[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Möbelkonstruktion mit Möbelflächen, die zueinander
gewinkelt verbundenen sind, wie sie etwa bei Schränken, Regalen, Kommoden oder dergleichen
vorgesehen sind.
[0002] Bei der Herstellung von Schränken, Regalen, Kommoden oder dergleichen werden diverse
Bereiche vorgesehen, bei welchen zwei Möbelflächen in einem Winkel auf einander treffen.
In der Regel liegt eine Gehrung mit einem 90° Winkel zwischen den Flächen an. Zur
Ausbildung des Winkels werden zwei Enden zweier angrenzender Möbelflächen in einem
45° Winkel zur Oberfläche der Möbelfläche abgeschrägt, so dass zwei aneinander liegende
Enden die Möbelflächen in einem 90° Winkel zu einander ausrichten. Dies wird z. B.
bei Möbeln aus Spannplatten, Muliplex-Platten oder MDF durchgeführt.
[0003] Ferner werden zur Möbelherstellung Möbelflächen bestehend aus einer Möbelträgerplatte
und einer Aufdoppelung vorgesehen. Dabei weist die Möbelträgerplatte in der Regel
eine Dicke von 8 - 50mm und die Aufdoppelung eine Dicke von 3 - 10mm auf. Die Aufdoppelung
wird z. B. als Furnier aus Vollmaterial auf der Möbelträgerplatte angebracht. Zur
Ausbildung von winkeligen Möbelbereichen werden Möbelflächen verwendet, bei welchen
die Lage der Aufdoppelung über das Ende der Möbelträgerplatte hervorsteht. Bei zwei
z. B. unter 90° aufeinander treffenden Möbelflächen grenzen dann die Enden der Aufdoppelungslagen
aneinander und zwischen den Möbelträgerplatten verbleibt im Winkelbereich ein Zwischenraum.
Die Enden der Aufdoppelungslagen können hierfür in einem 45° Winkel abgeschrägt sein,
so dass die Schrägflächen dieser Lagen beim Zusammenbau auf einander liegen.
[0004] Bei den bekannten Möbelkonstruktionen mit zueinander gewinkelt verbundenen Möbelflächen
verbleiben jedoch Fugen und kleine Zwischenräume an den Bereichen, an welchen zwei
Möbelflächen aneinander grenzen. Diese kleinen Zwischenräume sind vor allem in Badezimmern
oder Küchen nachteilig, da sie das
[0005] Eindringen von Feuchtigkeit in die Möbelflächen begünstigen. Daher müssen oftmals
die Möbelflachen nach dem Zusammensetzen abgedichtet, lackiert oder versiegelt werden.
Ferner beeinträchtigen derartige Möbelkonstruktionen das optische Design der Möbel.
[0006] Es sind auch Möbelkonstruktionen bekannt, bei welchen Folien verwendet werden, um
die Aussenflächen eines Möbelstücks individuell zu gestalten. Die Folien können z.
B. auf die Möbelflächen oder Möbelträgerplatten aufgeklebt werden. Im Bereich von
Ecken und Kanten der Möbelflächen, insbesondere im Übergangsbereich von einer Aussenfläche
zu einer Anschlussfläche, die an die nächste Möbelfläche angrenzt, treten beim Anbringen
der Folie Unebenheiten oder Falten auf, welche die exakte Positionierung der Möbelflächen
behindern und das Erscheinungsbild beeinträchtigen.
[0007] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Möbelkonstruktion mit zueinander
gewinkelt verbundenen Möbelflächen zu schaffen, die eine einfache und kostengünstige
Verarbeitung der Möbelflächen miteinander ermöglicht, ein ansprechendes Design eines
Möbels mit dieser Möbelkonstruktion erlaubt und auch für Wohnräume mit Nassbereichen
geeignet ist.
[0008] Diese Aufgabe wird von der Erfindung durch eine Möbelkonstruktion nach Anspruch 1
gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und weitere Ausführungsbeispiele der Möbelkonstruktion
sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.
[0009] Eine Möbelkonstruktion im Sinne der Erfindung kann ein vollständiges Möbelstück sein
oder auch nur ein Bauteil eines Möbelstücks. Die Möbelkonstruktion ist für jegliche
Art von Möbelstücken mit winkelig zueinander angeordneten Flächen geeignet, wie etwa
Regale, Schränke, Kommoden, Einbauschränke, Truhen, Schubladen, etc..
[0010] Die Möbelkonstruktion nach der Erfindung weist wenigstens zwei Möbelflächen auf.
Die Möbelkonstruktion kann natürlich auch mehr als zwei Möbelflächen aufweisen, wie
es etwa bei vollständigen Möbelstücken der Fall ist. Die Möbelflächen weisen eine
Aussenfläche, die nach Fertigstellung eines Möbelstücks von aussen sichtbar ist, also
die Aussenseite des Möbelstücks bildet, und eine Innenfläche auf, die zum Innenraum
des Möbelstücks ausgerichtet ist, also die Innenseite des Möbelstücks bildet. Zumindest
eine erste Möbelfläche weist ein Ende mit wenigstens einer Anschlussfläche auf, die
an eine zweite Möbelfläche derart angrenzt, dass die erste Möbelfläche und die zweite
Möbelfläche gewinkelt zueinander angeordnet sind. Die beiden Möbelflächen schliessen
somit einen Winkel miteinander ein und die Aussenflächen der ersten und zweiten Möbelfläche
schliessen aneinander an. Die Anschlussfläche kann auch als Befestigungsfläche der
Möbelfläche dienen. Vorzugsweise weisen beide Möbelflächen eine Anschlussfläche auf,
so dass die beiden Möbelflächen an ihren jeweiligen Anschlussflächen an einander angrenzen
und ggf. befestigt sein können.
[0011] Die Möbelflächen umfassen wenigstens eine Folienlage, wobei sich die Folienlage über
eine Aussenfläche der Möbelfläche und entlang der Anschlussfläche erstreckt. Ferner
liegt die Folienlage an der Aussenfläche und der Anschlussfläche faltenfrei an. Die
Folienlage wird vorzugsweise von einer tiefgezogenen Folienlage gebildet.
[0012] Eine Folienlage, die sich faltenfreie über den Winkelbereich im Übergang von Aussenfläche
und Anschlussfläche erstreckt, ermöglicht eine präzise Positionierung der an einander
anschliessenden Möbelflächen und verleiht der Möbelkonstruktion ein elegantes, fast
fugenloses Aussehen. Durch das Aufbringen der Folien in einem Tiefziehverfahren, kann
die Folie auf die Aussenfläche aufgepresst werden und über den Winkel tiefgezogen
werden bis sie die Anschlussfläche faltenfrei bedeckt.
[0013] Die Anschlussfläche kann dabei einen Winkel zwischen 30° und 60° relativ zur Aussenfläche
der Möbelfläche aufweisen, vorzugsweise zwischen 35° und 50° und besonders bevorzugt
von 45°. Die Anschlussfläche kann statt eines starren Winkels zur Aussenfläche aber
auch einen nach Bedarf sich ändernden Winkel von 60° bis 30° zur Aussenfläche aufweisen,
so dass der Übergang von Aussenfläche zur Innenfläche der Möbelfläche über einen oder
mehrere Radien gerundet erscheint.
[0014] Die Folienlage wird vorzugsweise in einem Stück über Aussenfläche und Anschlussfläche
aufgezogen. Die Folienlage weist in diesem Fall somit ebenfalls einen Winkel zwischen
30° und 60° auf in dem Bereich in dem sie von der Aussenfläche auf die Anschlussfläche
umgelenkt wird. Die Folienlage besteht beispielsweise aus PVC oder PET oder PMMA.
[0015] In einer Ausführungsform der Möbelkonstruktion können die Möbelflächen eine Möbelträgerplatte
mit der Anschlussfläche umfassen, wobei die Folienlage unmittelbar auf der Möbelträgerplatte
aufgebracht ist.
[0016] In einer anderen Ausführungsform der Möbelkonstruktion können die Möbelflächen eine
Möbelträgerplatte und eine Trägerplatte umfassen, wobei die Trägerplatte die Anschlussfläche
umfasst und auf der Möbelträgerplatte angebracht ist. Die Trägerplatte wird im Wesentlichen
parallel zur Möbelträgerplatte vorgesehen und liegt auf dieser auf. Die Aussenfläche
ist dann an der Trägerplatte ausgebildet. Zudem kann sich in diesem Fall die Anschlussfläche
auch über Trägerplatte und Möbelträgerplatte erstrecken. Die Folienlage ist auf der
Aussenseite der Trägerplatte und der Anschlussfläche vorgesehen. Diese Ausführungsform
hat den Vorteil, dass die Trägerplatte im Vergleich zur Möbelträgerplatte deutliche
dünner ausgebildet werden kann. Eine dünne Trägerplatte unterstützt ein faltenfreies
Anbringen der Folienlage auf Aussenfläche und Anschlussfläche. Bei dünnen Trägerplatten
kann die Folienlage nicht nur über einen Winkelbereich sondern auch über den Eckbereich
und weitere Seitenflächen der Trägerplatte faltenfrei gezogen werden. Dies wird ermöglicht,
weil die Anschlussflächen und Seitenflächen nur eine schmale Oberfläche aufweisen,
die mit Folie bedeckt werden müssen. Im Winkel- und Eckbereich ergibt sich deshalb
kein oder nur wenig überschüssiges Folienmaterial. Beim Tiefziehen kann sich das Folienmaterial
derart über Winkel- und Eckbereiche ziehen, dass überschüssiges Folienmaterial zu
keiner Faltenbildung führen kann. Vorzugweise weisen die Trägerplatten eine Dicke
von 1 - 15mm, besonders bevorzugt von 2 - 12mm, auf. Die Möbelträgerplatte dient in
diesem Fall als Träger der Trägerplatte und kann deutlich dicker dimensioniert sein.
Die Dicke der Trägerplatte wird auf die Anwendung der Möbelkonstruktion und der Möbelträgerplatte
einer Möbelfläche abgestimmt.
[0017] Die Möbelträgerplatte und/oder die Trägerplatte können als Spanplatte, MDF-Platte
oder Muliplexplatte ausgebildet sein.
[0018] In einer weiteren Ausgestaltung kann die Möbelkonstruktion wenigstens zwei Möbelflächen
aufweisen, die jeweils aus einer Möbelträgerplatte und wenigstens einer auf der Möbelträgerplatte
angeordneten Aufdoppelung, die aus Folienlage, Trägerplatte und Innenlage besteht,
aufgebaut sind. Die Aufdoppelung der Möbelflächen ist zumindest an der Aussenfläche
der Möbelflächen vorgesehen. Zumindest eine erste Möbelfläche der Möbelkonstruktion
kann an einem Ende die Anschlussfläche an der Aufdoppelung aufweisen. Die Aufdoppelung
kann die Trägerplatte umfassen, die auf der Möbelträgerplatte angebracht wird. Die
Aussenfläche kann dann an der Aufdoppelung ausgebildet sein. Zudem kann sich in diesem
Fall die Anschlussfläche auch über Trägerplatte und Möbelträgerplatte erstrecken.
[0019] Nach der Erfindung kann die Aufdoppelung wenigstens eine Folienlage umfassen, die
sich über die Trägerplatte der Aufdoppelung entlang der Aussenfläche und entlang der
Anschlussfläche erstreckt und an diesen Flächen anliegt. Die Folienlage liegt plan
auf der Aussenfläche und der Anschlussfläche auf und wirft keine Falten, auch nicht
im gewinkelten Bereich, an dem die Aussenfläche auf die Anschlussfläche trifft.
[0020] Alternativ kann sich die Folienlage auch über die Trägerplatte entlang der Innenfläche
und entlang der Anschlussfläche erstrecken.
[0021] Sofern die Aufdoppelung eine Trägerplatte mit der Folienlage umfasst, ist die Aufdoppelung
mehrlagig, bzw. mehrschichtig aufgebaut. Die mehreren Lagen, bzw. Schichten verlaufen
im Wesentlichen parallel zur Möbelträgerplatte. Ist keine Trägerplatte vorgesehen,
kann die Folienlage allein die Aufdoppelung bilden und ist direkt auf der Möbelträgerplatte
aufgebracht.
[0022] Bei beiden erwähnten Alternativmöglichkeiten kann die bis anhin folierte Fläche durch
eine weitere Folie bedeckt werden.
[0023] Eine Möbelkonstruktion nach der Erfindung ermöglicht eine hochwertige Erscheinung
an den Aussenseiten eines Möbelstücks im Bereich gewinkelter Ebenen, ohne dass die
Aussenflächen und Kanten aufwendig und kostenintensiv lackiert, furniert, belegt oder
mit Vollmaterialien be- oder verarbeitet werden müssen. An den Aussenkanten im Übergang
von einer Möbelfläche zur anderen ist keine Fuge zur Möbelträgerplatte offen, so dass
die Möbelkonstruktion optimal gegen eindringendes Wasser geschützt ist. Ferner können
Möbelkonstruktionen mit vielen ganz verschiedenen Folienaussenflächen gefertigt werden,
wie es mit herkömmlichen Materialien nur bedingt möglich ist. So kann z.B. die Innenfolie
eine ganz andere Farbe oder Struktur aufweisen, als die Folie an der Aussenfläche.
[0024] Die Möbelträgerplatte kann an ihrer Innenseite foliert, beschichtet, furniert, belegt,
roh oder lackiert sein.
[0025] Ferner kann die Trägerplatte oder die Aufdoppelung eine Innenlage aufweisen, die
entlang einer Innenfläche zwischen Möbelträgerplatte und Trägerplatte, bzw. Aufdoppelung
verläuft. Die Aufdoppelung kann in diesem Fall dreilagig ausgebildet sein und umfasst
die Folienlage an der Aussenfläche, die Trägerplatte und die Innenlage. Die Innenlage
kann ebenfalls als Folie vorgesehen werden, die plan auf der Innenfläche anliegt.
Sofern sich die Folienlage nicht bereits über die Anschlussfläche erstreckt, kann
auch die Innenlage über der Anschlussfläche vorgesehen werden. Somit kann die Anschlussfläche
mit der Folienlage der Aussenfläche oder der Innenlage bedeckt sein. Die Innenlage
erstreckt sich dann einstückig von der Innenfläche über die Anschlussfläche und verläuft
in einem Winkel. Es ist aber auch möglich, dass die Innenlage von der Folienlage gebildet
wird, wobei sich die Folienlage von der Aussenfläche über die Anschlussfläche und
weiter über die Innenfläche erstreckt. Vorzugsweise wird die Folienlage dabei in einem
Stück verlegt.
[0026] Die Innenlage kann z. B. aus Melamin, HPL, PVC oder PET bestehen. Es können auch
herkömmliche Beschichtungs- oder Belegarten verwendet werden.
[0027] Wie beschrieben weist die Anschlussfläche vorzugsweise einen Winkel zwischen 35°
und 50°, relativ zur Aussenfläche auf. In diesem Winkelbereich kann die Folienauflage
in einfacher Weise in einem Stück von der Aussenfläche um den spitzen Winkel zur Auflagefläche
verlegt werden. Ein Kantenradius kann dabei zwischen Aussenfläche und Anschlussfläche
0 - 6mm betragen. Die Übergänge von einer Aussenfläche einer ersten Möbelfläche zur
Aussenfläche einer zweiten Möbelfläche weisen daher kaum Zwischenräume oder Rillen
auf, sondern bilden optisch eine gemeinsame Kante. Werden 45° Winkel vorgesehen, können
zwei aneinander grenzende Möbelflächen an ihren jeweiligen Anschlussflächen aneinander
liegen und bilden dann eine Möbelkonstruktion mit einer Gehrung von 90°.
[0028] Bei einer Ausführungsform einer Möbelkonstruktion nach der vorliegenden Erfindung
ragen bei der ersten und der zweiten Möbelfläche jeweils die Trägerplatten über die
Möbelträgerplatten hinaus und sind an ihrem Ende mit den Anschlussflächen versehen.
Die Anschlussflächen von erster und zweiter Trägerplatte können miteinander verbunden
werden. Es können aber auch die Möbelträgerplatten an einer Stützkonstruktion eines
Möbels befestigt werden. Demnach verbleibt zwischen den Möbelträgerplatten, die auf
der Innenseite der Trägerplatten liegen, im Winkelbereich ein Zwischenraum, während
die Trägerplatten an einander anschliessen. Der Zwischenraum kann frei bleiben. Er
kann auch genutzt werden, um z. B. ein Befestigungsstück aufzunehmen, an welchem die
Möbelflächen beispielsweise mit den Möbelträgerplatten befestigt werden. Vorzugsweise
werden bei beiden Möbelflächen Trägerplatten mit gleicher Dicke verwendet. Sofern
die Anschlussflächen der beiden Möbelflächen einen Winkel von 45° zur Aussenfläche
einschliessen, weist die Möbelkonstruktion einen 90° Winkel zwischen den Möbelflächen
auf.
[0029] Grundsätzlich ist es bei einer Möbelkonstruktion nach der Erfindung auch möglich,
dass die erste Möbelfläche in einem mittleren Bereich, d. h. nicht an einem Endbereich,
an einer zweiten Möbelfläche angrenzt und somit winkelig von der zweiten Möbelfläche
absteht. Weitere Anstoss-Varianten der Möbelflächen einer Möbelkonstruktion sind denkbar,
je nachdem wie ein Möbelstück ausgestaltet werden soll.
[0030] Eine Möbelkonstruktion nach der vorliegenden Erfindung erlaubt die Ausgestaltung
von Aussenkanten mit ansprechendem und hochwertigem Design verschiedener Ausführungsarten.
Gleichzeitig ist die Möbelkonstruktion und ein damit hergestelltes Möbelstück gegen
das Eindringen von Feuchtigkeit in die Möbelflächen geschützt.
[0031] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung werden im Folgenden anhand der Zeichnungen
dargestellt, die lediglich zur Erläuterung dienen und nicht einschränkend auszulegen
sind. Aus den Zeichnungen offenbar werdende Merkmale der Erfindung sollen einzeln
und in jeder Kombination als zur Offenbarung der Erfindung gehörend betrachtet werden.
In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer ersten Variante einer Möbelfläche für eine Möbelkonstruktion
nach der vorliegenden Erfindung,
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung einer zweiten Variante einer Möbelfläche für eine Möbelkonstruktion
nach der vorliegenden Erfindung und
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung einer Ausführungsform einer Möbelkonstruktion nach der
vorliegenden Erfindung.
- Fig 4
- eine schematische Darstellung einer dritten Variante einer Möbelfläche nach der vorliegenden
Erfindung
[0032] In Figur 1 ist eine Ausführungsform einer Möbelfläche 10 für eine Möbelkonstruktion
nach der Erfindung gezeigt. Die Möbelfläche 10 weist eine Folienlage 1, eine Trägerplatte
2, eine Innenlage 3 und eine Möbelträgerplatte 4 auf. Die Folienlage 1, die Trägerplatte
2 und die Innenlage 3 können gemeinsam eine Aufdoppelung für die Möbelträgerplatte
4 bilden. Die Trägerplatte 2 verläuft parallel zur Möbelträgerplatte 4 und ragt an
dem in Figur 1 rechts dargestellten Ende über die Möbelträgerplatte 4 hinaus. Die
Aufdoppelung ist auf der Möbelträgerplatte 4 in herkömmlicher Weise befestigt, beispielsweise
verklebt oder mechanisch befestigt. Die in Figur 1 oben dargestellte Fläche der Trägerplatte
2 bildet eine Aussenfläche der Möbelfläche 10. Die gegenüberliegende Seite bildet
eine Innenfläche. Am Ende der Trägerplätte 2 ist eine Anschlussfläche 5 vorgesehen,
die mit der Aussenfläche einen spitzen Winkel einschliesst. In der dargestellten Ausführungsform
beträgt dieser Winkel 45°.
[0033] Die Folienlage erstreckt sich faltenfrei über die Aussenfläche und die Anschlussfläche,
wobei sie einstückig um einen Winkelbereich 6 des 45°-Winkel geführt ist. Die Folienlage
wird hierfür in einem Tiefziehverfahren auf der Aussenfläche und der Anschlussfläche
aufgebracht. Es können gemäss der Erfindung Winkel im Bereich zwischen 30° und 60°,
vorzugsweise zwischen 35° und 50°, vorgesehen werden. Die Folienlage 1 liegt plan
auf Aussenfläche und Anschlussfläche auf. Die Innenlage 3 verläuft entlang der Innenseite
der Trägerplatte 2 zwischen der Trägerplatte 2 und der Möbelträgerplatte 4. Die Innenlage
3 ist beispielsweise eine Melaminbeschichtung, wie oben erläutert. Die Aufdoppelung
ist in dieser Ausführungsform mehrlagig aufgebaut.
[0034] Bei anderen, nicht gezeigten Ausführungsformen, kann sich z. B. die Folienlage nur
über die Aussenfläche erstrecken und die Innenlage verläuft über Innenfläche und Anschlussfläche.
Wäre ähnlich zu Fig 4. Fig 4 zeigt jedoch eine Version, wo anstelle eines Winkel ein
grosser Radius gewählt wird. Alternativ kann die Folienlage sich sowohl über Aussenfläche
und Anschlussfläche als auch über die Innenfläche erstrecken. In jedem Fall aber ist
die Anschlussfläche mit einer Folienlage bedeckt und die Folienlage ist faltenfrei
verlegt. Die Folienlage ist somit einstückig ausgebildet und wird für die Aussen-
und/oder Innenfläche verwendet.
[0035] Die über die Möbelträgerplatte hinausragende Länge der Trägerplatte ist im Wesentlichen
auf die Anforderungen der Möbelkonstruktion abgestimmt, die sich wiederum nach einem
Möbelstück richtet, für das die Möbelkonstruktion verwendet wird. In der Regel wird
die Länge auf die Dicke der Möbelträgerplatte abgestimmt und auf das Design der angrenzenden
Möbelfläche.
[0036] In Figur 2 ist eine andere Ausführungsform einer Möbelfläche 10 mit einer Möbelträgerplatte
4 für eine Möbelkonstruktion nach der vorliegenden Erfindung gezeigt, bei der die
Möbelfläche 10 ein Ende mit wenigstens einer Anschlussfläche 5 aufweist, die an eine
zweite Möbelfläche derart angrenzen kann, dass die erste Möbelfläche (10) und die
zweite Möbelfläche gewinkelt zueinander angeordnet sind. Die Möbelflächen 10 umfasst
wenigstens die Folienlage 1, wobei sich die Folienlage 1 über die Aussenfläche der
Möbelflächen 10 und entlang der Anschlussfläche 5 erstreckt und an der Aussenfläche
und der Anschlussfläche 5 faltenfrei anliegt.
[0037] Hierbei wird eine Folienlage 1 unmittelbar auf der Aussenfläche der Möbelträgerplatte
4 aufgebracht. Die Möbelträgerplatte 4 weist an einem Ende die Anschlussfläche 5 auf,
die gewinkelt zur Aussenfläche verläuft. Es ist wiederum ein 45° Winkel zwischen Aussenfläche
und Anschlussfläche vorgesehen. Die Folienlage 1 verläuft in einem Stück faltenfrei
über die Aussenfläche und die Anschlussfläche der Möbelträgerplatte 4. Auf der Innenseite
der Möbelträgerplatte 4 ist eine Innenlage 3 vorgesehen, die an der Anschlussfläche
5 endet.
[0038] In Figur 3 ist eine Möbelkonstruktion mit zwei Möbelflächen 10 und 10' gezeigt. Die
Möbelflächen 10 und 10' sind in dieser Ausführungsform wie in Figur 1 dargestellt
ausgebildet und weisen jeweils eine Möbelträgerplatte 4, 4' sowie eine Folienlage
1, eine Trägerplatte 2 und eine Innenlage 3 als Aufdoppelung auf. Die erste Möbelfläche
10 und die zweite Möbelfläche 10' weisen an ihren einander zugewandten Enden jeweils
eine Anschlussfläche 5 und 5' auf. Die erste Möbelfläche 10 und die zweite Möbelfläche
10' sind gewinkelt zueinander angeordnet und die Anschlussflächen 5 und 5' liegen
aneinander an, so dass die Möbelflächen 10 und 10' gemeinsam die Möbelkonstruktion
bilden. Die Anschlussflächen 5, 5' schliessen jeweils einen Winkel von 45° relativ
zur Aussenfläche der Möbelflächen 10, 10' ein, so dass die Möbelflächen gemeinsam
einen Winkel von 90° miteinander bilden. Die Aussenflächen und die Anschlussflächen
der Möbelflächen 10, 10' weisen jeweils eine Folienlage 1, 1' und eine Innenlage 3,
3' auf. Die Folienlagen 1, 1' erstrecken sich über die Trägerplatten 2, 2' entlang
der Aussenflächen und entlang der Anschlussflächen und sind über den Winkelbereich
6 gezogen.
[0039] Die Trägerplatten 2, 2', bzw. die Aufdoppelungen ragen über die Möbelträgerplatten
4, 4' hervor, so dass in zusammengesetzten Zustand ein Zwischenraum 7 zwischen den
Enden der Möbelträgerplatten 4, 4' verbleibt, während die Anschlussflächen 5, 5' aufeinander
zu liegen kommen. Die Möbelflächen 10 und 10' können durch Befestigungsmittel (nicht
gezeigt) mit einander fest oder lösbar oder schwenkbar oder klappbar (z.B. Türe) verbunden
werden. Als Befestigungsmittel können z. B. Steckverbindungen, Schraubverbindungen,
Scharniere oder der gleichen vorgesehen werden, die an den Möbelträgerplatten 4 und
4' angreifen. Es kann z. B. auch ein Befestigungsmittel verwendet werden, das den
Zwischenraum 7 ausfüllt und die Möbelträgerplatten miteinander fest verbindet. Die
Anschlussflächen bilden gemeinsam einen Kantenbereich 8 der Möbelkonstruktion, der
keine Fugen aufweist und einen nahezu glatten Übergang von der Aussenfläche der Möbelfläche
10 zur Aussenfläche der Möbelfläche 10' erlaubt. Dies wird durch einen kleinen Kantenradius
zwischen Aussenfläche und Anschlussfläche von nur 0 - 6mm erreicht. Die Möbelträgerplatten
4, 4' sind vor Feuchtigkeit geschützt, da die Folienlagen 1, 1' dicht aufeinander
aufliegen und den Zwischenraum 7 abdichten. Ebenso sind die Trägerplatten 2, 2' vor
Feuchtigkeit geschützt, da die Folienlage 1 einstückig um die Winkelbereiche der Trägerplatten
2, 2' verläuft.
[0040] In Fig. 4 wird eine weitere Variante einer Möbelfläche 10 mit einer Folienlage 1",
einer Folienlage 1"' und einem Radius R an einem Ende der Möbelfläche 10 beschrieben.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0041]
- 1, 1', 1", 1"'
- Folienlage
- 2, 2'
- Trägerplatte
- 3, 3'
- Innenlage
- 4, 4'
- Möbelträgerplatte
- 5, 5'
- Anschlussfläche
- 6
- Winkelbereich
- 7
- Zwischenraum
- 8
- Kantenbereich
- 10, 10'
- Möbelfläche
1. Möbelkonstruktion mit wenigstens zwei Möbelflächen (10, 10'), wobei zumindest eine
erste Möbelfläche (10) ein Ende mit wenigstens einer Anschlussfläche (5) aufweist,
die an eine zweite Möbelfläche (10') derart angrenzt, dass die erste Möbelfläche (10)
und die zweite Möbelfläche (10') gewinkelt zueinander angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Möbelflächen (10, 10') wenigstens eine Folienlage (1) umfassen, wobei sich die
Folienlage (1) über eine Aussenfläche der Möbelflächen (10, 10') und entlang der Anschlussfläche
(5) erstreckt und an der Aussenfläche und der Anschlussfläche (5) faltenfrei anliegt.
2. Möbelkonstruktion nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Folienlage (1) von einer tiefgezogene Folienlage gebildet ist.
3. Möbelkonstruktion nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Anschlussfläche (5) einen Winkel zwischen 30° und 60° relativ zu einer Aussenfläche
der Möbelfläche (10) aufweist.
4. Möbelkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Möbelflächen (10, 10') eine Möbelträgerplatte (4, 4') mit der Anschlussfläche
(5) umfassen, wobei die Folienlage (1) unmittelbar auf der Möbelträgerplatte (4, 4')
aufgebracht ist.
5. Möbelkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Möbelflächen (10, 10') eine Möbelträgerplatte (4, 4') und eine Trägerplatte (2)
umfassen, wobei die Trägerplatte (2) die Anschlussfläche (5) umfasst und auf der Möbelträgerplatte
(4, 4') angebracht ist, und wobei die Folienlage auf der Aussenseite der Trägerplatte
(2) und der Anschlussfläche (5) vorgesehen ist.
6. Möbelkonstruktion nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf den Möbelflächen (10, 10'), bzw. auf den Möbelträgerplatten (4, 4'), eine Aufdoppelung
vorgesehen ist, welche die Anschlussfläche (5) aufweist und auf der die wenigstens
eine Folienlage (1) entlang der Aussenfläche und entlang der Anschlussfläche (5) anliegt.
7. Möbelkonstruktion nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerplatte (2) eine Dicke von 1 - 15 mm, vorzugsweise 2 - 12 mm, aufweist.
8. Möbelkonstruktion nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerplatte (2) eine Innenlage (3) aufweist, die entlang einer Innenfläche der
Trägerplatte (2) oder entlang der Aussenfläche der Möbelträgerplatte (4, 4') verläuft.
9. Möbelkonstruktion nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Anschlussfläche (5) mit der Folienlage (1) der Aussenfläche und/oder der Innenlage
(3) bedeckt ist.
10. Möbelkonstruktion nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Aufdoppelung mehrlagig aufgebaut ist.
11. Möbelkonstruktion nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Anschlussfläche (5) einen Winkel zwischen 35° und 50°, vorzugsweise von 45°,
relativ zur Aussenfläche aufweist.
12. Möbelkonstruktion nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass ein Kantenradius zwischen Aussenfläche und Anschlussfläche 0 - 6 mm beträgt.
13. Möbelkonstruktion nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass bei der ersten Möbelfläche (10) und der zweiten Möbelfläche (10') jeweils die Trägerplatten
(2, 2') mit den Anschlussflächen (5, 5') über die Möbelträgerplatten (4, 4') der Möbelflächen
(10, 10') hinausragen und die Anschlussflächen (5, 5') von erster Möbelfläche (10)
und zweiter Möbelfläche (10') zur Ausbildung der Möbelkonstruktion auf einander zu
liegen kommen.
14. Möbelkonstruktion nach Anspruch 1 oder 2 dadurch gekennzeichnet, dass die Möbelfläche 10 an einem Ende ein mit einem oder mehreren Radien gerundetes Ende
aufweist.
15. Möbelkonstruktion nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Möbelträgerplatte (4, 4') und/oder die Trägerplatte (2, 2') als Spanplatte, MDF-Platte
oder Muliplexplatte ausgebildet sind.
16. Möbelkonstruktion nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Folienlage (1, 1') aus PVC oder PET oder PMMA oder einer Kombination dieser oder
ähnlicher Materialien besteht.
17. Möbelkonstruktion nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Innenlage (3, 3') aus Melamin, HPL, PVC oder PET oder PMMA oder einer Kombination
dieser oder ähnlicher Materialien besteht.
18. Möbelkonstruktion nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass Aussenfläche und Innenfläche unterschiedliche Folienlagen aufweisen.