[0001] Die Erfindung betrifft einen Rollschuh. Rollschuhe sind in zahlreichen Ausführungen
bekannt. Der gattungsgemäße Rollschuh weist eine Trittfläche auf, die zur Aufnahme
eines Schuhs ausgebildet ist. Vor der Trittfläche ist ein Vorderrad angeordnet; hinter
der Trittfläche ist ein Hinterrad angeordnet. Vorder- und Hinterrad sind in der Regel
mit Luft gefüllt. Der Rollschuh weist weiter eine Bremse auf. Bei Rollschuhen nach
der
WO 2005/105232 A1 ist diese Bremse am Hinterrad angeordnet, ebenso bei Rollschuhen gemäß
CH 698 263 B1 oder
DE 199 16 588 A1.
[0002] Solche Rollschuhe sind auch als Skikes bekannt. Sie werden z. B. von Ski-Langläufern
für das Sommertraining eingesetzt. Da, gerade bei Einsatz großer Räder, oft erhebliche
Geschwindigkeiten erreicht werden, sind einfache und wirksame Bremsen, die unabhängig
vom verwendeten Reifen, den Reifenprofilen oder den Witterungsbedingungen konstante
Bremswirkung haben, für ein sicheres Fahren von besonderer Bedeutung. Die bekannten
Bremsen üben beim Abbremsen aus hohen Geschwindigkeiten, insbesondere aber bei Regen
oder bei Reifen mit sehr grobstolligen Profilen oft keine ausreichende Wirkung aus.
[0003] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, wirksame, einfach und sicher zu bedienende Bremsen
für Rollschuhe vorzuschlagen.
[0004] Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Rollschuh nach Anspruch 1. Der bekannte Rollschuh,
aufweisend eine Trittfläche, ein Vorderrad, das in Bewegungsrichtung vor der Trittfläche
angeordnet ist, ein Hinterrad, das in Bewegungsrichtung hinter der Trittfläche angeordnet
ist und eine Bremse, die am Hinterrad angreift, wird erfindungsgemäß ergänzt durch
das Anordnen einer ersten Bremseinheit am Vorderrad und das Anordnen einer zweiten
Bremseinheit am Hinterrad. Ein erfindungsgemäßer Rollschuh ermöglicht ein effizientes
und gleichmäßiges Bremsen auch aus hohen Geschwindigkeiten.
[0005] Besonders vorteilhaft sind die erste und die zweite Bremseinheit so ausgelegt, dass
sie durch eine Betätigungseinheit bedient werden. Die Betätigungseinheit wird durch
den Fahrer bedient. Sie wirkt auf die Bremseinheiten ein, die jeweils am Vorderrad
und am Hinterrad angeordnet sind. Das Betätigen der beiden Bremseinheiten oder Bremsen
durch eine einzige Betätigungseinheit bewirkt einen abgestimmten und dadurch besonders
gleichmäßigen Bremsvorgang.
[0006] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausführung des erfindungsgemäßen Rollschuhs weist
die Betätigungseinheit einen Bremshebel auf, der durch Mittel zur Kraftübertragung
auf die erste und die zweite Bremseinheit einwirkt. Der Bremshebel wird durch das
Bein bzw. die Wade des Fahrers des Rollschuhs betätigt. Der Bremshebel ist in der
Regel an der Trittfläche des Rollschuhs gelenkig befestigt und ragt von der Trittfläche
mit seinem freien Ende bis etwa zur Mitte des Unterschenkels oder bis unter das Knie.
Alternativ kann er als Hebel aus elastischem Material hergestellt sein, so dass eine
gelenkige Anbringung an der Trittfläche nicht erforderlich ist. Er ist in der Regel
als Streifen oder Profil aus Metall oder Kunststoff ausgeführt. Der Bremshebel kann
mit seinem freien Ende am Unterschenkel des Fahrers befestigt sein, z. B. durch eine
Spange, eine Klemme oder einen Riemen. Ganz allgemein kann der Bremshebel beliebig
geformt sein, es muss lediglich gewährleistet sein, dass die dem Fahrer mögliche Bremsbewegung
ausreicht, um über den Bremshebel und die Mittel zur Kraftübertragung auf die erste
und die zweite Bremseinheit einzuwirken. Die Einwirkung kann dabei je nach Bewegung
des Fahrers dosiert oder bis zur maximalen Bremswirkung erfolgen.
[0007] Die Mittel zur Kraftübertragung übertragen die Bewegung des Fahrers vom Bremshebel
bis zur ersten und zweiten Bremseinheit. Die Mittel zur Kraftübertragung können in
einer einfachen Ausführung als Hebel oder Hebelanordnung, z. B. durch gelenkig miteinander
verbundene Hebel, ausgeführt sein. Bevorzugt ist es jedoch, Seilzüge einzusetzen,
die bei geringerem Materialaufwand flexibel verlegt werden können und die die Bremskraft
zuverlässig übertragen. Besonders bevorzugt ist eine Kombination aus Hebeln und Seilzügen.
Rollschuhe nach dem Stand der Technik vermeiden für die Bremse oft Mittel zur Kraftübertragung.
Der Bremshebel wirkt dort direkt auf das Hinterrad ein. Dadurch wird oft ein hoher
Verschleiß am Reifen erzeugt. Die erfindungsgemäße Anordnung zum Bremsen des Rollschuhs
ermöglicht jedoch ein einfaches und wirksames Bremsen auch aus hohen Geschwindigkeiten
und bei jeder Witterung, unabhängig von den verwendeten Reifen und dem Zustand des
Reifenprofils. Der Verschleiß am Reifen wird minimiert oder bei Bremsen, die an der
Nabe des Rades angreifen, vollständig ausgeschlossen.
[0008] In Weiterbildung einer Betätigungseinheit mit Mitteln zur Kraftübertragung wirkt
ein erster Hebel und/oder Seilzug auf die erste Bremseinheit ein und ein zweiter Hebel
und/oder Seilzug wirkt auf die zweite Bremseinheit ein. Weiter werden der erste und
der zweite Hebel oder Seilzug vorteilhaft gleichzeitig durch den Bremshebel bedient.
Beispielsweise kann der Bremshebel in Form eines Streifens, also flächig ausgebildet
sein und auf die unabhängig voneinander angeordneten ersten und zweiten Hebel oder
Seilzüge einwirken. Bevorzugt wird es jedoch, wenn der erste und der zweite Hebel
oder Seilzug durch einen Bügel verbunden sind. Der Bremshebel, der dann auch stabförmig
schmal ausgebildet sein kann, wirkt auf den Bügel ein und betätigt Hebel und/oder
Seilzüge für beide Bremseinheiten gleichzeitig. Diese Ausführung der erfindungsgemäßen
Vorrichtung zum Bremsen für einen Rollschuh ist einfach und zweckmäßig, denn es können
vorhandene Bauteile zum Beispiel von Fahrradbremsen mit einigen wenigen Anpassungen
umgebaut und übernommen werden.
[0009] Die Bremseinheiten für den erfindungsgemäßen Rollschuh können als Trommelbremse,
als Scheibenbremse, als Rollenbremse und /oder als Bandbremse ausgeführt sein. Besonders
geeignet sind Bandbremsen für die Bremseinheiten des Vorder- und Hinterrades.
[0010] Nach einer besonders vorteilhaften Ausführung der Erfindung ist am Bremshebel ein
Profilblock angebracht, der statt des Bremshebels selbst auf die Mittel zur Kraftübertragung
einwirkt. Die den Mitteln zur Kraftübertragung zugewandte Kante oder Fläche des Profilblocks
weist parallel zum Bremshebel, der sich von der Trittfläche zum freien Ende erstreckt,
unterschiedliche Abstände vom Bremshebel auf. Der Profilblock weist also eine Kontur
auf. Diese Kontur erzeugt beim zunehmenden oder abnehmenden Einwirken auf die Mittel
zur Kraftübertragung eine Bremskurve. Die Bremskurve kann linear verlaufen, sie kann
aber auch progressiv oder degressiv verlaufen, je nach den Erfordernissen der Strecke
oder den Wünschen der Fahrer. Der Profilblock ist bevorzugt austauschbar; er ist zu
diesem Zweck lösbar am Bremshebel befestigt.
[0011] Es wird als eigenständige erfinderische Lösung angesehen, eine Halterung für einen
Schuh auf dem Rollschuh vorzuschlagen, der die Verwendung geeigneter, preiswerter
Schuhe ermöglicht.
[0012] Bekannte Rollschuhe sind mit fest montierten Schuhen ausgestattet oder sie sehen
die Befestigung der nicht fest verbundenen Schuhe mit Riemen vor. Die Riemen werden
ggf. durch Positionsleisten z. B. für Kappe oder Ferse des Schuhs ergänzt. Erfindungsgemäß
weist die Trittfläche des Rollschuhs eine Aufnahme für einen Schuh auf. Diese Aufnahme
kann auch an Rollschuhen verwirklicht werden, die nicht die erfindungsgemäße Bremse
aufweisen. Die Aufnahme kann beispielsweise aus einer Öffnung in der Trittfläche oder
aus einer Rastvorrichtung bestehen, die auf die Trittfläche aufgebracht ist. Vorteilhaft
ist die Rastvorrichtung lösbar befestigt, so dass sie zum Beispiel an verschiedene
Schuhe oder verschiedene Größen angepasst werden kann. Vorteilhaft können auch aus
dem Fahrradbereich bekannte SPD-Systeme oder ähnlichen Systemen für den erfindungsgemäßen
Rollschuh in Abwandlung eingesetzt werden, wobei ein für das Rollschuhfahren passender
Schuh bereitgestellt werden muss.
[0013] Der zu befestigende Schuh ist korrespondierend zur Aufnahme mit einer Fixierung versehen,
die in der Regel formschlüssig oder kraftschlüssig mit der Aufnahme in Eingriff gebracht
werden kann. Die Aufnahme -und korrespondierend die Fixierung- ist häufig im Bereich
des Vorderschuhs, z. B. im Bereich des Fußballens angebracht. Sie kann aber auch mittig
unter dem Schuh oder unter der Ferse angebracht sein. Es können auch zwei Aufnahmen
für einen Schuh an der Trittfläche vorgesehen sein, die bevorzugt auf einander abgestimmt
sind. Die Fixierung am Schuh ist vorteilhaft mit dem Sohlenprofil bündig, so dass
die Schuhe u. a. auch zum normalen Laufen oder Autofahren verwendet werden können.
[0014] Die Aufnahme und die Fixierung des Schuhs können auch seitlich an der Trittfläche
angebracht sein. Bei dieser Ausführung empfiehlt sich jedoch eine paarige Anordnung
von Aufnahme und Fixierung. Wird diese Fixierung nach Art einer Klammer ausgeführt,
entfällt eine Bohrung in der Trittfläche. Es können auch unterschiedliche Arten von
Aufnahmen und Fixierungen für einen Schuh kombiniert werden, z. B. im Bereich des
Vorderschuhs eine zentrale Fixierung an einer Aufnahme, die die Trittfläche durchsetzt
und im Bereich der Ferse ein Paar seitlicher Fixierungen, die mit seitlich an der
Trittfläche angebrachten Aufnahmen zusammenwirken. Die seitlich an der Trittfläche
angeordneten Aufnahmen können einfache Rastmarken sein, die mit Klammern oder Rasten,
die am Schuh angebracht sind, zusammenwirken.
[0015] Teile des Schuhs, die nicht durch das Zusammenwirken von Aufnahme und Fixierung auf
der Trittfläche festgelegt sind, z. B. bei Festlegung des Vorderschuhs der mittlere
Teil des Schuhs und/oder der Fersenbereich des Schuhs, werden alternativ durch Riemen
an der Trittfläche gesichert.
[0016] Als kraftschlüssige Verbindung kann ein magnetischer Kontakt zwischen Schuhsohle
und Trittfläche vorgesehen werden. Zur Unterstützung oder als alternative, formschlüssige
Verbindung kann die kraftschlüssige Verbindung durch eine formschlüssige Verbindung
zwischen Schuh und Trittfläche bzw. zwischen Schuh und Rollschuh ergänzt werden, insbesondere
kann die kraftschlüssige Verbindung am selben Bauteil wie die formschlüssige Verbindung
vorgesehen sein. So kann die kraftschlüssige Verbindung an der Fixierung die am Schuh
angebracht ist und korrespondierend an der Aufnahme angebracht sein, die an der Trittfläche
des Rollschuhs angeordnet ist.
[0017] Sämtliche Merkmale der hier offenbarten Erfindung können beliebig miteinander kombiniert
werden, so dass vielfältigsten Anforderungen an einen Rollschuh Rechnung getragen
werden kann. Details der Erfindung werden nachfolgend an einem Ausführungsbeispiel
näher beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Rollschuhs,
- Fig. 2
- eine ausschnittsweise Seitenansicht des erfindungsgemäßen Rollschuhs,
- Fig. 3
- einen ausschnittsweisen Schnitt durch die Trittfläche eines erfindungsgemäßen Rollschuhs,
- Fig. 4
- eine Ansicht einer Aufnahme,
- Fig. 5a - Fig. 5d
- verschiedene Ausführungen von Profilblöcken in schematischer Darstellung und
- Fig. 6
- eine Ansicht eines erfindungsgemäßen Rollschuhs mit Schuh.
[0018] Der erfindungsgemäße Rollschuh 1, wie er in Fig. 1 und auch in Fig. 2 und Fig. 6
dargestellt ist, weist eine Trittfläche 2 aus Aluminium auf. Alternativ kann die Trittfläche
aus anderen Werkstoffen wie Edelstahl, Carbon oder z. B. glasfaserverstärkten Kunststoffen
hergestellt werden. In gabelförmige Schwingen 3a, 3b ist das Vorderrad 4 eingesetzt;
in gabelförmige Schwingen 5a, 5b ist das Hinterrad 6 eingesetzt. Das Vorderrad 4 ist
auf einer Vorderradachse 7 gelagert, das Hinterrad 6 ist auf einer Hinterradachse
8 gelagert.
[0019] Am Vorderrad ist eine erste Bremseinheit 14a angeordnet; hier eine Bandbremse. Am
Hinterrad ist eine zweite Bremseinheit 14b angeordnet, ebenfalls eine Bandbremse.
Beide Bremseinheiten sind auf der Achse 7, 8 des jeweiligen Rades angeordnet. Die
Bremseinheiten werden über eine Betätigungseinheit 16 betätigt, die einen Bremshebel
9 sowie Mittel zur Kraftübertragung 13 aufweist. Die Mittel zur Kraftübertragung setzen
sich aus einer Kombination von Hebeln 17a, 17b und Seilzügen 18a, 18b zusammen (siehe
auch Fig. 6). Als Hebel 17a, 17b können besonders vorteilhaft Handbremshebel von Fahrrädern
eingesetzt werden. Als Seilzüge 18a, 18b werden bevorzugt übliche Bowdenzüge von Fahrradbremsen
eingesetzt. Weiter wird die Betätigungseinheit 16 durch einen Bügel 19 ergänzt, der
die Hebel 17a und 17b verbindet und durch einen Profilblock 20, der am Bremshebel
9 angebracht ist und der beim Bremsen mit dem Bügel 19 in Eingriff kommt.
[0020] Der Bremshebel 9 ist mittels Gelenken 10a, 10b an der Trittfläche 2 gelagert und
verläuft von dort bis hinter den Unterschenkel des Fahrers, also etwa bis an den Ansatzpunkt
der Schwingen 5a, 5b des Hinterrades 6, und dann etwa parallel zum Unterschenkel des
Fahrers, wie Fig. 2 zeigt. Der Bremshebel 9 weist am freien Ende Mittel 30 zum Befestigen
des Bremshebels 9 am Bein des Fahrers auf, die hier als Ratschenband oder Klettband
ausgeführt sind. Der Bremshebel 9 kann durch den Fahrer, bezogen auf die Fahrtrichtung,
durch Bewegen des Unterschenkels vorwärts und rückwärts bewegt werden. Alternativ
kann ein fest mit der Trittfläche 2 verbundener, aber elastischer Bremshebel 9 vorgesehen
werden. Gemäß der in Fig. 1, Fig. 2 und Fig. 6 gezeigten Ausführung des Bremshebels
9 erstrecken sich von den Gelenken 10a, 10b ausgehend zwei Schwingen 11a, 11b zum
freien Ende des Bremshebels 9 etwa bis Mitte der Wade des Fahrers. Etwa nach einem
Viertel der Strecke zwischen Trittfläche 2 und freiem Ende verbinden sich die Schwingen
11a, 11b zu einem Profil 12 aus Aluminium. Alternativ kann z. B. auch Carbon oder
Edelstahl eingesetzt werden. Der Bremshebel 9 verläuft dann etwa parallel zum Unterschenkel
des Fahrers. Der Bremshebel 9 wirkt bei Betätigung der Bremse auf Mittel zur Kraftübertragung
13 ein. Durch die Schwingen 11a, 11b wird der Schuh und der Unterschenkel des Fahrers
gut geführt.
[0021] Die Mittel zur Kraftübertragung 13 weisen einen ersten Hebel 17a zum Betätigen der
vorderen Bremseinheit 14a und einen zweiten Hebel 17b auf, der die hintere Bremseinheit
14b betätigt. Die Hebel 17a, 17b sind an einer Haltevorrichtung 29 fixiert. Die Hebel
17a und 17b sind aus zwei Hebelabschnitten winklig geformt und weisen einen Drehpunkt
D etwa im Bereich des Winkels zwischen den beiden Hebelabschnitten auf. An dem dem
Bügel 19 abgewandten Ende der Hebel 17a, 17b setzen Seilzüge 18a und 18b an, die Bestandteil
der Mittel zur Kraftübertragung 13 sind. Die Seilzüge 18a und 18b erstrecken sich
jeweils von den Hebeln 17a, 17b zur ersten Bremseinheit 14a am Vorderrad 4 und zur
zweiten Bremseinheit 14b am Hinterrad 6.
[0022] Wie in Fig. 2 dargestellt, wirkt der Profilblock 20 beim Bremsen auf den Bügel 19
ein; er verschiebt ihn in Richtung auf das Hinterrad 6. Der Bügel 19 dreht damit die
Hebel 17a, 17b um den Drehpunkt D. Die Drehung der Hebel 17a, 17b verändert die Länge
der Seilzüge 18a, 18b in der Weise, dass die Bandbremsen 14a und 14b so verkürzt werden,
dass sich die Umdrehungsgeschwindigkeit der Achsen 7, 8 verringert und der Rollschuh
1 dadurch abgebremst wird. Fig. 2 verdeutlicht im Detail die Wirkungsweise der erfindungsgemäßen
Bremse für einen Rollschuh. Bei maximaler Vorbeugung des Fahrers wird keine Bremswirkung
ausgeübt (Stellung A des Bremshebels 9). Ebenso wird in Stellung B des Bremshebels
9 noch keine Bremskraft ausgeübt, allerdings ist hier der Profilblock 20 bereits im
Eingriff mit dem Bügel 19, ohne ihn jedoch zu verschieben. In Stellung E drückt der
Fahrer mit der Wade gegen den Bremshebel 9 und verschiebt ihn maximal auf das Hinterrad
6 zu. Der Profilblock 20 ist im Eingriff mit dem Bügel 19. Die Auslenkung des Bügels
19 wird durch die Eingriffsfläche 23 des Profilblocks 20 vorgegeben. Die Eingriffsfläche
23 ist der Oberflächenabschnitt des Profilblocks 20, der beim Bremsen mit den Mitteln
zur Kraftübertragung 13, hier mit dem Bügel 19, in Eingriff kommen kann. Die Kontur
der Eingriffsfläche 23 ist bei der Ausführung gemäß Fig. 2 progressiv gewählt, dass
heißt, dass bei zunehmender Auslenkung des Bremshebels 9 in Richtung Hinterrad 6 der
Bügel 19 durch den Profilblock 20 überproportional weit ausgelenkt wird, also weiter
als die Strecke, die der Bremshebel 9 selbst ausgelenkt wird. Die Kontur der Eingriffsfläche
23 des Profilblocks 20 kann frei gewählt werden, je nach den Anforderungen der Strecken,
die gefahren werden oder der Fahrer, die den Rollschuh nutzen. Fig. 5a bis Fig. 5
d zeigen in schematischer Darstellung verschiedene Profilblöcke 20. Fig. 5a zeigt
einen Profilblock 20, bei dem die Eingriffsfläche 23 aus geringem Abstand zur Anlagefläche
21, mit der der Profilblock am Bremshebel 9 anliegt, zunächst progressiv ansteigt
und dann degressiv bis zum maximalen Abstand der Eingriffsfläche 23 von der Anlagefläche
31 ansteigt. Die Fig. 5a bis 5d zeigen Profilblöcke 20, die mit dem rechten Ende,
an dem Eingriffsfläche 23 und Anlagefläche 31 den geringsten Abstand aufweisen, nach
unten am Bremshebel angebracht werden. Die Befestigung kann über beliebige Befestigungsmittel
erfolgen, besonders bevorzugt sind lösbare Befestigungsmittel, z. B. ein Keil am Profilblock
20, der durch konvergierende Schienen am Bremshebel gehalten wird oder durch Verkleben
oder Verrasten. Formschlüssige Verbindungen sind allgemein zum Befestigen des Profilblocks
20 besonders bevorzugt. Fig. 5b zeigt einen Profilblock 20, dessen Eingriffsfläche
23 linear in zwei Abschnitten 23a und 23b verläuft. Beim Bremsen kommen zunächst Abschnitt
23a der Eingriffsfläche und die Mittel 16 zum Betätigen der Bremseinheiten 14 in Eingriff.
Die flache Steigung des Abschnitts 23a gewährleistet eine mäßige, aber stetig zunehmende
Bremswirkung. Beim weiteren Bremsen kommen die Mittel 16 zum Betätigen der Bremsen
mit dem Abschnitt 23b der Eingriffsfläche in Kontakt, der eine steilere Steigung aufweist
als Abschnitt 23a. Die Bremswirkung ist hier deutlich stärker.
[0023] Fig. 5c zeigt einen Profilblock 20 mit einer Eingriffsfläche 23, die eine lineare
Steigung aufweist. Die beim Bremsen ausgeübte Bremskraft steigt linear. Wie schon
in Fig. 5b gezeigt, kann die Eingriffsfläche 23 aus mehreren Abschnitten unterschiedlicher
Steigung zusammengesetzt sein. Fig. 5d zeigt einen solchen Profilblock 20 mit einem
ersten Abschnitt 23c der Eingriffsfläche, der progressiv steigt. An den Abschnitt
23c schließt Abschnitt 23d an, der nach einer kurzen degressiven Steigung eine geringe
Steigung aufweist. Daran schließt Abschnitt 23e an, der wiederum eine stark progressive
Steigung aufweist und der den maximalen Abstand von der Anlagefläche 31 aufweist.
Der Profilblock 20 nach Fig. 5d ermöglicht das Bremsen mit deutlicher initialer Bremswirkung,
aber mit gut zu dosierender Bremswirkung durch den Abschnitt 23d und mit starker Bremswirkung
im Abschnitt 23e. Die Kontur der Eingriffsfläche 23 kann also linear, degressiv oder
progressiv gewählt werden, sie kann aber auch abschnittsweise aus unterschiedlichen
Steigungen zusammengesetzt sein. Dadurch kann die Bremswirkung weitgehend an individuelle
Bedürfnisse angepasst werden.
[0024] Der Profilblock 20 ist bevorzugt austauschbar. Er ist dann lösbar am Bremshebel 9
befestigt, so dass jeder Fahrer jederzeit einen Profilblock wählen kann, der für ihn
geeignet ist. Der Profilblock 20 kann aus beliebigem Werkstoff hergestellt sein. Wesentlich
ist lediglich, dass die Oberfläche der Eingriffsfläche 23 zuverlässig den ausgeübten
Druck vom Bremshebel auf die Mittel zur Kraftübertragung 13 überträgt. Typische Werkstoffe
zur Herstellung des Profilblocks 20 sind z. B. Hartgummi, Kunststoffe oder Metall.
[0025] Damit der Fahrer auf dem Rollschuh sicheren Halt hat, weist die Trittfläche 2, wie
in Fig. 1 und in Fig. 3 ausschnittsweise dargestellt, im Bereich des Vorderschuhs
15, etwa auf Höhe des Fußballens eine Aufnahme 22 für den Schuh des Fahrers auf. Die
Trittfläche weist als Aufnahme eine Öffnung 22 auf, die von einer Kopfschraube 24
mit breitem Kopf 25 durchsetzt ist. Der Schuh ist mit einer Fixierung versehen, die
beim Aufsteigen des Fahrers mit der Aufnahme 22 formschlüssig in Eingriff kommt.
[0026] Fig. 3 zeigt einen Ausschnitt einer Trittfläche 2 eines Rollschuhs 1 in dem Bereich,
der den Vorderschuh des Fahrers aufnimmt und den Bereich der Trittfläche 2 vor dem
Vorderschuh. Die Trittfläche 2 ist im Bereich vor dem Vorderschuh von einer Öffnung
22 durchsetzt, die als Aufnahme dient. Eine Kopfschraube 24 mit breitem Kopf 25 durchsetzt
die Öffnung 22. Wie in Fig. 3 dargestellt, ist die Fixierung hier als abgewinkelte
Platte 26 ausgebildet, die ein Langloch 27 aufweist, das an den Enden einen geringeren
Durchmesser aufweist als in einem mittleren Abschnitt 28, der einen weiteren Durchmesser
aufweist als der Kopf 25 der Kopfschraube 24. Fig. 4 zeigt die Fixierung, hier ausgeführt
als Platte 26 aus Metall mit Bohrungen 26a, 26b zum Befestigen der Fixierung am Schuh.
Die Platte ist -ausgehend von dem Abschnitt, der die Bohrungen 26a, 26b trägt, nach
unten abgewinkelt, etwa um die Höhe des Abstandes der Oberfläche der Trittfläche 2
bis zum Beginn des Kopfes 25 der Kopfschraube 24. In diesem abgewinkelten Abschnitt
der Platte 26 ist das Langloch 27 mit dem aufgeweiteten mittleren Abschnitt 28 angebracht.
Alternativ ist auch eine (hier nicht dargestellte) Ausführung mit einem Langloch denkbar,
das lediglich einen aufgeweiteten endständigen Abschnitt 28 und einen sich davon zur
Ferse des Schuhs hin ersteckenden Langloch-Abschnitt 27 aufweist.
[0027] Der Fahrer tritt mit dem mittleren Abschnitt 28 des Langlochs 27 über den Kopf 25
der Kopfschraube 24 und arretiert den Vorderschuh 15 z. B. indem er den Schuh nach
vorn schiebt, so dass das hintere Ende des Langlochs mit schmalerem Durchmesser durch
die Kopfschraube mit breitem Kopf gesichert ist.
[0028] Zusätzlich ist, wie in Fig. 6 dargestellt, an den Gelenken 10a, 10b oder an der Trittfläche
2 ein Ratschenband 21 angebracht, mit dem der mittlere Bereich und die Ferse des Schuhs
des Fahrers auf der Trittfläche 2 des Rollschuhs 1 fixiert werden.
[0029] Alternative Ausführungen, bei denen z. B. ein Arretierungsbolzen am Schuh angebracht
ist, der in ein Langloch in der Trittfläche eingreift, oder eine Ausführung, die zusätzlich
durch Magneten unterstützt wird sind ebenfalls geeignet, den Schuh an der Trittfläche
zu sichern.
1. Rollschuh, aufweisend eine Trittfläche (2), ein Vorderrad (4), das in Bewegungsrichtung
vor der Trittfläche (2) angeordnet ist, ein Hinterrad (6), das in Bewegungsrichtung
hinter der Trittfläche (2) angeordnet ist und eine Bremse mit einer Betätigungseinheit
(16) und einer Bremseinheit (14), dadurch gekennzeichnet, dass eine erste Bremseinheit (14a) am Vorderrad (4) angeordnet ist, und dass eine zweite
Bremseinheit (14b) am Hinterrad (6) angeordnet ist.
2. Rollschuh nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und die zweite Bremseinheit (14a, 14b) durch eine gemeinsame Betätigungseinheit
(16) bedient werden.
3. Rollschuh nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungseinheit (16) einen Bremshebel (9) aufweist, der durch Mittel (13)
zur Kraftübertragung auf die erste und die zweite Bremseinheit (14a, 14b) einwirkt.
4. Rollschuh nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (13) zur Kraftübertragung als Hebel (17a, 17b) und/oder als Seilzug (18a,
18b) ausgebildet sind.
5. Rollschuh nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein erster Hebel (17a) und/oder Seilzug (18a) auf die erste Bremseinheit (14a) einwirkt
und dass ein zweiter Hebel (17b) und/oder Seilzug (18b) auf die zweite Bremseinheit
(14b) einwirkt.
6. Rollschuh nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Hebel (17a) und/oder Seilzug (18a) und der zweite Hebel (17b) und/oder
Seilzug (18b) gleichzeitig durch den Bremshebel (9) betätigt werden.
7. Rollschuh nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Hebel (17a) und/oder Seilzug (18a) und der zweite Hebel (17b) und/oder
Seilzug (18b) durch einen Bügel (19) verbunden sind, auf den der Bremshebel (9) einwirkt.
8. Rollschuh nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass am Bremshebel (9) ein Profilblock (20) angeordnet ist, der eine Eingriffsfläche (23)
aufweist.
9. Rollschuh nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste und das zweite Bremselement (14a, 14b) als Trommelbremse, Scheibenbremse
oder als Bandbremse ausgebildet sind.
10. Rollschuh nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trittfläche (2) zur Aufnahme eines Schuhs ausgebildet ist, wobei eine Aufnahme
(22) für einen Vorderschuh an oder in der Trittfläche (2) vorgesehen ist.
11. Profilblock zum Anbringen an den Bremshebel (9) eines Rollschuhs (1) gemäß einem der
Ansprüche 1 bis 10, aufweisend eine Eingriffsfläche (23).