[0002] Bohrwerkzeuge und Verfahren zur Herstellung von Bohrungen, insbesondere in Verbundmaterialien,
sind bekannt. Materialverbundwerkstoffe bestehen aus mindestens zwei Lagen verschiedener
Materialien. Dabei besteht mindestens eine Lage vorzugsweise aus faserverstärktem
Kunststoff, insbesondere kohlefaserverstärktem Kunststoff (CFK). Mindestens eine zweite
Lage besteht bevorzugt aus Metall, insbesondere aus Aluminium oder Titan. Solche Verbundmaterialien
kommen insbesondere dort zum Einsatz, wo bei möglichst geringem Gewicht hohe Lasten
übertragen werden sollen. Dies können beispielsweise Verbindungsstellen zwischen Strukturbauteilen
oder andere hochbelastete Stellen beispielsweise in Flugzeugkonstruktionen sein. Entsprechend
werden Verbundmaterialien vor allem, aber keinesfalls ausschließlich in der Luftfahrtindustrie
genutzt. Es hat sich gezeigt, dass es aufgrund der verschiedenen spezifischen Zerspanungseigenschaften
und anderen physikalischen Parametern der verschiedenen Materiallagen in den auch
als Stacks bekannten Verbundmaterialien kaum möglich ist, Bohrungen herzustellen,
deren Durchmesser in den einzelnen Schichten hinreichend genau bestimmt ist. Insbesondere
die verschiedene Elastizität der einzelnen Werkstoffe führt dazu, dass eine durch
verschiedene Schichten verlaufende Bohrung in den einzelnen Schichten nicht denselben
Durchmesser aufweist. Dabei kann insbesondere eine eng tolerierte Bohrung in mindestens
einer Lage aus der Toleranz fallen. Selbst wenn die Bohrung zunächst auf ein geringeres
Maß vorgebohrt und dann in bekannter Weise auf das Endmaß fertiggerieben wird, ist
eine Abweichung des Durchmessers in den einzelnen Materiallagen zu beobachten, was
insbesondere bei sehr eng tolerierten Bohrungen störend ist. Nachteilig an einem solchen
Verfahren ist außerdem, dass hierbei zwei Arbeitsschritte anfallen. Beim Reiben tritt
zusätzlich das Problem auf, dass typische Reibwerkzeuge nur kleine Spanräume aufweisen,
während Verbundmaterialien häufig zähe Schichten umfassen, bei deren Zerspanung lange
Späne entstehen. Dies ist beispielsweise bei Aluminium der Fall. Insbesondere wenn
der Durchmesser der zu reibenden Bohrung klein ist können lange Späne die Spanräume
des Reibwerkzeugs verstopfen und/oder die Oberfläche der Bohrung beschädigen. Dasselbe
Problem tritt auch bei Bohrreibahlen auf, also kombinierten Bohr-Reibwerkzeugen. Im
Allgemeinen sind hier die Spanräume noch kleiner als bei reinen Reibwerkzeugen.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Bohrwerkzeug und ein Verfahren
zur Herstellung von Bohrungen insbesondere in Verbundmaterialien zu schaffen, welche
die genannten Nachteile vermeiden. Insbesondere soll es möglich sein, in Verbundmaterialien
Bohrungen herzustellen, die durchgehend einen konstanten Durchmesser innerhalb enger
Toleranzen aufweisen. Die Bohrung soll in nur einem Arbeitsgang herstellbar sein,
und das Bohrwerkzeug soll auch in sehr abrasiven, beispielsweise faserverstärkten
Materialien wie CFK lange Standzeiten haben, also nur einem geringen Verschleiß unterliegen.
[0004] Die Aufgabe wird gelöst, indem ein Bohrwerkzeug mit den Merkmalen des Anspruchs 1
geschaffen wird. Dieses umfasst eine Spitze und einen - in Richtung einer Längsachse
des Bohrwerkzeugs gesehen - gegenüber der Spitze angeordneten Schaft. Es weist im
Bereich der Spitze mindestens eine geometrisch definierte Schneide auf. Der Spitze
- in Richtung der Längsachse gesehen - nacheilend ist eine Durchmessererweiterung
vorgesehen, wobei das Werkzeug einen der Durchmessererweiterung voreilenden ersten
Bereich mit einem ersten Durchmesser, und einen der Durchmessererweiterung nacheilenden
zweiten Bereich mit einem zweiten Durchmesser aufweist. Der zweite Durchmesser ist
dabei größer als der erste Durchmesser. Das Bohrwerkzeug zeichnet sich dadurch aus,
dass die Durchmessererweiterung und/oder der zweite Bereich so ausgebildet ist/sind,
dass in dem Bereich der Durchmessererweiterung und/oder dem zweiten Bereich eine Spanbildung
beim Bearbeiten eines Werkstücks erfolgt, die derjenigen bei einer Bearbeitung eines
Werkstücks mit geometrisch unbestimmter Schneide entspricht. Wird also eine Bohrung
mit Hilfe des Bohrwerkzeugs in ein Werkstück eingebracht, erfolgt in den genannten
Bereichen bevorzugt eine schleif- oder honartige Bearbeitung. Hierdurch können insbesondere
in zähen Materialien keine langen Späne entstehen, die gegebenenfalls Spanräume des
Bohrwerkzeugs verstopfen und/oder die Bohrungsoberfläche beschädigen könnten. Außerdem
werden die verschiedenen Schichten eines Verbundmaterials in den genannten Bereichen
auf eine Weise bearbeitet, dass ihre verschiedene Elastizität oder andere verschiedene
Eigenschaften, insbesondere Zerspanungseigenschaften, nicht mehr in einer Weise zum
Tragen kommen, dass sich dies in verschiedenen Durchmessern der Bohrung nach der Bearbeitung
niederschlagen würde. Das Bohrwerkzeug hat auch in sehr abrasiven Materialien wie
CFK eine lange Standzeit.
[0005] Bevorzugt wird ein Bohrwerkzeug, bei dem die Differenz zwischen dem ersten und dem
zweiten Durchmesser so gewählt ist, dass sich die entsprechende Spanbildung einstellt.
Eine Bildung langer beziehungsweise großer Späne wird vermieden, indem der Betrag,
um den sich der zweite Durchmesser von dem ersten Durchmesser unterscheidet, so gewählt
wird, dass in dem Bereich der Durchmessererweiterung und bevorzugt im Bereich des
zweiten Durchmessers von der mit dem ersten Durchmesser vorbearbeiteten Bohrungswandung
nur noch kleine, bevorzugt staubförmige Partikel, abgetragen werden. Das Aufmaß der
durch den Bereich des ersten Durchmessers vorbearbeiteten Bohrung relativ zum Endmaß
der fertiggestellten Bohrung ist also so gering, dass ein im Wesentlichen schleifstaubförmiger
Abtrag von Partikeln beim Bearbeiten eines Werkstücks in dem Bereich der Durchmessererweiterung
und bevorzugt in dem zweiten Bereich gegeben ist. Es erfolgt dann in zumindest einem
dieser Bereiche ein Materialabtrag, der eher mit dem eines Schleif- oder Honprozesses
vergleichbar ist. Dieser kann weder Spanräume des Bohrwerkzeugs verstopfen noch die
Bohrungsoberfläche beschädigen, insbesondere weil er problemlos abgeführt werden kann.
[0006] Bevorzugt wird ein Bohrwerkzeug, bei dem der Bereich der Durchmessererweiterung und
der zweite Bereich keine geometrisch definierte Schneide aufweisen. In diesem Fall
ist es nicht möglich, dass in dem Bereich der Durchmessererweiterung und/oder dem
zweiten Bereich eine Spanbildung erfolgt, die derjenigen bei einer Bearbeitung eines
Werkstücks mit geometrisch definierter Schneide entspricht. Stattdessen erfolgt bevorzugt
in beiden Bereichen die bereits beschriebene Spanbildung, die derjenigen einer Bearbeitung
mit geometrisch unbestimmter Schneide entspricht.
[0007] Es wird auch ein Bohrwerkzeug bevorzugt, bei dem der Bereich der Durchmessererweiterung
und bevorzugt auch der zweite Bereich geometrisch unbestimmte Schneiden aufweisen.
In diesem Fall ist es offensichtlich, dass bei der Bearbeitung eines Werkstücks hier
eine Spanbildung auftritt, die durch die geometrisch unbestimmten Schneiden vorgegeben
ist.
[0008] Es wird auch ein Bohrwerkzeug bevorzugt, welches zumindest im Bereich der Durchmessererweiterung
und in dem zweiten Bereich eine Beschichtung aufweist. Dies kann bevorzugt eine Diamantbeschichtung
sein. Die Beschichtung ist nicht unbedingt in dem gesamten Bereich des zweiten Durchmessers
vorgesehen. Wesentlich ist dass sie den Bereich der Durchmessererweiterung und einen
sich an diesen in Richtung auf den Schaft hin anschließenden Bereich umfasst.
[0009] Weiterhin wird ein Bohrwerkzeug bevorzugt, bei dem die Beschichtung in einem vorzugsweise
ringförmigen Bereich vorgesehen ist, der bereichsweise den ersten Bereich, den Bereich
der Durchmessererweiterung und bereichsweise den zweiten Bereich umfasst. Dabei umfasst
die Beschichtung bevorzugt einen kleinen Teil des ersten und zweiten Bereichs, so
dass - in Längsrichtung gesehen - ein vergleichsweise schmaler Ring gebildet wird.
Auf diese Weise kann Beschichtungsmaterial eingespart werden, wobei zugleich die für
die Bearbeitung wesentlichen Teil des Bohrers beschichtet sind. Besonders bevorzugt
bleibt die Spitze des Bohrers unbeschichtet.
[0010] Besonders bevorzugt wird ein Bohrwerkzeug, bei dem die Durchmessererweiterung und
der zweite Durchmesser durch die Beschichtung gebildet sind. Ein Grundkörper des Bohrwerkzeugs
ist dann in dem ersten Bereich nicht oder nur dünn beschichtet. Entsprechend ist dann
der Bereich der Durchmessererweiterung und der zweite Bereich beschichtet, und/oder
die Beschichtung nimmt hinsichtlich ihrer Dicke in diesem Bereich so zu, dass die
Durchmessererweiterung und der zweite Durchmesser für das Werkzeug gebildet werden.
Insbesondere wenn die Beschichtung grobkörnig ausgebildet ist, beispielsweise eine
grobe Diamantkörnung umfasst, sorgt die Beschichtung in diesem Bereich für einen Materialabtrag,
der mit dem eines Schleif- oder Honprozesses vergleichbar ist.
[0011] Weitere Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0012] Die Aufgabe wird auch gelöst, in dem ein Verfahren zur Herstellung von Bohrungen
mit den Merkmalen des Anspruchs 7 geschaffen wird. Insbesondere zur Herstellung von
Bohrungen in Verbundmaterialien kommt bevorzugt ein Bohrwerkzeug nach einem der Ansprüche
1 bis 20 zum Einsatz. Das bei dem Verfahren verwendete Bohrwerkzeug umfasst eine Spitze
mit mindestens einer geometrisch definierten Schneide, einen Schaft, eine Längsachse,
eine Durchmessererweiterung sowie einen spitzenseitigen, ersten Bereich mit einem
ersten und einen schaftseitigen, zweiten Bereich mit einem zweiten Durchmesser. In
bekannter Weise werden Werkzeug und Werkstück zur Herstellung der Bohrung relativ
zueinander um die Längsachse des Werkzeugs gedreht und zugleich axial aufeinander
zu bewegt. Typischerweise ist das Bohrwerkzeug drehangetrieben und wird beim Herstellen
der Bohrung in axialer Richtung, also in Richtung seiner Längsachse, verlagert, während
das Werkstück relativ zu einem raumfesten Koordinatensystem ruht. Hierauf kommt es
jedoch nicht wesentlich an, entscheidend ist allein die Relativbewegung zwischen Werkstück
und Werkzeug. Das Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass in dem Bereich der Durchmessererweiterung
und/oder dem schaftseitigen Bereich eine Spanbildung beim Bearbeiten eines Werkstücks
erfolgt, die derjenigen bei einer Bearbeitung eines Werkstücks mit geometrisch unbestimmter
Schneide entspricht. Dies bedeutet, dass ein vergleichsweise feiner Materialabtrag
realisiert wird, der bevorzugt eher dem Abtrag bei einem Schleifbeziehungsweise Honprozess
entspricht. Es ergeben sich dabei die Vorteile, die bereits in Zusammenhang mit dem
Bohrwerkzeug erläutert wurden.
[0013] Bevorzugt wird ein Verfahren, bei dem ein Vorschub des Bohrwerkzeugs relativ zu einem
zu bearbeitenden Werkstück in Richtung der Längsachse beim Herstellen einer Bohrung
so gewählt wird, dass der Vorschub pro Umdrehung und pro Schneide des Bohrwerkzeugs
größer ist als die halbe Differenz zwischen dem zweiten und dem ersten Durchmesser.
Der Vorschub ist also insbesondere größer als die Radiendifferenz zwischen dem ersten
und dem zweiten Bereich. Insbesondere ist der Vorschub größer als die Höhe einer Stufe,
die im Bereich der Durchmessererweiterung zwischen dem ersten Bereich und dem zweiten
Bereich ausgebildet ist. Durch diese Wahl des Vorschubs werden die Bohrungsergebnisse
insbesondere bezüglich der Genauigkeit und Toleranz von Bohrungen in Verbundmaterialien
erheblich verbessert. Um den Vorschub des Bohrwerkzeugs pro Umdrehung und pro Schneide
zu berechnen, wird der axiale Vorschub pro Umdrehung durch die Anzahl der Hauptschneiden
im Bereich der Spitze geteilt.
[0014] Bevorzugt wird ein Verfahren, bei dem der Vorschub pro Umdrehung und Schneide größer
ist als die Differenz zwischen dem zweiten und dem ersten Durchmesser. In diesem Fall
ist der Vorschub also größer als der doppelte Radiensprung oder die doppelte Stufenhöhe
im Bereich der Durchmessererweiterung.
[0015] Besonders bevorzugt wird schließlich ein Verfahren, bei dem eine Bohrung in einem
Arbeitsgang fertiggestellt wird. Insbesondere ist nach der Herstellung der Bohrung
mit dem Bohrwerkzeug keinerlei Nachbearbeitung, insbesondere kein Reiben mehr erforderlich.
Die Bohrung weist nach einem einzigen Werkzeughub, also einem Eintauchen und Austauchen
des Werkzeugs aus dem Material einen definierten Durchmesser auch in verschiedenen
Lagen eines Verbundmaterials sowie eine enge Toleranz, vorzugsweise im Bereich IT8
gemäß ISO 286 oder besser auf.
[0016] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Figuren näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Seitenansicht eines Bohrwerkzeugs;
- Figur 2
- ein stark vergrößertes Detail des Bohrwerkzeugs gemäß Figur 1 im Bereich einer Durchmessererweiterung;
- Figur 3
- eine schematische Seitenansicht eines zweiten Ausführungsbeispiels eines Bohrwerkzeugs;
und
- Figur 4
- eine schematische Querschnittsansicht einen dritten Ausführungsbeispiels eines Bohrwerkzeugs
im Bereich eines zweiten Durchmessers.
[0017] Figur 1 zeigt eine schematische Seitenansicht eines ersten Ausführungsbeispiels eines
Bohrwerkzeugs 1. Dieses umfasst eine Spitze 3 und an einem gegenüberliegenden Ende
einen Schaft 5, der bevorzugt dem Einspannen des Bohrwerkzeugs 1 in eine entsprechende
Aufnahme einer Werkzeugmaschine dient. Um eine Bohrung in ein nicht dargestelltes
Werkstück einzubringen, wird entweder das Werkstück oder das Bohrwerkzeug 1 um eine
Längsachse 7 des Bohrwerkzeugs 1 gedreht. Zugleich werden das Werkstück und das Bohrwerkzeug
1 relativ zueinander in Richtung der Längsachse 7 aufeinander zu bewegt, sodass das
Bohrwerkzeug 1 mit einem Bearbeitungsabschnitt 9 in das Werkstück eindringen und dort
die Bohrung herstellen kann. Bevorzugt ruht das Werkstück relativ zu einem raumfesten
Koordinatensystem, während das Bohrwerkzeug 1 um die Längsachse 7 drehangetrieben
ist. Ebenfalls wird das Bohrwerkzeug 1 bevorzugt in Richtung der Längsachse 7 verlagert
beziehungsweise vorgeschoben, damit der Bearbeitungsabschnitt 9 in das Werkstück eindringen
kann. Letztlich ist allerdings ausschließlich die Relativbewegung zwischen dem Werkstück
und dem Bohrwerkzeug 1 entscheidend.
[0018] Im Bereich der Spitze 3 weist das Bohrwerkzeug mindestens eine geometrisch definierte
Schneide, vorzugsweise mindestens eine Hauptschneide und eine Nebenschneide, bei dem
dargestellten Ausführungsbeispiel eine erste Hauptschneide 11 mit einer sich daran-in
axialer Richtung gesehen - anschließenden Nebenschneide 13, sowie eine zweite Hauptschneide
11' mit einer entsprechenden Nebenschneide 13' auf. Es ist möglich, dass nur eine
Schneide 11 und eine Nebenschneide 13 vorgesehen sind. Bei wieder anderen Ausführungsbeispielen
sind mehr als zwei Hauptschneiden 11, 11' und mehr als zwei Nebenschneiden 13, 13'
vorgesehen. Ist das Bohrwerkzeug 1 um die Längsachse 7 drehangetrieben, tritt bei
dem dargestellten Ausführungsbeispiel ausgehend von der in Figur 1 dargestellten Position
während einer Umdrehung die zweite Hauptschneide 11' aus der Bildebene hinaus und
bewegt sich auf den Betrachter zu. Die erste Hauptschneide 11 taucht gleichzeitig
in die Bildebene vom Betrachter weg ein.
[0019] In Figur 1 ist eine entgegen der Drehrichtung des Bohrwerkzeugs 1 abfallende Freifläche
15 dargestellt, deren Schnittkante mit einer nicht dargestellten Spanfläche die Hauptschneide
11 bildet. Dargestellt ist auch eine Nebenfreifläche 17, deren Schnittkante mit der
nicht dargestellten Spanfläche die Nebenschneide 13 bildet. Bei einem bevorzugten
Ausführungsbeispiel ist statt der Nebenfreifläche 17 eine Rundschlifffase vorgesehen,
mit der sich das Bohrwerkzeug 1 in der Bohrung abstützt.
[0020] In der Freifläche 15 ist bevorzugt eine Öffnung 19 vorgesehen, in die ein hier nicht
dargestellter, das Bohrwerkzeug 1 durchsetzender Kühl-/Schmiermittelkanal mündet.
Durch diesen kann während der Bearbeitung eines Werkstücks Kühl-/Schmiermittel zugeführt
werden, welches aus der Öffnung 19 austritt, um den Bereich der Spitze 3 zu kühlen
und/oder zu schmieren. Zugleich werden durch die Kühl-/Schmiermittel-Strömung im Bereich
der Hauptschneiden 11, 11' und Nebenschneiden 13, 13' gebildete Späne aus der Bohrung
ausgetragen. Die hier für die Hauptschneide 11 und die Nebenschneide 13 erläuterte
Anordnung der Freifläche 15, der Nebenfreifläche 17 und der Öffnung 19 ist vorzugsweise
genauso auch im Bereich der Hauptschneide 11' und der Nebenschneide 13' vorgesehen.
Auf eine separate Erläuterung wird daher verzichtet.
[0021] In Figur 1 ist noch eine Spanfläche 21' dargestellt, deren Schnittkante mit einer
nicht dargestellten Freifläche die zweite Hauptschneide 11' bildet. Außerdem bildet
eine Schnittkante der Spanfläche 21' mit einer ebenfalls nicht dargestellten Nebenfreifläche
die Nebenschneide 13'. Eine entsprechende Spanfläche ist auch im Bereich der Hauptschneide
11 und der Nebenschneide 13 vorgesehen, wobei diese in Figur 1 nicht dargestellt ist.
[0022] Für das Bohrwerkzeug 1 sind verschiedene Geometrien, insbesondere Schneidengeometrien
im Bereich der Spitze 3 möglich. Insbesondere sind dem Fachmann spezielle Geometrien
bekannt, die zur Bearbeitung von Verbundmaterialien besonders geeignet sind. Der Fachmann
wird hier ohne Weiteres eine bekannte, geeignete Geometrie auswählen, weshalb hierauf
nicht weiter eingegangen wird. Wesentlich ist allerdings, dass im Bereich der Spitze
3 mindestens eine scharf geschliffene, geometrisch definierte Schneide, insbesondere
eine scharf geschliffene Haupt- und eine scharf geschliffene Nebenschneide vorgesehen
sind.
[0023] In Richtung der Längsachse 7, insbesondere in Vorschubrichtung gesehen, weist das
Bohrwerkzeug 1 der Spitze 3 nacheilend eine Durchmessererweiterung 23 auf. Dabei ist
von der Spitze 3 - in Längsrichtung gesehen - bis zu der Durchmessererweiterung 23
ein erster Bereich 25 mit einem ersten Durchmesser vorgesehen. Die Durchmessererweiterung
23 kann als Durchmessersprung oder als kontinuierliche Durchmessererweiterung ausgebildet
sein, die sich über einen gewissen Bereich der axialen Länge des Bohrwerkzeugs 1 erstreckt.
Dies wird im Folgenden noch näher erläutert. Jedenfalls umfasst die Durchmessererweiterung
ein dem Schaft 5 zugewandtes Ende, an dem der Durchmesser des Bohrwerkzeugs 1 sich
nicht weiter vergrößert. Von diesem Ende - in Längsrichtung gesehen - erstreckt sich
in Richtung des Schafts 5 ein zweiter Bereich 27 mit einem zweiten Durchmesser. Dieser
kann sich bei einem Ausführungsbeispiel bis zum Schaft 5 fortsetzen. Es ist aber bevorzugt
auch möglich, dass der Bereich 27 sich von der Durchmessererweiterung 23 aus gesehen
nur über einen gewissen Bereich der Längserstreckung des Bohrwerkzeugs 1 zum Schaft
5 hin erstreckt, wobei das Bohrwerkzeug 1 dann in dem verbleibenden Bereich zum Schaft
5 hin einen abweichenden Durchmesser, beispielsweise wiederum einen kleineren Durchmesser
oder gegebenenfalls auch einen nochmals vergrößerten Durchmesser aufweisen kann.
[0024] Der zweite Durchmesser in dem zweiten Bereich 27 ist größer als der erste Durchmesser
in dem ersten Bereich 25.
[0025] Die Durchmessererweiterung 23 und/oder der zweite Bereich 27 ist/sind so ausgebildet,
dass hier eine Spanbildung beim Bearbeiten eines Werkstücks erfolgt, die derjenigen
bei der Bearbeitung eines Werkstücks mit geometrisch unbestimmter Schneide entspricht.
[0026] Bevorzugt ist der zweite Durchmesser höchstens soviel größer als der erste Durchmesser,
dass keine langen beziehungsweise großen Späne in dem zweiten Bereich 27 und in dem
Bereich der Durchmessererweiterung 23 gebildet werden. Wenn also das Bohrwerkzeug
1 entlang der Längsachse 7 in ein Werkstück eintaucht, wird in dem ersten Bereich
25 zunächst eine Bohrung erzeugt, die ein Aufmaß in Hinblick auf die fertig zu stellende
Bohrung aufweist. Das Material, welches dem Aufmaß entspricht, wird dann in dem Bereich
der Durchmessererweiterung 23 beziehungsweise in dem zweiten Bereich 27 abgetragen,
wenn das Bohrwerkzeug 1 weiter in das Werkstück eintaucht. Dabei ist die Differenz
zwischen dem ersten und dem zweiten Durchmesser so gewählt, dass aufgrund des kleinen
Aufmaßes bevorzugt ein im Wesentlichen schleifstaubförmiger Abtrag von Partikeln erfolgt,
sodass die Bearbeitung dort eher einem Schleif- oder Honprozess vergleichbar ist.
Die Durchmessererweiterung 23 und der sich - in axialer Richtung gesehen - anschließende
Bereich 27 können daher auch als Schleifstufe bezeichnet werden. Der zweite Durchmesser
ist bevorzugt zwischen 0 µm und ungefähr 60 µm, besonders bevorzugt zwischen ungefähr
10 µm bis 50 µm, ganz besonders bevorzugt um ungefähr 30 µm größer als der erste Durchmesser.
Besonders bevorzugt wird auch ein Ausführungsbeispiel, bei dem eine Stufenhöhe der
Durchmessererweiterung 23, also quasi ein Radiensprung zwischen dem Bereich 25 und
dem Bereich 27 maximal 15 µm beträgt. Damit ist die Bearbeitungstiefe im Bereich der
Durchmessererweiterung 23 beziehungsweise des Bereichs 27 ungefähr zehnmal kleiner
als übliche Schnitttiefen beim Reiben.
[0027] Besonders bevorzugt wird der Wert, um den der zweite Durchmesser den ersten Durchmesser
übersteigt, abhängig von einem zu bearbeitenden Verbundmaterial so gewählt, dass er
etwa einem Wert der größten Durchmesserabweichung in den Materiallagen des Verbundmaterials
entspricht, die beim Eindringen einer Bohrung in das Verbundmaterial mit einem Bohrwerkzeug
ohne Durchmessererweiterung auftritt. Der Fachmann stellt also bei einem gegebenen,
zu bearbeitenden Verbundmaterial zunächst fest, welche Durchmesserabweichung in den
Materiallagen maximal auftritt, wenn das Material mit einem herkömmlichen Bohrwerkzeug
bearbeitet wird, das keine Durchmessererweiterung aufweist. Zur Bearbeitung dieses
Materials wählt der Fachmann dann ein Bohrwerkzeug 1 aus, bei dem die Differenz zwischen
dem zweiten Durchmesser und dem ersten Durchmesser etwa dem ermittelten Wert der größten
Durchmesserabweichung entspricht. Das Bohrwerkzeug 1 kann also bevorzugt auf ein bestimmtes
Verbundmaterial beziehungsweise auf eine bestimmte Größe der Durchmesserabweichung
in den Materiallagen abgestimmt sein. Dementsprechend ist es möglich, verschiedene
Bohrwerkzeuge 1 für verschiedene Verbundmaterialien vorzusehen.
[0028] Figur 2 zeigt eine schematische, stark vergrößerte Detailansicht des Bohrwerkzeugs
1 gemäß Figur 1. Gleiche und funktionsgleiche Elemente sind mit gleichen Bezugszeichen
versehen, sodass insoweit auf die vorangegangene Beschreibung verwiesen wird. Die
Durchmessererweiterung 23 erstreckt sich - in axialer Richtung gesehenbevorzugt über
einen Erweiterungsbereich 29. Dies bedeutet, dass sie nicht als abrupte, radiale Stufe
ausgebildet ist, sondern eine gewisse Erstreckung entlang der Längsachse 7 aufweist.
In dem Erweiterungsbereich 29 nimmt der Durchmesser des Bohrwerkzeugs 1 von der Spitze
3 bis zum Schaft 5 hin vorzugsweise kontinuierlich zu. Eine Umfangsfläche 31 des Bohrwerkzeugs
1 schließt im Erweiterungsbereich 29 bevorzugt mit der Längsachse 7 einen spitzen
Winkel α ein. Dieser beträgt bevorzugt zwischen ungefähr 60° bis ungefähr 80°, besonders
bevorzugt ungefähr 70°. Es hat sich gezeigt, dass die bei der Bearbeitung eines Werkstücks
in den Bereich der Durchmessererweiterung 23 eingeleiteten Kräfte geringer sind, wenn
der Winkel α spitzer beziehungsweise kleiner ist. Insbesondere wenn die Durchmessererweiterung
23 als radialer Durchmessersprung ausgebildet ist, also die Umfangsfläche 31 in diesem
Bereich mit der Längsachse 7 einen Winkel von ungefähr 90° einschließt, ist hier eine
hoch belastete Ecke ausgebildet, die starkem Verschleiß ausgesetzt ist. Ein spitzer
oder kleinerer Winkel α kann also dazu beitragen, den Verschleiß in diesem Bereich
zu vermindern. Dadurch wird eine längere Standzeit des Bohrwerkzeugs 1 erzielt. Insbesondere,
wenn das Bohrwerkzeug 1 im Bereich der Durchmessererweiterung 23 beschichtet ist,
kann ein Abtrag der Beschichtung durch einen kleineren Winkel α vermindert und damit
ein Verschleiß verringert werden.
[0029] Bevorzugt erstreckt sich der Erweiterungsbereich 29 - in axialer Richtung gesehen
- über eine Länge von 0 bis ungefähr 10 mm, besonders bevorzugt über eine Länge von
ungefähr 3 mm bis ungefähr 7 mm, ganz besonders bevorzugt über eine Länge von ungefähr
5 mm. Umfasst die Durchmessererweiterung 23 in diesem letzten, ganz besonders bevorzugten
Fall also eine Stufenhöhe beziehungsweise Radienerweiterung von 15 µm, nimmt der Radius
des Bohrwerkzeugs 1 in dem Erweiterungsbereich 29 um 3 µm pro Millimeter zu.
[0030] Figur 3 zeigt eine schematische Seitenansicht eines zweiten Ausführungsbeispiels
eines Bohrwerkzeugs 1. Gleiche und funktionsgleiche Elemente sind mit gleichen Bezugszeichen
versehen, so dass insofern auf die vorangegangene Beschreibung verwiesen wird. Das
Bohrwerkzeug 1 in dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 3 weist zumindest im Bereich
der Durchmessererweiterung 23 und bevorzugt auch in dem zweiten Bereich 27 zumindest
bereichsweise eine Beschichtung auf. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel erstreckt
sich die Beschichtung von der Spitze 3 aus gesehen zum Schaft 5 hin von einer ersten
gestrichelten Linie L bis zu einer zweiten gestrichelten Linie L'. Die Linien L, L'
sind gedachte Linien, welche die Erstreckung der Beschichtung andeuten sollen.
[0031] Bei einem anderen Ausführungsbeispiel ist es möglich, das Bohrwerkzeug 1 zumindest
im gesamten Bearbeitungsabschnitt 9 einschließlich der Spitze 3 zu beschichten. In
diesem Fall muss allerdings gewährleistet werden, dass die Beschichtung im Bereich
der Spitze 3 dünn, feinkörnig - wenn überhaupt gekörnt - und vergleichsweise glatt
ist, damit die Schneiden in diesem Bereich scharf sind und eine Aufbauschneidenbildung
vermieden wird. Außerdem muss ein störungsfreier Spanablauf gewährleistet sein.
[0032] Es wird bevorzugt, den Bereich der Spitze 3 nicht zu beschichten, damit dieser in
jedem Fall schleifscharf bleibt.
[0033] Bevorzugt umfasst die Beschichtung eine Diamantbeschichtung oder ist als Diamantbeschichtung
ausgebildet. Besonders bevorzugt ist die Beschichtung zumindest in dem Bereich der
Durchmessererweiterung 23, vorzugsweise auch in dem Bereich 27 grobkörnig ausgebildet.
Insbesondere ist es möglich, dass die Beschichtung in diesem Bereich eine grobe Diamantkörnung
aufweist, damit an der Durchmessererweiterung 23 und in dem Bereich 27 ein besonders
effizienter Materialabtrag erfolgt, der im Wesentlichen dem eines Schleif- oder Honprozesses
entspricht. Die Körnung der Diamantbeschichtung stellt bevorzugt geometrisch unbestimmte
Schneiden bereit.
[0034] Die Beschichtung kann auch bevorzugt insbesondere im Bereich der Durchmessererweiterung
23, aber auch in dem Bereich 27 als Verschleißschutzschicht ausgebildet sein.
[0035] Von der Durchmessererweiterung 23 zum Schaft 5 hin gesehen kann sich die Beschichtung
- in axialer Richtung gesehen - beliebig weit erstrecken. Insbesondere muss die Beschichtung
nicht wie in Figur 3 dargestellt bei der Linie L' enden. Andererseits ist eine Beschichtung
in dem Bereich, der durch die Linien L, L' angedeutet ist, ausreichend und spart Material
und damit Kosten. Besonders kostensparend kann vorgesehen sein, dass die Beschichtung
quasi nur im Bereich der Durchmessererweiterung 23 vorgesehen ist beziehungsweise
einige Millimeter axial vor der Durchmessererweiterung 23 beginnt und bevorzugt einige
Millimeter hinter dieser endet. Wesentlich ist, dass aufgrund der vorzugsweise grobkörnigen
Beschichtung im Bereich der Durchmessererweiterung 23 bevorzugt eine Schleifstufe
mit geometrisch unbestimmten Schneiden gebildet wird.
[0036] Es zeigt sich Folgendes: Bevorzugt ist die Beschichtung in einem vorzugsweise ringförmigen
Bereich vorgesehen, der bereichsweise den ersten Bereich 25, den Bereich der Durchmessererweiterung
23 und bereichsweise den zweiten Bereich 27 umfasst. Dabei erstreckt sich die ringförmige
Beschichtung - in axialer Richtung gesehenvorzugsweise sowohl in den ersten als auch
in den zweiten Bereich nur über eine kurze Strecke, besonders bevorzugt über wenige
Millimeter. Bei einem anderen Ausführungsbeispiel ist es allerdings auch möglich,
das sich die Beschichtung zumindest in dem zweiten Bereich 27 über eine längere Strecke,
bevorzugt über den gesamten zweiten Bereich 27 erstreckt.
[0037] Im Bereich der Spitze 3 ist das Bohrwerkzeug 1 bevorzugt unbeschichtet, damit diese
schleifscharf ausgebildet ist. Bei einem anderen Ausführungsbeispiel ist es jedoch
möglich, dass das Bohrwerkzeug 1 im Bereich der Spitze 3 eine Beschichtung aufweist.
Bevorzugt ist diese jedoch von der Beschichtung im Bereich der Durchmessererweiterung
verschieden und besonders bevorzugt glatt ausgebildet. Insbesondere ist es möglich,
die Beschichtung im Bereich der Spitze 3 dünn auszubilden. So ist gewährleistet, dass
die mindestens eine geometrisch definierte Schneide im Bereich der Spitze 3 stets
schleifscharf ist. Wesentlich ist dabei, dass die Beschichtung im Bereich der Spitze
3 sehr viel glatter ist als die Beschichtung im Bereich der Durchmessererweiterung
23.
[0038] Bevorzugt sind die Durchmessererweiterung 23 und der zweite Durchmesser durch die
Beschichtung gebildet. Diese wird also auf eine Weise aufgetragen, dass ihre Dicke
in dem Bereich der Durchmessererweiterung 23 zunimmt und schließlich in dem Bereich
27 den zweiten Durchmesser bereitstellt. Dabei kann insbesondere der Durchmesser eines
Grundkörpers des Bohrwerkzeugs 1, auf den die Beschichtung aufgebracht wird, entlang
der Längsachse 7 konstant sein. Ist die Beschichtung dann in dem Bereich der Durchmessererweiterung
23 und bevorzugt auch in dem zweiten Bereich 27 grobkörnig ausgebildet, beziehungsweise
umfasst sie eine grobe Diamantkörnung, ist dort ein Materialabtrag gewährleistet,
der dem eines Schleif- beziehungsweise Honprozesses, letztlich also einer Bearbeitung
mit geometrisch unbestimmter Schneide entspricht.
[0039] Es ist möglich, dass der Grundkörper des Bohrwerkzeugs 1 von dem Bereich der Durchmessererweiterung
23 bis zu dem Schaft 5 hin eine zylindrische Geometrie aufweist. Es sind dann - abweichend
von den in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispielen - keine Nuten in dem Grundkörper
vorgesehen. Diese sind letztlich für die eher schleif- beziehungsweise honartige Bearbeitung
eines Werkstücks im Bereich der Durchmessererweiterung 23 und in dem zweiten Bereich
27 nicht unbedingt notwendig. Sie erleichtern jedoch einen Austrag von Materialpartikeln
aus der Bohrung.
[0040] Für den Fachmann ist es offensichtlich, dass es im übrigen nicht darauf ankommt,
ob die Nuten - wie in den Ausführungsbeispielen gemäß den Figuren 1 bis 4 - spiralförmig
oder sich entlang der Längsachse 7 geradlinig erstreckend ausgebildet sind. Ausführungsbeispiele
mit beiden Geometrien sind möglich.
[0041] Figur 4 zeigt eine schematische Querschnittsansicht eines dritten Ausführungsbeispiels
eines Bohrwerkzeugs 1, wobei die Schnittebene - von der Spitze 3 aus in Richtung der
Längsachse 7 gesehender Durchmessererweiterung 23 nacheilend in dem Bereich 27 angeordnet
ist. Gleiche und funktionsgleiche Elemente sind mit gleichen Bezugszeichen versehen,
so dass insofern auf die vorangegangene Beschreibung verwiesen wird. In dem Bereich
der Schnittebene sind mindestens zwei Schleifstollen, bei dem Ausführungsbeispiel
gemäß Figur 4 vier Schleifstollen 33, 33', 33" und 33'" vorgesehen. Dabei sind die
Schleifstollen 33, 33" durch Flächen gebildet, die quasi den Nebenfreiflächen im Bereich
der Spitze 3 entsprechen, wobei im Ausführungsbeispiel gemäß Figur 4 an der Spitze
3 zwei Hauptschneiden und zwei Nebenschneiden mit entsprechend zwei Nebenfreiflächen
vorgesehen sind. Im Unterschied zu der Spitzengeometrie, wo scharf geschliffene, geometrisch
definierte Nebenschneiden vorgesehen sind, tragen jedoch die Schleifstollen 33, 33'
quasi mit ihrer gesamten Fläche Material von einer Bohrungswandung 35 ab. In dem Bereich
der Durchmessererweiterung 23 und in dem zweiten Bereich 27 sind demnach bevorzugt
keine geometrisch definierten Schneiden vorgesehen. Insbesondere umfassen die Schleifstollen
33, 33', 33", 33"' keine geometrisch definierte Schneide. Bevorzugt umfassen sie geometrische
unbestimmte Schneiden, beispielsweise eine grobkörnige Beschichtung.
[0042] Es ist allerdings ein Ausführungsbeispiel möglich, bei dem auch in dem Bereich der
Durchmessererweiterung 23 und/oder in dem Bereich 27 zumindest eine geometrisch definierte
Schneide vorgesehen ist. Auch in diesem Fall erfolgt in den genannten Bereichen allerdings
eine Spanbildung, die derjenigen bei einer Bearbeitung mit geometrisch unbestimmter
Schneide entspricht, weil sich der erste und der zweite Durchmesser nur um einen entsprechend
geringen Betrag unterscheiden. Bevorzugt sind jedoch geometrisch unbestimmte Schneiden
in den genannten Bereichen vorgesehen, so dass schon aus diesem Grund eine entsprechende
Spanbildung erfolgt. Der Materialabtrag wird vorzugsweise durch eine bevorzugt grobkörnige
Beschichtung bewirkt.
[0043] Es wird ein Ausführungsbeispiel bevorzugt, bei dem im Bereich der Spitze 3 mindestens
eine geometrisch definierte Schneide und im Bereich der Durchmessererweiterung und
dem zweiten Bereich keine geometrisch definierte Schneide, sondern geometrisch unbestimmte
Schneiden vorgesehen sind. Zugleich ist vorzugsweise die Differenz zwischen dem ersten
und dem zweiten Durchmesser sehr viel kleiner gewählt als es der normalen Bearbeitungstiefe
beispielsweise beim Reiben entspricht. Die Stufenhöhe der Durchmessererweiterung 23,
also quasi der Radiensprung zwischen dem ersten Bereich 25 und dem zweiten Bereich
27 umfasst dabei bevorzugt einen Wert aus einem der bereits genannten Wertebereiche.
[0044] In Figur 4 sind Flächen 37, 37' dargestellt, die der in Figur 1 dargestellten Spanfläche
21' und der dort nicht dargestellten, der Hauptschneide 11 zugeordneten Spanfläche
entsprechen. Ebenso sind hier Nuten 38, 38' dargestellt, die sich zur Spitze 3 hin
in die Spannuten des Bohrwerkzeugs 1 fortsetzen. In dem in Figur dargestellten Bereich
werden die Nuten 38, 38' allerdings nicht als Spannuten bezeichnet, weil hier keine
spanabtragende Bearbeitung erfolgt. Gleichwohl können sich von der Bohrungswand 35
abgetragene, im Wesentlichen schleifstaubförmige Partikel in den Nuten 38, 38' sammeln
und durch diese aus der Bohrung ausgetragen beziehungsweise gegebenenfalls durch Kühl-/Schmiermittel
ausgespült werden, welches von der Spitze 3 her durch die Nuten 38, 38' strömt.
[0045] Wie bereits erläutert, kommt es nicht darauf an, ob die Spannuten beziehungsweise
Nuten 38, 38' spiralförmig an dem Bohrwerkzeug 1 vorgesehen sind, oder ob sie sich
geradlinig in Richtung der Längsachse 7 erstrecken. Ausführungsbeispiel mit beiden
Geometrien sind möglich, wobei in den Figuren 1 bis 4 nur Ausführungsbeispiele dargestellt
sind, die spiralförmige Spannuten beziehungsweise Nuten 38, 38' umfassen.
[0046] Die Drehrichtung des Bohrwerkzeugs 1 während der Bearbeitung eines Werkstücks ist
in Figur 4 durch den Pfeil P dargestellt.
[0047] Die Umfangsfläche 31 springt - entgegen der Umdrehungsrichtung und in radialer Richtung
gesehen - ausgehend von den Schleifstollen 33, 33" zurück. Den Schleifstollen 33,
33" - entgegen der Umdrehungsrichtung in Umfangsrichtung gesehen - nacheilend sind
Schleifstollen 33', 33'" ausgebildet, in deren Bereich die Umfangsfläche 31 - in radialer
Richtung gesehen - wiederum vorspringt, so dass hier Material von der Bohrungswandung
35 abgetragen wird. Den Schleifstollen 33', 33"' - wiederum in Umfangsrichtung gesehen
- nacheilend springt die Umfangsfläche 31 - in radialer Richtung gesehen - zurück,
bis sie schließlich in die Nuten 38, 38' übergeht. Die Schleifstollen 33', 33'" können
sich auch über die Durchmessererweiterung 23 hinaus zur Spitze 3 hin fortsetzen und
in dem ersten Bereich 25 beziehungsweise im Bereich der Spitze 3 als Stützfasen ausgebildet
sein. Selbstverständlich erfolgt in diesem Bereich kein Materialabtrag durch die Stützfasen,
die dort nur einer Zentrierung und Führung des Bohrwerkzeugs 1 dienen.
[0048] Bevorzugt weisen die Schleifstollen 33, 33', 33", 33"' - in Umfangsrichtung gesehen
- einen ungleichen Winkelabstand auf. So kann insbesondere ein Rattern des Bohrwerkzeugs
1 vermieden werden. Auch bei Ausführungsbeispielen, bei denen das Bohrwerkzeug 1 lediglich
zwei Schleifstollen 33, 33" aufweist, liegen diese einander bevorzugt nicht diametral
gegenüber. In Figur 4 ist deutlich zu erkennen, dass sich jedenfalls die Schleifstollen
33' und 33"' nicht diametral gegenüberliegen. Insbesondere weist der Schleifstollen
33'" zu dem Schleifstollen 33 einen kleineren Winkelabstand auf als der Schleifstollen
33' zu dem Schleifstollen 33". Bevorzugt wird eine ungleiche Winkelteilung, bei der
wenigstens ein zweiter Schleifstollen einem ersten Schleifstollen um einen Winkel
nacheilt, der verschieden ist von dem Winkel, um den ein dritter Schleifstollen dem
zweiten Schleifstollen nacheilt. Anders ausgedrückt ist also bei einem Bohrwerkzeug
1, welches mindestens drei Schleifstollen umfasst, wenigstens ein Schleifstollen von
seiner symmetrischen Position aus - in Umfangsrichtung gesehen - so versetzt, dass
sich keine symmetrische beziehungsweise gleiche Winkelteilung mehr ergibt. Das gleiche
gilt für ein Bohrwerkzeug 1 mit vier oder mehr Schleifstollen. Ganz besonders bevorzugt
sind alle Winkel zwischen je zwei Schleifstollen verschieden.
[0049] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel eines Bohrwerkzeugs 1 umfasst drei Schleifstollen,
wobei ein Schleifstollen einem anderen Schleifstollen - in Umfangsrichtung gesehen
- um ungefähr 30° bis ungefähr 50°, bevorzugt um ungefähr 35° bis ungefähr 45°, besonders
bevorzugt um ungefähr 40° nacheilt. Ein solches Bohrwerkzeug 1 hat sich als besonders
wenig anfällig gegen Rattern erwiesen. Letztlich kann so die Oberflächenqualität der
mit dem Bohrwerkzeug 1 hergestellten Bohrung gesteigert werden.
[0050] Die bisher beschriebenen bevorzugten Ausführungsbeispiele des Bohrwerks 1 sind vorzugsweise
einstückig ausgebildet. Ein anderes Ausführungsbeispiel eines Bohrwerkzeugs 1 kann
mehrstückig, insbesondere zweistückig ausgebildet sein. Dabei ist bevorzugt der erste
Bereich 25 als Bohrer ausgebildet, während der zweite Bereich 27 und der Bereich der
Durchmessererweiterung 23 als Schleifwerkzeug, vorzugsweise als eine Art Schleifstein
ausgebildet sind. Das zusammengesetzte Bohrwerkzeug 1 kann vorzugsweise mit Hilfe
von an sich bekannten Schnittstellen aus den beiden Teilwerkzeugen zusammengefügt
werden. Letztlich sind auch mehrteilige Bohrwerkzeuge möglich. Beispielsweise kann
im Bereich der Spitze 3 mindestens ein Schneideinsatz vorgesehen sein, an dem die
mindestens eine geometrisch definierte Schneide angeordnet ist.
[0051] Im Folgenden wird das Verfahren zum Herstellen von Bohrungen näher erläutert. Das
Verfahren wird bevorzugt mit Hilfe eines Bohrwerkzeugs gemäß den vorstehenden Erläuterungen
durchgeführt. Jedenfalls umfasst das Bohrwerkzeug 1 eine Spitze 3 mit mindestens einer
Schneide, einen Schaft 5, eine Längsachse 7, eine Durchmessererweiterung 23 sowie
einen spitzenseitigen Bereich 25 mit einem ersten Durchmesser und einen schaftseitigen
Bereich 27 mit einem zweiten Durchmesser. In dem Bereich der Durchmessererweiterung
23 und/oder dem schaftseitigen Bereich 27 erfolgt eine Spanbildung beim Bearbeiten
eines Werkstücks, die derjenigen bei einer Bearbeitung eines Werkstücks mit geometrisch
unbestimmter Schneide entspricht.
[0052] Der axiale Vorschub des Bohrwerkzeugs 1 pro Umdrehung und Schneide relativ zu einem
zu bearbeitenden Werkstück wird so gewählt, dass er größer ist als die halbe Differenz
zwischen dem zweiten und dem ersten Durchmesser. Der Vorschub ist also größer als
die Radiendifferenz zwischen dem Bereich 27 und dem Bereich 25.
[0053] Besonders bevorzugt ist der Vorschub pro Umdrehung und pro Schneide größer als die
Durchmesserdifferenz zwischen dem Bereich 27 und dem Bereich 25.
[0054] Durch die entsprechende Wahl des Vorschubs kann die Oberflächenqualität der Bohrung
beziehungsweise die Genauigkeit des Durchmessers entlang verschiedener Schichten eines
bearbeiteten Verbundmaterials sowie die Tolerierung der Bohrung verbessert werden.
[0055] Ganz besonders bevorzugt wird die Bohrung in einem Arbeitsgang fertiggestellt. Zur
Herstellung der Bohrung taucht das Bohrwerkzeug 1 also einmal in das Werkstück ein
und wieder aus diesem heraus. Die Bohrung weist anschließend die gewünschte Tolerierung
und damit einen genau definierten Durchmesser auch in den verschiedenen Schichten
eines Verbundmaterials auf. Es bedarf also keiner weiteren Bearbeitungsschritte, insbesondere
keines anschließenden Reibens. Dabei ist es besonders bevorzugt möglich, in einem
Arbeitsgang, also während eines Arbeitshubs des Werkzeugs eine Bohrung herzustellen,
die eine Toleranz im Bereich IT8 gemäß ISO 286 oder besser aufweist.
[0056] Das Verfahren wird vorzugsweise mit einem Bohrwerkzeug 1 nach den vorstehenden Erläuterungen,
insbesondere den Ausführungsbeispielen gemäß den Figuren 1 bis 4 durchgeführt. In
diesem Fall findet im Bereich der Durchmessererweiterung 23 beziehungsweise in dem
Bereich 27 eine Bearbeitung statt, die derjenigen mit geometrisch unbestimmter Schneide
entspricht. Es erfolgt hier ein Materialabtrag, der eher dem eines Schleif- beziehungsweise
Honprozesses gleicht.
[0057] Bei der Herstellung einer Bohrung mit dem Bohrwerkzeug 1 beziehungsweise mit Hilfe
des Verfahrens können sich verschiedene physikalische Parameter beziehungsweise Zerspanungseigenschaften
verschiedener Schichten eines Verbundmaterials nicht in der gleichen Weise negativ
bezüglich der Tolerierung der Bohrung auswirken, wie dies bei herkömmlichen Werkzeugen
der Fall ist, weil der Materialabtrag zur Fertigung des Endmaßes der Bohrung nicht
wie bei einer Bearbeitung mit geometrisch definierter Schneide, sondern nach Art eines
Schleif- beziehungsweise Honprozesses erfolgt. Dadurch kann in einem einzigen Arbeitsgang
eine Bohrung hergestellt werden, die bezüglich ihrer Durchmessertolerierung sogar
genauer ist als eine Bohrung, die mit herkömmlichen Werkzeugen zunächst vorgebohrt
und danach in einem zweiten Arbeitsgang fertig gerieben wird. Durch den Schleif- beziehungsweise
honähnlichen Abtrag in dem Bereich des Bohrwerkzeugs 1, welcher die Bohrung auf Endmaß
bearbeitet, können keine langen Späne zähen Materials entstehen, welche die Spanräume
des Bohrwerkzeugs 1 verstopfen und/oder die Bohrungsoberfläche beschädigen. Aufgrund
der höchstens sehr kleinen Späne beziehungsweise dem schleifstaubähnlichen Abtrag,
der bei der Bearbeitung der Bohrung auf Endmaß entsteht, weist das Werkzeug auch in
sehr abrasiven faserverstärkten Materialien wie beispielsweise CFK lange Standzeiten
und einen geringen Verschleiß auf.
1. Bohrwerkzeug zur Herstellung von Bohrungen mit
- einer Spitze (3) und einem - in Richtung einer Längsachse (7) des Bohrwerkzeugs
gesehen - gegenüber der Spitze (3) angeordneten Schaft (5), wobei
- das Bohrwerkzeug (1) im Bereich der Spitze (3) mindestens eine geometrisch definierte
Schneide aufweist, und mit
- einer - von der Spitze (3) aus in Längsrichtung gesehen - der Spitze (3) nacheilenden
Durchmessererweiterung (23), wobei das Bohrwerkzeug (1) einen der Durchmessererweiterung
(23) voreilenden ersten Bereich (25) mit einem ersten Durchmesser, und einen der Durchmessererweiterung
(23) nacheilenden zweiten Bereich (27) mit einem zweiten Durchmesser aufweist, wobei
- der zweite Durchmesser größer ist als der erste Durchmesser, wobei
- die Durchmessererweiterung (23) und/oder der zweite Bereich (27) so ausgebildet
ist/sind, dass in dem Bereich der Durchmessererweiterung (23) und/oder dem zweiten
Bereich (27) eine Spanbildung beim Bearbeiten eines Werkstücks erfolgt, die derjenigen
bei einer Bearbeitung eines Werkstücks mit geometrisch unbestimmter Schneide entspricht,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das Bohrwerkzeug (1) einen mit Nuten versehenen Grundkörper aufweist.
2. Bohrwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Bereich der Durchmesserweiterung (23) und der zweite Bereich (27) keine geometrisch
definierte Schneide aufweisen.
3. Bohrwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Bereich der Durchmesserweiterung (23) und/oder der zweite Bereich (27) geometrisch
unbestimmte Schneiden aufweisen.
4. Bohrwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Durchmesser zwischen 0 µm und 60 µm größer ist als der erste Durchmesser.
5. Bohrwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Wert, um den der zweite Durchmesser den ersten Durchmesser übersteigt, abhängig
von einem zu bearbeitenden Verbundmaterial so gewählt ist, dass er etwa einem Wert
der größten Durchmesserabweichung in den Materiallagen des Verbundmaterials entspricht,
die beim Einbringen einer Bohrung in das Verbundmaterial mit einem Bohrwerkzeug ohne
Durchmessererweiterung auftritt.
6. Bohrwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bohrwerkzeug (1) zumindest in einem Bereich, welcher der Durchmessererweiterung
- in axialer Richtung gesehen - nacheilt, mindestens zwei Schleifstollen (33,33',33",33"')
umfasst.
7. Verfahren zur Herstellung von Bohrungen in Verbundmaterialien und insbesondere mit
Hilfe eines Bohrwerkzeugs (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei das Bohrwerkzeug
(1) eine Spitze (3) mit mindestens einer geometrisch definierten Schneide, einen Schaft
(5), eine Längsachse (7), eine Durchmessererweiterung (23) sowie einen spitzenseitigen
Bereich (25) mit einem ersten und einen schaftseitigen Bereich (27) mit einem zweiten
Durchmesser ufweist,
wobei in dem Bereich der Durchmessererweiterung (23) und/oder dem schaftseitigen Bereich
(27) eine Spanbildung beim Bearbeiten eines Werkstücks erfolgt, die derjenigen bei
einer Bearbeitung eines Werkstücks mit geometrisch unbestimmter Schneide entspricht,
dadurch gekennzeichnet, dass das Bohrwerkzeug (1) einen mit Nuten versehenen Grundkörper aufweist.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein Vorschub des Bohrwerkzeugs (1) relativ zu einem zu bearbeitenden Werkstück in
Richtung der Längsachse (7) beim Herstellen einer Bohrung so gewählt wird, dass der
Vorschub pro Umdrehung und pro Schneide des Bohrwerkzeugs (1) größer ist als die halbe
Differenz zwischen dem zweiten und dem ersten Durchmesser.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, dass die Differenz zwischen dem ersten Durchmesser im ersten Bereich (25) und dem zweiten
Durchmesser im zweiten Bereich (27) wie folgt festgelegt ist:
- in ein Verbundmaterial, das mit dem Bohrwerkzeug bearbeitet werden soll, wird mittels
eines Bohrwerkzeugs ohne Durchmessererweiterung eine Bohrung eingebracht,
- es wird der Wert der größten Durchmesserabweichung in den Materiallagen des Verbundwerkstoffs
ermittelt,
- es wird die Differenz zwischen dem ersten und zweiten Durchmesser so gewählt, dass
der zweite Durchmesser um den ermittelten Wert größer ist als der erste Durchmesser.
1. Drilling tool for producing drill holes, having
- a tip (3) and a shaft (5) arranged opposite the tip (3) as seen in the direction
of a longitudinal axis (7) of the drilling tool, wherein
- the drilling tool (1) has in the area of the tip (3) at least one geometrically
defined cutting edge, and having,
- trailing the tip (3), as seen in the longitudinal direction from the tip (3), an
expanded diameter (23), the drilling tool (1) having a first area (25) that precedes
the expanded diameter (23) and that has a first diameter, and a second area (27) that
trails the expanded diameter (23) and that has a second diameter, wherein
- the second diameter is larger than the first diameter, wherein
- the expanded diameter (23) and/or the second area (27) is/are embodied such that
a chip formation occurs in the area of the expanded diameter (23) and/or in the second
area (27) when a workpiece is machined, said chip formation being consistent with
the chip formation occurring when a workpiece is machined with a geometrically undefined
cutting edge,
characterized in that
- the drilling tool (1) includes a base body provided with grooves.
2. Drilling tool according to claim 1, characterized in that the area of the expanded diameter (23) and the second area (27) do not have a geometrically
defined cutting edge.
3. Drilling tool according to any of the foregoing claims, characterized in that the area of the expanded diameter (23) and/or the second area (27) have geometrically
undefined cutting edges.
4. Drilling tool according to any of the foregoing claims, characterized in that the second diameter is between 0 µm and 60 µm larger than the first diameter.
5. Drilling tool according to any of the foregoing claims, characterized in that, depending on a composite material to be machined, the value by which the second
diameter exceeds the first diameter is selected such that it approximately corresponds
to a value for the largest diameter deviation in the material layers of the composite
material that occurs when adding a drill hole to the composite material with a drilling
tool that does not have an expanded diameter.
6. Drilling tool according to any of the foregoing claims, characterized in that, at least in one area that trails the expanded diameter, as seen in the axial direction,
the drilling tool (1) includes at least two grinding studs (33,33',33",33"').
7. Method for producing drill holes in composite materials and especially using a drilling
tool (1) according to any of claims 1 through 6, the drilling tool (1) having a tip
(3) with at least one geometrically defined cutting edge, a shaft (5), a longitudinal
axis (7), an expanded diameter (23), and a tip-side area (25) with a first diameter
and having a shaft-side area (27) with a second diameter, wherein a chip formation
occurs in the area of the expanded diameter (23) and/or in the shaft-side area (27)
when a workpiece is machined, said chip formation being consistent with the chip formation
occurring when a workpiece is machined with a geometrically undefined cutting edge,
characterized in that the drilling tool (1) includes a base body provided with grooves.
8. Method according to claim 7, characterized in that an advance of the drilling tool (1) relative to a workpiece to be machined in the
direction of the longitudinal axis (7) when producing a drill hole is selected such
that the advance per revolution and per cutting edge of the drilling tool (1) is greater
than half the difference between the second diameter and the first diameter.
9. Method according to claim 7 or 8,
characterized in that the difference between the first diameter in the first area (25) and the second diameter
in the second area (27) is determined as follows:
- a drill hole is added by means of a drilling tool to a composite material that is
to be machined with the drilling tool without the diameter being expanded,
- the value of the greatest diameter deviation in the material layers of the composite
material is determined,
- the difference between the first diameter and the second diameter is selected such
that the second diameter is greater than the first diameter by the value determined.
1. Outil d'alésage pour la fabrication des alésages, avec
- une pointe (3) et une tige (5) opposée à la pointe (3) vue dans la direction d'un
axe longitudinal (7) de l'outil d'alésage,
- l'outil d'alésage (1) présentant, au niveau de la pointe (3), au moins une lame
définie de manière géométrique, et avec
- une extension de diamètre (23) en retard de la pointe (3) - vue dans la direction
longitudinale à partir de la pointe (3), l'outil d'alésage (1) ayant une première
région (25) avec un premier diamètre à l'avance de l'extension de diamètre (23), et
une seconde région (27) avec un second diamètre en retard de l'extension de diamètre
(23),
- le second diamètre étant plus grand que le premier diamètre,
- l'extension de diamètre (23) et/ou la seconde région (27) étant configurés de telle
manière que, pendant l'usinage d'une pièce, une formation des copeaux correspondant
à celle-ci pendant l'usinage d'une pièce avec une lame géométriquement indéterminée,
s'effectue dans la région de l'extension de diamètre (23) et/ou la seconde région
(27),
caractérisé en ce que
- l'outil d'alésage (1) présente un corps de base muni des rainures.
2. Outil d'alésage selon la revendication 1, caractérisé en ce que la région de l'extension de diamètre (23) et la seconde région (27) ne présentent
pas des lames définies de manière géométrique.
3. Outil d'alésage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la région de l'extension de diamètre (23) et/ou la seconde région (27) présentent
des lames géométriquement indéterminées.
4. Outil d'alésage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le second diamètre est plus grand que le premier diamètre d'une valeur entre 0 µm
et 60 µm.
5. Outil d'alésage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la valeur, de laquelle le second diamètre dépasse le premier diamètre, est choisi
en fonction d'un matériau composite à usiner, de telle manière qu'elle correspond
approximativement à une valeur de la plus grande divergence de diamètre dans les couches
du matériau composite qui se produit lorsqu'on effectue un alésage dans le matériau
composite en utilisant un outil d'alésage sans extension de diamètre.
6. Outil d'alésage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'outil d'alésage (1) comprend au moins deux dents de meulage (33, 33', 33", 33"'),
d'au moins dans une région en retard de l'extension de diamètre, vue dans la direction
axiale.
7. Procédé pour la fabrication des alésages dans des matériaux composites, notamment
à l'aide d'un outil d'alésage (1) selon l'une quelconque des revendications 1 à 6,
l'outil d'alésage (1) ayant une pointe (3) avec au moins une lame définie de manière
géométrique, une tige (5), un axe longitudinal (7), une extension de diamètre (23)
et une région du côté de pointe (25) avec un premier diamètre et une région du côté
de tige (27) avec un second diamètre, dans lequel s'effectue, dans la région de l'extension
de diamètre (23) et/ou la région du côté de tige (27) et pendant l'usinage d'une pièce,
une formation des copeaux correspondant à celle-ci pendant l'usinage d'une pièce avec
une lame géométriquement indéterminée, caractérisé en ce que l'outil d'alésage (1) présente un corps de base muni des rainures.
8. Procédé selon la revendication 7, caractérisé en ce que, lorsqu'on effectue un alésage, un avancement de l'outil d'alésage (1) dans la direction
de l'axe longitudinal (7) par rapport à une pièce à usiner est choisi de telle manière
que l'avancement par révolution et par lame de l'outil d'alésage (1) est plus grand
que la moitié de la différence entre le second et le premier diamètre.
9. Procédé selon la revendication 7 ou 8,
caractérisé en ce que la différence entre le premier diamètre dans la première région (25) et le second
diamètre dans la seconde région (27) est établie de la manière suivante :
- dans un matériau composite à usiner avec l'outil d'alésage, on effectue un alésage
au moyen d'un outil d'alésage sans extension de diamètre,
- on détermine la valeur de la plus grande divergence de diamètre dans les couches
du matériau composite,
- la différence entre le premier et le second diamètre est choisi de telle manière
que le second diamètre est supérieur au premier diamètre de la valeur déterminée.