[0001] Die Erfindung betrifft eine Sicherheitseinrichtung für Schlösser mit einer Handhabe,
welche im Ruhezustand frei drehbar und im Betätigungszustand mit dem Verriegelungsglied
des Schlosses kuppelbar ist, wobei eine Brems- oder Blockiereinrichtung vorgesehen
ist, die ab einer definierten Anzahl von Umdrehungen der Handhabe in einer Zeiteinheit
die weitere Drehbewegung bremst oder blockiert, wobei die Brems- oder Blockiereinrichtung
ein zwischen einer Freigabeposition und einer Brems- oder Blockierposition verlagerbares
Element umfasst, das in der Brems- oder Blockierposition mit einem Gegenelement zusammenwirkt,
um die weitere Drehbewegung zu bremsen oder zu blockieren.
[0002] Konventionelle Schlösser können mittels eines Schlüssels betätigt werden, wobei durch
Verdrehen eines Schlüssels in einem Schloss eine entsprechende Verriegelungsnase verdreht
wird, welche einen Riegel in eine Schließposition verschiebt oder aus einer Schließposition
in eine Offenposition zurückzieht. Bei elektronischen Sicherheitssystemen treten anstelle
des Schlüssels eine Erkennungslogik und ein elektronischer Schlüssel in Form von Karten
oder anderen Identifikationsmedien. Nach einem Lesen des elektronischen Schlüssels,
was dem mechanischen Abtasten eines konventionellen Schlüssels entspricht, wird die
Drehbewegung einer Handhabe, wie z.B. eines Knaufes oder Griffes über eine entsprechende
Kupplung mit einem weiteren drehbar gelagerten Teil drehfest gekuppelt, welcher in
der Folge den Riegel betätigt. In diesem Zusammenhang sind elektronische Sicherheitssysteme
bekannt geworden, welche als Doppelknaufzylinder ausgebildet sind, wobei an einer
Seite der zu öffnenden Tür Elemente einer Erkennungslogik, und insbesondere Antennen
oder dgl., angeordnet sind, wohingegen die Kupplung der Drehbewegung dieses außen
liegenden drehbaren Teils nach Erkennen des korrekten Schlüssels über eine Elektronik
zumeist auf elektrischem Weg durch Einkuppeln eines Kuppelglieds vorgenommen wird.
Bei derartigen Einrichtungen ist ohne eine derartige Kupplung die außen liegende Handhabe
frei drehbar. Diese frei drehbare Handhabe ist über eine Welle mit der gegenüberliegenden
Seite der Türe oder des Fensters verbunden, an welcher die Kupplung mit dem Betätigungsglied
des Schlosses vorgenommen wird. Die Welle wird hierbei mit relativ geringem Spiel
durch das Schloss hindurchgeführt, wobei die freie Drehbarkeit bei gleichzeitig relativ
geringem Spiel ohne die Gefahr eines Klemmens und ohne die Gefahr einer unbeabsichtigten
Kupplung gewährleistet sein muss. Eine mögliche Ausbildung ist beispielsweise der
DE 19851308 A1 zu entnehmen, bei welcher der Schließzylinder beidseitig mit Drehknäufen versehen
ist, von denen der türinnenseitige Drehknauf eine Zutrittskontrollelektronik aufweist.
In Abhängigkeit von der Identifikation eines Identmediums wird eine Zutrittsberechtigung
festgestellt, wobei eine Kupplung elektromagnetisch derart betätigt wird, dass vom
türaußenseitigen Drehknauf aus ein Schließbart bewegt werden kann.
[0003] Bedingt durch die geringen Toleranzen bei der Fertigung derartiger Sicherheitseinrichtungen
hat sich aber nun gezeigt, dass eine mögliche missbräuchliche Manipulation dadurch
geschaffen wird, dass an die frei drehbare Handhabe ein entsprechendes Antriebsaggregat,
beispielsweise ein elektrischer Motor oder Federwerksmotor, angeschlossen wird, welches
die Handhabe in rasche Rotation versetzt. Bei einer derartigen raschen Rotation wird
eine entsprechende Reibungswärme im Inneren des Schlosses generiert, welche bei Ausdehnung
der üblicher Weise frei durchdrehenden Welle zu einem Verreiben oder aber einem unbeabsichtigten
Kuppeln einer Außenwelle mit einer Innenwelle führen kann, sodass auf diese Weise
trotz fehlender elektronsicher Freigabe der Kupplung auf mechanischem Weg eine durch
thermische Ausdehnung oder Verreiben erzielte Kupplung zwischen der üblicher Weise
frei drehbaren Handhabe und dem Sperrbart entsteht, wodurch das Schloss betätigt werden
kann. Eine derartige Fehlbedienung bzw. Sabotagebedienung setzt allerdings voraus,
dass die frei drehbare Handhabe über eine Mindestzeit auf eine entsprechende Mindestdrehzahl
gebracht werden kann, welche zu einer thermischen Ausdehnung bzw. zum Verreiben führen
kann.
[0004] Um eine derartige Sabotage- bzw. Fehlbedienung auszuschließen und gleichzeitig zu
gewährleisten, dass die frei drehbare Handhabe nur mit einer relativ geringen Drehgeschwindigkeit
frei drehbar bleibt und in anderen Fällen einem Verreiben oder Verklemmen entgegenwirkt,
ist in der
WO 2007/095652 A1 bereits eine Sicherheitseinrichtung der eingangs genannten Art vorgeschlagen worden,
bei der mit der Handhabe wenigstens ein radial geführt verlagerbares Fliehgewicht
gekuppelt ist, welches ab einer definierten Anzahl von Umdrehungen der Handhabe in
einer Zeiteinheit mit einem ortsfesten Teil des Schlosses in Eingriff gelangt und
die weitere Drehbewegung blockiert. Durch die Fliehkraftsperre wird gewährleistet,
dass bei zu hoher Drehzahl der frei drehbaren Handhabe unmittelbar eine Blockade erfolgt.
[0005] Bei einer Sicherheitsvorrichtung des in der
WO 2007/095652 A1 beschriebenen Typs kann die korrekte Funktionsweise jedoch insbesondere in jenen
Fällen nicht mit Sicherheit garantiert werden, in denen auf die Handhabe ein besonders
hohes Drehmoment aufgebracht wird. Es besteht hierbei nämlich die Gefahr, dass die
auf Grund der Fliehkraft verlagerbaren Elemente mechanisch überlastet und in weiterer
Folge zerstört werden.
[0006] Die Erfindung zielt daher darauf ab, eine Sicherheitseinrichtung der eingangs genannten
Art dahingehend zu verbessern, dass die Funktionsfähigkeit auch bei sehr hohen Umdrehungsgeschwindigkeiten
und bei hohen Drehmomenten, die auf die Handhabe aufgebracht werden, gewährleistet
ist. Die Sicherheitseinrichtung soll weitestgehend unabhängig von den von außen auf
das Schloss einwirkenden Kräften funktionieren.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung gemäß einem ersten Aspekt bei einer
Sicherheitseinrichtung der eingangs genannten Art vor, dass die Handhabe von dem verlagerbaren
Element in dessen Freigabeposition mechanisch entkoppelt ist. Die mechanische Entkoppelung
stellt sicher, dass von außen auf die Handhabe und die mit der Handhabe ggf. verbundene
Welle einwirkende Kräfte nicht auf den für die Aufbringung des Bremsmoments oder die
Blockierung verantwortlichen Teil, nämlich auf das verlagerbare Element der Brems-
oder Blockiereinrichtung übertragen werden können. Eine Manipulation oder Beschädigung
durch Gewalteinwirkung ist somit ausgeschlossen. Das verlagerbare Element ist insbesondere
in der Freigabeposition somit baulich von der Handhabe oder einem mit der Handhabe
drehfest verbundenen Element getrennt und dreht sich insbesondere nicht mit der Handhabe
mit. Entsprechend einer bevorzugten Weiterbildung wirkt das verlagerbare Element erst
in der Brems- oder Blockierposition mit der Handhabe oder einem mit der Handhabe drehfest
gekoppelten Teil zusammen, um die weitere Drehbewegung zu bremsen oder zu blockieren.
[0008] Die Erfindung umfasst Ausführungen, bei denen die Erfassungseinrichtung zum Erfassen
der Drehgeschwindigkeit der Handhabe von der Brems- bzw. Blockiereinrichtung verschieden
ist, insbesondere mechanisch entkoppelt ist. Damit unterliegt die Brems- bzw. Blockiereinrichtung
anders als bei der im Stand der Technik beschriebenen Fliehgewichtbremse nicht den
geometrischen und materialmäßigen Beschränkungen der Drehmomenterfassungseinrichtung
und kann daher stabiler konstruiert werden.
[0009] Die mechanische Entkopplung der Drehbewegung der Handhabe von dem verlagerbaren Element
wird bevorzugt dadurch erreicht, dass ein Antrieb zum Verlagern des verlagerbaren
Elements zwischen der Freigabeposition und der Brems- oder Blockierposition vorgesehen
ist, der durch berührungslose, insbesondere magnetische Kopplung mit der Drehbewegung
der Handhabe in Bewegung versetzbar ist. Die berührungslose Kopplung ist bevorzugt
von einer von der Drehbewegung der Handhabe angetriebenen Wirbelstromkupplung gebildet.
[0010] Alternativ kann die berührungslose Kopplung einen elektrischen Generator umfassen,
der von der Drehbewegung der Handhabe angetrieben wird und der eine elektrische Spannung
für den Antrieb des verlagerbaren Elements zur Verfügung stellt.
[0011] Besonders bevorzugt ist die Wirbelstromkupplung nach Art eines Wirbelstromtachometers
ausgebildet. Die Wirbelstromkupplung umfasst hierbei bevorzugt ein Wirbelstromelement
und ein Permanentmagnetelement, die relativ zueinander drehbar sind. Bei einem Wirbelstromtachometer
dreht sich das mit einem Permanentmagneten versehene Permanentmagnetelement und erzeugt
in dem in Abstand davon angebrachten Wirbelstromelement Wirbelströme. Das Wirbelstromelement
besteht bevorzugt aus einer Metallscheibe oder Glocke aus einem elektrisch leitenden
Material, insbesondere Aluminium. Auf Grund der Wirbelströme im Wirbelstromelement
entsteht eine zusätzliche Feldenergie. Diese Feldenergie würde vermieden werden, wenn
das drehbar gelagerte Wirbelstromelement mitrotieren würde. Daran wird es aber durch
ein Rückstellelement gehindert. Das Magnetfeld steigt linear mit der Geschwindigkeit,
die Feldenergie quadratisch, die Kraftwirkung als deren Ableitung wieder linear, ebenso
wie die Rückstellkraft des Rückstellelements mit seiner Winkelauslenkung. Damit ist
die Auslenkung bzw. der Drehwinkel des Wirbelstromelements proportional zur Drehzahl.
Das Rückstellelement kann hierbei bevorzugt als Federelement ausgebildet sein. Alternativ
kann als Rückstellelement jedes andere zur Aufnahme eines Drehmoments oder einer Kraft
geeignete Element verwendet werden. Beispielsweise könnte die Abstoßung zweier gleich
gepolter Magneten als Widerstand gegen die Winkelauslenkung genutzt werden.
[0012] Bei der oben beschriebenen Ausbildung des Wirbelstromtachometers ist das Permanentmagnetelement
mit der Drehbewegung der Handhabe gekoppelt und von dieser somit angetrieben. Alternativ
kann der Wirbelstromtachometer aber auch so ausgebildet sein, dass das Wirbelstromelement
mit der Drehbewegung der Handhabe gekoppelt ist. Diesfalls ist nicht das Wirbelstromelement,
sondern das drehbar gelagerte Permanentmagnetelement mit dem Rückstellelement verbunden.
[0013] Die Winkelauslenkung des mit dem Rückstellelement verbundenen Teils des Wirbelstromtachometers
wird bevorzugt über ein Getriebe oder eine Umsetzeinheit in eine Verlagerungsbewegung
des verlagerbaren Elements übersetzt, sodass das verlagerbare Element aus der Freigabeposition
und die Brems- oder Blockierposition verlagert wird. Bevorzugt ist die Ausbildung
hierbei so getroffen, dass das Getriebe oder die Umsetzeinheit das verlagerbare Element
unabhängig von der Drehrichtung der Handhabe aus der Freigabeposition in die Brems-
oder Blockierposition verlagern kann.
[0014] Das Getriebe oder das Umsetzelement umfasst beispielsweise eine an dem mit dem Rückstellelement
verbundenen Teil des Wirbelstromtachometers ausgebildete Rampe, welche die Winkelauslenkung
dieses Teils in eine axiale und/oder radiale Bewegung des verlagerbaren Elements umsetzt.
Das verlagerbare Element kann hierbei in axialer und/oder radialer Richtung geführt
sein und axial und/oder radial mit einem mit der Handhabe drehfest verbundenen Teil
des Schlosses in Eingriff gelangen und dadurch die weitere Drehbewegung der Handhabe
blockieren.
[0015] Eine bevorzugte Ausbildung sieht vor, dass das Wirbelstromelement als Wirbelstromscheibe
aus ferromagnetischem Material ausgebildet ist. Unter gewissen Umständen kann die
Verwendung eines ferromagnetischen Materials zu einer Verstärkung der Wirbelströme
führen.
[0016] Bei einer Wirbelstromkupplung bzw. einem Wirbelstromtachometer ist in der Regel wenigstens
ein Permanentmagnet an dem Permanentmagnetelement so angeordnet, dass sowohl der eine
Pol als auch der andere Pol des Magneten dem Wirbelstromelement zugewandt ist. Eine
bevorzugte Ausbildung sieht alternativ aber vor, dass das Permanentmagnetelement einen
ersten Pol und einen zweiten Pol aufweist, wobei der erste Pol dem Wirbelstromelement
zugewandt ist und der zweite Pol dem Wirbelstromelement abgewandt ist. Bei einer derartigen
Ausführung kann sich ein Magnetkreis quer durch das Wirbelstromelement schließen.
Dies wird gemäß einer bevorzugen Ausführungsvariante noch dadurch begünstigt, dass
die Wirbelstromkupplung ein metallisches, vorzugsweise ferromagnetisches Gehäuse aufweist,
das mit dem ersten und dem zweiten Pol des Permanentmagnetelements einen geschlossenen
Magnetkreis ausbildet.
[0017] Das Risiko der eingangs beschriebenen Sabotage- oder Fehlbedienung besteht insbesondere
bei Schlössern, bei denen die Handhabe drehfest mit einer das Schloss durchsetzenden
Kupplungswelle verbunden ist, die über eine Kupplung mit einer Betätigungswelle kuppelbar
ist, die drehfest mit dem Verriegelungsglied des Schlosses verbunden ist, wobei die
Betätigungswelle als Hohlwelle ausgebildet ist, welche von der Kupplungswelle durchsetzt
ist.
[0018] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird gemäß einem weiteren Aspekt der
Erfindung durch eine Sicherheitseinrichtung für Schlösser gelöst, die eine Handhabe
aufweist, welche im Ruhezustand frei drehbar und im Betätigungszustand mit dem Verriegelungsglied
des Schlosses kuppelbar ist, wobei eine Brems-oder Blockiereinrichtung vorgesehen
ist, die ab einer definierten Anzahl von Umdrehungen der Handhabe in einer Zeiteinheit
die weitere Drehbewegung bremst oder blockiert, wobei die Brems- oder Blockiereinrichtung
als Wirbelstrombremse ausgebildet ist. Die Wirbelstrombremse weist hierbei insbesondere
ein Magnetelement und ein Wirbelstromelement auf, wobei das Magnetelement entweder
wenigstens einen Permanentmagneten aufweist oder einen Elektromagneten, der bei Überschreiten
einer bestimmten Drehzahl der Handhabe eingeschaltet wird, wodurch die Wirbelstrombremse
ein dem Drehmoment der Handhabe entgegengesetztes Drehmoment aufbringt.
[0019] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in der Zeichnung schematisch dargestellten
Ausführungsbeispielen näher erläutert. In dieser zeigen Fig. 1 eine schematische Gesamtansicht
einer erfindungsgemäßen Verriegelungseinrichtung in teilzerlegtem Zustand mit Sicherheitseinrichtung,
Fig. 2 eine vergrößerte Darstellung der Sicherheitseinrichtung in einer ersten Ausführungsform,
Fig. 3 eine Detaildarstellung des Wirbelstromelements der ersten Ausführungsform,
Fig. 4a und Fig. 4b Ansichten auf zwei Varianten des Permanentmagnetelements der ersten
Ausführungsform und Fig. 5 eine vergrößerte Darstellung der Sicherheitseinrichtung
in einer zweiten Ausführungsform.
[0020] In Fig. 1 ist mit 1 ein Knauf bezeichnet, welcher frei drehbar über eine Hohlwelle
2 und eine Kupplungswelle 3 mit einer in einem weiteren Knauf 4 untergebrachten elektromechanischen
Kupplungsscheibe verbunden ist. Die Kupplungsscheibe selbst kann in beliebiger Weise
ausgebildet sein und beispielsweise magnetisch oder mechanisch mit einem entsprechenden
Bauteil, beispielsweise dem Knauf 4, gekuppelt werden. Die Betätigungswelle ist mit
5 bezeichnet und wird von einer Gleithülse 6 durchsetzt. Weiters ist eine Sperrnase
7 für die Betätigung des Schlossriegels vorgesehen, wobei diese Sperrnase 7 in axialer
Richtung durch entsprechende Sprengringe 8 justiert gehalten ist und drehfest mit
der Betätigungswelle 5 verbunden ist, welche selbst wieder drehfest mit dem innen
liegenden Knauf 4 bzw. nach erfolgter Kupplung drehfest mit der Kupplungswelle 3 verbunden
ist.
[0021] Ohne eine entsprechende Kupplung der Betätigungswelle 5 mit dem Knauf 1 kann die
Hohlwelle 2 und die damit verbundene Kupplungswelle 3 frei verdreht werden. Die Kupplungswelle
erstreckt sich hierbei durch die Gleithülse 6 hindurch und dreht sich im Inneren derselben.
Bei einer Sabotage, bei welcher der Knauf 1 und damit die Kupplungswelle 3 mit einem
hohen Drehmoment beaufschlagt und in Rotation mit Drehgeschwindigkeiten von 5.000
- 20.000 U/min versetzt wird, kann es zu thermischen Ausdehnungen und Verreibungen
kommen, sodass die Gleithülse 6 plötzlich mit der Kupplungswelle 3 mitrotiert. In
weiterer Folge kann auf Grund desselben Effektes auch die Betätigungswelle 5 von der
Gleithülse 6 mitgenommen werden, was in unerwünschter Weise zu einer Betätigung der
Sperrnase 7 führen kann.
[0022] Um die oben beschriebene unerwünschte Betätigung der Sperrnase 7 zu vermeiden, ist
im Knauf 4 eine Sicherheitseinrichtung angeordnet, welche mit der Drehbewegung der
Kupplungswelle 3 gekoppelt ist und deren weitere Drehbewegung ab einer definierten
Umdrehungsgeschwindigkeit bremst oder blockiert. Die Sicherheitseinrichtung umfasst
bei dem in Fig. 2 dargestellten ersten Ausführungsbeispiel ein als Scheibe ausgebildetes
Permanentmagnetelement 9, das mit der Kupplungswelle 3 drehfest verbunden ist. Das
Permanentmagnetelement 9 weist wenigstens einen Permanentmagneten auf und wirkt mit
einem Wirbelstromelement 10 zusammen, das topfförmig ausgebildet ist und das scheibenförmige
Permanentmagnetelement 9 umfangsmäßig umgibt. Das Permanentmagnetelement 9 und das
Wirbelstromelement 10 bilden gemeinsam einen Wirbelstromtachometer aus, wobei, wie
in Fig. 3 ersichtlich, das Wirbelstromelement 10 mit einem als Feder 11 ausgebildeten
Rückhalteelement verbunden ist, das auf das Wirbelstromelement 10 ein Rückstellmoment
ausübt, sobald es ausgehend von der in Fig. 3 dargestellten Ruhelage eine Winkelauslenkung
erfährt. Auf diese Weise ist die Winkelauslenkung des Wirbelstromelements 10 direkt
proportional zur Drehgeschwindigkeit des Permanentmagnetelements 9. Die Winkelauslenkung
des Wirbelstromelements 10 wird nun über ein geeignetes Getriebe in eine Verschiebebewegung
eines nicht dargestellten verlagerbaren Elements übersetzt, sodass das verlagerbare
Element aus einer Freigabeposition in eine Brems- oder Blockierposition verlagert
wird. In der Brems- oder Blockierposition greift das verlagerbare Element in eine
Ausnehmung der Kupplungswelle 3 oder wirkt in anderer Weise mit der Kupplungswelle
3 oder einem mit dieser drehfest verbundenen Bauteil zusammen, um ein Bremsmoment
oder einen Blockiereffekt auf die Kupplungswelle 3 bzw. den Knauf 1 auszuüben.
[0023] Fig. 4a zeigt eine Ansicht auf die Stirnfläche des Permanentmagnetelements 9, dessen
Permanentmagnet einen ersten Magnetpol (Nordpol) 15 und einen zweiten Magnetpol (Südpol)
16 aufweist, die beide dem Wirbelstromelement 10 zugewandt sind. Bei der Ausbildung
gemäß Fig. 4b ist die dem Wirbelstromelement 10 zugewandte Stirnfläche viergeteilt,
wobei zwei Südpole 16 und zwei Nordpole 15 vorgesehen sind, die in Umfangsrichtung
abwechselnd angeordnet sind. Weitere Abwandlungen sind denkbar, bei denen die Stirnfläche
in 6, 8, 10 etc. Teile geteilt ist.
[0024] In Fig. 5 ist eine abgewandelte Ausbildung der Sicherheitseinrichtung dargestellt,
in welcher der Wirbelstromtachometer von einem ferromagnetischen Gehäuse 12 umschlossen
ist. Das Wirbelstromelement 10 ist ebenfalls aus einem ferromagnetischen Material
ausgebildet. Weiters ist ein Permanentmagnet so am Permanentmagnetelement 9 angeordnet,
dass der eine Magnetpol 13 des Permanentmagneten dem Wirbelstromelement 10 zugewandt
und der andere Magnetpol 14 des Permanentmagneten vom Wirbelstromelement 10 abgewandt
ist. Dadurch schließt sich über das Gehäuse 12 ein Magnetkreis.
[0025] Grundsätzlich ist die Erfindung nicht auf bestimmte Ausführungen von Verriegelungseinrichtungen
beschränkt. So kann die erfindungsgemäße Sicherheitseinrichtung nicht nur bei Zylinderschlössern
zum Einsatz gelangen, sondern beispielsweise auch in Beschlägen, welche die Funktion
haben, die Handhabe mit der Türfallenbetätigung zu koppeln oder zu entkoppeln. Im
entkoppelten Zustand ist die Handhabe, wie z.B. ein Drücker ohne Wirkung, während
die Handhabe im gekoppelten Zustand die Falle betätigt. Im entkoppelten Zustand kommt
die erfindungsgemäße Sicherheitseinrichtung zum Einsatz und soll verhindern, dass
eine ruckartige Betätigung der Handhabe ohne Zutrittsberechtigung zu einer Betätigung
der Falle führt.
1. Sicherheitseinrichtung für Schlösser mit einer Handhabe, welche im Ruhezustand frei
drehbar und im Betätigungszustand mit dem Verriegelungsglied des Schlosses kuppelbar
ist, wobei eine Brems- oder Blockiereinrichtung vorgesehen ist, die ab einer definierten
Anzahl von Umdrehungen der Handhabe in einer Zeiteinheit die weitere Drehbewegung
bremst oder blockiert, wobei die Brems- oder Blockiereinrichtung ein zwischen einer
Freigabeposition und einer Brems- oder Blockierposition verlagerbares Element umfasst,
das in der Brems- oder Blockierposition mit einem Gegenelement zusammenwirkt, um die
weitere Drehbewegung zu bremsen oder zu blockieren, dadurch gekennzeichnet, dass die Handhabe (1) von dem verlagerbaren Element in dessen Freigabeposition mechanisch
entkoppelt ist.
2. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das verlagerbare Element in der Brems- oder Blockierposition mit der Handhabe (1)
oder einem mit der Handhabe (1) drehfest gekoppelten Teil (3) zusammenwirkt, um die
weitere Drehbewegung zu bremsen oder zu blockieren.
3. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Antrieb zum Verlagern des verlagerbaren Elements zwischen der Freigabeposition
und der Brems- oder Blockierposition vorgesehen ist, der durch berührungslose, insbesondere
magnetische Kopplung mit der Drehbewegung der Handhabe in Bewegung versetzbar ist.
4. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die berührungslose Kopplung von einer von der Drehbewegung der Handhabe (1) angetriebenen
Wirbelstromkupplung gebildet ist.
5. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Wirbelstromkupplung nach Art eines Wirbelstromtachometers ausgebildet ist.
6. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Wirbelstromkupplung ein Wirbelstromelement (10) und ein Permanentmagnetelement
(9) umfasst, die relativ zueinander drehbar sind.
7. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Wirbelstromelement (10) als Wirbelstromscheibe aus ferromagnetischem Material
ausgebildet ist.
8. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Permanentmagnetelement (9) einen ersten Magnetpol (13) und einen zweiten Magnetpol
(14) aufweist, wobei der erste Magnetpol (13) dem Wirbelstromelement (10) zugewandt
ist und der zweite Magnetpol (14) dem Wirbelstromelement (10) abgewandt ist.
9. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Wirbelstromkupplung ein metallisches, vorzugsweise ferromagnetisches Gehäuse
(12) aufweist, das mit dem ersten und dem zweiten Magnetpol (13,14) des Permanentmagnetelements
(9) einen geschlossenen Magnetkreis ausbildet.
10. Sicherheitseinrichtung für Schlösser mit einer Handhabe, welche im Ruhezustand frei
drehbar und im Betätigungszustand mit dem Verriegelungsglied des Schlosses kuppelbar
ist, wobei eine Brems- oder Blockiereinrichtung vorgesehen ist, die ab einer definierten
Anzahl von Umdrehungen der Handhabe in einer Zeiteinheit die weitere Drehbewegung
bremst oder blockiert, dadurch gekennzeichnet, dass die Brems- oder Blockiereinrichtung als Wirbelstrombremse ausgebildet ist.
11. Sicherheitseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Handhabe (1) drehfest mit einer das Schloss durchsetzenden Kupplungswelle (3)
verbunden ist, die über eine Kupplung mit einer Betätigungswelle (5) kuppelbar ist,
die drehfest mit dem Verriegelungsglied (7) des Schlosses verbunden ist, wobei die
Betätigungswelle (5) als Hohlwelle ausgebildet ist, welche von der Kupplungswelle
(3) durchsetzt ist.
12. Verriegelungseinrichtung für Gebäudetüren, vorzugsweise Schließzylinder oder Beschlag,
Fenster oder dgl. mit einer Handhabe, welche im Ruhezustand frei drehbar und im Betätigungszustand
mit dem Verriegelungsglied der Verriegelungseinrichtung kuppelbar ist, gekennzeichnet durch eine Sicherheitseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11.