[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Relais mit einer den Stromkreis zwischen zwei
Relaiskontakten schließenden oder unterbrechenden Kontaktfedereinrichtung.
[0002] Aus der
DE 101 62 585 C1 ist ein Relais mit einer den Stromkreis zwischen zwei Relaiskontakten schließenden
oder unterbrechenden Kontaktfeder bekannt, deren eines Federende an dem ersten Relaiskontakt
elektrisch leitend befestigt ist und deren anderes, freies Federende mittels eines
Magnetantriebs in eine an dem zweiten Relaiskontakt anliegende, geschlossene Relaisposition
oder in eine von dem zweiten Relaiskontakt abgehobene, geöffnete Relaisposition auslenkbar
ist.
[0003] Bei DC-Anwendungen, insbesondere in Fahrzeugen mit 24VDC bzw. 48VDC, kommt es darauf
an, den beim Auslenken der Kontaktfeder in die geschlossenen Relaisposition kurzzeitig
auftretenden Lichtbogen zwischen dem Relaiskontakt und der sich nähernden Kontaktfeder
sicher und schnell zu löschen.
[0004] Es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, bei einem Relais die auftretende Lichtbogenenergie
zu reduzieren.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Relais mit einer den Stromkreis
zwischen zwei Relaiskontakten schließenden oder unterbrechenden Kontaktfedereinrichtung,
welche zwei Kontaktfedern und ein zwischen ihnen angeordnetes stationäres Zwischenkontaktteil
umfasst, wobei die beiden Kontaktfedern mit ihren einen Federenden jeweils an einander
gegenüberliegenden Seiten des Zwischenkontaktteils elektrisch leitend befestigt sind
und mit ihren anderen, freien Federenden einander abgewandt sind, sowie mit einem
Magnetantrieb zum synchronen, gegenläufigen Auslenken der beiden Kontaktfedern in
eine an den Relaiskontakten anliegende, geschlossene Relaisposition oder in eine von
den Relaiskontakten abgehobene, geöffnete Relaisposition.
[0006] Die erfindungsgemäße synchrone Doppelunterbrechung des Stromkreises mit zwei in Reihe
geschalteten Kontaktfedern bewirkt eine Halbierung der jeweils auftretenden Lichtbogenenergie.
Das Zwischenkontaktteil dient als Träger für die beiden Kontaktfedern und ist im Relaisgehäuse
ortsfest gehalten. Ein dynamisches Abheben der Kontaktfedern durch Engekräfte oder
bei hohen Kurzschlussströmen wird durch die einander abstoßenden Magnetfelder erschwert,
die durch den in entgegengesetzter Richtung durch die Kontaktfedern fließenden Strom
erzeugt werden und die zu einer Kontaktkraftverstärkung der an ihrem Relaiskontakt
anliegenden Kontaktfeder führen.
[0007] Bevorzugt ist eine Z-förmige Kontaktfedereinrichtung mit einem sich schräg zwischen
den beiden parallelen Kontaktfedern erstreckenden stationären Zwischenkontaktteil.
[0008] Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen des Gegenstands der Erfindung sind
der Beschreibung, der Zeichnung und den Ansprüchen entnehmbar. Ebenso können die vorstehend
genannten und die noch weiter aufgeführten Merkmale je für sich oder zu mehreren in
beliebigen Kombinationen Verwendung finden. Die gezeigte und beschriebene Ausführungsform
ist nicht als abschließende Aufzählung zu verstehen, sondern hat vielmehr beispielhaften
Charakter für die Schilderung der Erfindung.
[0009] Es zeigen:
- Fign. 1, 2
- das erfindungsgemäße Relais mit Doppelunterbrechung in einer geöffneten Relaisposition
(Fig. 1) und in einer geschlossenen Relaisposition (Fig. 2).
[0010] Das in
Fign. 1 und 2 gezeigte Relais
1 umfasst eine den Stromkreis zwischen zwei Relaiskontakten
2, 3 schließende oder unterbrechende Kontaktfedereinrichtung
4, welche zwei Kontaktfedern
51, 52 und ein zwischen ihnen angeordnetes stationäres Zwischenkontaktteil
6 z.B. aus Kupfer aufweist. Die beiden Kontaktfedern 5
1, 5
2 sind als elektrisch leitende Blatt- oder Flachfeder z.B. aus Kupfer ausgebildet.
Die einen Federenden 7 der Kontaktfedern 5
1, 5
2 sind an jeweils einander gegenüberliegenden Seiten des Zwischenkontaktteils 6 elektrisch
leitend befestigt, während die anderen, freien Federenden
8 einander abgewandt sind. Die freien Federenden 8 und die Relaiskontakte 2, 3 weisen
auf ihren einander zugewandten Seiten jeweils einen Kontaktknopf
9, 10 auf. Das im Relaisgehäuse stationär angeordnete Zwischenkontaktteil 6 erstreckt sich
schräg zwischen den beiden parallelen Kontaktfedern 5
1, 5
2, deren freie Federenden 8 über das Zwischenkontaktteil 6 jeweils überstehen. Insgesamt
ergibt sich so eine Z-förmige Kontaktfedereinrichtung 4.
[0011] Das Relais 1 umfasst weiterhin einen Magnetantrieb
11 zum synchronen, gegenläufigen Auslenken der beiden Kontaktfedern 5
1, 5
2 in eine von den Kontaktknöpfen 10 der Relaiskontakte 2, 3 abgehobene, geöffnete Relaisposition
(Fig. 1) oder in eine an den Kontaktknöpfen 10 anliegende geschlossene Relaisposition
(Fig. 2). Der Magnetantrieb 11 umfasst eine umpolbare Magnetspule
12 mit einem Magnetkreis, an dessen zwei Jochschenkeln
13 ein Anker (Ankerwippe)
14 mit Permanentmagnet (nicht gezeigt) schwenkbar gehalten ist. Der Permanentmagnet
ist zwischen zwei Ankerplatten
15 angeordnet, die in den beiden Schaltendstellungen des Ankers 14 jeweils an den Jochschenkeln
13 anliegen. Die Magnetspule 12 und der zwischen seinen beiden Schaltendstellungen
verschwenkbare Anker 14 bilden einen H-Ankeranzug.
[0012] Der Anker 14 weist an seiner der Kontaktfedereinrichtung 4 zugewandten Unterseite
zwei in entgegengesetzte Richtungen, nämlich nach links bzw. nach rechts, abstehende
Ankerarme
16a, 16b auf, die der Schwenkachse des Ankers 14 einander gegenüberliegen und jeweils über
einen linken bzw. rechten Verbindungsarm
17a, 17b mit den Kontaktfedern 5
1, 5
2 bewegungsgekoppelt sind. Die Verbindungsarme 17a, 17b sind in Auslenkrichtung der
Kontaktfedern 5
1, 5
2 linear verschiebbar (Doppelpfeil
18) geführt. Die Ankerarme 16 greifen jeweils in eine Aussparung
19 am oberen Ende der Verbindungsarme 17a, 17b ein. Die Schwenkbewegung des Ankers 14
führt also zu einer gegenläufigen linearen Bewegung der Verbindungsarme 17a, 17b.
Am unteren Ende weisen die Verbindungsarme 17a, 17b jeweils zwei Mitnehmer (Vorsprünge)
20a, 21a bzw.
20b, 21b auf, zwischen die die Kontaktfedern 5
1, 5
2 mit ihren freien Federenden 8 eingreifen. An den freien Federenden 8 ist auf der
dem Kontaktknopf 9 gegenüberliegenden Seite der Kontaktfedern 5
1, 5
2 jeweils eine Zusatzfeder (Blattfeder)
22 aus Federstahl befestigt, die sich an dem zugewandten Mitnehmer 20a bzw. 20b abstützt.
[0013] Wird der linke Verbindungsarm 17a nach unten verschoben, so nimmt er mit seinem oberen
Mitnehmer 20a mittels der Zusatzfeder 22 die Kontaktfeder 5
1 nach unten in die geschlossene Relaisposition mit. Wird der linke Verbindungsarm
17a nach oben verschoben, so nimmt er mit seinem unteren Mitnehmer 21 a die Kontaktfeder
5
1 nach oben in die offene Relaisposition mit. Wird der rechte Verbindungsarm 17b nach
oben verschoben, so nimmt er mit seinem unteren Mitnehmer 20b mittels der Zusatzfeder
22 die Kontaktfeder 5
2 nach oben in die geschlossene Relaisposition mit. Wird der rechte Verbindungsarm
17b nach unten verschoben, so nimmt er mit seinem oberen Mitnehmer 21 b die Kontaktfeder
5
2 nach unten in die offene Relaisposition mit.
[0014] Zum Schalten des Relais 1 wird das Magnetfeld der Magnetspule 12 umgepolt, wodurch
der Anker 14 verschwenkt wird und die beiden Verbindungsarme 17a, 17b synchron gegenläufig
verschoben und folglich die Kontaktfedern 5
1, 5
2 synchron in die offene oder geschlossene Relaisposition ausgelenkt werden.
[0015] In der in Fig. 1 gezeigten geöffneten Relaisposition ist der Anker 14 im Uhrzeigersinn
verschwenkt, wodurch der linke Verbindungsarm 17a nach oben und der rechte Verbindungsarm
17b nach unten verschoben sind und folglich die Kontaktfeder 5
1 nach oben und die Kontaktfeder 5
2 nach unten jeweils in die geöffnete Relaisstellung synchron ausgelenkt sind. Durch
Umpolen der Magnetspule 12 wird der Anker 14 entgegen dem Uhrzeigersinn verschwenkt,
wodurch der linke Verbindungsarm 17a nach unten und der rechte Verbindungsarm 17b
nach oben verschoben sind und folglich die Kontaktfeder 5
1 nach unten und die Kontaktfeder 5
2 nach oben jeweils in die geschlossene Relaisstellung (Fig. 2) synchron ausgelenkt
sind. Der Anpressdruck der Kontaktknöpfe 9 an die Kontaktknöpfe 10 ist dabei jeweils
durch die Druckkraft der von dem Verbindungsarm 17a, 17b zusammengedrückten Zusatzfeder
22 gegeben. In der geschlossenen Relaisposition wirken die Zusatzfedern 22 der Auslenkung
der Kontaktfedern 5
1, 5
2 in Öffnungsrichtung entgegen, was zu einem prellreduzierten Schließen des Relais
1 führt.
[0016] Die synchrone Doppelunterbrechung des Stromkreises durch die beiden in Reihe geschalteten
Kontaktfedern 5
1, 5
2 bewirkt eine Halbierung der auftretenden Lichtbogenenergie. Ein dynamisches Abheben
der Kontaktfedern 5
1, 5
2 durch Engekräfte oder bei hohen Kurzschlussströmen wird durch die einander abstoßenden
Magnetfelder erschwert, die durch den in entgegengesetzter Richtung durch die Kontaktfedern
5
1, 5
2 fließenden Strom erzeugt werden und die zu einer Kontaktkraftverstärkung zwischen
den aneinander anliegenden Kontaktknöpfen 9, 10 führen.
[0017] Alternativ zum gezeigten losen Eingriff der Ankerarme 16a, 16b in die Aussparung
19 der Verbindungsarme 17a, 17b können die Ankerarme 16a, 16b und die Verbindungsarme
17a, 17b auch fest aneinander angelenkt sein.
1. Relais (1) mit einer den Stromkreis zwischen zwei Relaiskontakten (2, 3) schließenden
oder unterbrechenden Kontaktfedereinrichtung (4), welche zwei Kontaktfedern (51, 52) und ein zwischen ihnen angeordnetes stationäres Zwischenkontaktteil (6) umfasst,
wobei die beiden Kontaktfedern (51, 52) mit ihren einen Federenden (7) jeweils an einander gegenüberliegenden Seiten des
Zwischenkontaktteils (6) elektrisch leitend befestigt sind und mit ihren anderen,
freien Federenden (8) einander abgewandt sind, sowie mit einem Magnetantrieb (11)
zum synchronen, gegenläufigen Auslenken der beiden Kontaktfedern (51, 52) in eine an den Relaiskontakten (2, 3) anliegende, geschlossene Relaisposition oder
in eine von den Relaiskontakten (2, 3) abgehobene, geöffnete Relaisposition.
2. Relais nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich die beiden Kontaktfedern (51, 52) parallel zueinander erstrecken.
3. Relais nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich das stationäre Zwischenkontaktteil (6) schräg zwischen den beiden Kontaktfedern
(51, 52) erstreckt.
4. Relais nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die freie Federenden (8) über das Zwischenkontaktteil (6) jeweils überstehen.
5. Relais nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Magnetantrieb (11) eine umpolbare Magnetspule (12) und einen zwischen zwei Schaltstellungen
verschwenkbaren Anker (14) aufweist und dass die beiden Kontaktfedern (51, 52) mit dem Anker (14) jeweils mittels eines in Auslenkrichtung der beiden Kontaktfedern
(51, 52) verschiebbar geführten Verbindungsarms (17a, 17b) bewegungsgekoppelt sind.
6. Relais nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Verbindungsarme (17a, 17b) jeweils zwei Mitnehmer (20a, 21 a, 20b, 21
b) aufweisen, zwischen denen jeweils das freie Federende (8) der beiden Kontaktfedern
(51, 52) angeordnet ist.
7. Relais nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Anker (14) zwei bezüglich seiner Schwenkachse einander gegenüberliegende Ankerarme
(16a, 16b) aufweist, die mit den Verbindungsarmen (17a, 17b) gekoppelt sind, insbesondere
in Aussparungen (19) der Verbindungsarme (17a, 17b) eingreifen.
8. Relais nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontaktfedern (51, 52) in Richtung auf ihre geschlossene Relaisposition mittels einer an der Kontaktfeder
(51, 52) befestigten Zusatzfeder (22) mit den Verbindungsarmen (17a, 17b) bewegungsgekoppelt
sind.