. eine Arbeitslage der Einrichtung
für die Betätigung der Fangvorrichtung mittels elektrischen Schaltern oder Sensoren
überwacht werden. Diese Schaltern oder Sensoren sind in den Figuren nicht dargestellt,
sie werden vom Fachmann nach Bedarf angeordnet.
[0063] In Fig. 11 ist nun eine zu den Fig. 1 bzw. 3 ergänzende oder alternative Ausführung
des Sicherheitskonzepts einer Aufzugsanlage 1 dargestellt. Hierbei ist die Aufzugskabine
3 mit Fangvorrichtungen 11 und zugehörigen Einrichtungen für die Betätigung der Fangvorrichtung
18 mit entsprechenden Steuereinrichtungen wie Sicherheitseinrichtung 41 und / oder
Überwachungseinrichtung 42, mit Geschwindigkeitssensoren 40 und allfälligen Energiespeichern
46 ausgerüstet, wie es vorgängig beschrieben ist. Das Gegengewicht 4 ist in diesem
Beispiel mit einer im Wesentlichen bekannten Fangvorrichtung 11g ausgerüstet, welche
durch eine Schlaffseilauslösung 38 betätigt wird. Dies bedeutet, dass die Fangvorrichtung
11g betätigt wird, wenn eine Aufhängekraft, während einer vorbestimmten Zeitdauer
unter einen voreingestellten Wert sinkt. Brechen somit beispielsweise die Tragmittel
5 in der Aufzugsanlage, würde die Fangvorrichtung 11 der Aufzugskabine 3 über die
entsprechenden Steuereinrichtungen betätigt und die Aufzugskabine 3 würde sicher gebremst.
Wegen der nun plötzlich fehlenden Tragkraft im Tragmittel würde nun die Schlaffseilauslösung
38 die Fangvorrichtung 11g des Gegengewichts betätigen und das Gegengewicht 4 von
einem Absturz sichern. Mittels einer Ansprechverzögerung, bzw. Dämpfeinrichtung 39
in der Schlaffseilauslösung 38 wird erreicht, dass bei einem kurzzeitigen Schwingvorgang
keine Auslösung der Fangvorrichtung 11g erfolgt.
[0064] Selbstverständlich kann auch das Gegengewicht 4 mit einer Einrichtung für die Betätigung
der Fangvorrichtung 18, wie in den vorgängigen Beschreibungen erläutert versehen sein,
wobei dann die Ansteuerung derselben durch eigene Steuereinrichtungen oder durch Steuer-
und Energieverbindungen über Hänge- und Ausgleichskabel oder ähnlichen erfolgen können.
[0065] Die dargestellten Anordnungen können vom Fachmann auf die Aufzugsanlage angepasst
werden. Die Bremsen können oberhalb oder unterhalb der Kabine 3 angebaut sein. Es
können auch mehrere Bremspaare an einer Kabine 3 verwendet sein. Selbstverständlich
kann die Bremseinrichtung auch bei einer Aufzugsanlage mit mehreren Kabinen verwendet
sein, wobei dann jede der Kabinen mindestens eine derartige Bremseinrichtung aufweist.
Die Bremseinrichtung kann im Bedarfsfalle auch am Gegengewicht 4 angebaut sein oder
sie kann an einer selbstfahrenden Kabine angebaut sein.
1. Aufzugsanlage mit mindestens einem Fahrkörper (3, 4) welcher entlang einer Führungsschiene
(9) in einem Aufzugsschacht (2) verfahrbar angeordnet ist, beinhaltend:
eine an dem Fahrkörper (3, 4) angeordnete Fangvorrichtung (11, 11.1, 11.2, 11g), welche
zum bedarfsgemässen Abbremsen und Festhalten des Fahrkörpers (3, 4) an der Führungsschiene
(9) oder an einer Bremsschiene vorgesehen ist, und
eine an dem Fahrkörper (3, 4) angeordnete und mit der Fangvorrichtung (11, 11.1, 11.2,
11g) in Verbindung stehende Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung (18,
18.1, 18.2), wobei die Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung mindestens
einen Mitnahmekörper (20) beinhaltet, der im Bedarfsfalle an den Aufzugsschacht, vorzugsweise
an die Führungs- oder Bremsschiene (9), andrückbar ist, wobei die Betätigung der Fangvorrichtung
durch eine Relativbewegung zwischen dem angedrückten Mitnahmekörper (20) und der Fangvorrichtung
erfolgt,
dadurch gekennzeichnet, dass der Mitnahmekörper (20) eine vorzugsweise kurvenförmige Mitnahmefläche (21) beinhaltet,
welche um eine Drehachse (22) schwenkbar in der Einrichtung für die Betätigung der
Fangvorrichtung (18, 18.1, 18.2) angeordnet ist.
2. Aufzugsanlage gemäss Anspruch 1, wobei die vorzugsweise kurvenförmige Mitnahmefläche
(21) derart ausgeführt ist, dass eine Andrückkraft des Mitnahmekörpers (20) an den
Aufzugsschacht, bzw. die Führungs- oder Bremsschiene (9), über einen Schwenkbereich
des Mitnahmekörpers (20) zunimmt.
3. Aufzugsanlage gemäss einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei der Fahrkörper (3, 4) entlang
von mindestens zwei Führungs-, bzw. Bremsschienen (9), verfahrbar angeordnet ist und
jeweils mindestens zwei Fangvorrichtungen (11, 11.1, 11.2, 11g) so am Fahrkörper (3,
4) angeordnet sind, dass eine erste Fangvorrichtung (11, 11.1) mit einer ersten Führungs-,
bzw. Bremsschiene (9) zusammenwirkt und durch eine erste Einrichtung für die Betätigung
der Fangvorrichtung (18, 18.1) betätigbar ist, und wobei eine zweite Fangvorrichtung
(11, 11.2) mit einer zweiten Führungs-, bzw. Bremsschiene (9) zusammenwirkt und durch
eine zweite Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung (18, 18.2) betätigbar
ist, und wobei weiter die Drehachse (22) des Mitnahmekörpers die beiden Einrichtungen
für die Betätigung der Fangvorrichtung (18, 18.1, 18.2) miteinander koppelt, so dass
beide Einrichtungen für die Betätigung der Fangvorrichtung und somit die beiden Fangvorrichtungen
im Wesentlichen synchron betätigt werden.
4. Aufzugsanlage gemäss Anspruch 3, wobei jede der Einrichtungen für die Betätigung der
Fangvorrichtung (18, 18.1, 18.2) so ausgelegt ist, dass sie alleine in der Lage ist,
die über die Drehachse (22) des Mitnahmekörpers (20) gekoppelten Fangvorrichtungen
zu betätigen.
5. Aufzugsanlage gemäss einem der vorgängigen Ansprüche 1 bis 4, wobei die vorzugsweise
kurvenförmige Mitnahmefläche (21) des Mitnahmekörpers (20) über eine Freilaufeinrichtung
(26) mit der Fangvorrichtung (11, 11.1, 11.2, 11 g) verbunden ist, so dass über einen
ersten Bereich der Relativbewegung zwischen dem angedrückten Mitnahmekörper (20) und
der Fangvorrichtung (11, 11.1, 11.2, 11g) die Andrückkraft des Mitnahmekörpers (20)
an den Aufzugsschacht, bzw. die Führungs- oder Bremsschiene (9), erhöht wird und über
einen zweiten Bereich der Relativbewegung die Fangvorrichtung betätigt wird.
6. Aufzugsanlage gemäss einem der vorgängigen Ansprüche 1 bis 5, wobei der Mitnahmekörper
(20) mittels einer Andrückfeder (24, 34) an den Aufzugsschacht, bzw. an die Führungs-
oder die Bremsschiene (9), andrückbar ist, und mittels eines Elektromagneten (29)
in einer Bereitschaftsstellung haltbar ist, und wobei der Elektromagnet (29) vorzugsweise
über einen Energiespeicher (46) mit Energie versorgt ist.
7. Aufzugsanlage gemäss einem der vorgängigen Ansprüche 1 bis 6, wobei der Mitnahmekörper
(20) einen beweglichen (20.2) und einen festen (20.1) Mitnahmeteil beinhaltet, wobei
der bewegliche Mitnahmeteil (20.2) mittels der Andrückfeder (24, 34) an den Aufzugsschacht,
bzw. an die Führungs- oder Bremsschiene (9), andrückbar ist und der Elektromagnet
(29) das bewegliche Mitnahmeteil (20.2) in der Bereitschaftsstellung halten kann oder
der Elektromagnet (29) die Andrückfeder (24, 34) derart zurückdrückt, dass der bewegliche
Mitnahmeteil (20.2) nicht an den Aufzugsschacht, bzw. an die Führungs- oder Bremsschiene
(9) angedrückt ist.
8. Aufzugsanlage gemäss einem der vorgängigen Ansprüche 1 bis 7, wobei die Einrichtung
für die Betätigung der Fangvorrichtung (18, 18.1, 18.2) die Fangvorrichtung (11, 11.1,
11.2, 11g), vorzugsweise eine Exzenterfangvorrichtung, in einer der Verfahrrichtungen
betätigen kann, oder wobei die Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung
(18, 18.1, 18.2) die Fangvorrichtung (11, 11.1, 11.2, 11g), vorzugsweise eine Exzenterfangvomichtung,
in beide Verfahrrichtungen betätigen kann.
9. Aufzugsanlage gemäss einem der vorgängigen Ansprüche 1 bis 8, wobei die Einrichtung
für die Betätigung der Fangvorrichtung (18, 18.1, 18.2) weiter eine Gegendruckrolle
(37) beinhaltet, welche auf einer dem Mitnahmekörper (20) gegenüberliegenden Fläche
des Aufzugsschachts, bzw.. der Führungs- oder Bremsschiene (9) angeordnet ist und
welche die Position der Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung (18, 18.1,
18.2) in Bezug zum Aufzugsschacht, bzw. zur Führungs- oder Bremsschiene (9) gewährleistet.
10. Aufzugsanlage gemäss Anspruch 9, wobei die Gegendruckrolle (37) einen Geschwindigkeitsmesser
(40) beinhaltet und eine Geschwindigkeitskontrolleinrichtung unter Verwendung des
Geschwindigkeitsmessers (40) eine Verfahrgeschwindigkeit überwacht und bei Überschreitung
einer Grenzgeschwindigkeit die Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung
(18, 18.1, 18.2) aktivieren kann.
11. Aufzugsanlage gemäss einem der vorgängigen Ansprüche 1 bis 10, wobei die Einrichtung
für die Betätigung der Fangvorrichtung (18, 18.1, 18.2) bei einem Halt des Fahrkörpers
(3, 4) aktiviert werden kann und die Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung
(18, 18.1, 18.2) bei einem unkontrollierten Wegdriften des Fahrkörpers (3, 4) aus
dem Halt die Fangvorrichtung (11, 11.1, 11.2, 11g) betätigen kann.
12. Aufzugsanlage gemäss einem der vorgängigen Ansprüche 1 bis 11, wobei der Fahrkörper
(3, 4) eine Aufzugskabine (3) ist und die Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung
(18, 18.1, 18.2) zu einer elektronischen Sicherheitseinrichtung (41) verbunden ist,
welche eine Abweichung der Fahrgeschwindigkeit von einer Sollgeschwindigkeit feststellen
kann und welche bei Feststellung einer unzulässigen Abweichung die Einrichtung für
die Betätigung der Fangvorrichtung (18, 18.1, 18.2) ansteuern kann, und /oder
wobei der Fahrkörper (3, 4) eine Aufzugskabine (3) ist und die Einrichtung für die
Betätigung der Fangvorrichtung (18, 18.1, 18.2) zu einer Überwachungseinrichtung (42)
verbunden ist, welche bei einem Stillstand der Aufzugskabine (3) aktiviert ist um
ein allfälliges unerwartetes Wegdriften der Aufzugskabine (3) aus dem Stillstand festzustellen
und welche bei Feststellung eines unerwarteten Wegdriftens die Einrichtung für die
Betätigung der Fangvorrichtung (18, 18.1, 18.2) ansteuern kann, und / oder wobei ein
weiterer Fahrkörper (3, 4), bzw. der Fahrkörper (3, 4) ein Gegengewicht (4) ist und
die Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung (18, 18.1, 18.2) eine Geschwindigkeitskontrolleinrichtung
gemäss Anspruch 10 beinhaltet, oder die Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung
(18, 18.1, 18.2) über einen Signalleitung eines Hänge- oder Ausgleichskabels (8) angesteuert
ist, oder die Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung (18, 18.1, 18.2)
über eine Wirelessverbindung angesteuert ist.
13. Aufzugsanlage gemäss einem der vorgängigen Ansprüche 1 bis 11, wobei der Fahrkörper
(3, 4) eine Aufzugskabine (3) ist und die Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung
(18, 18.1, 18.2) zu einer elektronischen Sicherheitseinrichtung (41) verbunden ist,
welche eine Abweichung der Fahrgeschwindigkeit von einer Sollgeschwindigkeit feststellen
kann und welche bei Feststellung einer unzulässigen Abweichung die Einrichtung für
die Betätigung der Fangvorrichtung (18, 18.1, 18.2) ansteuern kann, und /oder
wobei der Fahrkörper (3, 4) eine Aufzugskabine ist und die Einrichtung für die Betätigung
der Fangvorrichtung (18, 18.1, 18.2) zu einer Überwachungseinrichtung (42) verbunden
ist, welche bei einem Stillstand der Aufzugskabine aktiviert ist um ein allfälliges
unerwartetes Wegdriften der Aufzugskabine (3) aus dem Stillstand festzustellen und
welche bei Feststellung eines unerwarteten Wegdriftens die Einrichtung für die Betätigung
der Fangvorrichtung (18, 18.1, 18.2) ansteuern kann, und
wobei ein weiterer Fahrkörper (3, 4), bzw. der Fahrkörper ein Gegengewicht (4) ist
und dieses Gegengewicht (4) eine Fangvorrichtung (11, 11g) und eine Schlaffseilauslösung
(38) für die Betätigung der Fangvorrichtung beinhaltet.
14. Aufzugsanlage gemäss Anspruch 13, wobei die Schlaffseilauslösung (38) mit einer Ansprechverzögerung
(39) ausgeführt ist.
15. Verfahren zur Betätigung einer Fangvorrichtung (11, 11.1, 11.2, 11g) in einer Aufzugsanlage
mittels einer Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung (18, 18.1, 18.2),
wobei die Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung mindestens einen Mitnahmekörper
(20) mit einer kurvenförmigen Mitnahmefläche (21) beinhaltet, der Mitnahmekörper (20)
um eine Drehachse (22) schwenkbar in der Einrichtung für die Betätigung der Fangvorrichtung
(18, 18.1, 18.2) angeordnet ist und der Mitnahmekörper (20) im Bedarfsfalle an den
Aufzugsschacht, vorzugsweise an die Führungs- oder Bremsschiene (9), angedrückt werden
kann und die Betätigung der Fangvorrichtung (11, 11.1, 11.2, 11g) durch eine Relativbewegung
zwischen dem angedrückten Mitnahmekörper (20) und der Fangvorrichtung (11, 11.1, 11.2,
11g) erfolgt, wobei das Verfahren die Schritte beinhaltet:
- andrücken des Mitnahmekörpers (20) an den Aufzugsschacht, vorzugsweise an die Führungs-
oder Bremsschiene,
- schwenken des Mitnahmekörpers (20) um die Drehachse (22), und
- betätigen der Fangvorrichtung (11, 11.1, 11.2, 11g) durch die Relativbewegung zwischen
dem angedrückten Mitnahmekörper (20) und der Fangvorrichtung (11, 11.1, 11.2, 11g).
1. Lift installation with at least one travel body (3, 4), which is arranged to be movable
along a guide rail (9) in a lift shaft (2), comprising:
a safety brake device (11, 11.1, 11.2, 11 g), which is arranged at the travel body
(3, 4) and which is provided for braking and fixing the travel body (3, 4) at the
guide rail (9) or at a brake rail when required, and
equipment (18, 18.1, 18.2), which is arranged at the travel body (3, 4) and which
is connected with the safety brake device (11, 11.1, 11.2, 11g), for actuation of
the safety brake device, wherein the equipment for actuation of the safety brake device
comprises at least one entraining body (20) which when required can be pressed against
the lift shaft, preferably against the guide rail or brake rail (9), wherein the actuation
of the safety brake device takes place by relative movement between the pressed entraining
body (20) and the safety brake device,
characterised in that the entraining body (20) includes a preferably curved entraining surface (21) arranged
in the equipment (18, 18.1, 18.2) for actuation of the safety brake device so as to
be pivotable about an axis (22) of rotation.
2. Lift installation according to claim 1, wherein the preferably curved entraining surface
(21) is such that a pressing force of the entraining body (20) against the lift shaft
or against the guide rail or brake rail (9) increases over a pivot range of the entraining
body (20).
3. Lift installation according to one of claims 1 and 2, wherein the travel body (3,
4) is arranged to be movable along at least two guide rails or brake rails (9) and
at least two safety brake devices (11, 11.1, 11.2, 11 g) are so arranged at the travel
body (3, 4) that a first safety brake device (11, 11.1) co-operates with a first guide
rail or brake rail (9) and is actuable by first equipment for actuation of the safety
brake device (18, 18.1) and wherein a second safety brake device (11, 11.2) co-operates
with a second guide rail or brake rail (9) and is actuable by second equipment for
actuation of the safety brake device (18, 18.2) and wherein in addition the axis (22)
of rotation of the entraining body so couples together the two items of equipment
for actuation of the safety brake device (18, 18.2, 18.2) that the two items of equipment
for actuation of the safety brake device and thus the two safety brake devices are
actuable substantially synchronously.
4. Lift installation according to claim 3, wherein each of the items of equipment for
actuation of the safety brake device (18, 18.1, 18.2) is designed so that it is in
a position by itself to actuate the safety brake devices coupled by way of the axis
(22) of rotation of the entraining body (20).
5. Lift installation according to any one of claims 1 to 4, wherein the preferably curved
entraining surface (21) of the entraining body (20) is connected with the safety brake
device (11, 11.1, 11.2, 11g) by way of a freewheel device (26) so that the pressing
force of the entraining body (20) against the lift shaft or against the guide rail
or brake rail (9) is increased over a first range of the relative movement between
the pressed entraining body (20) and the safety brake device (11, 11.1, 11.2, 11g)
and the safety brake device is actuated over a second range of the relative movement.
6. Lift installation according to any one of claims 1 to 5, wherein the entraining body
(20) can be pressed by means of a pressing spring (24, 34) against the lift shaft
or against the guide rail or the brake rail (9) and can be held in a readiness setting
by means of an electromagnet (29) and wherein the electromagnet (29) is supplied with
energy preferably by way of an energy store (46).
7. Lift installation according to any one of the preceding claims 1 to 6, wherein the
entraining body (20) includes a movable entraining part (20.2) and a fixed entraining
part (20.1), wherein the movable entraining part (20.1) can be pressed by means of
the pressing spring (24, 34) against the lift shaft or against the guide rail or brake
rail (9) and the electromagnet (29) can hold the movable entraining part (20.2) in
the readiness setting or the electromagnet (29) presses back the pressing spring (24,
34) in such a way that the movable entraining part (20.2) is not pressed against the
lift shaft or against the guide rail or brake rail (9).
8. Lift installation according to any one of the preceding claims 1 to 7, wherein the
equipment for actuation of the safety brake device (18, 18.1, 18.2) can actuate the
safety brake device (11, 11.1, 11.2, 11 g), preferably an eccentric safety brake device,
in one of the travel directions or wherein the equipment for actuation of the safety
brake device (18, 18.1, 18.2) can actuate the safety brake device (11, 11.1, 11.2,
11g), preferably an eccentric safety brake device, in both travel directions.
9. Lift installation according to any one of the preceding claims 1 to 8, wherein the
equipment for actuation of the safety brake device (18, 18.1, 18.2) further includes
a counter-pressure roller (37), which is arranged on a surface of the lift shaft or
of the guide rail or brake rail (9) opposite the entraining body (20) and which guarantees
the position of the equipment for actuation of the safety brake device (18, 18.1,
18.2) with respect to the lift shaft or to the guide rail or brake rail (9).
10. Lift installation according to claim 9, wherein the counter-pressure roller (37) includes
a speed measuring instrument (40) and a speed control device monitors travel speed
with use of the speed measuring instrument (40) and can activate, when a limit speed
is exceeded, the equipment for actuation of the safety brake device (18, 18.1, 18.2).
11. Lift installation according to any one of the preceding claims 1 to 10, wherein the
equipment for actuation of the safety brake device (18, 18.1, 18.2) can be activated
at a stop of the travel body (3, 4) and the equipment for actuation of the safety
brake device (18, 18.1, 18.2) can actuate the safety brake device (11, 11.1, 11.2,
11g) in the case of uncontrolled drifting of the travel body (93, 4) away from the
stop.
12. Lift installation according to any one of the preceding claims 1 to 11, wherein the
travel body 93, 4) is a lift cage (3) and the equipment for actuation of the safety
brake device (18, 18.1, 18.2) is connected with an electronic safety device (41) which
can ascertain departure of the travel speed from a target speed and which when an
impermissible departure is ascertained can activate the equipment for actuation of
the safety brake device (18, 18.1, 18.2) and/or wherein the travel body (3, 4) is
a lift cage (3) and the equipment (18, 18.1, 18.2) for actuation of the safety brake
device is connected with a monitoring device, which is activated at standstill of
the lift cage (3) so as to ascertain possible unexpected drifting of the lift cage
(3) away from standstill and which when unexpected drifting away is ascertained can
activate the equipment for actuation of the safety brake device (18, 18.1, 18.2) and/or
wherein a further travel body (3, 4) or the travel body (3, 4) is a counterweight
(4) and the equipment for actuation of the safety brake device (18, 18.1, 18.2) includes
a speed control device according to claim 10, or the equipment for actuation of the
safety brake device (18, 18.1, 18.2) is activated by way of a signal line of a suspension
cable or compensating cable (8) or the equipment for actuation of the safety brake
device (18, 18.1, 18.2) is activated by way of a wire-free connection.
13. Lift installation according to any one of the preceding claims 1 to 11, wherein the
travel body (3, 4) is a lift cage (3) and the equipment for actuation of the safety
brake device (18, 18.1, 18.2) is connected with an electronic safety device (41) which
ascertains departure of the travel speed from a target speed and can activate the
equipment for actuation of the safety brake device (18, 18.1, 18.2) if an impermissible
departure is ascertained and/or wherein the travel body (3, 4) is a lift cage and
the equipment for actuation of the safety brake device (18, 18.1, 18.2) is connected
with a monitoring device (42) which is activated at standstill of the lift cage so
as to ascertain possible unexpected drifting of the lift cage (3) away from standstill
and which when unexpected drifting away is ascertained can activate the equipment
for actuation of the safety brake device (18, 18.1, 18.2) and wherein a further travel
body (3, 4) or the travel body is a counterweight (4) and this counterweight (4) includes
a safety brake device (11, 11g) and slack cable triggering means (38) for actuation
of the safety brake device.
14. Lift installation according to claim 13, wherein the slack cable triggering means
(38) is realised with a response delay (39).
15. Method of actuating a safety brake device (11, 11.1, 11.2, 11 g) in a lift installation
by means of equipment for actuation of the safety brake device (18, 18.1, 18.2), wherein
the equipment for actuation of the safety brake device includes at least one entraining
body (20) with a curved entraining surface (21), the entraining body (20) is arranged
in the equipment for actuation of the safety brake device (18, 18.1, 18.2) so as to
be pivotable about an axis (22) of rotation and the entraining body (20) when required
can be pressed against the lift shaft, preferably against the guide rail or brake
rail (a) and the actuation of the safety brake device takes place by relative movement
between the pressed entraining body (20) and the safety brake device (11, 11,1, 11,2,
11g), wherein the method comprises the steps of:
- pressing of the entraining body (20) against the lift shaft, preferably against
the guide rail or brake rail,
- pivotation of the entraining body (20) about the rotational axis (22),and
- actuation of the safety brake device (11, 11.1, 11.2, 11 g) by the relative movement
between the pressed entraining body (20) and the safety brake device (11, 11.1, 11.2,
11g).
1. Installation d'ascenseur avec au moins un corps de circulation (3, 4) qui est disposé
pour pouvoir se déplacer dans une gaine d'ascenseur (2) le long d'un rail de guidage
(9), comportant :
un parachute (11, 11.1, 11.2, 11g) qui est disposé sur le corps de circulation (3,
4) et qui est destiné à freiner et immobiliser au besoin le corps de circulation (3,
4) sur le rail de guidage (9) ou sur un rail de freinage, et
un dispositif pour l'actionnement du parachute (18, 18.1, 18.2) disposé sur le corps
de circulation (3, 4) et relié au parachute (11, 11.1, 11.2, 11b), étant précisé que
le dispositif pour l'actionnement du parachute comporte au moins un corps d'entraînement
(20) qui est apte à être pressé en cas de besoin contre la gaine d'ascenseur, de préférence
contre le rail de guidage ou de freinage (9), étant précisé que l'actionnement du
parachute se fait grâce à un mouvement relatif entre le corps d'entraînement (20)
pressé et le parachute,
caractérisée en ce que le corps d'entraînement (20) comporte une surface d'entraînement (21) de préférence
courbe qui est disposée dans le dispositif pour l'actionnement du parachute (18, 18.1,
18.2) de manière à pouvoir pivoter sur un axe de rotation (22).
2. Installation d'ascenseur selon la revendication 1, étant précisé que la surface d'entraînement
(21) de préférence courbe est conçue pour qu'une force de pression du corps d'entraînement
(20) contre la gaine d'ascenseur, ou contre le rail de guidage ou de freinage (9),
augmente sur une zone de pivotement du corps d'entraînement (20).
3. Installation d'ascenseur selon l'une des revendications 1 ou 2, étant précisé que
le corps de circulation (3, 4) est disposé pour pouvoir se déplacer le long d'au moins
deux rails de guidage ou de freinage (9), et qu'au moins deux parachutes (11, 11.1,
11.2, 11g) sont disposés sur le corps de circulation (3, 4) de telle sorte qu'un premier
parachute (11, 11.1) coopère avec un premier rail de guidage ou de freinage (9) et
puisse être actionné par un premier dispositif pour l'actionnement du parachute (18,
18.1), et étant précisé qu'un deuxième parachute (11, 11.2) coopère avec un deuxième
rail de guidage ou de freinage (9) et peut être actionné par un deuxième dispositif
pour l'actionnement du parachute (18, 18.2), et étant précisé que l'axe de rotation
(22) du corps d'entraînement couple les deux dispositifs pour l'actionnement du parachute
(18, 18.1, 18.2), de sorte que les deux dispositifs pour l'actionnement du parachute
et, de ce fait, les deux parachutes sont actionnés de manière globalement synchrone.
4. Installation d'ascenseur selon la revendication 3, étant précisé que chacun des dispositifs
pour l'actionnement du parachute (18, 18.1, 18.2) est conçu pour pouvoir actionner
seul les parachutes couplés par l'intermédiaire de l'axe de rotation (22) du corps
d'entraînement (20).
5. Installation d'ascenseur selon l'une des revendications 1 à 4 précédentes, étant précisé
que la surface d'entraînement (21) de préférence courbe du corps d'entraînement (20)
est reliée par l'intermédiaire d'un dispositif de roue libre (26) au parachute (11,
11.1, 11.2, 11 g) de telle sorte que sur une première zone du mouvement relatif entre
le corps d'entraînement (20) pressé et le parachute (11, 11.1, 11.2, 11g), la force
de pression du corps d'entraînement (20) contre la gaine d'ascenseur, ou le rail de
guidage ou de freinage (9), soit accrue et que sur une deuxième zone du mouvement
relatif le parachute soit actionné.
6. Installation d'ascenseur selon l'une des revendications 1 à 5 précédentes, étant précisé
que le corps d'entraînement (20) est apte à être pressé à l'aide d'un ressort de pression
(24, 34) contre la gaine d'ascenseur, ou le rail de guidage ou de freinage (9), et
est apte à être maintenu à l'aide d'un électro-aimant (29) dans une position d'attente,
et que l'électro-aimant (29) est alimenté en énergie de préférence par l'intermédiaire
d'un accumulateur d'énergie (46).
7. Installation d'ascenseur selon l'une des revendications 1 à 6 précédentes, étant précisé
que le corps d'entraînement (20) comporte une partie d'entraînement mobile (20.2)
et une partie d'entraînement fixe (20.1), étant précisé que la partie d'entraînement
mobile (20.2) est apte à être pressée à l'aide du ressort de pression (24, 34) contre
la gaine d'ascenseur, ou contre le rail de guidage ou de freinage (9), et que l'électro-aimant
(29) peut maintenir la partie d'entraînement mobile (20.2) dans la position d'attente
ou l'électro-aimant (29) repousse le ressort de pression (24, 34) de telle sorte que
la partie d'entraînement mobile (20.2) ne soit pas pressée contre la gaine d'ascenseur,
ou le rail de guidage ou de freinage (9).
8. Installation d'ascenseur selon l'une des revendications 1 à 7 précédentes, étant précisé
que le dispositif pour l'actionnement du parachute (18, 18.1, 18.2) peut actionner
le parachute (11, 11.1, 11.2, 11g), de préférence un parachute à excentrique, dans
l'un des sens de déplacement, ou que le dispositif pour l'actionnement du parachute
(18, 18.1, 18.2) peut actionner le parachute (11, 11.1, 11.2, 11 g), de préférence
un parachute à excentrique, dans les deux sens de déplacement.
9. Installation d'ascenseur selon l'une des revendications 1 à 8 précédentes, étant précisé
que le dispositif pour l'actionnement du parachute (18, 18.1, 18.2) comporte également
un contre-galet presseur (37) qui est disposé sur une surface de la gaine d'ascenseur,
ou du rail de guidage ou de freinage (9), opposée au corps d'entraînement (20) et
qui garantit la position du dispositif pour l'actionnement du parachute (18, 18.1,
18.2) par rapport à la gaine d'ascenseur, ou au rail de guidage ou de freinage (9).
10. Installation d'ascenseur selon la revendication 9, étant précisé que le contre-galet
presseur (37) comporte un indicateur de vitesse (40), et qu'un dispositif de contrôle
de vitesse surveille une vitesse de circulation en utilisant l'indicateur de vitesse
(40) et, en cas de dépassement d'une vitesse limite, peut activer le dispositif pour
l'actionnement du parachute (18, 18.1, 18.2).
11. Installation d'ascenseur selon l'une des revendications 1 à 10 précédentes, étant
précisé que le dispositif pour l'actionnement du parachute (18, 18.1, 18.2) peut être
activé lors d'un arrêt du corps de circulation (3, 4), et que ledit dispositif pour
l'actionnement du parachute (18, 18.1, 18.2) peut actionner le parachute (11, 11.1,
11.2, 11g) en cas de dérive non contrôlée du corps de circulation (3, 4) à partir
de l'arrêt.
12. Installation d'ascenseur selon l'une des revendications 1 à 11 précédentes, étant
précisé que le corps de circulation (3, 4) est constitué par une cabine d'ascenseur
(3) et que le dispositif pour l'actionnement du parachute (18, 18.1, 18.2) est relié
à un dispositif de sécurité électronique (41) qui peut constater un écart de la vitesse
par rapport à une vitesse théorique et qui peut déclencher le dispositif pour l'actionnement
du parachute (18, 18.1, 18.2) au cas où un écart non autorisé est constaté, et/ou
étant précisé que le corps de circulation (3, 4) est constitué par une cabine d'ascenseur
(3) et que le dispositif pour l'actionnement du parachute (18, 18.1, 18.2) est relié
à un dispositif de surveillance (42) qui est activé lors d'un arrêt de la cabine d'ascenseur
(3) afin de constater une éventuelle dérive imprévue de la cabine (3) à partir de
l'arrêt, et qui, au cas où une dérive imprévue est constatée, peut déclencher le dispositif
pour l'actionnement du parachute (18, 18.1, 18.2), et/ou
étant précisé qu'un autre corps de circulation (3, 4) ou le corps de circulation (3,
4) est constitué par un contrepoids (4), et que le dispositif pour l'actionnement
du parachute (18, 18.1, 18.2) comporte un dispositif de contrôle de vitesse selon
la revendication 10, ou que le dispositif pour l'actionnement du parachute (18, 18.1,
18.2) est déclenché par l'intermédiaire d'une ligne de signaux d'un câble de suspension
ou d'équilibrage (8), ou que le dispositif pour l'actionnement du parachute (18, 18.1,
18.2) est déclenché par l'intermédiaire d'une liaison sans fil.
13. Installation d'ascenseur selon l'une des revendications 1 à 11 précédentes, étant
précisé que le corps de circulation (3, 4) est constitué par une cabine d'ascenseur
(3) et que le dispositif pour l'actionnement du parachute (18, 18.1, 18.2) est relié
à un dispositif de sécurité électronique (41) qui peut constater un écart de la vitesse
par rapport à une vitesse théorique et qui peut déclencher le dispositif pour l'actionnement
du parachute (18, 18.1, 18.2) en cas d'écart non autorisé, et/ou
étant précisé que le corps de circulation (3, 4) est constitué par une cabine d'ascenseur
et que le dispositif pour l'actionnement du parachute (18, 18.1, 18.2) est relié à
un dispositif de surveillance (42) qui est activé lors d'un arrêt de la cabine d'ascenseur
afin de constater une éventuelle dérive imprévue de la cabine (3) à partir de l'arrêt,
et qui, si une dérive imprévue est constatée, peut déclencher le dispositif pour l'actionnement
du parachute (18, 18.1, 18.2), et/ou
étant précisé qu'un autre corps de circulation (3, 4) ou le corps de circulation est
constitué par un contrepoids (4), et que ce contrepoids (4) comporte un parachute
(11, 11 g) et un déclenchement de mou de câble (38) pour l'actionnement du parachute.
14. Installation d'ascenseur selon la revendication 13, étant précisé que le déclenchement
de mou de câble (38) est pourvu d'un retard de réponse (39).
15. Procédé pour l'actionnement d'un parachute (11, 11.1, 11.2, 11 g) dans une installation
d'ascenseur à l'aide d'un dispositif pour l'actionnement du parachute (18, 18.1, 18.2),
étant précisé que le dispositif pour l'actionnement du parachute comporte au moins
un corps d'entraînement (20) avec une surface d'entraînement courbe (21), que le corps
d'entraînement (20) est disposé dans le dispositif pour l'actionnement du parachute
(18, 18.1, 18.2) de manière à pouvoir pivoter sur un axe de rotation (22) et que le
corps d'entraînement (20) peut être pressé en cas de besoin contre la gaine d'ascenseur,
de préférence contre le rail de guidage ou de freinage (9) et que l'actionnement du
parachute (11, 11.1, 11.2, 11g) se fait grâce à un mouvement relatif entre le corps
d'entraînement (20) pressé et le parachute (11, 11.1, 11.2, 11g), étant précisé que
le procédé comporte les étapes
- de pression du corps d'entraînement (20) contre la gaine d'ascenseur, de préférence
contre le rail de guidage ou de freinage,
- de pivotement du corps d'entraînement (20) sur l'axe de rotation (22), et
- d'actionnement du parachute (11, 11.1, 11.2, 11g) grâce au mouvement relatif entre
le corps d'entraînement (20) pressé et le parachute (11, 11.1, 11.2, 11g).
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information
des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes.
Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei
Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente