[0001] Die Erfindung betrifft einen Pinsel gemäß dem Anspruch 1.
[0002] Pinsel sind im Stand der Technik in sehr unterschiedlicher Form bekannt. Pinsel zum
Auftragen von Flüssigkeiten weisen typischerweise einen Besatz aus insgesamt oder
büschelweise sehr dicht nebeneinanderstehenden bzw. unmittelbar aneinander anliegenden
Borsten aus den unterschiedlichsten Materialien auf. Aufgrund dessen, dass die Borsten
eng nebeneinanderstehen bzw. sich berühren, entfaltet der Borstenbesatz eine erhebliche
Kapillarwirkung. Er kann daher eine beachtliche Menge der aufzutragenden Flüssigkeit
aufnehmen.
[0003] Die von dem Borstenbesatz aufgenommene Flüssigkeit wird von ihm wieder abgegeben,
indem mit dem Borstenbesatz über die zu behandelnde Fläche gestrichen wird, so dass
die mit der Fläche in Kontakt kommenden Abschnitte der Borsten die sie umhüllende
Flüssigkeit an die zu behandelnde Fläche abgeben. Aus dem weiter innen liegenden Bereich
des Borstenbesatzes fließt Flüssigkeit in den Bereich der Borsten nach, der an der
zu behandelnden Fläche abgestreift worden ist. Je länger mit dem Borstenbesatz über
die zu behandelnde Fläche gestrichen wird, desto mehr an Flüssigkeit gibt der Borstenbesatz
an die zu behandelnde Fläche ab - so lange, bis die Speicherkapazität des Borstenbesatzes
erschöpft ist. Dann muss der Benutzer den Borstenbesatz erneut mit der zur Behandlung
vorgesehenen Flüssigkeit benetzen, wenn er weitere Flüssigkeit auftragen will.
[0004] Bei den herkömmlichen Pinseln kann zwar die aufgenommene Flüssigkeitsmenge relativ
gut eingestellt werden (insbesondere über die Borstenanzahl, die Borstendicke und
die Borstenlänge), jedoch lässt sich konstruktiv nur wenig Einfluss darauf nehmen,
wie viel von der aufgenommenen Flüssigkeitsmenge der Pinsel in einer bestimmten Zeiteinheit
wieder abgibt. Denn die abgegebene Flüssigkeitsmenge pro Zeiteinheit hängt, wie bereits
beschrieben, stark vom Anwender ab, d. h. davon, wie der Anwender den Pinsel führt.
[0005] Zudem sind die im Stand der Technik sehr eng zusammenstehenden Borsten auch deswegen
nachteilhaft, weil sich schon nach kurzer Zeit zwischen ihnen ein Teil der aufzutragenden
Flüssigkeit absetzt, der nicht wieder abgegeben wird, was bei Kosmetik- und Pharmaziepinseln
zum einen ökonomisch und zum anderen hygienisch problematisch ist.
[0006] Ein solcher Pinsel mit einem im Wesentlichen gleichmäßigen Besatz aus gleich langen
Borsten ist aus der
WO2010/122681 bekannt.
[0007] Das Dokument
US 4 804 004 A offenbart hingegen eine Kosmetikbürste, deren überall gleich lange Borsten zwar zum
Teil ungleichmäßig verteilt sind, aber wegen der länglichen Gestalt des Borstenfeldes
und der Ausrichtung der Borsten senkrecht zur Applikatorlängsachse nicht für ein genau
dosiertes Auftragen geeignet sind.
[0008] Angesichts dessen ist es die Aufgabe der Erfindung, einen Pinsel mit einem Borstenbesatz
zu schaffen, mit dessen Hilfe sich die aufzutragende Menge der Flüssigkeit besser
dosieren lässt.
[0009] Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0010] Der erfindungsgemäße Pinsel besitzt einen Besatz aus einer Anzahl von zumindest im
Wesentlichen parallel zueinander verlaufend angeordneten Borsten. Von einer im Wesentlichen
parallel verlaufenden Anordnung spricht man jedenfalls dann, wenn die Borstenlängsachsen
einen Winkel von weniger als 10°, besser von weniger als lediglich 5° einschließen.
Idealerweise sind die Borsten sogar bis auf die unvermeidlichen Herstellungstoleranzen
vollständig parallel zueinander angeordnet.
[0011] Vorzugsweise ist der Borstenbesatz des erfindungsgemäßen Pinsels - insgesamt gesehen
- vollständig bzw. zumindest im Wesentlichen rund. Das begünstigt das erfindungsgemäße
Dosierverhalten entscheidend bzw. ermöglicht es überhaupt erst - in einem Borstenbesatz,
der eine rechteckige oder quadratische Grundfläche aufweist, läuft die dosiert aufzutragende
Flüssigkeit "breit" und kann dann nicht mehr hinreichend kontrolliert abgegeben werden,
so dass die Dosierung meist nicht mehr ansatzweise steuerbar ist.
[0012] Die vorzugsweise in sich kreisrunden, ggf. in Längsrichtung kegeligen Borsten sind
um ein Besatzzentrum herum gruppiert, idealerweise kreisförmig. Am besten ist es,
wenn die einzelnen Borsten jeweils Reihen bilden, die die Gestalt eines Kreisrings
aufweisen.
[0013] In Umfangsrichtung benachbarte, idealerweise entlang einer Kreislinie aufgestellte
benachbarte Borsten sind in ihrem Fußbereich, oberhalb der Verrundung, mit der sie
ggf. in den Borstenträger übergehen, um mindestens 1/5, besser um mindestens 1/4 und
im Idealfall um mindestens 1/3 ihres jeweiligen Durchmessers voneinander beabstandet.
Idealerweise ist der maximale Abstand zwischen zwei solchermaßen benachbarten Borsten
jedoch um mindestens 25 % und besser um mindestens 40 % kleiner als der maximale Borstendurchmesser,
den die Borsten in dem besagten Fußbereich aufweisen.
[0014] Dabei weist der innere Besatzbereich Begrenzungsborsten auf, die im Zentrum des Besatzes
ein im Wesentlichen borstenfreies Raumvolumen umgrenzen, das einen Tropfenraum bildet,
in dem sich eine Dosis der zu applizierenden Flüssigkeit ansammeln kann, die so groß
ist, dass sie die schlagartige Abgabe des überwiegenden Teils der zu applizierenden
Flüssigkeit in Gestalt eines Tropfens auslöst, wenn die zu behandelnde Fläche berührt
wird, dabei ragen die Begrenzungsborsten über die distalen Enden aller anderen Borsten
des Borstenbesatzes hinaus.
[0015] In radialer Richtung benachbarte, idealerweise entlang benachbarter Kreislinien aufgestellte
Borsten sind in ihrem Fußbereich, oberhalb der Verrundung, mit der sie ggf. in den
Borstenträger übergehen, um mindestens 1/5, besser um mindestens 1/4 und im Idealfall
um mindestens 1/3 ihres jeweiligen Durchmessers voneinander beabstandet. Auch hier
gilt, dass der maximale Abstand zwischen zwei solchermaßen benachbarten Borsten idealerweise
um mindestens 25 % und besser um mindestens 40 % kleiner ist als der maximale Borstendurchmesser,
den die Borsten in dem besagten Fußbereich aufweisen.
[0016] Die Länge der verwendeten Borsten beträgt vorzugsweise 2 mm bis 10 mm, idealerweise
2 mm bis 5 mm.
[0017] Die Borsten sind ein- oder zweikomponentig an einen Borstenträger angespritzt, der
ein eigenständiges Bauteil oder aber ein integraler Bestandteil eines Griffstücks
sein kann. Vorzugsweise sind die Borsten dort einkomponentig angespritzt, werden also
zusammen mit dem Borstenträger in einem "Schuss" hergestellt.
[0018] Der Besatz weist einen den inneren Besatzbereich einschließlich des Besatzzentrums
vollständig in Umfangsrichtung umschließenden äußeren Besatzbereich auf. In diesem
äußeren Besatzbereich ist die Borstendichte höher als in dem von dem äußeren Besatzbereich
umschlossenen inneren Besatzbereich. Unter dem Begriff Borstendichte versteht man
die Anzahl der Borsten pro Flächeneinheit.
[0019] Alternativ oder zusätzlich ist der äußere Besatzbereich so ausgestaltet, dass seine
Borsten feiner sind als die Borsten des inneren Besatzbereichs.
[0020] Die erfindungsgemäße Borstenanordnung erlaubt es, das Borstenfeld so auszulegen,
dass die aufzutragende Flüssigkeit aufgrund ihrer Oberflächenspannung einen einzigen
Tropfen im Zentralbereich des Applikators bildet, der bis zu seiner bestimmungsgemäßen
Applikation zunächst von den umgebenden Borsten gehalten wird.
[0021] Die Erfindung besteht also darin, einen Borstenbesatz zu schaffen, der so eingestellt
werden kann, dass er nach dem eigentlichen Abtropfen einer eventuell überschüssigen
Flüssigkeitsmenge - die das Borstenfeld beim Eintauchen des Pinsels zunächst aufgenommen
haben mag und die das Borstenfeld wegen "Übersättigung" nicht längerfristig gespeichert
halten kann - ein letztes Mal einen Tropfen bildet. Dieser Tropfen tropft nun jedoch
nicht mehr alsbald ab. Stattdessen wird er in dem Borstenbesatz gespeichert und erst
dann von dem Borstenbesatz wieder freigegeben, wenn die Applikation begonnen hat und
es im Zuge dessen zum Kontakt mit der zu behandelnden Oberfläche gekommen ist.
[0022] Auf diese Art und Weise lässt sich ein vom bisher bekannten Auftragsprinzip des Pinsels
abweichendes Auftragsprinzip verwirklichen. Denn die Lehre der Erfindung macht es
möglich, den Pinsel so auszulegen, dass die zu applizierende Flüssigkeit nicht mehr
kontinuierlich, aber in undefinierter Menge abgegeben wird, sondern so auszulegen,
dass bei Kontakt mit der zu behandelnden Fläche augenblicklich der überwiegende Teil
der vom Borstenfeld gespeicherten Flüssigkeit abgegeben wird. Idealerweise beträgt
dieser augenblicklich abgegebene Teil mindestens 75 % und besser mindestens 85 % der
vom Borstenfeld gespeicherten Flüssigkeit.
[0023] Die Tatsache, dass die Borsten spritzgegossen sind und dadurch mit einem genau definierten
Abstand voneinander versehen werden können, trägt entscheidend hierzu bei. Von großer
Bedeutung ist dabei die Tatsache, dass die Herstellung im Spritzgussverfahren die
gezielte Verwendung von Materialien erlaubt, die im Wesentlichen resistent gegen ein
Eindiffundieren von Flüssigkeit sind. Wo die gezielte Wahl der Borstenabstände und
des Materials der Borsten nicht ausreicht, um den geforderten Entleerungsgrad (s.
o.) zu erreichen, werden die gespritzten Borsten gezielt mit hydrophobierenden oder
hydrophilierenden Additiven und/oder derart wirkenden Oberflächenstrukturen versehen.
[0024] Durch diese Maßnahmen lässt sich bei entsprechender Auslegung des Borstenfeldes vergleichsweise
genau vorgeben, welches Volumen der derart abgegebene Teil der Flüssigkeit hat.
[0025] Für die genaue Auslegung des Borstenfeldes lässt sich verständlicherweise keine allgemein
gültige Regel angeben, denn es kommt stark auf die individuellen Verhältnisse des
konkreten Falls an, d.h. unter anderem auf die Viskosität und die Oberflächenspannung
der aufzutragenden Flüssigkeit, sowie auf die Borstendichte, den Borstendurchmesser
und die Borstenlänge. Die konkreten Werte dieser Parameter, die im Einzelfall zur
Verwirklichung der Erfindung einzuhalten sind, kann der Fachmann jedoch leicht durch
fachübliche Versuche ermitteln, wenn er sich das nachfolgend näher geschilderte Prinzip
der Erfindung vor Augen führt. Bei seinen Versuchen bedient sich der Fachmann zweckmäßigerweise
eines 3-D-Musterdrucks. Mit dessen Hilfe kann er CAD-gestützt sehr schnell Versuchspinsel
mit unterschiedlichen Borsten bzw. mit systematisch variierten Borsten herstellen,
um das jeweilige Abtropfverhalten des jeweiligen Borstenbesatzes zu studieren, das
dieser gegenüber der Flüssigkeit zeigt, die mit dem Pinsel verarbeitet werden soll.
[0026] Das Prinzip der Erfindung basiert darauf, einen äußeren Besatzbereich zu schaffen,
der einen Rand verwirklicht, welcher die von dem Borstenbesatz aufgenommene Flüssigkeit
einfasst und zum Zentrum des Borstenbesatzes hinlenkt. Das Prinzip der Erfindung basiert
weiterhin darauf, einen inneren Besatzbereich zu schaffen, innerhalb dessen die Borstendichte
so weit herabgesetzt ist, dass die von dem Borstenbesatz aufgenommene Flüssigkeit
in diesem Bereich nicht mehr vollständig, sondern nur noch vermindert durch die Kapillarwirkung
zwischen den Borsten zurückgehalten wird. Infolgedessen ballt sich die von dem Borstenbesatz
aufgenommene und nach dem bestimmungsgemäßen Abtropfen des Pinsels endgültig in dem
Borstenbesatz verbleibende Flüssigkeit im inneren Besatzbereich zu einem letzten Tropfen
zusammen. Dabei verhindern die in dem inneren Besatzbereich noch vorhandenen Borsten,
dass der Tropfen ungewollt verloren geht, also schon im Laufe der Abtropfphase, die
zumindest jeder durch Eintauchen beladene Pinsel durchläuft.
[0027] Stattdessen wird der Tropfen labil in dem Borstenbesatz gehalten, zumindest für eine
durch die Auslegung des Borstenbesatzes vorgegebene Zeit, die über den Zeitrahmen
der Abtropfphase hinausgeht. Sobald die diesen Tropfen haltenden Borsten und/oder
die Außenhaut des Tropfens selbst mit der zu behandelnden Oberfläche in Kontakt kommen,
werden die den Tropfen labil im Borstenbesatz zurückhaltenden Kräfte überwunden und
der Tropfen wird im Wesentlichen vollständig an die zu behandelnde Oberfläche abgegeben.
[0028] Hierdurch lässt sich eine wesentlich bessere Dosierung der mit dem Pinsel aufgetragenen
Flüssigkeit erreichen als im bisherigen Stand der Technik.
[0029] Dieser Effekt lässt sich nicht nur durch eine Variation der
[0030] Borstendichte erreichen, sondern in ähnlicher Weise auch über die Feinheit der Borsten
steuern, d. h. über den Durchmesser, den die Borsten der unterschiedlichen Besatzbereiche
haben.
[0031] In vielen Fällen ist es ideal, wenn gleichzeitig die Borstendichte und die Feinheit
der Borsten variieren. Hierdurch gelingt von Fall zu Fall eine besonders gute Anpassung
an die Bedürfnisse des Einzelfalls.
[0032] Entscheidend für die erfolgreiche Verwirklichung der Erfindung ist, dass die Erfindung
mithilfe von spritzgegossenen Borsten umgesetzt wird. Denn nur dann, wenn die Borsten
durch Spritzgießen hergestellt werden, lässt sich sowohl der Abstand der Borsten als
auch die Feinheit der Borsten in der gewünschten Weise und mit der notwendigen Genauigkeit
steuern.
[0033] Im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass der innere Besatzbereich
einen nur einen Teil seiner Fläche ausmachenden Zentralbereich umfasst, der völlig
borstenfrei ist. In Einzelfällen (nämlich bei entsprechend hoher Viskosität bzw. Oberflächenspannung
der zu applizierenden Flüssigkeit) ist es denkbar, den inneren Besatzbereich vollständig
borstenfrei zu gestalten, was jedoch nicht bevorzugt ist.
[0034] Zusammenfassend ist also festzuhalten, dass der innere Besatzbereich - vorzugsweise
entlang einer gedachten Kreislinie aufgestellte - Begrenzungsborsten aufweist, die
im Zentrum des Besatzes ein borstenfreies Raumvolumen umgrenzen. Dieses Raumvolumen
bildet einen recht genau definierbaren Tropfenraum, in dem sich zumindest ein erster
Teil des besagten "letzten" Flüssigkeitstropfens ansammeln kann, der so groß ist,
dass er die sofortige Abgabe eines überwiegenden Teils der zu applizierenden Flüssigkeit
in Gestalt eines Tropfens auslöst, wenn die zu behandelnde Fläche berührt wird. Ein
solcher borstenfreier Bereich im Zentrum des Borstenbesatzes fördert die Bildung des
gewünschten, fortan labil durch den Borstenbesatz gehaltenen Tropfens.
[0035] Dies geschieht dadurch, dass sich im Zentralbereich ungehindert von Borsten bzw.
den durch sie erzeugten Kapillarkräften ein erster Flüssigkeitstropfen zusammenballen
kann, der mit seiner Oberflächenspannung gegebenenfalls weitere Flüssigkeit aus dem
umliegenden Borstenbesatz anzieht.
[0036] Hierdurch unterscheidet sich die Erfindung von traditionellen Pinseln mit einem engen
Borstenbesatz. Denn der bekannte, enge Borstenbesatz entwickelt so hohe Kapillarkräfte,
dass von vorneherein eine Tropfenbildung unterbunden wird. Das entspricht dem Ziel,
das den im Stand der Technik bekannten Pinseln zu Grunde liegt, die üblicherweise
möglichst nichttropfend ausgeführt sein sollen.
[0037] Auch hier gilt, dass keine allgemein gültige Formel angegeben werden kann, wie groß
das Raumvolumen des Tropfenraums in jedem Einzelfall sein muss. Stattdessen ist es
auch hier so, dass das Raumvolumen des Tropfenraumes für jeden konkreten Einzelfall
in Abhängigkeit von der Borstendichte, dem Borstendurchmesser, der Borstenlänge, der
Viskosität und der Oberflächenspannung der aufzutragenden Flüssigkeit durch fachübliche
Versuche ermittelt werden muss, ggf. wiederum unter Zuhilfenahme eines Musterdruckers
(Rapid Prototyping). Dies ist bei Beherzigung der oben gegebenen Hinweise aber ohne
allzu großen Aufwand möglich.
[0038] Die vorgenannte Ausführungsform kann dahingehend weiterentwickelt werden, dass das
Volumen des Tropfenraums zwar so groß gewählt ist, dass sich ein letzter Tropfen bildet,
gleichzeitig jedoch auch so klein gewählt ist, dass der Tropfen (bei stillstehendem,
mit seinem im Raum hängenden Borstenbesatz vertikal nach unten ausgerichteten Pinsel,
dessen Abtropfphase beendet ist) mindestens 15 s, besser mindestens 30 s und idealerweise
mindestens 150 s von dem Borstenbesatz gehalten werden kann, bevor er von selbst abtropft,
d.h. ohne dass er oder die Borsten zuvor mit der Fläche, auf die der Tropfen aufgetragen
werden soll, in Berührung kommen.
[0039] Vorzugsweise weist der borstenfreie Zentralbereich eine borstenfreie Grundfläche
auf, die mindestens dem 3-fachen, bzw. mindestens dem 3,5-fachen und besser mindestens
dem 4,5-fachen, idealerweise sogar mindestens dem 5,5-fachen der Querschnittsfläche
einer der Begrenzungsborsten in deren Fußbereich entspricht. Idealerweise ist es dabei
allerdings so, dass die borstenfreie Grundfläche des borstenfreien Zentralbereichs
eine Grundfläche besitzt, die maximal dem 15-fachen und besser noch maximal dem 12,5-fachen
der Querschnittsfläche einer der Begrenzungsborsten entspricht (in deren Fußbereich,
oberhalb der eventuellen Verrundung, mit der die jeweilige Begrenzungsborste in den
Borstenträger übergeht). Andernfalls neigt die im borstenfreien Zentralbereich gespeicherte
Flüssigkeitsmenge zum Breitlaufen innerhalb des Borstenbesatzes, anstatt zu einem
wesentlichen Teil im borstenfreien Zentralbereich bzw. in dem ihm zugeordneten Tropfenraum
"aufgehängt" gespeichert zu bleiben und dadurch gezielt ausgelöst werden zu können,
z. B. indem die Begrenzungsborsten durch Kontakt mit dem Applikationsort bewegt werden.
Der hier maßgebliche Fußbereich ist der Bereich der Borste unmittelbar oberhalb des
Beginns der Verrundung, mit der die Borste in den Borstenträger übergeht. Dabei ist
die borstenfreie Grundfläche vorzugsweise im Wesentlichen rotationssymmetrisch, insbesondere
annähernd kreisförmig. Vorzugsweise wird unter der Grundfläche des borstenfreien Zentralbereichs
diejenige Fläche verstanden, die ein gedachter Kreis aufweist, der den Begrenzungsborsten
so eingeschrieben ist, dass er sie an ihrer radial einwärtigen Seite berührt.
[0040] Im Rahmen einer anderen bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die distalen
(d. h. die dem Pinselgriff abgewandten) Enden der Borsten des inneren Bereichs über
die distalen Enden der Borsten des äußeren Bereichs hinausragen. Eine solche Ausgestaltung
der Borsten begünstigt die Tropfenbildung im Zentralbereich des Borstenbesatzes und
im Regelfall auch das Halten des Tropfens im Zentralbereich.
[0041] Die distalen Enden der Begrenzungsborsten ragen über die distalen Enden aller anderen
Borsten des Borstenbesatzes hinaus. Auch dies beeinflusst in den meisten Fällen die
Tropfenbildung bzw. das Halten des Tropfens vorteilhaft. Vor allem wird hierdurch
jedoch die Auslösung des Tropfens bei erstem nachhaltigen Kontakt mit der Oberfläche,
auf die die Flüssigkeit appliziert werden soll, ausgesprochen positiv beeinflusst.
Denn die langen Begrenzungsborsten halten den Tropfen oder zumindest einen wesentlichen
Teil des Tropfens zwischen sich. Spätestens sobald die über den übrigen Borstenbesatz
hervorstehenden distalen Enden einer oder mehrerer der Begrenzungsborsten beim Auftreffen
des Pinsels auf die Oberfläche verformt werden, wird die Abgabe des Tropfens ausgelöst.
Hierzu sind nur sehr geringe Kräfte erforderlich, weil nur eine oder mehrere der im
Bereich ihres distalen Endes quasi alleinstehenden Begrenzungsborsten "betätigt" werden
müssen.
[0042] Im Rahmen einer vorteilhaften Weiterbildung ist vorgesehen, dass das distale Ende
des Borstenbesatzes kegelartig zugespitzt ausgestaltet ist - vorzugsweise so, dass
die gedachte Fläche, die die distalen Borstenenden in ihrer Gesamtheit als Hüllfläche
überspannt, im Wesentlichen ein Kegelmantel mit einem spitzen Winkel α ist, für den
gilt: 35° ≤ α ≤ 55°.
[0043] Eine solche Zentrierung der Enden des Borstenbesatzes hin zum Zentralbereich des
Borstenbesatzes fördert die Tropfenbildung.
[0044] Vorteilhafterweise sind die Begrenzungsborsten einreihig (bevorzugt entlang einer
Kreislinie) aufgestellt und die Reihe aus den Begrenzungsborsten ist auf ihrer dem
Tropfenraum abgewandten Seite von mindestens einer weiteren Borstenreihe umgeben,
deren Borsten voneinander durch einen größeren Borstenabstand getrennt sind als den
maximalen Abstand Ab
max, den zwei unmittelbar benachbarte Begrenzungsborsten voneinander einhalten.
[0045] Ein wichtiger Aspekt der Erfindung ist die Verwendung des erfindungsgemäßen Pinsels
zum Auftragen eines wässerigen Kosmetikums und/oder Arzneimittels auf die Haut des
Augenlids. Es besteht in der Praxis Bedarf, die Wachstumstätigkeit der Wimpern zu
stimulieren. Zu diesem Zweck muss ein in geeigneter Weise Einfluss nehmendes Mittel
bzw. Stimulans auf die den Wimpernwurzeln nahe Hautpartie des Augenlids, vorzugsweise
insbesondere des oberen Augenlids, aufgetragen werden. Die entsprechenden Mittel sind
entweder dem hochwertigen kosmetischen oder bereits dem medizinischen Bereich zuzurechnen
und ausgesprochen teuer in der Herstellung. Zudem dürfen entsprechend wirksame Mittel
ohnehin nur sehr sparsam appliziert werden, da der sich sonst im oder um das Auge
herum verteilende Überschuss unerwünschte Nebenwirkungen auslösen kann.
[0046] Das macht die bisher vorgeschlagene Applikation mit Hilfe einer feinen Pipette ausgesprochen
nachteilhaft. Auch die theoretisch denkbare (aber bislang ersichtlich noch nicht vorgeschlagene)
Applikation solcher Mittel mit Hilfe einer Art "klassischen Mascarabürstchens", das
bis an den Wimpernansatz bzw. die benachbarte Hautpartie herangeführt wird, hätte
gravierende Nachteile, nämlich insbesondere den, dass durch das Eintauchen des relativ
voluminösen Mascarabürstchens eine unvertretbar große Menge des Mittels verbraucht
wird, das zudem im Laufe der Applikation zu einem wesentlichen Teil unkontrolliert
abzutropfen droht.
[0047] Diesen Schwierigkeiten und Nachteilen hilft die erfindungsgemäße Verwendung des im
Rahmen dieser Erfindung vorgestellten und beanspruchten Dosierpinsels ab. Dieser Dosierpinsel
vermag in seinem extra zu diesem Zwecke bereitgestellten Tropfenraum im Wesentlichen
die Menge des Mittels zu speichern, die am Applikationsort auch wirklich benötigt
wird. Die im Tropfenraum gespeicherte Menge kann kontrolliert wieder abgegeben werden.
Das gilt insbesondere dann, wenn die den Tropfenraum umgrenzenden Borsten die Borsten
sind, die in Längsrichtung gesehen am Weitesten nach außen hervorstehen und daher
die anderen Borsten des Borstenfeldes überragen.
[0048] Die erfindungsgemäße Verwendung erfolgt vorzugsweise zur Applikation von Mitteln,
die eine dünnflüssige Konsistenz aufweisen, wie sie weiter unten näher spezifiziert
ist.
[0049] Dementsprechend ist auch ein Auftragssystem bestehend aus einem Pinsel nach einem
der vorhergehenden Ansprüche und einem zu applizierenden Mittel, vorzugsweise in Gestalt
eines Wimpernwachstumsserums, dessen Oberflächenspannung OBFS geringer als die von
reinem Wasser ist, Gegenstand der Erfindung, wobei die Zahl und/oder Anordnung der
Borsten relativ zueinander und/oder die Borstenlänge einerseits und die das Fließ-
bzw. Tropfverhalten des Mittels bestimmenden Parameter andererseits so aufeinander
abgestimmt sind, dass der Borstenbesatz eine vorherbestimmte Menge des Mittels - vorzugsweise
überwiegend oder im Wesentlichen - in seinem Tropfenraum gespeichert halten und bei
Kontakt mit der zu behandelnden Hautpartie wieder abgeben kann.
[0050] Vorzugsweise weist der Pinsel 6 bis 12 Begrenzungsborsten auf, die den Tropfenraum
umgrenzen und dadurch definieren.
[0051] Idealerweise weisen die Begrenzungsborsten eine Borstenlänge LB auf, für die gilt
2,75 mm ≤ LB ≤ 5,5 mm.
[0052] Es hat sich als bevorzugenswert erwiesen, dass die Borsten, idealerweise zumindest
die Begrenzungsborsten, im Fußbereich (unmittelbar oberhalb des Beginns der Verrundung,
mit der sie in den Borstenträger übergehen) einen Borstenfußdurchmesser DF aufweisen,
für den gilt DF ≤ 0,06 mm, bzw. idealerweise DF ≤ 0,04 mm.
[0053] Vorzugsweise ist der Borstenbesatz insgesamt rund oder im Wesentlichen rund und umfasst
dabei insgesamt zwischen 30 und 90 Borsten, besser noch zwischen 50 und 70 Borsten.
[0054] Vorzugsweise weist das zu applizierende Mittel bei 20° C eine Oberflächenspannung
OBFS auf, die im Bereich 15 mN/m ≤ OBFS ≤ 60 mN/m und idealerweise im Bereich 20 mN/m
≤ OBFS ≤ 40 mN/m liegt - gemessen mit dem sog. "Kapillareffekt" bzw. einem der marktüblichen,
nach dieser Methode arbeitenden Oberflächenspannungsmessgeräte.
[0055] Vorzugsweise weist das zu applizierende Mittel ein spezifisches Gewicht von 0,6 bis
1,5 g/ml auf, idealerweise sogar nur ein spezifisches Gewicht von 0,6 bis 0,9 g/ml,
jeweils gemessen bei 20° C.
[0056] Vorzugsweise weist das zu applizierende Mittel bei 20° C eine Viskosität zwischen
etwa 1 mPas bis etwa 100 mPas auf (im Einzelfall bis 150 mPas, nicht bevorzugt), idealerweise
zwischen etwa 1 mPas und etwa 50 mPas, jeweils gemessen mit einem der fachüblichen
Viskosimeter, vorzugsweise einem Englerviskosimeter. Somit ist das zu applizierende
Mittel dünnflüssig.
[0057] Weitere Ausgestaltungsmöglichkeiten, Vorteile und Wirkungsweisen der Erfindung ergeben
sich aus der nachfolgenden Beschreibung dreier Ausführungsbeispiele anhand der figürlichen
Darstellung.
[0058] Es zeigen:
- Figur 1:
- ein erstes Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel
in Seitenansicht;
- Figur 2:
- ein erstes Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel
im Längsschnitt;
- Figur 3:
- ein erstes Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel
in perspektivischer Ansicht;
- Figur 4:
- ein erstes Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel
in Frontalansicht;
- Figur 5:
- das Modell einer einzelnen Borste, das denjenigen Borsten entspricht, mit denen der
Applikator für den erfindungsgemäßen Pinsel besetzt ist;
- Figur 6:
- ein erstes Ausführungsbeispiel des Applikators für den erfindungsgemäßen Pinsel in
vergrößerter Frontalansicht;
- Figur 7:
- ein zweites Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel
in Seitenansicht;
- Figur 8:
- ein zweites Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel
im Längsschnitt;
- Figur 9:
- ein zweites Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel
in perspektivischer Ansicht;
- Figur 10:
- ein zweites Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel
in Frontalansicht;
- Figur 11:
- ein zweites Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel
in vergrößerter Frontalansicht;
- Figur 12:
- ein drittes Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel
in Seitenansicht;
- Figur 13:
- ein drittes Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel
im Längsschnitt;
- Figur 14:
- ein drittes Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel
in perspektivischer Ansicht;
- Figur 15:
- ein drittes Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel
in Frontalansicht;
- Figur 16:
- ein drittes Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel
in vergrößerter Frontalansicht;
- Figur 17:
- ein viertes, unabhängig von den anderen Ausführungsbeispielen als geschützt beanspruchtes
Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel im Mittelschnitt;
- Figur 18:
- das vierte Ausführungsbeispiel des Applikators gemäß Fig. 17 in perspektivischer Ansicht;
- Figur 19:
- ein viertes Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel
in vergrößerter Frontalansicht;
- Figur 20:
- ein fünftes, unabhängig von den ersten drei Ausführungsbeispielen als geschützt beanspruchtes
Ausführungsbeispiel für einen erfindungsgemäßen Pinsel in Seitenansicht;
- Figur 21:
- das fünfte Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Applikators in perspektivischer
Ansicht von vorne;
- Figur 22:
- ein fünftes Ausführungsbeispiel des Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel
in vergrößerter Frontalansicht.
[0059] Die Fig. 1 bis 6 zeigen ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung.
[0060] Der anhand dieses Ausführungsbeispiels näher zu erläuternde Pinsel besteht aus einem
hier nicht gezeigten Griff und einem in diesem Griff oder Stiel befestigbaren Borstenträger
1.
[0061] Die eben dargestellten Figuren zeigen jeweils stark vergrößerte Ansichten, in etwa
im Maßstab 7,5 : 1. Die erfindungsgemäßen Pinsel sind sehr zierlich und weisen bevorzugt
Kopfdurchmesser KD im Bereich zwischen 2,5 mm und 6 mm auf, bei den figürlich gezeigten
Ausführungsbeispielen sind es 4 mm.
[0062] Der Borstenträger 1 besitzt eine Längsachse L, die im Regelfall mit der Längsachse
des nicht gezeigten Stiels zusammenfällt. Der Borstenträger 1 ist mit einer Borstenträgerbasisfläche
2 versehen, die im Wesentlichen senkrecht zur Längsachse L verläuft. An die Borstenträgerbasisfläche
2 sind bei diesem Ausführungsbeispiel einstückig Borsten angespritzt. Diese bilden
ein Borstenfeld, dessen Borsten im Wesentlichen parallel zueinander angeordnet sind
und deren jeweilige Borstenlängsachse BL im Wesentlichen parallel zur Längsachse L
des Borstenträgers bzw. des gesamten Pinsels verläuft.
[0063] Der Borstenträger 1 mit seiner Borstenträgerbasisfläche 2 ist bei diesem Ausführungsbeispiel
in einem einzigen Arbeitsgang ("single shot") mit den Borsten spritzgegossen worden,
weshalb alle genannten Komponenten hier aus dem gleichen Kunststoff bestehen. Dies
ist unter hygienischen Gesichtspunkten ideal, weil sich anders als bei Verwendung
einer "Borstenpuppe" oder eingesteckten Borstenbüscheln keine Spalte bilden kann,
in der ein Teil der aufzutragenden Flüssigkeit zurückbleibt.
[0064] Bei den Borsten des Borstenfeldes handelt es sich um hochelastische Borsten. Das
distale Ende dieser Borsten lässt sich unter dem Einfluss der bei bestimmungsgemäßer
Applikation auftretenden Kräfte um die Länge ΔL von mindestens 1,25 mm, besser sogar
noch um mindestens 2 mm und idealerweise um mindestens 2,75 mm orthogonal aus derjenigen
Position ablenken, die die Mittellinie der jeweiligen Borste im unbelasteten Zustand
einnimmt, vgl. Fig. 5.
[0065] Die Borsten weisen jeweils eine kegelige Mantelfläche auf, die unter einem Winkel
β von circa 1° zur Borstenlängsachse geneigt verläuft, siehe Figur 5.
[0066] Weiterhin ist bemerkenswert, dass die Borsten des Borstenbesatzes alle einen definierten
Abstand voneinander einhalten, d. h. die einzelnen Borsten kommen im unbelasteten
Zustand nicht mit den jeweiligen Nachbarborsten in Kontakt.
[0067] Wie man am besten anhand der Figur 6 sieht, ist der Borstenbesatz in einen äußeren
Besatzbereich 3 und einen inneren Besatzbereich 4 unterteilt (in Fig. 6 ist jeweils
nur eine einzige Borste einer kreisringförmig angeordneten Borstenreihe stellvertretend
für die anderen gleichartigen Borsten mit einer Bezugsziffer gekennzeichnet und die
gedachte Grenzlinie GR zwischen dem äußeren Besatzbereich 3 und dem inneren Besatzbereich
4 ist als schwarze Volllinie veranschaulicht) .
[0068] Im äußeren Besatzbereich 3 ist die Borstendichte, d. h. die Anzahl der Borsten pro
Fläche, im Durchschnitt höher als die Borstendichte BDI in dem vom äußeren Besatzbereich
3 umschlossenen inneren Besatzbereich 4. Es gilt in Abhängigkeit von der im Einzelfall
aufzutragenden Flüssigkeit BDA/BDI ≥ 1,3 und vorzugsweise BDA/BDI ≥ 1,5. Für bestimmte
Fälle ist BDA/BDI ≥ 3 ideal.
[0069] Bei diesem konkreten Ausführungsbeispiel, das die Fig. 1 bis 6 zeigen, liegt BDA/BDI
knapp oberhalb 1,3.
[0070] Zugleich sind die Borsten des äußeren Besatzbereichs 3 im Durchschnitt (d. h. gemittelt
über die Zahl der zum jeweiligen Bereich gehörenden Borsten) feiner. Die Borsten des
äußeren Besatzbereichs 3 besitzen nämlich alle oder zumindest im Durchschnitt einen
mindestens 25 % kleineren Borstendurchmesser als die Borsten des inneren Besatzbereichs
4.
[0071] Dieses Ausführungsbeispiel ist eine bevorzugte Ausführungsform, bei der der äußere
Besatzbereich 3 mindestens zwei jeweils entlang einer Kreislinie aufgestellte Borstenreihen
umfasst, die jeweils als Sperrreihe 8 und Sperrreihe 9 ausgeführt sind, welche zusammenwirken.
[0072] Diese beiden Sperrreihen 8 und 9 sind nämlich so aufgestellt, dass die Borsten der
einen Sperrreihe in radial auswärtiger Richtung gesehen die Zwischenräume zwischen
den Borsten der anderen Sperrreihe abdecken, wodurch ein ringförmiger, lokal besonders
dichter Borstenbesatz entsteht. Der Borstenbesatz des äußeren Besatzbereichs 3 ist
damit so ausgelegt, dass er die von dem Borstenbesatz insgesamt aufgenommene Flüssigkeit
eingrenzt, ihr Halt bietet und sie zum Zentrum 7 des Borstenbesatzes hinlenkt.
[0073] Der innere Besatzbereich 4 besteht bei diesem Ausführungsbeispiel aus einem Borstenfeld,
das verglichen mit dem äußeren Besatzbereich 3 eine geringere mittlere Borstendichte
pro Flächeneinheit aufweist.
[0074] Dabei verwirklicht dieses Ausführungsbeispiel jene bevorzugte Ausführungsform, bei
der der Zentralbereich 7 eine borstenfreie Grundfläche aufweist. Diese borstenfreie
Grundfläche entspricht hier etwas mehr als dem 4,5-fachen der Querschnittsfläche im
oben definierten Fußbereich einer der Begrenzungsborsten 10.
[0075] Wie man gut anhand der Figur 6 sieht, verwirklicht dieses Ausführungsbeispiel diejenige
bevorzugte Ausführungsform, bei der innerhalb des inneren Besatzbereichs 4 eine Anzahl
von längs einer Kreisringfläche aufgestellten Begrenzungsborsten 10 vorhanden ist,
die eine borstenfreie Fläche im Zentrum des Borstenbesatzes umgrenzen und dadurch
einen sogenannten Tropfenraum 11 bilden, der. in Fig. 6 durch die gedachte, zentrumsnahe
schwarze Volllinie veranschaulicht wird.
[0076] Dieser Tropfenraum 11 definiert die Mittelachse des sich bei beladenem und abgetropftem
Borstenbesatz bestimmungsgemäß bildenden Tropfens und damit auch den schwersten Bereich
des Tropfens.
[0077] Die Begrenzungsborsten 10 sind hier diejenigen Borsten des Borstenbesatzes, die in
ihrem Fußbereich den größten Borstendurchmesser aufweisen. Die Begrenzungsborsten
10 sind zugleich die Borsten des Borstenbesatzes, deren Länge am größten ist, und
die Borsten, die mit ihrem distalen Ende alle anderen Borsten des Borstenbesatzes
nach außen überragen, vgl. insbesondere Figur 2.
[0078] Die Begrenzungsborsten sind trotz ihres großen Borstendurchmessers in sehr geringem
Abstand voneinander angeordnet. So beträgt der Fußabstand zweier unmittelbar benachbart
aufgestellter Begrenzungsborsten weniger als die Hälfte des Borstenfußdurchmessers
der Begrenzungsborsten. Maßgeblich ist der Fußbereich, der noch von der Verrundung,
mit der die Borste in die Borstenträgerbasisfläche übergeht, unbeeinflusst ist.
[0079] Wie man am besten anhand der Figur 4 sieht, ist das Borstenfeld, das hier den inneren
Borstenbesatzbereich bildet, insgesamt aus Borsten zusammengestellt, deren Borstenfußdurchmesser
in radialer Richtung von innen nach außen abnimmt.
[0080] Die innerste Borstenreihe des inneren Besatzbereichs 4 bildet eine Reihe aus den
besagten Begrenzungsborsten 10. In radialer Richtung nach außen gesehen schließt sich
hieran eine Reihe mittlerer Borsten 12 an, deren Fußdurchmesser vorzugsweise um mehr
als 15 % und idealerweise um mehr als 20 % kleiner ist als der der Begrenzungsborsten
10. Vorzugsweise weisen die Borsten dieser Borstenreihe in etwa den gleichen Borstenabstand
voneinander auf wie die Begrenzungsborsten (bis + 15 % größerer Abstand). An diese
Borstenreihe 12 schließt sich wiederum, in radialer Richtung auswärtig, eine Reihe
äußerer Borsten 13 an, die die Grenze des inneren Borstenbereichs 4 gegenüber dem
äußeren Borstenbereich 3 bildet. Diese Reihe aus äußeren Borsten 13 besteht vorzugsweise
jeweils aus Borsten, deren Fußdurchmesser um mehr als 30 % und idealerweise mehr als
40 % kleiner ist als der Fußdurchmesser der Begrenzungsborsten 10.
[0081] Wie man gut anhand der Figur 2 erkennt, besitzt der Borstenträger eine konvex gekrümmte
Borstenbasisfläche 2, an der die Borsten befestigt sind und aus der die Borsten aufragen.
Diese Borstenbasisfläche ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel als Kugelkalotte
gestaltet, deren tiefster Punkt T mit der Pinsellängsachse zusammenfällt, wenn der
Pinsel so gehalten wird, dass der Borstenbesatz vertikal nach unten zeigt.
[0082] Bemerkenswert ist noch, dass alle Borsten des Borstenbesatzes in kreisringförmigen
Reihen konzentrisch um das Zentrum des Borstenbesatzes aufgestellt sind.
[0083] Die Fig. 7 bis 11 zeigen ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung. Bis auf die
nachfolgend genannten Abweichungen entspricht es dem erstgenannten Ausführungsbeispiel,
so dass das dort Gesagte identisch auch für dieses zweite Ausführungsbeispiel gilt
(vgl. insbesondere auch die in den maßgeblichen Punkten praktisch identischen Seitenansichten
der Ausführungsbeispiele).
[0084] Bei diesem Ausführungsbeispiel weist die Borstenträgerbasisfläche 2 einen unbesetzten
Rand auf, der nicht zum äußeren Besatzbereich 3 hinzuzurechnen ist, vgl. Fig. 10.
[0085] Der äußere Besatzbereich 3 ist hier weniger dicht besetzt ausgeführt und besteht
bei diesem Ausführungsbeispiel lediglich aus den Sperrreihen 8 und 9.
[0086] Der innere Besatzbereich 4 ist ebenfalls deutlich weniger dicht besetzt ausgeführt.
Er umfasst eine Reihe Begrenzungsborsten 10.
[0087] An deren Außenseite schließt sich eine ausgedünnte Reihe von Hilfsborsten 14 an.
Deren Borstendurchmesser ist vorzugsweise um mehr als 15 % und idealerweise um mehr
als 20 % kleiner als der der Begrenzungsborsten 10. Der Borstenabstand zweier voneinander
beabstandeter Hilfsborsten 14 beträgt vorzugsweise mehr als das Dreifache des Hilfsborstenfußdurchmessers.
[0088] Im Anschluss an die Hilfsborsten geht der Borstenbesatz in den äußeren Besatzbereich
über. Der Borstenfußdurchmesser der Borsten 8 und 9 des äußeren Besatzbereichs ist
vorzugsweise kleiner als die Borstendurchmesser der Borsten des inneren Besatzbereichs.
[0089] Bemerkenswert ist noch, dass die Begrenzungsborsten 10 hier weiter voneinander beabstandet
sind als bei dem vorherigen Ausführungsbeispiel.
[0090] Bei diesem konkreten Ausführungsbeispiel, das die Fig. 7 bis 11 zeigen, liegt BDA/BDI
knapp oberhalb des Wertes 4.
[0091] Die Fig. 12 bis 16 zeigen ein drittes Ausführungsbeispiel der Erfindung, das sich
konzeptionell wesentlich stärker an das erste als an das zweite Ausführungsbeispiel
anlehnt. Bis auf die nachfolgend genannten Abweichungen entspricht es dem erstgenannten
Ausführungsbeispiel, so dass das dort Gesagte identisch auch für dieses dritte Ausführungsbeispiel
gilt, vgl. insbesondere auch die in den maßgeblichen Punkten praktisch identischen
Seitenansichten der Ausführungsbeispiele.
[0092] Die innerste Borstenreihe des inneren Besatzbereichs 4 bildet wiederum eine Reihe
aus den besagten Begrenzungsborsten 10, die einen Tropfenraum 11, der durch die gedachte
schwarze Volllinie veranschaulicht ist, umschließen. In radialer Richtung außen schließt
sich hieran eine Reihe mittlerer Borsten 12 an, deren mittlerer Durchmesser vorzugsweise
unwesentlich (bis etwa 15 %) kleiner ist als der der Begrenzungsborsten 10. Auch der
Borstenabstand zweier unmittelbar benachbarter mittlerer Borsten entspricht vorzugsweise
in etwa dem der Begrenzungsborsten (bis etwa + 15 %). An diese Borstenreihe 12 schließt
sich wiederum, in radialer Richtung auswärtig, eine Reihe äußerer Borsten 13 an, die
die Grenze des inneren Borstenbereichs 4 gegenüber dem äußeren Borstenbereich 3 bildet
und deren Durchmesser vorzugsweise ca. 50 % (± 10 %) kleiner ist als die Durchmesser
der Begrenzungsborsten 10. Unmittelbar benachbarte Borsten dieser Borstenreihe weisen
vorzugsweise einen Borstenabstand auf, der mindestens gleich dem doppelten Borstenfußdurchmesser
dieser Borsten ist.
[0093] Bei diesem konkreten Ausführungsbeispiel, das die Fig. 12 bis 16 zeigen, liegt BDA/BDI
knapp oberhalb des Wertes 1,5.
[0094] Mit den erfindungsgemäßen Pinseln lässt sich eine ganze Reihe von Ausführungsmöglichkeiten
realisieren.
[0095] So können damit sowohl Mehrwegverpackungen als auch hygienisch vorteilhafte Einwegverpackungen
bestückt werden (z.B. vergleichbar mit marktüblichem flüssigen Eyeliner). Die erfindungsgemäßen
Applikatoren können als lose Applikatoren ausgeführt werden, deren Beladung durch
Auftropfen bzw. Einspritzen (durch eine innengespeiste zentrale Austrittsöffnung in
der Borstenträgerbasisfläche) aus einer Dosierflasche, Eintauchen in eine Vorratsflasche
oder durch Aufnehmen von einem separatem Träger erfolgt, auf den zuvor aufgetropft
wurde.
[0096] Im Einwegbereich kann vorteilhafterweise eine Single-Dose-Verpackung realisiert werden,
die einen Applikator sowie die Flüssigkeit für eine Anwendung enthält.
[0097] Der erfindungsgemäße Pinsel ist insbesondere bei pharmazeutischen Flüssigkeiten von
großem Vorteil, da hier eine genaue Dosierbarkeit (im Bereich +/- 0,01 ml) gegeben
sein muss, die sich bei geschickter Auslegung nach Maßgabe der Erfindung auch erreichen
lässt. Die genaue Dosierbarkeit eröffnet neue Anwendungsbereiche in Konkurrenz mit
anderweitigen Dosierungssystemen, die bisher dazu benutzt wurden, um sicherzustellen,
dass keine Verschwendung der teuren Wirk-Flüssigkeit erfolgt - weshalb Pinsel wegen
ihrer ungenutzten/überflüssigen Mengen im Borstenbesatz bislang nicht in Frage kamen.
[0098] Bei Kosmetika ist eine definierte Aufnahme der zur Erzielung des gewünschten Schminkergebnisses
nötigen Menge ebenfalls vorteilhaft.
[0099] Die erfindungsgemäß vorgesehenen spritzgegossenen Borsten zeigen erhebliche Vorteile.
[0100] Da alle wesentlichen Borstenparameter (Länge, Durchmesser, Positionierung, Aufstelldichte)
bei spritzgegossenen Borsten genau justierbar sind, lassen sich Pinsel realisieren,
die eine weitgehend vollständige Abgabe der von ihnen aufgenommenen Flüssigkeit an
Haut, Haare oder Haaransatz ermöglichen (mind. 80 %; vorzugsweise 90 % bis 95 %).
Zudem lässt das Spritzgießen eine weiche Ausführung der Borsten zu, frei von Graten,
Kanten und Spitzen zur Vermeidung von Verletzungen. Letzteres ist bei aus geschnittenem
Filament gefertigten Borsten oft nicht der Fall. Spritzgegossene Borsten erlauben
eine sehr exakte Applikation, es treten keine auf Grund versehentlicher Knickung abstehenden
Pinselhaare auf. Ein einstückig mit der Borstenträgerbasisfläche gespritzter Borstenbesatz
weist keine Hohlräume/Kavitäten auf, die die Ansiedelung von Bakterien etc. begünstigen.
[0101] Zudem haben Pinsel mit spritzgegossenen Borsten den großen Vorteil, dass der benetzte
Bereich insgesamt aus einem einzigen Werkstoff hergestellt werden kann, für den sichergestellt
ist, dass dieser Werkstoff keine Reaktion irgendwelcher Art mit dem Wirkstoff der
zu applizierenden Flüssigkeit eingeht. Insbesondere werden keine Klebstoffe zur Befestigung
der Borsten benötigt, die unter dem Gesichtspunkt des Auftretens unerwünschter Reaktionen
ausgesprochen kritisch sein können.
[0102] Darüber hinaus lassen sich derart gespritzte Borsten wesentlich einfacher steril
herstellen als Pinsel mit einem regulären Besatz aus traditionellen Borsten. Denn
das Kunststoffmaterial als solches wird im Zuge des Spritzgießens so weit erhitzt,
dass es steril ist, so dass im Anschluss an das Spritzgießen nur noch dafür gesorgt
werden muss, dass nicht von außen erneut Verschmutzungen aufgebracht werden (Reinraumtechnik).
[0103] Zudem erlaubt es das Spritzgießen, weitere vorteilhafte Eigenschaften der Borsten
einzustellen. So lassen sich sehr einfach antibakterielle Additive hinzufügen (z.
B. Silberionen), die die Borsten per se in weitem Umfang bakterienresistent machen.
[0104] Zudem lassen sich hydrophile oder hydrophobe Eigenschaften der Borsten generieren,
durch Additive und/oder die Fertigung mit entsprechend behandelten Werkzeugoberflächen,
die sich in den von ihnen geformten Kunststoffoberflächen abbilden und den benötigten
Effekt bewirken.
[0105] Runde Pinsel sind bevorzugt, es lassen sich erfindungsgemäß aber beispielsweise auch
ovale Pinsel herstellen.
[0106] Zum Abschluss lässt sich die bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung nochmals schlagwortartig
verkürzt wie folgt zusammenfassen:
Eine geringe Zahl von Borsten im Kern ist umgeben von einem Ring aus einer Mehrzahl
an Borsten, die nach außen hin feiner werden können, ggf. ist der Kern oder der engste
Kernbereich borstenfrei.
[0107] Das Raumvolumen, das von dem äußeren Besatzbereich eingegrenzt wird, entspricht der
aufzutragenden Dosis. Die aufzutragende Flüssigkeit bildet aufgrund ihrer Oberflächenspannung
einen Tropfen in der Mitte des Applikators, der von den umgebenden Borsten gehalten
wird.
[0108] Bei Kontakt des Pinsels bzw. des darin befindlichen Tropfens mit der Haut / den Haaren
/ dem Haaransatz löst sich der Tropfen vollständig aus dem Pinsel durch Bewegung der
Borsten und evtl. leichtes Aufspreizen derselben.
[0109] Mit der Außenseite des Applikators kann die Flüssigkeit dann, falls erforderlich,
noch weiter verteilt und in die zu behandelnde Fläche eingearbeitet werden.
[0110] Der Ordnung halber ist anzumerken, dass die obigen Schilderungen Vorschriften für
den sog. "dosierungsrelevanten Teil des Borstenbesatzes" machen, d. h. für den Teil
des insgesamt vorhandenen Borstenbesatzes, der über die Größe des jeweils auf die
zu behandelnde Fläche aufgebrachten Tropfens entscheidet. Darüber hinaus können im
für die Dosierung im Wesentlichen irrelevanten Randbereich des Borstenbesatzes durchaus
auch zusätzliche weitere Borsten vorhanden sein, die den bisher für die Borsten aufgestellten
Anforderungen nicht genügen, beispielsweise weil diese Borsten seitlich abstehen,
quer zur Borstenlängsachse der dosierungsrelevanten und damit erfindungsrelevanten
Borsten.
[0111] Im Rahmen dieser Anmeldung wird zusätzlich und unabhängig auch Schutz für einen Pinsel
beansprucht, der durch die folgenden Merkmale beschrieben und ebenfalls durch die
Figuren gezeigt wird, ohne zwingende Rückbeziehung auf andere Ansprüche:
Pinsel zum dosierten Auftragen mit spritzgegossenen Borsten, die einstückig bzw. formschlüssig
an eine Borstenträgerbasisfläche angespritzt sind, wobei der Besatz Begrenzungsborsten
10 aufweist, die im Zentrum 7 des Besatzes unmittelbar ein im Wesentlichen borstenfreies
Raumvolumen umgrenzen und von dem restlichen Borstenbesatz abgrenzen. Dabei bildet
das Raumvolumen vorzugsweise einen Tropfenraum 11, in dem sich eine Dosis der zu applizierenden
Flüssigkeit ansammeln kann, die so groß ist, dass sie die vorzugsweise ad hoc erfolgende
Abgabe des überwiegenden Teils der zu applizierenden Flüssigkeit in Gestalt eines
Tropfens auslöst, wenn die zu behandelnde Fläche berührt wird.
[0112] Selbstverständlich kann ein solcher Pinsel weitere Merkmale aufweisen, wie sie in
den Ansprüchen dieser Anmeldung wiedergegeben sind oder in der obenstehenden Beschreibung
erörtert werden.
[0113] Ein solches, alternativ beanspruchtes viertes Ausführungsbeispiel zeigen die Figuren
17 bis 19.
[0114] Für den Borstenbesatz dieses Ausführungsbeispiels gilt alles bereits zuvor für die
anderen Ausführungsbeispiele Gesagte mit dem Unterschied, dass hier nicht zwingend
zwischen einem äußeren Besatzbereich, unterschieden wird, in dem die Borstendichte
höher ist als in dem von dem äußeren Besatzbereich umschlossenen inneren Besatzbereich,
und einem inneren Besatzbereich. Dieses Ausführungsbeispiel entspricht jedoch insoweit
den vorherigen, als auch hier bei genauerem Hinsehen ein äußerer Besatzbereich 3 vorhanden
ist, dessen Borsten feiner sind als die Borsten des inneren Besatzbereichs 4.
[0115] Dies deshalb, weil die innenstehenden Borsten einen etwas größeren Durchmesser haben
als die radial auswärtigen Borsten, vgl. Fig. 19.
[0116] Entscheidend ist hier, dass ein Zentralbereich vorhanden ist, der völlig borstenfrei
ist. Dieser Zentralbereich wird durch sechs vorzugsweise entlang einer Kreislinie
aufgestellte Begrenzungsborsten 10 vom übrigen Borstenfeld abgegrenzt, vgl. Fig. 19.
Auf diese Art und Weise ergibt sich im Zentrum dieses Borstenbesatzes auch hier ein
Tropfenraum 11, mit dessen Hilfe eine definierte Menge des aufzutragenden Mittels
gespeichert werden kann. Die den Tropfenraum 11 abgrenzenden Begrenzungsborsten 10
sind dabei die längsten Borsten des Borstenfeldes, so dass die Abgabe des gespeicherten
Mittels ausgelöst werden kann, indem die über den Rest des Borstenbesatzes herausstehenden
Begrenzungsborsten mit der zu applizierenden Fläche in Kontakt gebracht und dabei
bewegt werden. Explizit ist nochmals darauf hinzuweisen, dass alle oben für die anderen
Ausführungsbeispiele genannten Parameter, die für die Größe des Tropfenraums bestimmend
sind, auch für dieses Ausführungsbeispiel gelten.
[0117] Wie man am besten anhand der Figur 17 sieht, kann ein Pinsel im Sinne dieses Ausführungsbeispiels
auch die Besonderheit aufweisen, dass er mehrkomponentig gespritzt ist. Zu diesem
Zweck wird ein Träger, der aus verschiedenen zylindrischen bzw. kegligen Abschnitten
besteht, gespritzt. An diesen wird am distalen, d.h. dem Handgriff abgewandten, Ende
ein zylindrischer bzw. kegliger Abschnitt angespritzt, der als Borstenträger 1 dient,
von dem die Borsten aus abstehen, vorzugsweise in Richtung parallel zur Längsachse.
[0118] Die Figuren 20 bis 22 zeigen ein fünftes Ausführungsbeispiel, das im Wesentlichen
dem vorgenannten vierten Ausführungsbeispiel entspricht, mit dem einzigen Unterschied,
dass der Pinsel bei diesem Ausführungsbeispiel vorzugsweise einkomponentig gespritzt
ist und der Bereich des Pinsels jenseits des eigentlichen Borstenträgerabschnitts
etwas anders gestaltet ist. Der Borstenbesatz entspricht aber dem des vierten Ausführungsbeispiels,
daher gilt das dort Gesagte hier ebenfalls.
[0119] Abschließend wird festgehalten, dass nicht zuletzt auch Schutz für einen solchen
Pinsel beansprucht wird, der die Merkmale des ersten Anspruchs aufweist und zusätzliche
weitere Merkmale, wie sie in mehreren, voneinander unabhängigen Stufen nachfolgend
beschrieben werden. Der wie vorstehend beanspruchte Pinsel zeichnet sich also dadurch
aus,
- dass die Borsten des Borstenbesatzes (3, 4), die den größten Borstenfußdurchmesser
aufweisen, zu den Begrenzungsborsten (10) gehören,
- und/oder dass der Borstenträger eine konvexe, vorzugsweise im Wesentlichen einer Kalotte
bzw. Kugelkalotte entsprechende Borstenträgerbasisfläche (2) besitzt, an der die Borsten
befestigt sind und aus der die Borsten aufragen,
- und/oder dass die Mantelfläche der einzelnen Borsten kegelig ausgebildet ist, vorzugsweise
mit einem Kegelwinkel ß von 0,5° bis 3° gegenüber der Borstenlängsachse.
Bezugszeichen:
[0120]
- 1
- Borstenträger
- 2
- Borstenträgerbasisfläche
- 3
- äußerer Besatzbereich
- 4
- innerer Besatzbereich
- 7
- Zentrum des Borstenbesatzes
- 8
- Sperrreihe
- 9
- Sperrreihe
- 10
- Begrenzungsborsten
- 11
- Tropfenraum
- 12
- mittlere Borsten
- 13
- äußere Borsten
- 14
- Hilfsborsten
- L
- Längsachse
- KD
- Kopfdurchmesser des Pinsels
- BL
- Borstenlängsachse
- GR
- Grenzlinie zu dem äußeren und dem inneren Besatzbereich
- LB
- Borstenlänge
- BDA
- Borstendichte im äußeren Besatzbereich BDI Borstendichte im inneren Besatzbereich
- T
- tiefster Punkt der Borstenträgerbasisfläche Kegelmantel-Winkel Schrägung der Borstenmantelfläche
1. Pinsel zum dosierten Auftragen einer kosmetischen oder pharmazeutischen Flüssigkeit
mit einem Besatz aus einer Anzahl von zumindest im Wesentlichen parallel zueinander
und zur Borstenträgerlängsachse L verlaufend angeordneten Borsten, die um ein Besatzzentrum
(7) herum gruppiert sind, wobei die Borsten an einen Borstenträger (1) angespritzt
sind, wobei der Besatz einen das Besatzzentrum in Umfangsrichtung umschließenden äußeren
Besatzbereich aufweist, in dem die Borstendichte höher ist als in dem von dem äußeren
Besatzbereich (3) umschlossenen inneren Besatzbereich (4) und/oder dessen Borsten
feiner sind als die Borsten des inneren Besatzbereichs (4), wobei der innere Besatzbereich
Begrenzungsborsten (10) aufweist, die im Zentrum (7) des Besatzes ein im Wesentlichen
borstenfreies Raumvolumen umgrenzen, das einen Tropfenraum (11) bildet, in dem sich
eine Dosis der zu applizierenden Flüssigkeit ansammeln kann, die so groß ist, dass
sie die schlagartige Abgabe des überwiegenden Teils der zu applizierenden Flüssigkeit
in Gestalt eines Tropfens auslöst, wenn die zu behandelnde Fläche berührt wird , dabei
ragen die Begrenzungsborsten (10) über die distalen Enden aller anderen Borsten des
Borstenbesatzes (3) hinaus.
2. Pinsel zum dosierten Auftragen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der innere Besatzbereich (4) einen Zentralbereich umfasst, der völlig borstenfrei
ist.
3. Pinsel zum dosierten Auftragen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Volumen des Tropfenraumes (11) in Abhängigkeit von der Borstenlänge, der Dichte
der umgebenden Borsten, dem Tropfverhalten und der Oberflächenspannung der zu applizierenden
Flüssigkeit so klein gewählt ist, dass der Tropfen mindestens 5 Sekunden, besser 10
Sekunden und noch besser mindestens 150 Sekunden gehalten werden kann, bevor er von
selbst im Wesentlichen als Ganzer abtropft.
4. Pinsel zum dosierten Auftragen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Tropfenraum (11) eine borstenfreie Grundfläche aufweist, die mindestens dem 3,5-fachen
und idealerweise mindestens dem 5,5-fachen der im Fußbereich anzutreffenden Querschnittsfläche
einer der Begrenzungsborsten (10) entspricht, wobei die borstenfreie Grundfläche vorzugsweise
im Wesentlichen rotationssymmetrisch ist.
5. Pinsel zum dosierten Auftragen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Tropfenraum (11) eine borstenfreie Grundfläche aufweist, die maximal dem 15-fachen
und besser noch maximal dem 12,5-fachen der Querschnittsfläche einer der Begrenzungsborsten
entspricht und im Einzelfall sogar nur dem 10-fachen der Querschnittsfläche einer
der Begrenzungsborsten.
6. Pinsel zum dosierten Auftragen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die distalen Enden der Borsten des inneren Bereichs (4) über die distalen Enden der
Borsten des äußeren Bereichs (3) hinausragen.
7. Pinsel zum dosierten Auftragen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das distale Ende des Borstenbesatzes (3, 4) als Ganzes kegelartig zugespitzt ausgestaltet
ist, vorzugsweise so, dass die gedachte Fläche, die die distalen Borstenenden überspannt,
im Wesentlichen ein Kegelmantel mit einem Spitzenwinkel α ist, für den gilt: 35°≤
α ≤ 55°.
8. Pinsel zum dosierten Auftragen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Begrenzungsborsten (10) einreihig aufgestellt sind und die Reihe aus den Begrenzungsborsten
auf ihrer dem Tropfenraum (11) abgewandten Seite von mindestens einer weiteren Borstenreihe
(12) umgeben ist, deren Borsten voneinander durch einen größeren Borstenabstand getrennt
sind als den maximalen Abstand Abmax der Begrenzungsborsten.
9. Pinsel zum dosierten Auftragen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Borsten im Fußbereich unmittelbar oberhalb des Beginns der Verrundung, mit der
sie in den Borstenträger übergehen einen Borstenfußdurchmesser DF aufweisen, für den
gilt DF ≤ 0,06 mm, bzw. idealerweise DF ≤ 0,04 mm.
10. Pinsel zum dosierten Auftragen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Begrenzungsborsten eine Borstenlänge LB aufweisen, für die gilt: 2,75 mm ≤ LB
≤ 5,5 mm.
11. Auftragssystem bestehend aus einem Pinsel nach einem der vorhergehenden Ansprüche
und einem zu applizierenden Mittel, vorzugsweise in Gestalt eines Wimpernwachstumsserums,
dessen Oberflächenspannung geringer als die von reinem Wasser ist, wobei die Anordnung
der Borsten relativ zueinander und/oder die Borstenlänge einerseits und die das Fließ-
bzw. Tropfverhalten des Mittels bestimmenden Parameter andererseits so aufeinander
abgestimmt sind, dass der Borstenbesatz eine vorherbestimmte Menge des Mittels - vorzugsweise
überwiegend oder im Wesentlichen - in seinem Tropfraum gespeichert halten und bei
Kontakt mit der zu behandelnden Hautpartie wieder abgeben kann, indem das Volumen
des Tropfenraumes (11) in Abhängigkeit von der Borstenlänge, der Dichte der umgebenden
Borsten, dem Tropfverhalten und der Oberflächenspannung der zu applizierenden Flüssigkeit
so klein gewählt ist, dass der Tropfen mindestens 5 Sekunden, besser 10 Sekunden und
noch besser mindestens 150 Sekunden gehalten werden kann, bevor er von selbst im Wesentlichen
als Ganzer abtropft.
12. Verwendung eines Pinsels oder Auftragssystems nach einem der vorhergehenden Ansprüche
zum Auftragen eines dünnflüssigen Kosmetikums auf die menschliche oder tierische Haut,
insbesondere auf die Haut des Augenlids.
1. A brush for the dosed application of a cosmetic or pharmaceutical liquid, comprising
a covering of a number of bristles disposed so as to extend at least substantially
parallel to one another and to the bristle carrier longitudinal axis L, which are
grouped around a covering center (7), wherein the bristles are molded onto a bristle
carrier (1), wherein the covering has an outer covering region, which encloses the
covering center in a circumferential direction and in which the bristle density is
higher than in the inner covering region (4) enclosed by the outer covering region
(3) and/or whose bristles are finer than the bristles of the inner covering region
(4), wherein the inner covering region has limiting bristles (10) delimiting in the
center (7) of the covering a substantially bristle-free volume of space forming a
drop space (11) in which a dose of the liquid to be applied can collect, which is
so large that it triggers the abrupt discharge of the predominant part of the liquid
to be applied in the form of a drop when the surface to be treated is touched; in
this case, the limiting bristles (10) protrude beyond the distal ends of all other
bristles of the bristle covering (3).
2. The brush for dosed application according to claim 1, characterized in that the inner covering region (4) includes a central region that is completely bristle-free.
3. The brush for dosed application according to any one of the preceding claims, characterized in that the volume of the drop space (11), depending on the bristle length, the density of
the surrounding bristles, the drop behavior and the surface tension of the liquid
to be applied, is selected to be so small that the drop can be held for at least 5
seconds, better for 10 seconds, and even better for at least 150 seconds, before it
drips off substantially as a whole by itself.
4. The brush for dosed application according to any one of the preceding claims, characterized in that the drop space (11) has a bristle-free base area which corresponds to at least 3.5
times, and ideally to at least 5.5 times the cross-sectional area to be found in a
base area of one of the limiting bristles (10), wherein the bristle-free base area
is preferably substantially rotationally symmetric.
5. The brush for dosed application according to any one of the preceding claims, characterized in that the drop space (11) has a bristle-free base area which corresponds to 15 times at
most, and better yet to 12.5 times at most of the cross-sectional area of one of the
limiting bristles, and in an individual case even only to 10 times the cross-sectional
area of one of the limiting bristles.
6. The brush for dosed application according to any one of the preceding claims, characterized in that the distal ends of the bristles of the inner region (4) protrude beyond the distal
ends of the bristles of the outer region (3).
7. The brush for dosed application according to any one of the preceding claims, characterized in that the distal end of the bristle covering (3, 4) is configured to be conically tapered
as a whole, preferably such that the imaginary surface that spans across the distal
bristle ends is substantially an envelope of a cone with a point angle α for which
35° ≤ α ≤ 55° applies.
8. The brush for dosed application according to any one of the preceding claims, characterized in that the limiting bristles (10) are set up in a single row and the row of the limiting
bristles is surrounded on its side facing away from the drop space (11) by at least
one further bristle row (12), whose bristles are separated from each other by a larger
bristle spacing than the maximum spacing Abmax of the limiting bristles.
9. The brush for dosed application according to any one of the preceding claims, characterized in that the bristles, in the base area directly above the beginning of the rounded portion
with which they transition into the bristle carrier, have a bristle base diameter
DF for which DF ≤ 0.06 mm, or ideally DF ≤ 0.04 mm, applies.
10. The brush for dosed application according to any one of the preceding claims, characterized in that the limiting bristles have a bristle length LB for which 2.75 mm ≤ LB ≤ 5.5 mm applies.
11. An application system, consisting of a brush according to any one of the preceding
claims and an agent to be applied, preferably in the form of a eyelash growth serum,
whose surface tension is lower than that of pure water, wherein the arrangement of
the bristles relative to one another and/or the bristle length on the one hand and
the parameters determining the flowing or dripping behavior of the agent on the other
hand are adapted to one another in such a way that the bristle covering can keep a
predetermined quantity of the agent - preferably predominantly or substantially -
stored in its drop space and discharge it again upon contact with the skin area to
be treated, due to the volume of the drop space (11), depending on the bristle length,
the density of the surrounding bristles, the drop behavior and the surface tension
of the liquid to be applied, being selected to be so small that the drop can be held
for at least 5 seconds, better for 10 seconds, and even better for at least 150 seconds,
before it drips off substantially as a whole by itself.
12. A use of the brush or application system according to any one of the preceding claims
for applying a highly liquid cosmetic to human or animal skin, in particular to the
skin of the eyelid.
1. Pinceau pour l'application dosée d'un liquide cosmétique ou pharmaceutique, comportant
une garniture d'un certain nombre de poils agencés au moins sensiblement parallèlement
les uns aux autres et à l'axe longitudinal L d'un porte-poils, qui sont regroupés
autour d'un centre de garniture (7),
dans lequel
les poils sont rapportés par injection sur un porte-poils (1),
la garniture présente une zone de garniture extérieure qui enserre le centre de garniture
en direction périphérique et dans laquelle la densité de poils est supérieure à celle
dans la zone de garniture intérieure (4) enserrée par la zone de garniture extérieure
(3), et/ou dont les poils sont plus fins que les poils de la zone de garniture intérieure
(4),
la zone de garniture intérieure comprend des poils de délimitation (10) qui délimitent
au centre (7) de la garniture un volume sensiblement dépourvu de poils qui constitue
un espace goutte (11) dans lequel peut s'accumuler une dose du liquide à appliquer
qui est aussi grande qu'elle déclenche le dégagement brusque de la majeure partie
du liquide à appliquer sous la forme d'une goutte lorsque la surface à traiter est
touchée, les poils de délimitation (10) dépassant au-delà des extrémités distales
de tous les autres poils de la garniture de poils (3).
2. Pinceau pour l'application dosée selon la revendication 1, caractérisé en ce que la zone de garniture intérieure (4) comprend une zone centrale complètement dépourvue
de poils.
3. Pinceau pour l'application dosée selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le volume de l'espace goutte (11) est choisi en fonction de la longueur des poils,
de la densité des poils entourant, du comportement d'égouttage et de la tension superficielle
du liquide à appliquer, et il est choisi si petit que la goutte peut être retenue
pendant au moins 5 secondes, mieux pendant 10 secondes et encore mieux pendant au
moins 150 secondes avant qu'elle ne s'égoutte d'elle-même sensiblement en entier.
4. Pinceau pour l'application dosée selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'espace goutte (11) présente une surface de base dépourvue de poils qui correspond
au moins à 3,5 fois et de façon idéale au moins à 5,5 fois la surface de section transversale
située dans la zone pied de l'un des poils de délimitation (10), la surface de base
dépourvue de poils étant de préférence sensiblement à symétrie de révolution.
5. Pinceau pour l'application dosée selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'espace goutte (11) présente une surface de base dépourvue de poils qui correspond
au maximum à 15 fois et encore mieux au maximum à 12,5 fois la surface de section
transversale de l'un des poils de délimitation et dans le cas individuel même seulement
à 10 fois la surface de section transversale de l'un des poils de délimitation.
6. Pinceau pour l'application dosée selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les extrémités distales des poils de la zone intérieure (4) dépassent au-delà des
extrémités distales des poils de la zone extérieure (3).
7. Pinceau pour l'application dosée selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'extrémité distale de la garniture de poils (3, 4) est réalisée dans son ensemble
en forme de cône pointu, de préférence de telle sorte que la surface imaginaire qui
coiffe les extrémités distales des poils est sensiblement une enveloppe conique d'un
angle de sommet α auquel s'applique : 35° ≤ α ≤ 55°.
8. Pinceau pour l'application dosée selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les poils de délimitation (10) sont dressés en une rangée et la rangée des poils
de délimitation est entourée, sur son côté détourné de l'espace goutte (11), par au
moins une autre rangée de poils (12) dont les poils sont séparés les uns des autres
par un espacement de poil supérieur à l'espacement maximal Abmax des poils de délimitation.
9. Pinceau pour l'application dosée selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que dans la zone de pied directement au-dessus du début de l'arrondi par lequel ils se
transforment en le porte-poils, les poils présentent un diamètre de pied de poils
DF auquel s'applique DF ≤ 0,06 mm, idéalement DF ≤ 0,04 mm.
10. Pinceau pour l'application dosée selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les poils de délimitation présentent une longueur de poils LB à laquelle s'applique
2,75 mm ≤ LB ≤ 5,5 mm.
11. Système d'application constitué par un pinceau selon l'une des revendications précédentes
et par un produit à appliquer, de préférence sous la forme d'un sérum de croissance
de cils, dont la tension superficielle est inférieure à celle de l'eau pure, l'agencement
des poils les uns par rapport aux autres et/ou la longueur de poils d'une part et
les paramètres déterminant le comportement d'écoulement ou d'égouttage du produit
d'autre part étant adaptés les uns aux autres de telle sorte que la garniture de poils
peut retenir une quantité prédéterminée du produit, de préférence majoritairement
ou sensiblement, en la gardant stockée dans son espace goutte et peut la ré-dégager
lors d'un contact avec la partie de peau à traiter, du fait que le volume de l'espace
goutte (11) est choisi en fonction de la longueur des poils, de la densité des poils
entourant, du comportement d'égouttage et de la tension superficielle du liquide à
appliquer, et il est choisi si petit que la goutte peut être retenue pendant au moins
5 secondes, mieux pendant 10 secondes et encore mieux pendant au moins 150 secondes
avant qu'elle ne s'égoutte d'elle-même sensiblement en entier.
12. Utilisation d'un pinceau ou d'un système d'application selon l'une des revendications
précédentes pour appliquer un cosmétique de faible viscosité sur la peau humaine ou
animale, en particulier sur la peau de la paupière.