TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Betätigungsvorrichtung für ein Auslaufventil
einer Spülvorrichtung zur wahlweisen Auslösung einer Vollmengenspülung oder einer
Teilmengenspülung nach dem Oberbegriff von Anspruch 1 und einen Spülkastenanordnung
mit einer Betätigungsvorrichtung nach Anspruch 10.
STAND DER TECHNIK
[0002] Aus dem Stand der Technik sind Spüleinrichtungen zur Auslösung von Vollmengenspülungen
und Teilmengenspülung bekannt. Beispielsweise zeigt die
EP 0 722 020 eine Spüleinrichtung der genannten Art. Nach der
EP 0 722 020 wird ein Verschlusskörper von einem Ventilsitz angehoben, wobei dann das Spülwasser
aus dem Spülkasten der zu spülenden Einrichtung, wie beispielsweise einem Klosett
oder einem Urinal zugeführt werden kann. Der Verschlusskörper wird über zwei Zugelemente
oder Hebel angehoben. Eines der beiden Zugelemente dient dabei der Auslösung der Teilmengenspülung
und das andere der beiden Zugelemente dient der Auslösung der Vollmengenspülung. Hierfür
muss von einer Betätigungseinheit jeweils das eine oder das andere der beiden Zugelemente
betätigt werden. Diese Betätigung wurde meist dahingehend gelöst, dass zwei Zugelemente
vorgesehen sind, welche über zwei Betätigungstasten betätigbar sind.
[0003] Nach dem Anheben des Verschlusskörpers bewegen sich die Zugelemente in die Ausgangsstellung
zurück und der Verschlusskörper wird über einen Schwimmer offen gehalten. Sobald das
Wasserniveau nun im Spülkasten auf ein entsprechendes Niveau gesunken ist, wird der
Verschlusskörper bei der Teilmengenspülung über den Gewichtskörper und bei der Vollmengspülung
über die Belüftung des Schwimmers geschlossen.
[0004] Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass die Auslösung mit mechanischen Mittel
erfolgt und dass die Schliessung dann durch die Ablaufgarnitur über Schwimmer und/oder
Gewichtskörper erfolgt.
[0005] Die Auslösung weist meist eine relativ komplexe Mechanik auf. Dies ist nachteilig
weil aufgrund der Komplexität der Aufwand für die Herstellung relativ hoch ist und
zudem die Fehleranfälligkeit von durch Installateure nicht fachgerecht montierten
Elementen ebenfalls hoch ist.
[0006] Aus der
EP 1 493 873 ist zudem eine Vorrichtung bekannt, welche mit einem Elektromotor angetrieben wird.
Der Elektromotor steht dabei in fester Verbindung mit dem Ablaufventil. Das Öffnen
des Ablaufventils und auch das Schliessen des Ablaufventils erfolgt direkt über den
Servomotor. Dabei wird die Abflussmenge im Wesentlichen zeitgesteuert geregelt, was
den Nachteil hat, dass die gewünschte Ablaufmenge nicht händisch manipulierbar ist.
Weiter hat diese Zwangskoppelung auch gezeigt, dass beim Schliessvorgang unkontrollierte
Kräfte auf den Motor wirken, was dessen Lebensdauer negativ beeinflusst.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0007] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung eine Aufgabe zugrunde,
eine automatisierte angetriebene, insbesondere elektrisch angetriebene, Betätigungsvorrichtung
anzugeben, mit welcher eine Ablaufgarnitur möglichst einfach betätigt werden kann.
Weiter soll die Betätigungsvorrichtung bezüglich der Anzahl Betätigungen möglichst
langlebig ausgebildet sein.
[0008] Eine solche Aufgabe löst die Betätigungsvorrichtung nach Anspruch 1. Demgemäss umfasst
eine Betätigungsvorrichtung für die Betätigung einer Ablaufgarnitur einer Spülvorrichtung
zur wahlweisen Auslösung einer Vollmengenspülung oder einer Teilmengenspülung durch
Anheben eines Verschlusskörpers der Ablaufgarnitur einen Vollmengenspülhebel zur Auslösung
einer Vollmengenspülung und einen Teilmengenspülhebel zur Auslösung einer Teilmengenspülung.
Der Vollmengenspülhebel ist von einer Ruheposition in eine Vollmengenspülposition
bewegbar und der Teilmengenspülhebel ist von einer Ruheposition in eine Teilmengenspülposition
bewegbar. Die Betätigungsvorrichtung umfasst weiterhin einen einzigen Antrieb, bevorzugt
einen Motor, insbesondere einen Elektromotor oder einen Servomotor, mit einem Abtriebselement,
welches Abtriebselement am Vollmengenspülhebel oder am Teilmengenspülhebel lose angreift
und zur Bewegung des angetriebenen Hebels dient. Teilmengenspülhebel und Vollmengenspülhebel
stehen mit einem Koppelungselement miteinander in Verbindung, so dass die Bewegung
des mit dem Abtriebselement angetriebenen Spülhebels auf den anderen vom Abtriebselement
losgelösten bzw. nicht mit den Abtriebselement direkt in Verbindung stehenden Spülhebel
übertragbar ist.
[0009] Es wird also von den beiden Spülhebeln entweder der Teilmengenspülhebel oder der
Vollmengenspülhebel aktiv durch den Antrieb und das Abtriebselement angetrieben.
[0010] Die erfindungsgemässe Vorrichtung hat den Vorteil, dass die Bewegung zwischen dem
Vollmengenspülhebel und dem Teilmengenspülhebel über das Koppelungselement gekoppelt
ist, wodurch ein einziger Antrieb angeordnet werden kann. Hierdruch kann eine besonders
einfach ausgebildete Vorrichtung bereitgestellt werden. Weiter fährt der Antrieb aus
der Ruheposition immer nur zwei Positionen an, nämlich die Teilmengenspülposition
und die Vollmengenspülposition, was die Lebensdauer des Antriebes deutlich erhöht.
[0011] Ein weiterer Vorteil ergeht aus der Tatsache, dass das Abtriebselement an einem der
beiden Spülhebel lediglich lose angreift, also nicht in einem festen Verbund mit demselben
ist. Vorzugsweise wird der Spülhebel gegen die Schwerkraft angehoben.
[0012] Vorzugsweise umfasst die Betätigungsvorrichtung weiterhin ein Schaltelement, mit
welchem die durch das Koppelungselement bereitgestellte Verbindung zwischen Teilmengenspülhebel
und Vollmengenspülhebel aufhebbar ist, wobei das Schaltelement auf der Strecke zwischen
Ruheposition und Vollmengenspülposition oder zwischen Ruheposition und Teilmengenspülposition
liegt. Die Aufhebung der Verbindung der beiden Spülhebel hat den Vorteil, dass eine
mit den beiden Spülhebel in Verbindung stehende Ablaufgarnitur einfach betrieben werden
kann.
[0013] Bei Erreichen der Ruheposition rastet das Koppelungselement mit dem Spülhebel, mit
welchem das Koppelungselement nicht in Verbindung steht, wieder ein, so dass die Verbindung
zwischen den beiden Spülhebeln wieder herstellbar ist.
[0014] Besonders bevorzugt ist das Koppelungselement als Klinke ausgebildet, welche zum
entsprechenden Spülhebel verschwenkbar ist, wobei der andere Spülhebel ohne das Koppelungselement
ein Mitnahmeelement aufweist, welches mit der Klinke eine Rastverbindung eingeht.
[0015] Vorzugsweise ist das Abtriebselement bei der Bewegung von der Ruheposition in die
Vollmengenspülposition bzw. in die Teilmengenspülposition mit dem Vollmengenspülhebel
oder dem Teilmengenspülhebel in den Eingriff bringbar. In der Ruheposition steht das
Abtriebselement des Antriebes folglich nicht mit dem Spülhebel in Verbindung und greift
dann nach erfolgter Betätigung am Spülhebel an. Unmittelbar nach Erreichen der gewünschten
Spülposition ist das Abtriebselement in die Ruhelage bewegbar, wodurch die Verbindung
zwischen Abtriebselement und Spülhebel wieder aufhebbar ist. Die Ablaufgarnitur wird
über entsprechende Spüleinheiten, wie beispielsweise eine Vollmengenspüleinheit oder
eine Teilmengenspüleinheit solange offen gehalten, bis die gewünschte Spülmenge aus
dem Spülkasten entnommen wurde.
[0016] Vorzugsweise greift das Abtriebselement des Antriebes an einem am Vollmengenspülhebel
oder am Teilmengenspülhebel angeformten Hebelabschnitt an.
[0017] Vorzugsweise wird das Schaltelement durch einen Anschlag bereitgestellt, an welchem
das Koppelungselement bei der Bewegung ansteht, wobei bei Erreichen des Anschlages
die Verbindung zwischen Vollmengenspülhebel und Teilmengenspülhebel aufhebbar ist.
[0018] Eine Spülkastenanordnung umfasst eine Betätigungsvorrichtung nach obiger Beschreibung,
einen Spülkasten mit einer einen Innenraum begrenzenden Wand und mit einer die Wand
durchdringenden Einlassöffnung und mit einer die Wand durchdringenden Auslassöffnung
mit einem Ventilsitz und eine Ablaufgarnitur mit einem im Innenraum anhebbaren die
Auslassöffnung in einer Verschlussposition verschliessenden Verschlusskörper, wobei
der Verschlusskörper von der Verschlussposition in eine die Auslassöffnung freigebende
Spülposition bewegbar ist. Die Ablaufgarnitur umfasst eine mit dem Vollmengenspülhebel
betätigbare Vollmengenspüleinheit eine mit dem Teilmengenspülhebel betätigbare Teilmengenspüleinheit,
welche Spüleinheiten mit dem Verschlusskörper in Verbindung stehen. Bei Betätigung
der Teilmengenspülung wird die Vollmengenspüleinheit überbrückt oder nicht betätigt
und bei Betätigung der Vollmengenspülung wird die Teilmengenspüleinheit überbrückt
oder nicht betätigt.
[0019] Weitere Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0020] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung werden im Folgenden anhand der Zeichnungen
beschrieben, die lediglich zur Erläuterung dienen und nicht einschränkend auszulegen
sind. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Darstellung einer Ausführungsform der Betätigungsvorrichtung
zur Betätigung einer Ablaufgarnitur einer Spülvorrichtung;
- Fig. 2a
- eine Seitenansicht der Betätigungsvorrichtung nach Fig. 1 mit einem Detail;
- Fig. 2b
- eine Frontansicht der Fig. 2a;
- Fig. 3a/b
- Ansichten nach Fig. 2a/b, wobei sich Teile Betätigungsvorrichtung in einer anderen
Stellung befinden;
- Fig. 4a/b
- Ansichten nach Fig. 2a/b, wobei sich Teile Betätigungsvorrichtung in einer anderen
Stellung befinden;
- Fig. 5a/b
- Ansichten nach Fig. 2a/b, wobei sich Teile Betätigungsvorrichtung in einer anderen
Stellung befinden;
- Fig. 6
- eine schematische Ansicht einer Ablaufgarnitur;
- Fig. 7
- die schematische Ansicht der Ablaufgarnitur nach Figur 6 während der Vollmengenspülung;
und
- Fig. 8
- die schematische Ansicht der Ablaufgarnitur nach Figur 6 während der Teilmengenspülung.
BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSFORMEN
[0021] In der Fig. 1 wird eine Betätigungsvorrichtung 1 für die Betätigung einer Ablaufgarnitur
einer Spülvorrichtung gezeigt. Die Betätigungsvorrichtung 1 dient dabei zur wahlweisen
Auslösung einer Vollmengenspülung oder einer Teilmengenspülung. Beim Spülvorgang wird
ein Verschlusskörper einer in einem Spülkasten angeordneten Ablaufgarnitur von einem
eine Auslassöffnung umgebenden Ventilsitz angehoben, so dass Spülwasser aus dem Spülkasten
fliessen kann. Der Verschlusskörper wird also von einer die Auslassöffnung verschliessenden
Verschlussposition in eine Spülposition angehoben und wird nach erfolgter Spülwasserentnahme
wieder von der Spülposition in die Verschlussposition bewegt.
[0022] Die Betätigungsvorrichtung 1 umfasst im Wesentlichen einen Vollmengenspülhebel 2
zur Auslösung einer Vollmengenspülung und einen Teilmengenspülhebel 3 zur Auslösung
einer Teilmengenspülung. Bei der Vollmengenspülung wird eine grössere Wassermenge
aus dem Spülkasten entnommen als bei der Teilmengenspülung.
[0023] Die durch die Betätigungsvorrichtung 1 zu betätigende Ablaufgarnitur umfasst, wie
in den Figuren 6 bis 8 gezeigt, für die Betätigung des Verschlusskörpers 51 eine mit
dem Vollmengenspülhebel 2 betätigbare Vollmengenspüleinheit 53 und eine mit dem Teilmengenspülhebel
3 betätigbare Teilmengenspüleinheit 54. Die Spüleinheiten 53 und 54 stehen mit dem
Verschlusskörper 51 in Verbindung und halten den Verschlusskörper 51 solange in der
Spülposition bis die entsprechende Spülwassermenge aus dem Spülkasten entnommen wurde.
[0024] Der Vollmengenspülhebel 2 ist von einer Ruheposition in eine Vollmengenspülposition
bewegbar. Während der Bewegung des Vollmengenspülhebels 2 in die Vollmengenspülposition
wird der Verschlusskörper 51 der Ablaufgarnitur 50 vom Ventilsitz 52 von der Verschlussposition
in die Spülposition angehoben. Die Vollmengenspüleinheit 53 hält dann den Verschlusskörper
51 in der Spülposition bis die entsprechende Spülwassermenge aus dem Spülkasten abgeflossen
ist.
[0025] Der Teilmengenspülhebel 3 ist ebenfalls von einer Ruheposition in eine Teilmengenspülposition
bewegbar. Bei der Teilmengenspülung wird ebenfalls der Verschlusskörper 51 der Ablaufgarnitur
50 von seinem Ventilsitz 52 von der Verschlussposition in die Spülposition angehoben.
In Analogie zur Vollmengenspülung hält die Teilmengenspüleinheit 54 der Ablaufgarnitur
den Verschlusskörper 51 in der Spülposition bis die entsprechende Spülwassermenge
aus dem Spülkasten abgeflossen ist.
[0026] Die Betätigungsvorrichtung 1 umfasst weiterhin einen einzigen Antrieb 4, bevorzugt
in der Gestalt eines Motors 4, mit einem Abtriebselement 5. Das Abtriebselement 5,
welches vom Motor 4 angetrieben wird, greift entweder am Vollmengenspülhebel 2 oder
am Teilmengenspülhebel 3 an und dient zur Bewegung des angetriebenen Spülhebels 2,
3. In der vorliegenden Ausführungsform greift das Abtriebselement 5 an einem Hebelabschnitt
8, welcher sich vom Teilmengenspülhebel 3 weg erstreckt, an. Das Abtriebselement 5
greift hier also am Teilmengenspülhebel 3 an.
[0027] Unter der Ausdrucksweise "angreifen" bzw. "lose angreifen" wird in diesem Zusammenhang
verstanden, dass es keine feste Verbindung zwischen dem Abtriebselement 5 und dem
entsprechenden Spülhebel 2, 3 gibt. Vielmehr dient das Abtriebselement 5 lediglich
dem Anheben des entsprechenden Spülhebels 2, 3 von seiner Ruheposition in die entsprechende
Spülposition. Es herrscht keine feste Verbindung zwischen Verbindungselement 5 und
Spülhebel 2, 3.
[0028] Das Abtriebselement 5 wird bei Bewegung von der Ruheposition in die Vollmengenspülposition
bzw. in die Teilmengenspülposition mit dem Vollmengenspülhebel 2 oder mit dem Teilmengenspülhebel
3 in Eingriff gebracht. In der Ruhelage ist das Abtriebselement 5 nicht im Eingriff
mit den entsprechenden Spülhebeln, was den Vorteil hat, dass die Spülung im Notfall
auch von Hand einfach ausgelöst werden kann. Unmittelbar nach Erreichen der gewünschten
Spülposition wird das Abtriebselement 5 in die Ruhelage zurückbewegt.
[0029] Der Antrieb kann verschiedenartig ausgebildet sein. Bevorzugterweise handelt es sich
um einen Elektromotor 4, insbesondere einen Servomotor. Alternativ kann der Antrieb
auch anderweitig ausgebildet sein, beispielsweise als mechanischer, pneumatischer
oder hydraulischer Antrieb. Nachfolgend wird für den Antrieb stellvertretend die Ausdrucksweise
Motor verwendet, welche alle Arten von geeigneten Antrieben einschliesst.
[0030] Der Motor 4 fährt im Wesentlichen zwei Positionen, nämlich die Teilmengenspülposition
und die Vollmengenspülposition, aus der Ruheposition hinaus an. Nach Erreichen der
entsprechenden Spülposition fährt der Motor 4 dann wiederum in die Ruhelage zurück.
Der Motor 4 wird über entsprechende Kommunikationselemente angesteuert. Die Kommunikationselemente
stehen mit einer nicht gezeigten Betätigungsplatte in Verbindung. Der Benutzer betätigt
die Betätigungsplatte und es wird ein Signal über die Kommunikationsleitungen zum
Motor 4 hin erzeugt. Je nach Betätigung der Betätigungsplatte ist das Signal dann
der Teilmengenspülung oder aber der Vollmengenspülung zugeordnet.
[0031] Bezüglich des Wasserspiegels in einem Spülkasten gesehen, liegen die beiden Spülhebel
auf verschiedenen Höhen, bevorzugterweise liegt der Vollmengenspülhebel oberhalb des
Teilmengenspülhebels. Somit können die beiden Spülpositionen voneinander unterschieden
werden und es ist eine Priorisierung der Spülung möglich.
[0032] Der Teilmengenspülhebel 3 und der Vollmengenspülhebel 2 stehen mit einem Koppelungselement
6 in Verbindung, sodass die Bewegung mit dem mit dem Abtriebselement 5 angetriebenen
Spülhebel 2, 3 auf den anderen vom Abtriebselement 5 losgelösten und nicht direkt
angetriebenen Spülhebel 2, 3 übertragbar ist.
[0033] In der vorliegenden Ausführungsform greift, wie oben bereits erwähnt, das Abtriebselement
5 am Teilmengenspülhebel 3 an. Folglich wird die Bewegung vom Abtriebselement 5 auf
den Teilmengenspülhebel 3 und von diesem dann über das Koppelungselement 6 zum Vollmengenspülhebel
2 übertragen. Weiter ist aufgrund der Koppelung zwischen den beiden Spülhebeln 2,
3 ein einziger Motor vorgesehen. Folglich hebt also ein Abtriebselement 5 beide Spülhebel
2, 3 an und es kann mit diesem einen Element sowie dem Motor 4 sowohl die Vollmenge
als auch die Teilemenge ausgelöst werden. Dadurch wird der mechanische Aufbau einer
Betätigungsvorrichtung wesentlich vereinfacht.
[0034] Im Betrieb, welcher dann weiter unten im Zusammenhang mit den Fig. 2 bis 5 noch detaillierter
erläutert wird, fährt der Motor 4 im Wesentlichen zwei Positionen an. Einerseits die
Teilmengenspülposition und andererseits die Vollmengenspülposition. Kurz nach Erreichen
der entsprechenden Spülposition fährt der Motor 4 dann wieder in die Ausgangslage
zurück und die Ablaufgarnitur wird über die Vollmengenspüleinheit 53 und die Teilmengenspüleinheit
54 offengehalten, bis die entsprechende Spülwassermenge aus dem Spülkasten abgeflossen
ist. Mit anderen Worten heisst dies, dass der Motor 4 zwar der Betätigung der beiden
Spülhebel 2, 3 dient, aber dann nicht dazu dient, die Ablaufgarnitur über die für
die entsprechende Spülung benötigte Zeit offen zu halten. Diese Offenhaltung der Ablaufgarnitur
bzw. wird ausschliesslich durch die Ablaufgarnitur und deren Einheiten 53 und 54 bereitgestellt.
[0035] Weiter umfasst die Betätigungsvorrichtung 1 ein Schaltelement 7. Mit dem Schaltelement
7 kann die durch das Koppelungselement 6 bereitgestellte Koppelung zwischen Teilmengenspülhebel
3 und Vollmengenspülhebel 2 aufgehoben werden. Das Schaltelement 7 kann dabei auf
der Strecke zwischen Ruheposition und Vollmengenspülposition oder aber zwischen Ruheposition
und Teilmengenspülposition liegen. Die Aufhebung der Verbindung zwischen Teilmengenspülhebel
3 und Vollmengenspülhebel 2 hat den Vorteil, dass die beiden Spülhebel, also der Vollmengenspülhebel
2 und der Teilmengenspülhebel 3, voneinander trennbar ausgebildet sind, wodurch die
Funktionalität der Betätigungsvorrichtung 1 erheblich verbessert wird. Dies wird dann
im Zusammenhang mit der Beschreibung der Fig. 2 bis 9 noch im Detail erläutert.
[0036] Das Koppelungselement 6 ist in dieser Ausführungsform zwischen dem Vollmengenspülhebel
2 und dem Teilmengenspülhebel 3 angeordnet. Vorzugsweise steht das Koppelungselement
6 mit dem Teilmengenspülhebel 3 in Verbindung. Das Koppelungselement 6 ist vorzugsweise
drehbar oder verschwenkbar zum entsprechenden Spülhebel gelagert.
[0037] Das Schaltelement 7 wird vorzugsweise durch einen Anschlag 9 bereitgestellt. An diesem
Anschlag 9 steht das Koppelungselement 6 bei der Bewegung an, wobei bei Erreichen
des Anschlages 9 die Verbindung zwischen Vollmengenspülhebel 2 und Teilmengenspülhebel
3 aufhebbar ist.
[0038] Von der Fig. 1 kann weiterhin erkannt werden, dass die Vorrichtung hier ein Lagerungselement
10 umfasst. Das Lagerungselement 10 dient im Wesentlichen der Aufnahme der entsprechenden
Elemente der Betätigungsvorrichtung 1. Das Lagerungselement 10 stellt demnach eine
Aufnahme zur schwenkbaren Lagerung des Vollmengenspülhebels 2 und des Teilmengenspülhebels
3, eine Aufnahme 11 für den Motor 4 und das Schaltelement 7 bzw. den Anschlag 9 bereit.
Vollmengenspülhebel 2 und Teilmengenspülhebel 3 sind dabei drehbar um eine gemeinsame
Mittelachse M in einer Lagerungslasche 12 gelagert.
[0039] Weiter umfasst das Lagerungselement 10 einen optionalen Einhängabschnitt 13, mit
welchem das Lagerungselement 10 in einen Spülkasten einhängbar ist.
[0040] In der vorliegenden Ausführungsform wurde dem einen Spülhebel die Funktion des Vollmengenspülhebels
und dem anderen Spülhebel die Funktion des Teilmengenspülhebels zugeordnet. Die Funktionen
können auch vertauscht werden, so dass der oben als Vollmengenspülhebel bezeichnete
Spülhebel für die Teilmenge vorgesehen ist und umgekehrt.
[0041] Anhand der Fig. 2 bis 5 wird nun die Betätigung der Betätigungsvorrichtung 1 erläutert.
[0042] In der Fig. 2a und der Fig. 2b. befinden sich alle Elemente in der Ruheposition.
Das Abtriebselement 5 steht dabei ausserhalb des Bewegungsraumes der beiden Spülhebel
2, 3. In der Fig. 2a ist zudem der Teilmengenspülhebel 3 im Bereich des Koppelungselementes
6 teilweise geschnitten dargestellt, sodass die Sicht auf das Koppelungselement 6
frei wird.
[0043] Das Koppelungselement 6 steht, wie bereits erläutert, mit dem Teilmengenspülhebel
3 in Verbindung und rastet hier an einem Mitnahmeelement 14, welches mit dem Vollmengenspülhebel
2 in Verbindung steht, ein, sodass die beiden Hebel 2, 3 bei Bewegung miteinander
gekoppelt sind. Dies wird im Detail Z noch genauer gezeigt, wo gut erkannt werden
kann, dass das Koppelungselement 6 hier einen Mitnahmeabschnitt 15 aufweist, welcher
mit dem Mitnahmeelement 14 entsprechend in Verbindung steht, bzw. mit dem Mitnahmeelement
14 einen Eingriff eingeht, sobald sich die beiden Hebel 2, 3 von der Ruhelage in die
Spülposition bewegen.
[0044] In der Fig. 2a kann zudem erkannt werden, dass der Spülhebel, welcher nicht mit dem
Koppelungselement 6 in Verbindung steht, über eine Kulisse 16 verfügt. Diese Kulisse
16 dient dem Koppelungselement 6 als Rückführung nach erfolgter Betätigung. Das Koppelungselement
6 wird über die Kulisse 16 bei der Bewegung von der Spülposition in die Ruheposition
wieder in den Eingriff mit Mitnahmeelement 14 kommen.
[0045] In den Fig. 3a und 3b wird die Position des Abtriebselementes 5 kurz nach der Spülauslösung
gezeigt. Das durch den Motor 4 angetriebene Antriebselement 5 hat sich hier bereits
zum Hebelabschnitt 8 hin verschwenkt und greift an diesem Hebelabschnitt 8 an. Hierbei
hebt das Abtriebselement 5 den Hebelabschnitt 8 an und somit werden Vollmengenspülhebel
2 und auch der Teilmengenspülhebel 3 entsprechend angehoben. Wie oben erläutert ist
der Hebelabschnitt 8 hier am Teilmengenspülhebel 3 angeformt und die Bewegung vom
Teilmengenspülhebel 3 wird über das Koppelungselement 6 auf dem Vollmengenspülhebel
3 übertragen.
[0046] Im Detail Y der Fig. 3a kann zudem weiterhin erkannt werden, dass das Koppelungselement
6 mit dem Mitnahmeelement 14 des Vollmengenspülhebels 2 im Eingriff steht. Hierüber
wird die Bewegung entsprechend übertragen.
[0047] In den Fig. 4a. und 4b wird der Abtriebshebel 5 in der Vollmengenspülposition gezeigt.
Der Vollmengenspülhebel 2 hat also seine Endlage, also die Vollmengenspülposition
2 erreicht. Bezüglich der Ablaufgarnitur mit dem Verschlusskörper sei hiermit erwähnt,
dass die Vollmengenspüleinheit 53 nun ebenfalls die für die Vollmengenspülung bestimmte
Position erreicht hat und somit der Verschlusskörper vom Ventilsitz entsprechend beabstandet
angeordnet ist. Die Schliessung, also die Rückbewegung des Verschlusskörpers auf den
Ventilsitz, erfolgt dabei vorzugsweise niveaugesteuert, das heisst, dass wenn das
Niveau des Spülwassers im Spülkasten ein vorbestimmtes unteres Niveau erreicht hat,
sich der Verschlusskörper selbsttätig zum Ventilsitz hinbewegt.
[0048] Unmittelbar nach Erreichen der Vollmengenspülposition wird der Abtriebshebel 5 wieder
in die Ruhelage zurück bewegt.
[0049] Die Vollmengenspülung erfolgt demnach ohne Entkoppelung zwischen Vollmengenspülhebel
2 und Teilmengenspülhebel 3. Dies ist einerseits aufgrund der Ausbildung der Ablaufgarnitur
möglich, weil die Teilmengenspüleinheit aufgrund deren Anordnung nicht betätigt wurden
oder aber weil die besagten Elemente überbrückt wurden. Andererseits kann, wie dies
in den Figuren gut erkennbar ist, der Vollmengenspülhebel 2 bezüglich des Wasserspiegels
im Spülkasten mit einem Versatz oberhalb des Teilmengenspülhebels 3 liegen. Dieser
Versatz hat die Wirkung, dass die Vollmengenspülung Vorrang gegenüber der Teilmengenspülung
hat, weil bei Erreichen der Vollmengenspülung noch nicht die Teilmengenspülposition
erreicht wurde.
[0050] In den Fig. 5a und 5b wird die Auslösung der Teilmengenspülung entsprechend erläutert.
[0051] Auf dem Weg in die Teilmengenspülposition kommt das Koppelungselement 6 in Kontakt
mit dem Schaltelement 7. Hierbei wird die Koppelung zwischen Vollmengenspülhebel 2
und Teilmengenspülhebel 3 entsprechend aufgehoben. Im Detail W der Fig. 5a kann dies
gut erkannt werden. Der Vollmengenspülhebel 2 kehrt dabei unverzüglich nach der Entkoppelung
der beiden Spülhebel 2, 3 in die Ruheposition zurück. Der Teilmengenspülhebel 3 wird
dann weiter in die Teilmengenspülposition bewegt. Die Teilmengenspüleinheit 54 wird
dann entsprechend betätigt und hält den Verschlusskörper 51 so lange in der oberen
Position, bis die Teilmengenspülung entsprechend erfolgte. Der Teilmengenspülhebel
3 und das Abtriebselement 5 bewegen sich aber unmittelbar nach Erreichen der Teilmengenspülposition
zurück in die entsprechende Ruhelage.
[0052] Bezüglich der Vollmengenspüleinheit 53 sei angemerkt, dass diese entsprechend überbrückt
bzw. nicht zugeschaltet bzw. nicht betätigt wird, wenn die Teilmengenspülung ausgelöst
wird. Das heisst mit anderen Worten, dass beim Überfahren der Vollmengenspülposition
durch den Vollmengenspülhebel 2 die Vollmengenspüleinheit 53 an der Ablaufgarnitur
50 entsprechend ausgeschaltet bzw. überbrückt werden.
[0053] Anhand der Figuren 6 bis 8 wird nun eine beispielhafte Ablaufgarnitur 50, welche
mit der oben beschriebenen Betätigungsvorrichtung betätigbar ist, genauer beschrieben.
Die Ablaufgarnitur 50 kann auch anders ausgebildet sein. In den Figuren 6 bis 8 werden
die Elemente der Betätigungsvorrichtung schematisch gezeigt.
[0054] In der Figur 6 wird die Ablaufgarnitur 50 in der Verschlussstellung gezeigt. Der
Verschlusskörper 51 ist dabei mit dem Ventilsitz 52 des Spülkastens 55 in Kontakt
und befindet sich in der Verschlussposition.
[0055] Unter Bezugnahme auf die Figuren 6 und 7 wird die Vollmengenspülung erläutert. Der
Vollmengenspülhebel 2 greift in eine Lasche 56 der Vollmengenspüleinheit 53. Über
die Vollmengenspüleinheit 53, welche mit dem Verschlusskörper 51 in Verbindung steht,
wird dann der Verschlusskörper 51 vom Ventilsitz 52 angehoben. In der Figur 7 wird
dies verdeutlicht. Bei Auslösung der Spülung wird der Motor 4 betätigt und somit wird
das Abtriebselement 5 wird in die Vollmengenspülposition nach Figur 7 verschwenkt.
Das Abtriebselement 5 wirkt dabei auf den Teilmengenspülhebel 3 und über das Koppelungselement
6 wird die Bewegung auf den Vollmengenspülhebel 2 übertragen. Der Vollmengenspülhebel
2 hebt dann über die Vollmengenspüleinheit 53 den Verschlusskörper 51 an. Unmittelbar
nach Erreichen der Vollmengenspülposition wird das Abtriebselement 5 und der Vollmengenspülhebel
2 wieder in die Ruhelage verschwenkt und die Vollmengenspüleinheit 53 hält den Verschlusskörper
51 in der Spülposition. Hierfür kann die Vollmengenspüleinheit 53 beispielsweise ein
mit einem Schwimmer 57 gekoppeltes Einrastelement umfassen. Das Einrastelement stellt
für den Verschlusskörper 51 in der Vollmengenspülposition einen Anschlag gegen die
Bewegung in Richtung Ventilsitz 52 bereit. Sobald dann das Wasser im Spülkasten unter
den Schwimmer 56 abgesunken ist, fällt dessen Auftriebskraft durch das Wasser weg
und das Einrastelement wird betätigt, so dass der Anschlag für den Verschlusskörper
51 wegfällt und sich dieser in die Verschlussposition bewegt.
[0056] Bei der Vollmengenspülung wird gleichermassen die Teilmengenspüleinheit 53 angehoben.
Der Hub der Teilmengenspüleinheit 53 ist hier aber zu klein, als dass die Teilmengenspüleinheit
53 betätigbar bzw. zuschaltbar wäre. Wenn der Hub bei der Vollmengenspülung grösser
wäre, so würde die Teilmengenspüleinheit 53 nicht zugeschaltet werden.
[0057] Anhand der Figuren 6 und 8 wird die Teilmengenspülung erläutert. Der Teilmengenspülhebel
3 greift in eine Lasche 58 der Teilmengenspüleinheit 54. Über die Teilmengenspüleinheit
54, welche mit dem Verschlusskörper 51 in Verbindung steht, wird dann der Verschlusskörper
51 vom Ventilsitz 52 angehoben. In der Figur 8 wird dies verdeutlicht. Bei Auslösung
der Spülung wird der Motor 4 betätigt und somit wird das Abtriebselement 5 in die
Teilmengenspülposition nach Figur 8 verschwenkt. Das Abtriebselement 5 wirkt dabei
auf den Teilmengenspülhebel 3 und über das Koppelungselement 6 wird die Bewegung auch
auf den Vollmengenspülhebel 2 übertragen. Bei Erreichen des Schaltelementes 7 bzw.
des Anschlags 9 wird die Koppelung zwischen Vollmengenspülhebel 2 und Teilmengenspülhebel
3 aufgehoben. Der Teilmengenspülhebel 3 wird weiter durch das Abtriebselement 5 in
die Teilmengenspülposition bewegt und der Vollmengenspülhebel 2 bewegt sich selbsttätig
in die Ruhelage zurück. Die Vollmengenspüleinheit 53 wird hier nicht aktiviert bzw.
zugeschaltet, obwohl die Vollmengenspülposition bei der Bewegung des Verschlusskörpers
51 passiert wird. Unmittelbar nach Erreichen der Teilmengenspülposition wird das Abtriebselement
5 wieder in die Ruhelage verschwenkt und die Teilmengenspüleinheit 54 hält den Verschlusskörper
51 in der Spülposition. Hierfür kann die Teilmengenspüleinheit 54 beispielsweise ein
mit einem Schwimmer 59 gekoppeltes Einrastelement 60 umfassen. Das Einrastelement
stellt für den Verschlusskörper 51 in der Teilmengenspülposition einen Anschlag gegen
die Bewegung in Richtung Ventilsitz 52 bereit. Sobald dann das Wasser im Spülkasten
unter den Schwimmer 59 abgesunken ist, fällt dessen Auftriebskraft durch das Wasser
weg und das Einrastelement wird betätigt, so dass der Anschlag für den Verschlusskörper
51 wegfällt und sich dieser in die Verschlussposition bewegt.
[0058] Der Schwimmer 59 könnte auch ein Schliessgewicht sein, wobei dann die Funktion der
Vorrichtung etwas anders wäre.
[0059] Für die Ausschaltung der Vollmengenspüleinheit 53 bzw. der Teilmengenspüleinheit
54 sind die Spüleinheiten 53, 54 beispielsweise mit einem Schaltorgan versehen, welches
an einem vorzugsweise ortsfest im Spülkasten 55 stehenden Gegenstück einrastet, so
dass die entsprechende Spülung nicht betätigt wird.
[0060] Vollmengenspülung und Teilmengenspülung an der Ablaufgarnitur können auch anhand
der Vorrichtung
EP 0 722 020 ausgeführt sein.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0061]
- 1
- Betätigungsvorrichtung
- 2
- Vollmengenspülhebel
- 3
- Teilmengenspülhebel
- 4
- Motor, Servomotor
- 5
- Abtriebselement
- 6
- Koppelungselement
- 7
- Schaltelement
- 8
- Hebelabschnitt
- 9
- Anschlag
- 10
- Lagerungselement
- 11
- Aufnahme
- 12
- Lagerungslasche
- 13
- Einhängabschnitt
- 14
- Mitnahmeelement
- 15
- Mitnahmeabschnitt
- 16
- Kulisse
- 50
- Ablaufgarnitur
- 51
- Verschlusskörper
- 52
- Ventilsitz
- 53
- Vollmengenspüleinheit
- 54
- Teilmengenspüleinheit
- 55
- Spülkasten
- 56
- Lasche
- 57
- Schwimmer
- 58
- Lasche
- 59
- Schwimmer
- 60
- Einrastelement
- 60
- Einrastelement
- 61
- Innenraum
- 62
- Wand
- 63
- Auslassöffnung
1. Betätigungsvorrichtung (1) für die Betätigung einer Ablaufgarnitur einer Spülvorrichtung
zur wahlweisen Auslösung einer Vollmengenspülung oder einer Teilmengenspülung durch
Anheben eines Verschlusskörpers der Ablaufgarnitur, wobei die Betätigungsvorrichtung
(1) einen Vollmengenspülhebel (2) zur Auslösung einer Vollmengenspülung und einen
Teilmengenspülhebel (3) zur Auslösung einer Teilmengenspülung umfasst,
wobei der Vollmengenspülhebel (2) von einer Ruheposition in eine Vollmengenspülposition
bewegbar ist und der Teilmengenspülhebel (3) von einer Ruheposition in eine Teilmengenspülposition
bewegbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Betätigungsvorrichtung (1) weiterhin einen einzigen Antrieb, bevorzugt einen
Motor (4), mit einem Abtriebselement (5) umfasst, welches Abtriebselement (5) entweder
am Vollmengenspülhebel (2) oder am Teilmengenspülhebel (3) während der Bewegung lose
angreift und zur Bewegung des angetriebenen Spülhebels (2, 3), vorzugsweise entgegen
der Schwerkraft, dient, und
dass Teilmengenspülhebel (3) und Vollmengenspülhebel (2) mit einem Koppelungselement (6)
miteinander in Verbindung stehen, so dass die Bewegung des mit dem Abtriebselement
(5) angetriebenen Spülhebels (2, 3) auf den anderen vom Abtriebselement (5) losgelösten
Spülhebel (3, 2) übertragbar ist.
2. Betätigungsvorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) weiterhin ein Schaltelement (7) umfasst, mit welchem die durch
das Koppelungselement (6) bereitgestellte Verbindung zwischen Teilmengenspülhebel
(3) und Vollmengenspülhebel (2) aufhebbar ist, wobei das Schaltelement (7) auf der
Strecke zwischen Ruheposition und Vollmengenspülposition oder zwischen Ruheposition
und Teilmengenspülposition liegt.
3. Betätigungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Abtriebselement (5) bei der Bewegung von der Ruheposition in die Vollmengenspülposition
bzw. in die Teilmengenspülposition mit dem Vollmengenspülhebel (2) oder dem Teilmengenspülhebel
(3) in den Eingriff bringbar ist und dass unmittelbar nach Erreichen der gewünschten
Spülposition das Abtriebselement (5) in die Ruhelage bewegbar ist.
4. Betätigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wegstrecke des Vollmengenspülhebels (2) von seiner Ruheposition in die Vollmengenspülposition
kleiner ist als die Wegstrecke des Teilmengenspülhebels von dessen Ruheposition in
die Teilmengenspülposition, wobei die Wegstrecke der Spülhebel (2, 3) zum Schaltpunkt
(7) grösser ist als die Wegstrecke des Vollmengenspülhebels (2) von seiner Ruheposition
in die Vollmengenspülposition.
5. Betätigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Abtriebselement (5) des Antriebes (4) an einem am Vollmengenspülhebel (2) oder
am Teilmengenspülhebel (3) angeformten Hebelabschnitt (8) angreift.
6. Betätigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Koppelungselement (6) zwischen dem Vollmengenspülhebel (2) und dem Teilmengenspülhebel
(3) angeordnet ist, wobei das Koppelungselement (6) vorzugsweise mit dem Vollmengenspülhebel
(2) verschwenkbar in Verbindung steht.
7. Betätigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Schaltelement (7) durch einen Anschlag (9) bereitgestellt ist, an welchem das
Koppelungselement (6) bei der Bewegung ansteht, wobei bei Erreichen des Anschlages
(9) die Verbindung zwischen Vollmengenspülhebel (2) und Teilmengenspülhebel (3) aufhebbar
ist.
8. Betätigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei Erreichen der Ruheposition das Koppelungselement (6) mit dem Spülhebel (2, 3),
mit welchem das Koppelungselement (6) nicht in Verbindung steht, wieder einrastet,
so dass die Verbindung zwischen den beiden Spülhebeln (2, 3) wieder herstellbar ist.
9. Betätigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Koppelungselement (6) als Klinke ausgebildet ist, welche zum entsprechenden Spülhebel
(2, 3) verschwenkbar gelagert ist, wobei der andere Spülhebel (3, 2) ohne das Koppelungselement
ein Mitnahmeelement (14) aufweist, welches mit der Klinke eine Rastverbindung eingeht,
wobei diese Rastverbindung entsprechend aufhebbar ist.
10. Betätigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung weiter ein Lagerungselement (10) umfasst, wobei das Lagerungselement
(10) eine Aufnahme zur schwenkbaren Lagerung des Vollmengenspülhebels (2) und des
Teilmengenspülhebels (3), eine Aufnahme (11) für den Motor (4) und gegebenenfalls
das Schaltelement (7) bzw. den Anschlag (9) aufweist und, dass das Lagerungselement
(10) einen optionalen Einhängabschnitt (12) umfasst, mit welchem das Lagerungselement
(10) in einen Spülkasten einhängbar ist.
11. Betätigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Motor (4) ein Servomotor ist, welcher zwei Positionen, nämlich die Teilmengenspülposition
und die Vollmengenspülposition aus der Ruheposition hinaus anfährt.
12. Spülkastenanordnung umfassend eine Betätigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche,
einen Spülkasten (55) mit einer einen Innenraum (61) begrenzenden Wand (62) und mit
einer die Wand (62) durchdringenden Einlassöffnung und mit einer die Wand durchdringenden
Auslassöffnung (63) mit einem Ventilsitz (52), und
eine Ablaufgarnitur mit einem im Innenraum (61) anhebbaren die Auslassöffnung (63)
in einer Verschlussposition verschliessenden Verschlusskörper (51), wobei der Verschlusskörper
(51) von der Verschlussposition in eine die Auslassöffnung freigebende Spülposition
bewegbar ist,
wobei die Ablaufgarnitur (50) eine mit dem Vollmengenspülhebel (2) betätigbare Vollmengenspüleinheit
(53) und eine mit dem Teilmengenspülhebel (3) betätigbare Teilmengenspüleinheit (54)
umfasst, welche Spüleinheiten (53, 54) mit dem Verschlusskörper (51) in Verbindung
stehen,
wobei bei Betätigung der Teilmengenspülung die Vollmengenspüleinheit (53) überbrückt
oder nicht betätigt wird und wobei bei Betätigung der Vollmengenspülung die Teilmengenspüleinheit
(54) überbrückt oder nicht betätigt wird.
13. Spülkastenanordnung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass wenn der Verschlusskörper (51) an der Vollmengenspülposition vorbei in Richtung Teilmengenspülposition
bewegt wird, die Vollmengenspüleinheit (53) mit einem Schaltorgan an einem vorzugsweise
ortsfest im Spülkasten (55) stehenden Gegenstück einrastet, so dass die Vollmengenspülung
nicht betätigt wird, und/oder dass wenn der Verschlusskörper (51) an der Teilmengenspülposition
vorbei in Richtung Vollmengenspülposition bewegt wird, die Teilmengenspüleinheit (54)
mit einem Schaltorgan an einem vorzugsweise ortsfest im Spülkasten (55) stehenden
Gegenstück einrastet, so dass die Teilmengenspülung nicht betätigt wird
14. Spülkastenanordnung nach Anspruch 12 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Teilmengenspülhebel (3) in der Einbaulage bezüglich der Schwerkraft gesehen oberhalb
des Vollmengenspülhebels (2) angeordnet ist, oder dass der Vollmengenspülhebel (2)
in der Einbaulage bezüglich der Schwerkraft gesehen oberhalb des Teilmengenspülhebels
(3) angeordnet ist.