Stand der Technik
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Verpackungsvorrichtung zum Verpacken von
Stückgut insbesondere im Bereich von Verpackungsmaschinen.
[0002] Verpackungsvorrichtungen des Standes der Technik arbeiten im Allgemeinen mit einer
Transportkette, die Verpackungen oder Trays durch die Vorrichtung transportieren.
Hieraus resultieren ein aufwendiger Aufbau sowie ein großer Platzbedarf. Ferner besitzen
die Vorrichtungen keinen modularen Aufbau, der eine einfache, rasche und flexible
Umrüstung auf verschiedene Verpackungsgrößen und Verpackungsarten, z. B. mit unterschiedlichen
Rangierungen und Lagenbildern der Produkte in der Verpackung, ermöglicht. Somit müssen
für unterschiedliche Anwendungen jeweils speziell konstruierte Verpackungsvorrichtungen
mit erheblichem Zeit- und Kostenaufwand aufgebaut werden. Aus der
DE 37 20638 A1 ist eine aufwändige Vorrichtung zum Befüllen von Kartons bekannt, bei der in Trays
eingestellte Tuben verpackt werden.
[0003] US 5,732,536 zeigt eine Verpackungsvorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Offenbarung der Erfindung
[0004] Die erfindungsgemäße Verpackungsvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 weist
demgegenüber den Vorteil auf, dass diese mehrere modular angeordnete Einzelbaugruppen
mit wenigen Funktionen aufweist, wodurch ein sehr robuster, einfacher und kostengünstiger
Aufbau erreicht wird. Durch den modularen Aufbau ermöglicht die erfindungsgemäße Verpackungsvorrichtung
die Anpassung an eine Vielzahl von Rangierungen und Lagebildern, z. B. von Produkten
mit unterschiedlichen Beutelformen, und ermöglicht ferner eine flexible Erweiterung
auf andere Verpackungsarten. Hierdurch ist der Einsatz insbesondere bei der Verpackung
von Kissenbeuteln, Doy-Style-Packungen und Standbodenpackungen in allen gängigen Kartons
oder Trays möglich. Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, dass die modular aufgebaute
Verpackungsvorrichtung eine Verpackungszuführung zum Zuführen von leeren Verpackungen,
eine Produktzuführung zum Zuführen von Produkten und eine Beladestation aufweist,
in welcher die Produkte in die leere Verpackung gepackt werden, um ein Verpackungsgebinde
bereitzustellen. Ferner ist ein Kartonauslauf vorgesehen, welcher das Verpackungsgebinde
abführt. Durch den strukturierten Aufbau in einzelne Modulbereiche wird ferner eine
kleine Grundfläche mit kleinen Verfahrwegen zur Beladung erreicht. Somit können kleinere
und energieeffizientere Antriebe zum Einsatz kommen.
[0005] Gemäß der Erfindung weist die Beladestation einen ersten Platz und einem zweiten
Platz auf, wobei die Produkte am zweiten Platz in die leere Verpackung gepackt werden.
[0006] Erfindungsgemäß sind der erste und der zweite Platz der Beladestation in Reihe auf
einer Achse angeordnet. Ferner ist eine Axialschubeinheit vorgesehen, welche an der
am ersten Platz positionierten Verpackung angreift, um das am zweiten Platz befindliche
Verpackungsgebinde mittels eines Axialschubs auf den Kartonauslauf zu schieben. Da
sich die Verpackungen gegenseitig weiterschieben, bis sie den Kartonauslauf erreichen,
ist eine Transportkette nicht erforderlich. Zudem ermöglicht die einfach und kostengünstig
aufgebaute Beladestation kontinuierliche Verpackungsschritte mit kurzen Taktzeiten.
[0007] Die Unteransprüche zeigen bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung.
[0008] Bevorzugt umfasst die Verpackungsvorrichtung eine erste Querschubeinheit, welche
die leere Verpackung von der Verpackungszuführung auf den ersten Platz der Beladestation
schiebt. Hierdurch wird eine einfache und betriebssichere Beschickung der Beladestation
erreicht. Das geringe Eigengewicht der Verpackung sowie der niedrige Reibungswiderstand
beim horizontalen Verschieben ermöglichen zudem den Einsatz von kleinen, kostengünstigen
Antriebsmotoren für die erste Querschubeinheit.
[0009] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung umfasst die Beladestation eine
Kippeinrichtung, welche die Verpackung vorzugsweise um 90° kippt. Hierdurch ist eine
horizontale Beladung der Verpackung ohne vertikale Verfahrwege einfacher und schneller
durchführbar. Ferner kann ohne eine Umrüstung der Verpackungsvorrichtung wahlweise
eine gewünschte horizontale oder vertikale Beladung der Verpackung erfolgen.
[0010] Weiterhin bevorzugt umfasst die Kippeinrichtung einen Abstützbereich, wobei eine
Seite der Verpackung am Abstützbereich anliegt. Der Abstützbereich gewährleistet einen
betriebssicheren Halt der Verpackung beim horizontalen Beladungsvorgang in der gekippten
Stellung. Ferner wird hierdurch eine zuverlässige Führung des Verpackungsgebindes
beim Schieben in der nicht bzw. zurück gekippten Stellung zum Kartonauslauf erreicht.
[0011] Weiterhin bevorzugt umfasst die Verpackungsvorrichtung eine zweite Querschubeinheit,
welche die Produkte in eine leere Verpackung am zweiten Platz der Beladestation schiebt.
Hierdurch kann mit minimiertem Bauaufwand und sehr kurzer Schubdistanz eine horizontale
Beladung der Verpackung realisiert werden.
[0012] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung umfasst die Verpackungsvorrichtung
eine Rütteleinrichtung zum Rütteln des Verpackungsgebindes. Hierdurch wird eine Verdichtung
der in der Verpackung befindlichen Produkte, insbesondere bei Beuteln, zur Erhöhung
des Füllgrads erreicht. Die Rütteleinrichtung ist vorzugsweise in die Beladestation
integriert und hierbei vorzugsweise unter dem zweiten Platz der Beladestation angeordnet.
[0013] Weiterhin bevorzugt sind die Verpackungszuführung und die Produktzuführung parallel
zueinander angeordnet und der Kartonauslauf vorzugsweise parallel zur Verpackungszuführung
und Produktzuführung angeordnet. Hierdurch wird eine optimierte Linieneinbindung mit
einer minimierten Grundfläche der gesamten Verpackungsvorrichtung erreicht.
[0014] Weiterhin bevorzugt umfasst die zweite Querschubeinheit einen Bevorratungsplatz,
an welchem mehrere Produkte zwischengelagert werden, wobei die zweite Querschubeinheit
die zwischengelagerten Produkte gemeinsam in die Verpackung am zweiten Platz der Beladestation
schiebt. Speziell erforderliche Rangierungen und/oder Lagebilder bei bestimmten Produkten
können somit bereits am Bevorratungsplatz vor dem Einschub in die Verpackung hergestellt
werden. Je nach Lagenbild können hierfür Linearsauger, Greifer, Stapelkasten und Schieber
eingesetzt werden, über die alle gängigen Rangierungen und Beladungen darstellbar
sind.
[0015] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung umfasst die Verpackungszuführung
eine Formatverstelleinheit, um eine Umstellung auf andere Verpackungsformate bzw.
Kartongrößen zu ermöglichen. Hiermit ist eine einfache, zeit- und kosteneffiziente
Umstellung bzw. Justierung auf andere Verpackungsformate möglich. Zudem kann der Einbau
von ggf. erforderlichen Formatwechselteilen im Wesentlichen werkzeuglos erfolgen.
Zeichnung
[0016] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung unter Bezugnahme auf die begleitende
Zeichnung im Detail beschrieben. In der Zeichnung ist:
- Figur 1
- eine schematische Perspektivansicht einer Verpackungsvorrichtung gemäß einem ersten
Ausführungsbeispiel der Erfindung,
- Figur 2
- eine schematische Draufsicht der Vorrichtung von Figur 1
- Figur 3
- eine perspektivische Ansicht einer Beladestation der Vorrichtung von Figur 1,
- Figur 4
- eine Draufsicht auf die Verpackungsvorrichtung von Figur 1 mit verändertem Verpackungsformat,
- Figur 5
- eine perspektivische Teilansicht der Verpackungsvorrichtung gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
- Figur 6
- eine schematische Perspektivansicht der Verpackungsvorrichtung gemäß einem dritten
Ausführungsbeispiel der Erfindung,
- Figur 7
- eine perspektivische Ansicht einer Kippeinrichtung der Verpackungsvorrichtung von
Figur 5 in gekippter Stellung,
- Figur 8
- eine perspektivische Ansicht der Kippeinrichtung von Figur 6 in nicht gekippter Stellung,
- Figur 9
- eine perspektivische Teilansicht der Verpackungsvorrichtung gemäß einem vierten Ausführungsbeispiel
der Erfindung, und
- Figur 10
- perspektivische Teilansicht der Verpackungsvorrichtung gemäß einem fünften Ausführungsbeispiel
der Erfindung.
Ausführungsformen der Erfindung
[0017] Nachfolgend wird unter Bezugnahme auf Figur 1 bis 4 eine modular aufgebaute Verpackungsvorrichtung
gemäß einem ersten bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung im Detail beschrieben.
[0018] Figur 1 zeigt eine schematische Perspektivansicht einer Verpackungsvorrichtung 1
gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung. Die Verpackungsvorrichtung 1 umfasst
eine Verpackungszuführung 2, eine Produktzuführung 3, eine Beladestation 4 und einen
Kartonauslauf 5. Mittels der Verpackungszuführung 2 werden geöffnete, leere Verpackungen
20 über ein Transportband 2a in einer ersten Achsenrichtung A1 zu einer axial am Ende
der Verpackungszuführung 2 angeordneten ersten Querschubeinheit 8 transportiert. Die
Verpackungen 20 werden hierbei auf dem Transportband 2a über linke und rechte Führungsschienen
24a, 24b geführt. An der Verpackungszuführung 2 ist ferner eine Formatverstelleinheit
22 vorgesehen, die mittels Spindeln 23 eine Verstellung der Führungsschiene 24a senkrecht
zur ersten Achsenrichtung A1 entsprechend der Breite der Verpackung 20 ermöglicht.
Mittels einer weiteren Spindel 26 erfolgt eine Verstellung eines Anschlags 25 der
ersten Querschubeinheit 8 entgegen der ersten Achsenrichtung A1. Wenn die Verpackung
20 den Anschlag 25 in der ersten Querschubeinheit 8 erreicht hat, wird der Vorschub
der Verpackungszuführung 2 unterbrochen. Ein Schubelement 8a der ersten Querschubeinheit
8 schiebt danach die Verpackung 20 in einer vierten Achsenrichtung A4 bis zu einem
Anschlagelement 41 auf einen ersten Platz 4a der parallel zur ersten Achsenrichtung
A1 angeordneten Beladestation 4.
[0019] Die parallel zur Verpackungszuführung 2 angeordnete Transporteinheit 3 transportiert
jeweils fünf in einem Tray 33 aufgenommene Produkte 30, hier beispielhaft in Form
von Kissenbeuteln dargestellt, in einer dritten Achsenrichtung A3 zu einer Entnahmeposition
35. Eine Saugeinrichtung 32 entnimmt die Produkte 30 aus dem Tray 33 und belädt damit
in einer fünften Achsenrichtung A5 die auf einem zweiten Platz 4b der Beladungstation
4 positionierte Verpackung 20 entsprechend einem vorgegebenen Belademuster. Hierbei
erfolgt die Beladung mit einer Fallhöhe "Null", d. h. ohne Abwerfen der Produkte in
die Verpackung.
[0020] Nach dem Beladen schiebt eine Axialschubeinheit 7 die leere Verpackung 20 in einer
zweiten Achsenrichtung A2 vom ersten Platz 4a weiter, die demzufolge die beladene
Verpackung 20 als Verpackungsgebinde 21 vom zweiten Platz 4b der Beladestation 4 auf
den Kartonauslauf 5 zum Abtransport weiterschiebt. Wie aus Figur 2 ersichtlich, sind
der erste Platz 4a und der zweite Platz 4b der Beladestation 4 und der Kartonsauslauf
5 in Reihe auf einer Achse bzw. in der zweiten Achsenrichtung A2 angeordnet. Die in
Figur 2 dargestellte Draufsicht der Verpackungsvorrichtung 1 dient der detaillierten
Veranschaulichung der Anordnungsbeziehung der einzelnen Module mit den im Wesentlichen
horizontalen Transportbewegungen der Verpackungen 20 und der Produkte 30. Hierbei
sei angemerkt, dass in Figur 2 die Saugeinrichtung 32 zur besseren Übersichtlichkeit
nicht vollständig dargestellt ist.
[0021] Wie aus Figur 3 ersichtlich, ist unter dem zweiten Platz 4b der Beladestation 4 eine
Rütteleinrichtung 12 zum Rütteln der Verpackung 20 während dem Beladen vorgesehen.
Hierdurch erfolgen eine Verdichtung der Produkte 30 in der Verpackung 20 sowie eine
Homogenisierung der Lagen, die den Füllgrad erhöht. Figur 4 zeigt die Verpackungsvorrichtung
von Figur 1 mit verändertem Verpackungsformat, wobei die Führungsschiene 24a mittels
der Spindeln 23 der Formatverstelleinheit 22 senkrecht zur ersten Achsenrichtung A1
auf die geringere Breite der Verpackung 20 und mittels der Spindel 26 entgegen der
ersten Achsenrichtung A1 auf die geringere Länge der Verpackung 20 verstellt sind.
Bei der Formatumstellung kann der Austausch des Schubelements 8a werkzeuglos erfolgen
und die Saugeinheit 32 mittels eines austauschbaren Formatteils ersetzt werden. Hierbei
sei angemerkt, dass die Axialschubeinheit 7 für alle Formate identisch beibehalten
werden kann und die Hübe der ersten Querschubeinheit 8 sowie der Axialschubeinheit
7 für alle Formate gleich sind.
[0022] Nachfolgend wird mit Bezug auf Figur 5 eine Verpackungsvorrichtung gemäß einem zweiten
bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung detailliert beschrieben. Gleiche oder
funktional gleiche Bauteile sind hier mit denselben Bezugszeichen wie im ersten Ausführungsbeispiel
bezeichnet.
[0023] Im Gegensatz zum zuvor beschriebenen ersten Ausführungsbeispiel weist die Verpackungsvorrichtung
1 des zweiten Ausführungsbeispiels eine Greifeinrichtung 34 anstelle der der im ersten
Ausführungsbeispiel verwendeten Saugeinrichtung 32 auf. Die Greifeinrichtung 34 greift
die von der Produktzuführung 3 in Trays 31 stehend der Entnahmeposition 35 zugeführten
Produkte 30, hier beispielhaft in Form von Doy-Style-Packungen dargestellt, und positioniert
diese stehend in die Verpackung 20.
[0024] Wie aus Figur 5 ersichtlich, kann die erfindungsgemäße Verpackungsvorrichtung 1 lediglich
durch eine Anpassung des Moduls der Produktzuführung 3 samt den eingesetzten Trays
31 sowie der Greifeinrichtung 34 auf einfache Weise auf die veränderte Produktform
und deren Lage und Rangierung in der Verpackung 20 umgestellt werden. Die anderen
Module der Verpackungsvorrichtung 1 können unverändert beibehalten werden. Neben den
sehr kurzen Rüstzeiten ist hierbei auch die unverändert kleine Grundfläche für die
Linieneinbindung von besonderem Vorteil.
[0025] Nachfolgend wird mit Bezug auf die Figuren 6 bis 8 eine Verpackungsvorrichtung gemäß
einem dritten bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung detailliert beschrieben.
Gleiche oder funktional gleiche Bauteile sind hier mit denselben Bezugszeichen wie
im ersten Ausführungsbeispiel bezeichnet.
[0026] Die Verpackungsvorrichtung gemäß dem dritten Ausführungsbeispiel weist im Wesentlichen
die gleiche Anordnung wie die des ersten Ausführungsbeispiels auf. Im Unterschied
zum ersten Ausführungsbeispiel umfasst die Verpackungsvorrichtung 1 des dritten Ausführungsbeispiels
jedoch eine zweite Querschubeinheit 10 mit einem Bevorratungsplatz 10a, in den die
Produkte 30 (Kissenbeutel bzw. Doy-Style-Packungen) mittels der Saugeinrichtung 32
gestapelt eingebracht bzw. zwischengelagert werden. Ferner ist eine Kippeinrichtung
9 vorgesehen, die am zweiten Platz 4b der Beladungsstation 4 vorgesehen ist. Wie detailliert
aus Figur 7 und Figur 8 ersichtlich, kann die auf dem zweiten Platz 4b der Beladungsstation
4 positionierte leere Verpackung 20 mittels der Kippeinrichtung 9 in Bezug auf die
zweite Achsenrichtung A2 entgegen dem Uhrzeigersinn um 90° gekippt werden, sodass
die Öffnung der Verpackung 20 im Wesentlichen horizontal positioniert ist. In dieser
gekippten Stellung schiebt die zweite Querschubeinheit 10 die am Bevorratungsplatz
10a zwischengelagerten (gestapelten) Produkte 30 horizontal in die Verpackung 20 ein.
Danach wird die Kippeinrichtung 9 zum Weitertransport der Verpackung wieder in die
in Figur 8 dargestellte nicht gekippte Stellung gebracht. Die Kippeinrichtung 9 weist
ferner einen senkrecht zur Bodenfläche der Verpackung 20 angeordneten Abstützbereich
9a auf, an welchem eine Seite der Verpackung 20 anliegt und bei der Kippbewegung abgestützt
wird. In der nicht gekippten Stellung dient der Abstützbereich 9a im Bereich des zweiten
Platzes 4b zusammen mit einem hier verkürzt ausgeführten Anschlagelement 41 a im Bereich
des ersten Platzes 4a der Beladungsstation 4 als Führung für die Verschiebung der
Verpackungen 20 mittels der Axialschubeinheit 7.
[0027] Mittels der durch die zweite Querschubeinheit 10 und die Kippeinrichtung 9 erweiterten
Beladungsstation 4 können somit Verpackungsgebinde 21 mit vertikal beladenen Kissenbeuteln
bzw. Doy-Style-Packungen hergestellt werden. Hierbei können die die im ersten Ausführungsbeispiel
verwendeten restlichen Module unverändert beibehalten werden. Ferner sind die Transfer-
bzw. Verfahrwege der Saugeinrichtung 32 hierbei wesentlich einfacher und kürzer als
die der Greifeinrichtung 34 im zweiten Ausführungsbeispiel. Die Umstellung auf die
geänderte Lage und Rangierung der Produkte kann mit sehr kurzen Stillstand- bzw. Umrüstzeiten
der Anlage und minimalem Personal- und Kostenaufwand durchgeführt werden.
[0028] Nachfolgend wird mit Bezug auf Figur 9 eine Verpackungsvorrichtung gemäß einem vierten
bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung detailliert beschrieben. Gleiche oder
funktional gleiche Bauteile sind hier mit denselben Bezugszeichen wie in den vorhergehenden
Ausführungsbeispielen bezeichnet.
[0029] Bei diesem vierten Ausführungsbeispiel werden von der Produktzuführung 3 stehend
zugeführte Produkte 40, in Form von Standbodenpackungen, der hierbei in der dritten
Achsenrichtung A3 am Ende der Produktzuführung 3 angeordneten zweiten Querschubeinrichtung
10 zugeführt. Eine in Transportrichtung bzw. der dritten Achsenrichtung A3 angeordnete
Führungsschiene 37 richtet die Produkte 40 zueinander axial fluchtend aus. Die zweite
Querschubeinrichtung 10 weist einen Endanschlag 10b auf und schiebt jeweils drei Produkte
40 in der fünften Achsenrichtung A5 in die gleichermaßen wie im dritten Ausführungsbeispiel
gekippte Verpackung 20. Die vollständig beladene Verpackung 20 wird dann in die nicht
gekippte Stellung zurückgedreht und als Verpackungsgebinde 21 mit horizontaler Beladung
über den Kartonauslauf 5 abtransportiert. Im Gegensatz zu den zuvor beschriebenen
Ausführungsbeispielen ist hierbei keine Saugeinrichtung oder Greifeinrichtung erforderlich,
sodass kürzere Taktzeiten für die Beladung der Verpackung 20 realisiert werden können.
[0030] Nachfolgend wird mit Bezug auf Figur 10 eine Verpackungsvorrichtung gemäß einem fünften
bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung detailliert beschrieben. Gleiche oder
funktional gleiche Bauteile sind hier mit denselben Bezugszeichen wie in den vorhergehenden
Ausführungsbeispielen bezeichnet, wobei die Produkte ebenfalls Standbodenpackungen
sind.
[0031] Im Gegensatz zum zuvor beschriebenen vierten Ausführungsbeispiel werden hierbei die
von der Produktzuführung 3 liegend zugeführten Produkte 40 liegend in die gekippte
Verpackung 20 gepackt, das Verpackungsgebinde 21 zurückgekippt und als Verpackungsgebinde
21 mit vertikaler Beladung abtransportiert. Die Verpackungsvorrichtung 1 des fünften
Ausführungsbeispiels weist hierbei, mit Ausnahme der Breite der Führungsschiene 37,
im Wesentlichen die gleiche Anordnung sowie Vorteile wie die des vierten Ausführungsbeispiels
auf. Ausgehend vom vierten Ausführungsbeispiel ist daher eine Umstellung des Lagebilds
der verpackten Produkte 40 ohne nennenswerten Aufwand kurzfristig durchführbar.
[0032] Die in den Ausführungsbeispielen beschriebenen erfindungsgemäßen Verpackungsvorrichtungen
1 weisen den Vorteil auf, dass aufgrund des modularen Aufbaus mit wenigen einfachen
Funktionen im Wesentlichen alle gängigen Beutel bzw. Produktverpackungen mit jeweils
horizontaler als auch vertikaler Rangierung sowie verschiedenen Lagenbildern in alle
gängigen Kartons verpackt werden können. Ferner ist eine flexible Formatumstellung
sowie eine vereinfachte Erweiterung auf zukünftige Packungsarten und Anwendungen möglich.
Durch den Entfall von Transportketten sind zudem kurze Verfahrwege sowie eine geringe
erforderliche Grundfläche zur Linieneinbindung realisierbar.
1. Modular aufgebaute Verpackungsvorrichtung, umfassend die folgenden Module :
- eine Verpackungszuführung (2) zum Zuführen von leeren Verpackungen (20),
- eine Produktzuführung (3) zum Zuführen von Produkten (30, 40),
- eine Beladestation (4), in welcher die Produkte (30, 40) in die leere Verpackung
(20) gepackt werden, um ein Verpackungsgebinde (21) bereitzustellen, und
- einen Kartonauslauf (5), welcher das Verpackungsgebinde (21) abführt,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Beladestation (4) einen ersten Platz (4a) und einen zweiten Platz (4b) aufweist,
wobei die Produkte (30, 40) am zweiten Platz (4b) in die leere Verpackung (20) gepackt
werden, und wobei
- der erste und zweite Platz (4a, 4b) der Beladestation (4) in Reihe auf einer Achse
(A2) angeordnet sind und eine Axialschubeinheit (7) vorgesehen ist, welche an der
am ersten Platz positionierten Verpackung (20) angreift, um das am zweiten Platz (4b)
befindliche Verpackungsgebinde (21) mittels eines Axialschubs auf den Kartonauslauf
(5) zu schieben.
2. Verpackungsvorrichtung nach Anspruch 1, ferner umfassend eine erste Querschubeinheit
(8), welche die leere Verpackung (20) von der Verpackungszuführung (2) auf den ersten
Platz (4a) der Beladestation (4) schiebt.
3. Verpackungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beladestation (4) eine Kippeinrichtung (9) umfasst, und die leere Verpackung
(20) vorzugsweise um 90° kippt.
4. Verpackungsvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kippeinrichtung (9) einen Abstützbereich (9a) umfasst, wobei eine Seite der Verpackung
(20) am Abstützbereich (9a) anliegt.
5. Verpackungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, ferner umfassend eine
zweite Querschubeinheit (10), welche die Produkte (30, 40) in eine leere Verpackung
(20) am zweiten Platz (4b) der Beladestation (4) schiebt.
6. Verpackungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, ferner umfassend eine
Rütteleinrichtung (12) zum Rütteln des Verpackungsgebindes (21).
7. Verpackungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verpackungszuführung (2) und die Produktzuführung (3) zueinander parallel angeordnet
sind und der Kartonauslauf (5) vorzugsweise parallel zur Verpackungszuführung (2)
und Produktzuführung (3) angeordnet ist.
8. Verpackungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Querschubeinheit (10) einen Bevorratungsplatz (10a) umfasst, an welchem
mehrere Produkte (30, 40) zwischengelagert werden, wobei die zweite Querschubeinheit
(10) die zwischengelagerten Produkte (30, 40) gemeinsam in die Verpackung (20) am
zweiten Platz (4b) der Beladestation (4) schiebt.
9. Verpackungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verpackungszuführung (2) eine Formatverstelleinheit (22) umfasst, um eine Umstellung
auf andere Verpackungsformate zu ermöglichen.
1. Modular-construction packaging apparatus comprising the following modules:
- a pack-feed means (2) for feeding empty packs (20),
- a product-feed means (3) for feeding products (30, 40),
- a loading station (4), in which the products (30, 40) are packed into the empty
pack (20) in order to produce a multipack (21), and
- a carton-delivery means (5), which removes the multipack (21),
characterized in that
- the loading station (4) has a first location (4a) and a second location (4b), wherein
the products (30, 40) are packed into the empty pack (20) at the second location (4b),
and wherein
- the first and second locations (4a, 4b) of the loading station (4) are arranged
in a row along an axis (A2) and an axial pushing unit (7) is provided, said unit acting
on the pack (20) positioned at the first location in order that the multipack (21)
located at the second location (4b) can be pushed onto the carton-delivery means (5)
by means of an axial pushing action.
2. Packaging apparatus according to Claim 1, further comprising a first transverse pushing
unit (8), which pushes the empty pack (20) from the pack-feed means (2) onto the first
location (4a) of the loading station (4).
3. Packaging apparatus according to one of the preceding claims, characterized in that the loading station (4) comprises a tilting device (9), and the latter tilts the
empty pack (20) preferably through 90°.
4. Packaging apparatus according to Claim 3, characterized in that the tilting device (9) comprises a supporting region (9a), wherein one side of the
pack (20) butts against the supporting region (9a).
5. Packaging apparatus according to one of the preceding claims, further comprising a
second transverse pushing unit (10), which pushes the products (30, 40) into an empty
pack (20) at the second location (4b) of the loading station (4).
6. Packaging apparatus according to one of the preceding claims, further comprising a
vibrating device (12) for vibrating the multipack (21).
7. Packaging apparatus according to one of the preceding claims, characterized in that the pack-feed means (2) and the product-feed means (3) are arranged parallel to one
another, and the carton-delivery means (5) is arranged preferably parallel to the
pack-feed means (2) and product-feed means (3).
8. Packaging apparatus according to one of Claims 5 to 7, characterized in that the second transverse pushing unit (10) comprises a storage location (10a), at which
a plurality of products (30, 40) are stored on an interim basis, wherein the second
transverse pushing unit (10) pushes the interim-storage products (30, 40) together
into the pack (20) at the second location (4b) of the loading station (4).
9. Packaging apparatus according to one of the preceding claims, characterized in that the pack-feed means (2) comprises a format-adjusting unit (22), so that changeover
to other packaging formats is possible.
1. Dispositif d'emballage de construction modulaire, comprenant les modules suivants
:
- une alimentation d'emballages (2) pour alimenter des emballages vides (20),
- une alimentation de produits (3) pour alimenter des produits (30, 40),
- un poste de chargement (4), dans lequel les produits (30, 40) sont emballés dans
l'emballage vide (20), afin de fournir une caisse d'emballage (21), et
- une sortie de carton (5) qui évacue la caisse d'emballage (21),
caractérisé en ce que
- le poste de chargement (4) présente un premier emplacement (4a) et un deuxième emplacement
(4b), les produits (30, 40) étant emballés au niveau du deuxième emplacement (4b)
dans l'emballage vide (20), et
- le premier et le deuxième emplacement (4a, 4b) du poste de chargement (4) étant
disposés en rangée sur un axe (A2) et une unité de poussée axiale (7) étant prévue,
laquelle vient en prise avec l'emballage (20) positionné au niveau du premier emplacement,
afin de pousser la caisse d'emballage (21) se trouvant au niveau du deuxième emplacement
(4b) au moyen d'une poussée axiale sur la sortie de carton (5).
2. Dispositif d'emballage selon la revendication 1, comprenant en outre une première
unité de poussée transversale (8) qui pousse l'emballage vide (20) de l'alimentation
d'emballages (2) sur le premier emplacement (4a) du poste de chargement (4).
3. Dispositif d'emballage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le poste de chargement (4) comprend un dispositif de basculement (9) et l'emballage
vide (20) bascule de préférence de 90°.
4. Dispositif d'emballage selon la revendication 3, caractérisé en ce que le dispositif de basculement (9) comprend une région de support (9a), un côté de
l'emballage (20) s'appliquant contre la région de support (9a).
5. Dispositif d'emballage selon l'une quelconque des revendications précédentes, comprenant
en outre une deuxième unité de poussée transversale (10) qui pousse les produits (30,
40) dans un emballage vide (20) au niveau du deuxième emplacement (4b) du poste de
chargement (4).
6. Dispositif d'emballage selon l'une quelconque des revendications précédentes, comprenant
en outre un dispositif de secouage (12) pour secouer la caisse d'emballage (21).
7. Dispositif d'emballage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'alimentation d'emballages (2) et l'alimentation de produits (3) sont disposées
parallèlement l'une à l'autre et la sortie de carton (5) est disposée de préférence
parallèlement à l'alimentation d'emballages (2) et à l'alimentation de produits (3).
8. Dispositif d'emballage selon l'une quelconque des revendications 5 à 7, caractérisé en ce que la deuxième unité de poussée transversale (10) comprend un emplacement de stockage
(10a) au niveau duquel plusieurs produits (30, 40) sont stockés temporairement, la
deuxième unité de poussée transversale (10) poussant les produits stockés temporairement
(30, 40) conjointement dans l'emballage (20) au niveau du deuxième emplacement (4b)
du poste de chargement (4).
9. Dispositif d'emballage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'alimentation d'emballages (2) comprend une unité de réglage de format (22) afin
de permettre une conversion en d'autres formats d'emballage.