[0001] Die Erfindung betrifft einen gekapselten Überspannungsableiter gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
[0002] Überspannungsableiter sind Schutzsysteme beispielsweise für Schaltanlagen, die bei
auftretenden Überspannungen durch Blitzeinschlag oder Fehlfunktionen anderer Teilsysteme
diese Überspannungen zur Masse hin ableiten und so andere Bauteile der Schaltanlage
schützen.
[0003] Ein derartiger Überspannungsableiter umfasst ein oder mehrere zylindrische Ableitelemente,
die eine aus einzelnen ebenfalls zylindrischen Varistorelementen aufgebaute Varistorsäule
aufweisen. Varistorelemente zeichnen sich durch einen spannungsabhängigen Widerstand
aus. Bei niedrigen Spannungen wirken diese als Isolatoren. Ab einer bestimmten Schwellenspannung,
die materialabhängig ist, zeigen sie eine gute Leitfähigkeit. Häufig werden Varistorelemente
aus Metalloxiden wie Zinkoxid hergestellt. Das Ableitelement wird an beiden Enden
von Endarmaturen begrenzt, die den elektrischen Kontakt zur Schaltanlage und zur Masse
herstellen. Um einen guten elektrischen Kontakt auch unter mechanischer Belastung
zu gewährleisten, muss die Varistorsäule unter Druck zusammengehalten werden. Dies
kann erfolgen, indem Zugelemente beispielsweise Seile oder Stäbe vorzugsweise aus
glasfaserverstärktem Kunststoff in den Endarmaturen unter Zug eingespannt werden.
Die Zugelemente umgeben dabei die Varistorsäule und bilden so einen Käfig um diese.
[0004] Für den Einsatz in gasisolierten Schaltanlagen weisen Überspannungsableiter ein fluiddichtes
Gehäuse auf, das ein oder mehrere Ableitelemente umgibt. Das Gehäuse ist dabei zur
Erhöhung der Durchschlagfestigkeit mit einem Fluid, meist Schwefelhexafluorid gefüllt.
Das Gehäuse besteht meist aus Metall und ist elektrisch geerdet. Eine Endarmatur des
Ableitelementes ist über einen durch das Gehäuse geführten Kontakt geerdet. Die andere
Endarmatur ist über eine Hochspannungsdurchführung mit einem an der Außenseite des
Gehäuses befindlichen Kontakt elektrisch verbunden, der dem Anschluss an die Schaltanlage
dient. Insbesondere größere Überspannungsableiter besitzen häufig an ihrem hochspannungsseitigen
Ende eine Steuerhaube, die als einseitig verschlossener Zylinder über das Ende der
Varistorsäule gestülpt ist. Im einfachsten Fall ist die Varistorsäule mit den Endarmaturen
und die erdseitige Endarmatur mit dem Gehäusedeckel elektrisch verbunden, so dass
eine elektrische Verbindung von der Varistorsäule mit dem Gehäuse besteht. Über die
Erdung des Gehäuses wird dann die Verbindung der Varistorsäule zur Erde hergestellt.
Sollen auftretende Ableitvorgänge registriert werden, muss die Varistorsäule an eine
außerhalb des fluiddichten Gehäuses angeordnete Überwachungseinrichtung angeschlossen
werden. Dazu wird ein vom Gehäuse getrennter Erdungspfad der Varistorsäule benötigt.
Um diesen bereitzustellen, muss eine elektrische Verbindung elektrisch isoliert vom
Gehäuse von der Varistorsäule zu einem außerhalb des Gehäuses liegenden Kontakt geführt
werden.
[0005] Aus der älteren deutschen Anmeldung der Anmelderin mit dem Aktenzeichen
10 2011 077 394.0 ist ein gattungsgemäßer Überspannungsableiter bekannt mit einer Durchführung im erdseitigen
Gehäusedeckel, zwischen dem Ableitelement und der Gehäusewand. Die elektrische Verbindung
zwischen der Varistorsäule und der Durchführung wird über ein Kabel hergestellt.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Überspannungsableiter anzugeben,
der eine erleichterte Montage und eine kompaktere Bauform ermöglicht.
[0007] Die Aufgabe wird mit den Mitteln der Erfindung gemäß Patentanspruch 1 gelöst.
[0008] Dabei weist ein Überspannungsableiter eine in einem Gehäuse angeordnete Ableitsäule
auf. Die Ableitsäule umfasst ein Ableitelement, Zugelemente sowie eine erdseitige
und eine hochspannungsseitige Endarmatur. Das Ableitelement ist zwischen den Endarmaturen
mittels der Zugelemente eingespannt. Weiterhin weist der Überspannungsableiter eine
elektrische Durchführung mit einem gegenüber dem Gehäuse isolierten Strompfad vom
Inneren des Gehäuses zum Äußeren des Gehäuses auf. Erfindungsgemäß ist eine Längsachse
der Durchführung koaxial mit einer Längsachse des Ableitelementes angeordnet und das
Ableitelement über Verbindungsmittel mit der Durchführung elektrisch verbunden. Die
Verbindungsmittel bilden dabei eine elektrische Verbindung zwischen Ableitelement
und Durchführung aus, die gegen die erdseitige Endarmatur elektrisch isoliert ist
und die durch eine Durchgangsöffnung in der erdseitigen Endarmatur geführt ist.
[0009] Indem die Durchführung durch eine Durchgangsöffnung in der erdseitigen Endarmatur
geführt ist, wird kein zusätzlicher Bauraum neben der Endarmatur mit entsprechendem
Isolationsabstand für die Durchführung benötigt, der Überspannungsableiter kann dadurch
kompakter aufgebaut werden. Auch in axialer Richtung führt diese Lösung zu kleineren
Abmessungen, da der Bauraum im Inneren der Endarmatur für die Durchführung genutzt
werden kann. Außerdem ist ein einfaches Vormontieren des Blocks aus Ableitelement,
Endarmaturen und Zugelemente sowie der Durchführung möglich und der Zusammenbau kann
durch die koaxiale Anordnung durch einfaches Zusammenstecken erfolgen, was die Montage
vereinfacht.
[0010] Besonders vorteilhaft ist das Gehäuse fluiddicht ausgebildet und mit einem Isoliergas
gefüllt. Insbesondere wenn als Isoliergas Schwefelhexafluorid verwendet wird, lassen
sich durch die gegenüber Luft geringeren Isolationsabstände sehr kompakte Überspannungsableiter
konstruieren.
[0011] In einer vorteilhaften Ausgestaltung weist das Gehäuse einen Gehäusedeckel auf, auf
dem die erdseitige Endarmatur angeordnet ist. Die Durchführung führt dabei durch den
Gehäusedeckel. Dadurch lassen sich Durchführung und Ableitsäule leicht außerhalb des
Gehäuses montieren und zusammenbauen. Vorzugsweise weist der Gehäusedeckel eine Druckausgleichsvorrichtung
zum Ausgleichen eines Überdruckes im Inneren des Gehäuses auf.
[0012] Ferner wird bevorzugt, dass der Gehäusedeckel eine verschließbare Revisionsöffnung
aufweist. Eine Revisionsöffnung erlaubt das einfache Öffnen des Gehäuses zu Wartungszwecken.
[0013] Es wird auch bevorzugt, dass der Gehäusedeckel eine Füll- und Ablassvorrichtung für
Isoliergas aufweist. Mit der Füll- und Ablassvorrichtung kann das Gehäuse, ohne es
zu öffnen, mit Isoliergas gefüllt werden oder zu Wartungszwecken das Isoliergas aus
dem Gehäuse entnommen werden. Damit ist gewährleistet, dass dabei kein Isoliergas
in die Atmosphäre entweichen kann.
[0014] Durch die Unterbringung von Druckausgleichsvorrichtungen und/oder Revisionsöffnungen
und/oder Füll- und Ablassvorrichtungen im Gehäusedeckel lässt sich das Gehäuse einfacher
konstruieren.
[0015] Besonders vorteilhaft weisen die Verbindungsmittel einen Erdkontakt und ein in Richtung
der Längsachse der Durchführung federelastisches Element auf. Dabei weist der Erdkontakt
eine ebene Auflagefläche, auf der sich das Ableitelement abstützt, und eine Aufnahme
für das federelastische Element auf. Diese Ausgestaltung gewährleistet eine besonders
zuverlässige elektrische Verbindung.
[0016] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist das Ableitelement durch ein elektrisch
isolierendes Distanzelement von der erdseitigen Endarmatur beabstandet. Das Ableitelement
ist dadurch elektrisch von der Endarmatur isoliert. Dies verhindert vorteilhaft elektrische
Überschläge zwischen Ableitelement und Endarmatur.
[0017] Besonders vorteilhaft ist das Distanzelement rohrförmig ausgebildet und das federelastische
Element zumindest teilweise innerhalb des Distanzelementes angeordnet. Dadurch wird
eine besonders kompakte Konstruktion möglich. Damit Isoliergas in das Rohrinnere des
Distanzelementes eindringen kann, kann das Distanzelement Öffnungen in der Rohrwand
aufweisen.
[0018] Vorzugsweise ist die Aufnahme des Erdkontaktes als ringförmiger Ansatz zur Führung
des Distanzelementes und/oder des federelastischen Elementes ausgebildet. Durch die
Führung von Distanzelement und/oder federelastischem Element wird die Montage erleichtert.
[0019] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
die erdseitige Endarmatur durch den Gehäusedeckel gebildet wird. Die Zugelemente der
Ableitsäule sind dabei auf der Erdseite direkt im Gehäusedeckel verankert und fixieren
somit das Ableitelement am Gehäusedeckel. Der Gehäusedeckel bildet so die erdseitige
Endarmatur, was besonders materialeffizient ist.
[0020] Im Folgenden wird die Erfindung anhand der Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Schnittdarstellung eines erfindungsgemäßen Überspannungsableiters,
- Figur 2
- eine perspektivische Schnittdarstellung eines Gehäusedeckels mit einer elektrischen
Durchführung,
- Figur 3
- eine perspektivische Schnittdarstellung des erdseitigen Endes des Aktivteils eines
erfindungsgemäßen Überspannungsableiters,
- Figur 4
- eine alternative Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Überspannungsableiters.
[0021] Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen
versehen.
[0022] In der Figur 1 ist das fertig montierte erdseitige Ende eines erfindungsgemäßen Überspannungsableiters
1 ohne Gehäuse dargestellt. Ein Ableitelement 2 ist aus mehreren säulenartig zusammengesetzten
Varistorelementen aufgebaut und zwischen zwei Endarmaturen 5, einer erdseitigen und
einer hochspannungsseitigen, von denen hier nur die erdseitige dargestellt ist, mit
Hilfe von Zugelementen 7, von denen hier nur eines dargestellt ist, eingespannt. Die
Zugelemente 7 sind parallel zur Längsachse 30 des Ableitelementes 2 angeordnet und
umgeben dieses in radialer Richtung. Durch die Längsachse 30 des Ableitelementes 2
ist eine axiale Richtung definiert. Die Zugelemente 7 sind häufig aus glasfaserverstärktem
Kunststoff und mit Befestigungsbuchsen 8, die auf die Zugelemente 7 aufgecrimpt, aufgepresst
oder geklebt werden, in den Endarmaturen 5 verankert. Am hier nicht dargestellten
hochspannungsseitigen Ende des Ableitelementes 2 sind die Zugelemente 7 in ähnlicher
Weise in einer Endarmatur 5 befestigt. An der erdseitigen Stirnseite des Ableitelementes
2 ist ein scheibenförmiger Erdkontakt 3 angeordnet. Ein rohrförmiges Distanzelement
17 zwischen Erdkontakt 3 und Endarmatur 5 beabstandet in axialer Richtung das Ableitelement
2 von der Endarmatur 5 und stellt so einen ausreichenden Isolationsabstand zwischen
Erdkontakt 3 und Befestigungsbuchse 8 beziehungsweise Erdkontakt 3 und Endarmatur
5 sicher. Das Distanzelement 17 taucht dabei in axialer Richtung in eine kreisförmige
Öffnung 23 in der Endarmatur 5 ein und stützt sich an einem radialen Vorsprung 24
in dieser Öffnung 23 ab. Das Distanzelement 17 ist aus einem form- und temperaturbeständigen
elektrisch isolierenden Material gefertigt und weist insbesondere eine hohe Biegefestigkeit
auf. Häufig wird hier ein verstärkter, insbesondere ein glasfaserverstärkter Kunststoff
verwendet. Dadurch, dass das Distanzelement 17 aus einem elektrisch isolierenden Material
gefertigt ist, ist das Ableitelement 2 gegen die erdseitige Endarmatur 5 elektrisch
isoliert. Der Erdkontakt 3 weist auf seiner dem Ableitelement 2 abgewandten Stirnseite
einen ringförmigen Ansatz 21 auf. Dieser weist einen Außendurchmesser auf, der dem
Innendurchmesser des Distanzelementes 17 entspricht, so dass die radial außen liegende
Seite des Ansatzes 21 als Führung für das Distanzelement 17 dient. Der auch Aktivteil
18 genannte Block aus Ableitelement 2, Endarmaturen 5, Zugelementen 7 mit Befestigungsbuchsen
8, sowie dem Distanzelement 17 kann so leicht vormontiert werden. Figur 3 zeigt das
erdseitige Ende eines solchen Aktivteils 18, jedoch ist nur eines von mehreren Zugelementen
7 dargestellt.
[0023] Figur 1 zeigt weiterhin die erdseitige Gehäusewand des Gehäuses, die durch einen
Gehäusedeckel 4 gebildet ist. Eine Durchführung 10 ist durch eine Öffnung in dem Gehäusedeckel
4 hindurchgeführt. Die Durchführung 10 weist dabei ein Isolierrohr 13, eine äußere
Isolierbuchse 12, eine innere Isolierbuches 14 und einen Durchführungsleiter 11 auf.
Zur Montage der Durchführung 10 wird zunächst das Isolierrohr 13 in die Öffnung des
Gehäusedeckels 4 eingeführt. Das Isolierrohr 13 ragt dabei auf beiden Seiten aus der
Öffnung hervor. Über den überstehenden Teil des Isolierrohres 13 wird nun auf der
Innenseite des Gehäusedeckels 4 die innere Isolierbuchse 14 aufgesetzt. Diese ist
ebenfalls rohrförmig und weist einen Innendurchmesser auf, der dem Außendurchmesser
des Isolierrohres 13 entspricht. Die Isolierbuchse 14 steht dabei in axialer Richtung
über das gehäuseinnere Ende des Isolierrohres 13 über. Isolierrohr 13 und innere Isolierbuchse
14 sind so koaxial zur Längsachse 30 angeordnet. Auf der Außenseite des Gehäuses wird
eine äußere Isolierbuchse 12 auf das gehäuseaußenseitige Ende des Isolierrohres 13
aufgesetzt. Die äußere Isolierbuchse 12 weist dabei eine ringförmige Vertiefung 29
auf, die das gehäuseaußenseitige Ende des Isolierrohres 13 aufnimmt. Ein ringförmiger
Ansatz 28 der äußeren Isolierbuchse 12 ragt auf der radialen Innenseite des Isolierrohres
13 in axialer Richtung in dieses hinein. Ein Durchführungsleiter 11, hier als Metallbolzen
dargestellt, wird dann von der Gehäuseaußenseite durch die äußere Isolierbuchse 12,
durch das Isolierrohr 13 bis auf die Gehäuseinnenseite geführt. Das gehäuseinnenseitige
Ende des Durchführungsleiters 11 steht dabei über die innere Isolierbuchse 14 über
und ragt in das Gehäuse hinein. Ein Anschlag, beispielsweise eine Mutter, am gehäuseaußenseitigen
Ende des Durchführungsleiters 11 begrenzt dessen Eindringtiefe. Über das gehäuseinnere
Ende des Durchführungsleiters 11 wird eine Unterlegscheibe 15 gelegt, die auf der
inneren Isolierbuchse 14 aufliegt und dann mit einer Mutter 16 fixiert wird. Die äußere
Isolierbuchse 12 weist an ihren Stirnflächen Dichtungen 22, wie beispielsweise O-Ringe,
auf, die die äußere Isolierbuchse 12 gegen das Gehäuse, hier gegen den Gehäusedeckel
4, und gegen den Durchführungsleiter 11 abdichten. Die Durchführung 10 stellt somit
eine gasdichte elektrische Verbindung von der Innenseite des Gehäuses zur Außenseite
des Gehäuses dar, die gegen das Gehäuse elektrisch isoliert ist. Figur 2 zeigt einen
Gehäusedeckel 4 mit einer solchen fertig montierten Durchführung 10.
[0024] Des Weiteren zeigt Figur 1 den Gehäusedeckel 4 mit Durchführung 10 und Aktivteil
18 in zusammengebautem Zustand. Die Endarmatur 5 ist am Gehäusedeckel 4 mittels Schrauben
6 befestigt. Die innere Isolierbuchse 14 mit dem gehäuseinneren Ende des Durchführungsleiters
11 ragt dabei zumindest teilweise in das Distanzelement 17 hinein. Über ein federelastisches
Element 9, hier eine Schraubenfeder, die im Inneren des Distanzelementes 17 zwischen
Erdkontakt 3 und Unterlegscheibe 15 angeordnet ist, ist eine elektrische Verbindung
zwischen dem Erdkontakt 3 und der Durchführung 10 hergestellt. Erdkontakt 3 und federelastisches
Element 9 stellen so Verbindungsmittel dar, die das Ableitelement 2 mit der Durchführung
10 elektrisch verbinden. Die radiale Innenseite des Ansatzes 21 des Erdkontaktes 3
stellt eine Aufnahme für das federelastische Element 9 bereit, das durch diese Aufnahme
geführt und zentriert wird. Damit Isoliergas in das Innere des Distanzelementes 17
eindringen kann, sind Öffnungen 20 in der Wand des Distanzelementes 17 vorgesehen.
Ein elektrischer Strompfad führt nun vom Ableitelement 2 über den Erdkontakt 3, das
federelastische Element 9, Unterlegscheibe 15, Mutter 16 und Durchführungsleiter 11
auf die Außenseite des Gehäuses. Dieser Strompfad führt elektrisch gegen Endarmatur
5 und Gehäuse isoliert durch die Endarmatur 5 und durch die Gehäusewand, hier den
Gehäusedeckel 4, hindurch.
[0025] Obwohl in den Figuren 1 und 3 nur jeweils ein Aktivteil 18 und eine Durchführung
10 gezeigt ist, kann ein erfindungsgemäßer Überspannungsableiter 1 auch in einem Gehäuse
mehrere Aktivteile 18 aufweisen. Jedem Aktivteil 18 ist dann eine eigene Durchführung
10, die jeweils koaxial zum Ableitelement 2 des jeweiligen Aktivteils 18 angeordnet
ist, zugeordnet.
[0026] Die Figur 4 zeigt weitere Ausgestaltungen der Erfindung. Hier wird die erdseitige
Endarmatur durch den Gehäusedeckel 4 gebildet. Die Zugelemente 7 sind mittels der
Befestigungsbuchsen 8 direkt am Gehäusedeckel 4 befestigt, der somit die erdseitige
Endarmatur bildet. Der Gehäusedeckel 4 schließt das Gehäuse 19 an einer Stirnseite
ab. Dichtungen 32 gewährleisten dabei Gasdichtheit. In einem Gehäuse 19 sind hier
mehrere Aktivteile 18 untergebracht. Jedem Aktivteil 18 ist eine eigene Durchführung
10 zugeordnet. Die beiden Aktivteile 18 weisen eine gemeinsame erdseitige Endarmatur
auf, die hier durch den Gehäusedeckel 4 bereitgestellt wird.
[0027] Der Gehäusedeckel 4 weist außerdem eine Druckausgleichsvorrichtung 25 auf. Bei dieser
Druckausgleichsvorrichtung 25 deckt eine Berstscheibe 26 eine ringförmige Öffnung
im Gehäusedeckel 4 ab. Die Berstscheibe 26 ist auf der Gehäuseinnenseite mit einem
ringförmigen Flansch 31 befestigt. Dichtungen 33 dichten die Berstscheibe 26 gegen
den Gehäusedeckel 4 gasdicht ab. Entsteht im Gehäuse 19 ein Überdruck, birst die Berstscheibe
26 und entlässt den Überdruck ins Freie, eine Beschädigung des Gehäuses 19 wird damit
verhindert. Eine Ausblasschute 27 auf der Außenseite der Öffnung lenkt die ausströmenden
Gase in eine gewünschte Richtung ab. Anstatt oder zusätzlich zu der Druckausgleichsvorrichtung
25 kann der Gehäusedeckel 4 eine Füll- und Ablassvorrichtung für Isoliergas und/oder
eine Revisionsöffnung aufweisen. Die Füll- und Ablassvorrichtung für Isoliergas dient
dabei dazu, Isoliergas, beispielsweise Schwefelhexafluorid, in das Gehäuse 19 einzufüllen
oder aus dem Gehäuse abzulassen. Die Füll- und Ablassvorrichtung ist dabei so ausgestaltet,
dass kein Isoliergas unkontrolliert entweichen kann. Die Revisionsöffnung dient dazu,
beispielsweise zu Montage-, Wartungs- oder Kontrollzwecken, an Elemente im Inneren
des Gehäuses 19 zu gelangen, ohne diese zerlegen zu müssen.
1. Überspannungsableiter (1) mit einem in einem Gehäuse (19) angeordneten, zwischen einer
erdseitigen und einer hochspannungsseitigen Endarmatur (5) mittels Zugelementen (7)
eingespannten Ableitelement (2) und einer elektrischen Durchführung (10), die einen
gegenüber dem Gehäuse (19) isolierten Strompfad vom Inneren des Gehäuses (19) zum
Äußeren des Gehäuses (19) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Längsachse (30) der Durchführung (10) koaxial zu einer Längsachse (30) des Ableitelementes
(2) angeordnet ist und dass das Ableitelement (2) mit der Durchführung (10) über Verbindungsmittel
(3, 9) elektrisch verbunden ist, die gegen die erdseitige Endarmatur (5) elektrisch
isoliert und durch eine Durchgangsöffnung (23) in der erdseitigen Endarmatur (5) geführt
sind.
2. Überspannungsableiter (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Gehäuse (19) fluiddicht ausgebildet und mit einem Isoliergas gefüllt ist.
3. Überspannungsableiter (1) nach Anspruch 1 oder 2
dadurch gekennzeichnet,
dass das Gehäuse (19) einen Gehäusedeckel (4) aufweist, auf dem die erdseitige Endarmatur
(5) angeordnet ist.
4. Überspannungsableiter (1) nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Gehäusedeckel (4) eine Druckausgleichsvorrichtung (25) zum Ausgleichen eines
Überdruckes im Inneren des Gehäuses (19) aufweist.
5. Überspannungsableiter (1) nach einem der Ansprüche 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Gehäusedeckel (4) eine verschließbare Revisionsöffnung aufweist.
6. Überspannungsableiter (1) nach einem der Ansprüche 3 bis 5
dadurch gekennzeichnet,
dass der Gehäusedeckel (4) eine Füll- und Ablassvorrichtung für Isoliergas aufweist.
7. Überspannungsableiter (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verbindungsmittel (3, 9) einen Erdkontakt (3) mit einer ebenen Auflagefläche,
auf die sich das Ableitelement (2) abstützt, und ein in Richtung der Längsachse (30)
der Durchführung (10) federelastisches Element (9) aufweisen, wobei der Erdkontakt
(3) eine Aufnahme (21) für das federelastische Element (9) aufweist.
8. Überspannungsableiter (1) nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Ableitelement (2) durch ein elektrisch isolierendes Distanzelement (17) von der
erdseitigen Endarmatur (5) beabstandet ist.
9. Überspannungsableiter (1) nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Distanzelement (17) rohrförmig ausgebildet ist und dass das federelastische Element
(9) zumindest teilweise innerhalb des Distanzelementes (17) angeordnet ist.
10. Überspannungsableiter (1) nach einem der Ansprüche 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Aufnahme (21) des Erdkontaktes (3) als ringförmiger Ansatz zur Führung des Distanzelementes
(17) und/oder des federelastischen Elementes (9) ausgebildet ist.
11. Überspannungsableiter (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet,
dass die erdseitige Endarmatur (5) durch den Gehäusedeckel (4) gebildet wird.