[0001] Die Erfindung betrifft eine Niederschlagswasserbehandlungsvorrichtung mit den Merkmalen
des Oberbegriffs des Anspruchs 1, insbesondere zur Aufnahme von Oberflächenwasser
von Verkehrsflächen.
[0002] Bei versiegelten Verkehrsflächen auf Liegenschaften ist gesetzlich vorgeschrieben,
das anfallende Oberflächenwasser vor Ort versickern zu lassen und eine ungefilterte
Einleitung in die Kanalisation zu vermeiden. Dazu müssen große Muldenbereiche mit
unverdichteten, wasserdurchlässigen Bodenschichten vorgehalten werden. Die Mulden
wiederum müssen durch geeignete Absperrungen gesichert und ständig gepflegt werden;
beispielsweise müssen die oberflächennahen Schichten regelmäßig abgeschält werden,
da sie aufgrund ihrer Filterwirkung zunehmend kontaminiert werden. All dies führt
zu hohen Investitions- und Unterhaltskosten.
[0003] Mit einer gattungsgemäßen Niederschlagswasserbehandlungsvorrichtung, die mit Ihrer
Oberseite flächenbündig eingebaut werden kann, wird der Platzbedarf zur Abführung
des Niederschlagswassers wesentlich reduziert. Es können damit dauerhaft Niederschlagsabflüsse
von stark frequentierten Verkehrsflächen (Kfz-Verkehrsflächen, Start- und Landebahnen
von Flughäfen etc.) abgeleitet werden. Eine solche Vorrichtung ermöglicht die Reinigung
der hindurchgeführten Niederschlagsabflüsse mittels eines Substrats, durch das beispielsweise
mitgeführtes Mineralöl oder Schwermetallionen ausgeschieden, zurückgehalten und/oder
abgebaut werden, so dass das gefilterte Wasser anschließend direkt in Boden oder Grundwasserleiter
versickert oder einem Vorfluter zugeleitet werden kann.
[0004] Die
DE 20 2008 004 861 U1 offenbart eine Niederschlagswasserbehandlungsvorrichtung zur Behandlung von Regenwasser,
das beispielsweise von der Dachentwässerung eines Gebäudes zugeführt wird. Das Wasser
wird direkt in einen mit Öffnungen versehenen Wassereinlaufkörper eingeleitet und
sickert von dort durch eine Substratschicht in ein Halbdrainagerohr im Bodenbereich,
von wo es abgeleitet wird. Der Wassereinlaufkörper setzt sich durch mitgeführten Schmutz
und Schwebstoffe jedoch im Gebrauch zu und kann dann nur durch aufwändiges Spülen
gereinigt werden. Die bekannte Vorrichtung kann zwar für Regenwasser geeignet sein,
das durch eine Rohrleitung direkt in den Wassereinlaufkörper geleitet wird, aber es
ist für die Ableitung von Oberflächenwasser nicht geeignet, da das Filtersubstrat
darin nicht abgedeckt ist und sich somit durch Schlamm, Laub und sonstigen Schmutz
leicht zusetzen kann. Oberflächlicher Schmutz auf dem Substrat kann dann nur aufwändig
von Hand entfernt werden. Bei eingesickerten Schwebstoffen wird sogar ein vollständiger
Austausch des Substrates erforderlich. Friert in der Vorrichtung stehendes Wasser
ein, so bildet die bekannte Niederschlagwasserbehandlungsvorrichtung ein Wasser sperrendes
Element, so dass es zum Rückstau in den Zuführungsleitungen kommt.
[0005] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht somit darin, eine Niederschlagwasserbehandlungsvorrichtung
anzugeben, mit der Oberflächenwasserwasser von Verkehrsflächen gefiltert und dann
abgeleitet werden kann, wobei eine leichte Reinigung der Vorrichtung ermöglicht sein
soll und eine hohe Standzeit des Filtersubstrats gegeben sein soll.
[0006] Diese Aufgabe wird durch eine Niederschlagswasserbehandlungsvorrichtung mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 gelöst.
[0007] Im Vergleich zu bereits bestehenden Niederschlagswasserbehandlungsvorrichtungen ist
die Erfindung dadurch gekennzeichnet, dass auf einfache Wiese zugleich eine Abdeckung
des Substrats und zugleich eine Sedimentationsvorrichtung sowie eine Öl-/Leichtflüssigkeitsabtrennung
bereit gestellt wird, durch die mitgeführte Schmutzfrachten wie z.B. Schwebstoffe/Sedimente
weitgehend abgeschieden werden, so dass weitestgehend nur noch gelöste Schmutzfrachten
oder unter Umständen auch Feinstpartikel mit dem Oberflächenwasser in das Filtersubstrat
gelangen.
[0008] Die erfindungsgemäße Niederschlagswasserbehandlungsvorrichtung ist vorzugsweise optisch
an das Design von Linienentwässerungssystemen angelehnt. Auch andere, beispielsweise
rechteckige oder runde Formen sind ebenfalls denkbar.
[0009] Das Sedimentationsbehältnis kann insbesondere als eine Rinne mit rechteckigem, halbrundem
oder aber auch mit anderen Querschnittsformen wie z.B. mit V-förmigen Querschnitt
ausgestaltet sein, und kann als einzelnes Element oder aus einer Kombination von Wasserführungskonstruktionen
bestehen.
[0010] Sind mehrere kanalähnliche Sedimentationsbehältnisse vorhanden, so können diese einzeln
oder in Gruppen von mehreren Systemen kombiniert im oberen Bereich einer Niederschlagswasserbehandlungsvorrichtung
positioniert werden.
[0011] Erfindungswesentlich ist, dass ein Tauchwandelement vorgesehen ist, das in die Sedimentationbehältnisse
eingreift, so dass sich ein Steigkanal ausbildet. Hierdurch werden sedimentierbare,
feste Stoffe ebenso wie flotierende, flüssige Stoffe in den Sedimentationsbehältnissen
abgeschieden. Das Tauchwandelement kann fest eingebaut sein, ist vorzugweise aber
für bessere Wartungs- bzw. Inspektionsvorgänge vorzugsweise abnehmbar.
[0012] Vorzugsweise schließt die erfindungsgemäße Niederschlagswasserbehandlungsvorrichtung
die Funktion des Schutzes vor Einfrieren der in der Sedimentationsstufe integrierten
Tauchwand bzw. des Steigkanals zwischen dem Sedimentationsbehältnis und Tauchwand
ein. Dazu sind in der Sedimentationsbehältnis Abströmduchführungen vorgesehen, die
mit Filter-/Koaleszenzgewebe überdeckt bzw. ausgefüllt sind. Durch das Filtergewebe
wird die Durchflussgeschwindigkeit stark gebremst, so dass das Niederschlagwasser
bevorzugt an der Tauchwand vorbei über die Überströmkanten an den Sedimentationsbehältnis
n ins Substrat fließt und weniger durch die Abströmdurchführungen in den Sedimentationsbehältnis
n.
[0013] Jedoch ermöglichen die Abströmdurchführungen eine Funktion der Niederschlagswasserbehandlungsvorrichtung
auch dann, wenn der angestaute Niederschlagsabfluss nach Abklingen des Regenereignisses
und nach Rückgang der Außentemperatur einfriert. Der Anstauraum in dem Sedimentationsbehältnis
kann sich selbstständig über die Abströmvorrichtung entleeren. Dies geschieht jedoch
in der Form, dass die Sedimente und auch Öle und Leichtflüssigkeiten welche in der
Sedimentationsstufe zurückgehalten wurden nicht mit ausgetragen werden. Gesteuert
wird dieser Vorgang über die hydraulische Durchlässigkeit der Abströmvorrichtung sowie
über die verbleibende Anstauhöhe in der Sedimentationsstufe. Zwischen der Oberseite
des Substrats und den Unterseiten des Sedimentationsbehältnisses bzw. den dort möglicherweise
angebrachten Diffusorelementen sollte bevorzugt ein Luftraum bestehen, damit die unten
in den Sedimentationsbehältnissen vorzugsweise eingebrachten Abströmdurchführungen
nicht selbst einfrieren.
[0014] Die Niederschlagswasserbehandlungsvorrichtung nach der Erfindung kann sowohl einzeln
oder auch in Kombination mit weiteren Behandlungsanlagen eingesetzt werden, beispielsweise
zu einem Strang kombiniert werden.
[0015] Vorteilhaft ist, wenn die Verbindung der einzelner Behandlungsanlagen miteinander
formschlüssig erfolgt und keine Bypässe entstehen lässt, welche den Niederschlagsabfluss
ungereinigt bzw. unbehandelt durch das die Niederschlagswasserbehandlungsanlage gelangen
lässt. Dies gilt gleichermaßen im Bereich der Anstöße der einzelnen Einlaufbauwerke,
Substratschichten, Trennelemente sowie Abflussbereiche.
[0016] Vorzugsweise ist eine Inspektionsöffnung vorgesehen, so dass eine Einsicht in den
Ablaufkanal bzw. eine Reinigungsmöglichkeit desselben ermöglicht ist. Diese kann sowohl
fest verschlossen werden als auch als unverschlossen als Notüberlauf genutzt werden.
[0017] Die Niederschlagswasserbehandlungsanlage kann darüber hinaus auch in Kombination
mit Standard-Linienentwässerungssystemen kombiniert werden, welche nur eine Niederschlagswasserführungs-
oder Niederschlagswassersammlungsfunktion aufweisen. In diesem Fall kann das Niederschlagswasser
sowohl über die Abwasserbehandlungsanlage und oder über die Linienentwässerungsrinnenkonstruktionen
der Sedimentationszone zugeführt werden.
[0018] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindungen werden unter Bezug auf das in
den Zeichnungen dargestellte Ausführungsbeispiel näher erläutert. Die Figuren zeigen
im Einzelnen:
- Fig. 1
- einen Schnitt durch eine Niederschlagswasserbehandlungsanlage;
- Fig. 2
- die Niederschlagswasserbehandlungsanlage in perspektivischer Ansicht von vorn und
- Fig. 3
- ein Sedimentationsbehältnis mit Dififusorelementen in perspektivischer Ansicht.
[0019] Figur 1 zeigt einen Schnitt durch eine Niederschlagswasserbehandlungsvorrichtung
100. Sie besteht im dargestellten Ausführungsbeispiel aus einem rinnenförmigen Gehäuse
10 mit U-förmigem Profilquerschnitt. Der Niederschlagsabfluss wird über ein speziell
gestaltetes Einlaufgitter 13 in die Abwasserbehandlungsanlage 100 eingeleitet. Das
Einlaufgitter 13 ist vorzugsweise so konzipiert, dass eine Verstopfung des Systems
weitestgehend verhindert wird. Hierzu sind die Öffnungen so gestaltet, dass eine Querschnittsvergrößerung
von der Einlaufseite zur Ablaufseite des Gitters 13 erfolgt. Grobe Schmutzpartikel,
welche im Flächenabfluss enthalten sein können und in das Einlaufgitter 13 gelangen,
wie beispielsweise Laub, werden in das System hinein getragen, ohne dass das Einlaufgitter
13 verblockt. Das Einlaufgitter 13 kann sowohl aus Metall, z.B. Guss, Edelstahl oder
Zinkblech, oder aus Kunststoffen gebildet sein. Das Einlaufgitter 13 bietet auch eine
stabile Abdeckung, die von Fahrzeugen überfahren werden kann. Sofern ein Betreten
und Befahren durch andere Maßnahmen ausgeschlossen ist, kann die Niederschlagswasserbehandlungsvorrichtung
100 auch ohne ein Einlaufgitter 13 zum Einsatz gelangen.
[0020] Der durch das Einlaufgitter 13 vorgefilterte und von Grobschmutzstoffen befreite
Niederschlagsabfluss gelangt dann in den Sedimentationsbereich, deren Sedimentationsbehältnisse
hier beispielhaft durch zwei Sedimentationsrinnen 11 gebildet wird. Hierin wird der
vorgereinigte Regenwasserabfluss angestaut. Stoffe, welche bedingt durch ihr Gewicht
zur Sedimentation neigen, lagern sich am Boden der Sedimentationsbehältnisse 11 ab.
Ferner werden sich in diesem Bereich ebenfalls partikulär an das Sediment angelagerte
Schwermetalle abscheiden. Der durch die Sedimentationsrinnen 11 gebildete Sedimentationsbereich
ist im oberen Bereich der Niederschlagswasserbehandlungsvorrichtung 100 positioniert.
Der Sedimentationsbereich ist dadurch über den Einlaufrost 13 sehr leicht zugänglich
und kann ohne weitere Hilfsmittel gereinigt werden.
[0021] Außerdem decken die oberhalb einer Substratschicht 16 positionierten Sedimentationsrinnen
11 das Substrat bereits weitgehend ab. In der Mitte zwischen den Sedimentationsrinnen
11 wird die Lücke in der Abdeckung durch ein Tauchwandelement 20 vervollständigt.
Damit ist das Substrat 16 auch vor schwallartig einlaufendem Wasser geschützt.
[0022] Das Tauchwandelement 20 greift mit einem Profilschenkel 21 in die Sedimentationsrinnen
11. Bei dem in Figur 1 gezeigten Ausführungsbespiel ist ein gemeinsames Tauchwandelement
20 für beide Sedimentationsrinnen 11 vorgesehen. Es besitzt eine U-förmige Profilform.
Zwischen den aufragenden Profilschenkeln 21 und den innen liegenden, zueinander gewandten
Seitenkanten der Sedimentationsrinnen 11, die als Überströmkanten ausgebildet sind,
indem sie etwas tiefer ausgebildet sind, als die jeweilige andere Seitenkante, wird
ein vertikaler Steigkanal 14 ausgebildet. Wasser kann also nur durch den Steigkanal
14 in das Substrat 16 abfließen. Öle, Leichtflüssigkeiten oder sonstige an der Oberfläche
des angestauten Niederschlagsabflusses mitgeführte Schmutzfrachten bleiben in der
Sedimentationsrinne 11 zurück und werden dort mit der Reinigung entfernt oder gelangen
in einen weiteren Ablauf am Ende der jeweiligen Sedimentationsrinne 11, wo sie aufgefangen
werden können. Es wird somit eine effektive Öl-Leichtflüssigkeitsabscheidefunktion
bereitgestellt.
[0023] Die Niederschlagsabflüsse gelangen so in bereits vorgereinigter Form den Steigkanal
14 und fließen über die Überlaufkante der Sedimentationsrinne in den inneren Überlaufbereich,
wo sie in die Substratschichten 16, 17 einsickern.
[0024] Über die Überströmkante abfließendes Wasser benetzt, sofern es nicht schwallartig
über die Überströmkante schwappt, nur die Unterseite der Sedimentationsrinne und tropft
an deren tiefstem Punkt ab. Damit würde das Substrat 16 aber immer nur entlang von
zwei bzw. einer - je nach Zulauf aus der angeschlossenen Fläche - Linien unterhalb
der Mitten der Sedimentationsrinnen 11 beaufschlagt. Um eine flächigere Ausbringung
des über den Steigkanal 14 ablaufenden Niederschlagsabflusses zu gewährleisten und
damit das Substrat flächig und nicht nur punktuell mit Niederschlagswasser zu beaufschlagen,
sind bevorzugt Diffusorelemente 13 über die Länge der Sedimentationsrinnen 11 angeordnet,
wie insbesondere Figur 2 zeigt. Die Diffusorelemente 13 sind in diesem Ausführungsbeispiel
als separate Elemente vorgesehen, die mit Abstand zueinander längs der Mittelachse
der Sedimentationsrinne 11 angeordnet sind. Möglich ist auch, die Unterseite der Sedimentationsrinnen
entsprechend zu gestalten und eine Diffusorfunktion zu integrieren.
[0025] Die Anordnung der Diffusorelemente 13 entlang der Sedimentationsrinne ist in Figur
3 dargestellt. Die Diffusorelemente 13 besitzen jeweils eine untere Ablaufkante, die
unterhalb der Sedimentationsrinne 11 liegt und insbesondere horizontal verläuft, so
dass das Abtropfen des Wassers nicht nur punktuell, sondern über eine größere Breite
quer zur Längserstreckung der Sedimentationsrinnen 11 erfolgt. Die Diffusorelemente
können auch noch dichter aneinander gesetzt sein und sie können zudem schwalbenschwanzförmig
profiliert sein oder sich auffächern, um eben einen größeren Flächenbereich des daruter
liegenden Substrats zu überspannen. Die Diffusorelemente 13 haben in etwas die Form
eines Rinnenhakens eine Dachrinne. Da sie ähnlich wie die Rinnenhaken bei der Dachrinne
die Sedimentationsrinne von außen umgreifen, können Sie auch neben der Verteilung
des abtropfenden Wassers eine mechanische eine Halterungsfunktion besitzen.
[0026] Die obere Substratschicht 16 kann mit einer zusätzlichen wasserdurchlässigen Abdeckung,
beispielsweise aus einem Geotextil, versehen sind, um auch bei schwallartig durch
den Überlaufbereich fließendem Wasser, das möglicherweise Sedimente mitreißt, die
Verunreinigung des Filtersubstrats 16, 17 zu verhindern und dessen Standzeit zu erhöhen.
[0027] Der Aufbau der Substratzone selbst setzt sich aus mindestens einer oder mehreren
Substratschichten 16, 17 zusammen. Der Niederschlagsabfluss wird auf die Oberfläche
der oberen Substratzone 16 oder direkt in die Substratzone 16 eingetragen. Je nach
Anforderungen werden eine oder mehrere Substratschichten 16, 17 übereinander eingebaut.
Kommen mehrere Substratschichten 16, 17 zum Einsatz, so sind diese in ihrer Reinigungswirkung
aufeinander abgestimmt.
[0028] Vorzugsweise wird in der ersten Substratschicht 16 die organische Behandlung des
Niederschlagsabflusses sichergestellt und in der zweiten, nachgelagerten Substratschicht
17 wird die Schwermetalladsorption sichergestellt.
[0029] Der Substratbereich kann hierbei sowohl als einlagige oder mehrlagige, freigeschüttete
oder auch in einem zusätzlichen Trägerelement eingebrachte Substratzone darstellen.
Als Trägerelement kann hier sowohl ein Kunststoffgehäuse als auch eine Art Geonetz/Geogewebe
zum Einsatz gelangen. Wichtig hierbei ist es, dass der Übergang zwischen zwei Substratabschnitte
in Längsrichtung schlüssig erfolgt und keinen Bypass eröffnet.
[0030] Das Substrat selbst bzw. die Substratträgerelemente werden in der Niederschlagswasserbehandlungsvorrichtung
100 durch ein unterhalb der unteren Substratzone 17 eingebrachtes Trennelement 18
vom Ablaufkanal 19 getrennt. Das Trennelement 18 weist mindestens eine, in der Regel
aber mehrere bis zu einer Vielzahl von Öffnungen zwischen Substratzone 17 und Ablaufkanal
19 auf. Das Trennelement kann hierbei unterschiedliche geometrische Formen aufweisen.
Es kann beispielsweise als Gitter oder als Lochblech ausgebildet sein.
[0031] Je nach Wahl des Trennelements 18 und dessen Ausführung wird das Trennelement 18
vorzugsweise noch ein- oder mehrseitig mit einem Gittergewebe oder Trennvlies bedeckt.
Hierdurch werden auch kleine Substratpartikel zurückgehalten und nicht aus der Substratzone
ausgespült.
[0032] Der Ablaufkanal 19 ist aufgrund der Anordnung des Trennelements 18 darüber völlig
frei durchströmbar. Ein geringes Gefälle reicht somit aus, um das gefilterte Wasser
zu einer Stirnseite der Niederschlagswasserbehandlungsvorrichtung 100 abzuleiten,
wo es über Rohrleitungen anderweitig verteilt werden kann.
[0033] Die Niederschlagswasserbehandlungsvorrichtung 100 weist vorzugsweise einen Reinigungs-
und Inspektionskanal 23 auf. So ist es über den Inspektionskanal 23 möglich, direkt
oder mittels eines geeigneten Sichtgeräts wie einer Kamera- und Spüleinrichtung in
den Ablaufkanal 19 der Abwasserbehandlungsanlage hineinzusehen und gegebenenfalls
eine Reinigung vorzunehmen. Die Inspektion kann durchgeführt werden, ohne das Substrat
16, 17 vorher entnehmen zu müssen.
1. Niederschlagwasserbehandlungsvorrichtung (100) wenigstens umfassend:
- ein nach oben offenes Gehäuse (10),;
- wenigstens ein Zulaufelement, das in einem oberen Bereich des Gehäuses (10) angeordnet
ist;
- ein Einlaufgitter (30), das das Zulaufelement überdeckt und dadurch gekennzeichnet,
- dass das Zulaufelement ein nach oben offenes Sedimentationsbehältnis (11) ausgebildet
ist, wobei wenigstens eine Seitenkante des Sedimentationsbehältnisses (11) zumindest
über einen Teil seiner Länge mit einer Überströmkante versehen ist,
- dass ein Tauchwandelement (20) mit wenigstens einem Profilschenkel (21) als Tauchwand
vorgesehen ist, die in die Sedimentationsrinne (11) eintaucht und deren Unterkante
unterhalb der Überströmkante verläuft, wobei zwischen dem Profilschenkel (21) des
Tauchwandelements (20) und dem Sedimentationsbehältnis (11) ein vertikaler Steigkanal
(14) ausgebildet ist,
- und dass die Oberseite der Substratschicht (16, 17) im Gehäuse (10) von der Sedimentationsbehältnis
(11) und dem Tauchwandelement (20) überdeckt ist.
2. Niederschlagwasserbehandlungsvorrichtung (100) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Sedimentationsbehältnisse (11) nebeneinander in einem oberen Bereich des Gehäuses
(10) angeordnet sind, wobei deren Überströmkanten einander zugewandt in einem mittleren
Bereich des Gehäuses (10) angeordnet sind und dass das Tauchwandelement (20) U-förmig
ausgebildet ist, wobei jeweils einer der seitlichen Profilschenkel (21) in ein Sedimentationsbehältnis
(11) eintaucht.
3. Niederschlagwasserbehandlungsvorrichtung (100) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass im Gehäuse (10) unterhalb des Zulaufelements eine Substratschicht (16, 17) angeordnet
ist.
4. Niederschlagwasserbehandlungsvorrichtung (100) nach Anspruch 3 dadurch gekennzeichnet, dass unter dem Substrat (16, 17) wenigstens ein quer im Gehäuse (10) angeordnetes Trennelement
(18) vorgesehen ist, unter welchem ein Ablaufkanal (19) im Bodenbereich des Gehäuses
(10) ausgebildet ist.
5. Niederschlagwasserbehandlungsvorrichtung (100) nach wenigstens einem der Ansprüche
1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein vertikaler Inspektionsschacht (23) angeordnet ist, der sich durch
das Tauchwandelement (20) und/oder durch die Substratschicht (16, 17) bis in einen
Ablaufkanal (19) im Bodenbereich des Gehäuses (10) erstreckt.
6. Niederschlagwasserbehandlungsvorrichtung (100) nach wenigstens einem der Ansprüche
1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Einlaufgitter (30) Öffnungen aufweist, bei welchen eine Querschnittsvergrößerung
von der oberen Einlaufseite zu der unteren Ablaufseite des Einlaufgitters (30) besteht.
7. Niederschlagwasserbehandlungsvorrichtung (100) nach wenigstens einem der Ansprüche
1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass unter dem Sedimentationsbehältnis (11) wenigstens ein Diffusorelement (13) angeordnet
ist.
8. Niederschlagwasserbehandlungsvorrichtung (100) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Diffusorelement (13) eine Ablaufkante besitzt, die sich quer zur Mittelachse
des Sedimentationsbehältnisses (11) erstreckt.
9. Niederschlagwasserbehandlungsvorrichtung (100) nach wenigstens einem der Ansprüche
1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass im Bodenbereich des Sedimentationsbehältnisses (11) wenigstens eine Abströmdurchführung
(15) mit einem halbdurchlässigen Filterelement vorgesehen ist. Niederschlagwasserbehandlungsvorrichtung
(100) nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Sedimentationsbehältnis (11) als eine langestreckte Rinne ausgebildet ist.
10. Niederschlagwasserbehandlungsvorrichtung (100) nach wenigstens einem der Ansprüche
1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Sedimentationsrinne (11) halbrund ausgebildet ist.