[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Verblinden von Behältern für klinische
Studien.
[0002] Bekanntlich muss für klinische Studien sichergestellt werden, dass die Probanden
unterschiedliche Präparate optisch nicht unterscheiden können. Wenn die unterschiedlichen
Präparate, d.h. also z.B. Verum und Placebo, sich in zwar gleichen Behältern befinden,
aber optische Unterschiede (Farbe, Konsistenz etc.) aufweisen, genügt es, die Behälter
mit einer opaken Umhüllung zu versehen. Wenn aber die Präparatebehälter mit einer
zusätzlichen Kennzeichnung, beispielsweise einer farbigen Verschlusskappe, versehen
sind, genügen die bekannten Verblindungsmassnahmen nicht.
[0003] Für den Zweck dieser Beschreibung werden die Begriffe Behälter oder Präparatebehälter
für kleine Flaschen (engl. Vial) verwendet, in denen üblicherweise Präparate, d.h.
in der Regel flüssige Arzneimittel, für klinische Studien bereitgestellt werden.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Verblindung von Behältern zu ermöglichen,
welche einen gesamten Behälter umfasst und während einer klinischen Studie die Identifikation
des Behälters oder seines Inhalts verunmöglicht.
[0005] Erfindungsgemäss wird dies erreicht durch eine Verblindungsvorrichtung mit den kennzeichnenden
Merkmalen des Anspruchs 1.
[0006] Im Folgenden wird anhand der beiliegenden Zeichnungen ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben. Die Zeichnungen zeigen eine erfindungsgemässe Verblindungsvorrichtung
und verschiedene Phasen der Öffnung des Behälters zum Zweck der Präparatentnahme,
und zwar
- Fig. 1
- eine Schnittdarstellung einer Verblindungshülle mit einem darin befindlichen Behälter
in geschlossenem Zustand,
- Fig. 2
- die Verblindungshülle mit vom Behälter abgenommener Verschlusskapsel
- Fig. 3
- die Verblindungshülle mit weggedrehter Verschlusskapsel
- Fig. 4
- die zur Präparatentnahme bereite Position von Behälter und Verblindungshülle.
[0007] Bei der vorliegend beschriebenen Verblindungshülle handelt es sich um eine steife,
formstabile (engl. hard-shell) Hülle im Gegensatz zu bekannten leicht verformbaren
Umhüllungen.
[0008] Die Verblindungshülle 1 für einen Behälter 2 besteht aus einem Mittelteil 3, einem
am unteren Ende des Mittelteils eingesetzten Boden 4 und einem auf der Oberseite des
Mittelteils angeordneten Deckels 5.
[0009] Der Mittelteil 3 besitzt einen zylindrischen unteren Bereich mit einem Durchmesser,
der grösser ist als der Durchmesser des Behälters. In seinem oberen Bereich ist der
Mittelteil auf einen kleineren Durchmesser verjüngt. Ausserdem ist der obere Bereich
mit seiner Achse lateral gegenüber der Achse des unteren Bereichs versetzt. derart,
dass der Übergang zwischen dem unteren und dem oberen Bereich des Mittelteils auf
einer Seite, in den Figuren links, stark und gegenüber nur geringfügig geneigt ist.
Dazwischen ergibt sich ein gleichmässiger Verlauf der Neigung.
[0010] An der Aussenseite des oberen Bereichs des Mittelteils ist eine umlaufende Nut 6
ausgebildet, die auf der Seite des stark geneigten Übergangs und gegenüber mit je
einer nach unten gerichteten Abzweigung versehen ist. Die Funktion dieser Nut und
ihrer Abzweigungen wird nachfolgend zusammen mit der Funktion des Deckels 5 beschrieben.
[0011] Der Behälter ist exzentrisch auf der Seite des stark geneigten Übergangs des Mittelteils
angeordnet. Zur Fixierung des Halses des Behälters ist unterhalb des oberen Endes
des Mittelteils eine Halterung in der Art eines Zwischenbodens 7 mit einer Öffnung
8 und einer umlaufenden, nach unten gerichteten Schürze 9 ausgebildet, die an der
Seite des stark geneigten Übergangs in die Wand des oberen Bereichs übergeht. Durch
die Öffnung erstreckt sich der Hals des Behälters, wobei dessen Verjüngungsbereich
durch die Unterkante der Schürze gehalten wird.
[0012] Auch die Unterseite des Behälters wird in dieser Position fixiert und zwar durch
den Boden 4, der zu diesem Zweck einerseits eine nach oben gerichtete Verdickung 10
besitzt, durch welche der Behälter nach oben gegen die Unterkante der Schürze gedrückt
wird, und der andererseits mit einem aufragenden Rand 11 zur seitlichen Fixierung
des Behälters versehen ist. Der Boden wird nach dem Einbringen des Behälters in die
untere Öffnung des Mittelteils eingepresst.
[0013] Behälter, deren Durchmesser über ihre gesamte axiale Länge nicht oder nur unwesentlich
grösser ist als derjenige der Verschlusskapsel, können nicht auf diese Weise in der
Hülle fixiert werden. Um sie dennoch axial zu fixieren, können im Inneren der Hülle
geeignete Stege angeordnet und/oder die Hülle z.B. aus zwei in Längsrichtung getrennten
Halbschalen bestehen.
[0014] Der Deckel 5 besteht aus einem der oberen Öffnung des Mittelteils entsprechenden,
ebenen Abdeckteil 12 und einer nach unten gerichteten, den oberen Rand des Mittelteils
umgreifenden Schürze 13. Nahe der unteren Kante der Schürze sind zwei einender gegenüber
angeordnete, nach innen gerichtete Nocken 14 ausgebildet, die in die weiter oben beschriebene
Nut 6 eingreifen. Durch diesen Eingriff ist der Deckel mit dem Mittelteil verbunden.
Wenn die Nocken in die nach unten gerichteten Abzweigungen eingreifen kann der Deckel
in Bezug auf den Mittelteil axial bewegt werden. In seiner oberen Position kann der
Deckel gegenüber dem Mittelteil verdreht werden, indem die Nocken in der umlaufenden
Nut geführt werden.
[0015] Auf der Unterseite des ebenen Abdeckteils 12 sind mehrere Greifelemente 15 in der
Form von Haken angebracht, welche die Verschlusskappe des Behälters untergreifen.
Im gleichen Abstand wie die Achse des Behälters von der Achse des oberen Bereichs
des Mittelteils befindet sich, um 180° winkelversetzt angeordnet, eine Entnahmestelle,
im vorliegenden Fall eine mit einer rohrförmig nach unten gerichteten Verlängerung
17 versehene Durchgangsöffnung 16, für eine Entnahmenadel zur Entnahme einer Präparatmenge
aus dem Behälter. Die Durchgangsöffnung kann je nach Anwendung durch einen elastischen
Stopfen oder dergl. verschlossen sein, der zur Entnahme mit der Nadel durchstochen
wird.
[0016] Die in Fig. 1 gezeigte Anordnung stellt die Situation des verblindeten Behälters
für Lagerung, Transport etc., d.h. für die Bereitstellung zum Zweck einer klinischen
Studie, dar. Die Nocken des Deckels befinden sich an den unteren Enden der Abzweigungen
von der umlaufenden Nut. Um eine Präparatmenge zu entnehmen, wird nun ausgehend von
der Situation gemäss Fig. 1 der Deckel, wie in Fig. 2 gezeigt, soweit angehoben, bis
die Nocken 14 auf die Höhe der umlaufenden Nut gelangen. Mit dem Anheben des Deckels
wird durch die Greifelemente die Verschlusskappe vom Behälter abgehoben. Als nächster
Schritt wird der Deckel mit der vom Behälter abgenommenen Verschlusskapsel, wie in
Fig. 3 gezeigt, um 180° verdreht, so dass sich die Verschlusskapsel weitest möglich
seitlich von der Öffnung des Behälters und gleichzeitig die Durchgangsöffnung sich
über der Öffnung des Behälters befindet. Durch die Drehung um 180° befinden sich die
Nocken wieder über den Abzweigungen der Nut, so dass der Deckel, wie in Fig. 4 gezeigt,
wieder axial nach unten bewegt werden kann, um die erreichte Position zu fixieren.