(19)
(11) EP 2 670 278 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
13.06.2018  Patentblatt  2018/24

(21) Anmeldenummer: 12704014.5

(22) Anmeldetag:  01.02.2012
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A46B 9/06(2006.01)
A46B 9/02(2006.01)
A46B 1/00(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2012/051711
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2012/104357 (09.08.2012 Gazette  2012/32)

(54)

DOSIERPINSEL FÜR GEZIELTE LOKALAPPLIKATION

DOSING BRUSH FOR TARGETED LOCAL APPLICATION

PINCEAU DOSEUR POUR APPLICATION LOCALE CIBLÉE


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 02.02.2011 DE 202011002272 U

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
11.12.2013  Patentblatt  2013/50

(73) Patentinhaber: GEKA GmbH
91572 Bechhofen (DE)

(72) Erfinder:
  • HARTSTOCK, Karl
    91522 Ansbach (DE)
  • THIERER, Gudrun
    91555 Feuchtwangen (DE)
  • WOLFSGRUBER, Dieter
    91595 Burgoberach (DE)
  • ZECH, Christina
    91792 Ellingen (DE)
  • KEMNITZER, Rainer
    90556 Cadolzburg (DE)

(74) Vertreter: Misselhorn, Hein-Martin 
Patent- und Rechtsanwalt Donaustrasse 6
85049 Ingolstadt
85049 Ingolstadt (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
WO-A1-2010/108624
DE-A1- 19 909 435
US-A- 5 276 935
WO-A1-2010/122681
US-A- 4 804 004
US-A1- 2010 077 559
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Pinsel gemäß dem Anspruch 1.

    [0002] Pinsel sind im Stand der Technik in sehr unterschiedlicher Form bekannt. Pinsel zum Auftragen von Flüssigkeiten weisen typischerweise einen Besatz aus insgesamt oder büschelweise sehr dicht nebeneinanderstehenden bzw. unmittelbar aneinander anliegenden Borsten aus den unterschiedlichsten Materialien auf. Aufgrund dessen, dass die Borsten eng nebeneinanderstehen bzw. sich berühren, entfaltet der Borstenbesatz eine erhebliche Kapillarwirkung. Er kann daher eine beachtliche Menge der aufzutragenden Flüssigkeit aufnehmen.

    [0003] Die von dem Borstenbesatz aufgenommene Flüssigkeit wird von ihm wieder abgegeben, indem mit dem Borstenbesatz über die zu behandelnde Fläche gestrichen wird, so dass die mit der Fläche in Kontakt kommenden Abschnitte der Borsten die sie umhüllende Flüssigkeit an die zu behandelnde Fläche abgeben. Aus dem weiter innen liegenden Bereich des Borstenbesatzes fließt Flüssigkeit in den Bereich der Borsten nach, der an der zu behandelnden Fläche abgestreift worden ist. Je länger mit dem Borstenbesatz über die zu behandelnde Fläche gestrichen wird, desto mehr an Flüssigkeit gibt der Borstenbesatz an die zu behandelnde Fläche ab - so lange, bis die Speicherkapazität des Borstenbesatzes erschöpft ist. Dann muss der Benutzer den Borstenbesatz erneut mit der zur Behandlung vorgesehenen Flüssigkeit benetzen, wenn er weitere Flüssigkeit auftragen will.

    [0004] Bei den herkömmlichen Pinseln kann zwar die aufgenommene Flüssigkeitsmenge relativ gut eingestellt werden (insbesondere über die Borstenanzahl, die Borstendicke und die Borstenlänge), jedoch lässt sich konstruktiv nur wenig Einfluss darauf nehmen, wie viel von der aufgenommenen Flüssigkeitsmenge der Pinsel in einer bestimmten Zeiteinheit wieder abgibt. Denn die abgegebene Flüssigkeitsmenge pro Zeiteinheit hängt, wie bereits beschrieben, stark vom Anwender ab, d. h. davon, wie der Anwender den Pinsel führt.

    [0005] Zudem sind die im Stand der Technik sehr eng zusammenstehenden Borsten auch deswegen nachteilhaft, weil sich schon nach kurzer Zeit zwischen ihnen ein Teil der aufzutragenden Flüssigkeit absetzt, der nicht wieder abgegeben wird, was bei Kosmetik- und Pharmaziepinseln zum einen ökonomisch und zum anderen hygienisch problematisch ist.

    [0006] Ein solcher Pinsel mit einem im Wesentlichen gleichmäßigen Besatz aus gleich langen Borsten ist aus der WO2010/122681 bekannt.

    [0007] Das Dokument US 4 804 004 A offenbart hingegen eine Kosmetikbürste, deren überall gleich lange Borsten zwar zum Teil ungleichmäßig verteilt sind, aber wegen der länglichen Gestalt des Borstenfeldes und der Ausrichtung der Borsten senkrecht zur Applikatorlängsachse nicht für ein genau dosiertes Auftragen geeignet sind.

    [0008] Angesichts dessen ist es die Aufgabe der Erfindung, einen Pinsel mit einem Borstenbesatz zu schaffen, mit dessen Hilfe sich die aufzutragende Menge der Flüssigkeit besser dosieren lässt.

    [0009] Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

    [0010] Der erfindungsgemäße Pinsel besitzt einen Besatz aus einer Anzahl von zumindest im Wesentlichen parallel zueinander verlaufend angeordneten Borsten. Von einer im Wesentlichen parallel verlaufenden Anordnung spricht man jedenfalls dann, wenn die Borstenlängsachsen einen Winkel von weniger als 10°, besser von weniger als lediglich 5° einschließen. Idealerweise sind die Borsten sogar bis auf die unvermeidlichen Herstellungstoleranzen vollständig parallel zueinander angeordnet.

    [0011] Vorzugsweise ist der Borstenbesatz des erfindungsgemäßen Pinsels - insgesamt gesehen - vollständig bzw. zumindest im Wesentlichen rund. Das begünstigt das erfindungsgemäße Dosierverhalten entscheidend bzw. ermöglicht es überhaupt erst - in einem Borstenbesatz, der eine rechteckige oder quadratische Grundfläche aufweist, läuft die dosiert aufzutragende Flüssigkeit "breit" und kann dann nicht mehr hinreichend kontrolliert abgegeben werden, so dass die Dosierung meist nicht mehr ansatzweise steuerbar ist.

    [0012] Die vorzugsweise in sich kreisrunden, ggf. in Längsrichtung kegeligen Borsten sind um ein Besatzzentrum herum gruppiert, idealerweise kreisförmig. Am besten ist es, wenn die einzelnen Borsten jeweils Reihen bilden, die die Gestalt eines Kreisrings aufweisen.

    [0013] In Umfangsrichtung benachbarte, idealerweise entlang einer Kreislinie aufgestellte benachbarte Borsten sind in ihrem Fußbereich, oberhalb der Verrundung, mit der sie ggf. in den Borstenträger übergehen, um mindestens 1/5, besser um mindestens 1/4 und im Idealfall um mindestens 1/3 ihres jeweiligen Durchmessers voneinander beabstandet. Idealerweise ist der maximale Abstand zwischen zwei solchermaßen benachbarten Borsten jedoch um mindestens 25 % und besser um mindestens 40 % kleiner als der maximale Borstendurchmesser, den die Borsten in dem besagten Fußbereich aufweisen.

    [0014] Dabei weist der innere Besatzbereich Begrenzungsborsten auf, die im Zentrum des Besatzes ein im Wesentlichen borstenfreies Raumvolumen umgrenzen, das einen Tropfenraum bildet, in dem sich eine Dosis der zu applizierenden Flüssigkeit ansammeln kann, die so groß ist, dass sie die schlagartige Abgabe des überwiegenden Teils der zu applizierenden Flüssigkeit in Gestalt eines Tropfens auslöst, wenn die zu behandelnde Fläche berührt wird, dabei ragen die Begrenzungsborsten über die distalen Enden aller anderen Borsten des Borstenbesatzes hinaus.

    [0015] In radialer Richtung benachbarte, idealerweise entlang benachbarter Kreislinien aufgestellte Borsten sind in ihrem Fußbereich, oberhalb der Verrundung, mit der sie ggf. in den Borstenträger übergehen, um mindestens 1/5, besser um mindestens 1/4 und im Idealfall um mindestens 1/3 ihres jeweiligen Durchmessers voneinander beabstandet. Auch hier gilt, dass der maximale Abstand zwischen zwei solchermaßen benachbarten Borsten idealerweise um mindestens 25 % und besser um mindestens 40 % kleiner ist als der maximale Borstendurchmesser, den die Borsten in dem besagten Fußbereich aufweisen.

    [0016] Die Länge der verwendeten Borsten beträgt vorzugsweise 2 mm bis 10 mm, idealerweise 2 mm bis 5 mm.

    [0017] Die Borsten sind ein- oder zweikomponentig an einen Borstenträger angespritzt, der ein eigenständiges Bauteil oder aber ein integraler Bestandteil eines Griffstücks sein kann. Vorzugsweise sind die Borsten dort einkomponentig angespritzt, werden also zusammen mit dem Borstenträger in einem "Schuss" hergestellt.

    [0018] Der Besatz weist einen den inneren Besatzbereich einschließlich des Besatzzentrums vollständig in Umfangsrichtung umschließenden äußeren Besatzbereich auf. In diesem äußeren Besatzbereich ist die Borstendichte höher als in dem von dem äußeren Besatzbereich umschlossenen inneren Besatzbereich. Unter dem Begriff Borstendichte versteht man die Anzahl der Borsten pro Flächeneinheit.

    [0019] Alternativ oder zusätzlich ist der äußere Besatzbereich so ausgestaltet, dass seine Borsten feiner sind als die Borsten des inneren Besatzbereichs.

    [0020] Die erfindungsgemäße Borstenanordnung erlaubt es, das Borstenfeld so auszulegen, dass die aufzutragende Flüssigkeit aufgrund ihrer Oberflächenspannung einen einzigen Tropfen im Zentralbereich des Applikators bildet, der bis zu seiner bestimmungsgemäßen Applikation zunächst von den umgebenden Borsten gehalten wird.

    [0021] Die Erfindung besteht also darin, einen Borstenbesatz zu schaffen, der so eingestellt werden kann, dass er nach dem eigentlichen Abtropfen einer eventuell überschüssigen Flüssigkeitsmenge - die das Borstenfeld beim Eintauchen des Pinsels zunächst aufgenommen haben mag und die das Borstenfeld wegen "Übersättigung" nicht längerfristig gespeichert halten kann - ein letztes Mal einen Tropfen bildet. Dieser Tropfen tropft nun jedoch nicht mehr alsbald ab. Stattdessen wird er in dem Borstenbesatz gespeichert und erst dann von dem Borstenbesatz wieder freigegeben, wenn die Applikation begonnen hat und es im Zuge dessen zum Kontakt mit der zu behandelnden Oberfläche gekommen ist.

    [0022] Auf diese Art und Weise lässt sich ein vom bisher bekannten Auftragsprinzip des Pinsels abweichendes Auftragsprinzip verwirklichen. Denn die Lehre der Erfindung macht es möglich, den Pinsel so auszulegen, dass die zu applizierende Flüssigkeit nicht mehr kontinuierlich, aber in undefinierter Menge abgegeben wird, sondern so auszulegen, dass bei Kontakt mit der zu behandelnden Fläche augenblicklich der überwiegende Teil der vom Borstenfeld gespeicherten Flüssigkeit abgegeben wird. Idealerweise beträgt dieser augenblicklich abgegebene Teil mindestens 75 % und besser mindestens 85 % der vom Borstenfeld gespeicherten Flüssigkeit.

    [0023] Die Tatsache, dass die Borsten spritzgegossen sind und dadurch mit einem genau definierten Abstand voneinander versehen werden können, trägt entscheidend hierzu bei. Von großer Bedeutung ist dabei die Tatsache, dass die Herstellung im Spritzgussverfahren die gezielte Verwendung von Materialien erlaubt, die im Wesentlichen resistent gegen ein Eindiffundieren von Flüssigkeit sind. Wo die gezielte Wahl der Borstenabstände und des Materials der Borsten nicht ausreicht, um den geforderten Entleerungsgrad (s. o.) zu erreichen, werden die gespritzten Borsten gezielt mit hydrophobierenden oder hydrophilierenden Additiven und/oder derart wirkenden Oberflächenstrukturen versehen.

    [0024] Durch diese Maßnahmen lässt sich bei entsprechender Auslegung des Borstenfeldes vergleichsweise genau vorgeben, welches Volumen der derart abgegebene Teil der Flüssigkeit hat.

    [0025] Für die genaue Auslegung des Borstenfeldes lässt sich verständlicherweise keine allgemein gültige Regel angeben, denn es kommt stark auf die individuellen Verhältnisse des konkreten Falls an, d.h. unter anderem auf die Viskosität und die Oberflächenspannung der aufzutragenden Flüssigkeit, sowie auf die Borstendichte, den Borstendurchmesser und die Borstenlänge. Die konkreten Werte dieser Parameter, die im Einzelfall zur Verwirklichung der Erfindung einzuhalten sind, kann der Fachmann jedoch leicht durch fachübliche Versuche ermitteln, wenn er sich das nachfolgend näher geschilderte Prinzip der Erfindung vor Augen führt. Bei seinen Versuchen bedient sich der Fachmann zweckmäßigerweise eines 3-D-Musterdrucks. Mit dessen Hilfe kann er CAD-gestützt sehr schnell Versuchspinsel mit unterschiedlichen Borsten bzw. mit systematisch variierten Borsten herstellen, um das jeweilige Abtropfverhalten des jeweiligen Borstenbesatzes zu studieren, das dieser gegenüber der Flüssigkeit zeigt, die mit dem Pinsel verarbeitet werden soll.

    [0026] Das Prinzip der Erfindung basiert darauf, einen äußeren Besatzbereich zu schaffen, der einen Rand verwirklicht, welcher die von dem Borstenbesatz aufgenommene Flüssigkeit einfasst und zum Zentrum des Borstenbesatzes hinlenkt. Das Prinzip der Erfindung basiert weiterhin darauf, einen inneren Besatzbereich zu schaffen, innerhalb dessen die Borstendichte so weit herabgesetzt ist, dass die von dem Borstenbesatz aufgenommene Flüssigkeit in diesem Bereich nicht mehr vollständig, sondern nur noch vermindert durch die Kapillarwirkung zwischen den Borsten zurückgehalten wird. Infolgedessen ballt sich die von dem Borstenbesatz aufgenommene und nach dem bestimmungsgemäßen Abtropfen des Pinsels endgültig in dem Borstenbesatz verbleibende Flüssigkeit im inneren Besatzbereich zu einem letzten Tropfen zusammen. Dabei verhindern die in dem inneren Besatzbereich noch vorhandenen Borsten, dass der Tropfen ungewollt verloren geht, also schon im Laufe der Abtropfphase, die zumindest jeder durch Eintauchen beladene Pinsel durchläuft.

    [0027] Stattdessen wird der Tropfen labil in dem Borstenbesatz gehalten, zumindest für eine durch die Auslegung des Borstenbesatzes vorgegebene Zeit, die über den Zeitrahmen der Abtropfphase hinausgeht. Sobald die diesen Tropfen haltenden Borsten und/oder die Außenhaut des Tropfens selbst mit der zu behandelnden Oberfläche in Kontakt kommen, werden die den Tropfen labil im Borstenbesatz zurückhaltenden Kräfte überwunden und der Tropfen wird im Wesentlichen vollständig an die zu behandelnde Oberfläche abgegeben.

    [0028] Hierdurch lässt sich eine wesentlich bessere Dosierung der mit dem Pinsel aufgetragenen Flüssigkeit erreichen als im bisherigen Stand der Technik.

    [0029] Dieser Effekt lässt sich nicht nur durch eine Variation der

    [0030] Borstendichte erreichen, sondern in ähnlicher Weise auch über die Feinheit der Borsten steuern, d. h. über den Durchmesser, den die Borsten der unterschiedlichen Besatzbereiche haben.

    [0031] In vielen Fällen ist es ideal, wenn gleichzeitig die Borstendichte und die Feinheit der Borsten variieren. Hierdurch gelingt von Fall zu Fall eine besonders gute Anpassung an die Bedürfnisse des Einzelfalls.

    [0032] Entscheidend für die erfolgreiche Verwirklichung der Erfindung ist, dass die Erfindung mithilfe von spritzgegossenen Borsten umgesetzt wird. Denn nur dann, wenn die Borsten durch Spritzgießen hergestellt werden, lässt sich sowohl der Abstand der Borsten als auch die Feinheit der Borsten in der gewünschten Weise und mit der notwendigen Genauigkeit steuern.

    [0033] Im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass der innere Besatzbereich einen nur einen Teil seiner Fläche ausmachenden Zentralbereich umfasst, der völlig borstenfrei ist. In Einzelfällen (nämlich bei entsprechend hoher Viskosität bzw. Oberflächenspannung der zu applizierenden Flüssigkeit) ist es denkbar, den inneren Besatzbereich vollständig borstenfrei zu gestalten, was jedoch nicht bevorzugt ist.

    [0034] Zusammenfassend ist also festzuhalten, dass der innere Besatzbereich - vorzugsweise entlang einer gedachten Kreislinie aufgestellte - Begrenzungsborsten aufweist, die im Zentrum des Besatzes ein borstenfreies Raumvolumen umgrenzen. Dieses Raumvolumen bildet einen recht genau definierbaren Tropfenraum, in dem sich zumindest ein erster Teil des besagten "letzten" Flüssigkeitstropfens ansammeln kann, der so groß ist, dass er die sofortige Abgabe eines überwiegenden Teils der zu applizierenden Flüssigkeit in Gestalt eines Tropfens auslöst, wenn die zu behandelnde Fläche berührt wird. Ein solcher borstenfreier Bereich im Zentrum des Borstenbesatzes fördert die Bildung des gewünschten, fortan labil durch den Borstenbesatz gehaltenen Tropfens.

    [0035] Dies geschieht dadurch, dass sich im Zentralbereich ungehindert von Borsten bzw. den durch sie erzeugten Kapillarkräften ein erster Flüssigkeitstropfen zusammenballen kann, der mit seiner Oberflächenspannung gegebenenfalls weitere Flüssigkeit aus dem umliegenden Borstenbesatz anzieht.

    [0036] Hierdurch unterscheidet sich die Erfindung von traditionellen Pinseln mit einem engen Borstenbesatz. Denn der bekannte, enge Borstenbesatz entwickelt so hohe Kapillarkräfte, dass von vorneherein eine Tropfenbildung unterbunden wird. Das entspricht dem Ziel, das den im Stand der Technik bekannten Pinseln zu Grunde liegt, die üblicherweise möglichst nichttropfend ausgeführt sein sollen.

    [0037] Auch hier gilt, dass keine allgemein gültige Formel angegeben werden kann, wie groß das Raumvolumen des Tropfenraums in jedem Einzelfall sein muss. Stattdessen ist es auch hier so, dass das Raumvolumen des Tropfenraumes für jeden konkreten Einzelfall in Abhängigkeit von der Borstendichte, dem Borstendurchmesser, der Borstenlänge, der Viskosität und der Oberflächenspannung der aufzutragenden Flüssigkeit durch fachübliche Versuche ermittelt werden muss, ggf. wiederum unter Zuhilfenahme eines Musterdruckers (Rapid Prototyping). Dies ist bei Beherzigung der oben gegebenen Hinweise aber ohne allzu großen Aufwand möglich.

    [0038] Die vorgenannte Ausführungsform kann dahingehend weiterentwickelt werden, dass das Volumen des Tropfenraums zwar so groß gewählt ist, dass sich ein letzter Tropfen bildet, gleichzeitig jedoch auch so klein gewählt ist, dass der Tropfen (bei stillstehendem, mit seinem im Raum hängenden Borstenbesatz vertikal nach unten ausgerichteten Pinsel, dessen Abtropfphase beendet ist) mindestens 15 s, besser mindestens 30 s und idealerweise mindestens 150 s von dem Borstenbesatz gehalten werden kann, bevor er von selbst abtropft, d.h. ohne dass er oder die Borsten zuvor mit der Fläche, auf die der Tropfen aufgetragen werden soll, in Berührung kommen.

    [0039] Vorzugsweise weist der borstenfreie Zentralbereich eine borstenfreie Grundfläche auf, die mindestens dem 3-fachen, bzw. mindestens dem 3,5-fachen und besser mindestens dem 4,5-fachen, idealerweise sogar mindestens dem 5,5-fachen der Querschnittsfläche einer der Begrenzungsborsten in deren Fußbereich entspricht. Idealerweise ist es dabei allerdings so, dass die borstenfreie Grundfläche des borstenfreien Zentralbereichs eine Grundfläche besitzt, die maximal dem 15-fachen und besser noch maximal dem 12,5-fachen der Querschnittsfläche einer der Begrenzungsborsten entspricht (in deren Fußbereich, oberhalb der eventuellen Verrundung, mit der die jeweilige Begrenzungsborste in den Borstenträger übergeht). Andernfalls neigt die im borstenfreien Zentralbereich gespeicherte Flüssigkeitsmenge zum Breitlaufen innerhalb des Borstenbesatzes, anstatt zu einem wesentlichen Teil im borstenfreien Zentralbereich bzw. in dem ihm zugeordneten Tropfenraum "aufgehängt" gespeichert zu bleiben und dadurch gezielt ausgelöst werden zu können, z. B. indem die Begrenzungsborsten durch Kontakt mit dem Applikationsort bewegt werden. Der hier maßgebliche Fußbereich ist der Bereich der Borste unmittelbar oberhalb des Beginns der Verrundung, mit der die Borste in den Borstenträger übergeht. Dabei ist die borstenfreie Grundfläche vorzugsweise im Wesentlichen rotationssymmetrisch, insbesondere annähernd kreisförmig. Vorzugsweise wird unter der Grundfläche des borstenfreien Zentralbereichs diejenige Fläche verstanden, die ein gedachter Kreis aufweist, der den Begrenzungsborsten so eingeschrieben ist, dass er sie an ihrer radial einwärtigen Seite berührt.

    [0040] Im Rahmen einer anderen bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die distalen (d. h. die dem Pinselgriff abgewandten) Enden der Borsten des inneren Bereichs über die distalen Enden der Borsten des äußeren Bereichs hinausragen. Eine solche Ausgestaltung der Borsten begünstigt die Tropfenbildung im Zentralbereich des Borstenbesatzes und im Regelfall auch das Halten des Tropfens im Zentralbereich.

    [0041] Die distalen Enden der Begrenzungsborsten ragen über die distalen Enden aller anderen Borsten des Borstenbesatzes hinaus. Auch dies beeinflusst in den meisten Fällen die Tropfenbildung bzw. das Halten des Tropfens vorteilhaft. Vor allem wird hierdurch jedoch die Auslösung des Tropfens bei erstem nachhaltigen Kontakt mit der Oberfläche, auf die die Flüssigkeit appliziert werden soll, ausgesprochen positiv beeinflusst. Denn die langen Begrenzungsborsten halten den Tropfen oder zumindest einen wesentlichen Teil des Tropfens zwischen sich. Spätestens sobald die über den übrigen Borstenbesatz hervorstehenden distalen Enden einer oder mehrerer der Begrenzungsborsten beim Auftreffen des Pinsels auf die Oberfläche verformt werden, wird die Abgabe des Tropfens ausgelöst. Hierzu sind nur sehr geringe Kräfte erforderlich, weil nur eine oder mehrere der im Bereich ihres distalen Endes quasi alleinstehenden Begrenzungsborsten "betätigt" werden müssen.

    [0042] Im Rahmen einer vorteilhaften Weiterbildung ist vorgesehen, dass das distale Ende des Borstenbesatzes kegelartig zugespitzt ausgestaltet ist - vorzugsweise so, dass die gedachte Fläche, die die distalen Borstenenden in ihrer Gesamtheit als Hüllfläche überspannt, im Wesentlichen ein Kegelmantel mit einem spitzen Winkel α ist, für den gilt: 35° ≤ α ≤ 55°.

    [0043] Eine solche Zentrierung der Enden des Borstenbesatzes hin zum Zentralbereich des Borstenbesatzes fördert die Tropfenbildung.

    [0044] Vorteilhafterweise sind die Begrenzungsborsten einreihig (bevorzugt entlang einer Kreislinie) aufgestellt und die Reihe aus den Begrenzungsborsten ist auf ihrer dem Tropfenraum abgewandten Seite von mindestens einer weiteren Borstenreihe umgeben, deren Borsten voneinander durch einen größeren Borstenabstand getrennt sind als den maximalen Abstand Abmax, den zwei unmittelbar benachbarte Begrenzungsborsten voneinander einhalten.

    [0045] Ein wichtiger Aspekt der Erfindung ist die Verwendung des erfindungsgemäßen Pinsels zum Auftragen eines wässerigen Kosmetikums und/oder Arzneimittels auf die Haut des Augenlids. Es besteht in der Praxis Bedarf, die Wachstumstätigkeit der Wimpern zu stimulieren. Zu diesem Zweck muss ein in geeigneter Weise Einfluss nehmendes Mittel bzw. Stimulans auf die den Wimpernwurzeln nahe Hautpartie des Augenlids, vorzugsweise insbesondere des oberen Augenlids, aufgetragen werden. Die entsprechenden Mittel sind entweder dem hochwertigen kosmetischen oder bereits dem medizinischen Bereich zuzurechnen und ausgesprochen teuer in der Herstellung. Zudem dürfen entsprechend wirksame Mittel ohnehin nur sehr sparsam appliziert werden, da der sich sonst im oder um das Auge herum verteilende Überschuss unerwünschte Nebenwirkungen auslösen kann.

    [0046] Das macht die bisher vorgeschlagene Applikation mit Hilfe einer feinen Pipette ausgesprochen nachteilhaft. Auch die theoretisch denkbare (aber bislang ersichtlich noch nicht vorgeschlagene) Applikation solcher Mittel mit Hilfe einer Art "klassischen Mascarabürstchens", das bis an den Wimpernansatz bzw. die benachbarte Hautpartie herangeführt wird, hätte gravierende Nachteile, nämlich insbesondere den, dass durch das Eintauchen des relativ voluminösen Mascarabürstchens eine unvertretbar große Menge des Mittels verbraucht wird, das zudem im Laufe der Applikation zu einem wesentlichen Teil unkontrolliert abzutropfen droht.

    [0047] Diesen Schwierigkeiten und Nachteilen hilft die erfindungsgemäße Verwendung des im Rahmen dieser Erfindung vorgestellten und beanspruchten Dosierpinsels ab. Dieser Dosierpinsel vermag in seinem extra zu diesem Zwecke bereitgestellten Tropfenraum im Wesentlichen die Menge des Mittels zu speichern, die am Applikationsort auch wirklich benötigt wird. Die im Tropfenraum gespeicherte Menge kann kontrolliert wieder abgegeben werden. Das gilt insbesondere dann, wenn die den Tropfenraum umgrenzenden Borsten die Borsten sind, die in Längsrichtung gesehen am Weitesten nach außen hervorstehen und daher die anderen Borsten des Borstenfeldes überragen.

    [0048] Die erfindungsgemäße Verwendung erfolgt vorzugsweise zur Applikation von Mitteln, die eine dünnflüssige Konsistenz aufweisen, wie sie weiter unten näher spezifiziert ist.

    [0049] Dementsprechend ist auch ein Auftragssystem bestehend aus einem Pinsel nach einem der vorhergehenden Ansprüche und einem zu applizierenden Mittel, vorzugsweise in Gestalt eines Wimpernwachstumsserums, dessen Oberflächenspannung OBFS geringer als die von reinem Wasser ist, Gegenstand der Erfindung, wobei die Zahl und/oder Anordnung der Borsten relativ zueinander und/oder die Borstenlänge einerseits und die das Fließ- bzw. Tropfverhalten des Mittels bestimmenden Parameter andererseits so aufeinander abgestimmt sind, dass der Borstenbesatz eine vorherbestimmte Menge des Mittels - vorzugsweise überwiegend oder im Wesentlichen - in seinem Tropfenraum gespeichert halten und bei Kontakt mit der zu behandelnden Hautpartie wieder abgeben kann.

    [0050] Vorzugsweise weist der Pinsel 6 bis 12 Begrenzungsborsten auf, die den Tropfenraum umgrenzen und dadurch definieren.

    [0051] Idealerweise weisen die Begrenzungsborsten eine Borstenlänge LB auf, für die gilt 2,75 mm ≤ LB ≤ 5,5 mm.

    [0052] Es hat sich als bevorzugenswert erwiesen, dass die Borsten, idealerweise zumindest die Begrenzungsborsten, im Fußbereich (unmittelbar oberhalb des Beginns der Verrundung, mit der sie in den Borstenträger übergehen) einen Borstenfußdurchmesser DF aufweisen, für den gilt DF ≤ 0,06 mm, bzw. idealerweise DF ≤ 0,04 mm.

    [0053] Vorzugsweise ist der Borstenbesatz insgesamt rund oder im Wesentlichen rund und umfasst dabei insgesamt zwischen 30 und 90 Borsten, besser noch zwischen 50 und 70 Borsten.

    [0054] Vorzugsweise weist das zu applizierende Mittel bei 20° C eine Oberflächenspannung OBFS auf, die im Bereich 15 mN/m ≤ OBFS ≤ 60 mN/m und idealerweise im Bereich 20 mN/m ≤ OBFS ≤ 40 mN/m liegt - gemessen mit dem sog. "Kapillareffekt" bzw. einem der marktüblichen, nach dieser Methode arbeitenden Oberflächenspannungsmessgeräte.

    [0055] Vorzugsweise weist das zu applizierende Mittel ein spezifisches Gewicht von 0,6 bis 1,5 g/ml auf, idealerweise sogar nur ein spezifisches Gewicht von 0,6 bis 0,9 g/ml, jeweils gemessen bei 20° C.

    [0056] Vorzugsweise weist das zu applizierende Mittel bei 20° C eine Viskosität zwischen etwa 1 mPas bis etwa 100 mPas auf (im Einzelfall bis 150 mPas, nicht bevorzugt), idealerweise zwischen etwa 1 mPas und etwa 50 mPas, jeweils gemessen mit einem der fachüblichen Viskosimeter, vorzugsweise einem Englerviskosimeter. Somit ist das zu applizierende Mittel dünnflüssig.

    [0057] Weitere Ausgestaltungsmöglichkeiten, Vorteile und Wirkungsweisen der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung dreier Ausführungsbeispiele anhand der figürlichen Darstellung.

    [0058] Es zeigen:
    Figur 1:
    ein erstes Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel in Seitenansicht;
    Figur 2:
    ein erstes Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel im Längsschnitt;
    Figur 3:
    ein erstes Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel in perspektivischer Ansicht;
    Figur 4:
    ein erstes Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel in Frontalansicht;
    Figur 5:
    das Modell einer einzelnen Borste, das denjenigen Borsten entspricht, mit denen der Applikator für den erfindungsgemäßen Pinsel besetzt ist;
    Figur 6:
    ein erstes Ausführungsbeispiel des Applikators für den erfindungsgemäßen Pinsel in vergrößerter Frontalansicht;
    Figur 7:
    ein zweites Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel in Seitenansicht;
    Figur 8:
    ein zweites Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel im Längsschnitt;
    Figur 9:
    ein zweites Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel in perspektivischer Ansicht;
    Figur 10:
    ein zweites Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel in Frontalansicht;
    Figur 11:
    ein zweites Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel in vergrößerter Frontalansicht;
    Figur 12:
    ein drittes Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel in Seitenansicht;
    Figur 13:
    ein drittes Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel im Längsschnitt;
    Figur 14:
    ein drittes Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel in perspektivischer Ansicht;
    Figur 15:
    ein drittes Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel in Frontalansicht;
    Figur 16:
    ein drittes Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel in vergrößerter Frontalansicht;
    Figur 17:
    ein viertes, unabhängig von den anderen Ausführungsbeispielen als geschützt beanspruchtes Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel im Mittelschnitt;
    Figur 18:
    das vierte Ausführungsbeispiel des Applikators gemäß Fig. 17 in perspektivischer Ansicht;
    Figur 19:
    ein viertes Ausführungsbeispiel eines Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel in vergrößerter Frontalansicht;
    Figur 20:
    ein fünftes, unabhängig von den ersten drei Ausführungsbeispielen als geschützt beanspruchtes Ausführungsbeispiel für einen erfindungsgemäßen Pinsel in Seitenansicht;
    Figur 21:
    das fünfte Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Applikators in perspektivischer Ansicht von vorne;
    Figur 22:
    ein fünftes Ausführungsbeispiel des Applikators für einen erfindungsgemäßen Pinsel in vergrößerter Frontalansicht.


    [0059] Die Fig. 1 bis 6 zeigen ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung.

    [0060] Der anhand dieses Ausführungsbeispiels näher zu erläuternde Pinsel besteht aus einem hier nicht gezeigten Griff und einem in diesem Griff oder Stiel befestigbaren Borstenträger 1.

    [0061] Die eben dargestellten Figuren zeigen jeweils stark vergrößerte Ansichten, in etwa im Maßstab 7,5 : 1. Die erfindungsgemäßen Pinsel sind sehr zierlich und weisen bevorzugt Kopfdurchmesser KD im Bereich zwischen 2,5 mm und 6 mm auf, bei den figürlich gezeigten Ausführungsbeispielen sind es 4 mm.

    [0062] Der Borstenträger 1 besitzt eine Längsachse L, die im Regelfall mit der Längsachse des nicht gezeigten Stiels zusammenfällt. Der Borstenträger 1 ist mit einer Borstenträgerbasisfläche 2 versehen, die im Wesentlichen senkrecht zur Längsachse L verläuft. An die Borstenträgerbasisfläche 2 sind bei diesem Ausführungsbeispiel einstückig Borsten angespritzt. Diese bilden ein Borstenfeld, dessen Borsten im Wesentlichen parallel zueinander angeordnet sind und deren jeweilige Borstenlängsachse BL im Wesentlichen parallel zur Längsachse L des Borstenträgers bzw. des gesamten Pinsels verläuft.

    [0063] Der Borstenträger 1 mit seiner Borstenträgerbasisfläche 2 ist bei diesem Ausführungsbeispiel in einem einzigen Arbeitsgang ("single shot") mit den Borsten spritzgegossen worden, weshalb alle genannten Komponenten hier aus dem gleichen Kunststoff bestehen. Dies ist unter hygienischen Gesichtspunkten ideal, weil sich anders als bei Verwendung einer "Borstenpuppe" oder eingesteckten Borstenbüscheln keine Spalte bilden kann, in der ein Teil der aufzutragenden Flüssigkeit zurückbleibt.

    [0064] Bei den Borsten des Borstenfeldes handelt es sich um hochelastische Borsten. Das distale Ende dieser Borsten lässt sich unter dem Einfluss der bei bestimmungsgemäßer Applikation auftretenden Kräfte um die Länge ΔL von mindestens 1,25 mm, besser sogar noch um mindestens 2 mm und idealerweise um mindestens 2,75 mm orthogonal aus derjenigen Position ablenken, die die Mittellinie der jeweiligen Borste im unbelasteten Zustand einnimmt, vgl. Fig. 5.

    [0065] Die Borsten weisen jeweils eine kegelige Mantelfläche auf, die unter einem Winkel β von circa 1° zur Borstenlängsachse geneigt verläuft, siehe Figur 5.

    [0066] Weiterhin ist bemerkenswert, dass die Borsten des Borstenbesatzes alle einen definierten Abstand voneinander einhalten, d. h. die einzelnen Borsten kommen im unbelasteten Zustand nicht mit den jeweiligen Nachbarborsten in Kontakt.

    [0067] Wie man am besten anhand der Figur 6 sieht, ist der Borstenbesatz in einen äußeren Besatzbereich 3 und einen inneren Besatzbereich 4 unterteilt (in Fig. 6 ist jeweils nur eine einzige Borste einer kreisringförmig angeordneten Borstenreihe stellvertretend für die anderen gleichartigen Borsten mit einer Bezugsziffer gekennzeichnet und die gedachte Grenzlinie GR zwischen dem äußeren Besatzbereich 3 und dem inneren Besatzbereich 4 ist als schwarze Volllinie veranschaulicht) .

    [0068] Im äußeren Besatzbereich 3 ist die Borstendichte, d. h. die Anzahl der Borsten pro Fläche, im Durchschnitt höher als die Borstendichte BDI in dem vom äußeren Besatzbereich 3 umschlossenen inneren Besatzbereich 4. Es gilt in Abhängigkeit von der im Einzelfall aufzutragenden Flüssigkeit BDA/BDI ≥ 1,3 und vorzugsweise BDA/BDI ≥ 1,5. Für bestimmte Fälle ist BDA/BDI ≥ 3 ideal.

    [0069] Bei diesem konkreten Ausführungsbeispiel, das die Fig. 1 bis 6 zeigen, liegt BDA/BDI knapp oberhalb 1,3.

    [0070] Zugleich sind die Borsten des äußeren Besatzbereichs 3 im Durchschnitt (d. h. gemittelt über die Zahl der zum jeweiligen Bereich gehörenden Borsten) feiner. Die Borsten des äußeren Besatzbereichs 3 besitzen nämlich alle oder zumindest im Durchschnitt einen mindestens 25 % kleineren Borstendurchmesser als die Borsten des inneren Besatzbereichs 4.

    [0071] Dieses Ausführungsbeispiel ist eine bevorzugte Ausführungsform, bei der der äußere Besatzbereich 3 mindestens zwei jeweils entlang einer Kreislinie aufgestellte Borstenreihen umfasst, die jeweils als Sperrreihe 8 und Sperrreihe 9 ausgeführt sind, welche zusammenwirken.

    [0072] Diese beiden Sperrreihen 8 und 9 sind nämlich so aufgestellt, dass die Borsten der einen Sperrreihe in radial auswärtiger Richtung gesehen die Zwischenräume zwischen den Borsten der anderen Sperrreihe abdecken, wodurch ein ringförmiger, lokal besonders dichter Borstenbesatz entsteht. Der Borstenbesatz des äußeren Besatzbereichs 3 ist damit so ausgelegt, dass er die von dem Borstenbesatz insgesamt aufgenommene Flüssigkeit eingrenzt, ihr Halt bietet und sie zum Zentrum 7 des Borstenbesatzes hinlenkt.

    [0073] Der innere Besatzbereich 4 besteht bei diesem Ausführungsbeispiel aus einem Borstenfeld, das verglichen mit dem äußeren Besatzbereich 3 eine geringere mittlere Borstendichte pro Flächeneinheit aufweist.

    [0074] Dabei verwirklicht dieses Ausführungsbeispiel jene bevorzugte Ausführungsform, bei der der Zentralbereich 7 eine borstenfreie Grundfläche aufweist. Diese borstenfreie Grundfläche entspricht hier etwas mehr als dem 4,5-fachen der Querschnittsfläche im oben definierten Fußbereich einer der Begrenzungsborsten 10.

    [0075] Wie man gut anhand der Figur 6 sieht, verwirklicht dieses Ausführungsbeispiel diejenige bevorzugte Ausführungsform, bei der innerhalb des inneren Besatzbereichs 4 eine Anzahl von längs einer Kreisringfläche aufgestellten Begrenzungsborsten 10 vorhanden ist, die eine borstenfreie Fläche im Zentrum des Borstenbesatzes umgrenzen und dadurch einen sogenannten Tropfenraum 11 bilden, der. in Fig. 6 durch die gedachte, zentrumsnahe schwarze Volllinie veranschaulicht wird.

    [0076] Dieser Tropfenraum 11 definiert die Mittelachse des sich bei beladenem und abgetropftem Borstenbesatz bestimmungsgemäß bildenden Tropfens und damit auch den schwersten Bereich des Tropfens.

    [0077] Die Begrenzungsborsten 10 sind hier diejenigen Borsten des Borstenbesatzes, die in ihrem Fußbereich den größten Borstendurchmesser aufweisen. Die Begrenzungsborsten 10 sind zugleich die Borsten des Borstenbesatzes, deren Länge am größten ist, und die Borsten, die mit ihrem distalen Ende alle anderen Borsten des Borstenbesatzes nach außen überragen, vgl. insbesondere Figur 2.

    [0078] Die Begrenzungsborsten sind trotz ihres großen Borstendurchmessers in sehr geringem Abstand voneinander angeordnet. So beträgt der Fußabstand zweier unmittelbar benachbart aufgestellter Begrenzungsborsten weniger als die Hälfte des Borstenfußdurchmessers der Begrenzungsborsten. Maßgeblich ist der Fußbereich, der noch von der Verrundung, mit der die Borste in die Borstenträgerbasisfläche übergeht, unbeeinflusst ist.

    [0079] Wie man am besten anhand der Figur 4 sieht, ist das Borstenfeld, das hier den inneren Borstenbesatzbereich bildet, insgesamt aus Borsten zusammengestellt, deren Borstenfußdurchmesser in radialer Richtung von innen nach außen abnimmt.

    [0080] Die innerste Borstenreihe des inneren Besatzbereichs 4 bildet eine Reihe aus den besagten Begrenzungsborsten 10. In radialer Richtung nach außen gesehen schließt sich hieran eine Reihe mittlerer Borsten 12 an, deren Fußdurchmesser vorzugsweise um mehr als 15 % und idealerweise um mehr als 20 % kleiner ist als der der Begrenzungsborsten 10. Vorzugsweise weisen die Borsten dieser Borstenreihe in etwa den gleichen Borstenabstand voneinander auf wie die Begrenzungsborsten (bis + 15 % größerer Abstand). An diese Borstenreihe 12 schließt sich wiederum, in radialer Richtung auswärtig, eine Reihe äußerer Borsten 13 an, die die Grenze des inneren Borstenbereichs 4 gegenüber dem äußeren Borstenbereich 3 bildet. Diese Reihe aus äußeren Borsten 13 besteht vorzugsweise jeweils aus Borsten, deren Fußdurchmesser um mehr als 30 % und idealerweise mehr als 40 % kleiner ist als der Fußdurchmesser der Begrenzungsborsten 10.

    [0081] Wie man gut anhand der Figur 2 erkennt, besitzt der Borstenträger eine konvex gekrümmte Borstenbasisfläche 2, an der die Borsten befestigt sind und aus der die Borsten aufragen. Diese Borstenbasisfläche ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel als Kugelkalotte gestaltet, deren tiefster Punkt T mit der Pinsellängsachse zusammenfällt, wenn der Pinsel so gehalten wird, dass der Borstenbesatz vertikal nach unten zeigt.

    [0082] Bemerkenswert ist noch, dass alle Borsten des Borstenbesatzes in kreisringförmigen Reihen konzentrisch um das Zentrum des Borstenbesatzes aufgestellt sind.

    [0083] Die Fig. 7 bis 11 zeigen ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung. Bis auf die nachfolgend genannten Abweichungen entspricht es dem erstgenannten Ausführungsbeispiel, so dass das dort Gesagte identisch auch für dieses zweite Ausführungsbeispiel gilt (vgl. insbesondere auch die in den maßgeblichen Punkten praktisch identischen Seitenansichten der Ausführungsbeispiele).

    [0084] Bei diesem Ausführungsbeispiel weist die Borstenträgerbasisfläche 2 einen unbesetzten Rand auf, der nicht zum äußeren Besatzbereich 3 hinzuzurechnen ist, vgl. Fig. 10.

    [0085] Der äußere Besatzbereich 3 ist hier weniger dicht besetzt ausgeführt und besteht bei diesem Ausführungsbeispiel lediglich aus den Sperrreihen 8 und 9.

    [0086] Der innere Besatzbereich 4 ist ebenfalls deutlich weniger dicht besetzt ausgeführt. Er umfasst eine Reihe Begrenzungsborsten 10.

    [0087] An deren Außenseite schließt sich eine ausgedünnte Reihe von Hilfsborsten 14 an. Deren Borstendurchmesser ist vorzugsweise um mehr als 15 % und idealerweise um mehr als 20 % kleiner als der der Begrenzungsborsten 10. Der Borstenabstand zweier voneinander beabstandeter Hilfsborsten 14 beträgt vorzugsweise mehr als das Dreifache des Hilfsborstenfußdurchmessers.

    [0088] Im Anschluss an die Hilfsborsten geht der Borstenbesatz in den äußeren Besatzbereich über. Der Borstenfußdurchmesser der Borsten 8 und 9 des äußeren Besatzbereichs ist vorzugsweise kleiner als die Borstendurchmesser der Borsten des inneren Besatzbereichs.

    [0089] Bemerkenswert ist noch, dass die Begrenzungsborsten 10 hier weiter voneinander beabstandet sind als bei dem vorherigen Ausführungsbeispiel.

    [0090] Bei diesem konkreten Ausführungsbeispiel, das die Fig. 7 bis 11 zeigen, liegt BDA/BDI knapp oberhalb des Wertes 4.

    [0091] Die Fig. 12 bis 16 zeigen ein drittes Ausführungsbeispiel der Erfindung, das sich konzeptionell wesentlich stärker an das erste als an das zweite Ausführungsbeispiel anlehnt. Bis auf die nachfolgend genannten Abweichungen entspricht es dem erstgenannten Ausführungsbeispiel, so dass das dort Gesagte identisch auch für dieses dritte Ausführungsbeispiel gilt, vgl. insbesondere auch die in den maßgeblichen Punkten praktisch identischen Seitenansichten der Ausführungsbeispiele.

    [0092] Die innerste Borstenreihe des inneren Besatzbereichs 4 bildet wiederum eine Reihe aus den besagten Begrenzungsborsten 10, die einen Tropfenraum 11, der durch die gedachte schwarze Volllinie veranschaulicht ist, umschließen. In radialer Richtung außen schließt sich hieran eine Reihe mittlerer Borsten 12 an, deren mittlerer Durchmesser vorzugsweise unwesentlich (bis etwa 15 %) kleiner ist als der der Begrenzungsborsten 10. Auch der Borstenabstand zweier unmittelbar benachbarter mittlerer Borsten entspricht vorzugsweise in etwa dem der Begrenzungsborsten (bis etwa + 15 %). An diese Borstenreihe 12 schließt sich wiederum, in radialer Richtung auswärtig, eine Reihe äußerer Borsten 13 an, die die Grenze des inneren Borstenbereichs 4 gegenüber dem äußeren Borstenbereich 3 bildet und deren Durchmesser vorzugsweise ca. 50 % (± 10 %) kleiner ist als die Durchmesser der Begrenzungsborsten 10. Unmittelbar benachbarte Borsten dieser Borstenreihe weisen vorzugsweise einen Borstenabstand auf, der mindestens gleich dem doppelten Borstenfußdurchmesser dieser Borsten ist.

    [0093] Bei diesem konkreten Ausführungsbeispiel, das die Fig. 12 bis 16 zeigen, liegt BDA/BDI knapp oberhalb des Wertes 1,5.

    [0094] Mit den erfindungsgemäßen Pinseln lässt sich eine ganze Reihe von Ausführungsmöglichkeiten realisieren.

    [0095] So können damit sowohl Mehrwegverpackungen als auch hygienisch vorteilhafte Einwegverpackungen bestückt werden (z.B. vergleichbar mit marktüblichem flüssigen Eyeliner). Die erfindungsgemäßen Applikatoren können als lose Applikatoren ausgeführt werden, deren Beladung durch Auftropfen bzw. Einspritzen (durch eine innengespeiste zentrale Austrittsöffnung in der Borstenträgerbasisfläche) aus einer Dosierflasche, Eintauchen in eine Vorratsflasche oder durch Aufnehmen von einem separatem Träger erfolgt, auf den zuvor aufgetropft wurde.

    [0096] Im Einwegbereich kann vorteilhafterweise eine Single-Dose-Verpackung realisiert werden, die einen Applikator sowie die Flüssigkeit für eine Anwendung enthält.

    [0097] Der erfindungsgemäße Pinsel ist insbesondere bei pharmazeutischen Flüssigkeiten von großem Vorteil, da hier eine genaue Dosierbarkeit (im Bereich +/- 0,01 ml) gegeben sein muss, die sich bei geschickter Auslegung nach Maßgabe der Erfindung auch erreichen lässt. Die genaue Dosierbarkeit eröffnet neue Anwendungsbereiche in Konkurrenz mit anderweitigen Dosierungssystemen, die bisher dazu benutzt wurden, um sicherzustellen, dass keine Verschwendung der teuren Wirk-Flüssigkeit erfolgt - weshalb Pinsel wegen ihrer ungenutzten/überflüssigen Mengen im Borstenbesatz bislang nicht in Frage kamen.

    [0098] Bei Kosmetika ist eine definierte Aufnahme der zur Erzielung des gewünschten Schminkergebnisses nötigen Menge ebenfalls vorteilhaft.

    [0099] Die erfindungsgemäß vorgesehenen spritzgegossenen Borsten zeigen erhebliche Vorteile.

    [0100] Da alle wesentlichen Borstenparameter (Länge, Durchmesser, Positionierung, Aufstelldichte) bei spritzgegossenen Borsten genau justierbar sind, lassen sich Pinsel realisieren, die eine weitgehend vollständige Abgabe der von ihnen aufgenommenen Flüssigkeit an Haut, Haare oder Haaransatz ermöglichen (mind. 80 %; vorzugsweise 90 % bis 95 %). Zudem lässt das Spritzgießen eine weiche Ausführung der Borsten zu, frei von Graten, Kanten und Spitzen zur Vermeidung von Verletzungen. Letzteres ist bei aus geschnittenem Filament gefertigten Borsten oft nicht der Fall. Spritzgegossene Borsten erlauben eine sehr exakte Applikation, es treten keine auf Grund versehentlicher Knickung abstehenden Pinselhaare auf. Ein einstückig mit der Borstenträgerbasisfläche gespritzter Borstenbesatz weist keine Hohlräume/Kavitäten auf, die die Ansiedelung von Bakterien etc. begünstigen.

    [0101] Zudem haben Pinsel mit spritzgegossenen Borsten den großen Vorteil, dass der benetzte Bereich insgesamt aus einem einzigen Werkstoff hergestellt werden kann, für den sichergestellt ist, dass dieser Werkstoff keine Reaktion irgendwelcher Art mit dem Wirkstoff der zu applizierenden Flüssigkeit eingeht. Insbesondere werden keine Klebstoffe zur Befestigung der Borsten benötigt, die unter dem Gesichtspunkt des Auftretens unerwünschter Reaktionen ausgesprochen kritisch sein können.

    [0102] Darüber hinaus lassen sich derart gespritzte Borsten wesentlich einfacher steril herstellen als Pinsel mit einem regulären Besatz aus traditionellen Borsten. Denn das Kunststoffmaterial als solches wird im Zuge des Spritzgießens so weit erhitzt, dass es steril ist, so dass im Anschluss an das Spritzgießen nur noch dafür gesorgt werden muss, dass nicht von außen erneut Verschmutzungen aufgebracht werden (Reinraumtechnik).

    [0103] Zudem erlaubt es das Spritzgießen, weitere vorteilhafte Eigenschaften der Borsten einzustellen. So lassen sich sehr einfach antibakterielle Additive hinzufügen (z. B. Silberionen), die die Borsten per se in weitem Umfang bakterienresistent machen.

    [0104] Zudem lassen sich hydrophile oder hydrophobe Eigenschaften der Borsten generieren, durch Additive und/oder die Fertigung mit entsprechend behandelten Werkzeugoberflächen, die sich in den von ihnen geformten Kunststoffoberflächen abbilden und den benötigten Effekt bewirken.

    [0105] Runde Pinsel sind bevorzugt, es lassen sich erfindungsgemäß aber beispielsweise auch ovale Pinsel herstellen.

    [0106] Zum Abschluss lässt sich die bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung nochmals schlagwortartig verkürzt wie folgt zusammenfassen:
    Eine geringe Zahl von Borsten im Kern ist umgeben von einem Ring aus einer Mehrzahl an Borsten, die nach außen hin feiner werden können, ggf. ist der Kern oder der engste Kernbereich borstenfrei.

    [0107] Das Raumvolumen, das von dem äußeren Besatzbereich eingegrenzt wird, entspricht der aufzutragenden Dosis. Die aufzutragende Flüssigkeit bildet aufgrund ihrer Oberflächenspannung einen Tropfen in der Mitte des Applikators, der von den umgebenden Borsten gehalten wird.

    [0108] Bei Kontakt des Pinsels bzw. des darin befindlichen Tropfens mit der Haut / den Haaren / dem Haaransatz löst sich der Tropfen vollständig aus dem Pinsel durch Bewegung der Borsten und evtl. leichtes Aufspreizen derselben.

    [0109] Mit der Außenseite des Applikators kann die Flüssigkeit dann, falls erforderlich, noch weiter verteilt und in die zu behandelnde Fläche eingearbeitet werden.

    [0110] Der Ordnung halber ist anzumerken, dass die obigen Schilderungen Vorschriften für den sog. "dosierungsrelevanten Teil des Borstenbesatzes" machen, d. h. für den Teil des insgesamt vorhandenen Borstenbesatzes, der über die Größe des jeweils auf die zu behandelnde Fläche aufgebrachten Tropfens entscheidet. Darüber hinaus können im für die Dosierung im Wesentlichen irrelevanten Randbereich des Borstenbesatzes durchaus auch zusätzliche weitere Borsten vorhanden sein, die den bisher für die Borsten aufgestellten Anforderungen nicht genügen, beispielsweise weil diese Borsten seitlich abstehen, quer zur Borstenlängsachse der dosierungsrelevanten und damit erfindungsrelevanten Borsten.

    [0111] Im Rahmen dieser Anmeldung wird zusätzlich und unabhängig auch Schutz für einen Pinsel beansprucht, der durch die folgenden Merkmale beschrieben und ebenfalls durch die Figuren gezeigt wird, ohne zwingende Rückbeziehung auf andere Ansprüche:
    Pinsel zum dosierten Auftragen mit spritzgegossenen Borsten, die einstückig bzw. formschlüssig an eine Borstenträgerbasisfläche angespritzt sind, wobei der Besatz Begrenzungsborsten 10 aufweist, die im Zentrum 7 des Besatzes unmittelbar ein im Wesentlichen borstenfreies Raumvolumen umgrenzen und von dem restlichen Borstenbesatz abgrenzen. Dabei bildet das Raumvolumen vorzugsweise einen Tropfenraum 11, in dem sich eine Dosis der zu applizierenden Flüssigkeit ansammeln kann, die so groß ist, dass sie die vorzugsweise ad hoc erfolgende Abgabe des überwiegenden Teils der zu applizierenden Flüssigkeit in Gestalt eines Tropfens auslöst, wenn die zu behandelnde Fläche berührt wird.

    [0112] Selbstverständlich kann ein solcher Pinsel weitere Merkmale aufweisen, wie sie in den Ansprüchen dieser Anmeldung wiedergegeben sind oder in der obenstehenden Beschreibung erörtert werden.

    [0113] Ein solches, alternativ beanspruchtes viertes Ausführungsbeispiel zeigen die Figuren 17 bis 19.

    [0114] Für den Borstenbesatz dieses Ausführungsbeispiels gilt alles bereits zuvor für die anderen Ausführungsbeispiele Gesagte mit dem Unterschied, dass hier nicht zwingend zwischen einem äußeren Besatzbereich, unterschieden wird, in dem die Borstendichte höher ist als in dem von dem äußeren Besatzbereich umschlossenen inneren Besatzbereich, und einem inneren Besatzbereich. Dieses Ausführungsbeispiel entspricht jedoch insoweit den vorherigen, als auch hier bei genauerem Hinsehen ein äußerer Besatzbereich 3 vorhanden ist, dessen Borsten feiner sind als die Borsten des inneren Besatzbereichs 4.

    [0115] Dies deshalb, weil die innenstehenden Borsten einen etwas größeren Durchmesser haben als die radial auswärtigen Borsten, vgl. Fig. 19.

    [0116] Entscheidend ist hier, dass ein Zentralbereich vorhanden ist, der völlig borstenfrei ist. Dieser Zentralbereich wird durch sechs vorzugsweise entlang einer Kreislinie aufgestellte Begrenzungsborsten 10 vom übrigen Borstenfeld abgegrenzt, vgl. Fig. 19. Auf diese Art und Weise ergibt sich im Zentrum dieses Borstenbesatzes auch hier ein Tropfenraum 11, mit dessen Hilfe eine definierte Menge des aufzutragenden Mittels gespeichert werden kann. Die den Tropfenraum 11 abgrenzenden Begrenzungsborsten 10 sind dabei die längsten Borsten des Borstenfeldes, so dass die Abgabe des gespeicherten Mittels ausgelöst werden kann, indem die über den Rest des Borstenbesatzes herausstehenden Begrenzungsborsten mit der zu applizierenden Fläche in Kontakt gebracht und dabei bewegt werden. Explizit ist nochmals darauf hinzuweisen, dass alle oben für die anderen Ausführungsbeispiele genannten Parameter, die für die Größe des Tropfenraums bestimmend sind, auch für dieses Ausführungsbeispiel gelten.

    [0117] Wie man am besten anhand der Figur 17 sieht, kann ein Pinsel im Sinne dieses Ausführungsbeispiels auch die Besonderheit aufweisen, dass er mehrkomponentig gespritzt ist. Zu diesem Zweck wird ein Träger, der aus verschiedenen zylindrischen bzw. kegligen Abschnitten besteht, gespritzt. An diesen wird am distalen, d.h. dem Handgriff abgewandten, Ende ein zylindrischer bzw. kegliger Abschnitt angespritzt, der als Borstenträger 1 dient, von dem die Borsten aus abstehen, vorzugsweise in Richtung parallel zur Längsachse.

    [0118] Die Figuren 20 bis 22 zeigen ein fünftes Ausführungsbeispiel, das im Wesentlichen dem vorgenannten vierten Ausführungsbeispiel entspricht, mit dem einzigen Unterschied, dass der Pinsel bei diesem Ausführungsbeispiel vorzugsweise einkomponentig gespritzt ist und der Bereich des Pinsels jenseits des eigentlichen Borstenträgerabschnitts etwas anders gestaltet ist. Der Borstenbesatz entspricht aber dem des vierten Ausführungsbeispiels, daher gilt das dort Gesagte hier ebenfalls.

    [0119] Abschließend wird festgehalten, dass nicht zuletzt auch Schutz für einen solchen Pinsel beansprucht wird, der die Merkmale des ersten Anspruchs aufweist und zusätzliche weitere Merkmale, wie sie in mehreren, voneinander unabhängigen Stufen nachfolgend beschrieben werden. Der wie vorstehend beanspruchte Pinsel zeichnet sich also dadurch aus,
    • dass die Borsten des Borstenbesatzes (3, 4), die den größten Borstenfußdurchmesser aufweisen, zu den Begrenzungsborsten (10) gehören,
    • und/oder dass der Borstenträger eine konvexe, vorzugsweise im Wesentlichen einer Kalotte bzw. Kugelkalotte entsprechende Borstenträgerbasisfläche (2) besitzt, an der die Borsten befestigt sind und aus der die Borsten aufragen,
    • und/oder dass die Mantelfläche der einzelnen Borsten kegelig ausgebildet ist, vorzugsweise mit einem Kegelwinkel ß von 0,5° bis 3° gegenüber der Borstenlängsachse.

    Bezugszeichen:



    [0120] 
    1
    Borstenträger
    2
    Borstenträgerbasisfläche
    3
    äußerer Besatzbereich
    4
    innerer Besatzbereich
    7
    Zentrum des Borstenbesatzes
    8
    Sperrreihe
    9
    Sperrreihe
    10
    Begrenzungsborsten
    11
    Tropfenraum
    12
    mittlere Borsten
    13
    äußere Borsten
    14
    Hilfsborsten
    L
    Längsachse
    KD
    Kopfdurchmesser des Pinsels
    BL
    Borstenlängsachse
    GR
    Grenzlinie zu dem äußeren und dem inneren Besatzbereich
    LB
    Borstenlänge
    BDA
    Borstendichte im äußeren Besatzbereich BDI Borstendichte im inneren Besatzbereich
    T
    tiefster Punkt der Borstenträgerbasisfläche Kegelmantel-Winkel Schrägung der Borstenmantelfläche



    Ansprüche

    1. Pinsel zum dosierten Auftragen einer kosmetischen oder pharmazeutischen Flüssigkeit mit einem Besatz aus einer Anzahl von zumindest im Wesentlichen parallel zueinander und zur Borstenträgerlängsachse L verlaufend angeordneten Borsten, die um ein Besatzzentrum (7) herum gruppiert sind, wobei die Borsten an einen Borstenträger (1) angespritzt sind, wobei der Besatz einen das Besatzzentrum in Umfangsrichtung umschließenden äußeren Besatzbereich aufweist, in dem die Borstendichte höher ist als in dem von dem äußeren Besatzbereich (3) umschlossenen inneren Besatzbereich (4) und/oder dessen Borsten feiner sind als die Borsten des inneren Besatzbereichs (4), wobei der innere Besatzbereich Begrenzungsborsten (10) aufweist, die im Zentrum (7) des Besatzes ein im Wesentlichen borstenfreies Raumvolumen umgrenzen, das einen Tropfenraum (11) bildet, in dem sich eine Dosis der zu applizierenden Flüssigkeit ansammeln kann, die so groß ist, dass sie die schlagartige Abgabe des überwiegenden Teils der zu applizierenden Flüssigkeit in Gestalt eines Tropfens auslöst, wenn die zu behandelnde Fläche berührt wird , dabei ragen die Begrenzungsborsten (10) über die distalen Enden aller anderen Borsten des Borstenbesatzes (3) hinaus.
     
    2. Pinsel zum dosierten Auftragen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der innere Besatzbereich (4) einen Zentralbereich umfasst, der völlig borstenfrei ist.
     
    3. Pinsel zum dosierten Auftragen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Volumen des Tropfenraumes (11) in Abhängigkeit von der Borstenlänge, der Dichte der umgebenden Borsten, dem Tropfverhalten und der Oberflächenspannung der zu applizierenden Flüssigkeit so klein gewählt ist, dass der Tropfen mindestens 5 Sekunden, besser 10 Sekunden und noch besser mindestens 150 Sekunden gehalten werden kann, bevor er von selbst im Wesentlichen als Ganzer abtropft.
     
    4. Pinsel zum dosierten Auftragen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Tropfenraum (11) eine borstenfreie Grundfläche aufweist, die mindestens dem 3,5-fachen und idealerweise mindestens dem 5,5-fachen der im Fußbereich anzutreffenden Querschnittsfläche einer der Begrenzungsborsten (10) entspricht, wobei die borstenfreie Grundfläche vorzugsweise im Wesentlichen rotationssymmetrisch ist.
     
    5. Pinsel zum dosierten Auftragen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Tropfenraum (11) eine borstenfreie Grundfläche aufweist, die maximal dem 15-fachen und besser noch maximal dem 12,5-fachen der Querschnittsfläche einer der Begrenzungsborsten entspricht und im Einzelfall sogar nur dem 10-fachen der Querschnittsfläche einer der Begrenzungsborsten.
     
    6. Pinsel zum dosierten Auftragen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die distalen Enden der Borsten des inneren Bereichs (4) über die distalen Enden der Borsten des äußeren Bereichs (3) hinausragen.
     
    7. Pinsel zum dosierten Auftragen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das distale Ende des Borstenbesatzes (3, 4) als Ganzes kegelartig zugespitzt ausgestaltet ist, vorzugsweise so, dass die gedachte Fläche, die die distalen Borstenenden überspannt, im Wesentlichen ein Kegelmantel mit einem Spitzenwinkel α ist, für den gilt: 35°≤ α ≤ 55°.
     
    8. Pinsel zum dosierten Auftragen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Begrenzungsborsten (10) einreihig aufgestellt sind und die Reihe aus den Begrenzungsborsten auf ihrer dem Tropfenraum (11) abgewandten Seite von mindestens einer weiteren Borstenreihe (12) umgeben ist, deren Borsten voneinander durch einen größeren Borstenabstand getrennt sind als den maximalen Abstand Abmax der Begrenzungsborsten.
     
    9. Pinsel zum dosierten Auftragen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Borsten im Fußbereich unmittelbar oberhalb des Beginns der Verrundung, mit der sie in den Borstenträger übergehen einen Borstenfußdurchmesser DF aufweisen, für den gilt DF ≤ 0,06 mm, bzw. idealerweise DF ≤ 0,04 mm.
     
    10. Pinsel zum dosierten Auftragen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Begrenzungsborsten eine Borstenlänge LB aufweisen, für die gilt: 2,75 mm ≤ LB ≤ 5,5 mm.
     
    11. Auftragssystem bestehend aus einem Pinsel nach einem der vorhergehenden Ansprüche und einem zu applizierenden Mittel, vorzugsweise in Gestalt eines Wimpernwachstumsserums, dessen Oberflächenspannung geringer als die von reinem Wasser ist, wobei die Anordnung der Borsten relativ zueinander und/oder die Borstenlänge einerseits und die das Fließ- bzw. Tropfverhalten des Mittels bestimmenden Parameter andererseits so aufeinander abgestimmt sind, dass der Borstenbesatz eine vorherbestimmte Menge des Mittels - vorzugsweise überwiegend oder im Wesentlichen - in seinem Tropfraum gespeichert halten und bei Kontakt mit der zu behandelnden Hautpartie wieder abgeben kann, indem das Volumen des Tropfenraumes (11) in Abhängigkeit von der Borstenlänge, der Dichte der umgebenden Borsten, dem Tropfverhalten und der Oberflächenspannung der zu applizierenden Flüssigkeit so klein gewählt ist, dass der Tropfen mindestens 5 Sekunden, besser 10 Sekunden und noch besser mindestens 150 Sekunden gehalten werden kann, bevor er von selbst im Wesentlichen als Ganzer abtropft.
     
    12. Verwendung eines Pinsels oder Auftragssystems nach einem der vorhergehenden Ansprüche zum Auftragen eines dünnflüssigen Kosmetikums auf die menschliche oder tierische Haut, insbesondere auf die Haut des Augenlids.
     


    Claims

    1. A brush for the dosed application of a cosmetic or pharmaceutical liquid, comprising a covering of a number of bristles disposed so as to extend at least substantially parallel to one another and to the bristle carrier longitudinal axis L, which are grouped around a covering center (7), wherein the bristles are molded onto a bristle carrier (1), wherein the covering has an outer covering region, which encloses the covering center in a circumferential direction and in which the bristle density is higher than in the inner covering region (4) enclosed by the outer covering region (3) and/or whose bristles are finer than the bristles of the inner covering region (4), wherein the inner covering region has limiting bristles (10) delimiting in the center (7) of the covering a substantially bristle-free volume of space forming a drop space (11) in which a dose of the liquid to be applied can collect, which is so large that it triggers the abrupt discharge of the predominant part of the liquid to be applied in the form of a drop when the surface to be treated is touched; in this case, the limiting bristles (10) protrude beyond the distal ends of all other bristles of the bristle covering (3).
     
    2. The brush for dosed application according to claim 1, characterized in that the inner covering region (4) includes a central region that is completely bristle-free.
     
    3. The brush for dosed application according to any one of the preceding claims, characterized in that the volume of the drop space (11), depending on the bristle length, the density of the surrounding bristles, the drop behavior and the surface tension of the liquid to be applied, is selected to be so small that the drop can be held for at least 5 seconds, better for 10 seconds, and even better for at least 150 seconds, before it drips off substantially as a whole by itself.
     
    4. The brush for dosed application according to any one of the preceding claims, characterized in that the drop space (11) has a bristle-free base area which corresponds to at least 3.5 times, and ideally to at least 5.5 times the cross-sectional area to be found in a base area of one of the limiting bristles (10), wherein the bristle-free base area is preferably substantially rotationally symmetric.
     
    5. The brush for dosed application according to any one of the preceding claims, characterized in that the drop space (11) has a bristle-free base area which corresponds to 15 times at most, and better yet to 12.5 times at most of the cross-sectional area of one of the limiting bristles, and in an individual case even only to 10 times the cross-sectional area of one of the limiting bristles.
     
    6. The brush for dosed application according to any one of the preceding claims, characterized in that the distal ends of the bristles of the inner region (4) protrude beyond the distal ends of the bristles of the outer region (3).
     
    7. The brush for dosed application according to any one of the preceding claims, characterized in that the distal end of the bristle covering (3, 4) is configured to be conically tapered as a whole, preferably such that the imaginary surface that spans across the distal bristle ends is substantially an envelope of a cone with a point angle α for which 35° ≤ α ≤ 55° applies.
     
    8. The brush for dosed application according to any one of the preceding claims, characterized in that the limiting bristles (10) are set up in a single row and the row of the limiting bristles is surrounded on its side facing away from the drop space (11) by at least one further bristle row (12), whose bristles are separated from each other by a larger bristle spacing than the maximum spacing Abmax of the limiting bristles.
     
    9. The brush for dosed application according to any one of the preceding claims, characterized in that the bristles, in the base area directly above the beginning of the rounded portion with which they transition into the bristle carrier, have a bristle base diameter DF for which DF ≤ 0.06 mm, or ideally DF ≤ 0.04 mm, applies.
     
    10. The brush for dosed application according to any one of the preceding claims, characterized in that the limiting bristles have a bristle length LB for which 2.75 mm ≤ LB ≤ 5.5 mm applies.
     
    11. An application system, consisting of a brush according to any one of the preceding claims and an agent to be applied, preferably in the form of a eyelash growth serum, whose surface tension is lower than that of pure water, wherein the arrangement of the bristles relative to one another and/or the bristle length on the one hand and the parameters determining the flowing or dripping behavior of the agent on the other hand are adapted to one another in such a way that the bristle covering can keep a predetermined quantity of the agent - preferably predominantly or substantially - stored in its drop space and discharge it again upon contact with the skin area to be treated, due to the volume of the drop space (11), depending on the bristle length, the density of the surrounding bristles, the drop behavior and the surface tension of the liquid to be applied, being selected to be so small that the drop can be held for at least 5 seconds, better for 10 seconds, and even better for at least 150 seconds, before it drips off substantially as a whole by itself.
     
    12. A use of the brush or application system according to any one of the preceding claims for applying a highly liquid cosmetic to human or animal skin, in particular to the skin of the eyelid.
     


    Revendications

    1. Pinceau pour l'application dosée d'un liquide cosmétique ou pharmaceutique, comportant une garniture d'un certain nombre de poils agencés au moins sensiblement parallèlement les uns aux autres et à l'axe longitudinal L d'un porte-poils, qui sont regroupés autour d'un centre de garniture (7),
    dans lequel
    les poils sont rapportés par injection sur un porte-poils (1),
    la garniture présente une zone de garniture extérieure qui enserre le centre de garniture en direction périphérique et dans laquelle la densité de poils est supérieure à celle dans la zone de garniture intérieure (4) enserrée par la zone de garniture extérieure (3), et/ou dont les poils sont plus fins que les poils de la zone de garniture intérieure (4),
    la zone de garniture intérieure comprend des poils de délimitation (10) qui délimitent au centre (7) de la garniture un volume sensiblement dépourvu de poils qui constitue un espace goutte (11) dans lequel peut s'accumuler une dose du liquide à appliquer qui est aussi grande qu'elle déclenche le dégagement brusque de la majeure partie du liquide à appliquer sous la forme d'une goutte lorsque la surface à traiter est touchée, les poils de délimitation (10) dépassant au-delà des extrémités distales de tous les autres poils de la garniture de poils (3).
     
    2. Pinceau pour l'application dosée selon la revendication 1, caractérisé en ce que la zone de garniture intérieure (4) comprend une zone centrale complètement dépourvue de poils.
     
    3. Pinceau pour l'application dosée selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le volume de l'espace goutte (11) est choisi en fonction de la longueur des poils, de la densité des poils entourant, du comportement d'égouttage et de la tension superficielle du liquide à appliquer, et il est choisi si petit que la goutte peut être retenue pendant au moins 5 secondes, mieux pendant 10 secondes et encore mieux pendant au moins 150 secondes avant qu'elle ne s'égoutte d'elle-même sensiblement en entier.
     
    4. Pinceau pour l'application dosée selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'espace goutte (11) présente une surface de base dépourvue de poils qui correspond au moins à 3,5 fois et de façon idéale au moins à 5,5 fois la surface de section transversale située dans la zone pied de l'un des poils de délimitation (10), la surface de base dépourvue de poils étant de préférence sensiblement à symétrie de révolution.
     
    5. Pinceau pour l'application dosée selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'espace goutte (11) présente une surface de base dépourvue de poils qui correspond au maximum à 15 fois et encore mieux au maximum à 12,5 fois la surface de section transversale de l'un des poils de délimitation et dans le cas individuel même seulement à 10 fois la surface de section transversale de l'un des poils de délimitation.
     
    6. Pinceau pour l'application dosée selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les extrémités distales des poils de la zone intérieure (4) dépassent au-delà des extrémités distales des poils de la zone extérieure (3).
     
    7. Pinceau pour l'application dosée selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'extrémité distale de la garniture de poils (3, 4) est réalisée dans son ensemble en forme de cône pointu, de préférence de telle sorte que la surface imaginaire qui coiffe les extrémités distales des poils est sensiblement une enveloppe conique d'un angle de sommet α auquel s'applique : 35° ≤ α ≤ 55°.
     
    8. Pinceau pour l'application dosée selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les poils de délimitation (10) sont dressés en une rangée et la rangée des poils de délimitation est entourée, sur son côté détourné de l'espace goutte (11), par au moins une autre rangée de poils (12) dont les poils sont séparés les uns des autres par un espacement de poil supérieur à l'espacement maximal Abmax des poils de délimitation.
     
    9. Pinceau pour l'application dosée selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que dans la zone de pied directement au-dessus du début de l'arrondi par lequel ils se transforment en le porte-poils, les poils présentent un diamètre de pied de poils DF auquel s'applique DF ≤ 0,06 mm, idéalement DF ≤ 0,04 mm.
     
    10. Pinceau pour l'application dosée selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les poils de délimitation présentent une longueur de poils LB à laquelle s'applique 2,75 mm ≤ LB ≤ 5,5 mm.
     
    11. Système d'application constitué par un pinceau selon l'une des revendications précédentes et par un produit à appliquer, de préférence sous la forme d'un sérum de croissance de cils, dont la tension superficielle est inférieure à celle de l'eau pure, l'agencement des poils les uns par rapport aux autres et/ou la longueur de poils d'une part et les paramètres déterminant le comportement d'écoulement ou d'égouttage du produit d'autre part étant adaptés les uns aux autres de telle sorte que la garniture de poils peut retenir une quantité prédéterminée du produit, de préférence majoritairement ou sensiblement, en la gardant stockée dans son espace goutte et peut la ré-dégager lors d'un contact avec la partie de peau à traiter, du fait que le volume de l'espace goutte (11) est choisi en fonction de la longueur des poils, de la densité des poils entourant, du comportement d'égouttage et de la tension superficielle du liquide à appliquer, et il est choisi si petit que la goutte peut être retenue pendant au moins 5 secondes, mieux pendant 10 secondes et encore mieux pendant au moins 150 secondes avant qu'elle ne s'égoutte d'elle-même sensiblement en entier.
     
    12. Utilisation d'un pinceau ou d'un système d'application selon l'une des revendications précédentes pour appliquer un cosmétique de faible viscosité sur la peau humaine ou animale, en particulier sur la peau de la paupière.
     




    Zeichnung
































    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente