[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Garen eines Gargutes und ein
Gargerät. Im Stand der Technik sind verschiedenste Gargeräte und Verfahren zum Zubereiten
von Gargütern bekannt geworden, womit zufriedenstellende Ergebnisse erzielbar sind.
[0002] Bei Gargeräten ist es durch den Einsatz von beispielsweise Ober- und Unterhitze möglich,
Fleisch in dem Garraum anzubraten, sodass es eine ansprechende Bräune erhält. Mit
einem Dampfgargerät kann eine effektive und schonende Garung erreicht werden. Nachteilig
bei Gargeräten, die nur über thermische Heizquellen oder Trockenheizquellen verfügen,
ist, dass das Gargut während des Garprozesses zu stark austrocknen kann. Nachteilig
bei Dampfgargeräten kann es hingegen sein, dass die Oberfläche zu feucht ist und das
Gargut wie gekocht wirkt. Deshalb sind auch Kombigeräte bekannt geworden, die sowohl
über eine Dampfheizquelle als auch über Trockenheizquellen verfügen. Auch mit solchen
Kombigargeräten erreicht ein zu garendes Fleischstück nicht immer das gewünschte Garergebnis.
[0003] Es ist deshalb die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Garverfahren und ein Gargerät
zur Verfügung zu stellen, womit ein zufriedenstellendes Garergebnis möglich ist.
[0004] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zum Garen eines Gargutes mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 und durch ein Gargerät mit den Merkmalen des Anspruchs 11. Bevorzugte
Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche. Weitere Vorteile
und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der allgemeinen Beschreibung
und der Beschreibung der Ausführungsbeispiele.
[0005] Das erfindungsgemäße Verfahren dient zum Garen oder Zubereiten eines Gargutes in
einem Garraum eines Gargerätes. Dabei wird der Garraum über wenigstens eine Trockenheizquelle
beheizt. Dem Garraum kann über wenigstens eine Dampfquelle Dampf zugeführt werden.
Die Dampfmenge in dem Garraum wird gesteuert. Es ist wenigstens eine Garphase vorgesehen,
in welcher die Dampfmenge in dem Garraum in Abhängigkeit von einer für das Gargut
vorgegebenen Oberflächentemperatur gesteuert wird. In dieser Garphase wird die Garraumtemperatur
im Wesentlichen über eine Heizleistung der Trockenheizquelle eingestellt, sodass die
Garraumtemperatur innerhalb der Garphase im Wesentlichen um ein vorgegebenes Maß oberhalb
der vorgegebenen Oberflächentemperatur liegt.
[0006] Das erfindungsgemäße Verfahren hat viele Vorteile, da es ein zufriedenstellendes
Garergebnis mit geringem Aufwand ermöglicht. Durch das erfindungsgemäße Verfahren
wird wenigstens in der Garphase die Dampfmenge in dem Garraum derart gesteuert, dass
die Oberflächentemperatur eines sich in dem Garraum befindenden Gargutes den gewünschten
Wert wenigstens im Wesentlichen annimmt. Gleichzeitig wird unabhängig von der Oberflächentemperatur
eine darüber liegende Garraumtemperatur eingestellt.
[0007] Insbesondere wenn die Garphase eine spätere oder sogar die letzte Garphase des Garprozesses
ist, entspricht die vorgegebene Oberflächentemperatur wenigstens bei einem genügend
langen Garvorgang im Wesentlichen auch der Kerntemperatur eines zu garenden Gargutes.
Durch die Vorgabe einer Oberflächentemperatur für das Gargut wird folglich eine Kerntemperatur
vorgegeben, sodass das gewünschte Garergebnis erreicht werden kann. Die Erfindung
macht sich dabei zu Nutze, dass der Wärmeübergang bei kondensierendem Dampf maximal
bei der Taupunkttemperatur der zugehörigen Luftfeuchte erfolgt. Übersteigt die Oberflächentemperatur
des zu garenden Gargutes die Taupunkttemperatur, so kondensiert der in der Luft enthaltende
Wasserdampf an der Oberfläche des Gargutes nicht. Erst wenn die Oberfläche des Gargutes
die Taupunkttemperatur unterschreitet, kondensiert an der Oberfläche des Gargutes
Dampf aus der Umgebung. Der Wärmeübergang von dem Garraum auf das Gargut durch kondensierenden
Dampf hängt dabei im Wesentlichen linear von der Temperaturdifferenz zwischen der
Oberfläche des Gargutes und der Taupunkttemperatur in dem Garraum ab. Aufgrund der
erheblichen Kondensationsenergie des kondensierenden Dampfes wird dabei auch bei geringen
Temperaturunterschieden von 0,5°C, 1°C, 2°C oder 3°C eine erhebliche Wärmeleistung
von dem Garraum an das zuzubereitende Gargut übertragen.
[0008] Über ein sogenanntes psychrometrisches Diagramm kann aus der Taupunkttemperatur und
der trockenen Garraumtemperatur die Luftfeuchte bestimmt werden. Daraus kann auch
auf die Oberflächentemperatur eines in Dampfaustausch mit dem Garraum stehenden Gargutes
geschlossen werden. Bei relativ hohen Feuchtigkeitsanteilen in dem Garraum entspricht
die Oberflächentemperatur im Wesentlichen der Taupunkttemperatur und weicht nur um
wenige Zehntel Grade von der Taupunkttemperatur ab, sodass in einer ersten Näherung
die Oberflächentemperatur des zu garenden Gargutes der Taupunkttemperatur entspricht.
[0009] Über die Trockenheizquelle wird die Garraumtemperatur oberhalb der vorgegebenen Oberflächentemperatur
eingestellt. Dies führt dazu, dass eine optisch angenehme Oberfläche des Gargutes
entsteht. Gleichzeitig führt die etwas höhere Garraumtemperatur auch zu einer ständigen
- aber- geringen Verdampfung an der Oberfläche des Gargutes, wenn die Oberflächentemperatur
des Gargutes die Taupunkttemperatur erreicht oder sogar überschreitet. Daraus ergibt
sich ein natürlicher Regelkreislauf.
[0010] Als Trockenheizquelle wird insbesondere wenigstens ein Strahlungsheizkörper und/oder
wenigstens ein Konvektionsheizkörper eingesetzt. Insbesondere wird die Heizleistung
der Trockenheizquelle in Abhängigkeit von einer für die Oberfläche des Gargutes im
Wesentlichen repräsentativen Temperatur geregelt.
[0011] Unter der Dampfmenge in dem Garraum ist die gesamte Menge Dampf zu verstehen, die
sich zu dem jeweiligen Zeitpunkt in dem Garraum befindet. Die Dampfmenge kann grundsätzlich
auch über die trockene Temperatur in dem Garraum und die zugehörige Luftfeuchte bestimmt
werden. Die Dampfmenge verringert sich mit sinkender Taupunkttemperatur und erhöht
sich mit steigender Taupunkttemperatur.
[0012] Vorzugsweise wird wenigstens eine Sensoreinrichtung eingesetzt, die zur Erfassung
eines die Oberflächentemperatur des Gargutes charakterisierenden Maßes dient.
[0013] Eine solche Sensoreinrichtung kann einen oder mehrere Sensoren umfassen. Möglich
ist es auch, dass mehrere Sensoreinrichtungen vorgesehen sind. Eine Sensoreinrichtung
kann beispielsweise einen Feuchtesensor und/oder einen Temperatursensor und/oder einen
Infrarotsensor und/oder einen O2-Sensor und dergleichen mehr umfassen. Das die Oberflächentemperatur
des Gargutes charakterisierende Maß kann insbesondere eine Temperatur sein, die für
die Oberflächentemperatur des Gargutes charakteristisch oder repräsentativ ist. Dann
kann aus dem charakterisierenden Maß die Oberflächentemperatur wenigstens näherungsweise
abgeleitet werden.
[0014] In bevorzugten Weiterbildungen ist wenigstens ein Teil der Sensoreinrichtung knapp
unterhalb der Oberfläche des Gargutes angeordnet. Eine Sensoreinrichtung, die knapp
unterhalb der Oberfläche des Gargutes beispielsweise eine Temperatur ermittelt, ist
vorteilhaft, da direkt ein Maß für die Oberflächentemperatur erfasst werden kann.
[0015] In allen Ausgestaltungen ist es möglich, dass wenigstens ein Temperatursensor vorgesehen
ist, der die Temperatur in dem Garraum ermittelt. Ein solcher Sensor ermittelt insbesondere
die Trockentemperatur. Der Temperatursensor kann Teil einer Sensoreinrichtung sein.
[0016] Vorzugsweise ist wenigstens ein Temperaturspieß vorgesehen, der wenigstens einen
Temperatursensor umfasst, um wenigstens eine Temperatur des Gargutes zu ermitteln.
Es ist ebenso auch möglich, dass zwei oder mehr Temperaturspieße vorgesehen sind,
die jeweils einen oder mehrere Temperatursensoren umfassen.
[0017] Vorzugsweise umfasst wenigstens ein Temperaturspieß mehrere voneinander beabstandete
Temperatursensoren. Wenigstens ein Temperatursignal wenigstens eines Temperatursensors
kann dann zur Ermittlung einer Kerntemperatur des Gargutes verwendet werden. Möglich
ist es auch, dass zwei unterschiedliche Termperaturspieße oder Temperatursensoren
unabhängig voneinander in dem Gargut platziert werden, um beispielsweise eine Kerntemperatur
zu ermitteln.
[0018] Besonders bevorzugt ist es auch, dass wenigstens ein Temperaturspieß mit mehreren
voneinander beabstandeten Temperatursensoren vorgesehen ist. Aus den Temperatursignalen
der Temperatursensoren wird vorzugsweise ein die Oberflächentemperatur des Gargutes
charakterisierendes Maß ermittelt.
[0019] Beispielsweise kann über ein Interpolations- oder Extrapolationsverfahren aus mehreren
Temperaturwerten eine Näherungskurve eines Temperaturverlaufes durch das Gargut berechnet
werden, aus der anschließend ein Maß für eine Oberflächentemperatur des Gargutes abgeleitet
wird.
[0020] In allen Ausgestaltungen ist es bevorzugt, dass eine Dampferzeugung verringert wird,
wenn das die Oberflächentemperatur des Gargutes charakterisierende Maß die vorgegebene
Oberflächentemperatur erreicht oder überschreitet.
[0021] Vorzugsweise wird dem Garraum Wärme entzogen, wenn das die Oberflächentemperatur
des Gargutes charakterisierende Maß die vorgegebene Oberflächentemperatur erreicht
oder diese überschreitet. Dabei ist es möglich, dass der Garraum beispielsweise geöffnet
wird, indem z. B. die Tür geöffnet wird. Es ist auch möglich, dass eine an dem Garraum
vorgesehene Klappe wenigstens teilweise geöffnet wird, um einen Luftaustausch mit
der Umgebung zu ermöglichen oder zu verstärken. Beispielsweise kann die Gerätekühlung
mit erhöhter Leistung betrieben werden, um den Garraum mit kühlerer Umgebungsluft
zu spülen. Möglich ist es auch, dass der Garraum ent- bzw. belüftet wird, um Wärme
abzuführen.
[0022] Das erfindungsgemäße Gargerät dient zum Garen eines Gargutes und weist einen Garraum
auf. Wenigstens eine Trockenheizquelle und wenigstens eine Dampfquelle sind vorgesehen.
Dabei ist eine Dampfmenge in dem Garraum steuerbar. Es ist wenigstens ein erster Steuerkreislauf
zur Steuerung der Garraumtemperatur vorgesehen und es ist wenigstens ein zweiter Steuerkreislauf
zur Regelung der Dampfmenge in dem Garraum in Abhängigkeit von einer für das Gargut
vorgegebenen Oberflächentemperatur vorgesehen.
[0023] Auch das erfindungsgemäße Gargerät hat viele Vorteile, da es die Zubereitung eines
Gargutes in einfacher Weise mit einem guten Garergebnis ermöglicht.
[0024] Vorzugsweise steht der Garraum in Strömungsverbindung mit wenigstens einer Dampfquelle
und/oder es ist wenigstens eine Dampfquelle in dem Garraum angeordnet.
[0025] Die Erfindung ermöglicht es, ein Garverfahren und ein Gargerät zu Verfügung zu stellen,
womit die Kerntemperatur des Gargutes sehr genau eingestellt werden kann. Ein Temperaturspieß
ist dabei nicht unbedingt nötig. Die Oberflächentemperatur und die Taupunkttemperatur
sind weitgehend identisch, wenn nach einer Aufheizphase der Wärmefluss nach innen
begrenzt ist, d. h., wenn das Lebensmittel erwärmt ist.
[0026] Der Wärmefluss von außen nach innen ist zeitabhängig und auch von der Größe und dem
Gewicht des Gargutes abhängig.
[0027] Der Temperaturverlauf an der Oberfläche und damit in das zu garende Lebensmittel
hinein kann sehr exakt kontrolliert bzw. geregelt werden. Da im Wesentlichen die Feuchtigkeit
geregelt wird, nimmt die Oberfläche des Gargutes sehr schnell die Taupunkttemperatur
an. Bei rein trockener Wärme würden die Vorgänge hingegen erheblich länger dauern,
oder aber man müsste mit einem Temperaturüberschwinger rechnen, der das gewünschte
Garergebnis verändern würde.
[0028] Wenn ein Abkühlen der Oberfläche gewünscht wird, kann die Luftgeschwindigkeit im
Garraum erhöht werden, indem beispielsweise ein separater Lüfter oder ein Heißluftlüfter
aktiviert wird, der für eine Garraumdurchspülung von insbesondere größer als 20 Liter/min.
und vorzugsweise größer 40 Liter oder größer 60 Liter oder sogar größer 120 Liter/min.
sorgt. Durch die erhöhte Luftbewegung verdampft an der Oberfläche des Gargutes die
Feuchtigkeit, die zu einer effektiven und schnellen Abkühlung der Oberfläche des Gargutes
führt.
[0029] Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus dem Ausführungsbeispiel,
welches im Folgenden mit Bezug auf die beiliegenden Figuren erläutert wird.
[0030] In den Figuren zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Vorderansicht eines erfindungsgemäßen Gargerätes;
- Figur 2
- eine Baueinheit für eine etwas andere Ausgestaltung eines Gargeräts;
- Figur 3
- den schematischen Verlauf der Gesamtheizleistung über der Zeit für einen Garprozess;
- Figur 4
- den schematischen Verlauf der Dampfheizleistung für den Garprozess über der Zeit nach
Fig. 3;
- Figur 5
- den schematischen Verlauf der thermischen Heizleistung über der Zeit für den Garprozess
nach Fig. 3;
- Figur 6
- den Verlauf der Solltemperaturen und der Garraumtemperatur über der Zeit für den Garprozess
nach Fig. 3; und
- Figur 7
- die Verläufe der Garraumtemperatur, der Oberflächentemperatur des Gargutes und der
Kerntemperatur des Gargutes über der Zeit für den Garprozess nach Fig. 3.
[0031] Mit Bezug auf die beiliegenden Figuren 1 bis 7 wird im Folgenden ein Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Gargeräts 1 und eines erfindungsgemäßen Garverfahrens mit
Abwandlungen beschrieben.
[0032] Das erfindungsgemäße Gargerät 1 ist hier als Dampfgargerät 100 ausgeführt und verfügt
über wenigstens eine Dampfquelle 7 bzw. einen Dampferzeuger 7 und eine Trockenheizquelle
6 als thermische Heizquelle 5.
[0033] In Fig. 1 ist das Gargerät 1 in einer stark schematischen und vereinfachten Darstellung
mit weit geöffneter Tür 59 abgebildet. Das Gargerät 1 weist einen Garraum 2 auf, der
über eine beispielsweise als Oberhitzeheizkörper oder Grillheizkörper ausgebildeten
Heizkörper 6 als thermische Heizquelle 5 bzw. Trockenheizquelle beheizbar ist. Weiterhin
ist wenigstens eine Dampfquelle bzw. ein Dampferzeuger 7 vorgesehen. Der Dampferzeuger
7 kann außerhalb des Garraums 2 vorgesehen sein und über entsprechende Verbindungsleitungen
mit Einlassöffnungen 29 in dem Garraum 2 verbunden sein, um wunschgemäß Dampf zur
Beheizung des Garraums 2 zur Verfügung zu stellen. Neben einem außerhalb des Garraums
2 angeordneten Dampferzeuger 7 ist es auch möglich, wenigstens einen Dampferzeuger
oder wenigstens eine Dampfquelle 7' innerhalb des Garraums vorzusehen. Eine solche
Dampfquelle 7' kann beispielsweise auf dem Boden des Garraums 2 vorgesehen sein, sodass
an den Wänden kondensierender Dampf wieder in das Reservoir des Dampferzeugers 7'
zurückgeleitet wird.
[0034] Ein Lüfter 57 kann für den Umluft- oder auch den Heißluftbetrieb vorgesehen sein.
[0035] Schematisch dargestellt ist in Fig. 1 ein gestrichelt abgebildeter Gargutträger,
der hier an einer von mehreren möglichen Garebenen angeordnet ist. Auf dem Gargutträger
ist schematisch ein Gargut im Schnitt abgebildet. Ein Parameter 9 des Garguts ist
hier beispielsweise die Dicke des Gargutes 4, welches beispielsweise über einen Sensor
49 automatisch erfassbar ist. Möglich ist es auch, dass ein Gewichtssensor 49' das
Gewicht des Gargutes als Parameter 9 erfasst.
[0036] Das Gargut 4 verfügt über eine Gargutoberfläche 25. In das Gargut 4 eingefügt ist
hier ein einzelner Temperatursensor 26, der dicht unterhalb der Oberfläche 25 des
Gargutes 4 angeordnet ist. Des Weiteren ist hier zusätzlich oder alternativ ein Temperaturspieß
27 als Sensoreinrichtung 40 wenigstens teilweise in das Gargut 4 eingefügt. An dem
Temperaturspieß 27 als Sensoreinrichtung 40 sind mehrere hintereinander angeordnete
Temperatursensoren 26 vorgesehen. Der Temperaturspieß 27 kann als lang gestreckter
einzackiger Spieß ausgebildet sein. Es ist aber auch möglich, dass der Temperaturspieß
27 zwei oder drei oder mehr unterschiedliche Zacken aufweist, die in unterschiedliche
Raumrichtungen ausgerichtet sein können. Über die Sensoreinrichtung 40 bzw. einen
oder mehrere Temperatursensoren 26 können unterschiedliche Temperaturen des Gargutes
4 während des Garprozesses 10 erfasst und/oder ermittelt werden.
[0037] Neben der Trockenheizquelle 6, die Heizstrahlung 16 auf die Oberfläche 25 des Gargutes
4 ausstrahlt, kann zusätzlich noch wenigstens noch ein Mikrowellenerzeuger 8 vorgesehen
sein, der Mikrowellen erzeugt und in den Garraum 2 einleitet.
[0038] Des Weiteren kann eine Sensoreinrichtung 40 als Luftfeuchtesensor 24 ausgebildet
sein und ständig oder in periodischen Zeitabständen oder nach Bedarf ein Maß für die
Luftfeuchte in dem Garraum ermitteln. Entsprechend kann einer Sensoreinrichtung 40
beispielsweise einen Temperatursensor 48 umfassen und z. B. zur ständigen oder periodischen
Temperaturerfassung der Trockentemperatur in dem Garraum 2 dienen. Das Gargerät 1
aus Fig. 1 ist ein drucklos arbeitendes Gerät, in welchem über eine oder mehrere Einlassöffnungen
29 Dampf zugeführt werden kann. Überschüssiger Dampf oder Umgebungsluft kann über
die Auslassöffnung 28 abgegeben bzw. angesaugt werden. Über die Auslassöffnung 28
steht der Garraum 2 ständig in Verbindung mit der Umgebung des Gargeräts. Möglich
ist es aber auch, das Gargerät als druckbeaufschlagbares Gargerät auszubilden. Hier
ist ein Temperatursensor 36 an der Auslassöffnung 28 vorgesehen, um zum Beispiel bei
überschüssigem Dampf das "Atmen" des Garraumes direkt zu erfassen.
[0039] Die Auslassöffnung 28 und eine oder mehrere Einlassöffnungen 29 sowie der Temperatursensor
36 können an einer gemeinsamen Baueinheit 10 vorgesehen sein. Die gemeinsame Baueinheit
10 kann unterschiedlich gestaltet werden.
[0040] Eine Steuereinrichtung 19 dient zur Steuerung des Gargerätes und des Garverfahrens.
Die Steuereinrichtung 19 weist einen ersten Steuerkreislauf 19a und einen zweiten
Steuerkreislauf 19b auf.
[0041] Das Gargerät kann einen oder mehrere Bedienknöpfe 46 und beispielsweise eine Anzeige
47 aufweisen. Mit den Bedienknöpfen 46 kann ein passendes Garprogramm ausgewählt werden,
während auf der Anzeige 47 das aktuelle Garprogramm angezeigt wird oder Informationen
dazu ausgegeben werden. Die Gerätekühlung 55 kann über einen eignen Lüfter verfügen.
Mit der Gerätekühlung 55 ist es über eine Klappe 56 möglich, den Garraum 2 zu belüften.
Die Klappe 56 kann beispielsweise von einer vollständig geschlossenen Stellung in
die in Fig. 1 dargestellte geöffnete Stellung und beispielsweise in eine weniger stark
geöffnete Stellung überführt werden, wie sie gestrichelt in Fig. 1 dargestellt ist.
Über eine entsprechende Klappensteuerung und eine Drehzahlvariation des Lüfters der
Gerätekühlung 55 kann eine wunschgemäße Zwangslüftung des Garraums 2 erfolgen. Möglich
ist es auch, dass die Tür 59 des Garraumes 2 automatisch geöffnet werden kann. Dazu
kann die Tür 59 des Garraums bei Bedarf z. B. motorisch spaltweise geöffnet werden.
[0042] In Fig. 2 ist eine Baueinheit 30 abgebildet, welche für ein Gargerät 1 in etwas anderer
Ausgestaltung eingesetzt werden kann. An der Baueinheit 30 sind hier auf vier Ebenen
39 Einlassöffnungen 29 für schematisch eingezeichneten Dampf 44 vorgesehen, mit denen
der Dampf 44 in Strahlrichtung 45 von der Baueinheit 30 in den Garraum 2 eingeleitet
werden kann. Entsprechend gestrichelt eingezeichnete Dampfleitungen können zur Verteilung
des Dampfes auf die verschiedenen Einlassöffnungen 29 vorgesehen sein. Es ist möglich,
dass die unterschiedlichen Ebenen 39 separat mit Dampf 44 beaufschlagt werden können.
Zentral an der Baueinheit 30 ist die Auslassöffnung 28 vorgesehen, um überschüssigen
Dampf aus dem Garraum nach außen abzugeben und um gegebenenfalls Luft aus der Umgebung
anzusaugen, wenn Unterdruck im Gargerät 1 vorherrscht. Der Temperatursensor 36 zur
Detektion der Lufttemperatur eines ein- bzw. austretenden Gasstromes ist zentral an
der Auslassöffnung 28 angeordnet.
[0043] Fig. 3 zeigt ein stark schematisches Diagramm der Gesamtheizleistung 20 über der
Zeit, die in den Garraum 2 während der einzelnen Phasen 11, 12 und 13 des Garprozesses
10 eingebracht wird. Zu einem ersten Zeitpunkt 51 wird der Garprozess gestartet. Vor
dem Zeitpunkt 51 können schon weitere Phasen durchgeführt worden sein. Hier wird zum
Zeitpunkt 51 die Gesamtheizleistung auf die hohe Gesamtheizleistung 21 erhöht. Die
Gesamtheizleistung wird bis zum Zeitpunkt 52 hochgehalten. Der Zeitraum zwischen dem
Zeitpunkt 51 und dem Zeitpunkt 52 definiert die Anfangsphase 11, die hier auch als
Bräunungsphase oder Anbratphase bezeichnet werden kann. In dieser Anfangsphase 11
wird der Garraum 2 vorzugsweise mit maximaler Heizleistung beaufschlagt, um das in
dem Garraum 2 vorhandene Gargut 4 bzw. dessen Oberfläche 25 zu bräunen.
[0044] Nach dem Anbraten zum Zeitpunkt 52 wird die Gesamtheizleistung 20 sehr stark reduziert.
Vorzugsweise wird die Gesamtheizleistung 20 während der sich anschließenden Ausgleichsphase
12 auf Null reduziert. Es ist möglich, dass durch Beheizung der Garraumwände zur Vermeidung
von Kondensatbildung und dergleichen auch in der Ausgleichsphase 12 noch eine aber
insbesondere nur geringe Gesamtheizleistung 22 in den Garraum 2 eingebracht wird.
Vorzugsweise wird jedoch in der Ausgleichsphase 12 der Garraum aktiv gekühlt, sodass
in der Ausgleichsphase 12 dem Garraum Wärme entzogen wird. Dies führt - selbst wenn
durch die Beheizung der Garraumwände noch eine geringe Heizleistung in den Garraum
eingebracht wird - zu einer negativen Gesamtheizleistung über wenigstens einen Teil
der Ausgleichsphase 12. Eine solche niedrige Gesamtheizleistung 22' ist in Fig. 2
punktiert dargestellt. Nach einem Temperaturausgleich zwischen der Gargutoberfläche
und dem Kernbereich des Gargutes wird zum Zeitpunkt 53 das Ende der Ausgleichsphase
12 erreicht. Hier schließt sich die Anschlussphase 13 bzw. spätere Garphase 13 direkt
an die Ausgleichsphase 12 an. In der Anschlussphase 13 wird eine mittlere Gesamtheizleistung
23 in den Garraum 2 eingebracht, bis zum Zeitpunkt 54 hier das Ende des Garprozesses
10 erreicht wird.
[0045] Obwohl in dem Diagramm nach Fig. 3 in den einzelnen Phasen 11, 12 und 13 jeweils
eine konstante Gesamtheizleistung eingezeichnet wurde, schwankt innerhalb der einzelnen
Phasen 11, 12 und 13 die eingebrachte Gesamtheizleistung. Das kann zum einen an einer
getakteten Betriebsweise von Heizkörpern liegen und zum anderen auch aus der Regelung
während des Garprozesses folgen. Grundsätzlich liegt im dargestellten Ausführungsbeispiel
allerdings die Gesamtheizleistung 21 in der ersten Phase 11 um ein Vielfaches über
der Gesamtheizleistung 22 in der Ausgleichsphase 12. In der Anschlussphase 13 bzw.
späteren Garphase wird eine Gesamtheizleistung 23 in den Garraum eingebracht, die
erheblich geringer ist als die hohe Gesamtheizleistung 21 in der Anfangsphase 11 und
erheblich höher ist als die Gesamtheizleistung 22 in der Ausgleichsphase.
[0046] Fig. 4 zeigt den Verlauf der Dampfheizleistung 17 über der Zeit für den Garprozess
nach Fig. 3. Hier wird in der Anfangsphase 11 und in der Ausgleichsphase 12 die Dampfheizleistung
31 bzw. die Dampfheizleistung 32 praktisch bei Null gehalten bis zum Zeitpunkt 53
und hier zum Beginn der Anschlussphase 13 die Dampfheizleistung 17 auf die Dampfheizleistung
33 erhöht wird.
[0047] Fig. 5 zeigt den Verlauf der thermischen Heizleistung 15 der Trockenheizquelle 6.
Die thermische Heizquelle 5 bzw. die thermischen Heizquellen 5 heizen in der Anfangsphase
11 mit einer thermischen Heizleistung 41, die im Wesentlichen oder sogar vollständig
der hohen Gesamtzeitleistung 21 aus Fig. 3 entspricht. Die Wärmestrahlung aus den
thermischen Heizquellen 5 führt zu einer Bräunung der Oberfläche 25 des Gargutes 4.
Zum Zeitpunkt 52 ist das Ende der Anfangsphase 11 bzw. Bräunungsphase erreicht. Die
thermische Heizleistung 42 in der Ausgleichsphase 12 beträgt vorzugsweise Null oder
hat nur einen geringen Wert, um einen Temperaturausgleich innerhalb des Gargutes zu
bewirken. Über unterschiedliche Quellen kann insgesamt noch eine thermische Heizleistung
42' in den Garraum 2 eingebracht werden, die aber nur einen Bruchteil der hohen Gesamtheizleistung
21 in der Anfangsphase 11 beträgt.
[0048] In der Garphase bzw. Anschlussphase 13 wird eine Heizleistung 15 über die thermische
Heizquelle 5 eingebracht, die höher als die thermische Heizleistung 42 in der Ausgleichsphase
aber niedriger als die thermische Heizleistung in der Anfangsphase 11 ist.
[0049] Gegebenenfalls kann über einen Mikrowellenerzeuger 8 Mikrowellenheizleistung 18 in
den Garraum eingebracht werden. Dann wird (vgl. Fig. 4) die eingebrachte Dampfheizleistung
33 auf eine Dampfheizleistung 33' verringert, um die gewünschte Gesamtheizleistung
23 einzuhalten.
[0050] In der Anschlussphase 13 wird über die thermische Heizquelle 5 eine Garraumtemperatur
eingestellt, die oberhalb der Taupunkttemperatur liegt. Über die Dampfquelle 7 wird
dem Garraum 2 Dampf zugeführt, wobei die Taupunkttemperatur im Wesentlichen die Oberflächentemperatur
des Gargutes 4 definiert. Dadurch kann in der Anschlussphase 13 eine Oberflächentemperatur
für das Gargut 4 vorgegeben werden, während die Garraumtemperatur entsprechend höher
gewählt wird. Bei reinen Dampfgargeräten entspricht in der Regel hingegen die Taupunkttemperatur
der Garraumtemperatur.
[0051] Fig. 6 zeigt den Verlauf der Garraumtemperatur 70 und der Solltemperaturen bzw. der
vorgegebenen Temperaturen 61 bis 63 für den Garraum und der vorgegebenen Taupunkttemperaturen
71, 72 und 73 während der Anfangsphase 11, der Ausgleichsphase 12 und der Anschlussphase
13 des Garprozesses 10.
[0052] Zum Zeitpunkt 51 beginnt die Anfangsphase 11 und es wird eine Temperatur 61 vorgegeben,
die hier im Ausführungsbeispiel beispielsweise 220° betragen kann. Auch höhere und
niedrigere Werte sind möglich. Zum Zeitpunkt 52 wird die Solltemperatur für den Garraum
von der Temperatur 61 auf die vorgegebene Temperatur 62 abgesenkt. Die vorgegebene
Temperatur 62 kann beispielsweise der Umgebungstemperatur entsprechen. Während in
der Anfangsphase 11 mit maximaler Heizleistung geheizt wird, wird nun in der Ausgleichsphase
12 die in dem Garraum angebrachte Gesamtheizleistung möglichst stark reduziert, damit
die angestrebte Solltemperatur 62 möglichst schnell erreicht wird. Gegebenenfalls
wird die Garraumtür 59 geöffnet oder aber ein stärkerer Luftstrom durch den Garraum
2 geführt. Zum Zeitpunkt 53 wird als Solltemperatur die vorgegebene Temperatur 63
vorgegeben. Dementsprechend wird die in den Garraum eingebrachte Gesamtheizleistung
entsprechend angepasst.
[0053] Der Verlauf der Solltemperaturen bzw. vorgegebenen Taupunkttemperaturen 71, 72 und
73 ist für die Anfangsphase 11, die Ausgleichsphase 12 und die Anschlussphase 13 in
Fig. 6 ebenfalls dargestellt.
[0054] In der Anfangsphase 11 und der Ausgleichsphase 12 werden hier Taupunkttemperaturen
71 und 72 vorgesehen, die beispielsweise 0° oder dergleichen betragen. Auch Taupunkttemperaturen,
die erheblich unter 0°C liegen, um den Eintrag von Dampf während der Phasen 11 und
12 zu unterbinden, sind möglich. In der Anfangsphase 11 wird in der Regel das Gargut
gebräunt und dabei kann das Einbringen von Dampf in den Garraum kontraproduktiv sein.
[0055] Zu Beginn der Anschlussphase 13 bzw. Garphase 13 wird eine Taupunkttemperatur 73
vorgesehen, die grundsätzlich frei gewählt werden kann, aber von der das erzielte
Garergebnis wesentlich abhängt. Die Taupunkttemperatur 73 gibt im Wesentlichen die
Kerntemperatur vor, die am Ende des Garprozesses 10 vorliegt. Wird beispielsweise
eine Kerntemperatur von 65° gewünscht und eine Taupunkttemperatur von 65° vorgegeben
und eingehalten, so wird dem Gargut ab einer Oberflächentemperatur von 65° keine Heizleistung
über kondensierenden Dampf mehr zugeführt. Deshalb wird über die Vorgabe einer Taupunkttemperatur
gleichzeitig wirksam eine Oberflächentemperatur für das Gargut vorgegeben. Werden
keine oder nur im geringen Maße Mikrowellen eingesetzt und wird nur eine geringe thermische
Heizleistung eingebracht, so entspricht die Taupunkttemperatur am Ende des Garprozesses
10 der Oberflächentemperatur und im Wesentlichen auch der Kerntemperatur.
[0056] Über eine getrennte Regelung der (trocknen) Garraumtemperatur 70 und der Taupunkttemperatur
74 während der Garphase 13 kann die gewünschte Zartheit eines zuzubereitenden Fleischstückes
eingestellt werden, während über die um das vorgegebene Maß 58 höher eingestellte
(trockene) Garraumtemperatur 70 eine ansprechende Oberfläche des zuzubereitenden Fleischstückes
gewährleistet werden kann.
[0057] Fig. 6 zeigt den starken Anstieg der Raumtemperatur 70 zu Beginn der Anfangsphase
11 und den starken Abfall der Garraumtemperatur 70 innerhalb der Ausgleichsphase.
In der Garphase 13 können beispielsweise Regelschwankungen auftauchen, sodass die
angestrebte vorgegebene Temperatur 63 mit leichten oder periodischen Schwankungen
eingehalten wird.
[0058] Fig. 7 zeigt verschiedene Temperaturverläufe über der Zeit für den Garprozess 10.
Dünn gestrichelt eingezeichnet ist der Verlauf der Garraumtemperatur 70, wobei zur
Verbesserung der Übersichtlichkeit der Maßstab so gewählt wurde, dass das Maximum
des Temperaturverlaufs der Garraumtemperatur 70 abgeschnitten wurde. Als dicke durchgehende
Linie eingezeichnet ist der Verlauf der Oberflächentemperatur 14 des Gargutes 4. Das
Gargut startet zum Zeitpunkt 51 mit einer Temperatur 60, die beispielsweise der Umgebungstemperatur
oder der Temperatur im Kühlschrank entsprechen kann. Die Oberflächentemperatur 14
des Gargutes 4 steigt in der Anfangsphase 11 steil an und erreicht etwa zum Zeitpunkt
52 eine maximale Temperatur 65. Die Kerntemperatur 64 steigt mit der Zeit ebenfalls
an, wobei die Steigung insbesondere von der Masse und den geometrischen Abmessungen
des Gargutstückes abhängt. Zum Zeitpunkt 52 ist die Kerntemperatur 64 erheblich geringer
als die maximale Temperatur 65 an der Oberfläche 25 des Gargutes 4, sodass sich dort
eine erhebliche Differenz der Temperaturen ergibt, was die stark inhomogene Temperaturverteilung
innerhalb des Gargutes dokumentiert. Nach der Reduktion der eingebrachten Gesamtheizleistung
20 von der hohen Gesamtheizleistung 21 in der Anfangsphase 11 auf die niedrige Gesamtheizleistung
22 in der Ausgleichsphase 12 reduziert sich die Temperatur 14 auf der Oberfläche 25
des Gargutes 4 schnell mit der Zeit und erreicht am Ende der Ausgleichsphase 12 zum
Zeitpunkt 53 oder etwas später ein Minimum 68, welches unterhalb der vorgegebenen
Temperatur 63 in der Anschlussphase 13 ist.
[0059] Während der Ausgleichsphase 12 nimmt die Oberflächentemperatur 14 ab, während die
Kerntemperatur 64 ansteigt und gegebenenfalls innerhalb der Ausgleichsphase 12 ein
Maximum 66 erreichen kann. Je nach den Abmessungen und dem Gewicht des Gargutes und
der Länge der Ausgleichsphase 12 kann die Kerntemperatur 64 im Kernbereich des Gargutes
4 gegen Ende der Ausgleichsphase 12 beginnen zu sinken und am Anfang der Anschlussphase
13 ebenfalls ein Minimum 67 erreichen. Im Laufe der Ausgleichsphase 12 kann die Oberflächentemperatur
14 unter die Kerntemperatur 64 absinken, sodass sich zum Zeitpunkt 53 beispielsweise
eine Temperaturdifferenz mit umgekehrten Vorzeichen ergeben kann. Dann kann die Kerntemperatur
64 größer sein als die Oberflächentemperatur 14.
[0060] In der folgenden Anschlussphase bzw. Garphase 13 wird eine trockene Garraumtemperatur
73 vorgegeben, die um ein vorgegebenes Maß 58 zwischen insbesondere 10°C und 30°C
höher liegt als die vorgegebene Taupunkttemperatur 63. Dadurch wird ein ansprechendes
Äußeres des zuzubereitenden Gargutes 4 erreicht. Im Laufe der Anschlussphase 13 nähert
sich die Kerntemperatur 64 schnell der vorgegebenen Taupunkttemperatur 73 an, sodass
während der Anschlussphase 13 eine ausgeprägte Reifephase vorliegt.
[0061] Bei der Steuerung des Garprozesses 10 erfolgt eine Steuerung über zwei Steuerkreisläufe
19a und 19b, wobei ein Steuerkreislauf 19a, 19b zur Steuerung der trockenen Garraumtemperatur
70 vorgesehen ist, während der andere Steuerkreislauf 19b, 19a zur Steuerung bzw.
Regelung der Taupunkttemperatur vorgesehen ist. Wenigstens in der Anschlussphase 13
wird die Taupunkttemperatur sehr gut durch die Oberflächentemperatur 14 des Gargutes
repräsentiert, wie sich beispielsweise mithilfe eines psychrometrischen Diagramms
ergibt.
[0062] Die Länge der Anschlussphase 13 kann je nach Kundenwunsch gestaltet werden. Da die
Zielkerntemperatur schon kurz nach Beginn oder am Anfang der Anschlussphase 13 erreicht
wurde, kann somit die Länge der Reifephase fast beliebig festgelegt werden. Durch
die Festlegung des Temperaturniveaus über die Taupunkttemperatur kann das Garergebnis
("englisch" "medium" und "welldone") einfach gewählt werden. Es kommt zu keinem Überhitzen
bzw. Übergaren des Gargutes, da am Ende der Anfangsphase vorzugsweise keine weitere
Heizenergie mehr zugeführt wird. Gegebenenfalls wird der Garraum aktiv belüftet, um
ein Überhitzen oder ein Übergaren zu verhindern. Die Beheizung mit Dampf in der Anschlussphase
führt zu einer angenehmen Oberfläche, die weder zu feucht noch zu trocken ist. Je
höher das vorgegebene Maß, desto stärker trocknet das Fleisch aus, aber wenn es zu
gering ist (insbesondere kleiner 5°C), kann die Oberfläche zu feucht werden, sodass
das Gargut gekocht erscheint. Durch beispielsweise ein vorgegebenes Maß von 10°C wird
eine angenehme Oberfläche und eine angenehme Konsistenz erreicht.
[0063] Insgesamt stellt die Erfindung ein Gargerät und einen Garprozess zur Verfügung, womit
ein Gargut schnell und mit hoher Qualität zubereitet werden kann. Die Erfindung erlaubt
eine vorteilhafte Automatisierung des Garprozesses. Gibt der Kunde beispielsweise
das Gewicht ein oder einen Durchmesser, kann das gute Garergebnis noch weiter verbessert
werden.
Bezugszeichenliste
[0064]
- 1
- Gargerät
- 2
- Garraum
- 3
- Sensor
- 4
- Gargut
- 5
- thermische Heizquelle
- 6
- Trockenheizquelle, Heizkörper, Grillheizkörper
- 7
- Dampfquelle, Dampferzeuger
- 8
- Mikrowellenerzeuger
- 9
- Parameter
- 10
- Garprozess
- 11
- Anfangsphase
- 12
- Ausgleichsphase
- 13
- Anschlussphase, Garphase
- 14
- Oberflächentemperatur
- 15
- Heizleistung
- 16
- Heizstrahlung
- 17
- Dampfheizleistung
- 18
- Mikrowellenheizleistung
- 19
- Steuereinrichtung
- 20
- Gesamtheizleistung
- 21
- hohe Gesamtheizleistung
- 22
- niedrige Gesamtheizleistung
- 23
- mittlere Gesamtheizleistung
- 24
- Luftfeuchtesensor
- 25
- Oberfläche
- 26
- Temperatursensor
- 27
- Temperaturspieß
- 28
- Auslassöffnung
- 29
- Einlassöffnung
- 30
- Baueinheit
- 31
- Dampfheizleistung
- 32
- Dampfheizleistung
- 33
- Dampfheizleistung
- 35
- Dampfmenge
- 36
- Temperatursensor
- 39
- Ebene
- 40
- Sensoreinrichtung
- 41
- thermische Heizleistung
- 42
- thermische Heizleistung
- 43
- thermische Heizleistung
- 44
- Dampf
- 45
- Strahlrichtung
- 46
- Bedienknopf
- 47
- Anzeige
- 48
- Temperatursensor
- 49
- Sensor
- 51
- Zeitpunkt
- 52
- Zeitpunkt
- 53
- Zeitpunkt
- 54
- Zeitpunkt
- 55
- Gerätekühlung
- 56
- Klappe
- 57
- Lüfter
- 58
- vorgegebenes Maß
- 59
- Tür
- 60
- Temperatur
- 61
- vorgegebene Temperatur
- 62
- vorgegebene Temperatur
- 63
- vorgegebene Temperatur
- 64
- Kerntemperatur
- 65
- maximale Temperatur
- 66
- maximale Temperatur
- 67
- minimale Temperatur
- 68
- minimale Temperatur
- 69
- Temperatur
- 70
- Garraumtemperatur
- 71
- vorgegebene Taupunkttemperatur
- 72
- vorgegebene Taupunkttemperatur
- 73
- vorgegebene Taupunkttemperatur
- 74
- Taupunkttemperatur
- 100
- Dampfgargerät
1. Verfahren zum Garen eines Gargutes (4) in einem Garraum (2) eines Gargerätes (1),
wobei der Garraum (2) über wenigstens eine Trockenheizquelle (6) beheizt wird und
wobei dem Garraum (2) über wenigstens eine Dampfquelle (7) Dampf (44) zugeführt werden
kann und wobei eine Dampfmenge (35) in dem Garraum (2) gesteuert wird, dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens eine Garphase (13) vorgesehen ist,
in welcher die Dampfmenge in dem Garraum (2) in Abhängigkeit von einer für das Gargut
(4) vorgegebenen Oberflächentemperatur (73) gesteuert wird und
in welcher die Garraumtemperatur (63) im Wesentlichen über eine Heizleistung (43)
der Trockenheizquelle (6) eingestellt wird, sodass die Garraumtemperatur (63) innerhalb
der Garphase (13) im Wesentlichen um ein vorgegebenes Maß (58) oberhalb der vorgegebenen
Oberflächentemperatur (63) liegt.
2. Garverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Sensoreinrichtung (40), insbesondere umfassend einen Feuchtesensor
(24), zur Erfassung eines die Oberflächentemperatur (14) des Gargutes (4) charakterisierenden
Maßes eingesetzt wird.
3. Garverfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Teil der Sensoreinrichtung (40) knapp unterhalb der Oberfläche (25)
des Gargutes (4) platziert wird.
4. Garverfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinrichtung (40) eingesetzt wird, um die Taupunkttemperatur in dem Garraum
(2) zu ermitteln.
5. Garverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Temperatursensor (48) eingesetzt wird, um die Temperatur in dem Garraum
(2) zu ermitteln.
6. Garverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Temperaturspieß (27) mit wenigstens einem Temperatursensor (26) eingesetzt
wird, um wenigstens eine Temperatur (14, 64) des Gargutes (4) zu ermitteln.
7. Garverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Temperaturspieß (27) mehrere voneinander beabstandete Temperatursensoren (26)
vorgesehen sind, von denen wenigstens ein Temperatursignal zur Ermittlung einer Kerntemperatur
(64) des Gargutes (4) verwendet wird.
8. Garverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Temperaturspieß (27) mehrere voneinander beabstandete Temperatursensoren (26)
vorgesehen sind, von denen wenigstens ein Temperatursignal zur Ermittlung eines die
Oberflächentemperatur (14) des Gargutes (4) charakterisierenden Maßes verwendet wird.
9. Garverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Dampferzeugung verringert wird, wenn das die Oberflächentemperatur (14) des
Gargutes (4) charakterisierende Maß der vorgegebenen Oberflächentemperatur (71, 72,
73) entspricht oder diese überschreitet.
10. Garverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Garraum (2) belüftet wird, wenn das die Oberflächentemperatur (14) des Gargutes
charakterisierende Maß der vorgegebenen Oberflächentemperatur (72, 73) entspricht
oder diese überschreitet.
11. Gargerät (1) zum Garen eines Gargutes (4) mit einem Garraum (2),
wobei wenigstens eine Trockenheizquelle (6) und wenigstens eine Dampfquelle (7) vorgesehen
sind, und wobei eine Dampfmenge (35) in dem Garraum (2) steuerbar ist, dadurch gekennzeichnet,
dass ein erster Steuerkreislauf (19a) zur Steuerung der Garraumtemperatur vorgesehen ist,
und dass ein zweiter Steuerkreislauf (19b) zur Regelung der Dampfmenge (35) in dem
Garraum (2) in Abhängigkeit von einer für das Gargut (4) vorgegebenen Oberflächentemperatur
(14) vorgesehen ist.
12. Gargerät (1) nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Garraum (2) in Strömungsverbindung mit wenigstens einer Dampfquelle (7) steht
und/oder dass wenigstens eine Dampfquelle (7') in dem Garraum (2) angeordnet ist.
13. Gargerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Sensoreinrichtung (40), insbesondere umfassend einen Feuchtesensor
(24), zur Erfassung eines die Oberflächentemperatur (14) des Gargutes (4) charakterisierenden
Maßes vorgesehen ist.