[0001] Die Erfindung betrifft einen Diplexer für ein homodynes FMCW-Radargerät. Die Erfindung
betrifft insbesondere einen solchen Diplexer, der in Hohlleitertechnik aufgebaut ist.
[0002] Diplexer dienen bei Radargeräten dazu, zwei Eingänge an einen Ausgang zu schalten
und arbeiten in diesem Sinne als Frequenzweiche. So können zwei Eingangskanäle entkoppelt
und in Signalrichtung aufgetrennt werden, um sie beispielsweise an einer mit einem
Ausgangskanal verbundenen Antenne betreiben zu können. Echosignale, die durch das
Auftreffen von Sendesignalen von der Antenne auf reflektierende Oberflächen zurückgeworfen
und empfangen werden, können dann wieder an die dazugehörigen Empfänger verteilt werden.
Einerseits sollen Signale im Diplexer möglichst gering bedämpft werden, und andererseits
soll die Entkopplung zwischen beiden Eingangs-Kanälen möglichst groß sein. Das heißt,
dass Signale nur in die gewünschte Richtung geleitet werden sollen, während in der
anderen Richtung eine möglichst hohe Dämpfung auftritt.
[0003] Bekannte Diplexer für die Radartechnik werden im Low Cost-Bereich zum Beispiel als
Mikrostreifenleitungs-Koppler direkt auf Leiterplatten angeordnet und können damit
sehr klein, sehr präzise und kostengünstig ausgeführt werden, so dass sie in Consumer-Produkten
wie beispielsweise Mobiltelefonen Anwendung finden. Ihre Nachteile sind ihre geringe
Richtwirkung und hohe Verluste bei mäßiger Anpassung.
[0004] Andererseits sind Diplexer bekannt, deren Leitungsstruktur aus Hohlleiter-Abschnitten
gebildet wird. Eine Hohlleiterstruktur eines solchen Diplexers besteht im Prinzip
aus zwei quasi parallel laufenden Hohlleiter-Kanälen, die jeweils aus aufeinander
folgenden Hohlleiter-Abschnitten gebildet werden, den Leistungsteilern. Die Hohlleiter-Abschnitte
eines Hohlleiter-Kanals sind üblicherweise durch eine Koppelzone getrennt. Nach dem
ersten Leistungsteiler durchlaufen beide Leistungshälften unterschiedliche Weglängen
und erhalten somit eine unterschiedliche Phasenlage. Der zweite Leistungsteiler arbeitet
als Summierglied, wenn beide Leistungshälften trotz unterschiedlicher Weglängen eine
gleiche Phasenlage haben, Ist die Phasenlage aber unterschiedlich, dann erfolgt eine
Abschwächung der Leistung. Ist die Phasenlage gegensätzlich, dann wird die Leistung
ausgelöscht. Ein wirkungsvoller Diplexer muss also in den Leitungslängen so dimensioniert
werden, dass auf der jeweiligen Ausgangsleitung in der einen Frequenz eine Summierung
erfolgt und in der anderen Frequenz eine Auslöschung. Ein Diplexer arbeitet dann am
effektivsten, wenn die abstimmbare Umwegleitung folgende Bedingungen gleichzeitig
erfüllt:
- die Phasenverschiebung für eine Frequenz muss 0° betragen;
- die Phasenverschiebung für die andere Frequenz muss 180° betragen.
[0005] Der Frequenzabstand zwischen den beiden Sendefrequenzen wird durch den Diplexer konstruktiv
vorgegeben. üblicherweise werden Umwegleitungen mit einem Vielfachen der Wellenlänge
dimensioniert, da sich auch kleinere Phasendifferenzen dann vervielfachen und der
Diplexer dadurch eine schmalere Durchlasskurve erhält. Damit sind die Sendefrequenzen
dadurch vorgegeben, dass die gleiche Hohlleiterlänge für die eine Frequenz ein gerades
ganzzahliges Vielfaches und für die zweite Frequenz ein ungeradzahliges Vielfaches
von der halben Wellenlänge haben muss. Der Diplexer wird dadurch aber auch für andere
Frequenzen durchlässig, die üblicherweise durch ein zusätzliches Filter unterdrückt
werden. Ein weiterer Grund für die Nutzung einer mehrfachen Wellenlänge ist, dass
damit der installierte Frequenzabstand zwischen den beiden Sendefrequenzen verringert
wird.
[0006] FMCW-Radargeräte mit einem Diplexers mit einer Hohlleiter-Struktur sind für breitbandige
Anwendungen, wie zum Beispiel der Abstandsmessung und der Füllstandsmessung im Rahmen
der Industriellen Prozessmesstechnik besonders geeignet, da sie sich durch eine hohe
Leistungsfestigkeit auszeichnen und eine relativ einfache Anpassung an die gewünschten
Frequenzen ermöglichen.
[0007] Ein Diplexer mit planar angeordneten Hohlleitern ist in der Patentschrift
US 3,999,151 beschrieben. Durch die kreuzförmige Anordnung der Hohlleoter ausrhalb des Koppelbereichs
ist eine sehr kompakte Ausgestaltung, bei allerdings sehr geringer Bandbreite, des
Diplexers möglich.
[0008] Aus der Veröffentlichung "Compact Top-Wall Hybrid/Coupler design for Extreme Broad
Bandwidth Applications" von Ralf Beyer und Uwe Rosenberg, Microwave Symposium Digest,
MTT-S International 12-17 June 2005, ISBN 0-7803-8846-1/05, Seiten 1227-1230 ist ein
Diplexer der oben beschriebenen Art bekannt, der für breitbandige Nutzung ausgelegt
und der aus zwei Halbschalen zusammengesetzt ist. Er weist jedoch in einer Koppelzone
zwischen den Hohlleiterabschnitten einen Hohlleiterschlitzkoppler auf, der beispielsweise
für die in der Industriellen Prozessmesstechnik gewünschten Frequenzen von größer
50 GHz relativ groß sein muss, wobei er andererseits extrem schmale Koppelschlitze
haben muss, die schwer zu fertigen sind.
[0009] Ein Diplexer mit einer ebenfalls großen Bandbreite ist in der Veröffentlichungsschrift
GB 2 449 825 A beschrieben. Hier wird die große Bandbreite dadurch erreicht, dass an den Innenwänden
der Hohlleiterkanäle zusätzliche Vertiefungen eingelassen sind.
[0010] Eine weitere Möglichkeit, die Bandweite eines Diplexers zu erhöhen, wird in der Veröffentlichungsschrift
GB 2 313 714 A aufgezeigt. Hierzu ist oberhalb des Koppelraums des dort gezeigten Diplexers ein
weiterer Resonatorraum angeordnet, der durch einen vordefiniert dimesnionierten Schlitz
mit dem Koppelraum verbunden ist.
[0011] Ein einfach herstellbarer Diplexer mit hoher Bandweite ist in der Veröffentlichungsschrift
EP 0 872 910 A2 beschrieben. Die hohe Bandbreite wird dadurch erreicht, dass in dem Diplexer neben
dem Grundwellentyp (H10) die nächsthöheren Wellentypen (H11 und E11) ausbreitungsfähig
sind. Hierzu ist der Koppelraum des Diplexer mindestens 2,5 mal breiter ausgelegt,
als der Querschnitt der jeweils angrenzenden Hohlleiter. Damit verbunden ist jedoch
eine vergleichsweise hoher Platzverbrauch des Koppeliraums.
[0012] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Diplexer für ein homodynes
FMCW-Radargerät zu schaffen, der wegen kleiner Abmessungen seiner Hohlleiter-Struktur
einfach und kostengünstig gefertigt werden kann.
[0013] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch einen Diplexer für homodynes FMCW-Radargerät
mit einer Struktur, die
- zwei eng aneinander und parallel geführten Hohlleiter mit horizontaler Polarisation
und endseitigen Hohlleitertoren;
- eine Kuppelzone in einem Durchbruch einer Trennwand zur Verbindung der Hohlleiter-Kanäle;
und
- Vertiefungen im Bereich der Kuppelzone, die senkrecht zu den Hohlleiter angeordnet
sind;
umfasst,
- wobei ein Verhältnis der Abmessungen der Hohlleiter zu den Abmessungen der Koppelzone
und der Vertiefungen so gewählt ist, dass der Diplexer ein breitbandiges Verhalten
zeigt und eine Ausbreitung einer H20-Welle in der Koppelzone ermöglicht;
- wobei an jedem Hohlleitertor Übergänge zu den Hohlleiter der am Diplexer angeschlossen
Sender und Empfänger vorgesehen sind, welche Übergänge in ihrer Lage und Form so gestaltet
sind, dass sie das gewünschte breitbandige Verhalten unterstützen; und
- wobei der Diplexer aus zwei symmetrischen Halbschalen gefertigt ist.
Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung weisen die Hohlleiter des Diplexers
einen Rechteckquerschnitt auf.
[0014] Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung sind die Vertiefungen näherungsweise
quaderförmig ausgestaltet.
[0015] Bei einer anderen Ausführungsform der Erfindung sind die Vertiefungen zylinderförmig
ausgestaltet.
[0016] In noch einer anderen Ausführungsform der Erfindung ist der Diplexer aus zwei Halbschalen
zusammengesetzt, wobei die Struktur aus Hohlleitern, Vertiefungen und Übergängen aus
den Halbschalen herausgefräst sind.
[0017] Nach einer besonderen Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Struktur
im Wesentlichen mit einem Fräser mit einem Durchmesser in der Größenordnung von 1
mm gefertigt wird.
[0018] Bei noch weiteren Ausführungsformen der Erfindung sind die zwei Halbschalen, aus
denen der Diplexer zusammensetzbar ist, als Spritzgussteile, die insbesondere Kunststoff-Spritzgussteile
sein können.
[0019] Wieder eine weitere Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die Schnittebene
der Halbschalen in der Ebene der elektrischen Feldstärke
E liegt.
[0020] Noch eine andere Ausführungsform der Erfindung betrifft ein Füllstandsmeßgerät, das
einen erfindungsgemäßen Diplexer umfasst.
[0021] Die besonderen Vorteile des Diplexers nach der Erfindung sind,
▪ dass sich gerade für sehr hohe Frequenzen kleine Hohlleiter-Strukturabmessungen
ergeben,
▪ dass die Hohlleiter-Struktur daher fertigungsfreundlich
▪ und in Frästechnik und kostengünstig gefertigt werden kann.
[0022] Nachfolgend wird die Erfindung genauer erläutert und beschrieben wobei auf die in
der beigefügten Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele der Erfindung verwiesen
wird. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine allgemeine Prinzipskizze eines Diplexers mit Hohlleiter-Koppler in der Ebene
des elektrischen Feldes;
- Fig. 2
- eine perspektivische Darstellung einer Struktur eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Diplexers;
- Fig. 3
- eine Prinzipskizze des idealisierten, erfindungsgemäßen Diplexers;
- Fig. 4
- eine Prinzipskizze einer Struktur des erfindungsgemäßen Diplexers mit Parametern;
- Fig. 5
- eine perspektivische Darstellung einer Struktur eines praktischen Ausführungsbeispiels
des erfindungsgemäßen Diplexers; und
- Fig. 6
- zwei Halbschalen des Diplexers nach Fig. 3 mit eingefräster Struktur.
[0023] Zur Vereinfachung werden nachfolgend gleiche Bezugszeichen für gleiche Elemente und
Module des erfindungsgemäßen Diplexers verwendet.
[0024] Zur Veranschaulichung des elektrischen Feldes und als Ausgangsbasis für den erfindungsgemäßen
Diplexer ist in Fig. 1 ein Diplexer 1 mit zwei Hohlleiter-Kanälen 12 und 14 dargestellt,
die jeweils aus zwei Hohlleiter-Abschnitten 12a, 12b und 14a, 14b gebildet werden.
Die Hohlleiter-Kanäle 12 und 14 bzw. die Hohlleiter-Abschnitte 12a, 12b, 14a, 14b
sind in einem Hohlleiter-Koppler 16 verbunden. Endseitig finden sich an den Hohlleiter-Abschnitten
12a, 12b und 14a, 14b ein erstes Tor 18a, ein zweites Tor 18b, ein drittes Tor 18c
und ein viertes Tor 18d. Die Richtung des elektrischen Feldes
E, also die Polarisationsrichtung am ersten Tor 18a und am vierten Tor 18d wird jeweils
durch einen Pfeil 20 veranschaulicht. Das erste Tor 18a und das vierte Tor 18d sind
die Anschlusstore, die, wie an sich bei solchen Diplexern bekannt, mittels hier nicht
dargestellten Hohlleiter(-Abschnitten) mit einem Sender und Empfänger verbunden sind.
Fig. 2 ist eine perspektivische Darstellung einer Struktur eines Ausführungsbeispiels
des erfindungsgemäßen Diplexers 30, der aus zwei symmetrischen Halbschalen 32 und
34 gebildet wird. Vorzugsweise ist beim erfindungsgemäßen Diplexers 30 eine Trennungs-
bzw. Schnittebene der Halbschalen 24 und 26 die Ebene der elektrischen Feldstärke
E, die in Fig. 2 durch einen mit "54" bezeichneten Pfeil angedeutet wird. Aus zeichnungstechnischen
Gründen sind in Fig. 2 die an sich hohlen Strukturen grau dargestellt, die jeweils
in einen umgebenden Block aus geeignetem Material eingebracht, vorzugsweise dort hineingefräst
werden, so dass auf diese Weise die symmetrischen Halbschale 32 und 34 geschaffen
werden.
[0025] Wie Fig. 2 veranschaulicht, werden zwei eng aneinander und parallel geführte Hohlleiter-Kanäle
36 und 38 mit einem vorzugsweise rechteckigem Querschnitt und horizontaler Polarisation
durch eine Trennwand 42 getrennt, so dass endseitig an den Hohlleiter-Abschnitten
36a, 36b und 38a, 38b ein erstes Tor 40a, ein zweites Tor 40b, ein drittes Tor 40c
und ein viertes Tor 40d gebildet werden. Die Trennwand 42 ist in einem mit "Durchbruch
44" bezeichneten Abschnitt durchbrochen und stellt eine Koppelzone 46 zwischen den
Hohlleiter-Kanälen 36 und 38 dar. Da sich das gewünschte breitbandige Verhalten des
erfindungsgemäßen Diplexers 30 nur bei einem bestimmten Verhältnis von Hohlleiter-Abmessungen
zu den Abmessungen der Koppelzone 46 und der Vertiefungen 48, 50 einstellt, sind die
Hohlleiterabmessungen nicht willkürlich wählbar. Genauere Erläuterungen zu diesen
Verhältnissen werden unten im Zusammenhang mit der Fig. 4 angegeben. Um nun von den
sich ergebenden Hohlleiterabmessungen auf die von einem System vorgegebenen Hohlleiterquerschnitte
zur Verbindung mit Sendern und Empfängern zu kommen, werden an jedem Hohlleitertor
40a - 40d so genannte Übergänge 52a - 52d eingeführt, die in ihrer Lage und Form so
gestaltet sind, dass sie das gewünschte breitbandige Verhalten des Diplexers 30 unterstützen.
[0026] Die prinzipielle Funktionsweise der in Fig. 2 dargestellten Struktur eines Schlitzkopplers
in der Ebene des elektrischen Feldes
E 54 wird in Fig. 3 in einer Prinzipskizze veranschaulicht. Zur Erläuterung wird auch
auf Fig. 2 verwiesen. Die an sich durch eine idealerweise "unendlich" dünne Trennwand
42 getrennten Hohlleiter-Kanäle 36, 38 werden in der Koppelzone 46 mittels des Durchbruchs
44 verbunden. In der Koppelzone 46 können sich H10-Mode-Wellen sowohl in y- als auch
in x-Richtung ausbreiten. Eine in Fig. 3 mit "e1" bezeichnete Kante bildet für das
Feld einer vom ersten Tor 38a kommenden H10-Mode-Welle eine starke Störstelle, die
zu einer Verwirbelung ("vortex") des
E-Felds in der Koppelzone 46 vor dem zweiten Tor 40b führt. Durch eine Kombinationen
verschiedenen Frequenzen mit verschiedenen Ausdehnungen der Koppelzonen 46 kann durch
die Verwirbelung ("vortex") die Ausbreitung der H10-Mode-Welle in das zweite Tor 40b
verhindert werden, da dadurch auch mögliche von einer weiteren mit "e2" bezeichnete
Kante am anderen Ende der Koppelzone 46 angeregte Wellen am Zurücklaufen gehindert
werden. Dieses Verhalten gilt so jedoch nur für schmalbandige Anwendungen. Außerdem
ist es wegen der wenigen Freiheitsgrade in der Auslegung des Diplexers 30 außerordentlich
schwierig, eine symmetrische (-3dB) Kopplung zu den Ausgangs-Toren 40c und 40d zu
erreichen.
Der obere Teil der Darstellung in Fig. 3 veranschaulicht die Koppelzone 46 (siehe
Fig. 2) in z-Richtung.
[0027] Ein anderes Problem des oben beschriebenen, idealen Schlitzkopplers ist seine praktische
Ausführung und Realisation, da ein solcher Koppler in der praktischen Umsetzung immer
eine endliche Dicke der Trennwand 42 (siehe Fig. 2) aufweist. je dicker die Trennwand
42 gewählt, desto einfacher ist der Diplexer zu fertigen, aber desto mehr weicht er
von der idealen, oben beschriebenen Funktionsweise ab.
[0028] Um jedoch die Probleme mit endlicher Dicke der Trennwand 42 (siehe Fig. 2) und die
damit entstehenden Probleme mit weiteren Kanten in der Koppelzone 46 zu lösen, schlägt
die Erfindung den in Fig. 2 veranschaulichten Aufbau des Diplexers 30 aus den zwei
in der
E-Ebene zusammengefügten Halbschalen 34, 36 vor. Unter Beachtung der nachfolgend beschriebenen,
aufeinander abgestimmten Verhältnisse der Hohlleiter-Struktur ist es möglich, auf
einfache Weise einen Diplexer für breitbandige Anwendungen zu schaffen. Dazu werden
mehrere Hohlleitermoden ausgenutzt, um breitbandiges Verhalten des Diplexers 30 zu
erreichen. Neu ist vor allem die bei Kopplern dieser Art unübliche Anregung der H20-Mode
durch genau definierte Kanten, Störstellen und insbesondere durch Vertiefungen in
der gemeinsamen Koppelzone 46. Jede der Störstellen erregt nicht-ausbreitungsfähige
abklingende Wellen, die als Energiespeicher wirken und zur Realisierung der elektrischen
Eigenschaften in ein bestimmtes Verhältnis zueinander gesetzt werden.
[0029] Letzteres wird durch gezielte Variation der Störstellenparameter mittels an sich
bekannten Programmen zur dreidimensionalen Vollwellenanalyse eines solchen Diplexers
ermittelt.
[0030] Wie bereits oben erwähnt, liegt die Koppelzone in der in Fig. 3 bezeichneten z-Richtung,
so dass sowohl H20-Mode- als auch H01-Mode-Wellen angeregt werden. Wie dies kontrolliert
genutzt werden kann, wird anhand von Parametern der in Fig. 4 dargestellten Struktur
einer besonderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Diplexers 30 erläutert.
[0031] In einer mit sich in z-Richtung (vergleiche Fig. 3) sich erstreckenden Höhe ak der
Koppelzone 46 (siehe Fig. 2) haben H20-, H01- und H10-Mode-Wellen unterschiedliche
Ausbreitungsgeschwindigkeiten, die zu gemeinsamen Interferenzen führen, die den Ort
für die Verwirbelung ("vortex" in Fig. 3) beeinflussen. Eine Optimierung der Höhe
ak der Koppelzone 46 erlaubt es, die Verwirbelung ("vortex" in Fig. 3) des
E-Feldes vor dem vierten Tor 40d zu platzieren und so das gewünschte verhalten zu erreichen.
Bei weiterer Optimierung kann durch Reduzieren der Breiten bk und der Längen lk in
z-Richtung der Vertiefungen 48, 50 (siehe Fig. 2) sowie durch Anpassung der Übergangszonen
lp, bp der Trennwand 42 in die Koppelzone 46 erreicht werden.
[0032] Nachfolgend werden Parameter gemäß Fig. 4 für ein praktisches Ausführungsbeispiel
des erfindungsgemäßen Diplexers 30 für 70 GHz - 85 GHz angegeben:
| Parameter (nach Fig. 4) |
Abmessungen in mm |
| a |
3,1 |
| b |
1,3 |
| s |
0.8 |
| l |
7,0 |
| ak |
5,56 |
| bk |
3,04 |
| lk |
3,94 |
| bp |
0,4 |
| lp |
0,5 |
Damit wird ein Diplexer erreicht, der sich durch nahezu symmetrische Leistungsverteilung
und gute Isolation bei guter Anpassung an die Tore über eine Bandbreite von etwa 20%
auszeichnet.
[0033] Die besondere Fertigungsfreundlichkeit des erfindungsgemäßen Diplexers 30 ergibt
sich durch Realisierung aus zwei symmetrischen Halbschalen, die sich - relativ zur
Wellenlänge der Nutzfrequenz - kompakt fertigen lassen. Es hat sich gezeigt, dass
bei Verwendung von Aluminium-Spritzguss-Halbschalen die Gesamtgestaltung der Struktur
so ausgelegt werden kann, dass sie mit einem geringen Fräserdurchmesser, beispielsweise
in der Größenordnung von 1 mm gefertigt werden kann. Dadurch ergeben sich kurze Bearbeitungszeit
und eine relativ hohe Präzision.
[0034] Zur Verdeutlichung wird auf die Fig. 5 und 6 hingewiesen, die in perspektivischen
Darstellung die Struktur eines praktischen Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Diplexers 30 zeigen. Während Fig. 5 die einzelnen in einen Block für jede Halbschale
eingeschnittenen Strukturen verdeutlicht, zeigt Fig. 6 in einem vergrößerten Maßstab,
die aus den Blöcken der Halbschalen herausgeschnittenen zum Diplexer 30 zusammengefügten
Strukturen als solche.
[0035] Andere Spritzgussmaterialen als das oben genannte Aluminium für die Halbschalen des
Diplexers 30 sind denkbar, wie beispielsweise Kunststoff. Ebenso denkbar sind andere
Formen für die Vertiefungen 48, 50 (siehe Fig. 2) als die in den Fig. 2 und 4 dargestellten,
wie z.B. rechteckige oder zylindrische Vertiefungen.
[0036] Der erfindungsgemäße Diplexer eignet sich in besonderer Weise für eine Verwendung
in einem Füllstandsmeßgerät mit Radarsignalen.
Bezugszeichenliste
| 10 |
Diplexer |
40a-d |
Tore |
| 12 |
1. Hohlleiter-Kanal |
42 |
Trennwand |
| 14 |
2. Hohlleiter-Kanal |
44 |
Durchbruch |
| 12a,b |
Hohlleiter-Abschnitte von (12) |
46 |
Koppelzone |
| 14a,b |
Hohlleiter-Abschnitte von (14) |
48 |
1. Vertiefung |
| 16 |
Hohlleiter-Koppler |
50 |
2. Vertiefung |
| 18a-d |
Tore |
52a-d |
Übergänge an den Toren |
| 20 |
Richtung E (Pfeil) |
54 |
Richtung E (Pfeil) |
| 30 |
Diplexer |
|
|
| 32 |
1. Halbschale |
|
|
| 34 |
2. Halbschale |
|
|
| 36 |
1. Hohlleiter-Kanal |
|
|
| 36a,b |
Hohlleiter-Abschnitte von (36) |
|
|
| 38 |
2. Hohlleiter-Kanal |
|
|
| 38a,b |
Hohlleiter-Abschnitte von (38) |
|
|
1. Diplexer für ein homodynes FMCW-Radargerät, der aus zwei Halbschalen (32, 34) gefertigt
ist, mit einer Struktur, die
- zwei parallel in einer Ebene und mit einem Abstand (bp) geführte Hohlleiter-Kanäle
(36, 38) mit einem Rechteckquerschnitt und jeweils zwei endseitigen Hohlleitertoren
(40a-d), und
- eine Koppelzone (46) aus einem Durchbruch (44) in einer Trennwand (42) zur Verbindung
der Hohlleiter-Kanäle (36, 38)
umfasst,
wobei ein elektrisches Feld (E) einer Welle in etwa entlang einer Querschnittsebene
der Hohlleiter-Kanäle (38, 38) und in der Ebene, in der die Hohlleiter-Kanäle (36,
38) geführt sind, verläuft, und
wobei die Struktur im Bereich der Koppelzone (46) Vertiefungen (48, 50) umfasst, die
senkrecht zu der Ebene, in der die Hohlleiter-Kanäle (36, 38) geführt sind, angeordnet
sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Vertiefungen (48, 50) quaderförmig ausgestaltet sind, wobei ein Verhältnis der
Abmessungen der Hohlleiter-Kanäle (36, 38) zu den Abmessungen der Koppelzone (46)
und der Vertiefungen (48, 50) so gewählt ist, dass der Diplexer (30) eine Ausbreitung
einer H20-Mode der Welle in der Koppelzone ermöglicht.
2. Diplexer nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
seine Struktur aus Hohlleiter-Kanälen (36, 38), Vertiefungen (48, 50) und Übergänge
(52a-d) aus den Halbschalen (32, 34) herausgefräst sind.
3. Diplexer nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Struktur im Wesentlichen mit einem Fräser mit einem Durchmesser von etwa 1 mm
gefertigt werden kann.
4. Diplexer nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die zwei Halbschalen (32, 34) Spritzgussteile sind.
5. Diplexer nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Halbschalen (32, 34) Kunststoff-Spritzgussteile sind.
6. Füllstandsmeßgerät, das einen Diplexer (30) nach einem der vorgehenden Ansprüche umfasst.
1. Diplexer for a homodyne FMCW radar unit which is made from two half shells (32, 34)
with a structure that comprises
- two parallel waveguide channels (36, 38), which are guided in a plane and at a distance
(bp), with a square cross-section and each with two terminal waveguide ports (40 a-d),
and
- a coupling zone (46) from an opening (44) in a partition wall (42) to connect the
waveguide channels (36, 38)
wherein an electric field (E) of a wave runs approximately along a cross-sectional
plane of the waveguide channels (36, 38) and in the plane in which the waveguide channels
(36, 38) are guided, and
wherein the structure in the area of the coupling zone (46) comprises depressions
(48, 50) which are arranged perpendicular to the plane in which the waveguide channels
(36, 38) are guided,
characterized in that
the depressions (48, 50) are cuboid in shape, wherein a ratio of the dimensions of
the waveguide channels (36, 38) to the dimensions of the coupling zone (46) and of
the depressions (48, 50) is selected such that the diplexer (30) enables a propagation
of the H20 mode of the wave in the coupling zone.
2. Diplexer as claimed in Claim 1,
characterized in that
its structure comprising waveguide channels (36, 38), depressions (48, 50) and transitions
(52a-d) are milled out of the half shells (32, 34).
3. Diplexer as claimed in Claim 2,
characterized in that
the structure can essentially be produced with a milling cutter with a diameter of
approximately 1 mm.
4. Diplexer as claimed in one of the previous Claims 1 to 3,
characterized in that
the two half shells (32, 34) are injection-molded parts.
5. Diplexer as claimed in Claim 4,
characterized in that
the half shells (32, 34) are plastic injection-molded parts.
6. Level measuring device which comprises a diplexer (30) as claimed in one of the previous
claims.
1. Diplexeur pour un appareil radar FMCW homodyne, lequel est constitué de deux demi-coquilles
(32, 34), avec une structure comprenant
- deux canaux de guide d'ondes (36, 38) disposés parallèlement dans un plan et avec
un écartement (bp), avec une section rectangulaire et respectivement deux portes de
guides d'ondes (40a-d) en leur extrémité, et
- une zone de couplage (46) réalisée à partir d'une ouverture (44) dans une cloison
(42) destinée à la liaison des canaux de guide d'ondes (36, 38),
un champ électrique (E) d'une onde s'étendant approximativement le long d'un plan
en coupe transversale des canaux de guide d'ondes (36, 38) et dans le plan, dans lequel
les canaux de guide d'ondes (36, 38) sont acheminés, et
la structure comprenant, dans la région de la zone de couplage (46), des cavités (48,
50) qui sont disposées perpendiculairement au plan, dans lequel sont acheminés les
canaux de guide d'ondes (36, 38),
caractérisé
en ce que les cavités (48, 50) sont conçues selon une forme parallélépipédique, un rapport
entre les dimensions des canaux de guide d'ondes (36, 38) et les dimensions de la
zone de couplage (30) et les cavités (48, 50) étant choisi de telle sorte que le diplexeur
(30) permette une propagation d'un mode H20 de l'onde dans la zone de couplage.
2. Diplexeur selon la revendication 1,
caractérisé
en ce que sa structure constituée de canaux de guide d'ondes (36, 38), de cavités (48, 50)
et de transitions (52a-d) est fraisée dans les demi-coquilles (32, 34).
3. Diplexeur selon la revendication 2,
caractérisé
en ce que la structure peut être fabriquée pour l'essentiel à l'aide d'une fraise d'environ
1 mm de diamètre.
4. Diplexeur selon l'une des revendications 1 à 3 précédentes,
caractérisé
en ce que les deux demi-coquilles (32, 34) sont des pièces moulées par injection.
5. Diplexeur selon la revendication 4,
caractérisé
en ce que les deux demi-coquilles (32, 34) sont des pièces moulées par injection de plastique.
6. Transmetteur de niveau comprenant un diplexeur (30) selon l'une des revendications
précédentes.