[0001] Die Erfindung betrifft ein Fundamentsystem, insbesondere zur Sanierung oder zum Neubau
von Trockenmauern an Steilhängen, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1, einen Fundamentstein
zum Aufbau einer Trockenmauer gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 13; einem Bausatz
zur Errichtung eines Fundamentsystems gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 21 und eine
Trägerplatte gemäß Anspruch 22.
[0002] Trockenmauern, insbesondere Weinbergmauern, die üblicherweise als traditionelle Stützmauer
nicht nur in Weinbergen, sondern allgemein als Gestaltungselement im Garten- und Landschaftsbau
zum Einsatz kommen, sind grundsätzlich bekannt. Trockenmauern zeichnen sich durch
ein Mauerwerk aus, welches aus Natursteinen ohne Zuhilfenahme von Mörtel errichtet
wurde. Insbesondere im landschaftlichen Terrassenbau, beispielsweise in terrassierten
Weinbaugebieten, kommen derartige Trockenmauern zum Einsatz, da sie neben ihrer höheren
Stabilität und der naturnahen Gestaltung verschiedene weitere Vorteile aufweisen.
Bei dem Bau solcher Mauern, die insbesondere zur Befestigung von Steilhängen, wie
beispielsweise eines Weinberges dienen, ergeben sich einige spezifische Probleme,
die auf die Besonderheiten des Mauerbaus am Steilhang zurückzuführen sind. Generell
müssen Trockenmauern, insbesondere Weinbergmauern, eine hohe Haltbarkeit von vorzugsweise
mindestens 50 Jahren aufweisen. Ausschlaggebend für die Haltbarkeit einer Trockenmauer
ist neben dem sachgerechten Aufbau der Mauer auch deren Fundament. Jede Mauer benötigt
für einen sicheren Aufbau und eine entsprechende Standsicherheit ein Fundament. Das
Fundament nimmt die auf ihm ruhenden Lasten auf und gibt sie an den Baugrund weiter.
Der Einsatz von bewehrten Betonfundamenten ist dabei nicht möglich, insbesondere dann
nicht, wenn eine Trockenmauer in schwer zugänglichen Lagen wie in einem Weinberg errichtet
werden soll. Darüber hinaus ist es bei einer sanierungsbedürftigen Trockenmauer häufig
notwendig, dass nicht nur die alte Mauer, sondern zusätzlich das Fundament, auf dem
die Mauer errichtet wurde, abgetragen wird. Zur Errichtung einer besonders haltbaren
Mauer war es bislang üblich, "schwere Steine" als sogenannte "Fundamentsteine" einzugraben,
auf welchen die Mauer errichtet wurde. Bei der Sanierung dieser Mauern ergibt sich
das Problem, dass diese "schweren Steine" teilweise nicht mehr vorhanden oder aber
schwer zu beschaffen sind. Andererseits sollte das Höchstgewicht der Fundamentsteine
25 Kg nicht übersteigen, weil sonst bei der händischen Verlegung der Steine mit Gesundheitsschäden
zu rechnen ist. Aus Gründen der Einfachheit, werden die Mauern gelegentlich auch auf
Betonplatten aufgesetzt, was jedoch nachteilig für die Haltbarkeit der Mauer ist.
Nicht nur der Sanierungsbedarf von bestehenden Trockenmauern ist in den letzten Jahren
gestiegen, sondern generell werden Trockenmauern als Neubauobjekte in letzter Zeit
zunehmend beliebter.
[0003] Zusammenfassend geht bei aus dem Stand der Technik bekannten Mechanismen zur Befestigung
von Trockenmauern eine besonders haltbare Befestigung der Fundamentsteine und der
darauf errichteten Mauer zu Lasten einer einfachen Errichtung eines haltbaren Fundaments.
Umgekehrt sind Mechanismen bekannt, bei denen eine einfache Erstellung des Fundaments
für eine Mauer zu Lasten der Haltbarkeit der Mauer geht.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Fundamentsystem zur Sanierung
oder zum Neubau von Trockenmauern, insbesondere an Steilhängen wie Weinbergen oder
dergleichen zu schaffen, welches sowohl eine hohe Haltbarkeit als auch eine vergleichsweise
einfache Herstellung gewährleistet.
[0005] Zur Lösung der oben genannten Aufgabe wird ein Fundamentsystem mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 vorgeschlagen. Das Fundamentsystem dient insbesondere zur Sanierung
oder zum Neubau von Trockenmauern an Steilhängen. Es zeichnet sich dadurch aus, dass
es mindestens einen Fundamentstein zur Anordnung auf einer Fundamentsohle; wenigstens
ein Sicherungselement welches an, in oder auf dem Fundamentstein angeordnet bzw. anordenbar
ist, und mindestens ein im Wesentlichen stabförmiges Erdverankerungselement zum Einbringen
in die Fundamentsohle, welches mit dem Sicherungselement verbunden bzw. verbindbar
ist, aufweist.
[0006] Das erfindungsgemäße Fundamentsystem ist sowohl für die Sanierung als auch für den
Neubau von Trockenmauerwerken zur Errichtung an einem Steilhang besonders vorteilhaft,
weil es durch die Anwendung eines Sicherungselements, welches mit einem Erdverankerungselement
zusammenwirkt, eine besonders stabile Verankerung des Fundamentsystems im Erdreich
ermöglicht. Das Sicherungselement kann mit dem Erdverankerungselement einstückig verbunden
sein oder getrennt von diesem ausgebildet sein, wobei in diesem Fall das Erdverankerungselement
mit dem Sicherungselement verbindbar ist. Die Kombination eines Sicherungselements
und eines Erdverankerungselements zur Fixierung eines Fundamentsteins oder mehrerer
Fundamentsteine verhindert zum einen in vorteilhafter Weise eine Verlagerung eines
Fundamentsteins oder mehrerer Fundamentsteine. Zum anderen ist es auf diese Weise
möglich, das Gewicht der verwendeten Fundamentsteine zu reduzieren, da das geringere
Gewicht der Steine durch das Sicherungselement in Kombination mit dem Erdverankerungselement
ausgeglichen wird, um somit eine einfachere Herstellung des Fundaments zu gewährleisten.
Weiterhin ist das resultierende Fundament wesentlich stabiler ausgebildet im Vergleich
zu herkömmlichen Fundamenten, so dass auch eine "Schwergewichtsmauer" ohne Weiteres
von dem Fundament getragen werden kann. Dadurch, dass mehrere Fundamentsteine eines
Fundamentsystems über ein gemeinsames Sicherungselement miteinander verbunden sein
können und die Fundamentsteine darüber hinaus mittels des Erdverankerungselements
fest in der Fundamentsohle, insbesondere im Erdreich, verankert sind, ergibt sich
eine besonders haltbare Ausgestaltung des Fundaments. Gegenüber herkömmlichen Fundamentsystemen
ist das erfindungsgemäße Fundamentsystem somit in vorteilhafter Weise besonders haltbar
und stabil, während gleichzeitig eine vergleichsweise einfache Herstellung des Fundaments
gewährleistet ist.
[0007] Besonders vorteilhaft Ist es, wenn das wenigstens eine Sicherungselement mindestens
eine Bohrung zum Befestigen des mindestens einen Erdverankerungselements aufweist.
Wie gesagt ist es auch denkbar, dass das Sicherungselement, welches mit dem Fundamentstein
in Eingriff kommt, und das Erdverankerungselement, welches mit dem darunterliegenden
Boden in Eingriff kommt, einstückig ausgebildet sind. Bei einer Ausführungsform der
Erfindung ist das Erdverankerungselement als Rundeisen ausgebildet, welches die Höhe
des Fundamentsteins übersteigt, so dass es in das Erdreich schlag- oder drehbar ist.
Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist das Sicherungselement schienenförmig und
insbesondere als Flacheisen ausgebildet. Weiterhin kann bei dieser Ausführungsform
der Erfindung vorgesehen sein, dass der Fundamentstein über eine Führungsnut verfügt,
in welche das Sicherungselement vollständig aufgenommen werden kann. Dadurch wird
gleichzeitig eine verschiebesichere Verbindung zwischen dem Sicherungselement und
dem Fundamentstein zumindest in der Richtung gewährleistet, in welcher im bestimmungsgemäßen
Gebrauch eine erhöhte hangseitige Kraft auf den Fundamentstein wirkt. Die Führungsnut
ermöglicht somit eine sichere Positionierung des Sicherungselements relativ zu dem
Fundamentstein. Darüber hinaus kann durch die Anordnung des Sicherungselements in
der Führungsnut das Sicherungselement zwischen zwei Fundamentsteinen angeordnet sein.
Es versteht sich, dass auch andere Ausführungsformen der Erfindung denkbar sind, bei
denen das Sicherungselement integral mit dem Fundamentstein ausgebildet ist und zur
Befestigung in der Fundamentsohle mit dem Erdverankerungselement verbunden sein kann.
Weiterhin ist es denkbar, das Sicherungselement in den Fundamentstein während dessen
Herstellungsprozesses einzubetten, sofern der Fundamentstein als Kunststein und nicht
als Naturstein ausgebildet ist.
[0008] Vorteilhafterweise ist das Sicherungselement so ausgebildet, dass es sich über mehrere
aneinandergrenzende Fundamentsteine eines Fundamentsystems in mehreren aneinander
angrenzenden Führungsnuten erstrecken kann und eine Mehrzahl an Bohrungen zur Aufnahme
mehrerer Erdverankerungselemente aufweist. Auf diese Weise können gleichzeitig mehrere
Fundamentsteine verschiebesicher miteinander und mit dem Erdreich verbunden werden.
Benachbart und im Wesentlichen parallel zu der Führungsnut ist vorzugsweise eine weitere
Nut, insbesondere eine Sicherungsnut angeordnet, die zur Aufnahme eines komplementär
ausgebildeten Vorsprungs eines weiteren Fundamentsteins dient. Es handelt sich somit
um ein Verzahnungselement, das eine relative Verlagerung zweier miteinander in Verbindung
stehender Fundamentsteine zueinander vermeidet. Die Führungsnut erstreckt sich vorzugsweise
von einer Seitenfläche zu einer gegenüberliegenden Seitenfläche des Fundamentsteins,
wobei der Fundamentstein in wenigstens einer der beiden Seitenflächen im Bereich der
Führungsnut eine sich über die gesamte Höhe des Fundamentsteins erstreckende Aussparung
zur Aufnahme des Erdverankerungselements aufweist.
[0009] Weiterhin kann der Fundamentstein mit einem Gewichtssystem zusammenwirken, weiches
ein Füllmaterial und mindestens eine darauf anordenbare bzw. angeordnete Trägerplatte
umfasst. Die Trägerplatte ist dabei vorzugsweise in einer Aussparung, insbesondere
in einem Haltegriff des Fundamentsteins, vorzugsweise formschlüssig, anordenbar bzw.
angeordnet. Bei dem Füllmaterial kann es sich um wasserdurchlässiges Splitt- und Schottermaterial
handeln. Um eine Gewichtskraft auf die Trägerplatte und damit auf den Fundamentstein
auszuüben, ist die Trägerplatte vorzugsweise mit einem weiteren Füllmaterial belastbar
bzw. belastet.
[0010] Zur Lösung der oben genannten Aufgabe wird auch ein Fundamentstein zum Aufbau eines
Fundamentsystems, insbesondere für eine Trockenmauer mit den Merkmalen des Anspruchs
13 vorgeschlagen. Der Fundamentstein zeichnet sich durch mindestens ein Sicherungselement
aus, welches an, in oder auf dem Fundamentstein angeordnet bzw. anordenbar ist, und
weiches dazu ausgebildet ist, mit einem Erdverankerungselement zusammenzuwirken. Der
Fundamentstein kann gemäß einer Ausführungsform der Erfindung auf seiner Oberseite
eine Führungsnut zur Aufnahme des Sicherungselements aufweisen, die sich von einer
ersten Seitenfläche zu einer gegenüberliegenden zweiten Seitenfläche des Fundamentsteins
erstreckt, wobei das Sicherungselement im Wesentlichen flach und länglich, vorzugsweise
als Flacheisen ausgebildet ist.
[0011] Der Fundamentstein kann im Übrigen über Haltegriffe verfügen, die an gegenüberliegenden
dritten und vierten Seitenflächen, insbesondere in Form von griffartigen Vertiefungen,
vorgesehen sind. Auf diese Weise kann der Fundamentstein bequem zum Aufbau des Fundamentsystems
bzw. des Fundaments verlagert werden. Dabei kann zumindest ein Haltegriff als Aussparung
zur Aufnahme einer Trägerplatte eines Gewichtssystems ausgebildet sein, über die eine
zusätzliche Gewichtskraft auf einen Fundamentstein ausgeübt werden kann.
[0012] Dadurch, dass ein Sicherungselement vorgesehen ist, welches zusammen mit dem Erdverankerungselement
zur Fixierung des Fundamentsteins dient, kann das Gewicht des Fundamentsteins im Übrigen
reduziert werden. Weiterhin ist vorzugsweise auf mindestens zwei gegenüberliegenden
Seitenflächen des Fundamentsteins jeweils eine Verzahnung derart vorgesehen, dass
zwei aneinander angrenzende Fundamentsteine zumindest bereichsweise formschlüssig
miteinander verbindbar sind. Durch die Verzahnung ist eine relative Verlagerung der
beiden Fundamentsteine zumindest in einer Richtung vermeidbar. Auch auf der Oberseite
und der gegenüberliegenden Unterseite des Fundamentsteins ist vorzugsweise jeweils
eine Verzahnung derart vorgesehen, dass zwei aneinander angrenzende Fundamentsteine,
die also aufeinander gestapelt sind, zumindest bereichsweise formschlüssig miteinander
verbindbar sind. Dies ermöglicht wiederum eine stabile Verbindung mehrerer Fundamentsteine.
Weiterhin ist der Fundamentstein vorzugsweise so ausgebildet, dass er auf seiner ersten
und/oder zweiten Seitenfläche im Bereich der Führungsnut eine sich über die gesamte
Höhe des Fundamentsteins erstreckende Aussparung zur Aufnahme des Erdverankerungselements
aufweist, welches mit dem Sicherungselement verbindbar bzw. verbunden ist. Dadurch
kann in vorteilhafter Weise eine Lagesicherung des Fundamentsteins mittels des Sicherungselements
und der Verankerung des Erdverankerungselements im Erdreich erfolgen.
[0013] Zur Lösung der oben genannten Aufgabe wird darüber hinaus ein Bausatz zur Errichtung
einer Mauer, insbesondere einer Trockenmauer, mit dem Merkmal des Anspruchs 21 vorgeschlagen.
Der Bausatz zur Errichtung einer Mauer zeichnet sich dadurch aus, dass er eine Mehrzahl
an erfindungsgemäßen Fundamentsteinen aufweist.
[0014] Zur Lösung der oben genannten Aufgaben wird außerdem eine Trägerplatte mit den Merkmalen
des Anspruchs 22 vorgeschlagen, die zur bereichsweisen, insbesondere formschlüssigen
Lagerung in einer Aussparung, insbesondere in einem Haltegriff, eines Fundamentsteins,
insbesondere nach einem der Ansprüche 13 bis 20, vorgesehen ist, wobei die Trägerplatte
einen Teil eines Gewichtssystems zum Ausüben einer Gewichtskraft auf den Fundamentstein
bildet.
[0015] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- Eine schematische Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Fundamentsteins mit einem
Sicherungselement gemäß einer Ausführungsform der Erfindung;
- Fig. 2a
- eine schematische Seitenansicht eines auf einer Fundamentsohle angeordneten Fundamentsteins
mit dem Sicherungselement gemäß Fig. 1 und einem Erdverankerungselement in einer ersten
Position;
- Fig. 2b
- eine schematische Seitenansicht eines auf einer Fundamentsohle angeordneten Fundamentsteins
mit dem Sicherungselement gemäß Fig. 1 und dem Erdverankerungselement in einer zweiten
Position;
- Fig. 3
- eine schematische Seitenansicht zweier auf einer Fundamentsohle angeordneter Fundamentsteine
mit dem Sicherungselement gemäß Fig. 1 und einem Erdverankerungselement in der Position
gemäß Fig. 2;
- Fig. 4
- eine schematische Schnittdarstellung eines Fundaments mit zwei in Verbindung stehenden
Fundamentsteinen mit einem abschließenden Neigungsstein, und
- Fig. 5
- eine schematische Draufsicht auf die erste Lage eines Fundaments, aufweisend mehrere
Fundamentsteine und ein die Fundamentsteine miteinander verbindendes Sicherungselement;
- Fig. 6a bis 6i
- schematische Darstellungen eines schrittweisen Aufbaus des erfindungsgemäßen Fundamentsystems.
[0016] Die Fig. 1 zeigt eine schematische Seitenansicht eines Fundamentsteins 1 mit einem
Sicherungselement 3 gemäß einer Ausführungsform der Erfindung. Der Fundamentstein
1 umfasst eine länglich ausgebildete Führungsnut 5, die sich senkrecht zur Bildebene
erstreckt, und in welcher das Sicherungselement 3 vorzugsweise vollständig angeordnet
ist. Die Führungsnut 5 ist auf einer Oberseite OS des Fundamentsteins 1 angeordnet,
die einer Unterseite US des Fundamentsteins 1 gegenüberliegt, wobei die Unterseite
US diejenige Seite bildet, die im bestimmungsgemäßen Gebrauch des Fundamentsteins
der Fundamentsohle, d.h. dem Erdreich, zugewandt ist.
[0017] Die Fig. 1 macht deutlich, dass die Oberseite und die Unterseite des Fundamentsteins
1 zumindest bereichsweise komplementär zueinander ausgebildet sind. Während die Oberseite
OS des Fundamentsteins 1 nämlich zwei benachbart zu der Führungsnut 5 und im Wesentlichen
parallel zu dieser verlaufende Sicherungsnuten 7a und 7b aufweist, weist die Unterseite
US des Fundamentsteins 1 komplementär dazu ausgebildete Vorsprünge 9a und 9b auf.
Bei der In Fig. 1 gezeigten Ausführungsform sind die Sicherungsnuten 7a, 7b bzw. die
Vorsprünge 9a, 9b im Wesentlichen mit einem rechteckförmigen Querschnitt dargestellt.
Es versteht sich, dass auch andere, beispielsweise teilkreisförmige oder auch dreieckige
Querschnittsformen zur Realisierung der Sicherungsnuten und der komplementären Vorsprünge
vorgesehen sein können.
[0018] Das Sicherungselement 3 ist in der Fig. 1 lediglich im Querschnitt dargestellt und
es zeigt sich, dass es bei dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel einen Im Wesentlichen
rechteckförmigen Querschnitt aufweist und als separates Element ausgebildet ist. Auch
hier ist es denkbar, statt eines rechteckförmigen Querschnitts beispielsweise einen
teilkreisförmigen oder einen dreieckförmigen Querschnitt vorzusehen, wobei die Führungsnut
5 dann vorteilhafter Weise entsprechend an die Querschnittsform des Sicherungselements
3 angepasst ist. Dementsprechend weist die Führungsnut 5 bei der in Fig. 1 gezeigten
Ausführungsform der Erfindung eine entsprechende Querschnittsform des Sicherungselements
3, nämlich einen rechteckförmigen Querschnitt auf, der eine nahezu vollständige Aufnahme
des Sicherungselements 3 in die Führungsnut 5 ermöglicht.
[0019] Die Fig. 2a zeigt eine schematische Seitenansicht eines Fundamentsystems zum Bau
eines Fundaments, mit einem Fundamentstein 1, der auf einer im Erdreich ausgehobenen
Fundamentsohle 11 angeordnet Ist. Weiterhin ist ein im Wesentlichen stabförmiges Erdverankerungselement
13 gezeigt, welches durch eine in das Sicherungselement 3 eingebrachte Bohrung 15
führbar Ist und unmittelbar neben einer Seitenfläche 17 des Fundamentsteins 1 durch
Einschlagen oder durch Einschrauben in der Fundamentsohle 11, d.h. im Erdreich, verankert
werden kann. Vorteilhafter Weise ist Erdverankerungselement 13 hierzu schrauben- oder
nagelförmig ausgebildet. Hierzu ist die Länge des stabförmigen und insbesondere als
Rundeisen ausgebildeten Erdverankerungselements 13 in ausreichender Weise größer,
insbesondere doppelt so groß gewählt als die Höhe h des Fundamentsteins 1.
[0020] Wie in der Fig. 2b erkennbar ist, erfolgt eine Lagesicherung des Fundamentsteins
1 zum einen durch das Sicherungselement 3, welches bei der gezeigten Ausführungsform
der Erfindung auf der Oberseite des Fundamentsteins 1 in der Führungsnut 5 angeordnet
ist und zum anderen durch das Erdverankerungselement 13, welches mit dem Sicherungselement
3, insbesondere mittels der Bohrung 15, verbunden ist, und weiches fest in der Fundamentsohle
angeordnet ist. Zur Lagesicherung und Stabilisierung des Fundamentsteins 1 in der
Fundamentsohle tragen auch die beiden Vorsprünge 9a und 9b bei, die ebenfalls in das
Erdreich hineinragen und somit zu der Lagesicherung und Stabilisierung des Fundamentsteins
1 beitragen.
[0021] Die Fig. 3 zeigt zwei übereinander angeordnete und miteinander in Verbindung stehende
Fundamentsteine 1 und 1'. Gleiche Teile sind mit gleichen Bezugszeichen versehen,
so dass Insofern auf die Beschreibung zu den vorangegangenen Figuren verwiesen wird,
um Wiederholungen zu vermeiden. Bei der in Fig. 3 gezeigten Konstellation ist ein
weiterer Fundamentstein 1' auf dem Fundamentstein 1 angeordnet, der gleich ausgebildet
ist wie der Fundamentstein 1. Die sich senkrecht zur Bildebene erstreckenden länglichen
Vorsprünge 9a' und 9b' des Fundamentsteins 1' greifen somit in die komplementär ausgebildeten
Sicherungsnuten 7a und 7b des Fundamentsteins 1 ein. Wie aus der Fig. 3 besonders
gut ersichtlich Ist, ist die Oberseite eines Fundamentsteins 1, 1' nicht vollständig
komplementär zu dessen Unterseite US ausgebildet. Insbesondere ist dort, wo auf der
Oberseite OS des Fundamentsteins 1 eine Führungsnut 5 vorgesehen ist kein komplementär
ausgebildeter Vorsprung auf der Unterseite US des Fundamentsteins 1' ausgebildet,
weil sonst die Führungsnut 5 ausfüllt wäre und damit nicht mehr zur Aufnahme des Sicherungselements
3 dienen könnte.
[0022] Anhand der Fig. 3 zeigt sich auch der besondere Vorteil der Führungsnut 5 dahingehend,
dass das Sicherungselement 3 zwischen zwei Fundamentsteinen 1 und 1' angeordnet sein
kann, ohne eine Verbindung der beiden Fundamentsteine zu blockieren oder zu behindern.
[0023] Durch die Verankerung der Vorsprünge 9a', 9b' in den Sicherungsnuten 7a und 7b wird
eine relative Verlagerung der beiden Fundamentsteine 1, 1' zueinander, insbesondere
in einer Hangrichtung g, vermieden. Unter der Hangrichtung g wird dabei eine Richtung
verstanden, die sich von einem Berg in Richtung Tal erstreckt und in der somit Kräfte
auf das Mauerwerk wirken, welche durch die Erdmassen bedingt sind.
[0024] Die Fig. 4 zeigt eine schematische Seitenansicht zweier übereinander angeordneter
Fundamentsteine 1 und 1' zur Ausbildung eines Fundaments entsprechend der Anordnung
gemäß Fig. 3, wobei zusätzlich ein Neigungsstein 19 vorgesehen ist. Durch den Einsatz
eines Neigungssteins 19 kann die statisch nötige Neigung der Mauer, die für die Standsicherheit
notwendig ist, insbesondere in einem Neigungswinkel von 0-20° eingestellt werden.
Bei der Verwendung des Fundamentneigungssteins entfällt darüber hinaus eine mühsame
manuelle Profilierung des Fundamentes, um die richtige Wandneigung einzustellen. Der
Neigungsstein 19 weist an seiner der Fundamentsohle 11 abgewandten Oberseite 21 einen
Neigungswinkel α auf, welcher dem oben angesprochenen Neigungswinkel der zu erstellenden
Mauer entspricht. In der Regel beträgt dieser Neigungswinkel ca. 10%. Der Neigungswinkel
α entspricht dabei dem Winkel zwischen einer Ebene E der Fundamentsohle 11 und derjenigen
Ebene, in welcher die Oberseite 21 des Neigungssteins 19 liegt. Auch der Neigungsstein
9 verfügt im Übrigen über Vorsprünge 9a" und 9b", welche in die komplementären Sicherungsnuten
7a' und 7b' des Fundamentsteins 1' zur Lagesicherung angeordnet sind.
[0025] Der Neigungsstein 19 verfügt darüber hinaus über einen über die Oberseite 21 hinausstehenden
Anschlag 23, der sich vorzugsweise über die gesamte Breite des Neigungssteins 19,
d.h. senkrecht zur Bildebene, erstreckt. Der Anschlag 23 ist beim Bau des Fundaments
so anzuordnen, dass er in Richtung des abfallenden Hanges gerichtet ist. Dadurch kann
der später aufgelegte Mauerstein bei einem zunehmenden Erddruck nicht vom Fundament
abgeschoben werden.
[0026] Bei der in Fig. 4 gezeigten Ausführungsform der Erfindung weisen die Fundamentsteine
1 bzw. 1' darüber hinaus Haltegriffe 23 auf, die jeweils an gegenüberliegenden Seitenflächen
25 und 27 der Fundamentsteine in Form von Vertiefungen vorgesehen sind. Dadurch kann
ein Fundamentstein 1 zur Erstellung des Fundaments leichter auf der ausgehobenen Fundamentsohle
11 platziert werden.
[0027] Die Fig. 4 macht darüber hinaus noch deutlich, dass es sich bei dem Sicherungselement
3 um ein flaches, länglich ausgebildetes Element handelt, welches insbesondere als
Flacheisen ausgebildet ist. Vorzugsweise sind mehrere Bohrungen 15 zur Aufnahme von
Erdverankerungselementen 13 in dem Sicherungselement 3 vorgesehen, wobei die Bohrungen
15 vorzugsweise in gleichen Abständen zueinander angeordnet sind. Die Abstände zwischen
zwei Bohrungen 15 sind dabei vorzugsweise so gewählt, dass bei der Aufnahme der Erdverankerungselemente
13 in Bohrungen 15, die Erdverankerungselemente 13 jeweils unmittelbar benachbart
zu den gegenüberliegenden Seitenflächen 17 des Fundamentsteins 1 angeordnet sind.
Vorzugsweise ist hierzu auf beiden Seitenflächen 17 des Fundamentsteins 1 im Bereich
der Führungsnut 5 eine in der Figur nicht erkennbare Aussparung zur Aufnahme des Erdverankerungselements
13 vorgesehen, wobei sich die Aussparung über die gesamte Höhe h des Fundamentsteins
1 erstreckt. Auf diese Weise kann jeweils zwischen zwei benachbart zueinander angeordneten
Fundamentsteinen 1 eines Fundaments ein Erdverankerungselement 13 hindurchgeführt
werden.
[0028] Dies wird auch anhand der Fig. 5 deutlich, die eine schematische Draufsicht auf eine
erste Lage von Fundamentsteinen 1 zeigt, die zusammen mit dem Sicherungselement 3
und den Erdverankerungselementen 13 ein erfindungsgemäßes Fundamentsystem bilden.
Die erste Lage besteht hier rein beispielhaft aus insgesamt 9 in Reihe nebeneinander
angeordneten Fundamentsteinen. Mit dem Pfeil 29 ist dabei der auf dem Fundament lastende
bergseitige Druck und mit dem Pfeil 31 der talseitige "Zug" auf das Fundamentsystem
gekennzeichnet. Über der in Fig. 5 gezeigten ersten Reihe der Fundamentsteine können
je nach Tiefe der Fundamentsohle eine zweite Reihe und weitere Reihen an Fundamentsteinen
über der ersten Reihe angeordnet sein, so dass mehrere Steinreihen übereinander gestapelt
sind.
[0029] Weiterhin wird deutlich, dass bei der in Fig. 5 gezeigten Ausführungsform ein durchgängiges
Sicherungselement 3 vorgesehen ist, weiches sich über alle 9 Fundamentsteine 1 in
einer Querrichtung q erstreckt, wobei die Querrichtung q senkrecht zu der Hangrichtung
g verläuft. Durch das langgestreckte Sicherungselement 3 und die Erdverankerungselemente
13, von denen vorzugsweise jeweils zwei einem Fundamentstein 1 zugeordnet sind, sind
die Fundamentsteine 1 gegen eine Verlagerung des Fundaments in der Hangrichtung g
gesichert und sind darüber hinaus auch bei Belastung mit einem großen Gewicht stabilisiert.
Es versteht sich, dass grundsätzlich eine Ausführungsform denkbar ist, bei der sich
mehrere einzelne Sicherungselemente über ein oder mehrere Fundamentsteine 1 erstrecken.
[0030] Die Bohrungen 15 zur Aufnahme der Erdverankerungselemente 13 sind jeweils in den
Grenzbereichen zwischen zwei Fundamentsteinen 1 in dem Sicherungselement 3 angeordnet,
wobei in diesem Grenzbereich zwischen zwei Fundamentsteinen 1 eine Aussparung gebildet
wird, die sich über die gesamte Höhe h der Fundamentsteine 1 erstreckt, und somit
die Durchführung des Erdverankerungselements 13 von der Oberseite OS des Fundamentsteins
1 aus zu der Unterseite US und damit in die Fundamentsohle 11 ermöglicht.
[0031] Die Fig. 5 macht noch deutlich, dass ein Fundamentstein 1 nicht nur an der Oberseite
und Unterseite Verzahnungselemente aufweisen kann, sondern derartige Verzahnungselemente
können außerdem an gegenüberliegenden Seitenflächen 17a und 17b vorgesehen sein, sodass
komplementär zueinander ausgebildete Verzahnungselemente an beiden Seitenflächen vorgesehen
sind. Dies gilt jedoch nicht für die Aussparung, die zur Aufnahme eines Erdverankerungselements
13 frei bleiben muss. Benachbart zu der Aussparung sind jedoch jeweils Vorsprünge
bzw. nutenförmige Aussparungen vorgesehen, die sich vorzugsweise über die gesamte
Höhe h des Fundamentsteins 1 erstrecken und eine relative Verlagerung zueinander von
zwei aneinandergrenzenden Fundamentsteinen 1 vermeiden.
[0032] Auf der Rückseite, d.h. auf der dem Pfeil 29 zugewandten Seite eines Fundamentsteins
1 kann im Übrigen bei Bedarf eine Betonplatte eingelegt werden, auf welche die übliche
Hintermauerung der Trockenmauer aufgelegt wird. Dadurch kann noch mehr Gewicht auf
das Fundament aufgebracht werden, so dass dieses noch haltbarer ausgestaltet werden
kann. Bei Bedarf kann darüber hinaus je nach den Bodenverhältnissen das Fundament
noch tiefer ausgebildet sein, indem das Erdreich tiefer ausgehoben und die Fundamentsohle
tiefer gelegt wird. In diesem Fall kann das Fundament somit auch mehr als zwei übereinander
angeordnete Reihen von Fundamentsteinen aufweisen. Weiterhin kann vorgesehen sein,
dass jeweils zwei Fundamentsteine 1 im Halbversatz übereinander gebaut werden. Dabei
ist die untere Reihe der Fundamentsteine vorzugsweise über den Erdverankerungselementen
und das Sicherungselement mit dem gewachsenen Grund unter dem Fundament verbunden.
[0033] Die vorliegende Erfindung ist nicht auf Trockenmauern beschränkt. Vielmehr kann das
erfindungsgemäße Fundamentsystem auch mit herkömmlichen Mauern verwendet werden. Insbesondere
kann es sich bei dem Fundamentstein um einen Naturstein oder um einen Kunststein handeln.
Weiterhin sind viele verschiedene Ausführungsformen der Erfindung denkbar, die von
der oben dargestellten Ausführungsform abweichen können. Insbesondere sind Ausführungsformen
denkbar, bei denen das Sicherungselement nicht nur auf, sondern an oder in dem Fundamentstein
angeordnet ist. Beispielsweise ist es denkbar, das Sicherungselement im bestimmungsgemäßen
Gebrauch des Fundamentsteins bodennah an diesem vorzusehen. Insbesondere ist es denkbar,
dass das Sicherungselement integral mit dem Fundamentstein ausgebildet ist. Beispielsweise
könnte das Sicherungselement als Vorsprung an dem Fundamentstein ausgebildet sein.
Darüber hinaus ist es denkbar, dass das Sicherungselement während des Herstellungsprozesses
eines künstlichen Fundamentsteins in den Stein eingebettet wird und zum Zusammenwirken
mit dem Erdverankerungselement über die Seitenfläche des Fundamentsteins hinaus ragt.
Weiterhin ist es denkbar, ein Fundament mit einer Mehrzahl identisch ausgebildeter
erfindungsgemäßer Fundamentsteine auszubilden. Entscheidend ist es in jedem Fall,
dass die erste, unmittelbar auf der Fundamentsohle aufliegende Fundamentstein-Reihe,
erfindungsgemäß ausgebildet ist.
[0034] Insgesamt ermöglicht das erfindungsgemäße Fundamentsystem die Herstellung eines besonders
haltbaren und stabilen Fundaments, welches darüber hinaus vergleichsweise einfach
herstellbar ist, nicht zuletzt, weil das Gewicht der verwendeten Steine ohne Stabilitätsverlust
wesentlich reduziert sein kann.
[0035] Die Fig. 6a bis 6i zeigen das schrittweise Vorgehen zum Erstellen eines erfindungsgemäßen
Fundamentsystems. Gemäß der in den Fig. 6c bis 6i gezeigten bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung, ist eine zusätzliche Gewichtseinrichtung ("Gewichtssystem") vorgesehen,
welche für eine zusätzliche Gewichtsbelastung und damit Stabilisierung des Fundamentsystems
vorgesehen ist.
[0036] Die Fig. 6a zeigt einen ersten Schritt, bei dem ein Fundamentstein 1 auf die Fundamentsohle
11 des ausgehobenen Fundamentes angeordnet wird. Bei der in Fig. 6a gezeigten Ausführungsform
weist der Fundamentstein 1 die bereits in Fig. 4 gezeigten Haltegriffe 23 an gegenüberliegenden
Seitenflächen des Fundamentsteins 1 auf. Auf diese Weise kann der Fundamentstein 1
besonders einfach auf die Fundamentsohle 11 eines ausgehobenen Fundaments verlagert,
insbesondere durch eine Person gehoben werden.
[0037] Die Fig. 6b zeigt den Fundamentstein 1 in Verbindung mit dem Sicherungselement 3,
welches auf dem Fundamentstein 1 in einer Ausnehmung angeordnet ist. Das Sicherungselement
3 ist mit einem Erdverankerungselement 13 verbunden und insbesondere in eine entsprechende
Ausnehmung des Sicherungselements eingebracht. Weiterhin ist das Erdverankerungselement
13 durch entsprechende Steinaussparungen in dem Fundamentstein 1 geführt und in die
Fundamentsohle 11 eingebracht, insbesondere eingeschlagen. Das Sicherungselement ist
in der Fig. 6b beispielsweise als Lochleiste aus Stahl ausgebildet, durch welche die
Erdverankerungselemente hindurchragen.
[0038] Die Fig. 6c zeigt eine weiterführende Ausführungsform der Erfindung, bei welcher
der Fundamentstein zusätzlich durch ein Gewichtssystem 33 befestigt ist. Das Gewichtssystem
33 umfasst ein Füllmaterial 35 und eine Gewichtsplatte oder Trägerplatte 37. Das Füllmaterial
wird zumindest an einer Seitenwand des Fundamentsteins 1 angebracht. Das Füllmaterial
35 erstreckt sich dabei zwischen der Seitenwand des Fundamentsteins 1 und der Fundamentsohle
11 sowie einer Seitenwand des ausgehobenen Fundaments. Das Füllmaterial 35 füllt somit
den Zwischenraum zwischen dem ausgehobenen Fundament und dem Fundamentstein 1 zumindest
bereichsweise aus. Die Höhe des Füllmaterials 35 in Richtung der Höhenrichtung h ist
dabei derart, dass sie bis zur unteren Kante des Haltegriffs 23 reicht. Bei dem Füllmaterial
35 kann es sich beispielsweise um wasserdurchlässigen Split und/oder um Schottermaterial
handeln. Auf dieser "Aufschotterung" (Füllmaterial 35) wird die Trägerplatte 37 angeordnet.
Die Trägerplatte 37 ist dabei so ausgebildet, dass sie in den Haltegriff 23 eingreifen
kann und dort vorzugsweise formschlüssig gelagert ist. Die Trägerplatte 37 ist darüber
hinaus vorzugsweise im Wesentlichen rechteckig ausgebildet und erstreckt sich vorzugsweise
vollständig über die Oberseite des Füllmaterials 35. Der Haltegriff 23 erfüllt somit
nicht nur eine Haltegrifffunktion, sondern dient darüber hinaus als Aussparung zur
Aufnahme der Trägerplatte 37. Durch die zumindest bereichsweise Anordnung der Trägerplatte
37 in der Aussparung 23 wird diese fixiert und kann nun mit einem weiteren Füllmaterial
39, insbesondere in Form von Natursteinresten, Schotter oder anderem Gestein, als
wasserdurchlässige "Hintermauerung" umgeben bzw. aufgefüllt werden.
[0039] Die Fig. 6d zeigt, das Auffüllen und Lagern des weiteren Füllmaterials 39 auf der
Trägerplatte 37, wodurch diese weiter beschwert wird. Durch das weitere Füllmaterial
39 wird der Zwischenraum zwischen dem ausgehobenen Fundament und den Fundamentsteinen
1 zumindest auf einer Seite der Fundamentsteine in der bekannten Weise aufgefüllt.
Die Trägerplatte 37 wirkt gemäß der Erfindung in vorteilhafter Weise quasi als Hebel,
der die Gewichtskraft des weiteren Füllmaterials 39 auf den Fundamentstein 1 mit Hilfe
der Aussparung bzw. des Haltegriffs 23 überträgt. Die Haltegriffe 23 erfüllen eine
Doppelfunktion, indem sie einerseits zum Verlagern des Fundamentsteins 1 und andererseits
zur Aufnahme der Trägerplatte dient.
[0040] Wie aus der Fig. 6f ersichtlich ist, wird der Neigungsstein 19 auf den obersten Fundamentstein
1 aufgesetzt, sofern die gewünschte Höhe des Fundamentsystems erreicht ist. Mit dem
Neigungselement 19 wird die Mauerneigung vorgegeben. Das bedeutet, dass je nach Neigungswinkel
des Neigungssteins 19 die darauf platzierte Mauer einen entsprechenden Neigungswinkel
aufweist. Auf der Oberseite des Neigungssteins 19, d.h. auf der den Fundamentsteinen
1 abgewandte Seite, sind Einkerbungen, insbesondere Rilleneinkerbungen versehen, die
als Verankerungselemente dienen. Der Spalt bzw. Freiraum zwischen den Fundamentsteinen
1 und der Seitenwand des ausgehobenen Fundaments wird bis zum Beginn des Neigungssteins
19 mit dem weiteren Füllmaterial 39 aufgefüllt.
[0041] Die in den Fig. 6f bis 6i nicht erkennbaren Rilleneinkerbungen an der Oberseite des
Neigungssteins 19 dienen zur Aufnahme und Positionlerung einer Bewehrung und insbesondere
eines GEO-Gitters 41, welches sich vorzugsweise über die gesamte Oberseite des Neigungssteins
19 und das weitere Auffüllmaterial 39 bis hin zur Böschung, das heißt, bis zur Seitenwand
des ausgehobenen Fundaments, erstreckt. Das GEO-Gitter 41 liegt damit sowohl auf dem
Neigungsstein 19 als auch auf dem weiteren Füllmaterial 39 auf. Auf den Neigungsstein
19 mit dem eingelegten GEO-Gitter 41 wird schließlich der Mauerstein 43 aufgelegt
und verhindert durch die Mauerbelastung ein Herausziehen des GEO-Gitters 41 und damit
ein "Vorkippen" der Mauer.
[0042] Wie in der Fig. 6i gezeigt ist, wird das GEO-Gitter 41 ebenfalls mit einem Füllmaterial,
wie beispielsweise Natursteinresten und/oder Schotterung, überbaut und dadurch belastet.
Durch die in Fig. 6i gezeigte Anordnung ergibt sich ein erhöhtes Gewicht des Fundamentsystems
in Richtung der Pfeile 45, welches die Stabilität des Fundamentsystems deutlich erhöht.
In den Fig. 6a bis 6i ist ein Gewichtssystem 33 nur auf einer Seite der Fundamentsteine
1 dargestellt. Es versteht sich jedoch, dass zu beiden Seiten der Fundamentsteine
1 ein entsprechendes Gewichtssystem mit zusätzlichem Füllmaterial 39 vorgesehen sein
kann. Grundsätzlich kann ein entsprechendes Gewichtssystem den Fundamentstein 1 zumindest
im Bereich zwischen dem Fundamentstein 1 und den Seitenwänden des ausgehobenen Fundaments
vollständig umgeben.
[0043] Weiterhin ist in den Fig. 6a bis 6i eine Ausführungsform gezeigt, bei welcher lediglich
der unterste Fundamentstein 1 mit einem Gewichtssystem 33 versehen ist. Denkbar ist
jedoch grundsätzlich auch, dass die weiteren Fundamentsteine 1 in der Höhenrichtung
h mit einem entsprechende Gewichtssystem 33 und folglich einer entsprechenden Trägerplatte
37 in den Haltegriffen 23 versehen sind. Insbesondere weisen vorzugsweise mehrere
nebeneinander angeordnete Fundamentsteine 1 (in einer Richtung senkrecht zur Zeichenebene)
jeweils mindestens ein Gewichtssystem 33 auf. Denkbar ist es jedoch grundsätzlich
auch, dass sich ein Gewichtssystem 33 über mehrere nebeneinander liegende bzw. aneinander
anschließende Fundamentsteine 1 erstreckt. Dies ist beispielsweise durch eine länglich
ausgebildete Trägerplatte 37 vorstellbar.
[0044] Durch die Trägerplatte 37 wird das Fundament in seiner Wirkungsweise mit Leergewicht
wesentlich schwerer und die Standsicherheit der Mauer damit stark verbessert. Das
Fundament kann wesentlich mehr Druck und Kraft aus dem anstehenden Geländer aufnehmen.
Das Gesamtgewicht, das sich durch die Trägerplatten-Bauweise auf den unteren Fundamentstein
und damit auf die gesamte Fundamentsohle aufbaut, kann je nach Trägerplattenbreite
bis zu 80% des eigentlichen Betonsteinfundamentgewichts betragen. Die Mauer erlangt
durch das vorteilhafte Gewichtssystem eine wesentlich höhere statische Standsicherheit
gegen Bergdruck und Gleitsicherheit gegenüber einer herkömmlichen Fundamentierung.
Je schwerer das Fundament und eine Mauer mit einem entsprechenden Neigungswinkel ist,
desto mehr Druck und Last kann diese Trocken-Stützmauer aufnehmen. Bei dem erfindungsgemäßen
Fundamentsystem treffen diese Eigenschaften in vorteilhafter Weise aufeinander. Die
vorliegende Erfindung schafft damit ein Fundamentsystem, welches durch seine geringen
Einzeiteilgewichte "von Hand" zu einem äußerst schweren und mit dem Gewichtssystem
33 zu einem Bauwerk mit hoher, jahrzehntelanger Standsicherheit zusammengefügt werden
kann.
Bezugszeichenliste
| 1, 1' |
Fundamentstein |
| 3 |
Sicherungselement |
| 5 |
Führungsnut |
| 7a, b |
Sicherungsnuten |
| 9a, b |
Vorsprünge |
| 11 |
Fundamentsohle |
| 13 |
Erdverankerungselement |
| 15 |
Bohrung |
| 17a, b |
Seitenfläche |
| 19 |
Neigungsstein |
| 21 |
Oberseite |
| 23 |
Haltegriffe |
| 25 |
Seitenfläche |
| 27 |
Seitenfläche |
| 29 |
Pfeil |
| 31 |
Pfeil |
| 33 |
Gewichtssystem |
| 35 |
Füllmaterial |
| 37 |
Trägerplatte |
| 39 |
Weiteres Füllmaterial |
| 41 |
GEO-Gitter |
| 43 |
Mauerstein |
| 45 |
Pfeile |
| OS |
Oberseite |
| US |
Unterseite |
| h |
Höhe |
| g |
Hangrichtung |
| α |
Neigungswinkel |
| q |
Querrichtung |
1. Fundamentsystem, insbesondere zur Sanierung oder zum Neubau von Trockenmauern an Steilhängen,
aufweisend:
- mindestens einen Fundamentstein (1) zur Anordnung auf einer Fundamentsohle (11);
- wenigstens ein Sicherungselement (3) welches an, in oder auf dem Fundamentstein
(1) angeordnet bzw. anordenbar ist, und
- mindestens ein im Wesentlichen stabförmiges Erdverankerungselement (13) zum Einbringen
in die Fundamentsohle, welches mit dem Sicherungselement (3) verbunden bzw. verbindbar
ist.
2. Fundamentsystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das wenigstens eine Sicherungselement (3) mindestens eine Bohrung zum Befestigen des
mindestens einen Erdverankerungselements (13) aufweist.
3. Fundamentsystem nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Erdverankerungselement (13) als Rundeisen ausgebildet ist, weiches die Höhe des
Fundamentsteins übersteigt, und welches in das Erdreich schlag- oder drehbar ist.
4. Fundamentsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Sicherungselement (3) im Wesentlichen flach und länglich, insbesondere schienenförmig,
vorzugsweise als Flacheisen, ausgebildet ist.
5. Fundamentsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der mindestens eine Fundamentstein (1) wenigstens eine Führungsnut (5) aufweist, weiche
vorzugsweise zur vollständigen Aufnahme des Sicherungselements (3) ausgebildet ist.
6. Fundamentsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Sicherungselement (3) so ausgebildet ist, dass es sich über mehrere aneinander
grenzende Fundamentsteine (1) in mehreren aneinander angrenzenden Führungsnuten (5)
erstrecken kann und eine Mehrzahl an Bohrungen zur Aufnahme mehrerer Erdverankerungselemente
(13) aufweist.
7. Fundamentsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens eine Sicherungsnut (7a, 7b) benachbart und im Wesentlichen parallel zu
der Führungsnut (5) in dem Fundamentstein (1) verläuft, die zur Aufnahme eines komplementär
ausgebildeten Vorsprungs (9a, 9b) eines weiteren Fundamentsteins (1) dient.
8. Fundamentsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
sich die Führungsnut (5) von einer Seitenfläche (17a) zu einer gegenüberliegenden
Seitenfläche (17b) des Fundamentsteins (1) erstreckt, und dass der Fundamentstein
(1) in wenigstens einer der beiden Seitenflächen Im Bereich der Führungsnut (5) eine
sich über die gesamte Höhe des Fundamentsteins (1) erstreckende Aussparung zur Aufnahme
des Erdverankerungselements (13) aufweist.
9. Fundamentsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Fundamentstein (1) mit einem Gewichtssystem (33) zusammenwirkt, welches ein Füllmaterial
(35) und mindestens eine darauf anordenbare bzw. angeordnete Trägerplatte (37) umfasst.
10. Fundamentsystem nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Trägerplatte (37) in einer Aussparung, insbesondere in einem Haltegriff (23) des
Fundamentsteins (1), vorzugsweise formschlüssig, anordenbar bzw. angeordnet ist.
11. Fundamentsystem nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Füllmaterial (35) wasserdurchlässiges Splitt- und Schottermaterial ist.
12. Fundamentsystem nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Trägerplatte (37) mit einem weiteren Füllmaterial (39) belastbar bzw. belastet
ist.
13. Fundamentstein (1) zum Aufbau eines Fundaments, insbesondere für eine Trockenmauer,
gekennzeichnet durch
mindestens ein Sicherungselement (3), welches an, in oder auf dem Fundamentstein (1)
angeordnet bzw. anordenbar ist, und welches dazu ausgebildet ist, mit einem Erdverankerungselement
(13) zusammenzuwirken.
14. Fundamentstein nach Anspruch 13,
gekennzeichnet durch
auf einer Oberseite (OS) des Fundamentsteins (1) eine Führungsnut zur Aufnahme des
Sicherungselements (3) vorgesehen ist, die sich von einer ersten Seitenfläche zu einer
gegenüberliegenden zweiten Seitenfläche des Fundamentsteins (1) erstreckt, wobei das
Sicherungselement (3) im Wesentlichen flach und länglich, vorzugsweise als Flacheisen
ausgebildet ist.
15. Fundamentstein nach Anspruch 13 oder 14,
gekennzeichnet durch
Haltegriffe (23), die an gegenüberliegenden dritten und vierten Seitenflächen (25,
27), insbesondere in Form von Vertiefungen, vorgesehen sind.
16. Fundamentstein nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest ein Haltegriff (23) als Aussparung zur Aufnahme einer Trägerplatte (37)
eines Gewichtssystems (33) ausgebildet ist.
17. Fundamentstein nach einem der vorhergehenden Ansprüche 13 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, dass
auf mindestens zwei gegenüberliegenden Seitenflächen (17a, 17b) jeweils eine Verzahnung
derart vorgesehen ist, sodass zwei aneinander angrenzende Fundamentsteine (1) zumindest
bereichsweise formschlüssig miteinander verbindbar sind.
18. Fundamentstein nach einem der vorhergehenden Ansprüche 13 bis 17,
dadurch gekennzeichnet, dass
auf der Oberseite (OS) und der gegenüberliegenden Unterseite (US) des Fundamentsteins
(1) jeweils eine Verzahnung derart vorgesehen ist, dass zwei aneinander angrenzende
Fundamentsteine zumindest bereichsweise formschlüssig miteinander verbindbar sind.
19. Fundamentstein nach einem der vorhergehenden Ansprüche 13 bis 18,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Fundamentstein (1) auf seiner ersten und/oder zweiten Seitenfläche (17a, 17b)
im Bereich der Führungsnut (5) eine sich über die gesamte Höhe (h) des Fundamentsteins
(1) erstreckende Aussparung zur Aufnahme des Erdverankerungselements (13) aufweist,
welches mit dem Sicherungselement (3) verbindbar ist.
20. Fundamentstein nach einem der vorhergehenden Ansprüche 13 bis 19,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Fundamentstein als Naturstein ausgebildet ist.
21. Bausatz zur Errichtung einer Mauer, insbesondere einer Trockenmauer, aufweisend eine
Mehrzahl an Fundamentsteinen (1) nach einem der Ansprüche 13 bis 20.
22. Trägerplatte (37), die zur bereichsweisen, insbesondere formschlüssigen Lagerung in
einer Aussparung, insbesondere in einem Haltegriff (23), eines Fundamentsteins (1),
insbesondere nach einem der Ansprüche 13 bis 20, vorgesehen ist, wobei die Trägerplatte
(37) einen Teil eines Gewichtssystems (33) zum Ausüben einer Gewichtskraft auf den
Fundamentstein (1) bildet.