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(11) |
EP 2 660 069 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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22.07.2015 Patentblatt 2015/30 |
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Anmeldetag: 25.04.2013 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Verfahren zum Betrieb einer Buchform- und Pressmaschine
Method for operating a quire moulding and pressing machine
Procédé de fonctionnement d'une machine pour former et presser des livres
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
| (30) |
Priorität: |
30.04.2012 CH 6002012
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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06.11.2013 Patentblatt 2013/45 |
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Patentinhaber: Müller Martini Holding AG |
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6052 Hergiswil (CH) |
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Erfinder: |
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- Ganter, Christian
97243 Bieberehren (DE)
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Entgegenhaltungen: :
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- Dieter Liebau, Inés Heinze: "Industrielle Buchbinderei", 2001, Verlag Beruf + Schule,
Itzehoe, XP002681496, ISBN: 3-88013-596-7 * Seite 369 - Seite 375 * * Seite 475 -
Seite 483 * * Seite 511 - Seite 512 * * Seite 519 - Seite 522 * * Seite 538 - Seite
547 *
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb einer Buchform- und Pressmaschine,
welche im Wesentlichen aus einer Nachformeinrichtung, einer Presseinrichtung, einer
Ladeeinrichtung besteht, wobei die Ladeeinrichtung im Wesentlichen aus einem Ladetisch,
und die Presseinrichtung aus einer Anzahl von zueinander beabstandeten Pressplatten
und aus Einbrennschienen besteht, wobei die Nachformeinrichtung Mittel aufweist, welche
für die Formgebung des Frontschnitts von Buchblocks bestimmt sind, wobei die Presseinrichtung
mit mindestens einer Station für die Aufnahme eines Buchblocks betrieben wird, und
wobei die Mittel der Nachformeinrichtung gegenüber dem zu formenden Frontschnitt eine
Abfolge von Bewegungen in einer Ebene oder im Raum ausführen.
Stand der Technik
[0002] Bekannte Buchform- und Pressmaschinen werden in bekannten Buchfertigungsstrassen
für einen der letzten Buchfertigungsprozesse verwendet, um einen Buchblock, der bereits
mit einem Buchdeckel verheiratet worden ist, nachzuformen.
[0003] Aus der
DE4422783 A1 ist ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 oder eine Buchform- und Pressmaschine
bekannt geworden, welche eine Reihe von Pressvorrichtungen mit daran angeordneten
Falzeinbrenneinrichtungen an einem um eine vertikale Drehachse intermittierend angetriebenen
Rotor angeordnet aufweist. Die Bücher werden in einer Einfuhrstation in eine Pressvorrichtung,
in der sie ganzflächig aufgenommen werden und über die Einbrennleiste ununterbrochen
geformt werden, eingeführt und verbleiben permanent in derselben Pressplatte, bis
sie in der Ausfuhrstation wieder herausgeführt werden. Zwischen dem Zuführen der in
Decken eingehängten Buchblocks und dem Ausführen der geformten und gepressten Bücher
macht der Rotor einige intermittierende Drehbewegungen, welche als Press- bzw. Einbrennzeit
genutzt wird.
[0004] Aus
DE19741755 A1 ist des Weiteren ein Verfahren zum Einstellen einer Buchbindemaschine mit entlang
des Materialflusses angeordneten Bearbeitungsstationen mit Stellgliedern bekannt geworden.
Im Sinne einer Aufgabenstellung legt diese Druckschrift dar, dass diese Stellglieder
sich entsprechend vorgegebener Stellgrössen rechnergesteuert einstellen. Im Hinblick
auf eine Qualitätsverbesserung der Produkte sowie auf eine Rüstzeitverkürzung ist
vorgesehen, dass Ergebnisse einzelner Funktionen des Bearbeitungsprozesses mittels
Messwertaufnehmer als Istwert eines Ausgangsproduktes ermittelt und einem Steuerrechner
zum Vergleich zugeführt werden. In dem Steuerrechner gespeicherte Erfahrungswertewerden
zum Einstellen der Stellglieder herangezogen, wobei in dem Steuerrechner der Istwert
des Ausgangsprodukts mit dem Sollwert des Ausgangsprodukts unter Berücksichtigung
des von der Vorbereitungsstation bekannten Istwertes eines Eingangsproduktes und den
Erfahrungswerten verglichen wird. Bei Abweichung vom Sollwert werden die Stellglieder
automatisch nachjustiert. Die ganze Druckschrift bietet aber für den Fachmann keine
echte Lehre zum technischen Handeln, denn jede Operation zu einer Buchfertigung ist
gewichtig von sogenannten Erfahrungswerten getragen, welche im Steuerrechner abgelegt
sind. Sonach bietet diese Druckschrift dem Fachmann keine Anleitung, das Verfahren
nachzuarbeiten.
[0005] An sich bekannte Buchform- und Pressmaschinen verbringen demnach ein Buch mittels
einer Ladeeinrichtung in eine Presseinrichtung zwischen Pressplatten. Die Bücher bestehen
aus in Buchdecken eingehängten Buchblöcken mit einem meist gerundetem Blockrücken
und einem dem Blockrücken gegenüberliegenden Frontschnitt. Der Buchblock wird mit
seinem Blockrücken auf einem Ladetisch ausgerichtet in der Buchform- und Pressmaschine
aufgenommen und nachgeformt. Dabei brennt die Buch- und Pressmaschine mit Einbrennleisten
ein, während die Bücher permanent zwischen den Pressplatten verbleiben, bis sie wieder
aus der Buchform- und Pressmaschine herausgeführt werden.
[0006] Eine bekannte, zum Nachformen eingesetzte Nachformeinrichtung weist einen vertikal
verstellbares Formwerkzeug, auch Ladestempel oder Formstempel genannt, auf, das in
den Frontschnitt absenkbar ist. Wenn die Einbrennschienen nur leicht geschlossen sind
und mittels der Pressplatten auf den eingehängten Buchblock kein oder nur ein geringer
Druck ausgeübt wird, kann der Buchblock durch Absenken des Formwerkzeugs gegen den
Frontschnitt in den Rücken gedrückt werden. Schrenz und Vorsatz sowie die beiden Buchdeckel
der Buchdecke werden in einem Gelenk gegen die Einbrennschienen gepresst. Dort wird
ein Falz eingebrannt. Bei diesem Verfahren ist es von Bedeutung für die Qualität der
produzierten Bücher, dass das Formwerkzeug dem Frontschnitt zugewandt ist und mit
seiner Form dem Format des zu formenden Buches gerecht wird.
[0007] Ständig wechselnde Buchformate in kleinen Aufträgen für industrielle Buchfertigungsstrassen
bis hin zur Einzelbuchfertigung erfordern nicht nur häufige Wechsel solcher Formwerkzeuge
sondern auch häufige Wechsel und umfangreichere Anpassungen der Buchform- und Pressmaschine
insgesamt.
[0008] Beim Laden eines Buches in die Buchform- und Pressmaschine wird die Ladehöhe dieses
Buches bei den bekannten Verfahren und Maschinen unter Inaugenscheinnahme individuell
eingestellt, da die Form des Buchrückens und die Dicke des Schrenzes die Position
des Buches auf dem Ladetisch beeinflusst und die Ladehöhe daher verändert werden muss.
[0009] Dabei ist von einem Maschinenführer darauf zu achten, dass die Falzkante nach dem
Laden in einem Bereich der Einbrennleiste angeordnet worden ist und auswechselbare
Formwerkzeuge der Buchform- und Pressmaschinen dem Buch entsprechend ausgewählt worden
sind. Auch diese Formwerkzeuge werden gemäss Stand der Technik auf Sicht eingestellt.
[0010] Ein solches Verfahren wird der aktuellen Auftragssituation einer industriellen Buchfertigungsstrasse
nicht mehr gerecht.
Darstellung der Erfindung
[0011] Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Der Erfindung, wie sie in den Ansprüchen
gekennzeichnet ist, liegt zum einen die Aufgabe zugrunde, bei einem Verfahren der
eingangs genannten Art eine flexible Anpassung der zum Einsatz gelangenden Elemente
der Buchform- und Pressmaschine an unterschiedliche Formate, Konsistenz und Konfiguration
der zu formenden Bücher zu gewährleisten und diese Elemente ohne manuellen Eingriff
in Arbeitsposition zu bringen.
[0012] Der Erfindung liegt dann zum anderen ebenfalls die Aufgabe zugrunde, eine Buchform-
und Pressmaschine der gattungsgemässen Art zu schaffen, bei welcher das Ziel darin
besteht, bei einer automatischen Formateinstellung möglichst viele der angehängten
Arbeitsstationen zu steuern, dergestalt, dass davon abhängig Wechselteile vermieden
oder motorisch verstellt werden können, mit Hilfe von Information von der in der vorangestellten
Maschine erzeugten Formwerte, wie z.B. Rundungshöhe, -breite, -radius, Falzkante,
die dann von der Steuerung an die Buchform- und Pressmaschine fortlaufend übergeben
werden.
[0013] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch eine übergeordnete Steuerung gelöst, welche
die ermittelten Werte aus der vorangestellten Buchfertigungsstrasse übernimmt und
an die Steuerung der Buchform- und Pressmaschine fortlaufend übergibt, welche dann
mit diesen Daten die Formwerkzeuge der Buchform- und Pressmaschine auswählt, die Verfahrwege
und die dafür benötigten Kräfte für die dafür zuständigen Antriebe ermittelt.
[0014] Zu diesem Zweck wird ein Verfahren zum Betrieb einer Buchform- und Pressmaschine
vorgeschlagen, welche im Wesentlichen aus einer Nachformeinrichtung, einer Presseinrichtung,
einer Ladeeinrichtung besteht. Die Ladeeinrichtung besteht ihrerseits im Wesentlichen
aus einem Ladetisch, und die Presseinrichtung besteht aus einer Anzahl von zueinander
beabstandeten Pressplatten und aus Einbrennschienen. Die Nachformeinrichtung weist
Mittel auf, welche gegenüber einem Frontschnitt eines Buchblocks eine Formgebung ausführen,
wobei die Presseinrichtung mit mindestens einer Station für die Aufnahme eines Buchblocks
betrieben wird.
[0015] Bei Bedarf können die ermittelten Werte aus der vorangestellten Buchfertigungsstrasse
auch bei der Formateinstellung der Ausfuhrstation der Buchform- und Pressmaschine
oder anderer nachgeschalteter Maschinen herangezogen werden.
[0016] Die Nachformeinrichtung besteht aus mindestens einem Werkzeugträger, welcher mit
mindestens einem für die Formgebung des Frontschnitts bestimmten, als Formwerkzeug
ausgebildeten Mittel bestückt ist. Der Werkzeugträger und/oder das Mittel führen gegenüber
dem zu formenden Frontschnitt eine Abfolge von Bewegungen in einer Ebene oder im Raum
aus, wobei die Abfolge der Bewegungen maschinell eingestellt, frei programmierbar
werden, oder wahlweise durch mindestens einen Sensor geführt werden.
[0017] Eine übergeordnete Steuerung, die auf den Buchblock gerichteten Werte entlang einer
Buchfertigungsstrasse stromauf der Buchform- und Pressmaschine ermittelt, sorgt dafür,
dass die so ermittelten Werte mindestens der Presseinrichtung und/oder der Nachformeinrichtung
und/oder den Pressplatten für die Fertigstellung des Buchblocks weiter gegeben werden,
dergestalt, dass auf Grund dieser entlang der Buchfertigungsstrasse vor Fertigstellung
des Buchblocks ermittelten Werte mindestens das bestimmungskonforme Mittel der Nachformeinrichtung
für den operativen Einsatz abgerufen wird, die operative Positionierung des Mittels
für die anstehende Bearbeitung des jeweiligen Buchblocks angefahren wird, die Kraftkinematik
der Pressplatten im Verlauf des Einsatzes der Nachformeinrichtung auf Grund der gemessenen
Gesamtdicke und der Dicke der Buchdecke des Buchblocks gesteuert wird.
[0018] In der Ladestation werden die Bücher nacheinander, oder bei Bedarf auf mindestens
zwei Buchströme aufgeteilt, über einen Laderechen mit zugeordnetem Führungssteg aufgerichtet,
um anschliessend unter seitlicher Abstützung durch den Laderechen und eines Gegenrechens
von einem mit Prismenleisten ausgestatteten Ladetisch von unten in die geöffnete,
stillstehende Presseinrichtung transportiert zu werden. Bei den Prismenleisten gibt
es dazu für runde und gerade Bücher gesonderte Einsätze.
[0019] Bei leicht geschlossenen Einbrennschienen und mit oder ohne Druck geschlossenen Pressplatten
senkt sich dann ein Formwerkzeug einer Nachformeinrichtung gegen den Frontschnitt
und drückt den Buchblock in den Rücken, wodurch die beiden Buchdeckel über Schrenz
und Vorsatz im Gelenk gegen die Einbrennschienen gezogen werden. Buchblock und Buchdecke
können so relativ zueinander ausgerichtet werden bei gleichzeitiger Nachformung des
Buches. Bei den Formwerkzeugen gibt es dazu für runde und gerade Bücher gesonderte
Einsätze.
[0020] Bei bestimmten Konfigurationen des Frontschnitts ist es auch möglich, eine subsequente
Folge von zum Einsatz gelangenden Formwerkzeugen zu implementieren, welche die endgültige
Gestaltung des Frontschnitts nach und nach ausformen.
[0021] Ein weiteres Merkmal dieser Maschine besteht darin, dass die Hauptmasse des Buches
am Schaltpult dieser Maschine eingegeben, oder aus einer Datenbank aus den JDF-Daten
ausgelesen, oder an der vorangestellten Maschine gemessen werden. Hierbei werden an
dem geraden, an 3 Seiten beschnittenen Buchblock, in einer Messeinrichtung die Breite,
Höhe und Dicke ermittelt und ebenso die Abmessungen der Buchdecke gemessen. Diese
Werte beschreiben den Buchblock, der in die der Buchform- und Pressmaschine vorangestellte
Runde- und Einhängemaschine der Buchfertigungsstrasse geladen wird, aber nicht den
Buchblock, der diese vorangestellten Maschine dann letztlich verlässt. In dieser vorangestellten
Maschine wird der Buchblock gerundet und abgepresst, wahlweise mit Gazepapier und
je nach Buchausstattung mit Kapitalpapier beklebt und die Buchdecke im Rückenbereich
vorgeformt. Je nach Ausprägung dieser Bearbeitungsschritte ergibt sich beim Zusammenfügen
von Buchblock und Buchdecke eine gesonderte Buchform in Bezug auf Buchrücken und Falzkante.
[0022] Beim Laden eines Buches in die beiden Pressplatten der Buchform- und Pressmaschine
wird die Ladehöhe dieses Buches eingestellt, da die Form des runden Buchrückens und
die Dicke des Schrenzes die Position des Buches auf den Prismenleisten beeinflusst
und sich dadurch die Ladehöhe verändert.
[0023] Auch durch die Lage der Falzkante wird die Ladehöhe individuell eingestellt, da sich
die Falzkante nach dem Laden im Bereich der Einbrennleiste befindet. Ebenso werden
die Formstücke der Nachformstation entsprechend der erzeugten Buchrundung ausgewählt
und der Weg des Formwerkzeugs automatisch durch Einstellung vorgegeben.
[0024] Sobald das letzte Buch eines Auftrages die Ladestation der Buchform- und Pressmaschine
verlassen hat und in einer Presseinrichtung gehalten wird, kann die Ladestation, welche
einen Einzelantrieb aufweist, auf ein neues Buchformat eingestellt werden. Zur automatischen
Einstellung des Ladehubes des Buches in die bereitstehende, geöffnete Presseinrichtung
müssen der Maschinensteuerung ausser der Buchdicke, -höhe und -breite auch die Form
der gerundeten Buchblocks und die Form der gerundeten Buchdecke, wie z.B. der Runderadius
der Buchdecke und der Runderadius des Buchblocks oder die Lage des Buchfalzes, bekannt
sein.
[0025] Da diese Werte in der vorangestellten Maschine erzeugt oder dort als Einstellmasse
für das ganzflächige Beleimen der Buchblocks und für das passgenaue Einhängen der
Buchblocks in die Decke verwendet werden, müssen diese Daten nur von dort übermittelt
und in die Steuerung der Buchform- und Pressmaschine eingebunden werden.
[0026] Mit diesen Werten werden die richtige Stellung der Prismenleisten und die benötigte
Ladehöhe rechnerisch ermittelt. Die eingestellte Ladeposition ist dann richtig, wenn
die Einbrennschienen beim Schliessen der Presseinrichtung an der dafür vorgesehenen
Stelle in den Falz des eingefahrenen Buchblocks treffen.
[0027] Wird das Buch zusätzlich noch mit dem zuschaltbaren Formwerkzeug in Form gebracht,
wird zur automatischen Auswahl der Formstücke die Geometrie des geformten Buchblocks
benötigt. Damit beim Nachformen des Buchblocks das Formwerkzeug sanft auf den Frontschnitt
auffahren und den Buchblock in seinem Rückenbereich in die gerundete Buchdecke drücken
kann, wobei die beiden Buchdeckel über Schrenz und Vorsatz im Gelenk gegen die Einbrennschienen
gezogen werden, ist auch hier ein genaues Abbild des eingehängten Buchblocks in die
Buchdecke vonnöten. Der hierfür benötigte Verfahrweg des Formwerkzeugs wird aus der
Wahl des Formstückes, des erzielten Rundeergebnisses an Buchdecke und Buchblock und
aus der Lage der Falzkante der Buchdecke errechnet. Buchblock und Buchdecke können
so automatisch zueinander ausgerichtet werden, bei gleichzeitiger Nachformung des
Buches.
[0028] Vorteilhafte aufgabengemässe Ausführungsformen gehen aus den übrigen Ansprüchen hervor.
Kurze Beschreibung der Figuren
[0029] Im Folgenden werden anhand der Figuren Ausführungsbeispiele der Erfindung näher erläutert.
Alle für das unmittelbare Verständnis der Erfindung nicht erforderlichen Elemente
sind weggelassen worden. Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung für das Veranschaulichen eines Datentransfers zwischen
einer Buchfertigungsstrasse und einer Buchform- und Pressmaschine,
- Figur 2
- ein Schema für Signalflüsse um eine Steuerung der Buchfertigungsstrasse und um eine
Steuerung der Buchform- und Pressmaschine und zwischen den Steuerungen,
- Figur 3
- eine weitere schematische Darstellung in Anlehnung an Figur 1, linke Seite Buchfertigungsstrasse,
zur Veranschaulichung einer Erhebung von Einstellmassen der Buchfertigungsstrasse
für den Fall eines 80 mm dicken Buches,
- Figur 4
- eine weitere schematische Darstellung in Anlehnung an Figur 1, rechte Seite Buchform-
und Pressmaschine, zur Veranschaulichung einer Berechnung von Einstellmassen für relevante
Bauteile der Buchform- und Pressmaschine mit dem 80 mm dicken Buch aus Figur 3,
- Figur 5
- eine analoge Darstellung zu Figur 3 mit einem 20 mm dünnen Buch und
- Figur 6
- eine analoge Darstellung zu Figur 4 mit der spitzen Einbrennschiene und dem 20 mm
dünnen Buch aus Figur 5.
Ausführungsbeispiele der Erfindung
[0030] In den Figuren 1 bis 6 werden erfindungsgemässe Verfahren zum Steuern einer Buchform-
und Pressmaschine 20 veranschaulicht.
[0031] Die Figuren enthalten gezielte massliche Angaben, welche in Wirkverbindung mit der
Steuerung stehen, und im Sinne eines vollständigen Offenbarungsgehalts veranschaulichen,
wie die konkrete Erfassung, Einbringung und Verarbeitung der Korrekturen vonstatten
geht.
[0032] Figur 1 zeigt schematisch einen Datentransfer 1 von Daten einer der Buchform- und
Pressmaschine 20 vorangestellten Maschine einer Buchfertigungsstrasse 10 zu der Buchform-
und Pressmaschine 20. In einem links einer strichpunktierten vertikalen Linie dargestellten,
der Buchform- und Pressmaschine 20 vorangestellten Verfahren einer Buchfertigungsstrasse
10 ist ein Buchblock 30 zunächst ohne Buchdecke 18 auf einem Transportelement 16,
einer sogenannten Sattelplatte, angeordnet. Dabei ist der Buchblock 30 mit seinem
dem späteren Buchrücken 37 entsprechend geformten Buchblockrücken nach oben ausgerichtet.
Der Buchblock 30 hat bei dieser Ausrichtung in vertikaler Richtung eine Blockbreite
32 und horizontal eine Buchdicke 34. Dem geschlossenen Buchrücken 37 gegenüber liegt
ein offener Frontschnitt 38 des Buches. Mit einer Leimwalze 12 wird beginnend an der
Falzkante 123 auf den beiden Aussenseiten des Buchblocks 30 Leim aufgetragen.
[0033] Im Nachgang findet eine Zusammenführung des beleimten Buchblocks 30 mit der Buchdecke
18 statt. Mittels eines beispielsweise zwei Anreiberwalzen aufweisenden Anreibers
14 wird die zugeführte Buchdecke 18 zum Buchblock 30 ausgerichtet und fixiert, so
dass die Rundung 31 der Buchdecke 18 passgenau zum Buchrücken 37 sitzt. Dabei sind
beispielsweise das Abstandsmass zwischen der Berührfläche der Anreiberwalzen des Anreibers
14 an der Buchdecke 18 und der Falzkante 23 als Einstellmass 11 des Anreibers 14 abrufbar.
[0034] Dabei wird der sich auf der Sattelplatte befindliche Buchblock 30 ganzflächig während
des Hochfahrens durch zwei Leimwalzen 12 hindurch auf beiden Aussenseiten beleimt
und stösst mit seinem Rücken in den vorgeformten Schrenz der darüberliegenden in einer
horizontalen Lage befindlichen Buchdecke. Die Anreiberwalzen des Anreibers 14 drücken
den Schrenz der Buchdecke 18 gegen den Buchblockrücken und der Anreiber 14 fährt mit
dem Buchblock 30 mit der Sattelplatte synchron mit. Während des Hochfahrens klappen
die beiden Hälften der Buchdecke 18 nach unten und legen sich am beleimten Buchblock
30 an. Sobald die beiden Hälften komplett am Buchblock 30 anliegen, macht der Anreiber
14 seine Abwärtsbewegung, die Anreiberwalzen werden durch den Pilz des Buchrückens
37 etwas aufgedrückt und gehen dann federbehaftet wieder zurück und reiben die Buchdecke
18 am beleimten Buchblock 30 an. Dadurch führen die Anreiberwalzen des Anreibers 14
also nur eine gesteuerte vertikale Bewegung und eine federbehaftete kleine horizontale
Bewegung aus.
[0035] Demnach sind zunächst vor dem in der Buchform- und Pressmaschine 20 durchführbaren
erfindungsgemässen Verfahren folgende Daten als Eingabewerte 2 bekannt: Die Blockbreite
32, die Buchdicke 34 und eine Schrenzdicke 36 der Buchdecke 18. Als errechnete Werte
3 liefert die Buchfertigungsstrasse 10 den Abstand 23 zwischen einer oberen Kante
39 des Buchblockrückens und der Falzkante 123 und das Einstellmass des Anreibers 14.
Dieser Datentransfer 1 ist ausserdem in Figur 2 verdeutlicht.
[0036] Gemäss den Figuren 1 und 2 werden der Abstand 23 zwischen der oberen Kante 39 des
Buchblockrückens sowie der Falzkante 123 und das Einstellmass 11 des Anreibers 14
als errechnete Werte 3 für die Buchfertigungsstrasse 10 und die Eingabewerte 2 zum
Buchformat per Datentransfer 1 der Steuerung der Buchform- und Pressmaschine 20 zugeführt.
[0037] Das Schema Fig. 1, rechts der strichpunktierten Linie, zeigt eine übliche Anordnung
des Buchblocks 30 mit nach unten ausgerichteten Buchrücken 37 in der Buchform- und
Pressmaschine 20. Von links und rechts des Buchblocks 30 pressen Pressplatten 28 die
Buchdecke 18 flächig gegen den Buchblock 30 (nur linke Pressplatte 28 dargestellt).
Das Buch ruht mit seinem Buchrücken 37 auf einem, um ein Einstellmass 21 höhenverstellbaren
Ladetisch 27.
[0038] Eine übliche Bauform des Ladetisches 27 besteht aus zwei parallel zueinander angeordneten
Prismenplatten (nur ein Ausschnitt der linken Prismenplatte ist angedeutet.), die
der Buchrücken 37 zumindest mit zwei Kontaktlinien berührt. Unterhalb der Pressplatten
28 und oberhalb des Ladetisches 27 ist von beiden Seiten (nur die linke ist hier gezeigt)
eine spitze Einbrennschiene 24 in dem Bereich der Falzkante 23 gegen die Buchdecke
18 und den Buchblock 30 anstellbar.
[0039] Eine dem Buch zugewandte Spitze der Einbrennschiene 24 legt, als eine mehrerer Möglichkeiten
eine horizontale Nulllinie 29 fest, auf Basis derer die Einstellmasse 21, 26 der Buchform-
und Pressmaschine 20 angefahren werden.
[0040] Die Buchform- und Pressmaschine 20 weist als Bestandteil und Mittel 22 einer Nachformeinrichtung
ferner ein Formwerkzeug auf. Das Formwerkzeug ist um ein Einstellmass 26 von oben
in den Frontschnitt 38 absenkbar. Das Formwerkzeug ist an einem nicht näher dargestellten
Werkzeugträger angeordnet und führt gegenüber dem zu formenden Frontschnitt 38 eine
Abfolge von Bewegungen in einer Ebene oder im Raum aus, wobei die Abfolge der Bewegungen
maschinell eingestellt wird, frei programmierbar ist, oder wahlweise durch mindestens
einen nicht dargestellten Sensor geführt wird. Dazu detektiert der Sensor direkt oder
indirekt mindestens eine Information über die Lage eines oder mehrerer Mittel 22 der
Nachformeinrichtung in einer Bewegungsebene oder im Raum fortlaufend oder erfasst
die Lage des operativ bestimmten Mittels 22 und gibt diese Information über die Lage
bzw. die Lage an eine Steuerungseinheit weiter.
[0041] In der Buchform- und Pressmaschine 20 ist gemäss dem erfindungsgemässen Verfahren
zunächst der Ladetisch 27 auf eine richtige Höhe zu fahren, auf das Einstellmass 21
des Ladetisches 27 als einem ersten errechneten Wert 4 der Buchform- und Pressmaschine
20. Der Ladetisch 27 kann dazu mit einem nicht dargestellten Wegmesssystem betrieben
werden. Als Einstellmass des Ladetisches 21 wird gemäss einem ersten Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemässen Verfahrens und einer eingesetzten Einbrennschiene 24 mit
der Spitze auf Höhe Nulllinie 29 unmittelbar das Einstellmass 11 des Anreibers 14
verwendet.
[0042] Dem ersten Ausführungsbeispiel entsprechen die Berechnungen der Einstellmasse 21,
26 in den Figuren 5 und 6 für ein 20 mm dünnes Buch.
[0043] Das Einstellmass 21 des Ladetisches 27 als errechneter Wert 4 der Buchform- und Pressmaschine
20 ist gleich dem Einstellmass 11 des Anreibers 14 als errechnetem Wert 3 der Buchfertigungsstrasse
10.
[0044] In die Berechnung des Einstellmasses 11 des Anreibers 14 geht nach einer vorteilhaften
Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens die Buchdicke 34 ein, was bei einem
Vergleich der Figuren 3 und 5 deutlich wird.
[0045] Das Einstellmass 26 des Formwerkzeugs 22 als errechneter Wert 4 der Buchform- und
Pressmaschine 20 ist gleich einer Differenz aus Blockbreite 32 als Eingabewert 2 weniger
dem Abstand 23 zwischen der oberen Kante 39 des Buchblockrückens und der Falzkante
123 als errechnetem Wert 3 der Buchfertigungsstrasse 10.
[0046] Statt der Spitze der Einbrennschiene 24 der Figuren 1, 5 und 6 legt gemäss zweitem
Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemässen Verfahrens, vgl. Figuren 3 und 4, eine
mit dem Buch in Kontakt tretende Oberkante einer stumpfen Einbrennschiene 24' (Figur
4) die Nulllinie 29 fest.
[0047] Das Einstellmass 21 des Ladetisches 27 und das Einstellmass 26 des Formwerkzeugs
22 setzt die Steuerung der Buchform- und Pressmaschine 20 analog zum ersten Ausführungsbeispiel
in Bezug zur Nulllinie 29 um, indem schnelle Aktuatoren für den Ladetisch 27 und das
als Formwerkzeug ausgebildete Mittel 22, beispielsweise lineare nicht näher dargestellte
Servomotoren, angesteuert werden.
[0048] Gemäss dem in den Figuren 3 und 4 dargestellten zweiten Ausführungsbeispiel ist das
Einstellmass 21 des Ladetisches 27 als errechneter Wert 4 der Buchform- und Pressmaschine
20 gleich einer Summe aus dem Einstellmass 11 des Anreibers 14 als einem errechneten
Wert 3 der Buchfertigungsstrasse 10 und einem Korrekturmass 25 der Einbrennschiene
24, das der stumpfen Einbrennschiene 24' als einem Korrekturmass 5 des Formwerkzeugs
22 entsprechend berücksichtigt wird.
[0049] Das Einstellmass 26 des Formwerkzeugs 22 als errechneter Wert 4 der Buchform- und
Pressmaschine 20 ist gemäss zweitem Ausführungsbeispiel bzw. den Figuren 3 und 4 gleich
einer Differenz aus der Blockbreite 32 als Eingabewert 2 weniger dem Abstand 23 zwischen
der oberen Kante 39 des Buchblockrückens sowie der Falzkante 123 als errechneter Wert
3 der Buchfertigungsstrasse 10 und weniger dem Korrekturmass 25 der Einbrennschiene
24 als Korrekturmass 5 des Formwerkzeugs 22.
[0050] In weiteren vorteilhaften Ausführungsformen der Erfindung, die in der schematischen
Darstellung gemäss Figur 1 nicht näher dargestellt worden sind, berücksichtigt eine
Berechnung der Einstellmasse 21, 26 als weiteres Korrekturmass 5 des Formwerkzeugs
22 eine Verstellung von Prismenplatten eines verstellbaren Ladetisches 27.
[0051] Ferner findet gemäss einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform eines erfindungsgemässen
Verfahrens ein eingewechseltes, als Formwerkzeug ausgebildetes Mittel 22 Berücksichtigung
als Korrekturmass 5 des Formwerkzeugs 22, insbesondere bei der Berechnung des Einstellmasses
26 des Formwerkzeugs 22.
[0052] Folgende qualitative Abhängigkeiten beim Betrieb einer solchen Buchform- und Pressmaschine
lassen sich erkennen:
- a) Falzkante und Einstellmass des Anreibers werden in der Buchfertigungsstrasse errechnet.
- b) Die Höhe des Prismentisches ist eine Funktion aus Einstellmass des Anreibers und
der Form der Einbrennschiene (Breite des Einbranntes), dabei ist zu berücksichtigen,
dass die Schrenzdicke in dem Einstellmass des Anreibers schon berücksichtigt ist,
wobei in den Figuren 5, 6 die Höhe Prismentisch vereinfacht dem Einstellmass des Anreibers
entspricht.
1. Verfahren zum Betrieb einer Buchform- und Pressmaschine (20), welche im Wesentlichen
aus einer Nachformeinrichtung, einer Presseinrichtung, einer Ladeeinrichtung besteht,
wobei die Ladeeinrichtung im Wesentlichen aus einem Ladetisch, und die Presseinrichtung
aus einer Anzahl von zueinander beabstandeten Pressplatten (28), und aus Einbrennschienen
(24) besteht, wobei die Nachformeinrichtung Mittel (22) aufweist, welche für die Formgebung
des Frontschnitts von Buchblocks (30) bestimmt sind, wobei die Presseinrichtung mit
mindestens einer Station für die Aufnahme eines Buchblocks betrieben wird, und wobei
die Mittel der Nachformeinrichtung gegenüber dem zu formenden Frontschnitt eine Abfolge
von Bewegungen in einer Ebene oder im Raum ausführen, wobei eine übergeordnete Steuerung
entlang einer Buchfertigungsstrasse (10) stromauf der Buchform- und Pressmaschine
(20) Buchblocks (30) bezogene Werte ermittelt, und die so ermittelten Werten mindestens
der Presseinrichtung, und/oder der Nachformeinrichtung, und/oder den Pressplatten
für die Fertigstellung des Buchblocks weiter gegeben werden, dergestalt, dass auf
Grund dieser entlang der Buchfertigungsstrasse vor Fertigstellung des Buchblocks ermittelten
Werte mindestens ein bestimmungskonforme Mittel der Nachformeinrichtung für den operativen
Einsatz zur Bearbeitung des Frontschnitts (38) abgerufen wird, dadurch gekennzeichnet, dass die operative Positionierung des zum Einsatz gelangenden Mittels (22) für den zu
formenden Frontschnitt des jeweiligen Buchblocks angefahren wird, und dass der Bewegungsablauf
der Pressplatten (28) in Wirkverbindung mit dem Einsatzes des Mittels der Nachformeinrichtung
auf Grund der gemessenen Buchdicke (34) und der Dicke der Buchdecke (18) des jeweiligen
Buchblocks gesteuert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der zu formende Frontschnitt durch eine subsequente Folge von zur Nachformeinrichtung
gehörenden und zum Einsatz gelangenden Mitteln (22) bearbeitet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zum Steuern der Buchform- und Pressmaschine für einen Buchblock mit einem Buchblockrücken
(37) gegenüberliegenden Frontschnitt (38), ausgehend von einer ortsfest in der Buchform-
und Pressmaschine gedachten, waagerechten Nulllinie (29), ein Ladetisch (27) zur Aufnahme
eines Buchblocks (30) in vertikaler Richtung auf ein Einstellmass des Ladetisches
(21) verstellt wird, und dass ein als Mittel der Nachformeinrichtung dienender Formstempel
(22) dem Ladetisch (27) entgegen auf bzw. um ein Einstellmass des Formstempels (26)
auf den, dem Ladetisch (27) abgewandten, parallel zum Ladetisch (27) ausgerichteten
Frontschnitt (38) des Buchblocks (30) gepresst wird, und dass zumindest eines der
Einstellmasse (21, 26) in Abhängigkeit von Werten, die aus einem in der Buchfertigungsstrasse
(10) vorangestellten Verfahren stammen, gewählt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Einstellmass des Ladetisches (21) in Abhängigkeit eines Einstellmasses der Buchfertigungsstrasse
(10) für ein ganzflächiges Beleimen des Buchblocks (30) gewählt wird, insbesondere
in Abhängigkeit eines Einstellmasses des Anreibers (11) der Buchfertigungsstrasse
(10), und dass mittels des Anreibers (14), der Buchform- und Pressmaschine (20) vorangestellt,
eine zugeführte Buchdecke (18) zu einem Buchblock (30) ausgerichtet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abfolge von Bewegungen in einer Ebene oder im Raum maschinell eingestellt, und/oder
frei programmiert werden, und wahlweise durch mindestens einen Sensor geführt werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Einstellmass Ladetisch (21) in Abhängigkeit eines Einstellmasses der Buchfertigungsstrasse
(10) für ein passgenaues Einhängen des Buchblocks (30) in eine Buchdecke (18) gewählt
wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eines der Einstellmasse (21, 26) zusätzlich in Abhängigkeit von für jeden
einzelnen Buchblock (30) und der jeweiligen Buchdecke (18) bekannten Buchparametern
gewählt wird, insbesondere in Abhängigkeit von für die Steuerung der Buchform- und
Pressmaschine (20) aus einer zentralen Datenbank abfragbaren Blockbreite (32), Buchdicke
(34) und/oder Schrenzdicke (36).
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eines der Einstellmasse (21, 26) zusätzlich in Abhängigkeit von zumindest
einem Korrekturfaktor (5), der einen bestimmten einstellbaren und/oder auswechselbaren
Bauteil der Buchform- und Pressmaschine (20) eigen ist, gewählt wird, insbesondere
in Abhängigkeit zumindest eines Korrekturfaktors für den zum Einsatz gelangenden Formstempel
(22), eine Form der Einbrennschiene (24), oder einer Stellung des Ladetisches (27).
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-8, dadurch gekennzeichnet, dass der Formstempel (22) quer zur Breite des Frontschnitts (38) mindestens eine weitere
translative Bewegung und gegenüber dem Frontschnitt (38) mindestens eine vertikale
oder quasi-vertikale formgebende Bewegung ausführt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-9, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Sensor direkt oder indirekt mindestens eine Information über die Lage
eines oder mehrerer Formstempel (22) in einer Bewegungsebene oder im Raum fortlaufend
detektiert oder die Lage des operativ bestimmten Formstempels erfasst und an eine
Steuerungseinheit weitergegeben wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-10, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Nachformung des auf zum Ladetisch gehörenden Prismenplatten aufliegenden
Buchblocks auf eine vorbestimmte Höhe zwischen die zu der Presseinrichtung gehörenden
Pressplatten (28) positioniert wird, dergestalt, dass die Einbrennschienen (24, 24')
im Bereich eines Buchfalzes mit einer geringeren Kraft auf den Buchblock auftreffen,
und dass der Buchblock bei der Absenkung des Ladetisches festgehalten wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-11, dadurch gekennzeichnet, dass während des Ladens des Buchblocks über eine Signaleinrichtung die Kontur des Buchblocks
erfasst wird, und dass über einen Antrieb die anzusteuernde Höhe des Ladetisches angefahren
wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Ladetisch mit einem Wegmesssystem betrieben wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-13, dadurch gekennzeichnet, dass der Buchblock während des Nachformprozesses durch die Pressplatten (28) vorgepresst
wird, und dass der Buchblock nach dem Nachformprozess durch Erhöhung der Druckkraft
der Einbrennschienen (24, 24') fixiert wird, und dass danach die Nachformeinrichtung
aus dem Bereich der Pressplatten herausgefahren wird.
1. Method for operating a quire moulding and pressing machine (20), which essentially
consists of a contouring device, a pressing device and a loading device, in which
the loading device essentially consists of a loading table and the pressing device
of a number of pressure plates (28) at a distance from each other and burning-in bars
(24), in which the contouring device has means (22) for shaping the front cut of book
blocks (30), in which the pressing device is operated with at least one station for
taking a book block and in which the means of the contouring device carry out a series
of movements in a plane or in space in respect of the front cut to be shaped, in which
an overriding control along a book production line (10) upstream of the quire moulding
and pressing machine (20) provides values in relation to book blocks (30) and the
values provided in this way are relayed at least to the pressing device and/or the
contouring device and/or the pressure plates for producing the book block in such
a way that, because of these values provided along the book production line before
production of the book block, at least one means of the contouring device according
to requirement is called up for operational use to process the front cut (38), characterised in that the operational position of the means (22) used for the front cut of the relevant
book block to be shaped is moved to and that the sequence of movements of the pressure
plates (28) actively connected to the means of the contouring device used is controlled
based on the measured thickness of the book (34) and the thickness of the book cover
(18) of the relevant book block.
2. Method according to claim 1, characterised in that the front cut to be shaped is processed by a subsequent series of means (22) belonging
to the contouring device being used.
3. Method according to claim 1, characterised in that to control the quire moulding and pressing machine for a book block with a front
cut (38) opposite the book block back (37), starting from an imaginary horizontal
zero line (29) fixed in the quire moulding and pressing machine, a loading table (27)
for taking a book block (30) is adjusted in a vertical direction to a setting dimension
of the loading table (21) and that a form stamp (22) serving as a means of the contouring
device is pressed against the loading table (27) at or around a setting dimension
of the form stamp (26) onto the front cut (38) of the book block (30) facing away
from the loading table (27) aligned parallel to the loading table (27) and that at
least one of the setting dimensions (21, 26) is selected depending on values that
come from a preceding process in the book production line (10).
4. Method according to claim 3, characterised in that the setting dimension of the loading table (21) is selected depending on a setting
dimension of the book production line (10) for gluing the whole surface of the book
block (30), particularly depending on a setting dimension of the rubdown device (11)
of the book production line (10) and that a book cover (18) supplied is aligned to
a book block (30) by means of the rubdown device (14) preceding the quire moulding
and pressing machine (20).
5. Method according to claim 1, characterised in that the series of movements in a plane or in space is set mechanically and/or programmed
freely and alternatively guided by at least one sensor.
6. Method according to one of claims 3 or 4, characterised in that the setting dimension of the loading table (21) is selected depending on a setting
dimension of the book production line (10) for casing the book block (30) in a book
cover (18) with a perfect fit.
7. Method according to one of claims 3 to 6, characterised in that at least one of the setting dimensions (21, 26) is selected in addition depending
on book parameters that are known for each individual book block (30) and the relevant
book cover (18), particularly depending on the width of the block (32), the thickness
of the book (34) and/or the thickness of the backing strip (36) that may be called
up from a central database to control the quire moulding and pressing machine (20).
8. Method according to one of claims 3 to 7, characterised in that at least one of the setting dimensions (21, 26) is selected in addition depending
on at least one correction factor (5), which relates to a certain component of the
quire moulding and pressing machine (20) that may be set and/or exchanged, particularly
depending on at least one correction factor of the form stamp (22) used, a form of
the burning-in bar (24) or a position of the loading table (27).
9. Method according to one of claims 1-8, characterised in that the form stamp (22) carries out at least one further translative movement crosswise
to the width of the front cut (38) and at least one vertical or almost vertical shaping
movement in respect of the front cut (38).
10. Method according to one of claims 1-9, characterised in that at least one sensor continuously detects directly or indirectly at least one piece
of information about the position of one or several form stamps (22) in a plane of
movement or in space or detects the position of the form stamp required for operation
and it is relayed to a control unit.
11. Method according to one of claims 1-10, characterised in that when contouring the book block lying on the prism plates belonging to the loading
table it is positioned at a predetermined height between the pressure plates (28)
belonging to the pressing device in such a way that the burning-in bars (24, 24')
in the area of a book block fold meet the book block with little force and that the
book block is held when the loading table is lowered.
12. Method according to one of claims 1-11, characterised in that during loading of the book block the contour of the book block is detected through
a signal device and that the height of the loading table to be headed for is moved
to by a drive.
13. Method according to claim 12, characterised in that the loading table is operated with a displacement measuring system.
14. Method according to one of claims 1-13, characterised in that during the contouring process the book block is prepressed by the pressure plates
(28) and that after the contouring process the book block is fixed by increasing the
compressive force of the burning-in bars (24, 24') and that after that the contouring
device is moved out of the area of the pressure plates.
1. Procédé d'actionnement d'une machine (20) de formation et de pressage de livres composée,
pour l'essentiel, d'un dispositif de mise en forme ultérieure, d'un dispositif de
pressage et d'un dispositif de chargement, ledit dispositif de chargement étant constitué,
pour l'essentiel, d'un plateau de chargement, et ledit dispositif de pressage étant
constitué d'un certain nombre de platines de pressage (28) distantes les unes des
autres, et de barrettes de rainurage (24), ledit dispositif de mise en forme ultérieure
étant doté de moyens (22) destinés au profilage du sectionnement frontal de corps
d'ouvrages (30), l'actionnement dudit dispositif de pressage impliquant au moins un
poste conçu pour recevoir un corps d'ouvrage, et lesdits moyens du dispositif de mise
en forme ultérieure accomplissant une succession de mouvements dans un plan ou dans
l'espace, vis-à-vis dudit sectionnement frontal à profiler, sachant qu'une commande
prioritaire définit des valeurs se rapportant à des corps d'ouvrages (30), le long
d'une ligne (10) de production de livres et en amont de la machine (20) de formation
et de pressage de livres, et que les valeurs ainsi définies sont transmises au moins
au dispositif de pressage et/ou au dispositif de mise en forme ultérieure et/ou aux
platines de pressage, en vue de l'achèvement du corps d'ouvrage, de façon telle que,
sur la base de ces valeurs définies le long de ladite ligne de production de livres,
préalablement à l'achèvement dudit corps d'ouvrage, au moins un moyen dudit dispositif
de mise en forme ultérieure, conforme à sa destination, soit appelé à entrer en action
en vue du façonnage dudit sectionnement frontal (38), caractérisé par une activation du positionnement opérant du moyen (22) entrant en action, dédié au
sectionnement frontal devant être profilé sur le corps d'ouvrage considéré ; et par
le fait que le déroulement des mouvements des platines de pressage (28) est commandé,
en liaison opérante avec l'utilisation dudit moyen du dispositif de mise en forme
ultérieure, sur la base de l'épaisseur mesurée (34) du livre et de l'épaisseur de
la couverture (18) dudit corps d'ouvrage considéré.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait que le sectionnement frontal, devant être profilé, est façonné par une succession ultérieure
de moyens (22) entrant en action et faisant partie intégrante du dispositif de mise
en forme ultérieure.
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait que, pour commander la machine de formation et de pressage de livres dévolue à un corps
d'ouvrage présentant un sectionnement frontal (38) tourné à l'opposé d'un dos (37)
dudit corps d'ouvrage, un plateau de chargement (27) conçu pour recevoir un corps
d'ouvrage (30) est ajusté sur une cote de réglage (21) dudit plateau de chargement,
dans le sens vertical, à partir d'un trait zéro (29) horizontal, stationnairement
fictif dans ladite machine de formation et de pressage de livres ; par le fait qu'un poinçon (22) de mise en forme, remplissant la fonction d'un moyen équipant le dispositif
de mise en forme ultérieure, est pressé à la rencontre du plateau de chargement (27),
en correspondant ou en avoisinant respectivement une cote de réglage (26) dudit poinçon
de mise en forme, sur ledit sectionnement frontal (38) dudit corps d'ouvrage (30)
qui est orienté parallèlement audit plateau de chargement (27) et est tourné à l'opposé
dudit plateau de chargement (27) ; et par le fait qu'au moins l'une des cotes de réglage (21, 26) est sélectionnée en fonction de valeurs
émanant d'un procédé précédemment mis en oeuvre dans la ligne (10) de production de
livres.
4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé par le fait que la cote de réglage (21) du plateau de chargement est sélectionnée en fonction d'une
cote de réglage de la ligne (10) de production de livres ciblant un encollage sur
toute la superficie du corps d'ouvrage (30), notamment en fonction d'une cote de réglage
(11) de l'élément frotteur de ladite ligne (10) de production de livres ; et par le fait qu'une couverture (18) de livre délivrée est orientée vers un corps d'ouvrage (30), au
moyen dudit élément frotteur (14), en amont de la machine (20) de formation et de
pressage de livres.
5. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait que la succession de mouvements, dans un plan ou dans l'espace, est réglée en mode automatique
et/ou est programmée librement et est guidée, sélectivement, par l'intermédiaire d'au
moins un capteur.
6. Procédé selon l'une des revendications 3 ou 4, caractérisé par le fait que la cote de réglage (21) du plateau de chargement est sélectionnée en fonction d'une
cote de réglage de la ligne (10) de production de livres ciblant un enchâssement du
corps d'ouvrage (30) dans une couverture (18) de livre, avec ajustement précis.
7. Procédé selon l'une des revendications 3 à 6, caractérisé par le fait qu'au moins l'une des cotes de réglage (21, 26) est additionnellement sélectionnée en
fonction de paramètres connus pour chaque corps d'ouvrage (30) individuel et pour
la couverture (18) de livre considérée, notamment en fonction d'une épaisseur (32)
de corps, d'une épaisseur (34) de livre et/ou d'une épaisseur (36) de bande de renfort,
pouvant être interrogée(s) à partir d'une banque centrale de données, en vue de la
commande de la machine (20) de formation et de pressage de livres.
8. Procédé selon l'une des revendications 3 à 7, caractérisé par le fait qu'au moins l'une des cotes de réglage (21, 26) est additionnellement sélectionnée en
fonction d'au moins un facteur de correction (5) propre à une pièce structurelle déterminée,
réglable et/ou remplaçable, équipant la machine (20) de formation et de pressage de
livres, notamment en fonction d'au moins un facteur de correction affecté au poinçon
(22) de mise en forme entrant en fonction, à une forme de la barrette de rainurage
(24) ou à une position du plateau de chargement (27).
9. Procédé selon l'une des revendications 1-8, caractérisé par le fait que le poinçon (22) de mise en forme accomplit au moins un mouvement translatoire supplémentaire,
transversalement par rapport à la largeur du sectionnement frontal (38), et un mouvement
vertical ou quasi vertical de profilage par rapport audit sectionnement frontal (38).
10. Procédé selon l'une des revendications 1-9, caractérisé par le fait qu'au moins un capteur détecte en continu, directement ou indirectement, au moins une
information relative à la position d'un ou de plusieurs poinçon(s) (22) de mise en
forme, dans un plan de mouvement ou dans l'espace, ou bien la position du poinçon
de mise en forme dévolu à l'entrée en fonction est détectée, puis transmise à une
unité de commande.
11. Procédé selon l'une des revendications 1-10, caractérisé par le fait que, lors de la mise en forme ultérieure du corps d'ouvrage reposant sur des plaques
prismatiques faisant partie intégrante du plateau de chargement, il s'opère un positionnement
à une hauteur prédéterminée, entre les platines de pressage (28) faisant partie intégrante
du dispositif de pressage, de façon telle que les barrettes de rainurage (24, 24')
viennent incider sur le corps d'ouvrage avec une force moindre, dans la région d'une
rainure de livre, et que ledit corps d'ouvrage soit fermement retenu lors de l'abaissement
dudit plateau de chargement.
12. Procédé selon l'une des revendications 1-11, caractérisé par le fait que le profil du corps d'ouvrage est détecté par l'intermédiaire d'un dispositif de signalisation,
au cours du chargement dudit corps d'ouvrage ; et par le fait que la hauteur du plateau de chargement, devant être activée, est acquise par l'intermédiaire
d'un entraînement.
13. Procédé selon la revendication 12, caractérisé par le fait que le plateau de chargement est actionné avec un système mesureur de courses.
14. Procédé selon l'une des revendications 1-13, caractérisé par le fait que le corps d'ouvrage est comprimé préalablement par les platines de pressage (28),
au cours du processus de mise en forme ultérieure ; par le fait que ledit corps d'ouvrage est bloqué à demeure, à l'issue dudit processus de mise en
forme ultérieure, par accroissement de la force de pression des barrettes de rainurage
(24, 24') ; et par le fait que le dispositif de mise en forme ultérieure est ensuite éloigné de la région desdites
platines de pressage.
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