[0001] Die Erfindung liegt auf dem Gebiet der flüssigen enzymhaltigen Tensidzubereitungen,
wie sie zum Beispiel beim Waschen, Reinigen oder Desinfizieren Verwendung finden.
Die Erfindung betrifft insbesondere flüssige enzymhaltige Tensidzubereitungen, die
definierte Lipasen in Kombination mit einem Phosphonat enthalten, und schlägt ferner
Verwendungen und Verfahren vor, in denen solche Zubereitungen angewendet werden. Die
Erfindung betrifft ferner Verwendungen definierter Lipasen in flüssigen Tensidzubereitungen,
die ein Phosphonat enthalten.
[0002] In Tensidzubereitungen, insbesondere in modernen Flüssigwaschmitteln, aber auch in
Reinigungs-oder Desinfektionsmitteln, sind oftmals Phosphonate enthalten. Sie werden
beispielsweise als Komplexbildner, zur Verhinderung von Ausfällungen oder als Bleichmittelstabilisator
eingesetzt. Als Komplexbildner dienen sie beispielsweise als Wasserenthärter. Sie
können Kationen wie Ca
2+ in der Lösung ummanteln und damit das chemische Verhalten des Kations verändern.
Im Fall von Calcium verschwindet die Eigenschaft Wasserhärte zu bilden. Auch andere
Kationen können komplexiert und damit vor chemischen Reaktionen geschützt werden.
Sie können ferner als Korrosionsinhibitoren mitwirken oder als Stabilisator für Peroxide,
insbesondere in Bleichmitteln, dienen.
[0003] Ferner werden in Tensidzubereitungen, insbesondere in Wasch- oder Reinigungsmitteln,
zunehmend Lipasen eingesetzt. Eine Lipase ist ein Enzym, das die Hydrolyse von Esterbindungen
in Lipid-Substraten, insbesondere in Fetten und Ölen, katalysiert. Lipasen stellen
daher eine Gruppe der Esterasen dar. Lipasen sind im Allgemeinen vielseitige Enzyme,
die eine Vielzahl an Substraten akzeptieren, beispielsweise aliphatische, alizyklische,
bizyklische und aromatische Ester, Thioester und aktivierte Amine. Lipasen wirken
gegen Fettrückstände in der Wäsche katalysieren deren Hydrolyse (Lipolyse). Lipasen
mit breiten Substratspektren werden insbesondere dort verwendet, wo inhomogene Rohstoffe
oder Substratgemische umgesetzt werden müssen, also beispielsweise in Wasch- und Reinigungsmitteln,
da Verschmutzungen aus unterschiedlich aufgebauten Fetten und Ölen bestehen können.
Die in den aus dem Stand der Technik bekannten Wasch- oder Reinigungsmitteln eingesetzten
Lipasen sind üblicherweise mikrobiellen Ursprungs und stammen in der Regel aus Bakterien
oder Pilzen, beispielsweise der Gattungen Bacillus, Pseudomonas, Acinetobacter, Micrococcus,
Humicola, Trichoderma oder Trichosporon. Lipasen werden üblicherweise nach an sich
bekannten biotechnologischen Verfahren durch geeignete Mikroorganismen produziert,
beispielsweise durch transgene Expressionswirte der Gattungen Bacillus oder durch
filamentöse Pilze.
[0004] In der europäischen Patentanmeldung
EP 443063 ist beispielsweise eine für Wasch- und Reinigungsmittel vorgesehene Lipase aus Pseudomonas
sp. ATCC 21808 offenbart, jedoch nicht explizit für den Einsatz in einer Phosphonat-haltigen
Flüssigformulierung. In der japanischen Patentanmeldung
JP 1225490 ist eine Lipase aus Rhizopus oryzae offenbart. Jedoch geht auch aus dieser Schrift
keine konkrete flüssige Tensidzubereitung hervor, die zwingend ein Phosphonat in Kombination
mit einer Lipase aus Rhizopus oryzae enthält.
[0005] WO037097780 offenbart Kombinationen bestimmter Lipasen mit Übergangsmetallbleichkatalysatoren
zur Erhöhung der Reinigungsleistung.
WO2005/124012 offenbart ein enzymatisches Bleichsystem enthaltend Phosphonat, mindestens eine Oxidase
und mindestens eine Perhydrolase, sowie deren Verwendung in verschiedenen Pflege-
und Reinigungsmitteln. Lipasen aus Rhizopus oryzae oder Mucor javanicus werden jedoch
in beiden Dokumenten nicht erwähnt.
WO2004/053039 offenbart Waschmittelzusammensetzungen enthaltend eine Kombination aus einer Endoglucanase
und einer Rhizopus oryzae Lipase. Diese Waschmittelzusammensetzungen enthalten jedoch
keine Phosphonate.
DE 102007003143 offenbart alkalische Proteasen aus Bacillus gibsonii, und deren Verwendung in Wasch-und
Reinigungsmitteln, sowie deren Kombination mit Lipasen. Eine flüssige Tensidzubereitung
die ein Phosphonat in Kombination mit einer Lipase aus Rhizopus oryzae oder Mucor
javanicus enthält geht jedoch ebenfalls nicht aus dieser Schrift hervor.
[0006] Generell sind nur ausgewählte Lipasen für den Einsatz in flüssigen Tensidzubereitungen
überhaupt geeignet. Viele Lipasen zeigen in derartigen Zubereitungen keine ausreichende
katalytische Leistung oder Stabilität. In Phosphonat-haltigen flüssigen Tensidzubereitungen
ist diese Problematik noch gravierender, beispielsweise auf Grund der komplexbildenden
Eigenschaften der Phosphonate oder auf Grund von unvorteilhaften Wechselwirkungen
zwischen dem Phosphonat und der Lipase.
[0007] Folglich haben lipasehaltige flüssige Tensidzubereitungen aus dem Stand der Technik,
insbesondere solche mit Phosphonaten, den Nachteil, dass sie oftmals keine zufriedenstellende
lipolytische Aktivität aufweisen und die Tensidzubereitung daher keine optimale Reinigungsleistung
an lipase-sensitiven Anschmutzungen zeigt.
[0008] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den genannten Nachteil zu
überwinden und eine Phosphonat-haltige flüssige Tensidzubereitung bereitzustellen,
die eine vorteilhafte lipolytische Aktivität aufweist.
[0009] Ein Gegenstand der Erfindung ist eine flüssige Tensidzubereitung umfassend ein Phosphonat
und eine Lipase, die natürlicherweise in einem Mikroorganismus vorhanden ist, wobei
der Mikroorganismus Rhizopus oryzae oder Mucorjavanicus ist.
[0010] Überraschenderweise wurde festgestellt, dass eine flüssige Tensidzubereitung, welche
die Kombination einer derartigen Lipase mit einem Phosphonat enthält, vorteilhafte
Reinigungsleistungen an lipase-sensitiven Anschmutzungen aufweist. Vorteilhafterweise
zeigt eine derartige Tensidzubereitung eine verbesserte Reinigungsleistung an mindestens
einer, vorzugsweise an mehreren lipase-sensitiven Anschmutzungen, insbesondere auf
Textilien und/oder harten Oberflächen. In einer bevorzugten Ausgestaltung ist eine
erfindungsgemäße Tensidzubereitung zudem vorteilhaft lagerstabil. Weitere bevorzugte
Ausführungsformen erfindungsgemäßer Tensidzubereitungen zeigen eine vorteilhafte Reinigungsleistung
hinsichtlich mindestens einer lipase-sensitiven Anschmutzung bei Temperaturen zwischen
10°C und 80°C, vorzugsweise auch bei niedrigen Temperaturen, beispielsweise zwischen
10°C und 50°C, zwischen 10°C und 40°C oder zwischen 20°C und 40°C. Hinsichtlich des
einleitend erwähnten Standes der Technik handelt es bei der vorliegenden Erfindung
daher um eine besonders vorteilhafte Auswahl von einer Lipase für eine Phosphonat-haltige
flüssige Tensidzubereitung.
[0011] Unter Reinigungsleistung wird im Rahmen der Erfindung die Aufhellungsleistung an
einer oder mehreren Anschmutzungen, insbesondere Wäscheanschmutzungen oder Geschirranschmutzungen,
verstanden, die sensitiv sind für den Abbau durch die Lipase. Beispiele für solche
Anschmutzungen sind Ruß/Mineralöl, Ruß/Olivenöl, Pigment/ÖI oder Hautfett (Sebum)/Kohlenschwarz,
jeweils beispielsweise auf Baumwollgewebe, insbesondere derart wie weiter unten angegeben.
Im Rahmen der Erfindung weist sowohl die Tensidzubereitung, welche die Lipase umfasst
bzw. die durch diese Tensidzubereitung gebildete Wasch- bzw. Reinigungsflotte, als
auch die Lipase selbst eine jeweilige Reinigungsleistung auf. Die Reinigungsleistung
der Lipase trägt somit zur Reinigungsleistung der Tensidzubereitung bzw. der durch
die Tensidzubereitung gebildeten Wasch- bzw. Reinigungsflotte bei. Die Reinigungsleistung
wird bevorzugt ermittelt wie weiter unten angegeben.
[0012] Unter Wasch- bzw. Reinigungsflotte wird diejenige die Tensidzubereitung enthaltende
Gebrauchslösung verstanden, die auf Textilien oder Gewebe (Waschflotte) bzw. harte
Oberflächen (Reinigungsflotte) einwirkt und damit mit den auf Textilien bzw. Geweben
oder harten Oberflächen vorhandenen Anschmutzungen in Kontakt kommt. Üblicherweise
entsteht die Wasch- bzw. Reinigungsflotte, wenn der Wasch- oder Reinigungsvorgang
beginnt und die Tensidzubereitung, insbesondere das Wasch- oder Reinigungsmittel,
beispielsweise in einer Waschmaschine, Geschirrspülmaschine oder in einem anderen
geeigneten Behältnis mit Wasser verdünnt wird.
[0013] Eine in einer erfindungsgemäßen Tensidzubereitung enthaltene Lipase weist eine lipolytische
Aktivität auf, das heißt, sie ist zur Hydrolyse (Lipolyse) von Lipiden wie Glyceriden
oder Cholesterinestern befähigt. Ferner ist die in einer erfindungsgemäßen Tensidzubereitung
enthaltene Lipase natürlicherweise in einem Mikroorganismus der Art Rhizopus oryzae
oder Mucor javanicus vorhanden. Natürlicherweise vorhanden bedeutet in diesem Zusammenhang,
dass die Lipase ein eigenes Enzym des Mikroorganismus ist. Die Lipase kann folglich
in dem Mikroorganismus von einer Nukleinsäuresequenz exprimiert werden, die Teil der
chromosomalen DNA des Mikroorganismus in seiner Wildtyp-Form ist. Sie bzw. die für
sie codierende Nukleinsäuresequenz ist folglich in der Wildtyp-Form des Mikroorganismus
vorhanden und/oder kann aus der Wildtyp-Form des Mikroorganismus aus diesem isoliert
werden. Im Gegensatz hierzu wäre eine nicht natürlicherweise in dem Mikroorganismus
vorhandene Lipase bzw. die für sie codierende Nukleinsäuresequenz mit Hilfe gentechnischer
Verfahren in den Mikroorganismus gezielt eingebracht worden, so dass der Mikroorganismus
um die Lipase bzw. die für sie codierende Nukleinsäuresequenz bereichert worden wäre.
Jedoch kann eine Lipase, die natürlicherweise in einem Mikroorganismus der Art Rhizopus
oryzae oder Mucor javanicus vorhanden ist, aber durchaus rekombinant von einem anderen
Organismus hergestellt worden sein.
[0014] Der Pilz Rhizopus oryzae zählt zur Klasse der Zygomyceten (Unterklasse Incertae sedis),
hierin zur Ordnung Mucorales und hierin wiederum zur Familie Mucoraceae und der Gattung
Rhizopus. Der Pilz Mucorjavanicus zählt ebenfalls zur Klasse der Zygomyceten (Unterklasse
Incertae sedis), hierin zur Ordnung Mucorales und hierin wiederum zur Familie Mucoraceae,
hierin dann zur Gattung Mucor. Die Bezeichnungen Rhizopus oryzae und Mucorjavanicus
sind die biologischen Artbezeichnungen innerhalb der jeweiligen Gattung.
[0015] Phosphonate sind Salze und organische Verbindungen, insbesondere Ester, der Phosphonsäure.
Als Salze existieren primäre (M'H
2PO
3 bzw. HP(O)(OH)(OM')) und sekundäre (M'
2HPO
3 bzw. HP(O)(OM')
2) Phosphonate, wobei M' für ein einwertiges Metall steht. Diese anorganischen Phosphonate
werden auch als primäre bzw. sekundäre Phosphite bezeichnet. Anorganische Phosphonate
entstehen beispielsweise durch Umsetzung von Phosphonsäure HP(O)(OH)
2, insbesondere der stabilen tautomeren Form der Phosphorigsäure mit einem (primäre)
oder zwei (sekundäre) Äquivalenten Base, beispielsweise Alkalimetallhydroxid.
[0016] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung bevorzugt sind organisch P-substituierte Phosphonate,
die eine Phosphor-Kohlenstoff-Bindung aufweisen (Phosphor-organische Verbindungen).
Ihre allgemeine Struktur ist R1 P(O)(OR2)
2, mit R1 und/oder R2 = Alkyl, Aryl oder H, wobei die Alkyl- bzw. Arylreste weitere
Substitutionen aufweisen oder weitere chemische Gruppen tragen können. Organisch P-substituierte
Phosphonate entstehen beispielsweise durch Michaelis-Arbusov-Reaktion. Viele dieser
Phosphonate sind löslich in Wasser. Einige technisch wichtige Phosphonate tragen ferner
Amino-Gruppe(n). Einige diese Aminophosphonate haben strukturelle Ähnlichkeiten mit
Komplexbildnern wie EDTA, NTA oder DTPA und haben eine ähnliche Funktion.
[0017] Besonders bevorzugte Phosphonate im Rahmen der vorliegenden Erfindung sind 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure
(HEDP), Aminotrimethylenphosphonsäure (ATMP), Nitrilotrimethylenphosphonsäure (NTMP),
Diethylentriaminpentamethylenphosphonsäure (DTPMP, DETPMP oder DTPNT), Ethylendiamintetramethylenphosphonsäure
(EDTMP) sowie 2-Phosphonobutan-1,2,4-tricarbonsäure (PBS-AM, auch bezeichnet als 3-Carboxy-3-phosphonoadipinsäure),
die zumeist in Form ihrer Ammonium- oder Alkalimetallsalze eingesetzt werden. Ferner
können Kombinationen der Phosphonate eingesetzt werden.
[0018] Besonders bevorzugt sind Diethylentriaminpentamethylenphosphonsäure-Natrium (DTPMP),
insbesondere für erfindungsgemäße Tensidzubereitungen, die Waschmittel darstellen,
und/oder 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure (HEDP), insbesondere für erfindungsgemäße
Tensidzubereitungen, die Wasch- oder Geschirrspülmittel, insbesondere maschinelle
Geschirrspülmittel, darstellen. Derartige Phosphonate sind beispielsweise unter den
Handelsnamen Dequest® 2066 und Dequest® 2010 (jeweils Firma Thermphos) erhältlich.
[0019] In einerweiteren Ausführungsform der Erfindung ist die Tensidzubereitung dadurch
gekennzeichnet, dass die Lipase eine Aminosäuresequenz aufweist, die zu der in SEQ
ID NO. 1 angegebenen Aminosäuresequenz zu mindestens 80% identisch ist. Zunehmend
bevorzugt ist die Aminosäuresequenz zu mindestens 81%, 82%, 83%, 84%, 85%, 86%, 87%,
88%, 89%, 90%, 91%, 92%, 93%, 94%, 95%, 96%, 97%, 98%, 99% und ganz besonders bevorzugt
zu 100% identisch zu der in SEQ ID NO. 1 angegebenen Aminosäuresequenz. SEQ ID NO.
1 ist die Sequenz einer reifen (maturen) Lipase aus Rhizopus oryzae.
[0020] Erfindungsgemäß ganz besonders bevorzugte Lipasen sind die von dem Unternehmen Amano
Pharmaceuticals unter den Bezeichnungen Lipase M-AP10®, Lipase LE® und Lipase F® (auch
Lipase JV®) erhältlichen Lipaseenzyme. Die Lipase F® ist beispielsweise natürlicherweise
in Rhizopus oryzae vorhanden. Die Lipase M-AP10® ist beispielsweise natürlicherweise
in Mucor javanicus vorhanden.
[0021] Erfindungsgemäß hat sich gezeigt, dass durch den Zusatz einer derartigen Lipase zu
einer flüssigen Tensidzubereitung, welche ein Phosphonat enthält, insbesondere eines
wie vorstehend beschrieben, eine besonders vorteilhafte lipolytische Aktivität in
dieser Zubereitung bereitgestellt wird. Ferner sind derartige Tensidzubereitungen
ausreichend lagerstabil, insbesondere hinsichtlich deren verbleibender lipolytischer
Aktivität nach Lagerung, insbesondere nach einer Lagerdauer von 1 bis 5 Wochen, 1
bis 4 Wochen, 1,5 bis 3 Wochen und besonders bevorzugt nach 2 Wochen.
[0022] Besonders bevorzugte Kombinationen von Lipase und Phosphonat in erfindungsgemäßen
Tensidzubereitungen sind:
Lipase, die eine Aminosäuresequenz aufweist, die zu der in SEQ ID NO. 1 angegebenen
Aminosäuresequenz zu mindestens 80% und zunehmend bevorzugt zu mindestens 81%, 82%,
83%, 84%, 85%, 86%, 87%, 88%, 89%, 90%, 91%, 92%, 93%, 94%, 95%, 96%, 97%, 98%, 99%
und ganz besonders bevorzugt zu 100% identisch ist in Kombination mit 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure
(HEDP);
Lipase, die eine Aminosäuresequenz aufweist, die zu der in SEQ ID NO. 1 angegebenen
Aminosäuresequenz zu mindestens 80% und zunehmend bevorzugt zu mindestens 81%, 82%,
83%, 84%, 85%, 86%, 87%, 88%, 89%, 90%, 91%, 92%, 93%, 94%, 95%, 96%, 97%, 98%, 99%
und ganz besonders bevorzugt zu 100% identisch ist in Kombination mit Aminotrimethylenphosphonsäure
(ATMP);
Lipase, die eine Aminosäuresequenz aufweist, die zu der in SEQ ID NO. 1 angegebenen
Aminosäuresequenz zu mindestens 80% und zunehmend bevorzugt zu mindestens 81%, 82%,
83%, 84%, 85%, 86%, 87%, 88%, 89%, 90%, 91%, 92%, 93%, 94%, 95%, 96%, 97%, 98%, 99%
und ganz besonders bevorzugt zu 100% identisch ist in Kombination mit Nitrilotrimethylenphosphonsäure
(NTMP);
Lipase, die eine Aminosäuresequenz aufweist, die zu der in SEQ ID NO. 1 angegebenen
Aminosäuresequenz zu mindestens 80% und zunehmend bevorzugt zu mindestens 81%, 82%,
83%, 84%, 85%, 86%, 87%, 88%, 89%, 90%, 91%, 92%, 93%, 94%, 95%, 96%, 97%, 98%, 99%
und ganz besonders bevorzugt zu 100% identisch ist in Kombination mit Diethylentriaminpentamethylenphosphonsäure
(DTPMP);
Lipase, die eine Aminosäuresequenz aufweist, die zu der in SEQ ID NO. 1 angegebenen
Aminosäuresequenz zu mindestens 80% und zunehmend bevorzugt zu mindestens 81%, 82%,
83%, 84%, 85%, 86%, 87%, 88%, 89%, 90%, 91%, 92%, 93%, 94%, 95%, 96%, 97%, 98%, 99%
und ganz besonders bevorzugt zu 100% identisch ist in Kombination mit Ethylendiamintetramethylenphosphonsäure
(EDTMP);
Lipase, die eine Aminosäuresequenz aufweist, die zu der in SEQ ID NO. 1 angegebenen
Aminosäuresequenz zu mindestens 80% und zunehmend bevorzugt zu mindestens 81%, 82%,
83%, 84%, 85%, 86%, 87%, 88%, 89%, 90%, 91%, 92%, 93%, 94%, 95%, 96%, 97%, 98%, 99%
und ganz besonders bevorzugt zu 100% identisch ist in Kombination mit 2-Phosphonobutan-1,2,4-tricarbonsäure
(PBS-AM);
Lipase M-AP10® in Kombination mit 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure (HEDP) oder Aminotrimethylenphosphonsäure
(ATMP) oder Nitrilotrimethylenphosphonsäure (NTMP) oder Diethylentriaminpentamethylenphosphonsäure
(DTPMP) oder Ethylendiamintetramethylenphosphonsäure (EDTMP) oder 2-Phosphonobutan-1,2,4-tricarbonsäure
(PBS-AM);
Lipase LE® in Kombination mit 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure (HEDP) oder Aminotrimethylenphosphonsäure
(ATMP) oder Nitrilotrimethylenphosphonsäure (NTMP) oder Diethylentriaminpentamethylenphosphonsäure
(DTPMP) oder Ethylendiamintetramethylenphosphonsäure (EDTMP) oder 2-Phosphonobutan-1,2,4-tricarbonsäure
(PBS-AM);
Lipase F® in Kombination mit 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure (HEDP) oder Aminotrimethylenphosphonsäure
(ATMP) oder Nitrilotrimethylenphosphonsäure (NTMP) oder Diethylentriaminpentamethylenphosphonsäure
(DTPMP) oder Ethylendiamintetramethylenphosphonsäure (EDTMP) oder 2-Phosphonobutan-1,2,4-tricarbonsäure
(PBS-AM).
[0023] Die Bestimmung der Identität von Nukleinsäure- oder Aminosäuresequenzen erfolgt durch
einen Sequenzvergleich. Solch ein Vergleich erfolgt dadurch, dass ähnliche Abfolgen
in den Nukleotidsequenzen oder Aminosäuresequenzen einander zugeordnet werden. Dieser
Sequenzvergleich erfolgt vorzugsweise basierend auf dem im Stand der Technik etablierten
und üblicherweise genutzten BLAST-Algorithmus (vgl. beispielsweise
Altschul, S.F., Gish, W., Miller, W., Myers, E.W. & Lipman, D.J. (1990) "Basic local
alignment search tool." J. Mol. Biol. 215:403-410, und
Altschul, Stephan F.,Thomas L. Madden, Alejandro A. Schaffer, Jinghui Zhang, Hheng
Zhang, Webb Miller, and David J. Lipman (1997): "Gapped BLAST and PSI-BLAST: a new
generation of protein database search programs"; Nucleic Acids Res., 25, S.3389-3402) und geschieht prinzipiell dadurch, dass ähnliche Abfolgen von Nukleotiden oder Aminosäuren
in den Nukleinsäure- bzw. Aminosäuresequenzen einander zugeordnet werden. Eine tabellarische
Zuordnung der betreffenden Positionen wird als Alignment bezeichnet. Ein weiterer
im Stand der Technik verfügbarer Algorithmus ist der FASTA-Algorithmus. Sequenzvergleiche
(Alignments), insbesondere multiple Sequenzvergleiche, werden üblicherweise mit Computerprogrammen
erstellt. Häufig genutzt werden beispielsweise die Clustal-Serie (vgl. beispielsweise
Chenna et al. (2003): Multiple sequence alignment with the Clustal series of programs.
Nucleic Acid Research 31, 3497-3500), T-Coffee (vgl. beispielsweise
Notredame et al. (2000): T-Coffee: A novel method for multiple sequence alignments.
J. Mol. Biol. 302, 205-217) oder Programme, die auf diesen Programmen bzw. Algorithmen basieren. Häufig genutzt
werden beispielsweise Clustal (vgl. beispielsweise
Chenna et al. (2003): Multiple sequence alignment with the Clustal series of programs.
Nucleic Acid Research 31, 3497-3500) oder T-Coffee (vgl. beispielsweise
Notredame et al. (2000): T-Coffee: A novel method for multiple sequence alignments.
J. Mol. Biol. 302, 205-217) sowie BLAST oder FASTA für die Datenbanksuche, beziehungsweise Programme, die auf
diesen Programmen bzw. Algorithmen basieren. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung
werden Sequenzvergleiche und Alignments bevorzugt mit dem Computer-Programm Vector
NTI® Suite 10.3 (Invitrogen Corporation, 1600 Faraday Avenue, Carlsbad, Kalifornien,
USA) mit den vorgegebenen Default-Parametern erstellt.
[0024] Solch ein Vergleich erlaubt eine Aussage über die Ähnlichkeit der verglichenen Sequenzen
zueinander. Sie wird üblicherweise in Prozent Identität, das heißt dem Anteil der
identischen Nukleotide oder Aminosäurereste an denselben bzw. in einem Alignment einander
entsprechenden Positionen angegeben. Der weiter gefasste Begriff der Homologie bezieht
bei Aminosäuresequenzen konservierte Aminosäure-Austausche in die Betrachtung mit
ein, also Aminosäuren mit ähnlicher chemischer Aktivität, da diese innerhalb des Proteins
meist ähnliche chemische Aktivitäten ausüben. Daher kann die Ähnlichkeit der verglichenen
Sequenzen auch Prozent Homologie oder Prozent Ähnlichkeit angegeben sein. Identitäts-
und/oder Homologieangaben können über ganze Polypeptide oder Gene oder nur über einzelne
Bereiche getroffen werden. Homologe bzw. identische Bereiche von verschiedenen Nukleinsäure-
oder Aminosäuresequenzen sind daher durch Übereinstimmungen in den Sequenzen definiert.
Solche Bereiche weisen oftmals identische Funktionen auf. Sie können klein sein und
nur wenige Nukleotide bzw. Aminosäuren umfassen. Oftmals üben solche kleinen Bereiche
für die Gesamtaktivität des Proteins essentielle Funktionen aus. Es kann daher sinnvoll
sein, Sequenzübereinstimmungen nur auf einzelne, gegebenenfalls kleine Bereiche zu
beziehen. Soweit nicht anders angegeben beziehen sich Identitäts- bzw. Homologieangaben
in der vorliegenden Anmeldung aber auf die Gesamtlänge der jeweils angegebenen Nukleinsäure-
oder Aminosäuresäuresequenz.
[0025] In einerweiteren Ausführungsform der Erfindung ist eine erfindungsgemäße Tensidzubereitung
ferner dadurch gekennzeichnet, dass ihre Reinigungsleistung mindestens derjenigen
einer Tensidzubereitung entspricht, die eine Lipase beinhaltet, die eine Aminosäuresequenz
gemäß SEQ ID NO. 1 aufweist, wobei die Reinigungsleistung in einem Waschsystem bestimmt
wird, das ein Waschmittel in einer Dosierung zwischen 2,0 und 9,0 Gramm pro Liter
Waschflotte sowie die Lipase enthält, wobei die zu vergleichenden Lipasen aktivitätsgleich
eingesetzt sind und die Reinigungsleistung gegenüber einer oder mehrerer der Anschmutzungen
Ruß/Mineralöl auf Baumwolle, Ruß/Olivenöl auf Baumwolle, Pigment/ÖI auf Baumwolle
oder Hautfett (Sebum)/Kohlenschwarz,auf Baumwolle, insbesondere gegenüber einer oder
mehrerer der Anschmutzungen
- Ruß/Mineralöl auf Baumwolle: Produkt Nr. C-01 erhältlich von CFT (Center For Testmaterials)
B.V. Vlaardingen, Niederlande
- Ruß/Olivenöl auf Baumwolle: Produkt Nr. C-02 erhältlich von CFT (Center For Testmaterials)
B.V. Vlaardingen, Niederlande
- Pigment/Öl auf Baumwolle: Produkt Nr. C-09 erhältlich von CFT (Center For Testmaterials)
B.V. Vlaardingen, Niederlande
- Hautfett (Sebum)/Kohlenschwarz,auf Baumwolle: Produkt Nr. C-S-32 erhältlich von CFT
(Center For Testmaterials) B.V. Vlaardingen, Niederlande,
bestimmt wird durch Messung des Weißheitsgrades der gewaschenen Textilien, der Waschvorgang
für mindestens 30 Minuten, optional 60 Minuten, bei einer Temperatur von 40°C erfolgt
und das Wasser eine Wasserhärte zwischen 15,5 und 16,5° (deutsche Härte) aufweist.
[0026] Das Waschmittel für das Waschsystem ist ein flüssiges Waschmittel, das wie folgt
zusammengesetzt (alle Angaben in Gewichts-Prozent): 0,3-0,5% Xanthan, 0,2-0,4% AntiSchaummittel,
6-7% Glycerin, 0,3-0,5% Ethanol, 4-7% FAEOS (Fettalkoholethersulfat), 24-28% nichtionische
Tenside, 1% Borsäure, 1-2% Natriumcitrat (Dihydrat), 2-4% Soda, 14-16% Kokosnuss-Fettsäuren,
0,5% HEDP (1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure), 0-0,4% PVP (Polyvinylpyrrolidon),
0-0,05% optischer Aufheller, 0-0,001% Farbstoff, Rest demineralisiertes Wasser. Die
Lipase wird diesbezüglich in einer Konzentration von 0,0001-0,06 Gew.-%, vorzugsweise
von 0,001 bis 0,006 Gew.-%, in dem Waschmittel eingesetzt, bezogen auf aktives Protein.
Die Dosierung des flüssigen Waschmittels beträgt zwischen 2,0 und 9,0, vorzugsweise
zwischen 2,5 und 8,0, zwischen 3,0 und 7,0 und besonders bevorzugt 3,5 Gramm pro Liter
Waschflotte. Gewaschen wird in einem pH-Wertebereich zwischen pH 8 und pH 10,5, bevorzugt
zwischen pH 8 und pH 9. Die Lipaseaktivität in der Waschflotte ist zu Waschbeginn
nicht gleich Null.
[0027] Der Weißheitsgrad, d.h. die Aufhellung der Anschmutzungen, als Maß für die Reinigungsleistung
wird mit optischen Messverfahren bestimmt, bevorzugt photometrisch. Ein hierfür geeignetes
Gerät ist beispielsweise das Spektrometer Minolta CM508d. Üblicherweise werden die
für die Messung eingesetzten Geräte zuvor mit einem Weißstandard, bevorzugt einem
mitgelieferten Weißstandard, kalibriert.
[0028] Durch den aktivitätsgleichen Einsatz der jeweiligen Lipase wird sichergestellt, dass
auch bei einem etwaigen Auseinanderklaffen des Verhältnisses von Aktivsubstanz zu
Gesamtprotein (die Werte der spezifischen Aktivität) die jeweiligen enzymatischen
Eigenschaften, also beispielsweise die Reinigungsleistung an bestimmten Anschmutzungen,
verglichen werden. Generell gilt, dass eine niedrige spezifische Aktivität durch Zugabe
einer größeren Proteinmenge ausgeglichen werden kann.
[0029] Die Lipaseaktivität wird in fachüblicher Weise bestimmt, und zwar vorzugsweise wie
beschrieben in Bruno Stellmach, "Bestimmungsmethoden Enzyme für Pharmazie, Lebensmittelchemie,
Technik, Biochemie, Biologie, Medizin" (Steinkopff Verlag Darmstadt, 1988, S. 172ff).
Hierbei werden Lipase-haltige Proben zu einer Olivenölemulsion in emulgatorhaltigem
Wasser gegeben und bei 30°C und pH 9,0 inkubiert. Dabei werden Fettsäuren freigesetzt.
Diese werden mit einem Autotitrator über 20min. laufend mit 0,01 N Natronlauge titriert,
so dass der pH-Wert konstant bleibt ("pH-stat-Titration"). Anhand des Natronlauge-Verbrauchs
erfolgt mittels Bezug auf eine Referenzlipaseprobe die Bestimmung der Lipaseaktivität.
[0030] Zahlreiche Lipasen werden als sogenannte Präproteine, also zusammen mit einem Propeptid
und/oder einem Signalpeptid gebildet. Häufig handelt es sich bei Pro- und/oder Signalpeptid
um N-terminale Sequenzen. Im Zuge des Faltungs- und/oder Sekretionsprozesses des Proteins
werden Signal- und/oder Propeptid abgespalten, so dass nach der Abspaltung des Pro-
und /oder Signalpeptids die dann reife (mature) Lipase ihre katalytische Aktivität
ohne die ursprünglich vorhandenen N-terminalen Aminosäuren ausübt. Für technische
Anwendungen allgemein und insbesondere im Rahmen der Erfindung sind die reifen (maturen)
Lipasen, d.h. die nach ihrer Herstellung prozessierten Enzyme, gegenüber den Präproteinen
bevorzugt. Die Lipasen können ferner von den sie produzierenden Zellen nach der Herstellung
der Polypeptidkette modifiziert werden, beispielsweise durch Anknüpfung von Zuckermolekülen,
Formylierungen, Aminierungen, usw. Solche Modifikationen sind posttranslationale Modifikationen
und können, müssen jedoch nicht einen Einfluss auf die Funktion der Lipase ausüben.
[0031] Ferner kann die in einer erfindungsgemäßen Tensidzubereitung enthaltene Lipase an
Trägerstoffe adsorbiert und/oder in Hüllsubstanzen eingebettet sein, um sie gegen
vorzeitige Inaktivierung zu schützen. In der Wasch- bzw. Reinigungsflotte, also unter
Anwendungsbedingungen, wird die Lipase dann freigesetzt und kann ihre lipolytische
Wirkung entfalten.
[0032] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Tensidzubereitung dadurch
gekennzeichnet, dass das Phosphonat in einer Menge von 0,01 bis 4 Gew.-% enthalten
ist. Weitere bevorzugte Mengen des in der Tensidzubereitung enthaltenen Phosphonats
sind von 0,01 bis 3 Gew.-%, von 0,01 bis 2,5 Gew.-%, von 0,02 bis 2,4 Gew.-%, von
0,02 bis 2 Gew.-%, von 0,03 bis 1,5 Gew.-% oder von 0,05 bis 1 Gew.-%.
[0033] Die Lipase ist in einer erfindungsgemäßen Tensidzubereitung vorzugsweise jeweils
in einer Menge von 1 x 10
-8 bis 5 Gew.-% bezogen auf aktives Protein enthalten. Zunehmend bevorzugt ist die Lipase
in einer Menge von 1 x 10
-7 -3 Gew.-%, von 0,00001-1 Gew.-%, von 0,0002-0,8% Gew.-% und besonders bevorzugt von
0,0008-0,4% Gew.-% in einer erfindungsgemäßen Tensidzubereitungen enthalten, bezogen
auf aktives Protein. Die Proteinkonzentration kann mit Hilfe bekannter Methoden, zum
Beispiel dem BCA-Verfahren (Bicinchoninsäure; 2,2'-Bichinolyl-4,4'-dicarbonsäure)
oder dem Biuret-Verfahren (
A. G. Gornall, C. S. Bardawill und M.M. David, J. Biol. Chem., 177 (1948), S. 751-766) bestimmt werden. Der Aktivenzymproteingehalt kann mittels "Active-Site"-Titration
der Lipasepräparation gemäß
Rotticci et al.: "An active-site titration method for lipases" (Biochim. Biophys.
Acta 1483(1), Seite 132-140) bestimmt werden. Hierbei werden verschiedene Konzentrationen des Enzyms in einem
entsprechenden Puffersystem mit einem Überschuss an Inhibitor (Methyl-p-nitrophenyl-n-hexylphosphonat)
versehen und die freiwerdende Menge an p-Nitrophenolat mittels Spektrophotometrie
bei 400 nm bestimmt.
[0034] Unter einer Tensidzubereitung ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung jegliche Art
von Zusammensetzung zu verstehen, die mindestens ein Tensid enthält. Vorzugsweise
enthält eine derartige Zusammensetzung ein Tensid wie weiter unten beschrieben.
[0035] Als flüssige Tensidzubereitungen können hierbei alle flüssigen bzw. fließfähigen
Darreichungsformen dienen. "Fließfähig" im Sinne der vorliegenden Anmeldung sind dabei
Zubereitungen, welche gießbar sind und Viskositäten bis hin zu mehreren 10.000 mPas
aufweisen können. Die Viskosität kann mit üblichen Standardmethoden (beispielsweise
Brookfield-Viskosimeter LVT-II bei 20 U/min und 20°C, Spindel 3) gemessen werden und
liegt vorzugsweise im Bereich von 5 bis 10000 mPas. Bevorzugte Tensidzubereitungen
haben Viskositäten von 10 bis 8000 mPas, wobei Werte zwischen 120 bis 3000 mPas besonders
bevorzugt sind. Eine flüssige Tensidzubereitung im Rahmen der vorliegenden Erfindung
kann daher auch gelförmig oder pastenförmig sein, sie kann als homogene Lösung oder
Suspension vorliegen, sowie beispielsweise versprühbar oder in sonstigen üblichen
Darreichungsformen konfektioniert sein.
[0036] Eine erfindungsgemäße flüssige Tensidzubereitung kann als solche oder nach Verdünnen
mit Wasser eingesetzt werden, insbesondere zur Reinigung von Textilien und/oder harten
Oberflächen. Eine solche Verdünnung kann leicht hergestellt werden, indem eine abgemessene
Menge der Tensidzubereitung in einer weiteren Menge Wasser verdünnt wird in bestimmten
Gewichtsverhältnissen von Tensidzubereitung : Wasser und optional diese Verdünnung
geschüttelt wird, um eine gleichmäßige Verteilung der Tensidzubereitung im Wasser
sicherzustellen. Mögliche Gewichts- oder Volumenverhältnisse der Verdünnungen sind
von 1:0 Tensidzubereitung : Wasser bis 1:10000 oder 1:20000 Tensidzubereitung : Wasser,
vorzugsweise von 1:10 bis 1:2000 Tensidzubereitung : Wasser.
[0037] Eine Tensidzubereitung im Sinne der vorliegenden Erfindung kann daher auch die Wasch-
bzw. Reinigungsflotte selbst sein.
[0038] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Tensidzubereitung ein Wasch-, Reinigungs-
oder Desinfektionsmittel. Zu den Waschmitteln zählen alle denkbaren Waschmittelarten,
insbesondere Waschmittel für Textilien, Teppiche oder Naturfasern. Sie können für
die manuelle und/oder auch die maschinelle Anwendung vorgesehen sein. Zu den Waschmitteln
zählen ferner Waschhilfsmittel, die bei der manuellen oder maschinellen Textilwäsche
zum eigentlichen Waschmittel hinzudosiert werden, um eine weitere Wirkung zu erzielen.
Zu den Reinigungsmitteln werden alle, ebenfalls in sämtlichen genannten Darreichungsformen
vorkommenden Mittel zur Reinigung und/oder Desinfektion harter Oberflächen, manuelle
und maschinelle Geschirrspülmittel, Teppichreiniger, Scheuermittel, Glasreiniger,
WC-Duftspüler, usw. gezählt. Textilvor- und Nachbehandlungsmittel sind schließlich
auf der einen Seite solche Mittel, mit denen das Wäschestück vor der eigentlichen
Wäsche in Kontakt gebracht wird, beispielsweise zum Anlösen hartnäckiger Verschmutzungen,
auf der anderen Seite solche, die in einem der eigentlichen Textilwäsche nachgeschalteten
Schritt dem Waschgut weitere wünschenswerte Eigenschaften wie angenehmen Griff, Knitterfreiheit
oder geringe statische Aufladung verleihen. Zu letztgenannten Mittel werden u.a. die
Weichspüler gerechnet. Desinfektionsmittel sind beispielsweise Händedesinfektionsmittel,
Flächendesinfektionsmittel und Instrumentendesinfektionsmittel, die ebenfalls in den
genannten Darreichungsformen vorkommen können. Ein Desinfektionsmittel bewirkt vorzugsweise
eine Keimreduktion um einen Faktor von mindestens 10
4, das heißt dass von ursprünglich 10.000 vermehrungsfähigen Keimen (so genannte koloniebildende
Einheiten - KBE) nicht mehr als ein Einziger überlebt, wobei Viren diesbezüglich nicht
als Keime gelten, da sie kein Zytoplasma und keinen eigenen Stoffwechsel aufweisen.
Bevorzugte Desinfektionsmittel bewirken eine Keimreduktion um einen Faktor von mindestens
10
5.
[0039] Als Tensid(e) können anionische, nichtionische, zwitterionische und/oder amphotere
Tenside eingesetzt werden. Bevorzugt sind aus anwendungstechnischer Sicht Mischungen
aus anionischen und nichtionischen Tensiden. Der Gesamttensidgehalt der flüssigen
Tensidzubereitung liegt vorzugsweise unterhalb von 60 Gew.-% und besonders bevorzugt
unterhalb von 45 Gew.-%, bezogen auf die gesamte flüssige Tensidzubereitung.
[0040] Geeignete nichtionische Tenside umfassen alkoxylierte Fettalkohole, alkoxylierte
Fettsäurealkylester, Fettsäureamide, alkoxylierte Fettsäureamide, Polyhydroxyfettsäureamide,
Alkylphenolpolyglycolether, Aminoxide, Alkylpolyglucoside und Mischungen daraus.
[0041] Als nichtionische Tenside werden vorzugsweise alkoxylierte, vorteilhafterweise ethoxylierte,
insbesondere primäre Alkohole mit vorzugsweise 8 bis 18 C-Atomen und durchschnittlich
1 bis 12 Mol Ethylenoxid (EO) pro Mol Alkohol eingesetzt, in denen der Alkoholrest
linear oder bevorzugt in 2-Stellung methylverzweigt sein kann bzw. lineare und methylverzweigte
Reste im Gemisch enthalten kann, so wie sie üblicherweise in Oxoalkoholresten vorliegen.
Insbesondere sind jedoch Alkoholethoxylate mit linearen Resten aus Alkoholen nativen
Ursprungs mit 12 bis 18 C-Atomen, zum Beispiel aus Kokos-, Palm-, Talgfett- oder Oleylalkohol,
und durchschnittlich 2 bis 8 EO pro Mol Alkohol bevorzugt. Zu den bevorzugten ethoxylierten
Alkoholen gehören beispielsweise C
12-14-Alkohole mit 3 EO, 4 EO oder 7 EO, C
9-11-Alkohol mit 7 EO, C
13-5-Alkohole mit 3 EO, 5 EO, 7 EO oder 8 EO, C
12-18-Alkohole mit 3 EO, 5 EO oder 7 EO und Mischungen aus diesen, wie Mischungen aus C
12-14-Alkohol mit 3 EO und C
12-18-Alkohol mit 7 EO. Die angegebenen Ethoxylierungsgrade stellen statistische Mittelwerte
dar, die für ein spezielles Produkt eine ganze oder eine gebrochene Zahl sein können.
Bevorzugte Alkoholethoxylate weisen eine eingeengte Homologenverteilung auf (narrow
range ethoxylates, NRE). Zusätzlich zu diesen nichtionischen Tensiden können auch
Fettalkohole mit mehr als 12 EO eingesetzt werden. Beispiele hierfür sind Talgfettalkohol
mit 14 EO, 25 EO, 30 EO oder 40 EO. Auch nichtionische Tenside, die EO- und PO-Gruppen
zusammen im Molekül enthalten, sind erfindungsgemäß einsetzbar. Geeignet sind ferner
auch eine Mischung aus einem (stärker) verzweigten ethoxylierten Fettalkohol und einem
unverzweigten ethoxylierten Fettalkohol, wie beispielsweise eine Mischung aus einem
C
16-18-Fettalkohol mit 7 EO und 2-Propylheptanol mit 7 EO. Insbesondere bevorzugt enthält
die Tensidzubereitung einen C
12-18-Fettalkohol mit 7 EO oder einen C
13-15-Oxoalkohol mit 7 EO als nichtionisches Tensid.
[0042] Der Gehalt an nichtionischen Tensiden beträgt bevorzugt 3 bis 40 Gew.-%, vorzugsweise
5 bis 30 Gew.-% und insbesondere 7 bis 20 Gew.-%, jeweils bezogen auf die gesamte
Tensidzubereitung.
[0043] Neben den nichtionischen Tensiden kann die Tensidzubereitung auch anionische Tenside
enthalten. Als anionisches Tensid werden vorzugsweise Sulfonate, Sulfate, Seifen,
Alkylphosphate, anionische Silikontenside und Mischungen daraus eingesetzt.
[0044] Als Tenside vom Sulfonat-Typ kommen dabei vorzugsweise C
9-13-Alkylbenzolsulfonate, Olefinsulfonate, d.h. Gemische aus Alken- und Hydroxyalkansulfonaten
sowie Disulfonaten, wie man sie beispielsweise aus C
12-18-Monoolefinen mit end- oder innenständiger Doppelbindung durch Sulfonieren mit gasförmigem
Schwefeltrioxid und anschließende alkalische oder saure Hydrolyse der Sulfonierungsprodukte
erhält, in Betracht. Geeignet sind auch C
12-18-Alkansulfonate und die Ester von α-Sulfofettsäuren (Estersulfonate), zum Beispiel
die α-sulfonierten Methylester der hydrierten Kokos-, Palmkern- oder Talgfettsäuren.
[0045] Als Alk(en)ylsulfate werden die Alkali- und insbesondere die Natriumsalze der Schwefelsäurehalbester
der C
12-C
18-Fettalkohole, beispielsweise aus Kokosfettalkohol, Talgfettalkohol, Lauryl-, Myristyl-,
Cetyl- oder Stearylalkohol oder der C
10-C
20-Oxoalkohole und diejenigen Halbester sekundärer Alkohole dieser Kettenlängen bevorzugt.
Aus waschtechnischem Interesse sind die C
12-C
16-Alkylsulfate und C
12-C
15-Alkylsulfate sowie C
14-C
15-Alkylsulfate bevorzugt. Auch 2,3-Alkylsulfate sind geeignete anionische Tenside.
[0046] Auch die Schwefelsäuremonoester der mit 1 bis 6 Mol Ethylenoxid ethoxylierten geradkettigen
oder verzweigten C
7-21-Alkohole, wie 2-Methyl-verzweigte C
9-11-Alkohole mit im Durchschnitt 3,5 Mol Ethylenoxid (EO) oder C
12-18-Fettalkohole mit 1 bis 4 EO, sind geeignet.
[0047] Auch bevorzugte anionische Tenside sind Seifen. Geeignet sind gesättigte und ungesättigte
Fettsäureseifen, wie die Salze der Laurinsäure, Myristinsäure, Palmitinsäure, Stearinsäure,
(hydrierten) Erucasäure und Behensäure sowie insbesondere aus natürlichen Fettsäuren,
zum Beispiel Kokos-, Palmkern-, Olivenöl- oder Talgfettsäuren, abgeleitete Seifengemische.
[0048] Die anionischen Tenside einschließlich der Seifen können in Form ihrer Natrium-,
Kalium- oder Magnesium- oder Ammoniumsalze vorliegen. Vorzugsweise liegen die anionischen
Tenside in Form ihrer Natriumsalze vor. Weitere bevorzugte Gegenionen für die anionischen
Tenside sind auch die protonierten Formen von Cholin, Triethylamin oder Methylethylamin.
[0049] Der Gehalt einer Tensidzubereitung an anionischen Tensiden kann 1 bis 40 Gew.-%,
vorzugsweise 5 bis 30 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt 10 bis 25 Gew.-%, jeweils
bezogen auf die gesamte Tensidzubereitung, betragen.
[0050] In einerweiteren Ausführungsform der Erfindung ist die Tensidzubereitung dadurch
gekennzeichnet, dass sie ferner eine Komponente umfasst, die ausgewählt ist aus i
- i. anionische und/oder polyanionische Substanz, und/oder
- ii. kationische und/oder polykationische Substanz, und/oder
- iii. Hydroxyl- und/oder Polyhydroxyl-Gruppe(n) aufweisende Substanz.
[0051] Es wurde festgestellt, dass der Zusatz solcher Substanzen die Reinigungsleistung
von Tensidzubereitungen, insbesondere von flüssigen Wasch- oder Reinigungsmitteln,
welche eine Lipase enthalten, insbesondere eine solche wie vorstehend beschrieben,
weiter verbessert, insbesondere bei einer Temperatur zwischen 10°C und 80°C und vorzugsweise
bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen, insbesondere zwischen 10°C und 50°C, zwischen
10°C und 40°C, zwischen 10°C und 30°C und/oder zwischen 20°C und 40°C.
[0052] Bei den vorstehend unter i. angegebenen Substanzen handelt es sich um anionische
oder polyanionische Substanzen, d.h. diese Substanzen tragen mindestens eine und bevorzugt
mehrere negative Ladungen. Bevorzugt handelt es sich um ein Polymer mit mindestens
einem negativ gelandenen Monomer, bevorzugt mit mehreren negativ geladenen Monomeren.
Erfindungsgemäß bevorzugt ist dieses Polymer daher ein negativ geladenes Polymer.
Bevorzugt sind beispielsweise Polymere organischer Säuren bzw. deren Salze, insbesondere
Polyacrylate und/oder Poly-Zuckersäuren und/oder Polyarcylat-copolymere und/oder Poly-zucker-copolymere.
Diesbezüglich weitere bevorzugte Verbindungen sind Polyacrylsulfonate oder Polycarboxylate
und deren Salze, Copolymere oder Salze der Coploymere.
[0053] Beispiele für besonders bevorzugt einzusetzende Substanzen sind Acusol 587D (Polyacrylsulfonat;
Unternehmen Rohm & Haas/Dow Chemical), Acusol 445N (Polycarboxylat Natriumsalz; Unternehmen
Rohm & Haas/Dow Chemical), Acusol 590 (Polyarcrylat-copolymer; Unternehmen Rohm &
Haas/Dow Chemical), Acusol 916 (Polyarcrylat Natriumsalz; Unternehmen Rohm & Haas/Dow
Chemical), Sokalan CP42 (modifiziertes Polycarboxylat Natriumsalz; Unternehmen BASF),
Sokalan PA 30CL (Polycarboxylat Natriumsalz; Unternehmen BASF), Dequest P 9000 (Polymaleinsäure;
Unternehmen Thermphos), Alginsäure, Poly-2-acrylamido-2-methyl-1-propan-sulfonsäure,
Poly-4-styrol sulfonsäure -co-maleinsäure Natriumsalz, Poly-acrylamido-co-acrylsäure
Natriumsalz, Poly-methacrylsäure Natriumsalz, Poly-methyl vinyl ether-alt maleinsäure
oder Polyvinylsulfonsäure Natriumsalz.
[0054] Bei den unter ii. angegebenen Substanzen handelt es sich kationische oder polykationische
Substanzen, d.h. diese Substanzen tragen mindestens eine und bevorzugt mehrere positive
Ladungen. Bevorzugt handelt es sich um ein Polymer mit mindestens einem positiv gelandenen
Monomer, bevorzugt mit mehreren positiv geladenen Monomeren. Erfindungsgemäß bevorzugt
ist dieses Polymer daher ein positiv geladenes Polymer. Beispiele für diesbezüglich
bevorzugte Verbindungen sind Salze der Polyamine, Polyethyleneimine bzw. deren Copolymere,
Salze der Polyallylamine, Salze der Polydiallyldimethylammonium-verbindungen oder
Poly(acrylamide-co-diallyldimethylammonium-verbindungen.
[0055] Bei den unter iii. angegebenen Substanzen handelt es sich um Substanzen, die mindestens
eine Hydroxyl- und/oder Polyhydroxyl-Gruppe und bevorzugt mehrere Hydroxyl- und/oder
Polyhydroxyl-Gruppen aufweisen. Bevorzugt sind diesbezüglich beispielsweise Polyvinylalkohole,
beispielsweise solche, die unter dem Handelsnamen Mowiol verfügbar sind (Unternehmen
Kremer Pigmente GmbH & Co. KG).
[0056] Es wird an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine konkrete Substanz
zu einer oder mehreren der vorstehend genannten Gruppen i. bis iii. zugehörig sein
kann. Beispielsweise kann es sich um ein anionisches Polymer handeln, welches eine
oder mehrere Hydroxyl- und/oder Polyhydroxyl-Gruppe(n) aufweist. Eine solche Substanz
ist dann zugehörig zu den Gruppen i. und iii. Ebenso ist ein kationisches Polymer,
welches eine oder mehrere Hydroxyl- und/oder Polyhydroxyl-Gruppe(n) aufweist, zugehörig
zu den Gruppen ii. und iii.
[0057] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ebenfalls einsetzbar sind Derivate der vorstehend
als zugehörig zu i., ii. oder iii. genannten Substanzen. Unter einem Derivat wird
im Sinne der vorliegenden Anmeldung eine solche Substanz verstanden, die ausgehend
von einer der vorstehend genannten Substanzen chemisch modifiziert ist, beispielsweise
durch die Umwandlung einer Seitenkette oder durch kovalente Bindung einer anderen
Verbindung an die Substanz. Bei solch einer Verbindung kann es sich beispielsweise
um niedrigmolekulare Verbindungen wie Lipide oder Mono-, Oligo- oder Polysaccharide
oder Amine bzw. Aminverbindungen handeln. Ferner kann die Substanz glykosyliert, hydrolysiert,
oxidiert, N-methyliert, N-formyliert, N-acetyliert sein oder Methyl, Formyl, Ethyl,
Acetyl, t-Butyl, Anisyl, Benzyl, Trifluroacetyl, N-hydroxysuccinimide, t-Butyloxycarbonyl,
Benzoyl, 4-Methylbenzyl, Thioanizyl, Thiocresyl, Benzyloxymethyl, 4-Nitrophenyl, Benzyloxycarbonyl,
2-Nitrobenzoyl, 2-Nitrophenylsulphenyl, 4-Toluenesulphonyl, Pentafluorophenyl, Diphenylmethyl,
2-Chlorobenzyloxycarbonyl, 2,4,5-trichlorophenyl, 2-bromobenzyloxycarbonyl, 9-Fluorenylmethyloxycarbonyl,
Tripheylmethyl, 2,2,5,7,8-pentamethyl-chroman-6-sulphonyl enthalten. Ebenso ist unter
einem Derivat die kovalente oder nichtkovalente Bindung der Substanz an einen makromolekularen
Träger zu verstehen, genauso wie auch ein nichtkovalenter Einschluss in geeignete
makromolekulare Käfigstrukturen. Auch Kopplungen mit sonstigen makromolekularen Verbindungen,
wie etwa Polyethylenglykol, können vorgenommen sein. Weitere bevorzugte chemische
Modifikationen sind die Modifikation von einer oder mehreren der chemischen Gruppen
-COOH, -OH, =NH, -NH
2 -SH zu -COOR, -OR, -NHR, -NR2, -NHR, -NR, -SR; wobei:
R ist-CH=CH-R2, -C≡C-R2, -C(R2)=CH2, -C(R2)=C(R3), -CH=NR2, -C(R2)=N-R3, ein 4-7 C-Ring System mit oder ohne Substitution,
ein 4-7 Stickstoffheterozyklus mit oder ohne Substitution, oder eine C2 bis C8 Kette mit 1 bis 5 Doppel- oder Dreifachbindungen mit Substitutionen ausgewählt aus
R1, R2, oder R3, wobei
-R1 ist H, -R, -NO2, -CN, Halogenidsubstituent, -N3, -C1-8 alkyl, -(CH2)nCO2R2, -C2-8 alkenyl-CO2R2, -O(CH2)nCO2R2, -C(O)NR2R3, -P(O)(OR2)2, alkyl substituiertes tetrazol-5-yl, -(CH2)nO(CH2)n aryl, -NR2R3, -(CH2)n OR2, -(CH2)n SR2, -N(R2)C(O)R3, -S(O2)NR2R3, -N(R2)S(O2)R3, -(CHR2)n NR2R3, -C(O)R3, (CH2)n N(R3)C(O)R3, -N(R2)CR2R3, substituiertes oder nicht substituiertes (CH2)n-zykloalkyl, substituiertes oder nicht substituiertes (CH2)n-phenyl, oder-zyklus; wobei n eine Zahl größer als 1 ist;
-R2 ist H, Halogenidsubstituent, -alkyl, -halogenalkyl, -(CH2)n-phenyl, -(CH2)1-3-biphenyl, -(CH2)1-4-Ph-N(SO2-C1-2-alkyl)2, -CO(CHR1)n-OR1, -(CHR1)n-Heterozyklus, -(CHR1)n-NH-CO-R1, -(CHR1)n-NH-SO2R1, -(CHR1)n-Ph-N(SO2-C1-2-alkyl)2, -(CHR1)n-C(O)(CHR1)-NHR1, -(CHR1)n-C(S)(CHR1)-NHR1, -(CH2)nO(CH2)nCH3, -CF3, -C2-C5 acyl, -(CHR1)nOH, -(CHR1)nCO2R1, -(CHR1)n-O-alkyl, -(CHR1)n-O-(CH2)n-O-alkyl, -(CHR1)n-S-alkyl, -(CHR1)n-S(O)-alkyl, -(CHR1)n-S(O2)-alkyl, -(CHR1)n-S(O2)-NHR3, -(CHR3)n-N3, -(CHR3)nNHR4, eine C2 bis C8 Kette Alken-Kette mit 1 bis 5 Doppelbindungen, eine C2 bis C8 Kette Alkin-Kette mit 1 bis 5 Dreifachbindungen, substituierter oder nicht substituierter
-(CHR3)n Heterozyklus, substituiertes oder nicht substituiertes gesättigtes oder nicht
gesättigtes -(CHR3)n Zykloalkyl; wobei n eine Zahl größer als 1 ist und R1 und R3
gleich oder unterschiedlich sein können;
-R3 ist H, -OH, -CN, substituiertes Alkyl, - C2 bis C8 Alkenyl, substituiertes oder nicht substituiertes Zykloalkyl, -N(R1)R2, gesättigter
oder nicht gesättigter C5 bis C7 Heterozyklus oder Heterobizyklus von 4 bis 7 C-Atomen, -NR1, -NR2, -NR1R2 bestehend
aus einem gesättigten oder nicht gesättigten Heterozyklus oder einem Heterobizyklus
von 4 bis 7 C-Atomen;
-R4 ist H, -(CH2)nOH, -C(O)ORS, -C(O)SR5, -(CH2)n C(O)NR6R7, -O-C(O)-O-R6, eine Aminosäure oder ein Peptid; wobei n eine Zahl zwischen
0 und 4 ist;
-R5 ist H,
-R6 ist -C(R7)-(CH2)n-O-C(O)-R8, -(CH2)n-C(R7)-O-C(O)R8, -(CH2)n-C(R7)-O-C(O)-O-R8, oder-C(R7)-(CH2)n-O-C(O)-O-R8; wobei n eine Zahl zwischen 0 und 4 ist; und
-R7 und R8 sind jeweils H, Alkyl, substituiertes Alkyl, Aryl, substituiertes Aryl,
Alkenyl, substituiertes Alkenyl, Alkinyl, substituiertes Alkinyl, Heterozyklus, substituierter
Heterozyklus, Alkylaryl, substituiertes Alkylaryl, Zykloalkyl, substituiertes Zykloalkyl,
oder CH2CO2alkyl, wobei R7 und R8 gleich oder unterschiedlich sein können.
[0058] Erfindungsgemäß ist es weiter möglich, alle möglichen Kombinationen der vorstehend
als zugehörig zu i., ii. oder iii. genannten Substanzen und/oder deren Derivate einzusetzen.
[0059] In einerweiteren Ausführungsform der Erfindung ist die Tensidzubereitung dadurch
gekennzeichnet, dass sie ferner mindestens einen weiteren Inhaltsstoff umfasst, der
ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Gerüststoff (Builder), Persauerstoffverbindung,
Bleichaktivator, nichtwässriges Lösungsmittel, Säure, wasserlösliches Salz, Verdickungsmittel,
desinfizierender Inhaltsstoff sowie Kombinationen hiervon.
[0060] Das Hinzufügen von einem oder mehreren der weiteren Inhaltsstoff(e) erweist sich
als vorteilhaft, da hierdurch eine weiter verbesserte Reinigungsleistung und/oder
Desinfektion erreicht wird. Vorzugsweise beruht die verbesserte Reinigungsleistung
und/oder Desinfektion auf einem synergistischen Zusammenwirken von mindestens zwei
Inhaltsstoffen. Insbesondere durch die Kombination der enthaltenen Lipase und/oder
des enthaltenen Phosphonats mit einem der nachstehend beschriebenen Gerüststoffe (Builder)
und/oder mit einer der nachstehend beschriebenen Persauerstoffverbindungen und/oder
mit einem der nachstehend beschriebenen Bleichaktivatoren und/oder mit einem der nachfolgend
beschriebenen nichtwässrigen Lösungsmittel und/oder mit einer der nachfolgend beschriebenen
Säuren und/oder mit einem der nachstehend beschriebenen wasserlöslichen Salze und/oder
mit einem der nachfolgend beschriebenen Verdickungsmittel und/oder mit einem der nachfolgend
beschriebenen desinfizierenden Inhaltsstoffe kann eine solche Synergie erreicht werden.
[0061] Als Gerüststoffe (Builder), die in der Tensidzubereitung enthalten sein können, sind
insbesondere Silikate, Aluminiumsilikate (insbesondere Zeolithe), Carbonate, Salze
organischer Di- und Polycarbonsäuren sowie Mischungen dieser Stoffe zu nennen.
[0062] Organische Gerüststoffe, welche in der Tensidzubereitung vorhanden sein können, sind
beispielsweise die in Form ihrer Natriumsalze einsetzbaren Polycarbonsäuren, wobei
unter Polycarbonsäuren solche Carbonsäuren verstanden werden, die mehr als eine Säurefunktion
tragen. Beispielsweise sind dies Citronensäure, Adipinsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure,
Äpfelsäure, Weinsäure, Maleinsäure, Fumarsäure, Zuckersäuren, Aminocarbonsäuren, Nitrilotriessigsäure
(NTA), Methylglycindiessigsäure (MGDA) und deren Abkömmlinge sowie Mischungen aus
diesen. Bevorzugte Salze sind die Salze der Polycarbonsäuren wie Citronensäure, Adipinsäure,
Bernsteinsäure, Glutarsäure, Weinsäure, Zuckersäuren und Mischungen aus diesen.
[0063] Als Gerüststoffe sind weiter polymere Polycarboxylate geeignet. Dies sind beispielsweise
die Alkalimetallsalze der Polyacrylsäure oder der Polymethacrylsäure, zum Beispiel
solche mit einer relativen Molekülmasse von 600 bis 750.000 g / mol.
[0064] Geeignete Polymere sind insbesondere Polyacrylate, die bevorzugt eine Molekülmasse
von 1.000 bis 15.000 g / mol aufweisen. Aufgrund ihrer überlegenen Löslichkeit können
aus dieser Gruppe wiederum die kurzkettigen Polyacrylate, die Molmassen von 1.000
bis 10.000 g / mol, und besonders bevorzugt von 1.000 bis 5.000 g / mol, aufweisen,
bevorzugt sein.
[0065] Geeignet sind weiterhin copolymere Polycarboxylate, insbesondere solche der Acrylsäure
mit Methacrylsäure und der Acrylsäure oder Methacrylsäure mit Maleinsäure. Zur Verbesserung
der Wasserlöslichkeit können die Polymere auch Allylsulfonsäuren, wie Allyloxybenzolsulfonsäure
und Methallylsulfonsäure, als Monomer enthalten.
[0066] Bevorzugt werden allerdings lösliche Gerüststoffe, wie beispielsweise Citronensäure,
oder Acrylpolymere mit einer Molmassen von 1.000 bis 5.000 g / mol bevorzugt in der
flüssigen Tensidzubereitung eingesetzt.
[0067] Bei den für polymere Polycarboxylate angegebenen Molmassen handelt es sich im Sinne
dieser Schrift um gewichtsmittlere Molmassen Mw der jeweiligen Säureform, die grundsätzlich
mittels Gelpermeationschromatographie (GPC) bestimmt wurden, wobei ein UV-Detektor
eingesetzt wurde. Die Messung erfolgte dabei gegen einen externen Polyacrylsäure-Standard,
der aufgrund seiner strukturellen Verwandtschaft mit den untersuchten Polymeren realistische
Molgewichtswerte liefert. Diese Angaben weichen deutlich von den Molgewichtsangaben
ab, bei denen Polystyrolsulfonsäuren als Standard eingesetzt werden. Die gegen Polystyrolsulfonsäuren
gemessenen Molmassen sind in der Regel deutlich höher als die in dieser Schrift angegebenen
Molmassen.
[0068] Derartige organische Buildersubstanzen können gewünschtenfalls in Mengen bis zu 40
Gew.-%, insbesondere bis zu 25 Gew.-% und vorzugsweise von 1 Gew.-% bis 8 Gew.-% enthalten
sein. Mengen nahe der genannten Obergrenze werden vorzugsweise in pastenförmigen oder
flüssigen, insbesondere wasserhaltigen, Tensidzubereitungen eingesetzt.
[0069] Als für den Einsatz in erfindungsgemäßen Tensidzubereitungen geeignete Persauerstoffverbindungen
kommen insbesondere organische Persäuren beziehungsweise persaure Salze organischer
Säuren, wie Phthalimidopercapronsäure, Perbenzoesäure oder Salze der Diperdodecandisäure,
Wasserstoffperoxid und unter den Waschbedingungen Wasserstoffperoxid abgebende anorganische
Salze, zu denen Perborat, Percarbonat, Persilikat und/oder Persulfat wie Caroat gehören,
in Betracht. Falls eine Zubereitung Persauerstoffverbindungen enthält, sind diese
in Mengen von vorzugsweise bis zu 50 Gew.-%, insbesondere von 5 Gew.-% bis 30 Gew.-%,
vorhanden. Der Zusatz geringer Mengen bekannter Bleichmittelstabilisatoren wie beispielsweise
von Phosphonaten, Boraten beziehungsweise Metaboraten und Metasilikaten sowie Magnesiumsalzen
wie Magnesiumsulfat kann zweckdienlich sein.
[0070] Als Bleichaktivatoren können Verbindungen, die unter Perhydrolysebedingungen aliphatische
Peroxocarbonsäuren mit vorzugsweise 1 bis 10 C-Atomen, insbesondere 2 bis 4 C-Atomen,
und/oder gegebenenfalls substituierte Perbenzoesäure ergeben, eingesetzt werden. Geeignet
sind Substanzen, die O- und/oder N-Acylgruppen der genannten C-Atomzahl und/oder gegebenenfalls
substituierte Benzoylgruppen tragen. Bevorzugt sind mehrfach acylierte Alkylendiamine,
insbesondere Tetraacetylethylendiamin (TAED), acylierte Triazinderivate, insbesondere
1,5-Diacetyl-2,4-dioxohexahydro-1,3,5-triazin (DADHT), acylierte Glykolurile, insbesondere
Tetraacetylglykoluril (TAGU), N-Acylimide, insbesondere N-Nonanoylsuccinimid (NOSI),
acylierte Phenolsulfonate, insbesondere n-Nonanoyl- oder Isononanoyloxybenzolsulfonat
(n- bzw. iso-NOBS), Carbonsäureanhydride, insbesondere Phthalsäureanhydrid, acylierte
mehrwertige Alkohole, insbesondere Triacetin, Ethylenglykoldiacetat, 2,5-Diacetoxy-2,5-dihydrofuran
und Enolester sowie acetyliertes Sorbitol und Mannitol beziehungsweise deren beschriebene
Mischungen (SORMAN), acylierte Zuckerderivate, insbesondere Pentaacetylglukose (PAG),
Pentaacetylfruktose, Tetraacetylxylose und Octaacetyllactose sowie acetyliertes, gegebenenfalls
N-alkyliertes Glucamin und Gluconolacton, und/oder N-acylierte Lactame, beispielsweise
N-Benzoylcaprolactam. Die hydrophil substituierten Acylacetale und die Acyllactame
werden ebenfalls bevorzugt eingesetzt. Auch Kombinationen konventioneller Bleichaktivatoren
können eingesetzt werden. Derartige Bleichaktivatoren können, insbesondere bei Anwesenheit
obengenannter Wasserstoffperoxid-liefernder Bleichmittel, im üblichen Mengenbereich,
vorzugsweise in Mengen von 0,5 Gew.-% bis 10 Gew.-%, insbesondere 1 Gew.-% bis 8 Gew.-%,
bezogen auf die gesamte Tensidzubereitung, enthalten sein, fehlen bei Einsatz von
Percarbonsäure als alleinigem Bleichmittel jedoch vorzugsweise ganz.
[0071] Zusätzlich zu den konventionellen Bleichaktivatoren oder an deren Stelle können auch
Sulfonimine und/oder bleichverstärkende Übergangsmetallsalze beziehungsweise Übergangsmetallkomplexe
als sogenannte Bleichkatalysatoren enthalten sein.
[0072] Die erfindungsgemäßen Tensidzubereitungen sind flüssig und enthalten vorzugsweise
Wasser als Hauptlösungsmittel. Daneben oder alternativ können der Tensidzubereitung
nichtwässrige Lösungsmittel zugesetzt werden. Geeignete nichtwässrige Lösungsmittel
umfassen ein- oder mehrwertige Alkohole, Alkanolamine oder Glykolether, sofern sie
im angegebenen Konzentrationsbereich mit Wasser mischbar sind. Vorzugsweise werden
die Lösungsmittel ausgewählt aus Ethanol, n-Propanol, i-Propanol, Butanolen, Glykol,
Propandiol, Butandiol, Glycerin, Diglykol, Propyldiglycol, Butyldiglykol, Hexylenglycol,
Ethylenglykolmethylether, Ethylenglykolethylether, Ethylenglykolpropylether, Ethylenglykolmono-n-butylether,
Diethylenglykolmethylether, Diethylenglykolethylether, Propylenglykolmethylether,
Propylenglykolethylether, Propylenglykolpropylether, Dipropylenglykolmonomethylether,
Dipropylenglykolmonoethylether, Diisopropylenglykolmonomethylether, Di-isopropylenglykolmonoethylether,
Methoxytriglykol, Ethoxytriglykol, Butoxytriglykol, 1-Butoxyethoxy-2-propanol, 3-Methyl-3-methoxybutanol,
Propylenglykol-t-butylether, Di-n-octylether sowie Mischungen dieser Lösungsmittel.
Es ist allerdings bevorzugt, dass die Tensidzubereitung ein Polyol als nicht-wässriges
Lösungsmittel enthält. Das Polyol kann insbesondere Glycerin, 1,2-Propandiol, 1,3-Propandiol,
Ethylenglycol, Diethylenglycol und/oder Dipropylenglycol umfassen. Insbesondere bevorzugt
enthält die Tensidzubereitung eine Mischung aus einem Polyol und einem einwertigen
Alkohol. Nichtwässrige Lösungsmittel können in der Tensidzubereitung in Mengen zwischen
0,5 und 15 Gew.-%, bevorzugt aber unter 12 Gew.-% und eingesetzt werden.
[0073] Zur Einstellung eines gewünschten, sich durch die Mischung der übrigen Komponenten
nicht von selbst ergebenden pH-Werts können die Tensidzubereitungen system- und umweltverträgliche
Säuren, insbesondere Citronensäure, Essigsäure, Weinsäure, Äpfelsäure, Milchsäure,
Glykolsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure und/oder Adipinsäure, aber auch Mineralsäuren,
insbesondere Schwefelsäure, oder Basen, insbesondere Ammonium- oder Alkalihydroxide,
enthalten. Derartige pH-Regulatoren sind in den Tensidzubereitungen in Mengen von
vorzugsweise nicht über 20 Gew.-%, insbesondere von 1,2 Gew.-% bis 17 Gew.-%, enthalten.
[0074] Eine Tensidzubereitung im Sinne der Erfindung kann weiterhin ein oder mehrere wasserlösliche
Salze enthalten, die beispielsweise zur Viskositätseinstellung dienen. Es kann sich
dabei um anorganische und/oder organische Salze handeln. Einsetzbare anorganische
Salze sind dabei vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe umfassend farblose wasserlösliche
Halogenide, Sulfate, Sulfite, Carbonate, Hydrogencarbonate, Nitrate, Nitrite, Phosphate
und/oder Oxide der Alkalimetalle, der Erdalkalimetalle, des Aluminiums und/oder der
Übergangsmetalle; weiterhin sind Ammoniumsalze einsetzbar. Besonders bevorzugt sind
dabei Halogenide und Sulfate der Alkalimetalle; vorzugsweise ist das anorganische
Salz daher ausgewählt aus der Gruppe umfassend Natriumchlorid, Kaliumchlorid, Natriumsulfat,
Kaliumsulfat sowie Gemische derselben. Einsetzbare organische Salze sind beispielsweise
farblose wasserlösliche Alkalimetall-, Erdalkalimetall-, Ammonium-, Aluminium- und/oder
Übergangsmetallsalze der Carbonsäuren. Vorzugsweise sind die Salze ausgewählt aus
der Gruppe umfassend Formiat, Acetat, Propionat, Citrat, Malat, Tartrat, Succinat,
Malonat, Oxalat, Lactat sowie Gemische derselben.
[0075] Zur Verdickung kann eine erfindungsgemäße Tensidzubereitung ein oder mehrere Verdickungsmittel
enthalten. Bevorzugt ist das Verdickungsmittel ausgewählt aus der Gruppe umfassend
Xanthan, Guar, Carrageenan, Agar-Agar, Gellan, Pektin, Johannisbrotkernmehl und Mischungen
daraus. Diese Verbindungen sind auch in Gegenwart von anorganischen Salzen effektive
Verdickungsmittel. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform enthält die Tensidzubereitung
Xanthan als Verdickungsmittel, da Xanthan auch in Gegenwart von hohen Salzkonzentrationen
effektiv verdickt und eine makroskopische Auftrennung der kontinuierlichen Phase verhindert.
Zusätzlich stabilisiert das Verdickungsmittel die kontinuierliche, tensidarme Phase
und verhindert eine makroskopische Phasenseparation.
[0076] Alternativ oder ergänzend können auch (Meth)Acrylsäure(co)polymere als Verdickungsmittel
eingesetzt werden. Geeignete Acryl- und Methacryl(co)polymere umfassen beispielsweise
die hochmolekularen mit einem Polyalkenylpolyether, insbesondere einem Allylether
von Saccharose, Pentaerythrit oder Propylen, vernetzten Homopolymere der Acrylsäure
(INCI-Bezeichnung gemäß "International Dictionary of Cosmetic Ingredients" der "The
Cosmetic, Toiletry and Fragrance Association (CTFA)": Carbomer), die auch als Carboxyvinylpolymere
bezeichnet werden. Solche Polyacrylsäuren sind unter anderem unter den Handelsnamen
Polygel® und Carbopol® erhältlich. Weiterhin sind beispielsweise folgende Acrylsäure-Copolymere
geeignet: (i) Copolymere von zwei oder mehr Monomeren aus der Gruppe der Acrylsäure,
Methacrylsäure und ihrer einfachen, vorzugsweise mit C
1-4-Alkanolen gebildeten, Ester (INCI Acrylates Copolymer), die beispielsweise unter
den Handelsnamen Aculyn®, Acusol® oder Tego® Polymer erhältlich sind; (ii) vernetzte
hochmolekulare Acrylsäure-Copolymere, zu denen etwa die mit einem Allylether der Saccharose
oder des Pentaerythrits vernetzten Copolymere von C
10-30-Alkylacrylaten mit einem oder mehreren Monomeren aus der Gruppe der Acrylsäure, Methacrylsäure
und ihrer einfachen, vorzugsweise mit C
1-4-Alkanolen gebildeten, Ester (INCI Acrylates/C
10-30 Alkyl Acrylate Crosspolymer) gehören und die beispielsweise unter dem Handelsnamen
Carbopol® erhältlich sind. Weitere geeignete Polymere sind (Meth)Acrylsäure(co)polymere
des Typs Sokalan®.
[0077] Es kann bevorzugt sein, dass die erfindungsgemäße Tensidzubereitung ein (Meth)Acrylsäure(co)polymer
in Kombination mit einem weiteren Verdickungsmittel, vorzugsweise Xanthan, enthält.
Die Tensidzubereitung kann 0,05 bis 1,5 Gew.-% und vorzugsweise 0,1 bis 1 Gew.-%,
jeweils bezogen auf die gesamte Tensidzubereitung, Verdickungsmittel enthalten. Die
Menge an eingesetztem Verdickungsmittel ist dabei abhängig von der Art des Verdickungsmittels
und dem gewünschten Grad der Verdickung.
[0078] Unter einem desinfizierenden Inhaltsstoff werden insbesondere Inhaltsstoffe verstanden,
die eine antimikrobielle oder antivirale Wirksamkeit besitzen, also Keime abtöten.
Die keimabtötende Wirkung ist dabei abhängig von dem Gehalt des desinfizierenden Inhaltsstoffes
in der Tensidzubereitung, wobei die keimabtötende Wirkung mit abnehmendem Gehalt an
desinfizierendem Inhaltsstoff bzw. zunehmender Verdünnung der Tensidzubereitung abnimmt.
[0079] Ein bevorzugter desinfizierender Inhaltsstoff ist Ethanol oder Propanol. Diese einwertigen
Alkohole werden aufgrund ihrer Lösemitteleigenschaften und ihrer keimtötenden Wirkung
häufig in Desinfektionsmitteln und auch in Reinigungsmitteln allgemein eingesetzt.
Dabei umfasst der Begriff "Propanol" sowohl das 1-Propanol (n-Propanol) als auch das
2-Propanol ("Isopropanol"). Ethanol und/oder Propanol ist beispielsweise in einer
Menge von insgesamt 10 bis 65 Gew.-%, vorzugsweise 25 bis 55 Gew.-% in der Tensidzubereitung
enthalten. Ein weiterer bevorzugter desinfizierender Inhaltsstoff ist Teebaumöl. Hierbei
handelt es sich um das ätherische Öl des Australischen Teebaums (Melaleuca alternifolia),
einem in New South Wales und Queensland beheimateten immergrünen Strauch aus der Gattung
Myrtenheiden (Melaleuca), sowie weiterer Teebaum-Arten aus verschiedenen Gattungen
(z.B. Baeckea, Kunzea und Leptospermum) in der Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae).
Das Teebaumöl wird durch Wasserdampfdestillation aus den Blättern und Zweigspitzen
dieser Bäume gewonnen und ist ein Gemisch aus ca. 100 Substanzen; zu den Hauptbestandteilen
zählen (+)-Terpinen-4-ol, α-Terpinen, Terpinolen, Terpineol, Pinen, Myrcen, Phellandren,
p-Cymen, Limonen und 1,8-Cineol. Teebaumöl ist beispielsweise in einer Menge von 0,05
bis 10 Gew.-%, vorzugsweise 0,1 bis 5,0 Gew.-%, in der viruziden Behandlungslösung
enthalten. Ein weiterer bevorzugter desinfizierender Inhaltsstoff ist Milchsäure.
Die Milchsäure oder 2-Hydroxypropionsäure ist ein Gärungsprodukt, das von verschiedenen
Mikroorganismen erzeugt wird. Sie ist schwach antibiotisch aktiv. Milchsäure ist beispielsweise
in Mengen von bis zu 10 Gew.-%, vorzugsweise 0,2 bis 5,0 Gew.-% in der Tensidzubereitung
enthalten.
[0080] Weitere desinfizierende Inhaltsstoffe sind beispielsweise Wirkstoffe aus den Gruppen
der Alkohole, Aldehyde, antimikrobiellen Säuren bzw. deren Salze, Carbonsäureester,
Säureamide, Phenole, Phenolderivate, Diphenyle, Diphenylalkane, Harnstoffderivate,
Sauerstoff-, Stickstoff-Acetale sowie Formale, Benzamidine, Isothiazole und deren
Derivate wie Isothiazoline und Isothiazolinone, Phthalimidderivate, Pyridinderivate,
antimikrobiellen oberflächenaktiven Verbindungen, Guanidine, antimikrobiellen amphoteren
Verbindungen, Chinoline, 1,2-Dibrom-2,4-dicyanobutan, lodo-2-propynyl-butyl-carbamat,
lod, lodophore und Peroxide. Hierunter bevorzugte Wirkstoffe werden vorzugsweise ausgewählt
aus der Gruppe umfassend 1,3-Butandiol, Phenoxyethanol, 1,2-Propylenglykol, Glycerin,
Undecylensäure, Zitronensäure, Milchsäure, Benzoeesäure, Salicylsäure, Thymol, 2-Benzyl-4-chlorphenol,
2,2'-Methylen-bis-(6-brom-4-chlorphenol), 2,4,4'-Trichlor-2'-hydroxydiphenylether,
N-(4-Chlorphenyl)-N-(3,4-dichlorphenyl)-harnstoff, N,N'-(1,10-decandiyldi-1-pyridinyl-4-yliden)-bis-(1-octanamin)-dihydrochlorid,
N,N'-Bis-(4-Chlorphenyl)-3,12-diimino-2,4,11,13-tetraazatetradecandiimidamid, quaternäre
oberflächenaktive Verbindungen, Guanidine. Bevorzugte oberflächenaktive quaternäre
Verbindungen enthalten eine Ammonium-, Sulfonium-, Phosphonium-, Jodonium- oder Arsoniumgruppe.
Weiterhin können auch desinfizierende ätherische Öle eingesetzt werden, die gleichzeitig
fü eine Beduftung der viruziden Behandlungslösung sorgen. Besonders bevorzugte Wirkstoffe
sind jedoch ausgewählt aus der Gruppe umfassend Salicylsäure, quaternäre Tenside,
insbesondere Benzalkoniumchlorid, PeroxoVerbindungen, insbesondere Wasserstoffperoxid,
Alkalimetallhypochlorit sowie Gemische derselben. Ein solcher weiterer desinfizierender
Inhaltsstoff ist beispielsweise in einer Menge von 0,01 bis 1 Gew.-%, vorzugsweise
0,02 bis 0,8 Gew.-%, insbesondere 0,05 bis 0,5 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,1 bis
0,3 Gew.-%, äußerst bevorzugt 0,2 Gew.-% in der Tensidzubereitung enthalten.
[0081] Flüssige erfindungsgemäße Tensidzubereitungen in Form von übliche Lösungsmittel enthaltenden
Lösungen werden in der Regel durch einfaches Mischen der Inhaltsstoffe, die in Substanz
oder als Lösung in einen automatischen Mischer gegeben werden können, hergestellt.
[0082] Erfindungsgemäße Tensidzubereitungen können als enzymatische Bestandteile ausschließlich
eine Lipase enthalten wie beschrieben. Alternativ können sie auch weitere hydrolytische
Enzyme oder andere Enzyme in einer für die Wirksamkeit der Tensidzubereitung zweckmäßigen
Konzentration enthalten. In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung umfasst die
Tensidzubereitung daher mindestens ein weiteres Enzym. Prinzipiell sind diesbezüglich
alle im Stand der Technik für diese Zwecke etablierten Enzyme einsetzbar. Als weitere
Enzyme bevorzugt einsetzbar sind alle Enzyme, die in einer erfindungsgemäßen Tensidzubereitung
eine katalytische Aktivität entfalten können, insbesondere eine Protease, Amylase,
Cellulase, Hemicellulase, Mannanase, Pektinase, Tannase, Xylanase, Xanthanase, ß-Glucosidase,
Carrageenase, Perhydrolase, Oxidase, Oxidoreduktase oder eine weitere Lipase, sowie
deren Gemische. Weitere Enzyme sind in der Tensidzubereitung vorteilhafterweise jeweils
in einer Gesamtmenge von 1 x 10
-8 bis 5 Gew.-% bezogen auf aktives Protein enthalten. Zunehmend bevorzugt ist jedes
weitere Enzym in einer Menge von 1 x 10
-7 -3 Gew.-%, von 0,00001-1 Gew.-%, von 0,00005-0,5 Gew.-%, von 0,0001 bis 0,1 Gew.-%
und besonders bevorzugt von 0,0001 bis 0,05 Gew.-% in erfindungsgemäßen Tensidzubereitungen
enthalten, bezogen auf aktives Protein. Besonders bevorzugt zeigen die Enzyme synergistische
Reinigungsleistungen gegenüber bestimmten Anschmutzungen oder Flecken, d.h. die in
der Tensidzubereitung enthaltenen Enzyme unterstützen sich in ihrer Reinigungsleistung
gegenseitig. Ganz besonders bevorzugt liegt ein solcher Synergismus vor zwischen der
enthaltenen Lipase und einem weiteren Enzym der erfindungsgemäßen Tensidzubereitung,
darunter insbesondere zwischen der Lipase und einer Protease und/oder einer Amylase
und/oder einer Mannanase und/oder einer Cellulase und/oder einer Pektinase. Synergistische
Effekte können nicht nur zwischen verschiedenen Enzymen, sondern auch zwischen einem
oder mehreren Enzymen und weiteren Inhaltsstoffen der erfindungsgemäßen Tensidzubereitung
auftreten.
[0083] Unter den Proteasen sind solche vom Subtilisin-Typ bevorzugt. Beispiele hierfür sind
die Subtilisine BPN' und Carlsberg, die Protease PB92, die Subtilisine 147 und 309,
die Alkalische Protease aus Bacillus lentus, Subtilisin DY und die den Subtilasen,
nicht mehr jedoch den Subtilisinen im engeren Sinne zuzuordnenden Enzyme Thermitase,
Proteinase K und die Proteasen TW3 und TW7. Subtilisin Carlsberg ist in weiterentwickelter
Form unter dem Handelsnamen Alcalase® von der Firma Novozymes A/S, Bagsvaard, Dänemark,
erhältlich. Die Subtilisine 147 und 309 werden unter den Handelsnamen Esperase®, beziehungsweise
Savinase® von der Firma Novozymes vertrieben. Von der Protease aus Bacillus lentus
DSM 5483 leiten sich die unter der Bezeichnung BLAP® geführten Protease-Varianten
ab. Weitere brauchbare Proteasen sind beispielsweise die unter den Handelsnamen Durazym®,
Relase®, Everlase®, Nafizym®, Natalase®, Kannase® und Ovozyme® von der Firma Novozymes,
die unter den Handelsnamen, Purafect®, Purafect® OxP, Purafect® Prime, Excellase®
und Properase® von der Firma Genencor, das unter dem Handelsnamen Protosol® von der
Firma Advanced Biochemicals Ltd., Thane, Indien, das unter dem Handelsnamen Wuxi®
von der Firma Wuxi Snyder Bioproducts Ltd., China, die unter den Handelsnamen Proleather®
und Protease P® von der Firma Amano Pharmaceuticals Ltd., Nagoya, Japan, und das unter
der Bezeichnung Proteinase K-16 von der Firma Kao Corp., Tokyo, Japan, erhältlichen
Enzyme. Besonders bevorzugt eingesetzt werden auch die Proteasen aus Bacillus gibsonii
und Bacillus pumilus, die offenbart sind in den internationalen Patentanmeldungen
WO2008/086916 und
WO2007/131656.
[0084] Erfindungsgemäß konfektionierbare Amylasen sind beispielsweise die α-Amylasen aus
Bacillus licheniformis, aus Bacillus amyloliquefaciens oder aus Bacillus stearothermophilus
sowie insbesondere auch deren für den Einsatz in Wasch- oder Reinigungsmitteln verbesserte
Weiterentwicklungen. Das Enzym aus Bacillus licheniformis ist von dem Unternehmen
Novozymes unter dem Namen Termamyl® und von dem Unternehmen Danisco/Genencor unter
dem Namen Purastar®ST erhältlich. Weiterentwicklungsprodukte dieser α-Amylase sind
von dem Unternehmen Novozymes unter den Handelsnamen Duramyl® und Termamyl®ultra,
von dem Unternehmen Danisco/Genencor unter dem Namen Purastar®OxAm und von dem Unternehmen
Daiwa Seiko Inc., Tokyo, Japan, als Keistase® erhältlich. Die α-Amylase von Bacillus
amyloliquefaciens wird von dem Unternehmen Novozymes unter dem Namen BAN® vertrieben,
und abgeleitete Varianten von der α-Amylase aus Bacillus stearothermophilus unter
den Namen BSG® und Novamyl®, ebenfalls von dem Unternehmen Novozymes. Desweiteren
sind für diesen Zweck die α-Amylase aus Bacillus sp. A 7-7 (DSM 12368) und die Cyclodextrin-Glucanotransferase
(CGTase) aus Bacillus agaradherens (DSM 9948) hervorzuheben. Ebenso sind Fusionsprodukte
aller genannten Moleküle einsetzbar. Darüber hinaus sind die unter den Handelsnamen
Fungamyl® von dem Unternehmen Novozymes erhältlichen Weiterentwicklungen der α-Amylase
aus Aspergillus niger und A. oryzae geeignet. Weitere vorteilhaft einsetzbare Handelsprodukte
sind beispielsweise die Amylase-LT® und Stainzyme® oder Stainzyme ultra® bzw. Stainzyme
plus®, letztere ebenfalls von dem Unternehmen Novozymes. Auch durch Punktmutationen
erhältliche Varianten dieser Enzyme können erfindungsgemäß eingesetzt werden. Besonders
bevorzugte Amylasen sind offenbart in den internationalen Offenlegungsschriften
WO 00/60060,
WO 03/002711,
WO 03/054177 und
WO07/079938, auf deren Offenbarung daher ausdrücklich verwiesen wird bzw. deren diesbezüglicher
Offenbarungsgehalt daher ausdrücklich in die vorliegende Patentanmeldung mit einbezogen
wird. Erfindungsgemäß konfektionierbare Amylasen sind ferner vorzugsweise α-Amylasen.
[0085] Beispiele für zusätzliche erfindungsgemäß konfektionierbare Lipasen oder Cutinasen,
die insbesondere wegen ihrer Triglycerid-spaltenden Aktivitäten enthalten sind, aber
auch, um aus geeigneten Vorstufen in situ Persäuren zu erzeugen, sind die ursprünglich
aus Humicola lanuginosa (Thermomyces lanuginosus) erhältlichen, beziehungsweise weiterentwickelten
Lipasen, insbesondere solche mit dem Aminosäureaustausch D96L. Sie werden beispielsweise
von der Firma Novozymes unter den Handelsnamen Lipolase®, Lipolase®Ultra, LipoPrime®,
Lipozyme® und Lipex® vertrieben. Desweiteren sind beispielsweise die Cutinasen einsetzbar,
die ursprünglich aus Fusarium solani pisi und Humicola insolens isoliert worden sind.
Von der Firma Genencor sind beispielsweise die Lipasen beziehungsweise Cutinasen einsetzbar,
deren Ausgangsenzyme ursprünglich aus Pseudomonas mendocina und Fusarium solanii isoliert
worden sind. Als weitere wichtige Handelsprodukte sind die ursprünglich von der Firma
Gist-Brocades vertriebenen Präparationen M1 Lipase® und Lipomax® und die von der Firma
Meito Sangyo KK, Japan, unter den Namen Lipase MY-30®, Lipase OF® und Lipase PL® vertriebenen
Enzyme zu erwähnen, ferner das Produkt Lumafast® von der Firma Genencor.
[0086] Erfindungsgemäße Wasch- oder Reinigungsmittel können ferner Cellulasen enthalten,
je nach Zweck als reine Enzyme, als Enzympräparationen oder in Form von Mischungen,
in denen sich die einzelnen Komponenten vorteilhafterweise hinsichtlich ihrer verschiedenen
Leistungsaspekte ergänzen. Zu diesen Leistungsaspekten zählen insbesondere Beiträge
zur Primärwaschleistung, zur Sekundärwaschleistung des Mittels (Antiredepositionswirkung
oder Vergrauungsinhibition) und Avivage (Gewebewirkung), bis hin zum Ausüben eines
"stone washed"-Effekts.
[0087] Erfindungsgemäß konfektionierbare Cellulasen (Endoglucanasen, EG) umfassen beispielsweise
die pilzliche, Endoglucanase(EG)-reiche Cellulase-Präparation beziehungsweise deren
Weiterentwicklungen, die von dem Unternehmen Novozymes unter dem Handelsnamen Celluzyme®
angeboten wird. Die ebenfalls von dem Unternehmen Novozymes erhältlichen Produkte
Endolase® und Carezyme® basieren auf der 50 kD-EG, beziehungsweise der 43 kD-EG aus
Humicola insolens DSM 1800. Weitere einsetzbare Handelsprodukte dieses Unternehmens
sind Cellusoft®, Renozyme® und Celluclean®. Weiterhin einsetzbar sind beispielsweise
Cellulasen, die von dem Unternehmen AB Enzymes, Finnland, unter den Handelsnamen Ecostone®
und Biotouch® erhältlich sind, und die zumindest zum Teil auf der 20 kD-EG aus Melanocarpus
basieren. Weitere Cellulasen von dem Unternehmen AB Enzymes sind Econase® und Ecopulp®.
Weitere geeignete Cellulasen sind aus Bacillus sp. CBS 670.93 und CBS 669.93, wobei
die aus Bacillus sp. CBS 670.93 von dem Unternehmen Danisco/Genencor unter dem Handelsnamen
Puradax® erhältlich ist. Weitere verwendbare Handelsprodukte des Unternehmens Danisco/Genencor
sind "Genencor detergent cellulase L" und IndiAge®Neutra. Auch durch Punktmutationen
erhältliche Varianten dieser Enzyme können erfindungsgemäß eingesetzt werden. Besonders
bevorzugte Cellulasen sind Thielavia terrestris Cellulasevarianten, die in der internationalen
Offenlegungsschrift
WO 98/12307 offenbart sind, Cellulasen aus Melanocarpus, insbesondere Melanocarpus albomyces,
die in der internationalen Offenlegungsschrift
WO 97/14804 offenbart sind, Cellulasen vom EGIII-Typ aus Trichoderma reesei, die in der europäischen
Patentanmeldung
EP 1 305 432 offenbart sind bzw. hieraus erhältliche Varianten, insbesondere diejenigen, die offenbart
sind in den europäischen Patentanmeldungen
EP 1240525 und
EP 1305432, sowie Cellulasen, die offenbart sind in den internationalen Offenlegungsschriften
WO 1992006165,
WO 96/29397 und
WO 02/099091. Auf deren jeweilige Offenbarung wird daher ausdrücklich verwiesen bzw. deren diesbezüglicher
Offenbarungsgehalt wird daher ausdrücklich in die vorliegende Patentanmeldung mit
einbezogen.
[0088] Ferner können insbesondere zur Entfernung bestimmter Problemanschmutzungen weitere
Enzyme eingesetzt sein, die unter dem Begriff Hemicellulasen zusammengefasst werden.
Hierzu gehören beispielsweise Mannanasen, Xanthanlyasen, Xanthanasen, Pektinlyasen
(=Pektinasen), Pektinesterasen, Pektatlyasen, Xyloglucanasen, Xylanasen, Pullulanasen
und β-Glucanasen. Diesbezüglich geeignete Enzyme sind beispielsweise unter den Namen
Gamanase® und Pektinex AR® von der Firma Novozymes, unter dem Namen Rohapec® B1L von
der Firma AB Enzymes und unter dem Namen Pyrolase® von der Firma Diversa Corp., San
Diego, CA, USA erhältlich. Die aus Bacillus subtilis gewonnene β-Glucanase ist unter
dem Namen Cereflo® von der Firma Novozymes erhältlich. Erfindungsgemäß besonders bevorzugte
Hemicellulasen sind Mannanasen, welche beispielsweise unter den Handelsnamen Mannaway®
von dem Unternehmen Novozymes oder Purabrite® von dem Unternehmen Genencor vertrieben
werden.
[0089] Zur Erhöhung der bleichenden Wirkung kann eine erfindungsgemäße Tensidzubereitung
auch Oxidoreduktasen, beispielsweise Oxidasen, Oxygenasen, Katalasen (die bei niedrigen
H
2O
2-Konzentrationen als Peroxidase reagieren), Peroxidasen, wie Halo-, Chloro-, Bromo-,
Lignin-, Glucose- oder Manganperoxidasen, Dioxygenasen oder Laccasen (Phenoloxidasen,
Polyphenoloxidasen) enthalten. Als geeignete Handelsprodukte sind Denilite® 1 und
2 der Firma Novozymes zu nennen. Als vorteilhaft einsetzbare Beispielsysteme für eine
enzymatische Perhydrolyse wird auf die Anmeldungen
WO 98/45398 A1,
WO 2005/056782 A2 sowie
WO 2004/058961 A1 verwiesen. Ein kombiniertes enzymatisches Bleichsystem, umfassend eine Oxidase und
eine Perhydrolase beschreibt die Anmeldung
WO 2005/124012. Vorteilhafterweise werden zusätzlich vorzugsweise organische, besonders bevorzugt
aromatische, mit den Enzymen wechselwirkende Verbindungen zugegeben, um die Aktivität
der betreffenden Oxidoreduktasen zu verstärken (Enhancer) oder um bei stark unterschiedlichen
Redoxpotentialen zwischen den oxidierenden Enzymen und den Anschmutzungen den Elektronenfluß
zu gewährleisten (Mediatoren).
[0090] Die erfindungsgemäß einzusetzenden Enzyme können ferner zusammen mit Begleitstoffen,
etwa aus der Fermentation, oder mit Stabilisatoren konfektioniert sein und in einer
derartigen Konfektionierungsform in eine erfindungsgemäße Tensidzubereitung eingearbeitet
werden.
[0091] Einen weiteren Erfindungsgegenstand stellt die Verwendung einer erfindungsgemäßen
Tensidzubereitung zur Entfernung von Anschmutzungen, insbesondere von lipase-sensitiven
Anschmutzungen, auf Textilien oder harten Oberflächen, d.h. zur Reinigung von Textilien
oder von harten Oberflächen, dar. Denn erfindungsgemäße Tensidzubereitungen können,
insbesondere auf Grund der enthaltenen Kombination von Phosphonat und Lipase, vorteilhaft
dazu verwendet werden, um von Textilien oder von harten Oberflächen entsprechende
Verunreinigungen zu beseitigen. Ausführungsformen dieses Erfindungsgegenstandes stellen
beispielsweise die Handwäsche, die manuelle Entfernung von Flecken von Textilien oder
von harten Oberflächen oder die Verwendung im Zusammenhang mit einem maschinellen
Verfahren dar. Alle Sachverhalte, Gegenstände und Ausführungsformen, die für erfindungsgemäße
Tensidzubereitungen beschrieben sind, sind auch auf diesen Erfindungsgegenstand anwendbar.
Daher wird an dieser Stelle ausdrücklich auf die Offenbarung an entsprechender Stelle
verwiesen mit dem Hinweis, dass diese Offenbarung auch für die vorstehende erfindungsgemäße
Verwendung gilt. Entsprechendes gilt für die Verwendung einer erfindungsgemäßen Tensidzubereitung
zur Desinfektion.
[0092] Einen weiteren Erfindungsgegenstand stellt ein Verfahren zur Reinigung von Textilien
oder harten Oberflächen oder zur Desinfektion dar, wobei in mindestens einem Verfahrensschritt
eine erfindungsgemäße Tensidzubereitung angewendet wird.
[0093] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren, insbesondere eine Wasch-,
Reinigungs-oder Desinfektionsverfahren, in dem eine Waschflotte, die ein Phosphonat
und eine Lipase, die natürlicherweise in einem Mikroorganismus vorhanden ist, wobei
der Mikroorganismus Rhizopus oryzae oder Mucorjavanicus ist, umfasst, mit einer lipase-sensitiven
Anschmutzung oder einem Keim auf einem Textil oder einer harten Oberfläche in Kontakt
gebracht wird.
[0094] Hierunter fallen sowohl manuelle als auch maschinelle Verfahren, wobei maschinelle
Verfahren aufgrund ihrer präziseren Steuerbarkeit, was beispielsweise die eingesetzten
Mengen und Einwirkzeiten angeht, bevorzugt sind. Verfahren zur Reinigung von Textilien
zeichnen sich im Allgemeinen dadurch aus, dass eine oder mehrere reinigungsaktive
Substanzen auf das Reinigungsgut aufgebracht und nach der Einwirkzeit abgewaschen
werden. Insbesondere wird das Reinigungsgut mit der Tensidzubereitung oder der durch
sie gebildeten Waschflotte behandelt, vorzugsweise für eine bestimmte Mindestdauer,
beispielsweise 5, 10, 15, 20, 25, 30, 40, 50 oder 60 Minuten. Entsprechendes gilt
für Verfahren zur Reinigung von allen anderen Materialien als Textilien, insbesondere
von harten Oberflächen. Bei Desinfektionsverfahren wird der abzutötende Keim mit der
Tensidzubereitung bzw. der durch sie gebildeten Waschflotte in Kontakt gebracht, vorzugsweise
für eine bestimmte Mindestdauer, beispielsweise 5, 10, 15, 20, 25, 30, 40, 50 oder
60 Minuten. Alle denkbaren Wasch-, Reinigungs- oder Desinfektionsverfahren können
in wenigstens einem der Verfahrensschritte um die Anwendung einer erfindungsgemäßen
Tensidzubereitung beziehungsweise um die Anwendung einer erfindungsgemäßen Lipase
in Kombination mit einem Phosphonat bereichert werden und stellen dann Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung dar. Alle Sachverhalte, Gegenstände und Ausführungsformen,
die für erfindungsgemäße Tensidzubereitungen beschrieben sind, sind auch auf diese
Erfindungsgegenstände anwendbar. Daherwird an dieser Stelle ausdrücklich auf die Offenbarung
an entsprechender Stelle verwiesen mit dem Hinweis, dass diese Offenbarung auch für
die vorstehenden erfindungsgemäßen Verfahren gilt.
[0095] In einer bevorzugten Ausführungsform ist ein erfindungsgemäßes Verfahren dadurch
gekennzeichnet, dass die Lipase in der Waschflotte in einer Konzentration von 0,0000003
bis 0,0004 Gew.-%, bevorzugt von 0,0000005 bis 0,0003 Gew.-% vorliegt, wobei die Angaben
auf Aktivprotein in der Waschflotte bezogen sind. In einerweiteren bevorzugten Ausführungsform
ist ein erfindungsgemäßes Verfahren dadurch gekennzeichnet, dass es bei einer Temperatur
zwischen 10°C und 80°C, bevorzugt zwischen 10°C und 70°C und besonders bevorzugt zwischen
20°C und 60°C durchgeführt wird.
[0096] Erfindungsgemäß vorgesehene Lipasen sind vorteilhaft in erfindungsgemäßen Tensidzubereitungen
sowie Verfahren, insbesondere Wasch-, Reinigungs- oder Desinfektionsverfahren, einsetzbar.
Sie können also vorteilhaft dazu verwendet werden, um in entsprechenden Zubereitungen
eine lipolytische Aktivität bereitzustellen.
[0097] Einen weiteren Gegenstand der Erfindung stellt daher die Verwendung einer Lipase,
die natürlicherweise in einem Mikroorganismus vorhanden ist, wobei der Mikroorganismus
Rhizopus oryzae oder Mucorjavanicus ist, zur Bereitstellung einer lipolytischen Aktivität
in einer flüssigen Tensidzubereitung, welche ferner ein Phosphonat umfasst, dar.
[0098] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist die Verwendung einer Lipase, die natürlicherweise
in einem Mikroorganismus vorhanden ist, wobei der Mikroorganismus Rhizopus oryzae
oder Mucor javanicus ist, zur Entfernung von lipase-sensitiven Anschmutzungen auf
Textilien oder harten Oberflächen oder zur Desinfektion in einer Waschflotte, welche
ferner ein Phosphonat umfasst.
[0099] Alle Sachverhalte, Gegenstände und Ausführungsformen, die für erfindungsgemäße Tensidzubereitungen
und/oder erfindungsgemäße Verfahren beschrieben sind, sind auch auf die genannten
Verwendungen anwendbar. Daherwird an dieser Stelle ausdrücklich auf die Offenbarung
an entsprechender Stelle verwiesen mit dem Hinweis, dass diese Offenbarung auch für
die vorstehenden erfindungsgemäßen Verwendungen gilt.
Beispiel:
Ermittlung der Reinigungsleistung einer erfindungsgemäßen flüssigen Tensidzubereitung
[0100] Für dieses Beispiel wurden standardisiert verschmutze Textilien eingesetzt, die von
dem Center For Testmaterials (CFT, Vlaardingen, Niederlande) bezogen worden waren.
Dabei wurden folgende Anschmutzungen und Textilien verwendet:
- A: Ruß/Mineralöl auf Baumwolle: Produkt Nr. C-01 erhältlich von CFT;
- B: Ruß/Olivenöl auf Baumwolle: Produkt Nr. C-02 erhältlich von CFT;
- C: Pigment/ÖI auf Baumwolle: Produkt Nr. C-09 erhältlich von CFT ;
- D: Hautfett (Sebum)/Kohlenschwarz,auf Baumwolle: Produkt Nr. C-S-32 erhältlich von
CFT.
[0101] Mit diesem Testmaterial wurden verschiedene Waschmittel auf ihre Reinigungsleistung
hin untersucht. Dafür wurden die Ansätze für 30 Minuten bei Temperaturen von 40°C
gewaschen. Die Dosierung lag bei 3,5 Gramm des Waschmittels pro Liter Waschflotte.
Es wurde mit Stadtwasser mit einer Wasserhärte von etwa 16° deutscher Härte gewaschen.
[0102] Als Waschmittel-Basis-Rezeptur diente ein Phosphonat-haltiges Flüssigwaschmittel
folgender Zusammensetzung (alle Angaben in Gewichts-Prozent): 0,3-0,5% Xanthan, 0,2-0,4%
AntiSchaummittel, 6-7% Glycerin, 0,3-0,5% Ethanol, 4-7% FAEOS (Fettalkoholethersulfat),
24-28% nichtionische Tenside, 1% Borsäure, 1-2% Natriumcitrat (Dihydrat), 2-4% Soda,
14-16% Kokosnuss-Fettsäuren, 0,5% HEDP (1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure), 0-0,4%
PVP (Polyvinylpyrrolidon), 0-0,05% optischer Aufheller, 0-0,001% Farbstoff, Rest demineralisiertes
Wasser.
[0103] Diese Waschmittel-Basis-Rezeptur wurde für die verschiedenen Versuchsreihen aktivitätsgleich
zu 0,35 Gew.-% Lipex 100L (Lipasepräparation des Unternehmens Novozymes (Ansatz 4
als Referenz) mit folgenden Lipasen versetzt: Lipase M-AP10® (Ansatz 1), Lipase LE®
(Ansatz 2) und Lipase F® (auch Lipase JV®; Ansatz 3), alle erhältlich von dem Unternehmen
Amano Pharmaceuticals.
[0104] Nach dem Waschen wurde der Weißheitsgrad der gewaschenen Textilien gemessen. Die
Messung erfolgte an einem Spektrometer Minolta CM508d (Lichtart D65, 10°). Das Gerät
wurde zuvor mit einem mitgelieferten Weißstandard kalibriert. Die erhaltenen Ergebnisse
sind die Differenzremissionen zwischen einem Waschvorgang mit einem Waschmittel enthaltend
die jeweilige Lipase und einem parallel durchgeführten Kontrollwaschgang mit einem
Waschmittel ohne Lipase. Die Ergebnisse sind in der nachfolgenden Tabelle 1 zusammengestellt
und erlauben einen unmittelbaren Rückschluss auf den Beitrag des jeweils enthaltenen
Enzyms zur Reinigungsleistung des verwendeten Mittels.
Tabelle 1: Waschergebnisse mit einem flüssigen Waschmittel bei 40°C
| Anschmutzung |
Ansatz 1 |
Ansatz 2 |
Ansatz 3 |
Ansatz 4 |
| A |
32,6 |
32,2 |
33,3 |
29,7 |
| B |
32,1 |
31,9 |
32,1 |
27,1 |
| C |
63,2 |
61,9 |
62,1 |
61,2 |
| D |
31,6 |
31,8 |
32,8 |
30,8 |
[0105] Es wird deutlich, dass erfindungsgemäße Tensidzubereitungen (Ansätze 1 bis 3) sehr
gute Reinigungsleistungen zeigen, die gegenüber der Referenz (Ansatz 4) verbessert
sind.
SEQUENCE LISTING
[0106]
<110> Henkel AG & Co. KGaA
<120> Flüssige Tensidzubereitung enthaltend Lipase und Phosphonat
<130> H 08918 (PT018327)
<150> DE 102010063743.2
<151> 2010-12-21
<160> 1
<170> PatentIn version 3.3
<210> 1
<211> 269
<212> PRT
<213> Rhizopus oryzae
<400> 1

