(19)
(11) EP 2 666 526 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
27.11.2013  Patentblatt  2013/48

(21) Anmeldenummer: 12168915.2

(22) Anmeldetag:  22.05.2012
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A63C 17/14(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(71) Anmelder: Klaus Daniels GmbH
58099 Hagen (DE)

(72) Erfinder:
  • Daniels, Klaus
    58099 Hagen (DE)

(74) Vertreter: Kalkoff & Partner 
Patentanwälte Martin-Schmeisser-Weg 3a-3b
44227 Dortmund
44227 Dortmund (DE)

   


(54) Rollschuh


(57) Die Erfindung betrifft einen Rollschuh (1), aufweisend eine Trittfläche (2), ein Vorderrad (4), das in Bewegungsrichtung vor der Trittfläche (2) angeordnet ist, ein Hinterrad (6), das in Bewegungsrichtung hinter der Trittfläche (2) angeordnet ist und eine Bremse mit einer Betätigungseinheit (16) und einer Bremseinheit (14a, 14b). Um wirksame, einfache und sicher zu bedienende Bremsen für Rollschuhe vorzuschlagen, ist vorgesehen, dass eine erste Bremseinheit (14a) am Vorderrad (4) angeordnet ist, und dass eine zweite Bremseinheit (14b) am Hinterrad (6) angeordnet ist. Die Erfindung betrifft weiter einen Profilblock (20) zur besseren Betätigung der Bremseinheit (14a, 14b).




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Rollschuh. Rollschuhe sind in zahlreichen Ausführungen bekannt. Der gattungsgemäße Rollschuh weist eine Trittfläche auf, die zur Aufnahme eines Schuhs ausgebildet ist. Vor der Trittfläche ist ein Vorderrad angeordnet; hinter der Trittfläche ist ein Hinterrad angeordnet. Vorder- und Hinterrad sind in der Regel mit Luft gefüllt. Der Rollschuh weist weiter eine Bremse auf. Bei Rollschuhen nach der WO 2005/105232 A1 ist diese Bremse am Hinterrad angeordnet, ebenso bei Rollschuhen gemäß CH 698 263 B1 oder DE 199 16 588 A1.

[0002] Solche Rollschuhe sind auch als Skikes bekannt. Sie werden z. B. von Ski-Langläufern für das Sommertraining eingesetzt. Da, gerade bei Einsatz großer Räder, oft erhebliche Geschwindigkeiten erreicht werden, sind einfache und wirksame Bremsen, die unabhängig vom verwendeten Reifen, den Reifenprofilen oder den Witterungsbedingungen konstante Bremswirkung haben, für ein sicheres Fahren von besonderer Bedeutung. Die bekannten Bremsen üben beim Abbremsen aus hohen Geschwindigkeiten, insbesondere aber bei Regen oder bei Reifen mit sehr grobstolligen Profilen oft keine ausreichende Wirkung aus.

[0003] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, wirksame, einfach und sicher zu bedienende Bremsen für Rollschuhe vorzuschlagen.

[0004] Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Rollschuh nach Anspruch 1. Der bekannte Rollschuh, aufweisend eine Trittfläche, ein Vorderrad, das in Bewegungsrichtung vor der Trittfläche angeordnet ist, ein Hinterrad, das in Bewegungsrichtung hinter der Trittfläche angeordnet ist und eine Bremse, die am Hinterrad angreift, wird erfindungsgemäß ergänzt durch das Anordnen einer ersten Bremseinheit am Vorderrad und das Anordnen einer zweiten Bremseinheit am Hinterrad. Ein erfindungsgemäßer Rollschuh ermöglicht ein effizientes und gleichmäßiges Bremsen auch aus hohen Geschwindigkeiten.

[0005] Besonders vorteilhaft sind die erste und die zweite Bremseinheit so ausgelegt, dass sie durch eine Betätigungseinheit bedient werden. Die Betätigungseinheit wird durch den Fahrer bedient. Sie wirkt auf die Bremseinheiten ein, die jeweils am Vorderrad und am Hinterrad angeordnet sind. Das Betätigen der beiden Bremseinheiten oder Bremsen durch eine einzige Betätigungseinheit bewirkt einen abgestimmten und dadurch besonders gleichmäßigen Bremsvorgang.

[0006] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausführung des erfindungsgemäßen Rollschuhs weist die Betätigungseinheit einen Bremshebel auf, der durch Mittel zur Kraftübertragung auf die erste und die zweite Bremseinheit einwirkt. Der Bremshebel wird durch das Bein bzw. die Wade des Fahrers des Rollschuhs betätigt. Der Bremshebel ist in der Regel an der Trittfläche des Rollschuhs gelenkig befestigt und ragt von der Trittfläche mit seinem freien Ende bis etwa zur Mitte des Unterschenkels oder bis unter das Knie. Alternativ kann er als Hebel aus elastischem Material hergestellt sein, so dass eine gelenkige Anbringung an der Trittfläche nicht erforderlich ist. Er ist in der Regel als Streifen oder Profil aus Metall oder Kunststoff ausgeführt. Der Bremshebel kann mit seinem freien Ende am Unterschenkel des Fahrers befestigt sein, z. B. durch eine Spange, eine Klemme oder einen Riemen. Ganz allgemein kann der Bremshebel beliebig geformt sein, es muss lediglich gewährleistet sein, dass die dem Fahrer mögliche Bremsbewegung ausreicht, um über den Bremshebel und die Mittel zur Kraftübertragung auf die erste und die zweite Bremseinheit einzuwirken. Die Einwirkung kann dabei je nach Bewegung des Fahrers dosiert oder bis zur maximalen Bremswirkung erfolgen.

[0007] Die Mittel zur Kraftübertragung übertragen die Bewegung des Fahrers vom Bremshebel bis zur ersten und zweiten Bremseinheit. Die Mittel zur Kraftübertragung können in einer einfachen Ausführung als Hebel oder Hebelanordnung, z. B. durch gelenkig miteinander verbundene Hebel, ausgeführt sein. Bevorzugt ist es jedoch, Seilzüge einzusetzen, die bei geringerem Materialaufwand flexibel verlegt werden können und die die Bremskraft zuverlässig übertragen. Besonders bevorzugt ist eine Kombination aus Hebeln und Seilzügen. Rollschuhe nach dem Stand der Technik vermeiden für die Bremse oft Mittel zur Kraftübertragung. Der Bremshebel wirkt dort direkt auf das Hinterrad ein. Dadurch wird oft ein hoher Verschleiß am Reifen erzeugt. Die erfindungsgemäße Anordnung zum Bremsen des Rollschuhs ermöglicht jedoch ein einfaches und wirksames Bremsen auch aus hohen Geschwindigkeiten und bei jeder Witterung, unabhängig von den verwendeten Reifen und dem Zustand des Reifenprofils. Der Verschleiß am Reifen wird minimiert oder bei Bremsen, die an der Nabe des Rades angreifen, vollständig ausgeschlossen.

[0008] In Weiterbildung einer Betätigungseinheit mit Mitteln zur Kraftübertragung wirkt ein erster Hebel und/oder Seilzug auf die erste Bremseinheit ein und ein zweiter Hebel und/oder Seilzug wirkt auf die zweite Bremseinheit ein. Weiter werden der erste und der zweite Hebel oder Seilzug vorteilhaft gleichzeitig durch den Bremshebel bedient. Beispielsweise kann der Bremshebel in Form eines Streifens, also flächig ausgebildet sein und auf die unabhängig voneinander angeordneten ersten und zweiten Hebel oder Seilzüge einwirken. Bevorzugt wird es jedoch, wenn der erste und der zweite Hebel oder Seilzug durch einen Bügel verbunden sind. Der Bremshebel, der dann auch stabförmig schmal ausgebildet sein kann, wirkt auf den Bügel ein und betätigt Hebel und/oder Seilzüge für beide Bremseinheiten gleichzeitig. Diese Ausführung der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Bremsen für einen Rollschuh ist einfach und zweckmäßig, denn es können vorhandene Bauteile zum Beispiel von Fahrradbremsen mit einigen wenigen Anpassungen umgebaut und übernommen werden.

[0009] Die Bremseinheiten für den erfindungsgemäßen Rollschuh können als Trommelbremse, als Scheibenbremse, als Rollenbremse und /oder als Bandbremse ausgeführt sein. Besonders geeignet sind Bandbremsen für die Bremseinheiten des Vorder- und Hinterrades.

[0010] Nach einer besonders vorteilhaften Ausführung der Erfindung ist am Bremshebel ein Profilblock angebracht, der statt des Bremshebels selbst auf die Mittel zur Kraftübertragung einwirkt. Die den Mitteln zur Kraftübertragung zugewandte Kante oder Fläche des Profilblocks weist parallel zum Bremshebel, der sich von der Trittfläche zum freien Ende erstreckt, unterschiedliche Abstände vom Bremshebel auf. Der Profilblock weist also eine Kontur auf. Diese Kontur erzeugt beim zunehmenden oder abnehmenden Einwirken auf die Mittel zur Kraftübertragung eine Bremskurve. Die Bremskurve kann linear verlaufen, sie kann aber auch progressiv oder degressiv verlaufen, je nach den Erfordernissen der Strecke oder den Wünschen der Fahrer. Der Profilblock ist bevorzugt austauschbar; er ist zu diesem Zweck lösbar am Bremshebel befestigt.

[0011] Es wird als eigenständige erfinderische Lösung angesehen, eine Halterung für einen Schuh auf dem Rollschuh vorzuschlagen, der die Verwendung geeigneter, preiswerter Schuhe ermöglicht.

[0012] Bekannte Rollschuhe sind mit fest montierten Schuhen ausgestattet oder sie sehen die Befestigung der nicht fest verbundenen Schuhe mit Riemen vor. Die Riemen werden ggf. durch Positionsleisten z. B. für Kappe oder Ferse des Schuhs ergänzt. Erfindungsgemäß weist die Trittfläche des Rollschuhs eine Aufnahme für einen Schuh auf. Diese Aufnahme kann auch an Rollschuhen verwirklicht werden, die nicht die erfindungsgemäße Bremse aufweisen. Die Aufnahme kann beispielsweise aus einer Öffnung in der Trittfläche oder aus einer Rastvorrichtung bestehen, die auf die Trittfläche aufgebracht ist. Vorteilhaft ist die Rastvorrichtung lösbar befestigt, so dass sie zum Beispiel an verschiedene Schuhe oder verschiedene Größen angepasst werden kann. Vorteilhaft können auch aus dem Fahrradbereich bekannte SPD-Systeme oder ähnlichen Systemen für den erfindungsgemäßen Rollschuh in Abwandlung eingesetzt werden, wobei ein für das Rollschuhfahren passender Schuh bereitgestellt werden muss.

[0013] Der zu befestigende Schuh ist korrespondierend zur Aufnahme mit einer Fixierung versehen, die in der Regel formschlüssig oder kraftschlüssig mit der Aufnahme in Eingriff gebracht werden kann. Die Aufnahme -und korrespondierend die Fixierung- ist häufig im Bereich des Vorderschuhs, z. B. im Bereich des Fußballens angebracht. Sie kann aber auch mittig unter dem Schuh oder unter der Ferse angebracht sein. Es können auch zwei Aufnahmen für einen Schuh an der Trittfläche vorgesehen sein, die bevorzugt auf einander abgestimmt sind. Die Fixierung am Schuh ist vorteilhaft mit dem Sohlenprofil bündig, so dass die Schuhe u. a. auch zum normalen Laufen oder Autofahren verwendet werden können.

[0014] Die Aufnahme und die Fixierung des Schuhs können auch seitlich an der Trittfläche angebracht sein. Bei dieser Ausführung empfiehlt sich jedoch eine paarige Anordnung von Aufnahme und Fixierung. Wird diese Fixierung nach Art einer Klammer ausgeführt, entfällt eine Bohrung in der Trittfläche. Es können auch unterschiedliche Arten von Aufnahmen und Fixierungen für einen Schuh kombiniert werden, z. B. im Bereich des Vorderschuhs eine zentrale Fixierung an einer Aufnahme, die die Trittfläche durchsetzt und im Bereich der Ferse ein Paar seitlicher Fixierungen, die mit seitlich an der Trittfläche angebrachten Aufnahmen zusammenwirken. Die seitlich an der Trittfläche angeordneten Aufnahmen können einfache Rastmarken sein, die mit Klammern oder Rasten, die am Schuh angebracht sind, zusammenwirken.

[0015] Teile des Schuhs, die nicht durch das Zusammenwirken von Aufnahme und Fixierung auf der Trittfläche festgelegt sind, z. B. bei Festlegung des Vorderschuhs der mittlere Teil des Schuhs und/oder der Fersenbereich des Schuhs, werden alternativ durch Riemen an der Trittfläche gesichert.

[0016] Als kraftschlüssige Verbindung kann ein magnetischer Kontakt zwischen Schuhsohle und Trittfläche vorgesehen werden. Zur Unterstützung oder als alternative, formschlüssige Verbindung kann die kraftschlüssige Verbindung durch eine formschlüssige Verbindung zwischen Schuh und Trittfläche bzw. zwischen Schuh und Rollschuh ergänzt werden, insbesondere kann die kraftschlüssige Verbindung am selben Bauteil wie die formschlüssige Verbindung vorgesehen sein. So kann die kraftschlüssige Verbindung an der Fixierung die am Schuh angebracht ist und korrespondierend an der Aufnahme angebracht sein, die an der Trittfläche des Rollschuhs angeordnet ist.

[0017] Sämtliche Merkmale der hier offenbarten Erfindung können beliebig miteinander kombiniert werden, so dass vielfältigsten Anforderungen an einen Rollschuh Rechnung getragen werden kann. Details der Erfindung werden nachfolgend an einem Ausführungsbeispiel näher beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1
eine Draufsicht auf eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Rollschuhs,
Fig. 2
eine ausschnittsweise Seitenansicht des erfindungsgemäßen Rollschuhs,
Fig. 3
einen ausschnittsweisen Schnitt durch die Trittfläche eines erfindungsgemäßen Rollschuhs,
Fig. 4
eine Ansicht einer Aufnahme,
Fig. 5a - Fig. 5d
verschiedene Ausführungen von Profilblöcken in schematischer Darstellung und
Fig. 6
eine Ansicht eines erfindungsgemäßen Rollschuhs mit Schuh.


[0018] Der erfindungsgemäße Rollschuh 1, wie er in Fig. 1 und auch in Fig. 2 und Fig. 6 dargestellt ist, weist eine Trittfläche 2 aus Aluminium auf. Alternativ kann die Trittfläche aus anderen Werkstoffen wie Edelstahl, Carbon oder z. B. glasfaserverstärkten Kunststoffen hergestellt werden. In gabelförmige Schwingen 3a, 3b ist das Vorderrad 4 eingesetzt; in gabelförmige Schwingen 5a, 5b ist das Hinterrad 6 eingesetzt. Das Vorderrad 4 ist auf einer Vorderradachse 7 gelagert, das Hinterrad 6 ist auf einer Hinterradachse 8 gelagert.

[0019] Am Vorderrad ist eine erste Bremseinheit 14a angeordnet; hier eine Bandbremse. Am Hinterrad ist eine zweite Bremseinheit 14b angeordnet, ebenfalls eine Bandbremse. Beide Bremseinheiten sind auf der Achse 7, 8 des jeweiligen Rades angeordnet. Die Bremseinheiten werden über eine Betätigungseinheit 16 betätigt, die einen Bremshebel 9 sowie Mittel zur Kraftübertragung 13 aufweist. Die Mittel zur Kraftübertragung setzen sich aus einer Kombination von Hebeln 17a, 17b und Seilzügen 18a, 18b zusammen (siehe auch Fig. 6). Als Hebel 17a, 17b können besonders vorteilhaft Handbremshebel von Fahrrädern eingesetzt werden. Als Seilzüge 18a, 18b werden bevorzugt übliche Bowdenzüge von Fahrradbremsen eingesetzt. Weiter wird die Betätigungseinheit 16 durch einen Bügel 19 ergänzt, der die Hebel 17a und 17b verbindet und durch einen Profilblock 20, der am Bremshebel 9 angebracht ist und der beim Bremsen mit dem Bügel 19 in Eingriff kommt.

[0020] Der Bremshebel 9 ist mittels Gelenken 10a, 10b an der Trittfläche 2 gelagert und verläuft von dort bis hinter den Unterschenkel des Fahrers, also etwa bis an den Ansatzpunkt der Schwingen 5a, 5b des Hinterrades 6, und dann etwa parallel zum Unterschenkel des Fahrers, wie Fig. 2 zeigt. Der Bremshebel 9 weist am freien Ende Mittel 30 zum Befestigen des Bremshebels 9 am Bein des Fahrers auf, die hier als Ratschenband oder Klettband ausgeführt sind. Der Bremshebel 9 kann durch den Fahrer, bezogen auf die Fahrtrichtung, durch Bewegen des Unterschenkels vorwärts und rückwärts bewegt werden. Alternativ kann ein fest mit der Trittfläche 2 verbundener, aber elastischer Bremshebel 9 vorgesehen werden. Gemäß der in Fig. 1, Fig. 2 und Fig. 6 gezeigten Ausführung des Bremshebels 9 erstrecken sich von den Gelenken 10a, 10b ausgehend zwei Schwingen 11a, 11b zum freien Ende des Bremshebels 9 etwa bis Mitte der Wade des Fahrers. Etwa nach einem Viertel der Strecke zwischen Trittfläche 2 und freiem Ende verbinden sich die Schwingen 11a, 11b zu einem Profil 12 aus Aluminium. Alternativ kann z. B. auch Carbon oder Edelstahl eingesetzt werden. Der Bremshebel 9 verläuft dann etwa parallel zum Unterschenkel des Fahrers. Der Bremshebel 9 wirkt bei Betätigung der Bremse auf Mittel zur Kraftübertragung 13 ein. Durch die Schwingen 11a, 11b wird der Schuh und der Unterschenkel des Fahrers gut geführt.

[0021] Die Mittel zur Kraftübertragung 13 weisen einen ersten Hebel 17a zum Betätigen der vorderen Bremseinheit 14a und einen zweiten Hebel 17b auf, der die hintere Bremseinheit 14b betätigt. Die Hebel 17a, 17b sind an einer Haltevorrichtung 29 fixiert. Die Hebel 17a und 17b sind aus zwei Hebelabschnitten winklig geformt und weisen einen Drehpunkt D etwa im Bereich des Winkels zwischen den beiden Hebelabschnitten auf. An dem dem Bügel 19 abgewandten Ende der Hebel 17a, 17b setzen Seilzüge 18a und 18b an, die Bestandteil der Mittel zur Kraftübertragung 13 sind. Die Seilzüge 18a und 18b erstrecken sich jeweils von den Hebeln 17a, 17b zur ersten Bremseinheit 14a am Vorderrad 4 und zur zweiten Bremseinheit 14b am Hinterrad 6.

[0022] Wie in Fig. 2 dargestellt, wirkt der Profilblock 20 beim Bremsen auf den Bügel 19 ein; er verschiebt ihn in Richtung auf das Hinterrad 6. Der Bügel 19 dreht damit die Hebel 17a, 17b um den Drehpunkt D. Die Drehung der Hebel 17a, 17b verändert die Länge der Seilzüge 18a, 18b in der Weise, dass die Bandbremsen 14a und 14b so verkürzt werden, dass sich die Umdrehungsgeschwindigkeit der Achsen 7, 8 verringert und der Rollschuh 1 dadurch abgebremst wird. Fig. 2 verdeutlicht im Detail die Wirkungsweise der erfindungsgemäßen Bremse für einen Rollschuh. Bei maximaler Vorbeugung des Fahrers wird keine Bremswirkung ausgeübt (Stellung A des Bremshebels 9). Ebenso wird in Stellung B des Bremshebels 9 noch keine Bremskraft ausgeübt, allerdings ist hier der Profilblock 20 bereits im Eingriff mit dem Bügel 19, ohne ihn jedoch zu verschieben. In Stellung E drückt der Fahrer mit der Wade gegen den Bremshebel 9 und verschiebt ihn maximal auf das Hinterrad 6 zu. Der Profilblock 20 ist im Eingriff mit dem Bügel 19. Die Auslenkung des Bügels 19 wird durch die Eingriffsfläche 23 des Profilblocks 20 vorgegeben. Die Eingriffsfläche 23 ist der Oberflächenabschnitt des Profilblocks 20, der beim Bremsen mit den Mitteln zur Kraftübertragung 13, hier mit dem Bügel 19, in Eingriff kommen kann. Die Kontur der Eingriffsfläche 23 ist bei der Ausführung gemäß Fig. 2 progressiv gewählt, dass heißt, dass bei zunehmender Auslenkung des Bremshebels 9 in Richtung Hinterrad 6 der Bügel 19 durch den Profilblock 20 überproportional weit ausgelenkt wird, also weiter als die Strecke, die der Bremshebel 9 selbst ausgelenkt wird. Die Kontur der Eingriffsfläche 23 des Profilblocks 20 kann frei gewählt werden, je nach den Anforderungen der Strecken, die gefahren werden oder der Fahrer, die den Rollschuh nutzen. Fig. 5a bis Fig. 5 d zeigen in schematischer Darstellung verschiedene Profilblöcke 20. Fig. 5a zeigt einen Profilblock 20, bei dem die Eingriffsfläche 23 aus geringem Abstand zur Anlagefläche 21, mit der der Profilblock am Bremshebel 9 anliegt, zunächst progressiv ansteigt und dann degressiv bis zum maximalen Abstand der Eingriffsfläche 23 von der Anlagefläche 31 ansteigt. Die Fig. 5a bis 5d zeigen Profilblöcke 20, die mit dem rechten Ende, an dem Eingriffsfläche 23 und Anlagefläche 31 den geringsten Abstand aufweisen, nach unten am Bremshebel angebracht werden. Die Befestigung kann über beliebige Befestigungsmittel erfolgen, besonders bevorzugt sind lösbare Befestigungsmittel, z. B. ein Keil am Profilblock 20, der durch konvergierende Schienen am Bremshebel gehalten wird oder durch Verkleben oder Verrasten. Formschlüssige Verbindungen sind allgemein zum Befestigen des Profilblocks 20 besonders bevorzugt. Fig. 5b zeigt einen Profilblock 20, dessen Eingriffsfläche 23 linear in zwei Abschnitten 23a und 23b verläuft. Beim Bremsen kommen zunächst Abschnitt 23a der Eingriffsfläche und die Mittel 16 zum Betätigen der Bremseinheiten 14 in Eingriff. Die flache Steigung des Abschnitts 23a gewährleistet eine mäßige, aber stetig zunehmende Bremswirkung. Beim weiteren Bremsen kommen die Mittel 16 zum Betätigen der Bremsen mit dem Abschnitt 23b der Eingriffsfläche in Kontakt, der eine steilere Steigung aufweist als Abschnitt 23a. Die Bremswirkung ist hier deutlich stärker.

[0023] Fig. 5c zeigt einen Profilblock 20 mit einer Eingriffsfläche 23, die eine lineare Steigung aufweist. Die beim Bremsen ausgeübte Bremskraft steigt linear. Wie schon in Fig. 5b gezeigt, kann die Eingriffsfläche 23 aus mehreren Abschnitten unterschiedlicher Steigung zusammengesetzt sein. Fig. 5d zeigt einen solchen Profilblock 20 mit einem ersten Abschnitt 23c der Eingriffsfläche, der progressiv steigt. An den Abschnitt 23c schließt Abschnitt 23d an, der nach einer kurzen degressiven Steigung eine geringe Steigung aufweist. Daran schließt Abschnitt 23e an, der wiederum eine stark progressive Steigung aufweist und der den maximalen Abstand von der Anlagefläche 31 aufweist. Der Profilblock 20 nach Fig. 5d ermöglicht das Bremsen mit deutlicher initialer Bremswirkung, aber mit gut zu dosierender Bremswirkung durch den Abschnitt 23d und mit starker Bremswirkung im Abschnitt 23e. Die Kontur der Eingriffsfläche 23 kann also linear, degressiv oder progressiv gewählt werden, sie kann aber auch abschnittsweise aus unterschiedlichen Steigungen zusammengesetzt sein. Dadurch kann die Bremswirkung weitgehend an individuelle Bedürfnisse angepasst werden.

[0024] Der Profilblock 20 ist bevorzugt austauschbar. Er ist dann lösbar am Bremshebel 9 befestigt, so dass jeder Fahrer jederzeit einen Profilblock wählen kann, der für ihn geeignet ist. Der Profilblock 20 kann aus beliebigem Werkstoff hergestellt sein. Wesentlich ist lediglich, dass die Oberfläche der Eingriffsfläche 23 zuverlässig den ausgeübten Druck vom Bremshebel auf die Mittel zur Kraftübertragung 13 überträgt. Typische Werkstoffe zur Herstellung des Profilblocks 20 sind z. B. Hartgummi, Kunststoffe oder Metall.

[0025] Damit der Fahrer auf dem Rollschuh sicheren Halt hat, weist die Trittfläche 2, wie in Fig. 1 und in Fig. 3 ausschnittsweise dargestellt, im Bereich des Vorderschuhs 15, etwa auf Höhe des Fußballens eine Aufnahme 22 für den Schuh des Fahrers auf. Die Trittfläche weist als Aufnahme eine Öffnung 22 auf, die von einer Kopfschraube 24 mit breitem Kopf 25 durchsetzt ist. Der Schuh ist mit einer Fixierung versehen, die beim Aufsteigen des Fahrers mit der Aufnahme 22 formschlüssig in Eingriff kommt.

[0026] Fig. 3 zeigt einen Ausschnitt einer Trittfläche 2 eines Rollschuhs 1 in dem Bereich, der den Vorderschuh des Fahrers aufnimmt und den Bereich der Trittfläche 2 vor dem Vorderschuh. Die Trittfläche 2 ist im Bereich vor dem Vorderschuh von einer Öffnung 22 durchsetzt, die als Aufnahme dient. Eine Kopfschraube 24 mit breitem Kopf 25 durchsetzt die Öffnung 22. Wie in Fig. 3 dargestellt, ist die Fixierung hier als abgewinkelte Platte 26 ausgebildet, die ein Langloch 27 aufweist, das an den Enden einen geringeren Durchmesser aufweist als in einem mittleren Abschnitt 28, der einen weiteren Durchmesser aufweist als der Kopf 25 der Kopfschraube 24. Fig. 4 zeigt die Fixierung, hier ausgeführt als Platte 26 aus Metall mit Bohrungen 26a, 26b zum Befestigen der Fixierung am Schuh. Die Platte ist -ausgehend von dem Abschnitt, der die Bohrungen 26a, 26b trägt, nach unten abgewinkelt, etwa um die Höhe des Abstandes der Oberfläche der Trittfläche 2 bis zum Beginn des Kopfes 25 der Kopfschraube 24. In diesem abgewinkelten Abschnitt der Platte 26 ist das Langloch 27 mit dem aufgeweiteten mittleren Abschnitt 28 angebracht. Alternativ ist auch eine (hier nicht dargestellte) Ausführung mit einem Langloch denkbar, das lediglich einen aufgeweiteten endständigen Abschnitt 28 und einen sich davon zur Ferse des Schuhs hin ersteckenden Langloch-Abschnitt 27 aufweist.

[0027] Der Fahrer tritt mit dem mittleren Abschnitt 28 des Langlochs 27 über den Kopf 25 der Kopfschraube 24 und arretiert den Vorderschuh 15 z. B. indem er den Schuh nach vorn schiebt, so dass das hintere Ende des Langlochs mit schmalerem Durchmesser durch die Kopfschraube mit breitem Kopf gesichert ist.

[0028] Zusätzlich ist, wie in Fig. 6 dargestellt, an den Gelenken 10a, 10b oder an der Trittfläche 2 ein Ratschenband 21 angebracht, mit dem der mittlere Bereich und die Ferse des Schuhs des Fahrers auf der Trittfläche 2 des Rollschuhs 1 fixiert werden.

[0029] Alternative Ausführungen, bei denen z. B. ein Arretierungsbolzen am Schuh angebracht ist, der in ein Langloch in der Trittfläche eingreift, oder eine Ausführung, die zusätzlich durch Magneten unterstützt wird sind ebenfalls geeignet, den Schuh an der Trittfläche zu sichern.


Ansprüche

1. Rollschuh, aufweisend eine Trittfläche (2), ein Vorderrad (4), das in Bewegungsrichtung vor der Trittfläche (2) angeordnet ist, ein Hinterrad (6), das in Bewegungsrichtung hinter der Trittfläche (2) angeordnet ist und eine Bremse mit einer Betätigungseinheit (16) und einer Bremseinheit (14), dadurch gekennzeichnet, dass eine erste Bremseinheit (14a) am Vorderrad (4) angeordnet ist, und dass eine zweite Bremseinheit (14b) am Hinterrad (6) angeordnet ist.
 
2. Rollschuh nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und die zweite Bremseinheit (14a, 14b) durch eine gemeinsame Betätigungseinheit (16) bedient werden.
 
3. Rollschuh nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungseinheit (16) einen Bremshebel (9) aufweist, der durch Mittel (13) zur Kraftübertragung auf die erste und die zweite Bremseinheit (14a, 14b) einwirkt.
 
4. Rollschuh nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (13) zur Kraftübertragung als Hebel (17a, 17b) und/oder als Seilzug (18a, 18b) ausgebildet sind.
 
5. Rollschuh nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein erster Hebel (17a) und/oder Seilzug (18a) auf die erste Bremseinheit (14a) einwirkt und dass ein zweiter Hebel (17b) und/oder Seilzug (18b) auf die zweite Bremseinheit (14b) einwirkt.
 
6. Rollschuh nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Hebel (17a) und/oder Seilzug (18a) und der zweite Hebel (17b) und/oder Seilzug (18b) gleichzeitig durch den Bremshebel (9) betätigt werden.
 
7. Rollschuh nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Hebel (17a) und/oder Seilzug (18a) und der zweite Hebel (17b) und/oder Seilzug (18b) durch einen Bügel (19) verbunden sind, auf den der Bremshebel (9) einwirkt.
 
8. Rollschuh nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass am Bremshebel (9) ein Profilblock (20) angeordnet ist, der eine Eingriffsfläche (23) aufweist.
 
9. Rollschuh nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste und das zweite Bremselement (14a, 14b) als Trommelbremse, Scheibenbremse oder als Bandbremse ausgebildet sind.
 
10. Rollschuh nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trittfläche (2) zur Aufnahme eines Schuhs ausgebildet ist, wobei eine Aufnahme (22) für einen Vorderschuh an oder in der Trittfläche (2) vorgesehen ist.
 
11. Profilblock zum Anbringen an den Bremshebel (9) eines Rollschuhs (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10, aufweisend eine Eingriffsfläche (23).
 




Zeichnung






















Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente