[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Verglasungsanordnung mit Sicherheitsfunktion,
auf ein Sicherheitssystem für eine Verglasungsanordnung und auf ein Verfahren zum
Erfassen einer mechanischen oder thermischen Beanspruchung eines flächigen Verglasungselements.
Insbesondere bezieht sich die vorliegende Erfindung auf ein Konzept zur Überwachung
eines flächigen Verglasungselements, z.B. einer Glasscheibe oder einer Verbundglasscheibe,
um eine mechanische oder thermische Belastung durch ein äußeres Einwirken an dem flächigen
Verglasungselement frühzeitig bzw. zeitnah zu erfassen. Dadurch kann eine versuchte
Manipulation des flächigen Verglasungselements, beispielsweise bei einem Einbruchsversuch,
nahezu in Echtzeit erkannt und frühzeitig ein entsprechender Alarm ausgelöst werden.
Gleichermaßen kann das erfindungsgemäße Konzept an flächigen Verglasungselementen
eingesetzt werden, die bei ihrem Einsatz starken mechanischen und/oder thermischen
Belastungen ausgesetzt sind, wie z.B. an Frontscheiben in einem Flugzeug-Cockpit,
in Zügen oder anderen Fahrzeugen, um frühzeitig zu hohe mechanische oder thermische
Belastungen an den Verglasungselementen zu erkennen und ein mechanisches Versagen
aufgrund eines plötzlichen, unvorhergesehenen Bruchs des flächigen Verglasungselements
zu vermeiden.
[0002] Auf vielen Gebieten wird sogenanntes Sicherheitsglas verwendet, um entweder die Verglasung,
z.B. Panzerglas bzw. Verbund-Sicherheitsglas, mit einer möglichst ausreichenden einbruchshemmenden
Wirkung zu versehen oder um einen unberechtigten physischen Zutritt zu Bereichen,
die durch Sicherheitsglas gesichert sind, z.B. Auslagen von Juwelieren, Vitrinen usw.,
möglichst sicher zu verhindern. Darüber hinaus werden für die jeweiligen Verglasungselemente
auch sog. passive Glasbruchmelder eingesetzt, die an der zu überwachenden Verglasung
angeordnet sind, und einen Glasbruch bzw. eine physische Zerstörung des Verglasungselements
erfassen. In diesem Zusammenhang beziehen sich unterschiedliche DIN-Normen auf sogenannte
Widerstandsklassen (DIN V ENV 1627), die beispielsweise Widerstandszeiten, d.h. die
Zeit, die ein Produkt einem Einbruch standhält, Tätertypen und den Modus Operandi
berücksichtigen. Ferner gibt es Prüfnormen (DIN EN 356) für angriffshemmende Verglasungen,
d.h. inwieweit die Verglasungen einbruchshemmend, durchwurfhemmend oder angriffshemmend
sind.
[0003] Ferner wird Sicherheitsglas auch in Bereichen eingesetzt, wie z.B. als Frontscheiben
in Flugzeug-Cockpits, Hochgeschwindigkeitszügen oder sonstige Fahrzeugen, die sehr
starken thermischen und insbesondere mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt sind.
[0004] Nachteilig an den bisher im Stand der Technik bekannten Vorgehensweisen ist, dass
beispielsweise ein Einbruchsversuch erst bei Auftreten einer mechanischen Beschädigung
oder Zerstörung des überwachten Verglasungselements erfasst wird. Wird nun beispielsweise
bei einem Einbruchsversuch das Sicherheitsglas mittels eines Gasbrenners bzw. Schneidbrenners
so in der Stabilität verändert, bis das Sicherheitsglas letztendlich schmilzt, kann
ein möglicher Einbrecher relativ schnell an die hinter der Sicherheitsverglasung ausgestellten
Wertgegenstände gelangen, ohne dass ein Alarm von einem passiven Glasbruchmelder ausgegeben
wird. Ferner mussten bisher zur Identifizierung einer Wärmequelle im Sicherheitsbereich
aufwändige Wärmebildkameras eingesetzt werden, sollte eine zeitnahe Wärmeinformation
erhalten werden. Um eine möglichst umfassende Einbruchserfassung zu erhalten, mussten
deshalb gemäß dem Stand der Technik unterschiedliche Überwachungskonzepte kombiniert
werden, um sowohl mechanische als auch thermische Einwirkungen auf Sicherheitsverglasungen
zu detektieren. Dies führt bei deren Realisierung zu einem hohen Aufwand und damit
auch zu hohen Kosten.
[0005] Die Druckschrift
GB 2 193 825 A offenbart ein Baumaterial mit eingebetteter optischer Faser, um mit einem faseroptischen
System verbunden zu werden, wobei das Baumaterial inhärent die Erfordernisse für die
Verwendung als physikalische beziehungsweise physische Barriere erfüllt. Für dieses
Baumaterial können Lichtübertragungseigenschaften zur Verfügung gestellt werden, und
es kann in Verbindung mit einem Sicherheitsdetektionssystem verwendet werden. Das
Baumaterial umfasst im Wesentlichen starres bzw. steifes Material,zum Beispiel eine
aus Glas ausgebildete Schichtanordnung, wobei in dem im Wesentlichen starren bzw.
steifen Material wenigstens eine kontinuierliche optische Faser eingebettet ist, wobei
diese optische Faser optisch an ihren Enden außerhalb des im Wesentlichen starren
bzw. steifen Materials optisch verbindbar ist.
[0006] Ausgehend von diesem Stand der Technik besteht die Aufgabe der vorliegenden Erfindung
darin, ein Konzept für eine Verglasungsanordnung mit einer Sicherheitsfunktion zu
schaffen, mittels derer eine Detektion einer auf ein flächiges Verglasungselement
einwirkenden mechanischen und/oder thermischen Beanspruchung bzw. Belastung frühzeitig
und möglichst in Echtzeit detektiert werden kann.
[0007] Diese Aufgabe wird durch ein Sicherheitssystem für eine Verglasung gemäß Anspruch
1, durch ein Verfahren zum Erfassen einer mechanischen oder thermischen Beanspruchung
eines flächigen Verglasungselements gemäß Anspruch 11 und durch ein Computerprogramm
nach Anspruch 15 gelöst.
[0008] Der Kerngedanke der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Lichtwellenleiterstruktur
mit einem optischen Filterelement, wie z.B. einem Faser-Bragg-Gitter bzw. Bragg-Filter,
mechanisch so an dem flächigen Verglasungselement anzuordnen, dass bei einer mechanischen
oder thermischen Beanspruchung des Verglasungselements eine optische Eigenschaft der
Lichtwellenleiterstruktur und insbesondere des optischen Filterelements verändert
wird. Eine mechanische Verbindung zwischen einem Verglasungselement und einer Lichtwellenleiterstruktur
kann beispielsweise form-, kraft- oder stoffschlüssig ausgebildet sein. So wird insbesondere
erfindungsgemäß ausgenutzt, dass es bei dem in einer Lichtwellenleiterstruktur angeordneten
Bragg-Filter aufgrund einer mechanischen oder thermischen Beanspruchung des flächigen
Verglasungselements zu einem Dehnungseinfluss und/oder zu einer Brechzahländerung
des Materials des Bragg-Filters kommt, so dass sich die Mittenfrequenz des Bragg-Filters
als veränderbare, optische Eigenschaft der Lichtwellenleiterstruktur entsprechend
der mechanischen oder thermischen Einwirkung ändert. Eine solche Änderung der Mittenfrequenz
des Bragg-Filters ist nun relativ einfach mit an der Lichtwellenleiterstruktur angekoppelten
optischen Erfassungselementen detektierbar, wobei der Größe der Änderung der Mittenfrequenz
Δλ/λ
0 der Grad einer mechanischen und/oder thermischen Beanspruchung des flächigen Verglasungselements
zugeordnet werden kann. Erfindungsgemäß kann somit durch Auswertung der optischen
Eigenschaft des Bragg-Filters in der Lichtwellenleiterstruktur unmittelbar auf eine
Manipulation, z.B. durch einen Einbrecher, des flächigen Verglasungselements geschlossen
werden. Ferner können zur Steigerung der Erfassungssicherheit "normale" thermische
oder mechanische Einwirkungen, wie z.B. Temperaturänderungen aufgrund von Sonneneinstrahlung,
auf das flächige Verglasungselement bei der Auswertung der optischen Eigenschaft der
Lichtwellenleiterstruktur berücksichtigt werden.
[0009] So kann nun erfindungsgemäß eine Lichtwellenleiterstruktur mit einem optischen Filterelement
oder einer Mehrzahl von optischen Filterelementen, die beispielsweise als Bragg-Filter
ausgebildet sind, mechanisch an einem zu überwachenden flächigen Verglasungselement
angebracht werden. Bei einer Verwendung mehrerer Bragg-Filter können diese beispielsweise
unterschiedliche Filtermittenfrequenzen bzw. Filtermittenwellenlängen aufweisen, um
ferner eine räumliche Auflösung der auf das zu überwachende, flächige Verglasungselement
einwirkenden mechanischen oder thermischen Beanspruchungen zu erhalten, wie dies nachfolgend
noch ausführlich erläutert wird.
[0010] Die Lichtwellenleiterstruktur mit dem optischen Filterelement bzw. den optischen
Filterelementen kann nun beispielsweise an einem mehrschichtigen, flächigen Verglasungselement,
z. B. einer Verbundglasanordnung, angeordnet werden, wobei die Lichtwellenleiterstruktur
in einer Glaskapillare, einer gefrästen Nute oder nachträglich auf dem Sicherheitsglas
in Kapillaren angebracht werden kann und mit dem zu überwachenden, flächigen Verglasungselement
zumindest bereichsweise form-, kraft- und/oder stoffschlüssig verbunden ist.
[0011] Bezüglich der mechanischen Verbindung des Verglasungselements mit der Lichtwellenleiterstruktur
wird darauf hingewiesen, dass die Lichtwellenleiterstruktur entweder bereits bei der
Herstellung des Verglasungselements in bzw. an demselben mechanisch, d. h. form-,
kraft- und/oder stoffschlüssig, angeordnet werden kann oder auch nachträglich an dem
Verglasungselement in nachträglich angebrachten Ausnehmungen oder Aussparungen (z.B.
Kapillare oder Nute) angeordnet werden kann. Wird nun beispielsweise die Lichtwellenleiterstruktur
mit den optischen Filterelementen bereits während der Herstellung des Verglasungselements
im Material des Verglasungselements integriert oder innerhalb einer von mehreren Schichten
einer Verbundglasanordnung beispielsweise unter Verwendung eines transparenten Klebstoffes
fixiert, kann die Lichtwellenleiterstruktur ohne Weiteres form-, kraft- und/oder stoffschlüssig
an dem Verglasungselement angeordnet werden, so dass eine mechanische Beanspruchung
bzw. Verformung (z.B. Dehnung) des Glasmaterials unmittelbar auf die Lichtwellenleiterstruktur
und die sich darin befindlichen optischen Filterelemente übertragen wird. Gleichermaßen
wird auch eine thermische Beanspruchung des Verglasungselements, d. h. eine Temperaturerhöhung,
unmittelbar auf die Lichtwellenleiterstruktur und die darin sich befindlichen optischen
Filterelemente übertragen.
[0012] Bei einer nachträglichen Anordnung der Lichtwellenleiterstruktur an dem Verglasungselement
ist nun zu unterscheiden, ob die Lichtwellenleiterstruktur in eine nach außen zugängliche
Ausnehmung (z.B. eine gefräste Nut) eingelegt und mit einem Klebstoff im Wesentlichen
vollständig mit dem Verglasungselement verbunden werden kann oder ob die Lichtwellenleiterstruktur
bei einem Einschieben in eine vorgesehene Glaskapillare in dem Verglasungselement
im Wesentlichen nur an den Endpunkten (d.h. an dem Ein- und Austrittspunkt der Lichtwellenleiterstruktur
an dem Verglasungselement) mit demselben mechanisch verbunden werden kann. Im zweiten
Fall wirkt sich eine mechanische Beanspruchung, z.B. in Form einer Dehnung des Verglasungselements,
als eine relativ gleichmäßige Dehnung der Lichtwellenleiterstruktur zwischen den beiden
fixierten Endpunkten aus. Damit ist gegenüber einer vollständigen mechanischen Verbindung
der Lichtwellenleiterstruktur mit dem Verglasungselement zwar weiterhin die Erfassung
einer Dehnung der Lichtwellenleiterstruktur und damit des Verglasungselements möglich,
aber ohne eine genaue räumliche Zuordnung des Orts der einwirkenden mechanischen Beanspruchung.
[0013] Im Gegensatz zu einer mechanischen Beanspruchung ist bei einer thermischen Beanspruchung
des Verglasungselements im Falle einer punktuellen Verbindung der Lichtwellenleiterstruktur
mit dem Verglasungselement trotzdem eine räumliche Zuordnung des Orts der einwirkenden
thermischen Beanspruchung möglich, da sich bei einer Erwärmung des Verglasungselements
auch nur entsprechende Abschnitte der Lichtwellenleiterstruktur und somit nur bestimmte
Bragg-Filterelemente erwärmen und ihre optische Filtereigenschaft ändern.
[0014] Durch Überwachung der optischen Eigenschaft der als Bragg-Filter ausgebildeten optischen
Filterelemente kann nun von außen zugeführte Wärme oder großer Druck, wie dies beispielsweise
bei einem Einbruchsversuch der Fall sein kann, über die resultierende mechanische
Dehnung (oder Stauchung) des zu überwachenden, flächigen Verglasungselements und damit
auch der mechanisch verbundenen Lichtwellenleiterstruktur sehr schnell und nahezu
in Echtzeit detektiert und ein elektronischer Alarm ausgelöst werden, um die Manipulation
an dem zu überwachenden, flächigen Verglasungselement anzuzeigen. Darüber hinaus kann
die an dem zu überwachenden, flächigen Verglasungselement angeordnete Lichtwellenleiterstruktur
mit den optisch in Reihe geschalteten Bragg-Filtern gleichzeitig als ein Bruchsensor
genutzt werden, da lediglich Signale von denjenigen Filterelementen (mit einer ausreichenden
Amplitude) zurückreflektiert werden, die sich in der Lichtwellenleiterstruktur an
Positionen (in Lichteinkoppelrichtung) vor der Bruchstelle befinden, während Reflexionssignale
von einem oder mehreren Bragg-Filtern hinter der Bruchstelle ausfallen.
[0015] Die erfindungsgemäße Vorgehensweise zur Implementierung der Verglasungsanordnung
mit Sicherheitsfunktion ist nun äußerst vorteilhaft bei der Überwachung eines flächigen
Verglasungselements einsetzbar, da die Lichtwellenleiterstruktur mit den als Bragg-Filter
ausgebildeten optischen Filterelementen zum Einspeisen eines optischen Signals in
die Lichtwellenleiterstruktur einsetzbar ist, und durch die Auswertung des von den
optischen Filterelementen reflektierten oder transmittierten optischen Signals direkt
und nahezu in Echtzeit Informationen über eine mechanische und/oder thermische Beanspruchung
des zu überwachenden, flächigen Verglasungselements ermittelt werden können.
[0016] Somit wird erfindungsgemäß gegenüber den anderen im Stand der Technik bekannten Vorgehensweisen
mit nur einer Sensoranordnung ermöglicht, sowohl eine Wärmeeinwirkung als auch eine
Dehnung oder einen Bruch (oder Knick) des zu überwachenden, flächigen Verglasungselements
zu erfassen, wobei die den jeweiligen Zustand des zu überwachenden, flächigen Verglasungselements
beschreibenden Informationen in Form einer Änderung der optischen Eigenschaft der
Lichtwellenleiterstruktur direkt und nahezu in Echtzeit auslesbar sind. Die erfindungsgemäße
Verglasungsanordnung mit Sicherheitsfunktion ist somit überall dort einsetzbar, wo
Wertgegenstände, Waren oder sonstige Gegenstände vor einem ungebeteten Zugriff oder
Zutritt gesichert werden sollen, z.B. bei Juwelieren, Banken, Warenhäusern usw. Darüber
hinaus können mechanische Spannungen in stark beanspruchten Scheiben, wie z.B. von
Frontscheiben in Flugzeug-Cockpits, Zügen oder sonstigen Fahrzeugen, rechtzeitig erkannt
werden.
[0017] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend unter
Bezugnahme auf die vorliegenden Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1a-b
- Prinzipdarstellungen in einer Draufsicht und einer Schnittansicht einer erfindungsgemäßen
Verglasungsanordnung mit Sicherheitsfunktion gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung;
- Fig. 2a-c
- eine Prinzipdarstellung einer Lichtwellenleiterstruktur mit einem optischen Filterelement
für die erfindungsgemäße Verglasungsanordnung mit Sicherheitsfunktion gemäß einem
Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 3
- eine Prinzipdarstellung einer Verglasungsanordnung mit Sicherheitsfunktion gemäß einem
weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 4
- eine Prinzipdarstellung eines Sicherheitssystems für eine Verglasungsanordnung gemäß
einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung; und
- Fig. 5
- ein prinzipielles Ablaufdiagramm eines Verfahrens gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung.
[0018] Bevor nachfolgend die vorliegende Erfindung im Detail anhand der Zeichnungen näher
erläutert wird, wird darauf hingewiesen, dass identische, funktionsgleiche oder gleichwirkende
Elemente in den unterschiedlichen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen versehen
sind, so dass die in den unterschiedlichen Ausführungsbeispielen dargestellte Beschreibung
der Elemente mit gleichen Bezugszeichen untereinander austauschbar ist bzw. aufeinander
angewendet werden kann.
[0019] Im Folgenden wird nun anhand von Fig. 1a-b der prinzipielle Aufbau und die prinzipielle
Funktionsweise einer erfindungsgemäßen Verglasungsanordnung 10 mit Sicherheitsfunktion
gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung unter Bezugnahme
auf die in Fig. 2a-c dargestellte prinzipielle Ausgestaltung einer Lichtwellenleiterstruktur
30 mit einem optischen Filterelement 32 beispielhaft beschrieben.
[0020] Wie in Fig. 1a dargestellt ist, weist die Verglasungsanordnung 10 ein flächiges Verglasungselement
20 auf. Das flächige Verglasungselement kann beispielsweise ein ein- oder mehrschichtiges
transparentes Material, z.B. Glas, Kunststoff oder ein Verbundmaterial, aufweisen.
So kann beispielsweise das flächige Verglasungselement 20 für eine Sicherheitsverglasung
als Verbundglas eine Kombination von Glas und durchsichtigen Kunststofffolien aufweisen.
An dem flächigen Verglasungselement 20 ist nun eine Lichtwellenleiterstruktur 30 mit
einem optischen Filterelement, z.B. in Form eines Faser-Bragg-Gitters bzw. eines optischen
Bragg-Filters, angeordnet. Die Lichtwellenleiterstruktur 30 weist somit einen Lichtwellenleiterabschnitt
34 und das optische Filterelement 32 auf. Ferner weist die Lichtwellenleiterstruktur
30 einen Einkoppeleingang 36 zum Einkoppeln eines optischen Signals S
1 in die Lichtwellenleiterstruktur 30 auf. Ferner weist die Lichtwellenleiterstruktur
30 auch nach dem optischen Filterelement 32 optional einen weiteren Lichtwellenleiterabschnitt
34 auf, wobei der weitere Lichtwellenleiterabschnitt 34 beispielsweise zu einem Auskoppelausgang
38 an einer beliebigen Seitenfläche, z.B. einer gegenüberliegenden Seitenfläche, des
flächigen Verglasungselements 20 zum Auskoppeln eines durch das optische Filterelement
32 hindurchlaufenden optischen Signals S
Tr geführt ist.
[0021] Wie nun in Fig. 1a-b dargestellt, ist die Lichtwellenleiterstruktur 30 innerhalb
des Materials des flächigen Verglasungselements 20 angeordnet. Wie in Fig. 1b dargestellt,
weist das flächige Verglasungselement 20 beispielsweise als Verbundglas eine Mehrzahl
von Einzelschichten 20-1, ... , 20-5 (20-n) auf, wobei die Lichtwellenleiterstruktur
30 beispielsweise in einer kleinen Kapillare oder einer gefrästen Nut in der zweiten
Verglasungsschicht 20-2 (hinter der ersten Scheibe 20-1) des flächigen Verglasungselements
20 angeordnet ist.
[0022] Diese in Fig. 1a-b dargestellte Anordnung der Lichtwellenleiterstruktur 30 an dem
flächigen Verglasungselement 20 ist aber lediglich als beispielhaft anzusehen. So
kann die Lichtwellenleiterstruktur 30 allgemein in eine Aussparung oder Ausnehmung
40 innerhalb des Materials des flächigen Verglasungselements 20 oder auch an einer
Oberfläche des flächigen Verglasungselements 20 eingebracht sein. Natürlich können
bei der Herstellung des flächigen Verglasungselements 20 entsprechende Ausnehmungen
bzw. Aussparungen an oder in dem Verglasungselement 20 zum Einschieben oder Einlegen
der Lichtwellenleiterstruktur bereits vorab vorgesehen sein. Die Lichtwellenleiterstruktur
30 kann nun beispielsweise mittels eines transparenten Klebstoffmaterials oder eines
sonstigen Befestigungsmaterials in der vorgesehenen Ausnehmung 40 befestigt werden.
[0023] Ferner ist es auch möglich, die Lichtwellenleiterstruktur 30 noch nachträglich an
einem Verglasungselement 20 anzuordnen. Bei einem nachträglichen Einbau in eine z.B.
nachträglich vorgesehene Ausnehmung oder Aussparung 40 (bzw. Vertiefung) an dem Verglasungselement
20 kann die Lichtwellenleiterstruktur 30 beispielsweise mittels einer Folie (nicht
gezeigt in Fig. 1a-b) fixiert werden, die auf die Oberfläche des flächigen Verglasungselements
20 zumindest im Bereich der Aussparungen 40 für die Lichtwellenleiterstruktur 30 auf
die Oberfläche des flächigen Verglasungselements 20 geklebt wird.
[0024] Bezüglich einer örtlichen Auflösung einer mechanischen Beanspruchung des Verglasungselements
20 wird darauf hingewiesen, dass diese mechanische Beanspruchung bei Verwendung einer
Mehrzahl von Bragg-Filterelementen 32 nur an den Bereichen des Verglasungselements
20 ortsaufgelöst erfassbar ist, an denen eine feste bzw. kraftschlüssige mechanische
Verbindung der Lichtwellenleiterstruktur 30 mit den optischen Filterelementen 32 an
dem Verglasungselement vorliegt. Diesbezüglich wird auf die detaillierten Ausführungen
in Fig. 4 hingewiesen, die auf alle Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung
anwendbar sind.
[0025] Im Zusammenhang mit der in Fig. 1a-b dargestellten Lichtwellenleiterstruktur 30 wird
darauf hingewiesen, dass diese zur Vereinfachung der Beschreibung lediglich ein optisches
Filterelement 32 aufweist. Im Rahmen der nachfolgenden Beschreibung wird noch deutlich
werden, dass eine Mehrzahl von optischen Filterelementen in der Lichtwellenleiterstruktur
30 angeordnet sein kann, wobei die Lichtwellenleiterstruktur 30 auch entlang im Wesentlichen
beliebig geformter, z.B. mäanderformig geformter, Aussparungen 40 in dem flächigen
Verglasungselement 20 angeordnet sein kann. Ferner können weitere Lichtwellenleiterstrukturen
(nicht gezeigt in Fig. 1a-b) mit jeweiligen Einkoppeleingängen und optionalen Auskoppeleingängen
in dem flächigen Verglasungselement 20 getrennt voneinander angeordnet sein.
[0026] Die Lichtwellenleiterstruktur(en) 30 mit jeweils einer Mehrzahl von optischen Filterelementen
32 können nun so an dem flächigen Verglasungselement 20 angeordnet sein, um beispielsweise
eine in einem Raster verteilte Anordnung von Sensorelementen (in Form der optischen
Filterelemente 32) verteilt über die Grundfläche des flächigen Verglasungselements
20 zu erhalten. Auf eine solche Anordnung der Lichtwellenleiterstruktur 30 an dem
flächigen Verglasungselement 20 wird im Nachfolgenden noch detailliert anhand von
Fig. 3 eingegangen.
[0027] Ferner wird darauf hingewiesen, dass die rechteckige und gerade Form der Oberfläche
des flächigen Verglasungselements 20, wie sie in den Figuren dargestellt ist, lediglich
als beispielhaft anzusehen ist. Das erfindungsgemäße Konzept ist insbesondere auch
auf beliebig geformte und auch gekrümmte Oberflächen eines flächigen Verglasungselements
20 anwendbar.
[0028] Wie in Fig. 1b nun dargestellt, weist die Lichtwellenleiterstruktur 30 mit dem optischen
Filterelement 32 beispielsweise einen Durchmesser "a" von 80-200 µm auf, so dass beispielsweise
die in dem flächigen Verglasungselement 20 vorgesehene Ausnehmung 40 Abmessungen mit
einer Breite "b" und einer Höhe "c" von beispielsweise 200-650 µm aufweisen kann,
um die Lichtwellenleiterstruktur 30 aufzunehmen. In einem möglichen Zwischenraum zwischen
der Lichtwellenleiterstruktur 30 und den Seitenwänden der Ausnehmung 40 kann beispielsweise
ein transparenter Klebstoff oder ein sonstiges transparentes Verbindungsmaterial (nicht
gezeigt in Fig. 1a-b) zum Auffüllen etwaiger Hohlräume, zur Beibehaltung der mechanischen
Stabilität und zur Fixierung an dem Glas (Kraftschluß) vorgesehen sein, soweit der
Klebstoff in die Ausnehmungen eingebracht werden kann.
[0029] Die Lichtwellenleiterstruktur 30 mit dem optischen Filterelement 32 ist nun so an
dem flächigen Verglasungselement 20 angeordnet, dass etwaige mechanische und/oder
thermische Belastungen, die auf das flächige Verglasungselement 20 einwirken, möglichst
unmittelbar auf die Lichtwellenleiterstruktur 30 mit dem optischen Filterelement 32
übertragen oder zumindest in einem gewissen Grad weitergegeben werden. D.h., die Lichtwellenleiterstruktur
30 ist so mechanisch an dem flächigen Verglasungselement 20 angeordnet, dass eine
mechanische oder thermische Beanspruchung, d.h. das Einwirken einer erhöhten Temperatur
oder einer äußeren, mechanischen Kraft auf das flächige Verglasungselement 20, eine
Veränderung der optischen Eigenschaft der Lichtwellenleiterstruktur 30 und insbesondere
des optischen Filterelements 32 der Lichtwellenleiterstruktur 30 hervorruft. Dazu
ist es also erforderlich, dass die Lichtwellenleiterstruktur 30 ausreichend thermisch
und/oder mechanisch mit dem flächigen Verglasungselement 20 gekoppelt ist, um eine
ausreichende Wärme- und/oder Kraftübertragung von dem flächigen Verglasungselement
20 auf die Lichtwellenleiterstruktur 30 zu gewährleisten. Unter mechanischen Kräften
sind beispielsweise Zug-, Druck-, Schlag-, Stoß- oder Biegungsbelastungen zu verstehen.
Um eine thermische Kopplung der Lichtwellenleiterstruktur 30 mit dem flächigen Verglasungselement
20 vorzusehen, ist lediglich zu beachten, dass das flächige Verglasungselement 20
und die Lichtwellenleiterstruktur 30 ausreichend nahe aneinander bzw. in (thermischem)
Kontakt zueinander angeordnet sind. Um ferner mechanische Belastungen des flächigen
Verglasungselements 20 in einem ausreichenden Grad an die Lichtwellenleiterstruktur
30 zu übertragen bzw. weiterzuleiten, kann eine entsprechende mechanische Verbindung,
z.B. eine kraft-, form- und/oder stoffschlüssige Verbindung, der Lichtwellenleiterstruktur
30 mit dem optischen Filterelement 32 an dem flächigen Verglasungselement 20 vorgesehen
sein.
[0030] Im Folgenden wird nun, Bezug nehmend insbesondere auf Fig. 2a-c, darauf eingegangen,
wie der Zusammenhang zwischen einer mechanischen und/oder thermischen Beanspruchung
des flächigen Verglasungselements 20 und einer Änderung einer optischen Eigenschaft
der Lichtwellenleiterstruktur 30 und insbesondere des optischen Filterelements 32
der Lichtwellenleiterstruktur 30, das beispielsweise in Form eines Bragg-Filters vorliegt,
erhalten wird.
[0031] Wie in Fig. 2a-c dargestellt, ist das optische Filterelement 32 beispielsweise als
ein Faser-Bragg-Gitter bzw. optisches Bragg-Filter ausgebildet. Das Bragg-Filter 32
ist ein in den Glasfaserkern der Lichtwellenleiterstruktur 30 eingeschriebenes optisches
Interferenzfilter. Wellenlängen des in die Lichtwellenleiterstruktur 30 eingekoppelten
optischen Signals S
1 (mit der Leistungsverteilung P
1), die innerhalb der Filterbandbreite um die Mittenbandbreite λ
B des Bragg-Filters liegen, werden (zumindest größtenteils) zurückreflektiert und ergeben
das reflektierte Signal S
R1 mit der Leistungsverteilung P
R1.
[0032] Die Lichtwellenleiterstruktur 30 in Form einer Einmodenglasfaser weist somit einen
hochtransparenten Glasfaserkern 30-1 mit dem Brechungsindex n
2 auf, der mit einem Glasmaterial 30-2 niedrigerer Brechzahl n
1 ummantelt ist. Der Lichtwellenleiter besteht somit aus einem Kern 30-1 mit der Brechzahl
n
2, einem Mantel (Cladding) 30-2 mit der Brechungszahl n
1 und beispielsweise einer Schutzbeschichtung (Coating/Buffer) 30-3 mit einer Brechzahl
n
0. Der lichtführende Kern 30-1 dient zum Führen und Übertragen des optischen Signals
S
1. Der Mantel 30-2 hat eine niedrigere optische Brechzahl als der Kern 30-1, d.h. n
1<n
2. Der Mantel 30-2 bewirkt dadurch eine Totalreflexion an der Grenzschicht zu dem Kern
30-1 und somit eine Führung der Strahlung (d.h. des optischen Signals) im Kern 30-1
des Lichtwellenleiters 30. Das optische Filterelement 32 entlang des Kerns 30-1 der
Lichtwellenleiterstruktur 34 ist in dem Faserkern 30-1 in Form einer periodischen
Modulation der Brechzahl angeordnet, mit hohen (n
3) und niedrigen Brechzahlbereichen (n
2), die das Licht in dem Faserkern 30-1 einer bestimmten Wellenlänge λ
B zurückreflektieren, und somit die Funktion einer Bandsperre aufweisen, mit n
3>>n
2. Die Mittenwellenlänge λ
B der Filterbandbreite ergibt sich durch die Bragg-Bedingung

[0033] Darin ist n
eff die effektive Brechzahl des Faserkerns 30-1 der Lichtwellenleiterstruktur 30 und
A die Gitterperiode. Die spektrale Breite des Bandes (Sperrbandes) hängt von der Länge
des Faser-Bragg-Gitters 32 und der Stärke der Brechzahländerung zwischen den benachbarten
Brechzahlbereichen ab.
[0034] Fig. 2b zeigt nun beispielhaft das Reflexionsverhalten der Lichtwellenleiterstruktur
30 mit dem Bragg-Filter 32. Das Spektrum der Eingangsleistung P
I des optischen Eingangssignals S
1 über der Wellenlänge λ. Das Bragg-Filter 32 wirkt wie ein Bandpassfilter, so dass
ein Anteil des eingespeisten Spektrums als reflektierter Anteil P
R1 zurückreflektiert wird, d.h. das Bragg-Filter 32 wirkt als Bandsperre um die Mittenwellenlänge
λ
B. Darüber hinaus ist in Fig. 2b beispielhaft das Transmissionsspektrum der übertragenen
bzw. durchgehenden Leistung P
Tr dargestellt, bei dem der Anteil um die Mittenfrequenz λ
B durch das Bragg-Filter 32 aus dem Übertragungsspektrum entfernt wurde.
[0035] Bezüglich der in Fig. 2b dargestellten Leistungsspektren wird darauf hingewiesen,
dass diese lediglich als beispielhaft anzusehen sind. So ist insbesondere anzumerken,
dass die durch ein Bragg-Filter realisierte Bandsperrenfunktionalität äußerst schmale
Sperr- bzw. Reflexionsbereiche um die Mittenwellenlänge λ
B ermöglicht, während in Fig. 2b dieser Sperrbereich zur Vereinfachung der Darstellung
relativ breit dargestellt ist.
[0036] Wie aus der obigen Gleichung (1) ersichtlich ist, hängt die Mittenwellenlänge λ
B des Bragg-Filters 32 jeweils von der effektiven Brechzahl sowie von der Gitterperiode
A des als Faser-Bragg-Gitter ausgebildeten optischen Filterelements 32 ab. In diesem
Zusammenhang wird nun darauf hingewiesen, dass sich die Gitterperiode A durch eine
einwirkende mechanische Belastung, d.h. eine Dehnung oder Stauchung aufgrund einer
Zug-, Druck-, Schlag-, Stoß- oder Biegungsbelastung, ändert. Wenn also die Lichtwellenleiterstruktur
30 mit dem optischen Filterelement 32 mechanisch mit dem flächigen Verglasungselement
20 gekoppelt ist, so dass sich Dehnungs- oder Stauchungsverformungen aufgrund mechanischer
oder auch thermischer Belastungen des flächigen Verglasungselements 20 auch auf das
Bragg-Filter 32 der Lichtwellenleiterstruktur 30 zumindest teilweise übertragen, so
ändert sich die Gitterperiode A des Bragg-Filters 32 und damit auch die Mittenwellenlänge
λ
B des Bragg-Filters 32. Darüber hinaus sind die Brechungsindizes n
2, n
3 im Faserkern 30-1 auch temperaturabhängig, so dass sich zusätzlich die Mittenwellenlänge
λ
B entsprechend der thermischen Belastung verändert, die auf das flächige Verglasungselement
20 und damit auch auf das optische Filterelement 32 der Lichtwellenleiterstruktur
30 einwirkt.
[0037] Daraus ergibt sich, dass die Wellenlängenänderung Δλ
B eine Abhängigkeit von der einwirkenden mechanischen und thermischen Belastung aufweist:

[0038] Dadurch wird erfindungsgemäß erreicht, dass eine mechanische oder thermische Beanspruchung
des flächigen Filterelements 20, beispielsweise bei einem Einbruchversuch oder bei
einer starken Beanspruchung während der Verwendung z.B. als Frontscheibe eines Fahrzeugs,
eine Veränderung der optischen Eigenschaft der Lichtwellenleiterstruktur 30 und insbesondere
des darin integrierten optischen Bragg-Filters 32 hervorgerufen wird.
[0039] Fig. 2c zeigt nun beispielhaft resultierende Leistungsspektren einer Lichtwellenleiterstruktur
30, die zwei optische Filterelemente (nicht gezeigt in Fig. 1a oder 2a) aufweist.
In diesem Fall sind die beiden Bragg-Filter jeweils so ausgebildet, dass sie unterschiedliche
Mittenwellenlängen λ
B1, λ
B2 aufweisen, so dass unter Kenntnis der Position des ersten und zweiten optischen Filterelements
bei einer Veränderung der Mittenwellenlänge λ
B1, λ
B2 neben der Größe der mechanischen oder thermischen Belastung auch auf eine Position
geschlossen werden kann, an der die mechanische oder thermische Beanspruchung des
flächigen Verglasungselements 20 erfolgt. Da nun Bragg-Filter als äußerst schmale
Bandsperren mit einer fest zugeordneten Mittenwellenlänge λ
Bn ausgebildet werden können, kann auch eine größere Anzahl von Bragg-Filtern 32-n in
der Lichtwellenleiterstruktur 30 realisiert werden, so dass örtlich aufgelöst eine
Überwachung des flächigen Verglasungselements 20 hinsichtlich mechanischer und/oder
thermischer äußerer Beanspruchungen realisiert werden kann.
[0040] Alle Implementierungen haben aber dahin gehend das gleiche Grundprinzip, das aufgrund
der Veränderung der Mittenwellenlänge Δλ
Bn des Bragg-Filters die Größe der von außen einwirkenden mechanischen oder thermischen
Beanspruchung zugeordnet werden kann, so dass bei Überschreiten eines Grenzwerts zumindest
eines der optischen Filterelemente 32 ein kritischer (anomalen) Zustand, z.B. ein
Einbruchsversuch, an dem flächigen Verglasungselement 20 festgestellt werden kann.
Darüber hinaus kann gleichzeitig mit der in einem flächigen Verglasungselement 20
integrierten Lichtwellenleiterstruktur 30 erfasst werden, wenn ein Bruch des Verglasungselements
20 und damit der Bruch oder Knick der Lichtwellenleiterstruktur 30 auftritt, da dann
von einem optischen Filterelement 32, das in der Lichtwellenleiterstruktur 30 in Lichteinkoppelrichtung
nach der Bruchstelle angeordnet ist, kein oder ein stark reduziertes Reflexionssignal
zurückkehrt und somit sicher auf eine mechanische Beschädigung in Form eines Bruchs
des Verglasungselements 20 geschlossen werden kann.
[0041] Fig. 3 zeigt ein mögliches Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Verglasungsanordnung
10. In dem flächigen Verglasungselement 20 ist eine Lichtwellenleiterstruktur 30 mit
einer Mehrzahl von optischen Filterelementen 32-n angeordnet. Die Lichtwellenleiterstruktur
30 ist nun wieder ausgebildet, um an einem Einkoppelanschluss 36 das optische Signal
S
1 in die Lichtwellenleiterstruktur 30 einzukoppeln, wobei beispielsweise an dem ersten
Bragg-Filterelement 32-1 ein erster Anteil des optischen Signals bei der ersten Mittenwellenlänge
λ
B1 als erstes Reflexionssignal S
R1, an dem zweiten Bragg-Filter 32-2 bei einer zweiten Mittenwellenlänge λ
B2 ein zweites Reflexionssignal S
R2 usw. bis zu dem letzten Bragg-Filterelement 32-n bei einer Mittenwellenlänge λ
Bn das Reflexionssignal S
Rn zu dem Ankoppelanschluss 36 zurückreflektiert wird. Weiterhin ist es auch möglich,
an einem optional vorgesehenen Auskoppelanschluss 38 das Transmissionsspektrum P
Tr in Form des Durchgangssignals S
Tr hinsichtlich Änderungen einer oder mehrerer der Mittenwellenlängen eines oder mehrerer
der Bragg-Filter 32 zu untersuchen.
[0042] Wie in Fig. 3 dargestellt, ist die Lichtwellenleiterstruktur 30 mit den optischen
Filterelementen 32-n mäanderformig an dem flächigen Verglasungselement 20 und beispielsweise
innerhalb einer speziell vorgesehenen Aussparung (nicht gezeigt in Fig. 3) mechanisch,
z.B. form-, kraft- oder stoffschlüssig, an dem flächigen Verglasungselement 20 befestigt.
Somit sind die als Sensorelemente angeordneten Bragg-Filter 32-n in einem Raster verteilt
an dem flächigen Verglasungselement 20 angeordnet. Dabei können die Abstände A, B
oder C zwischen benachbarten Bragg-Filtern 32-n so gewählt werden, dass abhängig von
der Wärmeleitfähigkeit oder der Temperaturleitfähigkeit des flächigen Verglasungselements
20, d.h. des die einzelnen Bragg-Filter 32-n umgebenden Materials, bei einer punktuellen
Aufheizung der Scheibe um z.B. 500°C (oder mehr) am nächstgelegenen Bragg-Filter innerhalb
einer Zeitdauer von z.B. ≤ 5 Sekunden eine eindeutig über den als normal festgestellten
Temperaturschwankungen liegende Temperaturerhöhung, z.B. größer als 10°C, hervorgerufen
wird. Dabei würde sich dessen Mittenwellenlänge typischerweise um mindestens ca. 100
pm erhöhen.
[0043] Beispielsweise kann die Lichtwellenleiterstruktur 30 mit den optischen Filterelementen
32-n so an dem flächigen Verglasungselement 20 angeordnet werden, dass pro Flächeneinheit
(z.B. 0,01 - 1,0 m
2) zumindest ein Bragg-Filter 32 angeordnet ist, um sicher eine thermische oder mechanische
Beanspruchung über eine Änderung der optischen Eigenschaften der Lichtwellenleiterstruktur(en)
zu erfassen.
[0044] Wie in Fig. 3 dargestellt, sind die Mehrzahl von optischen Filterelementen 32-n entlang
einer Lichtwellenleiterstruktur 30 angeordnet. Erfindungsgemäß ist es gleichermaßen
möglich, auch mehrere Lichtwellenleiterstrukturen 30-1, ..., 30-n jeweils mit einer
oder mehreren optischen Filterelementen, z.B. in Form eines Bragg-Filters, in dem
flächigen Verglasungselement 20 vorzusehen, um eine Mehrzahl optisch voneinander getrennter
Sensorkreisläufe an dem flächigen Verglasungselement 20 anzubringen. Dies kann bei
einem sehr großflächigen Verglasungselement 20 vorteilhaft sein.
[0045] Die in Fig. 3 dargestellte Lichtwellenleiterstruktur 30 kann an dem flächigen Verglasungselement
20 auch innerhalb einer Vertiefung oder Ausnehmung in dem flächigen Verglasungselement
20, beispielsweise mittels eines eine Verbindung herstellenden Klebstoffes (nicht
gezeigt in Fig. 3) mechanisch so an dem flächigen Verglasungselement 20 angeordnet
sein, um eine ausreichende mechanische und thermische Kopplung zwischen dem Verglasungselement
20 und der Lichtwellenleiterstruktur 30 herzustellen, wie dies bereits anhand von
Fig. 1a-b erläutert wurde, wobei die dortigen Ausführungen gleichermaßen auf die in
Fig. 3 dargestellte Anordnung anwendbar ist.
[0046] Die in Fig. 3 dargestellte Verglasungsanordnung 10 mit Sicherheitsfunktion ist nun
einerseits geeignet, um mechanische Verformungen aufgrund einer thermischen oder mechanischen
Einwirkung auf das flächige Verglasungselement 20 zu erfassen. Darüber hinaus kann
mit der in Fig. 3a dargestellten Verglasungsanordnung ferner auch ein Bruch des flächigen
Verglasungselements 20 und damit aufgrund eines entsprechenden Bruchs oder Knicks
auch der Lichtwellenleiterstruktur 30 erfasst werden. In Fig. 3 ist beispielhaft eine
Bruchstelle 60 innerhalb bzw. an dem flächigen Verglasungselement 20 dargestellt.
Das an dem Anschluss 36 erhaltene reflektierte Signal S
Rn enthält nun keine oder stark verringerte Reflexionssignale der in Fig. 3 dargestellten
Bragg-Filter 32-9, 32-10 ... 32-n, die in Lichteinkoppeleinrichtung nach der Bruchstelle
60 angeordnet sind. Damit kann ein mechanisches Brechen des Verglasungselements 20
und damit ein Brechen oder Knicken der Lichtwellenleiterstruktur 30 erkannt und einer
Position zwischen den beiden Bragg-Filterelementen 32-8 und 32-9 zugeordnet werden.
Somit ist mit dem Reflexionssignal S
R auch abhängig von der jeweiligen Beabstandung der Bragg-Filterelemente 32-n eine
örtliche Auflösung einer thermischen oder mechanischen Beanspruchung des flächigen
Verglasungselements 20 über eine Änderung einzelner Mittenwellenlängen λ
Bn, bzw. eine Lokalisierung eines Bruches des flächigen Verglasungselements, möglich,
indem ein Ausfall der Reflexionssignale oder eine starke Abnahme (> 50%) der Amplitude
des Reflexionssignals S
Rn der Bragg-Filterelemente nach einer Bruchstelle erfasst wird.
[0047] Bezüglich einer örtlichen Auflösung bzw. räumlichen Zuordnung einer mechanischen
Beanspruchung des Verglasungselements 20 wird darauf hingewiesen, dass diese mechanische
Beanspruchung bei Verwendung einer Mehrzahl von Bragg-Filterelementen nur an den Bereichen
des Verglasungselements ortsaufgelöst erfassbar ist, an denen eine feste mechanische
Verbindung der Lichtwellenleiterstruktur 30 mit den optischen Filterelementen 32 an
dem Verglasungselement vorliegt.
[0048] Ist beispielsweise die Lichtwellenleiterstruktur 30 über der gesamten Länge mechanisch
mit dem Verglasungselement 20 verbunden, kann über der gesamten Länge der Lichtwellenleiterstruktur
30, an der Bragg-Filterelemente angeordnet sind, eine örtliche Auflösung einer auf
das Verglasungselement 20 einwirkenden mechanischen Beanspruchung erfolgen. Die örtliche
Auflösung entspricht dabei der Beabstandung der Filterelemente. Wird nun aber beispielsweise
die Lichtwellenleiterstruktur 30 nachträglich in eine an dem Verglasungselement 20
vorgesehene Kapillare 40 eingebracht, ist es häufig nur möglich, an den jeweiligen
Endstücken der Lichtwellenleiterstruktur 30, die aus dem Verglasungselement 20 hervorstehen,
eine mechanische Fixierung zwischen der Lichtwellenleiterstruktur 30 und dem Verglasungselement
20 vorzunehmen. Bei einer mechanischen Beanspruchung des Verglasungselements 20 ist
dann lediglich eine über die gesamte in dem Verglasungselement 20 angeordnete Lichtwellenleiterstruktur
30 relativ gleichmäßig hervorgerufene Dehnung erfassbar, so dass nur erkannt wird,
dass irgendwo entlang dieser Kapillare (und nicht etwa in benachbarten) eine mechanische
Beanspruchung erfolgte.
[0049] Bezüglich der obigen Erörterung möglicher Alternativen für eine mechanische Anordnung
der Lichtwellenleiterstruktur 30 an dem Verglasungselement 20 sollte deutlich werden,
dass bei einer nur bereichsweisen festen mechanischen Verbindung der Lichtwellenleiterstruktur
30 an dem Verglasungselement 20 innerhalb der festen mechanischen Verbindungsbereiche
unmittelbar eine mechanische Beanspruchung auf das Verglasungselement auch auf die
Lichtwellenleiterstruktur 30 übertragen wird, während auf einen etwaigen Zwischenbereich
ohne eine solche feste mechanische Verbindung eine mechanische Beanspruchung des Verglasungselements
20 als relativ gleichmäßige Dehnung zwischen den mechanischen Verbindungsstellen übertragen
wird, eine genaue Ortsauflösung also nicht möglich ist.
[0050] In diesem Zusammenhang wird noch darauf hingewiesen, dass eine örtliche Auflösung
bei einer thermischen Beanspruchung des Verglasungselements 20 i. W. unabhängig von
der mechanischen Verbindung zwischen der Lichtwellenleiterstruktur 30 und dem Verglasungselement
20 ist, solange eine ausreichend gute thermische Kopplung der Lichtwellenleiterstruktur
30 mit dem Verglasungselement 20 über der gesamten Länge der Lichtwellenleiterstruktur
30 vorhanden ist, was schon durch Aufliegen gegeben ist.
[0051] Im Folgenden wird nun anhand von Fig. 4 ein Ausführungsbeispiel für ein Sicherheitssystem
70 für eine Verglasung beispielhaft beschrieben.
[0052] Wie in Fig. 4 dargestellt, weist das Sicherheitssystem 70 beispielsweise eine Verglasungsanordnung
10 auf, wie sie anhand der vorherigen Fig. 1a-b, 2a-c und 3 beschrieben wurden und
bei dem im Folgenden dargestellten Ausführungsbeispiel eingesetzt werden kann.
[0053] Wie in Fig. 4 ferner dargestellt, ist an dem Ankoppelanschluss 36 eine Signaleinkoppeleinrichtung
80 zum Einkoppeln eines optischen Signals S
1 in die Lichtwellenleiterstruktur 30 vorgesehen. Ferner ist eine Signalerfassungseinrichtung
82 zum Erfassen eines optischen Signals (d.h. des Reflexionssignals S
R und/oder optional des Transmissionssignals S
Tr) der Lichtwellenleiterstruktur 30 und zum Ausgeben eines elektrischen Erfassungssignals
S
e basierend auf dem erfassten optischen Signal S
R bzw. S
Tr vorgesehen. Die Signaleinkoppeleinrichtung 80 ist somit als ein optischer Sender
ausgebildet, während die Signalerfassungseinrichtung 82 als ein optischer Empfänger
ausgebildet ist. Die Signalerfassungseinrichtung 82 ist so ausgebildet, dass sie beispielsweise
das an dem Ankoppelanschluss 36 bereitgestellte Reflexionssignal S
R und optional das an dem optionalen Ankoppelanschluss 38 bereitgestellte optionale
Transmissionssignal S
T bzw. das jeweilige Leistungsspektrum erfassen kann. In der Signalerfassungseinrichtung
werden die erfassten optischen Signale beispielsweise in elektrische Signale S
e für eine Weiterverarbeitung und/oder Auswertung durch eine Verarbeitungseinrichtung
90 umgewandelt. Die Verarbeitungseinrichtung 90 ist vorgesehen, um einerseits beispielsweise
die Signaleinkoppeleinrichtung 80 zum Einkoppeln des optischen Signals S
l anzusteuern und ferner um das von der Signalerfassungseinrichtung 82 bereitgestellte
Erfassungssignal S
e basierend auf dem Reflexionssignal S
R oder dem Transmissionssignal S
Tr auszuwerten. Dabei ist die Verarbeitungseinrichtung 90 insbesondere ausgebildet,
um eine Änderung der Eigenschaft der Lichtwellenleiterstruktur 30 bei einer mechanischen
oder thermischen Beanspruchung des Verglasungselements 20 zu ermitteln. Die Verarbeitungseinrichtung
und optional auch die Signaleinkoppel- und Signalerfassungseinrichtung 80, 82 können
benachbart zu der Verglasungsanordnung 10 oder über eine Lichtwellenleiterverbindung
(nicht gezeigt in Fig. 4) entfernt von der Verglasungsanordnung 10 angeordnet sein,
um beispielsweise keinen unbefugten Zugriff und keinen Manipulationsversuch, z.B.
bei einem Einbruch, an dem Sicherheitssystem 70 zu ermöglichen.
[0054] Wie bereits im Vorhergehenden angesprochen wurde, kann die Verarbeitungseinrichtung
90 basierend auf dem von den jeweiligen Bragg-Filtern 32-n reflektierten Signal S
R bzw. auf dem Transmissionssignal S
Tr eine mechanische oder thermische Beanspruchung des flächigen Verglasungselements
20 und damit der mechanisch angekoppelten Lichtwellenleiterstruktur 30 mit dem Bragg-Filterelement
32 bzw. der Mehrzahl von Bragg-Filterelementen 32-n ermitteln. So kann die Verarbeitungseinrichtung
90 eine Änderung der Mittenwellenlänge λ
Bn zumindest eines der Bragg-Filterelemente 32-n erfassen und bei einem Überschreiten
eines Vergleichswerts für eine Wellenlängenänderung ein entsprechendes Anzeigesignal
bzw. Alarmsignal S
OUT an einem Ausgangsanschluss 92 ausgeben.
[0055] Ferner kann die Verarbeitungseinrichtung 90 an dem Ausgangsanschluss 92 ein entsprechendes
Alarmausgangssignal S
OUT ausgeben, wenn in dem Reflexionssignal S
R nicht die Reflexionsspektren aller Bragg-Filterelemente 32-n enthalten sind, da dies
auf einen Bruch des flächigen Verglasungselements 20 und damit auf einen Bruch oder
Knick der Lichtwellenleiterstruktur 30 hinweist.
[0056] Die Verarbeitungseinrichtung 90 ist so ausgebildet, um das Erfassungssignal S
e oder ein davon abgeleitetes Signal mit einem Vergleichswert zu vergleichen, um zu
ermitteln, ob sich das Erfassungssignal innerhalb oder außerhalb eines Sollbereichs
befindet, und um beim Verlassen des Sollbereichs auf eine Überschreitung des Grenzwerts
für eine mechanische oder thermische Belastung des flächigen Verglasungselements 20
hinzuweisen.
[0057] Der Vergleichswert kann beispielsweise basierend auf einem Mittelwert oder einer
Mehrzahl von vorhergehenden Messwerten des Erfassungssignals oder davon abgeleiteten
Signalen ermittelt werden. Damit kann erreicht werden, dass beispielsweise eine relativ
langsame, thermische Temperaturänderung an dem flächigen Verglasungselement, wie sie
beispielsweise durch Sonneneinstrahlung auftritt, nicht zum Auslösen eines Alarms
führt, während beispielsweise ein Wärmeeinwirken hoher Leistung, wie es beispielsweise
von einem Gasbrenner eines Einbrechers hervorgerufen wird, äußerst schnell bzw. unmittelbar
zu einem Alarmsignal führt. Heutige Gasbrenner haben eine Hitzeabstrahlung von mehr
als 1900°C und eine Leistung von über 50 kW.
[0058] Neben einem relativen Vergleichswert, der basierend auf einem Mittelwert oder einer
davon abgeleiteten Größe einer Mehrzahl vorhergehender Messwerte des Erfassungssignals
nachgeregelt wird, kann ferner ein zweiter fester Vergleichswert vorgesehen sein,
bei dessen Überschreitung auf jedem Fall ein Alarm ausgelöst wird, da dies jedenfalls
auf eine zu hohe thermische oder mechanische Belastung des flächigen Verglasungselements
20 hinweist, auch wenn diese nur langsam angestiegen ist.
[0059] Wie im Vorhergehenden beschrieben wurde, basiert das Erfassungssignal oder das davon
abgeleitete Signal auf einer Mittenfrequenz bzw. Mittenwellenlänge des jeweiligen
Bragg-Filters oder einem Pegel des erfassten Signals. Die Verarbeitungseinrichtung
90 ist somit ausgebildet, um die spektrale Verteilung der Signalanteile in dem Reflexionssignal
S
R und auch den jeweiligen Pegel zu erfassen und auf eine mechanische oder thermische
Beanspruchung zurückzuführende Veränderung der jeweiligen Signalanteile zu untersuchen.
[0060] Bei dem in Fig. 4 dargestellten Sicherheitssystem 70 für eine Verglasung sind die
Signaleinkoppeleinrichtung 80, die Signalerfassungseinrichtung 82 und die Verarbeitungseinrichtung
90 in der Prinzipdarstellung als getrennte Elemente bzw. Bauteile dargestellt, wobei
diese Elemente oder Bauteile aber auch zu einer einzigen Baugruppe 100 zusammengefasst
sein können.
[0061] Die Baugruppe 100 wird auch als optischer Sensor-Interrogator oder optisches Abfragegerät
für Faser-Bragg-Gitter bezeichnet. Darüber hinaus wird darauf hingewiesen, dass verfügbare
Interrogatoren für Faser-Bragg-Gitter beispielsweise bis zu 100 Bragg-Filterelemente
in Reihe überwachen können, so dass mit nur einem einzigen Interrogator eine relativ
hohe Ortsauflösung durch die Überwachung einer großen Anzahl von Bragg-Filterelementen
in der Lichtwellenleiterstruktur 30 erreicht werden kann. Des weiteren kann man die
Anzahl der Messstellen durch die Verwendung eines optischen Schalters (nicht gezeigt
in Fig. 4) vergrößert werden.
[0062] Im Prinzip sind durch ein Bragg-Gitter äußerst geringe Dehnungen oder Stauchungen
erfassbar, wie sie etwa schon bei leichtem Berühren der Scheibe oder, bei größeren
Scheiben, durch den Winddruck hervorgerufen werden. Weiterhin werden vergleichbare
Verschiebungen der Mittenwellenlänge eines Bragg-Gitters aber auch durch Temperaturschwankungen
um einige °C hervorgerufen. Das erfindungsgemäße Sicherheitssystem 70 kann nun so
angepasst werden, um je nach spezifischen Anwendungsfall, z.B. je nach Scheibenkonstruktion,
einzustellen, ab welcher Wellenlängenverschiebung ein Alarm ausgelöst wird. Eine Unterscheidung
zwischen punktuellen thermischen und mechanischen Belastungen ist beispielsweise dadurch
möglich, dass beim Biegen einer Scheibe mehrere benachbarte Bragg-Gitter gleichzeitig
ansprechen, während die Wärmeausbreitung relativ langsam erfolgt, so dass benachbarte
Bragg-Gitter erst im Abstand von einigen Sekunden bis Minuten ansprechen, je nach
Abstand und Scheibenaufbau.
[0063] Darüber hinaus wird darauf hingewiesen, dass es mit der erfindungsgemäßen Verglasungsanordnung
mit Sicherheitsfunktion bzw. dem erfindungsgemäßen Sicherheitssystem möglich ist,
eine Analyse eines mechanischen Einwirkens auf die Verglasungsanordnung vorzunehmen,
um beispielsweise eine Unterscheidung zwischen dem Einwirken eines oder mehrerer (beabsichtigter)
Schläge, die eine Beschädigung der Verglasungsanordnung zur Folge haben sollen, und
zufälliger Ereignisse, die auf die Verglasungsanordnung einwirken, wie z.B. ein Überschallknall
eines Flugzeuges, ein versehentlich auftreffender Fußball etc., zu treffen. Dabei
weist das Auftreten mehrerer Schläge in einem gewissen Zeitraum z.B. auf einen Einbruchversuch
bezüglich der Verglasungsanordnung hin, während ein einzelner Schlag innerhalb eines
größeren Zeitraums eher auf ein zufälliges Ereignis in der Umgebung hinweist.
[0064] Da die Lichtwellenleiterstruktur eine Mehrzahl von Bragg-Filtern aufweist, kann mit
der Verarbeitungseinrichtung 90 des Sicherheitssystems 70 ferner eine Auswertung der
Sensorergebnisse in Form einer Mustererkennung durchgeführt werden. Dabei kann ein
Muster der Veränderung(en) der optischen Eigenschaften der Lichtwellenleiterstruktur
in Form der jeweiligen Mittelwellenlängen λ
B der betroffenen Bragg-Filter vorgenommen werden, indem die Amplituden der Änderungen
der Mittelwellenlängen Δλ
B der jeweiligen mechanischen Einwirkung(en) und ferner des zeitlichen Auftreten der
Veränderungen der Mittelwellenlängen Δλ
B analysiert werden.
[0065] Bei einer mechanischen Belastung, die z.B. in Form einer heftigen Schlag- oder Stoßbelastung
relativ lokal auf die Verglasungsanordnung einwirkt, wird sich eine mechanische Verformung
in dem Glasmaterial der Verglasungsanordnung ausgehend von dem Einwirkungspunkt (z.B.
wellenartig) ausbreiten, so dass eine Mustererkennung bzw. Schlagmustererkennung hinsichtlich
der einwirkenden mechanischen Belastung vorgenommen werden kann. So wird sich ausgehend
von dem Einschlag- bzw. Auftreffpunkt auf der Verglasung ein mit der Entfernung und
der Zeit abnehmendes Musters von Veränderungen Δλ
B der optischen Eigenschaften der Lichtwellenleiterstruktur, d.h. deren Amplitude und
zeitliches Auftreten, von den jeweiligen Mittelwellenlängen λ
B der betroffenen Bragg-Filter ergeben.
[0066] Tritt nun beispielsweise eine starke mechanische Belastung in Form eines sogenannten
Überschallknalls eines Flugzeuges auf, (d.h. basiert die mechanische Belastung auf
einer starken akustischen Quelle in der näheren oder auch fernen Umgebung) wird sich
diese mechanische Belastung relativ gleichmäßig über der Oberfläche der Verglasungsanordnung
verteilen, so dass sich ein gleichmäßiger verteiltes Musters der Veränderung(en) Δλ
B der optischen Eigenschaften der Lichtwellenleiterstruktur, d.h. deren Amplitude und
zeitliches Auftreten, von den jeweiligen Mittelwellenlängen λ
B der betroffenen Bragg-Filter, d.h. im Wesentlichen aller Bragg-Filter, ergeben wird.
[0067] Somit ist eine deutliche Unterscheidung zwischen sehr lokal auftretenden mechanischen
Belastungen, die sich beispielsweise in Form mehrerer einwirkender Schläge wiederholen
können, und zufälligen Einzelereignissen, die auf die Verglasungsanordnung einwirken,
möglich. Die Lichtwellenleiterstruktur mit den Bragg-Filtern wird dabei beispielsweise
bis im Mikrosekunden-Takt, z.B. mit einem Takt von zumindest 1ms, 0,1ms oder 10µs
(z.B. 1ms bis 50µs) und einer Auslesefrequenz von zumindest 1 kHz, 10 kHz oder 100
kHz (z.B. 1 bis 20 kHz) ausgelesen, um eine ausreichende Auflösung des sich ergebenden
Musters bei einem mechanischen Einwirken auf die Verglasungsstruktur zu erhalten.
[0068] Die Signalerfassungseinrichtung 82 kann also ausgebildet sein, um basierend auf den
Veränderungen Δλ
B der optischen Eigenschaften der derselben Bragg-Filter der Lichtwellenleiterstruktur
ein Erfassungssignal S
e bereitzustellen, das bei einer mechanischen Beanspruchung des flächigen Verglasungselements
20 eine Information über die mechanische Beanspruchung an dem jeweiligen Ort der betroffenen
Bragg-Filter aufweist, und das ferner bei einer thermischen Beanspruchung des flächigen
Verglasungselements 20 eine Information über die thermische Beanspruchung an dem jeweiligen
Ort der betroffenen Bragg-Filter aufweist. Die erfasste Änderung Δλ
B der optischen Eigenschaften jedes der Bragg-Filters kann also zur Beurteilung Unterscheidung
sowohl einer mechanischen als auch einer thermischen Beanspruchung genutzt werden.
Die Verarbeitungseinrichtung 90 kann nun ausgebildet sein, um das Erfassungssignal
S
e dahin gehend auszuwerten, um bei einer mechanischen Beanspruchung des flächigen Verglasungselements
20 eine örtliche Verteilung der mechanischen Beanspruchung über dem flächigen Verglasungselement
zu ermitteln, und um ferner bei einer thermischen Beanspruchung des flächigen Verglasungselements
20 eine örtliche Verteilung der thermischen Beanspruchung über dem flächigen Verglasungselement
20 zu ermitteln. Die örtliche Verteilung der mechanischen und der thermischen Beanspruchung
basiert dabei auf der örtlichen Verteilung der Mehrzahl von Bragg-Filtern an dem flächigen
Verglasungselement 20.
[0069] Mit einer ausreichend hohen Auslesefrequenz von z.B. mehr als 1 kHz ist es möglich,
eine Unterscheidung zwischen der oben beschriebenen mechanischen Belastung, die z.B.
in Form einer heftigen Schlag- oder Stoßbelastung relativ lokal auf die Verglasungsanordnung
einwirkt, und einer starken mechanischen Belastung, die sich relativ gleichmäßig über
einen größeren Bereich der Oberfläche oder den gesamten Bereich der Oberfläche der
Verglasungsanordnung verteilt, zu treffen, obwohl entsprechende mechanische Belastungen
bzw. deren Auswirkungen in Form von Vibrationen etc. der Verglasungsanordnung relativ
schnell, z.B. im Bereich von
1 µs bis 10 ms, abklingen können.
[0070] Darüber hinaus wird erreicht, dass ausreichend viele Informationen mittels des optischen
Auskoppelsignals der Lichtwellenleiterstruktur 30 bereitgestellt wird, um eine Unterscheidung
hinsichtlich des Auftretens jeglicher From einer kurzzeitigen, mechanischen Belastung,
deren Auswirkungen relativ schnell abklingen, und hinsichtlich einer thermischen Beanspruchung
zu treffen, die aufgrund einer relativ langsamen Wärmeausbreitung über die Verglasungsanordnung
mit einer größeren zeitlichen Verzögerung benachbarte Bragg-Gitter erst im Abstand
von einigen Sekunden bis Minuten erreicht, je nach Abstand des jeweiligen Bragg-Gitters
und des spezifischen Scheibenaufbaus.
[0071] Somit ist also festzustellen, dass das Auftreten unterschiedlicher mechanischer Beanspruchungen
als auch thermischer Beanspruchungen der Verglasungsanordnung bzw. deren jeweilige
örtliche Verteilung entsprechend der Verteilung der Mehrzahl von Bragg-Filtern an
dem flächigen Verglasungselement sehr genau aufgelöst werden kann, wenn die Auslesefrequenz
ausreichend hoch gewählt wird. Somit können die Veränderungen Δλ
B der optischen Eigenschaften jedes Bragg-Filters genutzt werden, um sowohl das Auftreten
mechanischer Beanspruchungen (oder unterschiedlicher mechanischer Beanspruchungen)
als auch thermischer Beanspruchungen (oder unterschiedlicher thermischer Beanspruchungen)
der Verglasungsanordnung bzw. deren jeweilige örtliche Verteilung zu erfassen.
[0072] Darüber hinaus wird darauf hingewiesen, dass beispielsweise bei einer Verbundglasanordnung
für das Verglasungselement innerhalb der Verbundanordnung eine wärmeleitende Folie,
d. h. eine Folie mit einer gegenüber dem umgebenden Glasmaterial erhöhten Wärmeleiteigenschaft,
verwendet werden kann, um beim Einwirken einer punktuellen, thermischen Wärmequelle
die einwirkende thermische Beanspruchung möglichst schnell über das Verglasungselement
zu verteilen, um nahezu in Echtzeit eine ausreichend hohe Erwärmung des Glasmaterials
in der Nähe eines Bragg-Filterelements in der Lichtwellenleiterstruktur 30 vorzusehen,
um unmittelbar (innerhalb weniger Sekunden) eine auf eine Manipulation hinweisende
Wärmeeinwirkung zu erfassen.
[0073] Im Folgenden wird nun anhand von Fig. 5 ein Ausführungsbeispiel für ein prinzipielles
Verfahren 100 zum Erfassen einer mechanischen oder thermischen Beanspruchung eines
flächigen Verglasungselements beschrieben, wobei an dem flächigen Verglasungselement
eine Lichtwellenleiterstruktur mit einem optischen Filterelement angeordnet ist. Bei
dem Verfahren 100 wird zunächst bei einem ersten Schritt 102 ein optisches Signal
in die Lichtwellenleiterstruktur eingekoppelt. Ferner wird ein optisches Signal, z.B.
in Form eines Reflexionssignals oder eines Transmissionssignals, der Lichtwellenleiterstruktur
erfasst und in ein elektrisches Erfassungssignals basierend auf dem erfassten, optischen
Signal der Lichtwellenleiterstruktur umgewandelt (Schritt 104). Dieses elektrische
Erfassungssignal oder ein davon abgeleitetes Signal wird nun ausgewertet (Schritt
106), um eine Änderung der optischen Eigenschaft der Lichtwellenleiterstruktur aufgrund
einer mechanischen oder thermischen Beanspruchung des flächigen Verglasungselements
zu ermitteln.
[0074] Als optionaler Schritt 108 kann das elektrische Erfassungssignal oder das davon abgeleitete
Signal mit einem Vergleichwert verglichen werden, um zu ermitteln, ob sich das Erfassungssignal
außerhalb eines Sollbereichs befindet, wobei dies auf eine Überschreitung eines Grenzwerts
für eine mechanische oder thermische Belastung an dem flächigen Verglasungselement
hinweist. Dabei kann der Vergleichswert fest vorgegeben sein oder als relativer Vergleichswert
basierend auf einer statistischen Aufbereitung einer Mehrzahl von vorhergehenden Messwerten
des elektrischen Erfassungssignals ermittelt werden.
[0075] Im Folgenden werden nochmals Aspekte des erfindungsgemäßen Konzepts für eine Verglasungsanordnung
mit Sicherheitsfunktion bzw. ein Sicherheitssystem für eine Verglasungsanordnung zusammenfassend
dargelegt.
[0076] Bei einem Einbruchsversuch soll beispielsweise das Sicherheitsglas einer eine Auslage
eines Juweliers oder eine sonstige Auslage schützenden Scheibe mittels eines Gasbrenners
unter Wärmzuführung bzw. Hitze so in der Stabilität verändert werden, um das Sicherheitsglas
zumindest bereichsweise so zu schmelzen, damit ein Zugriff auf den hinter dem Sicherheitsglas
liegenden, zu schützenden Bereich für eine unberechtigte Person (z.B. einen Einbrecher)
ermöglicht wird. Ein Einbrecher hat somit relativ schnell Zugriff auf die hinter dem
Sicherheitsglas ausgestellten Wertgegenstände, da bisherige Bruchsensoren oder Erschütterungssensoren
häufig nicht auf den Einsatz eines Gasbrenners ansprechen und somit auch keinerlei
Alarm ausgelöst wird. Deshalb mussten bisher zur Identifizierung einer Wärmequelle
im Sicherheitsbereich zusätzlich aufwändige Wärmebildkameras eingesetzt werden, um
eine zeitnahe Informationen erhalten.
[0077] Das erfindungsgemäße Konzept besteht nun darin, eine Verglasungsanordnung (Sicherheitsglas)
mit einer zuverlässig arbeitenden Sicherheitsfunktion zu versehen, indem an dem flächigen
Verglasungselement eine Lichtwellenleiterstruktur mit einem oder mehreren optischen
Filterelementen, wie z.B. einem oder mehreren Bragg-Filtern, vorgesehen wird, wobei
die Lichtwellenleiterstruktur innerhalb einer Ausnehmung oder Vertiefung in einem
mehrschichtigen Sicherheitsglas, z.B. in einer Kapillare oder einer gefrästen Nut,
oder nachträglich auf dem Sicherheitsglas in Kapillaren aufgebracht wird. Da nun die
Mittenwellenlänge λ
B eines Bragg-Filters sowohl von einer mechanischen Dehnung als auch von einer Wärmeeinwirkung
abhängt, können nun beispielsweise von Dritten hervorgerufene mechanische oder thermische
Beanspruchungen des flächigen Verglasungselements aufgrund einer Übertragung der ausgeübten
mechanischen oder thermischen Beanspruchung auf das optische Filterelement sehr schnell
bzw. nahezu in Echtzeit, z.B. innerhalb weniger Sekunden, als eine versuchte Manipulation,
wie z.B. ein Einbruch, an dem flächigen Verglasungselement erfasst und ein elektronischer
Alarm ausgelöst werden, um die unberechtigte Person zu stören bzw. einen Sicherheitsdienst
oder die Polizei zu alarmieren.
[0078] Darüber hinaus können eine Mehrzahl von Bragg-Filtern innerhalb der Lichtwellenleiterstruktur,
die jeweils eine unterschiedliche Mittenwellenlänge λ
B aufweisen, optisch in Reihe geschaltet werden, so dass die Lichtwellenleiterstruktur
darüber hinaus gleichzeitig auch als Bruchsensor nutzbar ist. Dies ist erfindungsgemäß
möglich, da in Richtung des eingekoppelten Signals nach der jeweiligen Bruchstelle
des flächigen Verglasungselements und damit der Lichtwellenleiterstruktur keine von
den nachfolgenden Bragg-Filtern reflektierten Signale zu der Erfassungsvorrichtung
zurückkehren. Damit kann je nach der gewählten örtlichen Verteilung der Bragg-Filter
auch eine (zumindest grobe) Lokalisierung der Bruchstelle an dem flächigen Verglasungselement
erfolgen.
[0079] Eine typische Lichtwellenleiterstruktur mit einem als Bragg-Filter ausgebildeten
optischen Filterelement weist beispielsweise einen Durchmesser von 80-200 µm auf,
so dass sie beispielsweise in kleine Kapillaren oder gefräste Nuten mit einem Durchmesser
von 200-650 µm an dem flächigen Verglasungselement angebracht werden kann. Typische
Abstände benachbarter Reihen von Lichtwellenleiter oder von benachbarten optischen
Filterelementen können dabei beispielsweise im Bereich von 10-100 oder 10-40 cm liegen.
Sollte das flächige Verglasungselement beispielsweise ein Verbundglas aufweisen, kann
sich die Lichtwellenleiterstruktur in einer Kapillare hinter der ersten Scheibe (bezüglich
der Außenseite des flächigen Verglasungselements) befinden. Wie bereits oben erwähnt,
ist es dabei möglich, mehrere Bragg-Filter hintereinander zu schalten, um eine bessere
Auflösung einer Bruchstelle oder auch eines Ortes des Einwirkens einer mechanischen
oder thermischen Beanspruchung des flächigen Verglasungselements zu gewährleisten.
Dabei kann der erforderliche maximale Abstand zur Anordnung der optischen Filterelemente
der Lichtwellenleiterstruktur individuell von dem jeweiligen flächigen Verglasungselement,
d.h. dessen Wärmeleitfähigkeit oder Temperaturleitfähigkeit, abhängig gemacht und
angepasst werden.
[0080] Das erfindungsgemäß Konzept für eine Verglasungsanordnung mit Sicherheitsfunktion
ist auch nachträglich in ein bestehendes Sicherheitsglas integrierbar, wobei bei einem
nachträglichen Einbau in vorzusehenden Ausnehmungen oder Aussparungen (z.B. Kapillare
oder Nute) die Lichtwellenleiterstruktur(en) mittels einer Folie in einem individuell
entsprechend dem jeweiligen Sicherheitsglas zu wählenden Abstand auf das flächige
Verglasungselement geklebt werden. Wie bereits oben angegeben ist, können genaue Werte
zur exakten Positionierung der Lichtwellenleiterstruktur mit den optischen Filterelementen
basierend auf dem Temperaturleitwert bzw. der Wärmeleitfähigkeit des jeweiligen Sicherheitsglases
bzw. des Verbundglases erfolgen.
[0081] Mittels der als Bruch-, Dehnungs- und Wärmesensor ausgebildeten Lichtwellenleiterstruktur
kann man nun sehr effektiv (relativ) große Wärmemengen, z.B. eines Gasbrenners, sehr
schnell und nahezu in Echtzeit detektieren. Heutige Gasbrenner haben eine Hitzeabstrahlung
von mehr als 1900° Celsius und eine Leistung von über 50 kW. Neben der zugeführten
Wärmemenge und der daraus resultierenden Veränderung der jeweiligen Mittenwellenlängen
λ
B der betroffenen Bragg-Filter kann man gleichzeitig auch mechanische Einwirkungen
z.B. in Form einer Dehnung oder eines Bruchs parallel messen. Fehlmessungen bzw. Störungen
der Messungen, wie sie beispielsweise durch die Sonneneinstrahlung hervorgerufen werden,
können beispielsweise dadurch ausgeschlossen werden, dass einzelne optische Filterelemente
als Referenzfilter bzw. benachbarte Bragg-Filter ausgewertet werden, um eine etwaige
falsche Beurteilung eines Messergebnisses zu verhindern. So kann beispielsweise ein
Vergleichswert, mit dem der jeweilige Messwert des reflektierenden optischen Signals
oder einer davon abgeleiteten Größe verglichen wird, mit einem Korrekturfaktor versehen
werden, der beispielsweise auf einem Mittelwert oder einer davon abgeleiteten Größe
einer Mehrzahl vorhergehender Messwerte des Erfassungssignals ermittelt wird. Entsprechend
kann auch der Vergleichswert basierend auf oder aus einem Mittelwert aller erfassten
Reflexionsanteile in dem Reflexionssignal ermittelt werden.
[0082] Dabei ist zu beachten, dass sich bei einer thermischen Belastung der Verglasungsanordnung
die optische Eigenschaft der Lichtwellenleiterstruktur in Form der jeweiligen Mittenwellenlängen
λ
B der betroffenen Bragg-Filter (zumindest bereichsweise bzw. bis zu einer Beschädigung
der Lichtwellenleiterstruktur) stetig oder kontinuierlich ändern wird, wobei diese
Änderung entsprechend auswertbar und einer thermischen Belastung zuordenbar ist. Dagegen
wird sich bei einer mechanischen Belastung (in Form einer heftigen Schlag- oder Stoßbelastung
und einer entsprechenden Beschädigung) der Verglasungsanordnung die optische Eigenschaft
der Lichtwellenleiterstruktur in Form der jeweiligen Mittenwellenlängen λ
B der betroffenen Bragg-Filter bei einer Beschädigung der Lichtwellenleiterstruktur
relativ abrupt bzw. sprunghaft ändern, wobei auch diese Änderung entsprechend auswertbar
und einer mechanischen Belastung zuordenbar ist.
[0083] Die erfindungsgemäße Verglasungsanordnung mit Sicherheitsfunktion ist nicht nur zur
Prävention oder Erkennung von Einbrüchen, sondern auch an sicherheitsrelevanten Einsatzgebieten
anwendbar, bei denen flächige Verglasungselemente z.B. starken thermischen oder mechanischen
Belastungen ausgesetzt sind und ferner etwaige erhöhte mechanische oder thermische
Belastungszustände möglichst schnell bzw. nahezu in Echtzeit ermittelt werden sollen.
So kann beispielsweise die erfindungsgemäße Verglasungsanordnung mit Sicherheitsfunktion
an der Frontscheibe eines Flugzug-Cockpits oder eines sonstigen Fahrzeugs bzw. Schienenfahrzeugs
verwendet und entsprechend der erfindungsgemäßen Vorgehensweise überwacht werden.
In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass eine Lichtwellenleiterstruktur
mit einem optischen Filterelement, das als Bruch-, Dehnungs- oder Wärmesensor ausgebildet
ist, im Wesentlichen unempfindlich gegenüber elektrischen oder elektromagnetischen
Störsignalen ist und somit äußerst zuverlässig und störungsunempfindlich die jeweilige
Überwachungsfunktion durchführen kann. Die erfindungsgemäße Verglasungsanordnung mit
Sicherheitsfunktion ermöglicht somit, dass die als Dehnungs-, Bruch- und Wärmesensor
ausgebildete Lichtwellenleiterstruktur direkt die erforderlichen Informationen hinsichtlich
der mechanischen oder thermischen Beanspruchung des zu überwachenden flächigen Verglasungselements
liefert, und somit keine unterschiedlichen Sensortypen zur Erfassung von Hitze, Dehnung
und Bruch benötigt werden. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass bisher
zur Identifizierung einer Wärmequelle im Sicherheitsbereich i. A. aufwändige Wärmebildkameras
eingesetzt wurden, sollte eine zeitnahe Information erhalten werden.
[0084] Das erfindungsgemäße Konzept für ein Sicherheitsglas ist somit überall dort einsetzbar,
wo Wertgegenstände oder sonstige Güter vor einem unberechtigten Zugriff oder Zutritt
gesichert werden sollen, wie z.B. Banken, Juweliere, Warenhäuser usw. Neben diesem
Einbruchsprävention- bzw. Sicherheitsaspekt kann das erfindungsgemäße Konzept gleichermaßen
an flächigen Verglasungselementen eingesetzt werden, die einsatzbedingt relativ starken,
mechanischen oder thermischen Beanspruchungen ausgesetzt sind, um eine übermäßige
mechanische oder thermische Beanspruchung des jeweiligen flächigen Verglasungselements
möglichst frühzeitig bzw. nahezu in Echtzeit zu erfassen.
[0085] Obwohl manche Aspekte im Zusammenhang mit einer Vorrichtung beschrieben wurden, versteht
es sich, dass diese Aspekte auch eine Beschreibung des entsprechenden Verfahrens darstellen,
sodass ein Block oder ein Bauelement einer Vorrichtung auch als ein entsprechender
Verfahrensschritt oder als ein Merkmal eines Verfahrensschrittes zu verstehen ist.
Analog dazu stellen Aspekte, die im Zusammenhang mit einem oder als ein Verfahrensschritt
beschrieben wurden, auch eine Beschreibung eines entsprechenden Blocks oder Details
oder Merkmals einer entsprechenden Vorrichtung dar. Einige oder alle der Verfahrensschritte
können durch eine Hardware-Vorrichtung (oder unter Verwendung einer Hardware-Vorrichtung),
wie zum Beispiel einen Mikroprozessor, einen programmierbaren Computer oder eine elektronische
Schaltung. Bei einigen Ausführungsbeispielen können einige oder mehrere der wichtigsten
Verfahrensschritte durch einen solchen Apparat (Sensor-Interrogator) ausgeführt werden.
[0086] Je nach bestimmten Implementierungsanforderungen können Ausführungsbeispiele der
Erfindung in Hardware oder in Software implementiert sein. Die Implementierung kann
unter Verwendung eines digitalen Speichermediums, beispielsweise einer Floppy-Disk,
einer DVD, einer Blu-ray Disc, einer CD, eines ROM, eines PROM, eines EPROM, eines
EEPROM oder eines FLASH-Speichers, einer Festplatte oder eines anderen magnetischen
oder optischen Speichers durchgeführt werden, auf dem elektronisch lesbare Steuersignale
gespeichert sind, die mit einem programmierbaren Computersystem derart zusammenwirken
können oder zusammenwirken, dass das jeweilige Verfahren durchgeführt wird. Deshalb
kann das digitale Speichermedium computerlesbar sein. Manche Ausführungsbeispiele
gemäß der Erfindung umfassen also einen Datenträger, der elektronisch lesbare Steuersignale
aufweist, die in der Lage sind, mit einem programmierbaren Computersystem derart zusammenzuwirken,
dass eines der hierin beschriebenen Verfahren durchgeführt wird.
[0087] Allgemein können Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung als Computerprogrammprodukt
mit einem Programmcode implementiert sein, wobei der Programmcode dahin gehend wirksam
ist, eines der Verfahren durchzuführen, wenn das Computerprogrammprodukt auf einem
Computer abläuft. Der Programmcode kann beispielsweise auch auf einem maschinenlesbaren
Träger gespeichert sein. Andere Ausführungsbeispiele umfassen das Computerprogramm
zum Durchführen eines der hierin beschriebenen Verfahren, wobei das Computerprogramm
auf einem maschinenlesbaren Träger gespeichert ist.
[0088] Mit anderen Worten ist ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens somit
ein Computerprogramm, das einen Programmcode zum Durchführen eines der hierin beschriebenen
Verfahren aufweist, wenn das Computerprogramm auf einem Computer abläuft.
[0089] Ein weiteres Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Verfahren ist somit ein Datenträger
(oder ein digitales Speichermedium oder ein computerlesbares Medium), auf dem das
Computerprogramm zum Durchführen eines der hierin beschriebenen Verfahren aufgezeichnet
ist.
[0090] Ein weiteres Ausführungsbeispiel umfasst eine Verarbeitungseinrichtung, beispielsweise
einen Computer oder ein programmierbares Logikbauelement, die dahin gehend konfiguriert
oder angepasst ist, eines der hierin beschriebenen Verfahren durchzuführen.
[0091] Ein weiteres Ausführungsbeispiel umfasst einen Computer, auf dem das Computerprogramm
zum Durchführen eines der hierin beschriebenen Verfahren installiert ist.
[0092] Bei manchen Ausführungsbeispielen kann ein programmierbares Logikbauelement (beispielsweise
ein feldprogrammierbares Gatterarray, ein FPGA) dazu verwendet werden, manche oder
alle Funktionalitäten der hierin beschriebenen Verfahren durchzuführen. Bei manchen
Ausführungsbeispielen kann ein feldprogrammierbares Gatterarray mit einem Mikroprozessor
zusammenwirken, um eines der hierin beschriebenen Verfahren durchzuführen. Allgemein
werden die Verfahren bei einigen Ausführungsbeispielen seitens einer beliebigen Hardwarevorrichtung
durchgeführt. Diese kann eine universell einsetzbare Hardware wie ein Computerprozessor
(CPU) sein oder für das Verfahren spezifische Hardware, wie beispielsweise ein ASIC.
[0093] Die oben beschriebenen Ausführungsbeispiele stellen lediglich eine Veranschaulichung
der Prinzipien der vorliegenden Erfindung dar. Es versteht sich, dass Modifikationen
und Variationen der hierin beschriebenen Anordnungen und Einzelheiten anderen Fachleuten
einleuchten werden. Deshalb ist beabsichtigt, dass die Erfindung lediglich durch den
Schutzumfang der nachstehenden Patentansprüche und nicht durch die spezifischen Einzelheiten,
die anhand der Beschreibung und der Erläuterung der Ausführungsbeispiele hierin präsentiert
wurden, beschränkt sein.
[0094] Gemäß einem Aspekt weist ein Sicherheitssystem 70 für eine Verglasung eine Verglasungsanordnung
10 mit Sicherheitsfunktion mit einem flächigen Verglasungselement 20; und eine Lichtwellenleiterstruktur
30 mit einem optischen Filterelement 32; wobei die Lichtwellenleiterstruktur 30 mechanisch
an dem Verglasungselement 20 angeordnet ist, um bei einer mechanischen Beanspruchung
des flächigen Verglasungselements 20 eine Änderung einer optischen Eigenschaft der
Lichtwellenleiterstruktur 30 zu bewirken, und um ferner bei einer thermischen Beanspruchung
des flächigen Verglasungselements 20 eine Änderung einer optischen Eigenschaft der
Lichtwellenleiterstruktur 30 zu bewirken; eine Signaleinkoppeleinrichtung 80 zum Einkoppeln
eines optischen Signals S
1 in die Lichtwellenleiterstruktur 30; eine Signalerfassungseinrichtung 82 zum Erfassen
eines optischen Signals S
R; S
Tr der Lichtwellenleiterstruktur 30 und zum Ausgeben eines elektrischen Erfassungssignals
S
e basierend auf dem erfassten optischen Signal S
R, S
Tr; und eine Verarbeitungseinrichtung 90 zum Ansteuern der Signaleinkoppeleinrichtung
80 und zum Auswerten des von der Signalerfassungseinrichtung 82 bereitgestellten Erfassungssignals
auf, wobei die Verarbeitungseinrichtung 90 ausgebildet ist, um eine Änderung der optischen
Eigenschaft der Lichtwellenleiterstruktur 30, 32 aufgrund einer mechanischen Beanspruchung
des flächigen Verglasungselements 20 zu ermitteln, und um ferner eine Änderung der
optischen Eigenschaft der Lichtwellenleiterstruktur 30, 32 aufgrund einer thermischen
Beanspruchung des flächigen Verglasungselements 20 zu ermitteln.
[0095] Das optische Filterelement 32 weist ferner ein Bragg-Filter oder eine Mehrzahl von
Bragg-Filtern auf.
[0096] Gemäß einem weiteren Aspekt weist die Lichtwellenleiterstruktur 30 des Sicherheitssystems
eine Mehrzahl von seriell angeordneten, beabstandeten optischen Filterelementen 32
in Form von Bragg-Filtern auf, wobei die Bragg-Filter jeweils eine unterschiedliche
Filtermittenwellenlänge aufweisen.
[0097] Die Lichtwellenleiterstruktur 30 ist ferner so angeordnet, dass die Bragg-Filter
32 in einer verteilten Anordnung oder in einem Raster an dem flächigen Verglasungselement
20 angeordnet sind.
[0098] Gemäß einem weiteren Aspekt ist die Lichtwellenleiterstruktur des Sicherheitssystems
form-, kraft- oder stoffschlüssig mit dem flächigen Verglasungselement 20 verbunden.
[0099] Gemäß einem weiteren Aspekt ist die Lichtwellenleiterstruktur 30 des Sicherheitssystems
mit den optischen Filterelementen 32 im Material des Verglasungselements integriert.
Gemäß einem weiteren Aspekt basiert die Änderung der optischen Eigenschaft der Lichtwellenleiterstruktur
des Sicherheitssystems auf einer kraft- und/oder temperaturabhängigen Materialdehnung
oder auf einer temperaturabhängigen Brechzahländerung des Materials des als Bragg-Filter
ausgebildeten optischen Filterelements.
[0100] Gemäß einem weiteren Aspekt weist das Sicherheitssystem ferner eine weitere Lichtwellenleiterstruktur
30' mit zumindest einem weiteren optischen Filterelement 32' in Form eines Bragg-Filters
auf.
[0101] Die weitere Lichtwellenleiterstruktur 30' weist ferner eine Mehrzahl von seriell
angeordneten, beabstandeten optischen, weiteren Filterelementen 32' in Form von Bragg-Filtern
auf, wobei die Bragg-Filter jeweils eine unterschiedliche Filtermittenwellenlänge
aufweisen.
[0102] Die Verarbeitungseinrichtung 90 ist ferner ausgebildet, um das Erfassungssignal S
e oder ein davon abgeleitetes Signal auszuwerten, um basierend auf einem von einer
einwirkenden mechanischen und/oder thermischen Belastung betroffenen Filterelement
32' eine räumliche Zuordnung der einwirkenden mechanischen oder thermischen Belastung
an dem Verglasungselement zu ermitteln.
[0103] Gemäß einem weiteren Aspekt ist die Verarbeitungseinrichtung 90 des Sicherheitssystems
ausgebildet, um das Erfassungssignal S
e oder ein davon abgeleitetes Signal mit einem Vergleichswert zu vergleichen, um zu
ermitteln, ob sich das Erfassungssignal S
e innerhalb oder außerhalb eines Sollbereichs befindet, wobei ein Verlassen des Sollbereichs
auf ein Überschreiten eines Grenzwerts für eine mechanische oder thermische Belastung
des flächigen Verglasungselements 10 hinweist.
[0104] Gemäß einem weiteren Aspekt ist die Verarbeitungseinrichtung 90 des Sicherheitssystems
ausgebildet, um das Erfassungssignal S
e dahingehend auszuwerten, ob sich die optische Eigenschaft der Lichtwellenleiterstruktur
in Form der jeweiligen Mittenwellenlängen λ
B der betroffenen Bragg-Filter stetig oder kontinuierlich ändert, um eine thermische
Belastung zu ermitteln, und wobei die Verarbeitungseinrichtung 90 ferner ausgebildet
ist, um das Erfassungssignal S
e dahingehend auszuwerten, ob sich die optische Eigenschaft der Lichtwellenleiterstruktur
in Form der jeweiligen Mittenwellenlängen λ
B der betroffenen Bragg-Filter abrupt oder sprunghaft ändert, um eine mechanische Belastung
zu ermitteln.
[0105] Gemäß einem weiteren Aspekt basiert der Vergleichswert des Sicherheitssystems auf
einem Mittelwert oder einer davon abgeleiteten Größe einer Mehrzahl vorhergehender
Messwerte des Erfassungssignals eines Bragg-Filters oder einer Mehrzahl von Bragg-Filtern
basiert.
[0106] Gemäß einem weiteren Aspekt basiert das Erfassungssignal S
e oder das davon abgeleitete Signal des Sicherheitssystems auf einer Mittenwellenlänge
λ
B des jeweiligen Bragg-Filters oder auf einem Leistungspegel des erfassten Signals
basiert.
[0107] Gemäß einem weiteren Aspekt ist die Verarbeitungseinrichtung 90 des Sicherheitssystems
ausgebildet, um ein Hinweis- oder Alarmsignal S
out auszugeben, falls eine Überschreitung eines Grenzwerts für eine mechanische oder
thermische Belastung des flächigen Verglasungselements 20 auftritt.
[0108] Gemäß einem weiteren Aspekt ist die Signalerfassungseinrichtung 2 des Sicherheitserfassungssystems
ausgebildet, um das optische Signal S
R, S
Tr der Lichtwellenleiterstruktur 30 mit einer Auslesefrequenz von zumindest 1 kHz auszulesen.
[0109] Gemäß einem weiteren Aspekt ist die Verarbeitungseinrichtung 90 des Sicherheitserfassungssystems
ausgebildet, um das Erfassungssignal dahin gehend auszuwerten, um bei einer mechanischen
Beanspruchung des flächigen Verglasungselements 20 eine örtliche Verteilung der mechanischen
Beanspruchung über dem flächigen Verglasungselement zu ermitteln, und um ferner bei
einer thermischen Beanspruchung des flächigen Verglasungselements 20 eine örtliche
Verteilung der thermischen Beanspruchung über dem flächigen Verglasungselement 20
zu ermitteln.
[0110] Gemäß einem anderen Aspekt weist eine Verglasungsanordnung 10 mit Sicherheitsfunktion
ein flächiges Verglasungselement 20; und eine Lichtwellenleiterstruktur 30 mit einem
optischen Filterelement 32 auf; wobei die Lichtwellenleiterstruktur 30 mechanisch
an dem Verglasungselement 20 angeordnet ist, um bei einer mechanischen Beanspruchung
des flächigen Verglasungselements 20 eine Änderung einer optischen Eigenschaft der
Lichtwellenleiterstruktur 30 zu bewirken, und um ferner bei einer thermischen Beanspruchung
des flächigen Verglasungselements 20 eine Änderung einer optischen Eigenschaft der
Lichtwellenleiterstruktur 30 zu bewirken.
[0111] Das optische Filterelement 32 weist ferner ein Bragg-Filter oder eine Mehrzahl von
Bragg-Filtern auf.
[0112] Gemäß einem weiteren Aspekt weist die Lichtwellenleiterstruktur 30 der Verglasungsanordnung
eine Mehrzahl von seriell angeordneten, beabstandeten optischen Filterelementen 32
in Form von Bragg-Filtern auf, wobei die Bragg-Filter jeweils eine unterschiedliche
Filtermittenwellenlänge aufweisen.
[0113] Die Lichtwellenleiterstruktur 30 ist ferner so angeordnet, dass die Bragg-Filter
32 in einer verteilten Anordnung oder in einem Raster an dem flächigen Verglasungselement
20 angeordnet sind.
[0114] Gemäß einem weiteren Aspekt ist die Lichtwellenleiterstruktur der Verglasungsanordnung
form-, kraft- oder stoffschlüssig mit dem flächigen Verglasungselement 20 verbunden.
[0115] Gemäß einem weiteren Aspekt ist die Lichtwellenleiterstruktur 30 der Verglasungsanordnung
mit den optischen Filterelementen 32 im Material des Verglasungselements integriert.
[0116] Gemäß einem weiteren Aspekt basiert die Änderung der optischen Eigenschaft der Lichtwellenleiterstruktur
der Verglasungsanordnung auf einer kraft- und/oder temperaturabhängigen Materialdehnung
oder auf einer temperaturabhängigen Brechzahländerung des Materials des als Bragg-Filter
ausgebildeten optischen Filterelements.
[0117] Gemäß einem weiteren Aspekt weist die Verglasungsanordnung ferner eine weitere Lichtwellenleiterstruktur
30' mit zumindest einem weiteren optischen Filterelement 32' in Form eines Bragg-Filters
auf.
[0118] Die weitere Lichtwellenleiterstruktur 30' weist ferner eine Mehrzahl von seriell
angeordneten, beabstandeten optischen, weiteren Filterelementen 32' in Form von Bragg-Filtern
auf, wobei die Bragg-Filter jeweils eine unterschiedliche Filtermittenwellenlänge
aufweisen.
[0119] Gemäß einem anderen Aspekt weist ein Verfahren zum Erfassen einer mechanischen oder
thermischen Beanspruchung eines flächigen Verglasungselements 20, wobei an dem flächigen
Verglasungselement 20 eine Lichtwellenleiterstruktur 30 mit einem optischen Filterelement
32 mechanisch angeordnet ist, ein Einkoppeln 102 eines optischen Signals in die Lichtwellenleiterstruktur;
ein Erfassen 104 eines optischen Signals der Lichtwellenleiterstruktur und Erzeugen
eines elektrischen Erfassungssignals basierend auf dem erfassten, optischen Signal
der Lichtwellenleiterstruktur; ein Auswerten 106 des elektrischen Erfassungssignals
oder eines davon abgeleiteten Signals auf, um eine Änderung der optischen Eigenschaft
der Lichtwellenleiterstruktur aufgrund einer mechanischen Beanspruchung des flächigen
Verglasungselements zu ermitteln, und um ferner eine Änderung der optischen Eigenschaft
der Lichtwellenleiterstruktur aufgrund einer thermischen Beanspruchung des flächigen
Verglasungselements zu ermitteln.
[0120] Das Verfahren weist ferner ein Vergleichen 108 des elektrischen Erfassungssignals
oder des davon abgeleiteten Signals mit einem Vergleichswert auf, um zu ermitteln,
ob sich das Erfassungssignal außerhalb eines Sollbereichs befindet, wobei dies auf
ein Überschreiten eines Grenzwerts für eine mechanische oder thermische Belastung
des flächigen Verglasungselements hinweist.
[0121] Gemäß einem weiteren Aspekt weist das Verfahren ferner ein Auswerten des elektrischen
Erfassungssignal S
e dahingehend, ob sich die optische Eigenschaft der Lichtwellenleiterstruktur in Form
der jeweiligen Mittenwellenlängen λ
B der betroffenen Bragg-Filter stetig oder kontinuierlich ändert, um eine thermische
Belastung zu ermitteln, und ein Auswerten des elektrischen Erfassungssignal S
e dahingehend auf, ob sich die optische Eigenschaft der Lichtwellenleiterstruktur in
Form der jeweiligen Mittenwellenlängen λ
B der betroffenen Bragg-Filter abrupt oder sprunghaft ändert, um eine mechanische Belastung
zu ermitteln.
[0122] Der Vergleichswert ist ferner fest vorgegeben oder wird basierend auf einer statistischen
Aufbereitung einer Mehrzahl von vorhergehenden Messwerten des elektrischen Erfassungssignals
eines oder einer Mehrzahl von Bragg-Filtern ermittelt.
[0123] Gemäß einem weiteren Aspekt weist das Verfahren ferner ein Auswerten des Erfassungssignal
S
e oder eines davon abgeleiteten Signals auf, um basierend auf einem von einer einwirkenden
mechanischen und/oder thermischen Belastung betroffenen Filterelement 32' eine räumliche
Zuordnung der einwirkenden mechanischen oder thermischen Belastung an dem Verglasungselement
zu ermitteln.
[0124] Ein anderer Aspekt weist ein Computerprogramm auf mit einem Programmcode zur Durchführung
des Verfahrens zum Erfassen einer mechanischen oder thermischen Beanspruchung eines
flächigen Verglasungselements 20, wobei an dem flächigen Verglasungselement 20 eine
Lichtwellenleiterstruktur 30 mit einem optischen Filterelement 32 mechanisch angeordnet
ist, das ein Einkoppeln 102 eines optischen Signals in die Lichtwellenleiterstruktur;
ein Erfassen 104 eines optischen Signals der Lichtwellenleiterstruktur und Erzeugen
eines elektrischen Erfassungssignals basierend auf dem erfassten, optischen Signal
der Lichtwellenleiterstruktur; ein Auswerten 106 des elektrischen Erfassungssignals
oder eines davon abgeleiteten Signals aufweist, um eine Änderung der optischen Eigenschaft
der Lichtwellenleiterstruktur aufgrund einer mechanischen Beanspruchung des flächigen
Verglasungselements zu ermitteln, und um ferner eine Änderung der optischen Eigenschaft
der Lichtwellenleiterstruktur aufgrund einer thermischen Beanspruchung des flächigen
Verglasungselements zu ermitteln, wenn das Programm auf einem Computer oder einem
Mikroprozessor abläuft.