[0001] Die Erfindung betrifft einen Abstandhalter für die Fixierung von Bitumen- Metall-
oder Kunststoffprofilplatten auf einem Untergrund bzw. einer Unterkonstruktion. Eingesetzt
werden solche Fixierungen zur Befestigung von Dach- oder Fassadenverkleidungen.
[0002] Bitumen-, Metall- oder Kunststoffprofilplatten sind als Fassadenverkleidungselemente
sowie zur Dachabdeckung seit Jahrzehnten bekannt, zum Beispiel werden hierfür Trapez-
oder Sinusprofile bzw. geometrische Profilkombinationen verwendet. Diese Platten werden
mittels Schrauben auf dem Untergrund bzw. der Untergrundkonstruktion aus Holz- oder
Blechprofilen befestigt. Üblicherweise werden hierfür zwischen den Platten und dem
Untergrund bzw. der Untergrundkonstruktion Abstandhalter verwendet, um eine Deformation
der Platten beim verschrauben zu vermeiden. Solche Deformationen führen in der Regel
zu Undichtigkeiten. Hierfür sind zunächst Abstandhalter auf dem Untergrund bzw. der
Untergrundkonstruktion zu befestigen. Im Anschluss werden die Platten positioniert
sowie mit Bohrungen versehen und dann die Schrauben durch diese Bohrungen und durch
die Abstandhalter in den Untergrund oder die Untergrundkonstruktion geschraubt. Diese
Vorgehensweise ist sehr umständlich, zeitaufwändig und daher teuer. Besonders schwierig
stellt sich diese Montage dar, wenn die Platten aus undurchsichtigen Materialien bestehen.
[0003] Aus
DE 10 2009 038 119 A1 ist bekannt, dass sich Abstandhalter von Oben durch die Bohrung durchschieben lassen,
wenn radial schwenkbare Segmente nach der Positionierung für die notwendige Auflagefläche
sorgen. Die aufwändige Vormontage der Abstandhalter ist nicht mehr erforderlich. Allerdings
ist dieser Stand der Technik aufgrund der aufwendigen Konstruktion der schwenkbaren
Bereiche sehr kostenintensiv, sodass ein Großteil der durch die einfache Montage erreichten
Einsparpotentiale verloren geht. Zudem erweisen sich die einseitig partiell schwenkbaren
Bereiche als funktionsverlustige Schwachstellen, da sich Spannungsanhäufungen ausbilden.
Diese Bereiche bilden bevorzugt Sollbruchstellen aus. Einerseits durch Kerbwirkung,
die konstruktiv bedingt ist und andererseits durch zeitlich beeinflusste Materialermüdung.
Ein Bruch des Abstandhalters im schwenkbaren Bereich führt zum Verlust der Funktion.
Die Profilplatte ist in diesem Bereich durch den Abstandhalter nicht mehr fixiert
und nur noch labil unterstützt. Dadurch kann die Dichtigkeit der Profilplatte bei
Verformungen, beispielsweise induziert durch Wärme, Kälte oder Oberflächenbelastung
auftretende Spannungen in der Formplatte, erheblich gemindert werden und deshalb zum
Funktionsverlust führen.
[0004] Nach
DE 10 2009 038 119 A1 können die schwenkbaren Bereiche kostengünstig als Federelemente ausgeführt werden,
die zum Durchführen des Abstandhalters durch die Bohrung zusammengepresst bzw. zusammengerollt
werden und im Anschluss durch die radiale Schwenkung entspannen. Solchen Federelemente
fehlt es aber an statischer Festigkeit. Langlebige Fixierungen sind mit solchen Federelementen
daher nicht realisierbar.
[0005] Obwohl die beschriebenen Schwierigkeiten beim Verbauen von Profilplatten seit Jahrzehnten
besteht, konnte bis auf die teuren Abstandhalter mit radial schwenkbaren Segmenten
oder statisch labilen Federelementen keine kostengünstigen Lösungen erarbeitet werden.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die Montage von Bitumen-, Metall-
und Kunststoffprofilplatten auf einem Untergrund bzw. einer Untergrundkonstruktion
unter Verwendung von Abstandhaltern zu erleichtern, ohne auf teure oder aufwändige
Abstandhalter mit radial schwenkbaren Segmenten oder auf statisch labile Federelementen
zurück greifen zu müssen.
[0007] Es hat sich überraschenderweise herausgestellt, dass die notwendige Fixierung der
Platten mit den erfindungsgemäßen Abstandhaltern durch Positionierung von Oben durch
die Bohrung in den Bitumen-, Metall- oder Kunststoffprofilplatten erfolgen kann, indem
die Auflagefläche der Abstandhalter schraubenförmig ausgeführt wird, sodass die Abstandhalter
mittels rotatorischer Bewegung zwischen dem Untergrund bzw. der Untergrundkonstruktion
und der Bitumen-, Metall-oder Kunststoffprofilplatten positioniert werden kann. Die
Auflagefläche ist hierbei nicht als abstraktes zweidimensionales Konstrukt, sondern
technisch mit einer Tiefe, also mit einer 3. Dimension zu verstehen. Die schraubenförmige
Ausformung in der Tiefe der Auflagefläche erlaubt die Positionierung des Abstandhalters
durch Rotation.
[0008] Überraschend war insbesondere, dass die hierbei nutzbare Auflagefläche ausreichend
für die Funktion ist.
[0009] Bei erfindungsgemäßer Ausführung werden spannungsinduzierte Sollbruchstellen vermieden,
zudem können die Abstandhalter kostengünstig hergestellt werden.
[0010] Weitergeführt werden kann die Erfindung durch Anbringen einer Profilierung an der
Oberseite, der als Antrieb dient und die eine Verwendung von Werkzeugen ermöglicht,
mit der das zur Rotation notwendige Drehmoment aufgebracht werden kann. Ausgeführt
werden kann dieser Antrieb z. B als Innenvielkant zur Aufnahme eines Imbussschlüssels.
Ebenfalls vorteilhaft ist die Ausführung als Schlitz, Kreuzschlitz oder Torx.
[0011] Ebenfalls ist es möglich, mittels Klebstoffen oder doppelseitigem Klebeband eine
Fixierung zwischen Platte oder Unterkonstruktion und Abstandhalter zu erzeugen oder
mittels flexiblen Klebstoffen, wie z. B. Silikonen die Dichtigkeit zu verbessern.
Es resultiert eine verbesserte Kraftübertragung von der Metall- oder Kunststoffprofilplatte
zum Untergrund sowie verbesserte Dichtigkeit auch bei großen temperaturbedingten Ausdehnungen
und bei nicht standardisierten Profilplattenlängen. Damit der Abstandhalter nach dem
Durchdrehen durch die Platte vor dem Verschrauben an der Position verbleibt und nicht
herunterfallen kann, ist das Anbringen eines Vorsprungs auf der Auflagefläche vorteilhaft.
Der Vorsprung kann auch derart ausgeführt sein, dass ein Minimalabstand zwischen Schraubenkopf
und Faserzement- Bitumen- Metall- oder Kunststoffprofilplatte gewährleistet wird.
[0012] Ebenso vorteilhaft ist es, einen Klemmbereich vorzusehen, der das Herausfallen der
Schrauben vor dem Festschrauben verhindert.
[0013] Der Abstandhalter kann auch mit der Schraube als ein Formteil ausgeführt sein. Diese
Variante vereinfacht die Montage weiter, ist jedoch etwas kostenintensiver in der
Herstellung der Abstandhalter.
[0014] Besonders vorteilhaft und kostengünstig ist die Herstellung der Abstandhalter aus
thermoplastischen Kunststoffen. Wird beispielsweise als thermoplastischer Kunststoff
PVC, PC oder PMMA eingesetzt, ist besonders einfach eine Klebeverbindung zu erreichen.
Polyolefine eignen sich für besonders kostengünstige halogenfreie Abstandhalter, während
Polyamid, Polyester oder Polyacetal für hochbeanspruchte Abstandhalter geeignet sind.
[0015] Eine vorteilhafte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Abstandhalters besteht z.
B. aus einem Kunststoffspritzgussteil nach Fig. 1.. Eingesetzt werden können amorphe
Kunststoffe wie Polystyrol, PMMA oder Polycarbonat, die die Transparenz der Abstandhalter
ermöglichen. Bessere mechanische Eigenschaften werden z. B. mit teilkristallinen Kunststoffen
erreicht, z. B mit Polypropylen, Polyester, Polyoxymethylen oder Polyamid.
Fig. 1 zeigt den erfindungsgemäßen Abstandhalter (1) mit der in der Tiefe schraubenförmig
ausgeformten Auflagefläche (2), der mit der Schraube (3), einer Gummi-Dichtscheibe
mit Metallrosette (4), der montierten Trapezprofilplatte (5), dem Untergrund bzw.
der Untergrundkonstruktion (6) und dem Vorsprung an der Auflagefläche zum Halten des
Abstandhalters im Bereich der Bohrung der Platte (7) sowie Fixierungselemente zum
Halten der Schraube am Abstandhalter während der Montage.
Fig. 2 zeigt den erfindungsgemäßen Abstandhalter (1) mit der schraubenförmig ausgeformten
Auflagefläche (2), der mit der Schraube (3), einer Gummi-Dichtscheibe mit Metallrosette
(4), der montierten Trapezprofilplatte (5), dem Untergrund bzw. der Untergrundkonstruktion
(6), der mit einer Führungshülse (7), beidseitig beschichtetem Klebeband zwischen
Adapter und Faserzement-, Bitumen,- Metall- oder Kunststoffprofilplatte sowie zwischen
Adapter und Untergrund (8) ausgestattet ist, die bezogen auf die Bohrung in der Faserzement-,
Bitumen-, Metall- oder Kunststoffprofilplatte eine zentrale Verschraubung garantiert.
Fig. 3 zeigt den erfindungsgemäßen Abstandhalter, der mit der Schraube ein Bauteil
ausbildet. Hier ist der Abstandhalter mit (1), die Dichtscheibe mit Metallrosette
mit (2), die Trapezprofilplatte mit (3) und der Untergrund mit (4) gekennzeichnet.
1. Abstandhalter zur Montage von Faserzement-, Bitumen-, Metall- oder Kunststoffprofilplatten,
die durch die Bohrung in diesen Platten zwischen den Untergrund bzw. der Untergrundkonstruktion
und der Platten zu positionieren sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflagefläche für die Faserzement-, Bitumen-, Metall- oder Kunststoffprofilplatten
des Abstandhalters in der Tiefe schraubenförmig ausgeformt ist und die Abstandhalter
durch Rotation positioniert werden können.
2. Abstandhalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandhalter an der zur Platte zu positionierenden Seite eine Profilierung aufweisen,
die eine Verwendung von Werkzeugen ermöglicht, mit denen das notwendige Drehmoment
aufgebracht werden kann.
3. Abstandhalter nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass an der Auflagefläche ein Vorsprung angebracht ist, der nach der Montage des Abstandhalters
in der Bohrung der Platte positioniert ist und den Abstandhalter fixiert.
4. Abstandhalter nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass an der Auflagefläche ein Vorsprung angebracht ist, der nach der Montage des Abstandhalters
einen Minimalabstand zwischen Schraubenkopf und Faserzement-, Bitumen-, Metall- oder
Kunststoffprofilplatte gewährleistet.
5. Abstandhalter nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass diese auf die Schraubenschäfte aufgebracht und fixiert werden können und anschließend
in Systemkombination gleichermaßen Fixierungs-, Verstärkungs- und Positionierungsfunktion
aufweisen.
6. Abstandhalter nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass Abstandhalter und Schraube aus einem Formteil bestehen.
7. Abstandhalter nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass auf und an den Abstandhaltern Dichtstoffe Verwendung finden.
8. Abstandhalter nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass an den Abstandhaltern Klebstoffe Verwendung finden, die zwischen Abstandhalter und
Faserzement-, Bitumen-, Metall- und Kunststoffprofilplatte eine kraftschlüssige Verbindung
herstellen.
9. Abstandhalter nach einem der vorhergehenden Ansprüchen 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Klebstoff oder das beidseitig beschichtete Klebeband neben Kraftschluss gleichzeitig
Dichtfunktion aufweist.
10. Abstandhalter nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass eine Führungshülse zur Zentrierung der Schraube verwendet wird.
11. Abstandhalter nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandhalter zusätzliche Stützelemente enthalten.
12. Abstandhalter nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandhalter aus Polymeren oder Polymerblends gefertigt sind.
13. Abstandhalter nach einem der vorhergehenden Ansprüchen 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandhalter aus Metallen gefertigt sind.
14. Dach- oder Fassadenverkleidung, dadurch gekennzeichnet, dass Faserzement-, Bitumen-, Metall- oder Kunststoffprofilplatten unter Verwendung der
Abstandhalter nach einem der vorhergehenden Ansprüchen montiert werden.
15. Verfahren zum Aufbau von Dachbedeckungen und Fassadenverkleidungen aus Faserzement-,
Bitumen-, Metall oder Kunststoffprofilplatten, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandhalter nach einem der vorhergehenden Ansprüchen 1 bis 22 mittels Rotation
durch die Bohrung in den Platten zwischen dem Untergrund bzw. der Untergrundkonstruktion
und den Platten positioniert werden.