[0001] Die Erfindung betrifft ein elektromechanisches Befehlsgerät.
[0002] Elektromechanische Befehlsgeräte umfassen einen Drucktaster oder -schalter, die üblicherweise
als nicht beleuchtbare und als beleuchtbare Version angeboten werden. Bei einer beleuchtbaren
Version erfolgt eine innere Beleuchtung der sog. Handhabe bzw. hier Drückerkappe mit
Stößel, d.h. des manuell zu betätigenden Teiles des Drucktasters. Generell kann mit
der Beleuchtung des Befehlsgerätes die Auffindbarkeit bei Dunkelheit verbessert werden
und/oder es ergibt sich eine zusätzliche Signaloption bzgl. der Betriebszustände.
[0003] Zumeist sind nicht beleuchtbare und beleuchtbare Befehlsgeräte unterschiedlich aufgebaut.
Dies begründet sich traditionell durch die geforderte Austauschbarkeit der teilweise
immer noch verwendeten Glühlampen von der Schalttafel-Vorderseite her. Hierzu kann
die Drückerkappe des in der Regel hohlzylinderförmigen Stößels zerstörungsfrei lösbar
von diesem getrennt und nach Ersetzen des Leuchtmittels wieder eingesetzt bzw. verbunden
werden, was mit speziellem konstruktiven Aufwand verbunden ist. Derartiges ist bei
nicht beleuchtbaren Befehlsgeräten in der Regel nicht vorgesehen.
[0004] Bedingt durch je nach Schalttafel wechselnd gedeckt oder transparent eingefärbte
Handhabe-Oberflächen ergeben sich oft sehr unterschiedliche, wenig attraktive Erscheinungsbilder.
Vor allem bei beleuchtbaren Geräten im unbeleuchteten Zustand beeinträchtigt der dunkel
erscheinende Hohlraum des Stößels mit ggf. sichtbaren Innenkonturen ein ästhetisches
Erscheinungsbild.
[0005] Weiterhin ist es generell wünschenswert, nicht beleuchtbare und beleuchtbare Versionen
aus Gleichbauteilen herzustellen. Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein in
Funktion und Kosten vorteilhaftes elektromechanisches Befehlsgerät, insbesondere mit
einem Drucktaster aus Gleichbauteilen für nicht beleuchtbare wie für beleuchtbare
Versionen, anzugeben, welches unbeleuchtet wie beleuchtet ein ästhetisch gleichwertiges
Erscheinungsbild aufweist.
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein elektromechanisches Befehlsgerät gemäß den Merkmalen
des Patentanspruches 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den abhängigen
Patentansprüchen.
[0007] Das erfindungsgemäße elektromechanische Befehlsgerät umfasst einen Drucktaster, zumindest
ein Schaltelement und ein Beleuchtungsmodul mit einer optional wählbaren Lichtquelle.
Wenn in der vorliegenden Beschreibung von einem Drucktaster die Rede ist, so kann
hierunter auch ein verrastender Druckschalter verstanden werden. Der Drucktaster bzw.
dessen Handhabe umfasst einen massiven Stößel aus einem lichtleitenden Material, dessen
einer durch einen Nutzer bedienbaren Betätigungsfläche zugewandtes, erstes Ende eine
Grundebene aufweist, die zumindest teilweise von einer Deckschicht aus nicht-transparentem
und sich in der Dicke ändernden Material zumindest teilweise überzogen ist.
[0008] In einer vorzugsweisen Ausführung ist diese Grundebene mit einem aus mindestens einer
Erhebung bestehenden Relief versehen und mit der nicht transparenten Deckschicht derart
überzogen, dass sich eine Betätigungsfläche ohne Relief einstellt.
[0009] Alternativ sind jedoch auch "Funktions-Topographien" der Betätigungsfläche machbar
wenn erwünscht. In diesen wie in den Fällen ohne Relief kann die genannte Deckschicht
auch aus einer auflaminierten oder geklebten Folie bestehen. Unterschiedliche Dicken
des Überzugmaterials äußern sich bei Beleuchtung in reziproken Helligkeiten.
[0010] Diesen Ausgestaltungen liegt die Überlegung zugrunde, dass durch den zunehmenden
Einsatz langlebiger LED's in den allermeisten Fällen auf eine abnehmbare Drückerkappe
verzichtet werden kann. Als weiteren Vorteil ermöglicht der jetzt nicht mehr zur Aufnahme
bzw. Auswechslung einer Glühlampe erforderliche röhrenförmige Freiraum stark erweiterte
konstruktive Möglichkeiten. Bei entsprechender konstruktiver Auslegung kann dann ohne
Zusatzteile wie bei einem nicht beleuchtbaren auch bei jedem unbeleuchteten Befehlsgerät
ein Schaltelement zentral am Drucktastergehäuse angeordnet werden.
[0011] Bei dem erfindungsgemäßen elektromechanischen Befehlsgerät handelt es sich um einen
beleuchtbaren Universaldrucktaster mit den Vorteilen der im Allgemeinen unkomplizierter
aufgebauten nicht beleuchtbaren Version, bei dem zudem das Erscheinungsbild im unbeleuchteten
Zustand dem eines herkömmlichen, nicht beleuchtbaren Drucktasters entsprechen kann.
Das Erscheinungsbild wird maßgeblich durch die über der Grundebene des ersten Stößelendes
angeordnete Deckschicht geprägt.
[0012] Zum Beispiel zeigen sich lediglich bei der Beleuchtung des aus einem lichtleitenden
Material gefertigten Stößels durch die Lichtquelle eines am rückseitigen Ende des
Drucktastergehäuses angeordneten Beleuchtungsmoduls die reliefartigen Erhebungen der
Stößelgrundebene durch die Deckschicht. Durch die Ausgestaltung der Erhebungen lässt
sich damit das Erscheinungsbild der Betätigungseinrichtung im beleuchteten Zustand
bestimmen.
[0013] Zweckmäßigerweise weist der Stößel an einem dem Beleuchtungsmodul zugewandten zweiten
Ende eine Lichteinleitfläche auf, über die Licht der optionalen Lichtquelle in den
Stößel einleitbar ist, wobei entweder die Lichteinleitfläche und die Lichtquelle mindestens
um die Hublänge des Stößels voneinander beabstandet sind oder die Lichtquelle der
Bewegung des Stößels folgt. So kann der Drucktaster für die beleuchtbare und die unbeleuchtbare
Version des elektromechanischen Befehlsgerätes aus denselben Teilen hergestellt werden.
Bei Verzicht auf Beleuchtung kann durch die Lichteinleitfläche bzw. das zweite Ende
des Stößels die Betätigung eines optional auch zentral am Drucktaster angeordneten
Schaltelementes erfolgen.
[0014] Es ist weiter zweckmäßig, wenn die bereits genannte zumindest eine Erhebung der Grundebene
(d.h. der Stößelgrundfläche) eine Fläche oder einen Flächenabschnitt aufweist, welche(r)
im Wesentlichen parallel zu der Betätigungsfläche der Handhabe ist. Durch die geometrische
Form und die Größe der Fläche oder der Flächen oder einzelner Flächenabschnitte der
Erhebung(en) kann die Gestalt der durch die Lichtquelle erleuchteten Kontur(en) der
(Drucktaster-)Betätigungsfläche festgelegt werden. Im Extremfall kann dies bei entsprechend
großflächig dünner Deckschicht und/oder starker Lichtquelle die gesamte Betätigungsfläche
betreffen.
[0015] Durch die Gestalt der zumindest einen Erhebung und/oder die Anzahl der Erhebungen
kann bei aktiver Lichtquelle ein graphisches Muster auf der Betätigungsfläche durch
die Deckschicht hindurch wahrgenommen werden.
[0016] Zweckmäßigerweise ist die Dicke der Deckschicht im Bereich der zumindest einen Erhebung
derart bemessen, dass bei inaktiver Lichtquelle die Kontur der zumindest einen Erhebung
sich weder farblich noch als Hell-Dunkel-Kontrast vom Rest der Betätigungsfläche unterscheidet.
[0017] Zweckmäßigerweise weist die Deckschicht im Bereich der zumindest einen Erhebung eine
möglichst geringe Dicke auf um mit möglichst geringer Lichtstärke ein befriedigendes
Ergebnis zu erzielen. Dem steht allerdings die Herstellbarkeit entsprechend dünner
Schichten und deren Robustheit im Gebrauch entgegen, so dass zusammen mit der farblichen
Pigmentierung hier ein optimaler Kompromiss zu suchen ist.
[0018] Vorzugsweise werden der Stößel und die Deckschicht aus dem gleichen Grundmaterial
im 2-Komponenten-Spritzgußverfahren hergestellt. Hierdurch werden temperaturbedingte
Materialspannungen möglichst gering gehalten. Ebenso kann in einer alternativen Ausgestaltung
vorgesehen sein, dass der Stößel und die Deckschicht aus unterschiedlichen Materialien
und/oder aus zwei separaten Teilen bestehen.
[0019] Obwohl prinzipiell alle denkbaren lichtleitenden Kunststoffe zur Bereitstellung des
Stößels und der Deckschicht in Betracht kommen, ist es zweckmäßig, wenn das Material
des Stößels und/oder der Deckschicht Polykarbonat, Polyamid oder PMMA (Plexiglas)
ist.
[0020] Gemäß der weiteren zweckmäßigen Ausgestaltung ist die Grundebene der Stößeloberfläche
konkav oder konvex oder plan. Insbesondere kann diese Grundebene in etwa parallel
zur Kontur der Betätigungsfläche verlaufen. Hierdurch kann die Deckschicht in den
Bereichen, in denen keine Erhebungen auf der Grundebene vorgesehen sind, in etwa gleich
dick sein, was Herstellbarkeit und Oberflächengüte verbessert. Der Abstand von Erhebungs-
zu Betätigungsoberfläche ist im Allgemeinen ebenfalls gleich dick.
[0021] Jedoch können hier je nach gewünschtem Erscheinungsbild der beleuchteten Handhabe
unterschiedliche Dicken zweckmäßig sein oder eventuell muss auf diese Weise eine ungleichmäßige
Lichtleitung des Stößels ausgeglichen werden.
[0022] Zweckmäßigerweise steht der Stößel im Eingriff mit einem Rückstellelement. Das Rückstellelement
erzeugt bei Betätigung des Stößels eine von einem gewissen Grundwert ansteigende Rückstellkraft.
Das Rückstellelement kann in einer besonders vorteilhaften Ausführung des Drucktasters
gleichzeitig von einer die erforderliche Abdichtung zwischen Handhabe und Drucktastergehäuse
sicherstellenden Membran gebildet werden. Es ist weiterhin zweckmäßig, wenn sich der
Stößel von dem ersten Ende, d.h. der Betätigungsfläche, in Richtung des zweiten Endes
auf einen Schaftdurchmesser in der Größe des Lichtquellendurchmessers verjüngt. So
steht für die genannte Membrane ein größtmöglicher Einbauraum zur Verfügung.
[0023] Vorteile der Erfindung und weitere Ausgestaltungen werden nachfolgend anhand von
Ausführungsbeispielen in der Zeichnung erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- die Querschnittsdarstellung eines herkömmlichen, beleuchtbaren Drucktasters zusammen
mit einem herkömmlichen (LED-) Beleuchtungselement,
- Fig. 2
- die Querschnittsdarstellung eines erfindungsgemäßen Drucktasters, und
- Fig. 3
- die perspektivische Darstellung eines Stößels eines erfindungsgemäßen Drucktasters.
[0024] Fig. 1 zeigt ein aus dem Stand der Technik bekanntes, herkömmliches beleuchtbares
Befehlsgerät 1 in modularer Bauform. Es besteht aus einem beleuchtbaren Drucktaster
10 und einem Beleuchtungsmodul 20. In der Darstellung ist der Drucktaster 10 nicht
mit dem Beleuchtungsmodul 20 verrastet, so dass diese beiden Komponenten in einer
auseinandergezogenen Darstellung erkennbar sind.
[0025] Der Drucktaster 10 umfasst ein Gehäuse 12, an dem von dem Beleuchtungsmodul 20 entfernten
Ende ein Frontring 13 angeordnet ist. Frontring 13 und Gehäuse 12 können einstückig
sein oder sind formschlüssig verbundene, separat hergestellte Teile. Im ersten wie
auch optional im zweiten Fall wirkt der Frontring als Anlagebund zur Schalttafel hin.
Entsprechende Stabilität ist konstruktiv sicherzustellen.
[0026] Der Frontring 13 ist von einer Betätigungsseite her mit einer transparenten Drückerkappe
14 verschlossen, welche auf ihrer Außenseite eine Betätigungsfläche 11 für die Betätigung
des Drucktasters 10 ausbildet. Die Betätigungsseite liegt in der Darstellung der Fig.
1 oberhalb des Drucktasters. Die Drückerkappe 14 besteht üblicherweise aus einem transparenten
Kunststoff, der in einer erwünschten Farbe eingefärbt ist.
[0027] Im Inneren eines (Stößel-)Hohlzylinders 15 sind in Fig. 1 zwei oder mehr Anlageabschnitte
16 ausgebildet, die sich in Richtung einer Längsachse 41 des Drucktasters 10 erstrecken.
Diese Anlageabschnitte 16 bilden eine erste Anlage für eine nicht dargestellte Schraubenfeder,
welche eine Lichtquelle 21 des Beleuchtungsmoduls 20 umläuft und sich mit ihrem anderen
Ende am Boden des Gehäuses 12 als zweite Anlage abstützt. Durch das Federelement wird
die Rückstellkraft zur Rückführung des Stößels 30 in die Ruhelage erzeugt.
[0028] Durch dem Beleuchtungsmodul 20 zugewandte beispielhafte Rastelemente 17 kann eine
formschlüssige Verrastung mit korrespondierenden beispielhaften Rastverschlüssen 22
des Beleuchtungsmoduls 20 erfolgen. Dabei ist der Rastverschluss 22, der zwei über
ein Gelenk miteinander verbundene Rastnasen aufweist, durch mechanische Betätigung
zwischen einer nicht dargestellten Verrastung und der in Fig. 1 dargestellten offenen
Stellung betätigbar, um den Drucktaster 10 von dem Beleuchtungsmodul 20 lösen bzw.
mit diesem verbinden zu können.
[0029] Sind der Drucktaster 10 und das Beleuchtungsmodul 20 miteinander verrastet, so kommt
die Lichtquelle 21, welche von einem Zylinderabschnitt 23 umlaufen ist, im Inneren
des Hohlzylinders 15 zum Liegen. Der Hohlzylinder 15 wird bei Betätigung der transparenten
Drückerkappe 14 in Richtung des Beleuchtungsmoduls 20 verschoben, wobei der maximale
Hub durch einen Abstand 18 des Hohlzylinders 15 vom Boden des Gehäuses 12 begrenzt
ist. Wird der Hohlzylinder 15 dabei gegen einen (nicht dargestellten) Schaltkontaktschieber
eines neben dem Beleuchtungsmodul angeordneten Schaltelementes gepresst, so wird ein
Schaltvorgang vorgenommen. Die Lichtquelle 21 kann unabhängig von dem Schaltvorgang
permanent leuchten oder durch die Betätigung dieses oder eines anderen Schaltkontaktes
ein- bzw. ausgeschaltet werden.
[0030] Die Lichtquelle kann beispielsweise in Gestalt einer Glühbirne oder einer Leuchtdiode
vorliegen. Aus Gründen des Energieverbrauchs werden Leuchtdioden als Leuchtmittel
immer öfter bevorzugt eingesetzt.
[0031] Fig. 2 zeigt in einer schematischen Querschnittsdarstellung einen Drucktaster 10
eines erfindungsgemäßen Befehlsgerätes 1. Innerhalb eines Gehäuses 12, das an der
Betätigungsseite einen querschnittserweiternden Frontring 13 besitzt, ist axial gleitend
ein Stößel 30 aus einem lichtleitenden Material angeordnet. Eine Betätigungsfläche
11 innerhalb des Frontrings 13 wird durch eine Deckschicht 36 ausgebildet. Die Deckschicht
36 grenzt (in Richtung des Inneren des Drucktasters 10) an den Stößel 30, der auf
dem der Betätigungsfläche 11 zugewandten ersten Ende 31 ein Oberflächenrelief 33 aufweist.
Die (nicht dargestellte) Deckschicht 36 ist z.B. eine pigmentierte Materialschicht,
welche das Oberflächenrelief 33 derart bedeckt, dass sich eine gleichmäßig gefärbte
Betätigungsfläche ohne Erhebungen ausbildet.
[0032] In der Querschnittsdarstellung des Oberflächenreliefs 30 ragt über eine Grundebene
35 zumindest eine Erhebung 34 hinaus. Die Grundebene 35 verläuft im Wesentlichen parallel
zu der Betätigungsfläche 11. Beispielsweise ist letztere konkav ausgebildet. In der
zeichnerischen Querschnittsdarstellung der Fig. 2 sind die Erhebungen 34 lediglich
beispielhaft als Dreiecke ausgebildet. Vorzugsweise weist zumindest eine der Erhebungen
eine Fläche oder einen Flächenabschnitt auf, welche im Wesentlichen parallel zu der
Betätigungsfläche 11 des Drucktasters 10 ist.
[0033] An dem der Betätigungsfläche 11 gegenüberliegenden Ende 32 weist der Stößel eine
Lichteinleitfläche 38 auf. Die Lichteinleitfläche 38 ist einer in dem nicht dargestellten
Beleuchtungsmodul vorhandenen Lichtquelle zugewandt. Dabei sind die Lichteinleitfläche
38 und die Lichtquelle mindestens um eine Hublänge des Stößels voneinander beabstandet
oder eine näher platzierte Lichtquelle kann der Stößelbewegung zumindest teilweise
folgen.
[0034] Wird durch die Lichtquelle Licht in die Lichteinleitfläche 38 eingeleitet, so breitet
sich dieses längs der Achse 41 in Richtung der Betätigungsfläche 11 aus, wobei erst
dann die unter der Deckschicht 36 liegenden Erhebungen 34 auf der Betätigungsfläche
optisch erkennbar werden. Die Dicke der Deckschicht 36 im Bereich der Erhebungen 34
ist derart bemessen, dass bei inaktiver oder nicht vorhandener Lichtquelle die Kontur
der zumindest einen Erhebung sich farblich nicht vom Rest der Betätigungsfläche unterscheidet.
Hierdurch kann die mit einem erfindungsgemäß beschriebenen Stößel ausgebildete Betätigungseinrichtung
sowohl für beleuchtete als auch für unbeleuchtete Befehlsgeräte verwendet werden.
[0035] Die beschriebene Eigenschaft, dass sich die Kontur der Erhebungen 34 farblich nicht
vom Rest der Betätigungsfläche 11 unterscheidet, ist dann gegeben, wenn die Pigmentierung
der Deckschicht ausreichend für die vorhandene Schichtdicke ist. Aus Gründen der Energieeffizienz
ist es bevorzugt, die Dicke der Deckschicht im Bereich der Erhebungen 34 so gering
wie möglich zu halten. Da Anforderungen an die mechanische Robustheit sowie die Herstellbarkeit
gegenläufig wirken, ist hier ein bestmöglicher Kompromiss anzustreben.
[0036] Das Material der Deckschicht ist bevorzugt eingefärbt. Stößel und Deckschicht sind
bevorzugt aus dem gleichen Material, insbesondere einem Kunststoff, wie z.B. Polykarbonat,
Polyamid oder PMMA (Plexiglas), gebildet. Die Verwendung gleicher Materialien bei
Stößel 30 und Deckschicht 36 minimiert temperaturbedingte Spannungen und bewirkt eine
gute Haftung. Prinzipiell könnten Stößel und Deckschicht auch aus unterschiedlichen
Materialien und/oder aus zwei Teilen gebildet sein. Eine besonders einfache und kostengünstige
Herstellung ergibt sich, wenn Stößel und Deckschicht in einem ZweiKomponenten-Spritzgussverfahren
hergestellt sind.
[0037] Die Oberflächenstruktur der Deckschicht 36 kann wahlweise glatt, seidenmatt oder
anderweitig feinstrukturiert sein. Die Deckschicht kann auch mit einer Beschriftung
versehen sein. Die Beschriftung kann durch Gravieren, Lasern, Heißprägen oder anderweitige
Bedruckung erzeugt sein. Sie ist aufgrund des Aufbringens von der Betätigungsseite
her sowohl im beleuchteten als auch im unbeleuchteten Zustand erkennbar.
[0038] Wie sich aus der Querschnittsdarstellung der Fig. 2 ohne weiteres entnehmen lässt,
verjüngt sich der Stößel 30 von seinem ersten, der Betätigungsfläche 11 zugewandten
Ende 31 hin zu seinem der Lichtquelle zugewandten Ende 32. Hierdurch ist zwischen
dem Schaft 37 des Stößels 30 und dem Gehäuse 12 Raum geschaffen, ein Rückstellelement
42 sowie einen Stößelabschluss 45 zur Betätigung von mindestens einem neben dem Beleuchtungsmodul
anbringbaren Schaltelement unterzubringen.
[0039] Das Rückstellelement 42 ist hier beispielhaft in Gestalt einer Membrandichtung ausgebildet.
Diese stützt sich umlaufend an dem Gehäuse 12 und einer Schulter 39 des Stößels 30
ab. Bei der Betätigung des Stößels verformt sich die Membrandichtung 42, wodurch aufgrund
deren elastischer Eigenschaften eine zumindest anfänglich ansteigende Rückstellkraft
erzeugt wird. Diese sorgt dafür, dass der Stößel 30 des Drucktasters in seine Ausgangsstellung
zurück verschoben wird.
[0040] Unterhalb der Schulter 39 (in Richtung des Endes 32 hin) weist der Schaft 37 eine
Nut 40 auf. In die Nut 40 ist eine Nase des Stößelabschlusses 45 gelegt, so dass der
Stößelabschluss 45 bei Betätigung des Stößels 30 durch diesen mitgenommen wird. Hierdurch
können Füße 48 des Stößelabschlusses 45 einen in dem nicht dargestellten Schaltelement
enthaltenen Schaltkontakt betätigen. Der Stößelabschluss 45 kann ein- oder mehrteilig
ausgebildet sein.
[0041] Fig. 3 zeigt in einer perspektivischen Darstellung einen exemplarischen Stößel 30.
Gut zu erkennen sind die aus der Grundebene 35 herausragenden, beispielhaft kreisrunden
Erhebungen 34. Diese sind beispielhaft in der Gestalt eines Sterns angeordnet, wobei
sich ausgehend von einem zentrisch angeordneten Kreis in fünf Armen radial kleinere
Kreise nach außen erstrecken. Um die Einspeisung von Licht in die Erhebungen 34 von
Seiten der Lichteinleitfläche 38 zu verbessern, ist der Schaft 37 über fünf Stege
43, welche unterhalb der in einer Radialerstreckung liegenden Kreise angeordnet sind,
mit dem Grundkörper 47 des Stößels 10 verbunden.
[0042] Wie erläutert, tritt bei vollständiger Überdeckung der Grundebene einschließlich
der Erhebung(en) durch die Deckschicht die Kontur der Erhebung(en) 34, welche die
Oberflächenkontur 33 des Stößels 30 ausbildet/ausbilden, durch die Deckschicht 36
hindurch nur dann sichtbar hervor, wenn Licht in die Lichteinleitfläche 38 eingespeist
wird. Bei nicht aktivierter Lichtquelle oder nicht vorhandener Lichtquelle prägt die
eingefärbte Deckschicht 38 die Erscheinung des Drucktasters 10.
[0043] Die erfindungsgemäße Ausgestaltung einer elektromechanischen Befehlseinrichtung ermöglicht
eine hohe Anzahl an Gleichbauteilen der beleuchtbaren und der unbeleuchtbaren Versionen.
Unterschiede bestehen lediglich in dem Vorhandensein bzw. der konstruktiven Ausgestaltung
des Beleuchtungsmoduls und seiner Lichtquelle. Die übrigen Komponenten können in identischer
Form verwendet werden. Hierdurch lassen sich hohe Kostenvorteile erzielen.
Bezugszeichenliste
[0044]
- 1
- Betätigungseinrichtung
- 10
- Handhabe / Taster
- 11
- Betätigungsfläche
- 12
- Gehäuse des Tasters
- 13
- Frontring
- 14
- transparentes Verschlusselement
- 15
- Hohlzylinder als Stößel
- 16
- Anlage für Feder
- 17
- Rastelement
- 18
- Abstand
- 20
- Schaltmodul
- 21
- Lichtquelle
- 22
- Rastverschluss
- 23
- Zylinder
- 30
- Stößel
- 31
- der Betätigungsfläche 11 zugewandtes Ende
- 32
- der Lichtquelle zugewandtes Ende
- 33
- Oberflächenkontur
- 34
- Erhebung
- 35
- Grundebene
- 36
- Deckschicht
- 37
- Schaft
- 38
- Lichteinleitfläche
- 39
- Schulter
- 40
- Nut
- 41
- Achse
- 42
- Rückstellelement und Membrandichtung
- 43
- Steg
- 45
- Betätigungselement
- 46
- Nase
- 47
- Grundkörper
1. Elektromechanisches Befehlsgerät, umfassend einen Drucktaster (10), zumindest ein
Schaltelement und ein Beleuchtungsmodul (20) mit einer optional wählbaren Lichtquelle
(21), bei der der Drucktaster (10) einen massiven Stößel (30) aus einem lichtleitenden
Material besitzt, dessen einer durch einen Nutzer bedienbaren Betätigungsfläche (11)
zugewandtes erstes Ende eine Grundebene (35) aufweist, die von einer Deckschicht (36)
aus nicht-transparentem und sich in der Dicke änderndem Material zumindest teilweise
überzogen ist.
2. Befehlsgerät nach Anspruch 1, bei dem die Grundebene (35) mit einem Relief (33) mit
zumindest einer Erhebung (34) versehen ist.
3. Befehlsgerät nach Anspruch 1 oder 2, bei dem der Stößel (30) an einer dem Beleuchtungsmodul
(20) zugewandten zweiten Ende eine Lichteinleitfläche (38) aufweist, über die Licht
einer Lichtquelle (21) in den Stößel (30) einleitbar ist, wobei entweder die Lichteinleitfläche
(38) und die Lichtquelle (21) mindestens um die Hublänge des Stößels (30) voneinander
beabstandet sind oder die Lichtquelle (21) der Bewegung des Stößels (30) folgt.
4. Befehlsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die zumindest eine Erhebung
(34) der Grundebene (35) eine Fläche oder einen Flächenabschnitt aufweist, welche(r)
im Wesentlichen parallel zu der Betätigungsfläche (11) des Drucktasters (10) ist.
5. Befehlsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem durch die Gestalt der
zumindest einen Erhebung (34) und/oder durch die Anzahl der Erhebungen (34) bei aktiver
Lichtquelle (21) ein graphisches Muster auf der Betätigungsfläche (11) durch die Deckschicht
(36) hindurch wahrnehmbar ist.
6. Befehlsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Dicke der Deckschicht
(36) im Bereich der zumindest einen Erhebung (34) derart bemessen ist, dass bei inaktiver
oder nicht vorhandener Lichtquelle (21) die Kontur der zumindest einen Erhebung (34)
weder farblich noch als Hell-Dunkel-Kontrast auf der Betätigungsfläche (11) erkennbar
ist.
7. Befehlsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Dicke der Deckschicht
(36) im Bereich um die zumindest eine Erhebung (34) derart bemessen ist, dass die
Kontur der zumindest einen Erhebung (34) sich nicht reliefartig auf der Betätigungsfläche
(11) abzeichnet
8. Befehlsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei dem die Dicke der Deckschicht (36)
im Bereich um die zumindest eine Erhebung (34) derart bemessen ist, dass die Kontur
der zumindest einen Erhebung (34) sich reliefartig auf der Betätigungsfläche (11)
abzeichnet
9. Befehlsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Deckschicht (36)
im Bereich der zumindest einen Erhebung (34) eine Dicke von höchstens 0,5 mm, insbesondere
von höchstens 0,3 mm, bevorzugt von höchstens 0,2 mm und am meisten bevorzugt von
höchstens 0,15 mm aufweist.
10. Befehlsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Material der Deckschicht
(36) ein- odermehrfarbig ist.
11. Befehlsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem der Stößel (30) und
die Deckschicht (36) aus dem gleichen oder einem unterschiedlichen Material gebildet
sind.
12. Befehlsgerät nach Anspruch 10, bei dem das Material des Stößels (30) und/oder der
Deckschicht (36) Polycarbonat, Polyamid, PMMA (Plexiglas) ist.
13. Befehlsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem der Stößel (30) und
die Deckschicht (36) in einem 2-Komponenten-Spritzgußverfahren hergestellt sind.
14. Befehlsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Grundebene (35)
der Stößeloberfläche konkav oder konvex oder plan ist.
15. Befehlsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem der Stößel (30) im Eingriff
mit einem Rückstellelement, insbesondere einer den Stößel (30) umgebenden Membran,
steht, welche auf den Stößel (30) eine Rückstellkraft ausübt.
16. Befehlsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem sich der Stößel (30)
von dem ersten Ende in Richtung des zweiten Endes auf eine Fläche passend zur Größe
der Lichtquelle oder eines emittierten Lichtbündels verjüngt.