[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Ausleuchten von Innenräumen nach dem
Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Eine Einrichtung dieser Art ist in der
EP-A-1 146 283 zeichnet sich dadurch aus, dass ihr aus Spiegel- bzw. Reflektorplatten bestehender
Lichtschacht durch die Anordnung und Beschaffenheit seiner Wände das Aussenlicht in
tiefgelegene Innenräume hineinleitet. Es ist dabei ein Gehäuse vorgesehen, welches
einer der Wände des zu beleuchtenden Raumes zugeordnet ist. Eine der Endpartien dieses
Gehäuses befindet sich im Bereich des Erdniveaus. Eine lichtreflektierende bzw. lichtleitende
Vorrichtung im Gehäuse ermöglicht, dass sie Licht von der äusseren Endpartie des Gehäuses
in den zu beleuchtenden Raum führen kann.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung der vorstehend genannten
Art so zu verbessern, dass sie im Notfall eine Evakuierung aus einem tiefgelegenen
Innenraum ohne aufwendige Vorkehrungen ermöglicht.
[0004] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass im Notfall einzelne Bauelemente
des Lichtschachtes mit einfachen Handgriffen entfernbar sind, wobei nach Entfernen
derselben eine im Gehäuse installierte Ausstiegsleiter durch die Wandöffnung des vom
Lichtschacht ausgeleuchteten Innenraums zugänglich ist.
[0005] Auf diese Weise ist es bei einem Notfall möglich, durch den Lichtschacht ins Freie
zu gelangen, ohne dass dafür aufwendige Hilfsmittel nötig sind.
[0006] Es ist in diesem Sinne besonders vorteilhaft, wenn die Bauelemente des Lichtschachts
als Spiegelmodule ausgebildet sind, wobei vorzugsweise die unteren Modulteile des
mittleren Spiegelmoduls mit leichten Handgriffen aushängbar und im vom Lichtschacht
ausgeleuchteten Innenraum ablegbar sind. Die Entfernung einzelner Bauelemente des
Lichtschachts ermöglicht im Notfall den schnellen Zugang zur Ausstiegsleiter und damit
die schnelle Evakuierung des Rückraums.
[0007] Welche und wieviele Bauelemente ausgehängt werden, kann von Fall zu Fall je nach
den jeweiligen Raumverhältnissen ausgelegt werden. Vorrangig werden die Bauelemente
im krummen Bereich des Lichtschachtes abgebaut. Im Bedarfsfall kann aber auch das
obere Bauelement des entsprechenden Spiegelmoduls ausgehängt werden. Die erfindungsgemässe
Anordnung erleichtert auch später die Wiederherstellung des Lichtschachts.
[0008] Je nach Raumverhältnissen, ist die Ausstiegsleiter entweder schräg oder senkrecht
an der vorderseitigen Innenwand des Gehäuses aufgestellt. Die senkrechte Anordnung
ist platzsparender als die schräge. Diese erleichtert ihrerseits u.U. den Ausstieg.
Gegebenenfalls kann sie mit einer oberen Standfläche versehen sein. Die Ausstiegsleiter
kann lose gegen die Gehäusewand angelegt sein oder an der Gehäusewand befestigt sein.
[0009] Bei Einrichtungen, deren Lichtschacht an seinem annähernd auf Erdniveau liegenden
Ende mit einer Abdeckung aus lichtdurchlässigem Material verschlossen ist, sieht die
Erfindung vor, dass die Abdeckung mit einer vorzugsweise von aussen betätigbaren Riegelvorrichtung
versehen ist. Auf diese Weise ist es im Notfall möglich, die Abdeckung rasch zu öffnen
und damit den Ausstieg aus dem Innenraum des Gebäudes zu beschleunigen. Die Riegelvorrichtung
kann entweder von Hand oder elektrisch betätigt werden. Letzteres hat den Vorteil,
dass es eine Fernbetätigung ermöglicht.
[0010] Zwecks einer möglichst einfachen Bau- und Betätigungsweise dieser Abdeckung ist es
erfindungsgemäss vorgesehen, dass sie durch eine ein-oder mehrteilige Glasplatte aus
Sicherheitsglas gebildet ist, die vorzugsweise um ihre hintere Längskante aufklappbar
ist. Die Aufklappbarkeit der Abdeckung kann durch seitliche Gelenkfedern unterstützt
werden. Das erleichtert die Freilegung der Ausstiegsöffnung im Notfall.
[0011] Die Wandöffnung des Innenraums kann mit einem im Notfall leicht zu öffnenden Fenster
versehen sein. Der Innenraum ist damit nach aussen hin verschliessbar, kann aber dennoch
jederzeit durch das geöffnete Fenster verlassen werden.
[0012] Die Erfindung sowie weitere Vorteile derselben sind nachfolgend anhand mehrerer Ausführungsbeispiele
unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Teilansicht des Innenraums eines Gebäudes mit einer erfindungsgemässen Einrichtung
zur Ausleuchtung des Innenraums, im Schnitt und schematisch dargestellt,
- Fig. 2
- die Einrichtung nach Fig. 1 in perspektivischer schematischer Darstellung,
- Fig. 3
- einen schematischen Schnitt der Einrichtung nach Fig. 1 mit einer schräg aufgestellten
Ausstiegsleiter,
- Fig. 4
- eine Variante einer Einrichtung nach Fig. 1, auch im Schnitt und schematisch dargestellt,
- Fig. 5
- einen schematischen Schnitt einer weiteren Variante einer erfindungsgemässen Einrichtung,
- Fig. 6
- eine Einzelheit der Abdeckung gemäss Fig. 1, vergrössert dargestellt, und
- Fig. 7
- einen Schnitt einer weiteren Einzelheit der Abdeckung nach Fig. 1.
[0013] Fig. 1 und Fig. 2 zeigen einen Teil eines Gebäudes 1 im Bodenbereich mit einem Innenraum
2, der mit einer unter dem Erdniveau 3 liegenden Wandöffnung 4 versehen ist. In dieser
kann ein bei Bedarf auf übliche Weise zu öffnendes Fenster 5 eingebaut sein.
[0014] Zur Ausleuchtung des Innenraums 2 insbesondere von Tageslicht von aussen dient eine
Einrichtung 6 mit einem die Wandöffnung 4 umschliessenden Gehäuse 7 und einem darin
eingebauten Lichtschacht 8, dessen oberes Ende 9 mit dem Erdniveau 3 annähernd bündig
ist und dessen unteres Ende 10 in die Wandöffnung 4 mündet, wobei der Querschnitt
des Lichtschachts dort flächenmässig etwa so gross wie derjenige der Wandöffnung 4
bemessen ist.
[0015] Das Gehäuse 7 aus Ziegel- oder Betonmauerwerk ist direkt an der Aussenwand 11 des
Gebäudes angeordnet. Sein oberes Ende 12 ist offen und weist eine lichtdurchlässige
Abdeckung 13 auf, die bei Bedarf aufklappbar ist. Sein unteres Ende 14 ist ebenfalls
offen und ermöglicht damit, dass eventuell eingedrungenes Wasser im Erdreich versickern
kann.
[0016] Der Lichtschacht 8 besteht aus lichtleitenden bzw. lichtreflektierenden Bauelementen
15a bis 15g, die als Spiegelmodule aus Spiegelglas oder einem vergleichbaren Material
hergestellt sind. Die seitlichen Module 15a und 15b sowie die hinteren Module 15c
und 15d sind an den Wänden des Gehäuses 7 fest fixiert. Die übrigen Module 15e bis
15g sind dreiteilig ausgeführt, wobei das obere Modulteil 16 in der Regel ebenfalls
an der Gehäusewand fixiert ist, während die beiden unteren Modulteile 17a, 17b aneinander
sowie endseitig am oberen Modulteil 16 bzw. am Rahmen der Wandöffnung 4 aufgehängt
sind. Diese Modulteile 16, 17a, 17b sind ebenfalls aus Spiegelglas, einem spiegelnden
unzerbrechlichen Metallblech oder ähnlichem hergestellt.
[0017] Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, hat der Lichtschacht 8 einen rechteckigen Querschnitt.
Im unteren Bereich ist er zur Wandöffnung 7 hin gekrümmt, wobei die unteren Modulteile
17a, 17b der Spiegelmodule 15e bis 15g die Geometrie dieser Krümmung definieren.
[0018] Erfindungsgemäss ist im Zwischenraum 18 zwischen dem Gehäuse 7 und dem Lichtschacht
8 eine vor den Modulteilen 17a, 17b des mittleren Spiegelmoduls 15f angeordnete Ausstiegsleiter
19 vorgesehen. Sie erstreckt sich vom unteren Ende 14 des Gehäuses 7 bis zur Verbindungslinie
zwischen den aneinander aufgehängten Modulteilen 16 und 17a des mittleren Moduls.
Die Ausstiegsleiter 19 kann an der Gehäusewand 20 aufgestützt oder an ihr befestigt
sein.
[0019] Zum Evakuieren des Innenraums 2 werden im Notfall die Modulteile 17a und 17b des
mittleren Spiegelmoduls ausgehängt und in den Innenraum 2 durch die Wandöffnung 4
abtransportiert. Damit ist die Ausstiegsleiter 19 frei zugänglich und flüchtende Personen
können schnell auf der Leiter 19 hinausklettern und sich durch den geöffneten Lichtschacht
8 ins Freie begeben.
[0020] Zwecks einer grösseren Bewegungsfreiheit der flüchtenden Personen kann auch das obere
Modulteil 16 des mittleren Spiegelmoduls entfernbar sein. Dadurch kann gegebenenfalls
eine längere Ausstiegsleiter eingesetzt werden. Um die Zugänglichkeit der Ausstiegsleiter
zu verbessern, können auch entsprechende Modulteile der seitlichen Spiegelmodule 15e
und/oder 15g entfernbar sein.
[0021] Die Verbindung der entfernbaren Modulteile mit einer leicht lösbaren Aufhängung ermöglicht
im Notfall den schnellen Abbau der Modulteile mit einfachen Handgriffen und, bei entsprechender
Bemessung dieser Teile, auch ihren bequemen Abtransport.
[0022] Bei den Einrichtungen nach Fig. 3 und Fig. 4 ist die Ausstiegsleiter 19 schräg aufgestellt,
was den Ausstieg erleichtern kann und zudem die Möglichkeit bietet, am oberen Ende
der Leiter eine Standfläche 21 vorzusehen, auf der eine flüchtende Person haltmachen
kann. In der Variante nach Fig. 3 ist die Ausstiegsleiter 19 auf dem unteren Erdboden
aufgestützt. In der Variante nach Fig. 4 ist sie an beiden Enden in der Vorderwand
20 des Gehäuses 7 fest verankert.
[0023] Im Normalfall ist die Abdeckung 13 zugeklappt, wobei die Glasplatte 22 in dieser
Stellung aus Sicherheitsgründen verriegelt ist. Im gegebenenfalls eintretenden Notfall
wird sie von aussen - oder von innen durch die flüchtende Person - sofort entriegelt
und mit Unterstützung der Gelenkfedern 24 aufgeklappt.
[0024] Bei den erläuterten Ausführungsbeispielen verläuft der Fluchtweg durch den Oberteil
27 des Lichtschachtes. Er könnte aber auch in einen offenen Nebenschacht 28 ausserhalb
des Lichtschachtes verlegt werden. Dadurch kann dieser dauerhaft verschlossen sein,
während die flüchtende Person ungehindert durch den offenen Nebenschacht aussteigen
kann.
[0025] Bei der Einrichtung nach Fig. 5 ist der Lichtschacht 8 mit einer oberen Abdeckung
53 mit solchen lichtleitenden bzw. lichtreflektierenden Bauelementen 15a bis 15g wie
gemäss Fig. 2 ausgekleidet. Im Unterschied zu der der Variante gemäss Fig. 1 ist erfindungsgemäss
eine Ausstiegsleiter 59 in dem Lichtschacht 8 innerhalb der als Spiegelmodule vorgesehenen
Bauelemente 15f, 15g fix angeordnet.
[0026] Diese Ausstiegsleiter 59 steht dabei mit ihrem unteren Ende 59' auf dem Boden 14
und kann zudem mit ihrem oberen Ende beim Schachteingang befestigt sein. Sie erstreckt
sich demzufolge über die gesamte Höhe des Lichtschachtes und ermöglicht damit einen
komfortablen Ausstieg. Es ist dabei wenigstens ein Modulteil 17a schräg in dem Schacht
8 wegnehmbar eingelegt oder lösbar befestigt. Bei diesem Modulteil 17a sind ferner
noch Handgriffe 57 angedeutet, durch welche dann im Notfall das Modulteil 17a weggenommen
und folglich Personen durch die Wandöffnung 4 und die Ausstiegsleiter 59 hochsteigen
können, ohne dass diese Leiter in Position gebracht werden muss. Da diese Ausstiegsleiter
59 nur aus dünnen Holmen und Stegen besteht, ist nur eine vernachlässigbare Spiegelungseinschränkung
vorhanden. Zudem ist der untere Teil der Leiter 59 bei eingelegtem Modulteil 17a hinter
diesem plaziert und daher nicht sichtbar.
[0027] Als lichtdurchlässige Abdeckung wird gemäss Fig. 6 und Fig. 7 vorteilhaft eine Glasplatte
22 aus Sicherheitsglas eingesetzt, die um ihre hintere Längskante 23 aufklappbar ist.
Die Aufklappbarkeit wird durch seitliche Gelenkfedern 24 unterstützt. Die Glasplatte
22 ist in einem Metallrahmen 25 eingefasst, in den seitliche Verriegelungsbolzen 26
hineingreifen. Diese können entweder von Hand oder mit einer elektromagnetischen Vorrichtung
betätigt werden, wobei die Betätigung sowohl von innen als auch vorzugsweise von aussen
erfolgen kann. Bei elektrischer Betätigung kann die Verriegelung mit einer Fernbedienung
versehen sein.
[0028] Die Einrichtung nach der Erfindung ermöglicht im Notfall die Evakuierung des Innenraums
durch den Lichtschacht ohne aufwendige Hilfsmittel und ohne umständliche Handgriffe.
[0029] Die Erfindung ist mit den oben erläuterten Ausführungsbeispielen ausreichend dargetan.
Sie könnte aber noch in anderen Varianten veranschaulicht sein. So könnte anstelle
einer Ausstiegsleiter auch eine treppenartige Ausbildung für diese Evakuierung einer
Person verwendet werden.
1. Einrichtung zum Ausleuchten von Innenräumen mit einer unter dem Erdniveau (3) liegenden
Wandöffnung (4), wobei die Einrichtung ein die Wandöffnung umgebendes Gehäuse (7)
aufweist, in dem ein in die Wandöffnung mündender Lichtschacht (8) aus lichtleitenden
bzw. lichtreflektierenden Bauelementen (15a bis 15f) eingebaut ist, dadurch gekennzeichnet, dass
im Notfall wenigstens ein Bauelement (17a, 17b) des Lichtschachtes mit einfachen Handgriffen
entfernbar ist, wobei nach Entfernen derselben eine im Gehäuse (7) installierte Ausstiegsleiter
(19, 59) oder dergleichen durch die Wandöffnung (4) des vom Lichtschacht ausgeleuchteten
Innenraums (2) zugänglich ist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bauelemente des Lichtschachts (8) als Spiegelmodule (15a bis 15g) ausgebildet
sind, wobei vorzugsweise die unteren Modulteile (17a, 17b) des mittleren Spiegelmoduls
(15f) mit leichten Handgriffen aushängbar und im Innenraum (2) ablegbar sind.
3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass auch das obere Modulteil (16) des mittleren Spiegelmoduls (15g) aushängbar ist.
4. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass
die Ausstiegsleiter (19) senkrecht oder schräg an der vorderseitigen Innenwand (20)
des Gehäuses (7) abgestützt ist.
5. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass
die Ausstiegsleiter (19) an der vorderseitigen Innenwand (20) des Gehäuses (7) befestigt
ist.
6. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass
die Ausstiegsleiter (59) in dem Lichtschacht (8) innerhalb der als Spiegelmodule vorgesehenen
Bauelemente (15a bis 15g) angeordnet ist.
7. Einrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein wegnehmbares Bauelement (17a) vor der Ausstiegsleiter (59) vorhanden ist.
8. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass
der Lichtschacht (8) an seinem annähernd auf Erdniveau liegenden Ende mit einer Abdeckung
(13) aus lichtdurchlässigem Material verschlossen ist, wobei die Abdeckung (13) mit
einer vorzugsweise von aussen betätigbaren Riegelvorrichtung (26) versehen ist.
9. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Riegelvorrichtung (26) elektrisch betätigbar ist.
10. Einrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass
die Abdeckung (13) durch eine ein- oder mehrteilige Glasplatte (22) aus Sicherheitsglas
gebildet ist, die vorzugsweise um ihre hintere Längskante (23) aufklappbar ist.
11. Einrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufklappbarkeit der Glasplatte (22) durch seitliche Gelenkfedern (24) unterstützt
wird.