[0001] Die Erfindung betrifft eine indirekte Strangpresse und ein Verfahren zum indirekten
Strangpressen gemäß dem Oberbegriff der unabhängigen Ansprüche (siehe z.B.
JPH0241714).
[0002] Beim indirekten Pressen roher Metallblöcke, etwa aus Kupfer, Messing oder entsprechenden
Legierungen, erfolgt der Umformvorgang zum Presserzeugnis unter Ausbildung einer Schale,
um beispielsweise zu vermeiden, dass Verunreinigungen an der Oberfläche des zu verformenden
Blockes in das fertige Presserzeugnis gelangen. Hierbei wird ein Werkzeugkopf, welcher
eine Matrize umfasst, in seinem Durchmesser in dem Maße geringer als der Innendurchmesser
eines Blockaufnehmers gehalten, dass eine Schale von etwa 0,2 bis 2,0 mm Wandstärke
an der Innenwandung des Blockaufnehmers verbleibt, wie dieses beispielsweise auch
in der
EP 0 224 115 B1 offenbart ist. Auch bei anderen Materialien, beispielsweise bei Aluminium, kann die
Ausbildung einer Schale entsprechend vorteilhaft sein. Ein weiteres Beispiel einer
indirekten Strangpresse ist in der
DE 22 37 276 A1 offenbart.
[0003] Hierbei ist zu unterscheiden zwischen direkten und indirekten Pressvorgängen, wobei
beim direkten Pressen unter gleichgerichteter Führung eines Pressstempels und des
umzuformenden Metalls in der Regel größere Presserzeugnisse gefertigt werden können.
Beim indirekten Pressen, bei welchem der als Indirektstempel benannte Pressstempel
und der Werkstoff gegensinnig geführt werden, treten weniger Reibungskräfte auf, da
das Material nicht relativ zum Blockaufnehmer verlagert werden braucht. In der Regel
können jedoch beim indirekten Pressen lediglich kleinere Presserzeugnisse hergestellt
werden, da das Presserzeugnis durch den Indirektstempel hindurch abgeführt werden
muss.
[0004] Zur Verringerung von Werkstoffspannungen in dem Indirektstempel schlägt die
DE 101 31 901 A1 vor, einen Räumring auf den Indirektstempel aufzuschrauben und mit einer Kontermutter
zu entlasten bzw. eine Verschleißplatte und/oder eine Matrize über Steckbolzen, die
in entsprechende Bohrungen des Indirektstempels eingeschrumpft sind, zu befestigen.
Nachteilig hierbei ist jedoch der Umstand, dass zum Entfernen der Schale, wegen der
zwar lösbaren jedoch formschlüssigen Verbindung, ein Demontage- und Montageaufwand
geleistet werden muss, wodurch sich die Rüstzeiten einer derartigen Strangpresse unvorteilhaft
verlängern.
[0005] Es ist daher Aufgabe vorliegender Erfindung die Rüstzeiten einer indirekten Strangpresse,
in welcher beim Pressen eine Schale aus Restwerkstoff gebildet wird, zu minimieren.
[0006] Um diese Aufgabe zu lösen, werden indirekte Strangpressen und Verfahren zum indirekten
Strangpressen mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche vorgeschlagen.
[0007] Eine indirekte Strangpresse mit einem eine Matrize umfassenden, auf einem Indirektstempel
angeordneten Werkzeugkopf, kann sich dadurch auszeichnen, dass der Werkzeugkopf nach
einem eine Scherkante aufweisenden Scherring bzw. nach einem eine Scherkante aufweisenden
Räumring sich in Richtung auf eine Abstreifebene sich verjüngend ausgebildet ist.
Hierbei ist die Abstreifebene in der Regel senkrecht zur Pressrichtung ausgerichtet
und kann, je nach konkreter Umsetzung vorliegender Erfindung, vor oder hinter dem
Werkzeugkopf oder aber den Werkzeugkopf schneidend ausgebildet sein.
[0008] In Abweichung von der indirekten Strangpresse, wie sie in der
DE 101 31 901 A1 offenbart ist und bei welcher der Werkzeugkopf sich im Bereich einer zu ihm gehörigen
Verschleißplatte, an welcher dieser von dem Indirektstempel getrennt werden kann,
in Richtung auf die durch die Trennung ermöglichte Abstreifebene erweitert, kann auf
diese Weise ein einfaches und betriebssicheres Abstreifen der sich außerhalb des Werkzeugkopfes
ansammelnden Schale von dem Werkzeugkopf gewährleistet werden. Je nach konkreter Umsetzung
verbleibt dann die Schale zunächst vor einem entsprechenden Räumring und wird erst
nachdem der Werkzeugkopf abgezogen wurde, entfernt, oder die Schale wird gemeinsam
mit dem Werkzeugkopf beim Abziehen des Werkzeugkopfs abgestreift und erst anschließend
von dem Werkzeugkopf abgestreift.
[0009] Die Ausbildung des Werkzeugkopfes mit einem sich in Richtung auf eine Abstreifebene
verjüngenden Durchmesser kann, je nach konkreter Umsetzung vorliegender Erfindung,
auch eine einfache Montage und Demontage des Werkzeugkopfes von dem Indirektstempel
begünstigen, welcher mittels der vorzugsweise als Kegel ausgebildeten Verjüngung besonders
einfach und lösbar mit dem Indirektstempel verbunden und wieder gelöst werden kann,
wenn die sich verjüngende Außenseite als Kontakt und Zentrierfläche zu dem Indirektstempel
genutzt wird. Somit erfolgt eine lediglich formschlüssige Verbindung zwischen dem
Werkzeugkopf und dem Indirektstempel, wobei auf weitere Befestigungsmittel verzichtet
werden kann. Auch kann durch die Ausbildung des vorstehend genannten Konus eine am
Werkzeugkopf entstehende Schale aus einem Werkstoffrest oder Werkstofffilm des gepressten
Werkstoffes abgezogen werden, indem der Werkzeugkopf aus der Strangpresse gezogen
wird und an der als Konus ausgebildeten Oberfläche des Werkzeugkopfes keine dem Entfernen
entgegenstehende Reibung auftritt.
[0010] Auch kann diese sich in Richtung auf eine Abstreifebene verjüngende Ausbildung einer
äußeren Oberfläche des Werkzeugkopfes ein sehr einfaches, sicheres und schnelles Entfernen
der an dem Werkzeugkopf gebildeten Schale und eines an dem Werkzeugkopf befindlichen
Scherringes bzw. Räumringes, welcher dementsprechend vorzugsweise mit einer Komplementären
Fläche mit dem Werkzeugkopf verbunden ist, begünstigen, wobei in Abkehr zu der vorstehend
genannten Umsetzung die Schale von dem Werkzeugkopf abgezogen werden kann, statt den
Werkzeugkopf von der Schale abzuziehen. Der Werkzeugkopf kann in diesem Falle an dem
Indirektstempel verbleiben, welcher zum Lösen der Schale den Werkzeugkopf von der
Schale wegzieht.
[0011] In diesem Zusammenhang kann sich alternativ bzw. kumulativ zu den vorstehenden Merkmalen
dementsprechend auch eine indirekte Strangpresse mit einem eine Matrize umfassenden,
auf einem Indirektstempel angeordneten Werkzeugkopf durch eine sich in Richtung auf
eine Abstreifebene verjüngende Schalenkammer auszeichnen. Die selbigen vorstehend
genannten Vorteile zum Werkzeugkopf ergeben sich auch in dieser Ausgestaltung, da
eine Demontage des Werkzeugkopfes auch dann besonders wenig aufwändig erfolgen kann,
wenn die Schalenkammer des Werkzeugkopfes mit einem Werkzeugstoff befüllt ist und
bei nicht verjüngender Ausbildung des Werkzeugkopfes diesen an der Demontage hindern
würde, wie dieses beispielsweise durch die Anordnung nach der
DE 101 31 901 A1 im Bereich der sich zur Abstreifebene hin erweiternden durch die Verschleißplatte
des Werkzeugkopfs gebildete Schalenkammerwandung der Fall ist.
[0012] In einer vorteilhaften Ausgestaltung können der Räumring, der Scherring oder beide
Ringe um den Werkzeugkopf radial außen umlaufend angeordnet sein. Gleichzeitig können
der Räumring, der Scherring oder beide Ringe auch abnehmbar angeordnet sein. Hierbei
ergibt sich einerseits eine vorteilhafte Demontagemöglichkeit sowie eine einfache
Wartung, indem die beiden Ringe, der Räumring und der Scherring, als Ersatzteil ausgeführt
werden können und indem ein Entfernen von Werkstoffresten vom Werkzeugkopf einfacher
vonstattengeht, da die Gesamtanordnung aus Räumring, Scherring und Werkzeugkopf voneinander
getrennt werden kann.
[0013] Auch kann sich dementsprechend eine indirekte Strangpresse mit einem eine Matrize
umfassenden, auf einem Indirektstempel angeordneten Werkzeugkopf dadurch auszeichnen,
dass der Werkzeugkopf einen Räumring und einen Scherring umfasst, die jeweils von
dem Werkzeugkopf abnehmbar ausgebildet sind und vorzugsweise die Schalenkammer umgrenzen.
[0014] In einer hiervon abweichenden, alternativen aber nicht beanspruchten Lösung, zeichnet
sich eine indirekte Strangpresse mit einem eine Matrize umfassenden, auf einem Indirektstempel
angeordneten Werkzeugkopf durch einen Räumring und einen Scherring, die einstückig
miteinander ausgebildet sind, wobei und zwischen dem Räumring und dem Scherring eine
Schalenkammer ausgebildet ist. Ein derartiger Werkzeugkopf kann als Ganzes entfernt
werden, wenn die Schalenkammer voll ist, indem einfach ein neuer Werkzeugkopf angesetzt
wird. Nach dem Entfernen kann dann in einem separaten Arbeitsschritt, ohne den Pressvorgang
zu behindern, von dem Werkzeugkopf eine Schale entfernt werden. Auch ein derartiges
Entfernen kann ohne weiteres maschinell und mithin sehr schnell umgesetzt werden,
um die indirekte Strangpresse schnell für den nächsten Pressvorgang vorzubereiten.
[0015] Ein derartiger Vorgang lässt sich noch weiter vereinfachen, indem die bauliche Einheit
aus die Schalenkammer bildendem Räumring und Scherring über eine sich in Richtung
auf eine Abstreifebene sich verjüngend ausgebildete Fläche mit der übrigen indirekten
Strangpresse bzw. mit dem Indirektstempel verbunden ist, so dass, wie bereits vorstehend
dargelegt, eine Selbstzentrierung ohne Weiteres erfolgen kann, was die maschinelle
Umrüstung erheblich erleichtert bzw. erst ermöglicht.
[0016] Ein Verjüngen erfolgt in allen vorgenannten Fällen vorzugsweise konisch bzw. in Form
einer Kegelmantelfläche, da hierdurch eine Rotationssymmetrie bedingt ist, die insbesondere
eine Montage erheblich erleichtert und auch maschinell einfach, beispielsweise mittels
eines Manipulators, erfolgen kann.
[0017] Um die eingangs stehende Aufgabe alternativ bzw. kumulativ zu den vorstehenden Merkmalen
ebenso vorteilhaft aber nicht beansprucht zu lösen, wird eine indirekte Strangpresse
mit einem eine Matrize umfassenden, auf einem Indirektstempel angeordneten Werkzeugkopf
vorgeschlagen, welche sich dadurch auszeichnet, dass die Größe einer Schalenkammer,
die hinter einer Scherkante des Werkzeugkopfes angeordnet ist, derart gewählt ist,
dass das Schalenmaterial von wenigstens zwei Werkstoffblöcken in der Schalenkammer
aufgenommen werden kann. Hierbei versteht es sich, dass, wenn es gelingt, die Dicke
der Schale möglichst gering zu halten, auch wesentlich mehr als zwei Werkstoffblöcke,
beispielsweise 10 oder mehr Werkstoffblöcke, bei einer angemessenen Schalengröße hintereinander
verarbeitet werden können, ohne die Schale zwischendurch entfernen zu müssen. Somit
werden die Rüstzeiten der indirekten Strangpresse noch weiter herabgesetzt, indem
ein notwendiges Entfernen des Schalenmateriales aus der Schalenkammer nicht nach jedem
einzelnen Presszyklus erfolgen muss. Es können hierbei zwei Werkstoffblöcke annähernd
unmittelbar nacheinander in der Strangpresse verarbeitet werden.
[0018] Der Räumring kann vorteilhaft dazu genutzt werden, die beim Pressen entstehende Schale
soweit auszudünnen, dass ein Großteil der Schale in der Schalenkammer verbleibt und
der in Pressrichtung aus der Strangpresse austretende Werkstoffrest bzw. Werkstofffilm
eine minimale Dicke aufweist.
[0019] Auch kann sich ein Verfahren zum indirekten Strangpressen, bei welchem ein Werkstoffblock
unter Ausbildung einer Schale durch eine durch einen Werkzeugkopf umfassenden Matrize
gepresst wird, dadurch auszeichnen, dass zum Entfernen der Schale Werkzeugkopf und
Schale voneinander abgezogen werden. Insbesondere in Abweichung zu der Verfahrensführung
nach der
EP 0 224 115 B1, bei welcher ein aufwändiges Abdrehen erfolgt, kann hierdurch wesentlich schneller
das Material der Schale entfernt werden.
[0020] Vorzugsweise erfolgt das Abziehen bereits in der indirekten Strangpresse, wodurch
erheblich Rüstzeiten gespart werden können. Ebenso kann das Abziehen auch außerhalb
erfolgen, was ebenso zeitsparend ist, insbesondere wenn während letzterem ein neuer
Werkzeugkopf eingesetzt und die Presse bereits während des Trennens von Schale und
Werkzeugkopf wieder mit dem neuen Werkzeugkopf betrieben werden kann.
[0021] Dieses Abziehen kann einerseits dadurch erfolgen, dass die Schale in der indirekten
Presse verbleibt und der Werkzeugkopf oder Teile desselben, wie beispielsweise ein
Scherring, ziehend von der Schale und dem Indirektstempel abgezogen werden. Ebenso
kann dieses Abziehen beispielsweise dadurch erfolgen, dass die Schale von dem Werkzeugkopf
bzw. von Teilen desselben abgezogen wird.
[0022] In einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens kann nach dem Abziehen, wenn
der Werkzeugkopf aus dem Inneren der Schale entfernt ist, die Schale von einem in
der indirekten Strangpresse verbleibenden Werkstofffilm abgetrennt, vorzugsweise abgeschert
werden. Es ist sofort ersichtlich, dass das Entfernen des Werkzeugkopfes mit der in
diesem befindlichen Matrize eine vollständige Zugänglichkeit zu der Schale ermöglicht,
wodurch die Schale beispielsweise durch ein Schermesser schnell und einfach aus der
Strangpresse entfernt werden kann.
[0023] Hierbei ist es sofort ersichtlich, dass durch das Entfernen der Schale vom Werkzeugkopf
der Werkzeugkopf in der Strangpresse verbleiben kann und somit auch die Möglichkeit
besteht, einen darauffolgenden neu gepressten Strang nahtlos an den alten Strang anzupressen.
Weiterhin wird die Handhabbarkeit beim Entfernen der Schale verbessert, da nunmehr
lediglich der Scherring vom Werkzeugkopf entfernt werden muss, um an die Schale zu
gelangen.
[0024] Andererseits kann auch der gesamte Werkzeugkopf, vorzugsweise ohne einen Räumring,
von der Schale abgezogen und entfernt werden, so dass ein leichtes Abscheren ermöglicht
wird.
[0025] In diesem Zusammenhang aber auch alternativ zu dem vorstehenden Verfahren wird ein
weiteres Verfahren zum indirekten Strangpressen, bei welchem ein Werkstoffblock unter
Ausbildung einer Schale durch eine von einem Werkzeugkopf umfasste Matrize gepresst
wird, vorgeschlagen, um die eingangs stehende Aufgabe in nicht beanspruchter Weise
zu lösen, welches sich dadurch auszeichnet, dass wenigstens zwei Werkstoffblöcke verpresst
werden, bevor eine Schalenkammer von der Schale befreit wird. Es ist, wie weiter oben
stehend bereits ausgeführt, ersichtlich, dass ein Entfernen der Schale nach dem Verpressen
wenigstens zweier Werkstoffblöcke die Rüstzeigen minimiert. Insbesondere bei einer
Strangpresse kann vorteilhaft die Qualität des erzeugten Strangprofils erhöht werden,
wenn die Rüstzeiten derart minimal sind, dass durch die unmittelbar aufeinanderfolgende
Verarbeitung zweier Werkstoffblöcke ein Rest des ersten Werkstoffblockes keine Möglichkeit
hat, zu weit abzukühlen und der daraufhin folgende zweite Werkstoffblock gemeinsam
mit dem Rest des ersten Werkstoffblockes mit besseren Nahtstellen verarbeitet werden
kann. Insofern wird es - in Grenzen - möglich sein, sehr große Werkstücke mit einer
weitestgehend homogenen Qualität herzustellen.
[0026] Für eine alternative bzw. kumulative aber nicht beanspruchten Lösung der eingangs
stehenden Aufgabe wird eine indirekte Strangpresse mit einem eine Matrize umfassenden,
auf einem Indirektstempel angeordneten Werkzeugkopf vorgeschlagen, wobei sich die
indirekte Strangpresse durch einen als Spreizring ausgebildeten Räumring auszeichnet.
Dieser Räumring kann sich durch seine Ausgestaltung als Spreizring wegen seiner Flexibilität
ausdehnen und sich somit an einer Innenwandung einer Innenbuchse der indirekten Strangpresse
anschmiegen und den zwischen dem Räumring und der Innenbuchse entstehenden Spalt vorteilhaft
minimieren. Es ist ersichtlich, dass hierdurch ein durch diesen Spalt gelangender
Werkstofffilm möglichst minimal ausgebildet wird.
[0027] Der Räumring kann zu dem vorgenannten Zweck mit dem Werkzeugkopf zusammenwirken,
wobei sich eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung der indirekten Strangpresse ergibt,
wenn der Räumring mit einer axialen neben ihm angeordneten Baugruppe über eine konisch
nach innen weisende Fläche wirkverbunden ist. Die genannte neben dem Räumring angeordnete
Baugruppe kann hierbei der erwähnte Werkzeugkopf oder aber auch der Indirektstempel
sein. Vorteilhaft ist der Räumring axial zwischen dem Werkzeugkopf und dem Indirektstempel
angeordnet, wodurch der Werkzeugkopf einen Druck auf den Räumring überträgt und dieser
Druck mittels der konischen Flächen durch die Kraftumleitung den Räumring spreizt.
[0028] Da vorteilhaft durch die konisch nach innen weisende Fläche der Räumring besonders
einfach abnehmbar ist, werden auch hierbei Rüstzeiten und Kosten für einen Austausch
des Räumrings minimiert. Insbesondere ist es vorteilhaft, wenn der Räumring von Indirektstempel
abnehmbar ausgebildet ist. Es ist sofort ersichtlich, dass hierbei der Indirektstempel
einem geringstmöglichen Verschleiß unterliegt, da das verschleißbehaftete Bauteil
durch den Räumring dargestellt wird.
[0029] In diesem Zusammenhang wird somit auch alternativ bzw. kumulativ zu den vorstehenden
Verfahren ein nicht beanspruchtes Verfahren zum indirekten Strangpressen vorgeschlagen,
bei welchem ein Werkstoffblock unter Ausbildung einer Schale durch eine von einem
Werkzeugkopf umfasste Matrize gepresst wird und sich das Verfahren dadurch auszeichnet,
dass wenigstens ein zur Ausbildung einer Schale genutzter Räumring während des Pressens
gespreizt und beim Zurückfahren eines Blockaufnehmers entspreizt wird.
[0030] Besonders vorteilhaft für dieses Verfahren ist es weiterhin, wenn die zum Spreizen
erforderliche Kraft aus dem Pressdruck genommen wird.
[0031] Wie auch weiter obenstehend bereits erläutert, kann mittels des gespreizten Räumrings
die aus der Strangpresse austretende Schale sehr stark ausgedünnt werden, so dass
lediglich ein minimaler Werkstofffilm aus der Strangpresse austritt. Die Verwendung
des Pressdrucks zum Spreizen des Räumrings setzt den besonderen Vorteil um, dass die
Spreizkraft auch nur dann auf den Räumring ausgeübt wird, wenn der Räumring zum Ausdünnen
der Schale herangezogen wird. Das Herabfallen des Pressdruckes beim Zurückfahren des
Blockaufnehmers bewirkt zusätzlich eine Verminderung der Reibung, da der Spreizring
gleichzeitig entspreizt wird.
[0032] Üblicherweise werden bei indirekten Strangpressen Werkstücke mit endlicher Länge
gepresst, wobei ein Werkstückwechsel spätestens bei einem Blockwechsel erfolgt, indem
vor Aufgabe des nachfolgenden Werkstoffblocks Werkstoffreste insbesondere auch vor
der Matrize entfernt werden, was beispielsweise durch Abdrehen, wie nach der
EP 0 224 115 B1, oder auch durch Abscheren erfolgen kann. Dieses bedingt, dass das noch in der Matrize
befindliche und bereits verpresste Material einfach entnommen werden kann bzw. aus
der Matrize herausfällt.
[0033] Weist die Matrize eine Vorkammer auf, so kann Material in der Vorkammer verbleiben,
auch wenn im Übrigen Werkstoffreste, wie beispielsweise ein vor der Matrize befindlicher
Materialrest oder eine Schale, entfernt werden. Auf diese Weise kann das Gebiet, in
welchem möglicherweise Verunreinigungen oder Fehlstellen aufgrund der Grenze zwischen
den beiden Werkstoffblöcken auftreten, gegenüber einem Aneinanderreihen von Werkstoffblöcken
über den gesamten Durchmesser des Blockaufnehmers minimiert werden. Der in der Vorkammer
befindliche Materialrest hält darüber hinaus das bereits gepresste Werkstück in Position,
bis der nachfolgende Pressvorgang einsetzt.
[0034] Verkleinert sich die Vorkammer in Pressrichtung, so kann eine besonders innige Verbindung
des Materials zweier aufeinander folgender Werkstoffblöcke auf sehr kurze Distanz
erfolgen, so dass das Gebiet von Verunreinigungen oder Fehlstellen, die durch den
Wechsel der Werkstoffblöcke bedingt sind, weiter minimiert werden kann.
[0035] Je nach konkreten Anforderungen an das fertige Produkt kann auf diese Weise ein endloses
Werkstück bereitgestellt werden, wenn die Verunreinigungen oder Fehlstellen, die durch
den Wechsel der Werkstoffblöcke bedingt sind, hinsichtlich der Qualität toleriert
werden können. Ansonsten können diese Stellen im Nachhinein abgetrennt werden, wobei
auch bei herkömmlichen Werkstücken ggf. Anfangs- und Endbereiche jeweils abgetrennt
werden müssen so dass der Materialverlust in der Regel in vertretbaren Grenzen bleibt.
Durch die Verbindung der Werkstücke über einen Blockwechsel hinaus kann darüber hinaus
auf komplexe Führungsmechanismen innerhalb des Indirektstempels, mit welchen Werkstückanfänge
und Werkstückenden innerhalb des Indirektstempels geführt werden, verzichtet werden.
[0036] Alternativ bzw. kumulativ zu den vorstehend genannten Verfahren wird ein Verfahren
zum indirekten Strangpressen nicht beansprucht vorgeschlagen, bei welchem ein Werkstoffblock
unter Ausbildung einer Schale durch eine von einem Werkzeugkopf umfasste Matrize gepresst
wird und welches sich dadurch auszeichnet, dass eine zur Aufnahme der Schale genutzte
Schalenkammer geschmiert wird.
[0037] Vorzugsweise wird diese Schalenkammer mit Graphit geschmiert. Hierzu können auch
Bornitrit, Silikone oder Fette bzw. Salzwasser oder Salzlauge genutzt werden.
[0038] Die Schmierung der Schalenkammerverringert ebenfalls die Rüstzeiten der Strangpresse,
indem der Werkzeugkopf nach dem erfolgten Pressen besser aus der gebildeten Schale
abgezogen oder die Schale sonst wie einfacher von dem Werkzeugkopf entfernt werden
kann. Dies kann in der indirekten Strangpresse oder außerhalb geschehen.
[0039] Es versteht sich, dass die Merkmale der vorstehend bzw. in den Ansprüchen beschriebenen
Lösungen auch unabhängig voneinander vorteilhaft für eine Strangpresse sind und gegebenenfalls
auch kombiniert werden können, um die Vorteile entsprechend kumuliert umsetzen zu
können.
[0040] Weitere Vorteile, Ziele und Eigenschaften vorliegender Erfindung werden anhand nachfolgender
Beschreibung von Ausführungsbeispielen erläutert, die insbesondere auch in anliegender
Zeichnung dargestellt sind. In der Zeichnung zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Detaildarstellung einer Strangpresse mit einem Werkzeugkopf mit
einem integrierten Scherring und einem separaten Räumring zur Erläuterung des technologischen
Zusammenhangs;
- Figur 2
- eine schematische Detaildarstellung einer Strangpresse mit einem Werkzeugkopf mit
einem einstückigen Führungs- und Räumring zur Erläuterung des technologischen Zusammenhangs;
- Figur 3
- eine schematische Detaildarstellung einer erfindungsgemäßen Strangpresse mit einem
Werkzeugkopf mit einem separaten Räumring und einem separaten Scherring:
- Figuren 4 bis 11
- ein Prozessverlauf beim Rüsten in schematischer Einzelschrittdarstellung für die Anordnung
nach Figur 1;
- Figuren 12 bis 15
- ein Prozessverlauf beim Rüsten in schematischer Einzelschrittdarstellung für die Anordnungen
nach Figur 3;
- Figuren 16 bis 21
- eine Detailansicht des Prozessverlaufes beim Rüsten für die Anordnung nach Figur 3;
und
- Figur 22
- eine Detaildarstellung einer Matrize in schematischem Schnitt.
[0041] Eine erste Ausführungsform einer indirekten Strangpresse 1 mit einer Matrize 19 und
einem Werkzeugkopf 5 nach Figur 1 verfügt über einen im Werkzeugkopf 5 integrierten
Scherring 20. Weiterhin ist zwischen einem Indirektstempel 2 der indirekten Strangpresse
1, gegen welchen der Werkzeugkopf 5 inklusive der Matrize 19 gepresst wird, ein Räumring
16 angeordnet.
[0042] Der als separates Bauteil ausgeführte Räumring 16 wirkt mit einer radial um den Werkzeugkopf
5 angeordneten Schalenkammer 24 zusammen, um einen an dem Scherring 20 vorbeifließenden
Rest des Werkstoffblockes 12 in dieser Schalenkammer 24 zu sammeln.
[0043] Wie der Scherring 20 auch, befindet sich der Räumring 16 innerhalb der indirekten
Strangpresse koaxial, jedoch mit einem geringen Spiel, zu einem Blockaufnehmer 3.
Durch den an einer Innenbuchse 22 des Blockaufnehmers 3 entstehenden Spalt gelangt
zunächst ein erster Rest des Werkstoffblockes 12 nach Abscheren an einer am Scherring
20 angeordneten Scherkante 21 in die Schalenkammer 24. Nachdem der in dieser Schlankammer
24 befindliche Werkstoffrest den Räumring 16 erreicht, wird ein Großteil dieses Werkstoffrestes
mittels Abscherung an der Scherkante 17 in der Schalenkammer 24 zurückgehalten. In
dieser Schalenkammer 24 entsteht somit während des Pressens eine Schale 15 aus dem
ersten Teil Werkstoffrestes.
[0044] Ein den Räumring 16 bzw. die Scherkante 17 passierender zweite Teil des Werkstoffrestes
bleibt im weiteren Verlauf an der Innenbuchse 22 als ein dünner Werkstofffilm 26 haften.
Im Idealfall ist die Wandstärke des Werkstofffilms 26 derart gering, dass eine Entnahme
dieses verbleibenden Werkstofffilms 26 aus der indirekten Strangpresse 1 mit geringstem
Aufwand erfolgt. Insbesondere kann der Werkstofffilm 26 bei einem Zurückfahren des
Blockaufnehmers 3 in eine Rüstposition bereits selbstständig einreißen, wodurch eine
Entnahme ohne weitere Werkzeuge bzw. mit nur geringer Unterstützung möglich wird.
Ebenso kann ggf. die Wandstärke des verbleibenden Werkstofffilms 26 derart gering
sein, dass dieser an der Innenbuchse 22 verbleiben kann.
[0045] Die Schalenkammer 24 ist in ihrem Volumen derart bemessen, dass der an der Scherkante
17 des Räumringes 16 abgescherte Werkstoffrest erst nach wenigstens zwei aufeinander
folgenden Pressvorgängen die Schalenkammer 24 füllt. Zudem bleibt in der Schalenkammer
24, wenn ihr Volumen größer bemessen wird, eine Kante 25 zum Einklinken eines Werkzeuges
für Entnahme des Werkzeugkopfes 5 frei zugänglich.
[0046] Zum sicheren Sitz des Werkzeugkopfes 5 während des Pressens eines Presserzeugnisses
4 verfügt dieser über wenigstens eine konische Fläche 23, welcher in der beschriebenen
Ausführungsform mit dem Räumring 16 zusammenwirkt und bei diesem Ausführungsbeispiel
den Räumring 16 spreizt. Zur Spreizung des Räumringes 16 kann dieser, muss jedoch
nicht, geschlitzt sein, wodurch ein engeres Anliegen der Scherkante 17 an der Innenbuchse
22 gewährleistet werden kann. Es ist sofort ersichtlich, dass durch diese Ausbildung
des Räumringes 16 der Werkstofffilm 26 auf ein Minimum reduziert wird. In einer abweichenden
Ausführungsform ist auch der Räumring 16 über eine konische Fläche in Wirkverbindung
mit dem Indirektstempel, wodurch eine gute Zentrierung und bei geeigneter Abstimmung
der Konizität bzw. der Kontaktflächen zwischen Innenstempel 2 und Räumring 16 die
Spreizung noch verstärkt werden kann.
[0047] Eine zweite Ausführungsform einer indirekten Strangpresse 1 nach Figur 2 verfügt
über einen einstückig mit dem Scherring 20 verbundenen Räumring 16, wobei der Scherring
20 und der Räumring 16 axial zur Pressrichtung in ihrem Zwischenraum die Schalenkammer
24 ausbilden. Im Unterschied zur Ausführungsform nach Figur 1 wirkt der Indirektstempel
2 der indirekten Strangpresse 1 nunmehr unmittelbar auf den Werkzeugkopf 5 und nicht
auf den Räumring 16, wobei der Räumring 16 sowie der mit diesem Räumring 16 verbundene
Scherring 20 auf einer konischen Fläche 23 des Werkzeugkopfes 5 gelagert sind.
[0048] Ein in Bezug auf die axiale Pressrichtung des Indirektstempels ausgebildeter Winkel
der konischen Fläche 23 ist in dem Ausführungsbeispiel nach Figur 2 dem entsprechenden
Winkel nach Figur 1 entgegengesetzt. Diese Ausgestaltung gewährleistet bei geeigneter
Detaildimensionierung auch für diese Ausführungsform ein Spreizen des Räumringes 16
und ggf. auch des Scherringes 20 beim Pressen eines Presserzeugnisses 4. In diesem
Zusammenhang wie nochmal darauf hingewiesen, dass ein gespreizter Räumring 16 und/oder
ein gespreizter Scherring 20 bei einem Zurückfahren des Indirektstempels 2 wieder
entspreizt wird und eine Demontage der beiden Ringe 16, 20 mit weniger Kraftaufwand
erfolgen kann.
[0049] In einer dritten, zur Ausführungsform nach Figur 2 ähnlichen Ausführungsform ist
auch die in Figur 3 dargestellte indirekte Strangpresse 1 gestaltet, wobei hierbei
der Scherring 20, der Räumring 16 und der Werkzeugkopf 5 separat ausgebildet sind.
Die Schalenkammer 24 wird nunmehr durch die beiden Ringe 16, 20 sowie einer äußeren
sich leicht konisch zum Scherring 20 verjüngenden Oberfläche 23 des Werkzeugkopfes
5 gebildet. Diese Ausführungsform bietet, wie sofort ersichtlich, den Vorteil, dass
zum Entnehmen der Schale 15 aus dem Werkzeugkopf 5 lediglich der Scherring 20 abgezogen
werden braucht.
[0050] Bei der Ausführungsform nach Figur 1 wird zum Pressen des Presserzeugnisses 4 in
der indirekten Strangpresse 1 zunächst bei zurückgefahrenem Blockaufnehmer 3 ein Werkstoffblock
12 mittels eines Blockladers 13 zwischen dem Werkzeugkopf 5 und einem Verschlussstück
8 koaxial zum Indirektstempel 2 sowie koaxial zu einem Direktzylinder 27 positioniert,
wie in Figur 4 dargestellt.
[0051] Der Direktzylinder 27, welcher weiterhin in einem Gestell 28 gelagert ist, wirkt
über einen Direktstempel 11 auf ein zugehöriges Verschlussstück 8. Mittels eines Halters
9, welcher über eine Druckplatte 10 ebenfalls im Gestell 28 gelagert wird, wird die
Anordnung aus Verschlussstück 8 sowie Direktstempel 11 innerhalb des Gestells 28 geführt
und der durch das Schließen des Blockaufnehmers entstehende Druck aufgenommen.
[0052] Nach dem Positionieren des Werkstoffblockes 12 wird der Indirektstempel 2, wie aus
Figur 5 ersichtlich, gegen den Werkstoffblock 12 verfahren, so dass dieser zwischen
dem Werkzeugkopf 5 und dem Verschlussstück 8 eingeklemmt wird und der Blocklader 12
aus der indirekten Strangpresse 1 herausgeführt werden kann.
[0053] Anschließend wird der Blockaufnehmer 3 an den Halter 9 gefahren, wodurch der Werkstoffblock
12 eine vollständig geschlossene Einhausung erhält, und der Pressvorgang beginnt mit
fortschreitendem Hub des Indirektstempels 2 in dem Blockaufnehmer 3, wie aus den Figuren
6 und 7 ersichtlich. Mittels der Matrize 19 wird wegen der einsetzenden Volumenverkleinerung
innerhalb des Blockaufnehmers 3 das Presserzeugnis 4 gefertigt bis der Indirektstempel
2 in den Blockaufnehmer eingefahren ist und von dem Werkstoffblock 12 lediglich ein
geringer Pressrest 7 verbleibt.
[0054] Nach Zurückfahren des Verschlussstücks 8 wird, wie weiterhin aus Figur 8 ersichtlich,
der Pressrest 7 mittels eines verfahrbaren Schermessers 6 vom Werkzeugkopf 5 sowie
vom Presserzeugnis 4 abgetrennt.
[0055] Das mittels der Figuren 4 bis 8 erläuterte Pressverfahren wird im Anschluss an den
ersten Pressvorgang wenigstens ein zweites Mal durchlaufen. Es ist sofort ersichtlich,
dass bei entsprechendem Volumen der Schalenkammer 24 auch mehr als zwei Pressvorgänge
durchlaufen werden können, bis sich die Schalenkammer maximal füllt. Weiterhin sei
darauf hingewiesen, dass zwischen zwei Pressvorgängen nicht notwendigerweise der Pressrest
7 mittels des Schermessers 6 entfernt werden muss. Es ist neben der vorstehend beschriebenen
Vorgehensweise auch möglich, einen neu eingelegten Werkstoffblock 12 direkt auf den
verbliebenen Pressrest 7 aufzulegen und den Pressvorgang fortzusetzen. Zumindest jedoch
ist das Entfernen des Pressrestes 7 dann erforderlich, wenn die Schale 15 entfernt
werden muss, wobei dieses ggf. gemeinsam mit dem Entfernen der Schale 15 geschehen
kann.
[0056] Das Entfernen der Schale bei der nach Figur 1 beschriebenen Ausführungsform des Werkzeugkopfes
5 erfolgt, wie aus Figur 9 ersichtlich, mittels eines Greifarmes bzw. Manipulators
14, welcher an der Kante 25 des Werkzeugkopfes 5 eingreift und diesen, wie weiterhin
aus Figur 10 ersichtlich, vom Indirektstempel 2 bzw. vom Räumring 16 löst. Mittels
eines weiteren Zurückfahrens des Blockaufnehmers 3 wird die Schale 15 vollständig
freigelegt, wonach das Schermesser 6 erneut angreift und die Schale 15 abtrennt.
[0057] Der Manipulator 14 fährt nach dem Entfernen der Schale 15 aus der Schalenkammer 24
erneut an seine ursprünglich Position, und es wird ein neuer Werkstoffblock mittels
des Blockladers 13 zum erneuten Beginn eines Pressvorgangs in die indirekte Strangpresse
1 geführt, wie dies aus Figur 11 ersichtlich ist.
[0058] Das Rüsten einer indirekten Strangpresse 1 bei dem Ausführungsbeispiel nach Figur
3 weicht leicht hiervon ab. Der Manipulator 14 fährt bei zurückgefahrenem Blockaufnehmer
3 zunächst in die indirekte Strangpresse 1 und zieht den Scherring 20 vom Werkzeugkopf
5 ab. An der freigelegten Schale 15 greift daraufhin das Schermesser 6 an, wobei in
diesem Zusammenhang allerdings ein zwei- oder mehrschneidiges Schermesser 6 verwendet
wird, und der Blockaufnehmer 3 wird entgegen der Pressrichtung verlagert, wodurch
die von dem Schermesser ergriffene Schale 15 von dem Werkzeugkopf 5 abgezogen wird.
Im Anschluss wird der Werkzeugkopf 5 erneut aus dem Blockaufnehmer 3 herausgefahren,
um mittels des Manipulators 14 den Scherring 20 wieder auf den Werkzeugkopf 5 aufzusetzen.
[0059] Das mittels der Figuren 12 bis 15 erläuterte Rüsten der indirekten Strangpresse 1
ist in den Figuren 16 bis 21 nochmals im Detail dargestellt. Hierbei wird nach Zurückfahren
des Blockaufnehmers 3 und nach Abscheren des Pressrestes 7 mittels des Schermessers
6 der Werkzeugkopf 5 unter vollständiger Freilegung der Schalenkammer 24 herausgefahren.
Während des Abtrennens des Pressrestes 7 und dem Freilegen der Schalenkammer 24 wird
zusätzlich die Schale 15 vom Pressrest 7 gebrochen, so dass der Scherring 20 vollständig
freiliegt und ungehindert vom Werkzeugkopf 5 abgezogen werden kann. Das Schermesser
6 greift, wie bereits vorstehend erläutert, daraufhin die Schale 15, während der Werkzeugkopf
5 eingefahren wird, so dass nun auch die Schale 15 vollständig freiliegt und aus der
indirekten Strangpresse 1 entfernt werden kann. Es ist an dieser Stelle auch weiterhin
denkbar, dass die Schale mittels des Manipulators 14 oder einem alternativen Greifwerkzeug
aus der indirekten Strangpresse 1 entnommen werden kann.
[0060] Bei dem in Figur 2 dargestellten Ausführungsbeispiel erfolgt ein Wechsel mit ähnlichen
Vorrichtungen, wobei hier die Einheit aus Räumring 16 und Scherring 20 als Ganzes
von dem Werkzeugkopf abgezogen wird.
[0061] Im Anschluss an das Entfernen des Pressrestes 7 und der Schale 15 aus der Schalenkammer
24 wird bei allen vorliegenden Ausführungsbeispielen für eine bessere Prozessführung
während des Pressens die Oberfläche des Werkzeugkopfes 5, insbesondere die konischen
Flächen 23, mit einem Gleit- bzw. Schmiermittel, in diesem Fall mit Graphit 29, besprüht.
Das Aufbringen des Graphits 29 erleichtert während des nachfolgenden Rüstens das Abziehen
des Scherrings 20 vom Werkzeugkopf 5, kann jedoch ggf. auch nicht durchgeführt werden.
[0062] Das Rüsten der indirekten Strangpresse 1 wird anschließend durch erneutes Aufsetzen
des Scherrings 20 auf den Werkzeugkopf 5 beendet und ein weiterer Pressvorgang in
der zuvor beschriebenen Ausgestaltung eingeleitet.
[0063] Wie bereits vorstehend dargelegt, kann ggf. ein neu eingelegter Werkstoffblock 12
direkt auf den verbliebenen Pressrest 7 aufgelegt werden, um quasi kontinuierlich
ein Werkstück auszupressen. Um den Bereich, der möglicherweise Verunreinigungen aufgrund
der Grenze zwischen den beiden Werkstoffblöcken 12 aufweist, möglichst gering zu halten,
kann die in Figur 22 dargestellte Matrize 19A zur Anwendung kommen, welche auf Seiten
des Werkstoffblocks eine Vorkammer 30 aufweist, wobei dann bei einem Abscheren lediglich
der Materialrest in der Vorkammer 30 verbleibt und für die Verbindung mit dem nachfolgenden
Werkstoffblock 12 genutzt wird.
Bezugszeichenliste:
[0064]
| 1 |
Indirekte Strangpresse |
17 |
Scherkante des Räumrings 16 |
| 2 |
Indirektstempel |
18 |
Klemmbacke des Manipulators 14 |
| 3 |
Blockaufnehmer |
19 |
Matrize |
| 4 |
Presserzeugnis |
19A |
Matrize |
| 5 |
Werkzeugkopf |
20 |
Scherring |
| 6 |
Schermesser |
21 |
Scherkante des Scherrings 20 |
| 7 |
Pressrest |
22 |
Innenbuchse des Blockaufnehmers 3 |
| 8 |
Verschlussstück |
23 |
konische Fläche |
| 9 |
Halter |
24 |
Schalenkammer |
| 10 |
Druckplatte |
25 |
Kante zum Einklinken der Klemmbacke 18 und Begrenzung der Schalenkammer 24 |
| 11 |
Direktstempel |
| 12 |
Werkstoffblock |
26 |
Werkstoffrest/Werkstofffilm |
| 13 |
Blocklader |
27 |
Direktzylinder |
| 14 |
Manipulator |
28 |
Gestell |
| 15 |
Schale |
29 |
Graphit |
| 16 |
Räumring |
30 |
Vorkammer |