[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Fein- oder Feinstbearbeitung einer rotationssymmetrischen
Werkstückfläche eines Werkstücks, mit einer Antriebseinrichtung zum Antrieb des Werkstücks
um eine Rotationsachse, mit bezogen auf die Rotationsachse in radialen Richtungen
wirksamen Führungseinrichtungen und einem in einer radialer Richtung wirksamen Werkzeug,
mit einer Andrückrollen aufweisenden Andrückeinrichtung zum Andrücken des Werkstücks
gegen ein Antriebselement der Antriebseinrichtung, wobei das Werkstück in Richtung
der Rotationsachse gesehen zwischen dem Antriebselement und den Andrückrollen anordenbar
ist.
[0002] Eine solche Vorrichtung ist beispielsweise aus der
EP 2 218 545 A1 bekannt. Bei der Fein- oder Feinstbearbeitung einer rotationssymmetrischen Werkstückfläche
eines Werkstücks besteht bei einer radialen Einspannung das Problem, dass rotationssymmetrische
Werkstückflächen durch Kontakt mit dem Spannwerkzeug beschädigt werden können. Um
dies zu verhindern, werden Vorrichtungen der vorstehend genannten Art verwendet. Bei
diesen Vorrichtungen werden die Werkstücke nicht radial sondern axial eingespannt.
Hierbei ist ein Werkstück in Richtung der Rotationsachse gesehen zwischen einem Antriebselement
einer Antriebseinrichtung und den Andrückrollen einer Andrückeinrichtung fixiert und
in radialer Richtung mit Hilfe weiterer Führungseinrichtungen geführt.
[0003] Bei der vorstehend beschriebenen Fixierung des Werkstücks stehen einander abgewandte
Stirnseiten des Werkstücks in Reibkontakt mit einer Andrückfläche des Antriebselement
bzw. mit Laufflächen der Andrückrollen. Um eine Beschädigung der Stirnseiten zu verhindern,
ist es erforderlich, Stillstände des Werkstücks oder stick-slip-Effekte zu vermeiden.
[0004] Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung
der eingangs genannten Art so zu verbessern, dass unerwünschte Betriebszustände der
Vorrichtung möglichst einfach und schnell detektiert werden können.
[0005] Diese Aufgabe wird bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, dass eine Erfassungseinrichtung zur Erfassung einer Bewegung mindestens
einer Andrückrolle vorgesehen ist.
[0006] Die erfindungsgemäße Vorrichtung ermöglicht es auf einfache Art und Weise, unerwünschte
Betriebszustände detektieren zu können. Erfindungsgemäß wurde erkannt, dass es genügt,
eine Bewegung mindestens einer Andrückrolle zu erfassen, um feststellen zu können,
ob das Werkstück mittels der Antriebseinrichtung in eine gewünschte Rotationsbewegung
versetzt wird oder ob die Rotationsbewegung des Werkstücks gestört ist.
[0007] Der Erfindung liegt die Idee zugrunde, dass eine Antriebsbewegung der Antriebseinrichtung
über das Werkstück auf die Andrückrollen übertragen werden. Somit kann eine Störung
innerhalb des Antriebsstrangs und/oder im Bereich des Kontakts zwischen dem Antriebselement
und dem Werkstück und/oder im Bereich des Kontakts zwischen dem Werkstück und den
Andrückrollen detektiert werden, ohne dass eine Einzelüberwachung einzelner Komponenten
des Antriebsstrangs oder einzelner Kontaktbereiche erforderlich ist. Die Überwachung
erfolgt sozusagen "im letzten Glied" der Bewegungsübertragung. Dies hat auch den Vorteil,
dass die Erfassungseinrichtung in einem Bauraum außerhalb des Antriebsstrangs und
außerhalb des Werkstücks anordenbar ist, sodass für die Zwecke einer Überwachung der
Vorrichtung keine Umkonstruktion von wesentlichen Teilen der Vorrichtung erforderlich
ist.
[0008] Im Rahmen der Erfindung ist es möglich, dass die Erfassungseinrichtung einen Bewegungssensor
zur Erfassung einer Drehbewegung der Andrückrolle um eine Andrückrollenachse umfasst.
Mit einem solchen Bewegungssensor kann das Abwälzen einer Andrückrolle auf einer Kontaktfläche
des Werkstücks erfasst werden.
[0009] Zur einfachen Erfassung einer Drehbewegung der Andrückrolle um eine Andrückrollenachse
ist es bevorzugt, wenn die Andrückrolle einen mit dem Bewegungssensor kommunizierenden
Referenzabschnitt aufweist, welcher insbesondere separat von der Lauffläche der Andrückrolle
vorgesehen ist. Bei einem solchen Referenzabschnitt handelt es sich beispielsweise
um eine mit Markierungen oder Unterbrechungen versehene Lochscheibe, welche zu der
Andrückrollenachse senkrecht ausgerichtet ist oder auch um eine beispielsweise zylindrische
Referenzfläche, welche gemeinsam mit der Lauffläche der Andrückrolle um die Andrückrollenachse
rotiert und deren Markierungen oder Öffnungen mittels eines insbesondere optischen
Bewegungssensors erfasst werden können.
[0010] Es können auch Bewegungssensoren eingesetzt werden, welche ein magnetisches, induktives
oder kapazitives Wirkprinzip haben.
[0011] Bei einer besonders bevorzugten Ausführung der Erfindung umfasst die Erfassungseinrichtung
einen Beschleunigungssensor zur Erfassung einer Positions-und/oder Lageänderung der
Andrückrolle. Wenn ein solcher Beschleunigungssensor verwendet wird, ergibt sich eine
besonders einfach aufgebaute Erfassungseinrichtung, welche sehr variabel im Hinblick
auf Andrückrollen und Werkstücke mit unterschiedlichen Geometrien und Größen einsetzbar
ist. Der Beschleunigungssensor umfasst die Bewegung einer Andrückrolle insgesamt,
also deren Positions- und/oder Lageänderung, welche die Andrückrolle während des Betriebs
der Vorrichtung erfährt. Bei den Postions- und/oder Lageänderungen handelt es sich
insbesondere um Schwingungsbewegungen der Andrückrolle.
[0012] Bevorzugt ist es, wenn der Bewegungssensor und/oder der Beschleunigungssensor in
oder an einem Träger zur Lagerung der Andrückrolle angeordnet ist. Für einen Bewegungssensor
hat dies den Vorteil, dass auf einen separaten Halter zum Halten des Bewegungssensors
verzichtet werden kann. Für einen Beschleunigungssensor ergibt sich der Vorteil, dass
die Bewegung der Andrückrolle nicht durch den Beschleunigungssensor selbst beeinflusst
wird, sondern vielmehr eine Positions- und/oder Lageänderung der Andrückrolle durch
eine Bewegung zumindest eines Teilabschnitts des Trägers erfasst werden kann. Dies
hat auch den Vorteil, dass bei Wechsel einer Andrückrolle, sei es aus Verschleißgründen
oder aufgrund eines Werkstückgeometriewechsels, der Beschleunigungssensor an dem Träger
verbleiben kann und keine Umrüstung erforderlich ist.
[0013] In vorteilhafter Weise umfasst die Antriebseinrichtung einen Motor und eine von dem
Motor angetriebene Spindel zum Antrieb des Antriebselements. Störungen oder Unterbrechungen
in einem solchen Antriebsstrang können mittels der erfindungsgemäßen Erfassungseinrichtung
ebenfalls erfasst werden. Es können auch Störungen einer Kupplung zur schaltbaren
Verbindung eines Kraftflusses zwischen einem Motor und dem Antriebselement der Antriebseinrichtung
erfasst werden.
[0014] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass die Vorrichtung
eine Entnahmeeinrichtung zur Entnahme eines bearbeiteten Werkstücks und/oder eine
Störungswarneinrichtung aufweist und dass die Entnahmeeinrichtung und/oder die Störungswarneinrichtung
betätigbar ist oder sind in Abhängigkeit einer mittels der Erfassungseinrichtung erfassten
Bewegung der Andrückrolle. Im einfachsten Fall können also die mittels der Erfassungseinrichtung
ermittelten Bewegungssignale der Andrückrolle so ausgewertet werden, dass bei Abweichung
von einem Sollzustand eine Warnung ausgegeben wird. Es ist auch möglich, aus der Abweichung
von einem Sollzustand darauf zu schließen, dass ein Werkstück nicht oder nicht fertig
bearbeitet wurde, sodass die Entnahme eines (nicht fertig bearbeiteten) Werkstücks
blockiert wird.
[0015] Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Betrieb einer vorstehend beschriebenen
Vorrichtung.
[0016] Der vorliegenden Erfindung liegt die weitere Aufgabe zugrunde, ein Verfahren anzugeben,
mit dem unerwünschte Betriebszustände einer vorstehend beschriebenen Vorrichtung möglichst
einfach und schnell detektiert werden können.
[0017] Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren zum Betrieb einer vorstehend beschriebenen
Vorrichtung erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass bei einer ersten Drehzahl eines Motors
der Antriebseinrichtung erste Beschleunigungswerte einer Positions- und/oder Lageänderung
der Andrückrolle und bei einer von der ersten Drehzahl abweichenden zweiten Drehzahl
zweite Beschleunigungswerte einer Positions- und/oder Lageänderung der Andrückrolle
erfasst werden und dass bei Unterschreitung einer vorgebbaren Mindestdifferenz zwischen
den ersten und den zweiten Beschleunigungswerten eine Entnahmeeinrichtung zur Entnahme
eines bearbeiteten Werkstücks deaktiviert und/oder eine Störungswarneinrichtung aktiviert
wird.
[0018] Dieses Verfahren ermöglicht eine besonders einfache Überwachung im Hinblick auf Betriebsstörungen
der Vorrichtung. Erfindungsgemäß wurde erkannt, dass voneinander abweichende Drehzahlen
eines Motors der Antriebseinrichtung nicht nur (bei störungsfreiem Betrieb) mit einer
bestimmten Drehzahl der Andrückrolle um eine Andrückrollenachse einhergeht, sondern
auch mit bestimmten Beschleunigungswerten der Positions- und/oder Lageänderung der
Andrückrolle. Hierbei ist eine exakte Korrelierung zwischen Beschleunigungswerten
und Drehzahl des Motors nicht erforderlich. Es genügt, mindestens zwei voneinander
abweichende Drehzahlen mit jeweils zwei voneinander abweichenden Beschleunigungswerten
korrelieren zu können. Beispielsweise geht ein Stillstand des Motors mit sehr niedrigen
Beschleunigungswerten einher, welche sich durch das "Grundrauschen" der Umgebung der
Vorrichtung (beispielsweise Erschütterungen der Aufstellfläche) ergeben. Bei einer
niedrigen Drehzahl des Motors sind höhere Beschleunigungswerte und bei einer höheren
Drehzahl des Motors weiter erhöhte Beschleunigungswerte zu erwarten.
[0019] Aus einer Differenz der Beschleunigungswerte kann daher auf eine Störung innerhalb
des Antriebsstrangs oder in einem Kontaktbereich zum Werkstück geschlossen werden.
[0020] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung sind Gegenstand der nachfolgenden Beschreibung
und der zeichnerischen Darstellung bevorzugter Ausführungsbeispiele.
[0021] In der Zeichnung zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Ansicht einer Ausführungsform einer Vorrichtung zur Fein- oder
Feinstbearbeitung eines Werkstücks, umfassend eine Antriebseinrichtung zum Antrieb
eines Werkstücks um eine Rotationsachse und eine Erfassungseinrichtung zur Erfassung
der Bewegung einer Andrückrolle einer Andrückeinrichtung;
- Figur 2
- ein Diagramm, in welchem durch Positions-und/oder Lageänderung der Andrückrolle anliegende
Beschleunigungswerte in einem zeitlichen Verlauf dargestellt sind, wobei die Antriebseinrichtung
aus einem ruhenden ersten Zustand in einen zweiten Zustand mit einer zweiten Antriebsdrehzahl
überführt wird;
- Figur 3
- ein der Figur 2 entsprechendes Diagramm, wobei die Antriebseinrichtung aus einem ersten
Zustand mit einer ersten Antriebsdrehzahl in einen ruhenden zweiten Zustand überführt
wird; und
- Figur 4
- ein der Figur 2 entsprechendes Diagramm, wobei die Antriebseinrichtung aus einem ersten
Zustand mit einer ersten Antriebsdrehzahl in einen zweiten Zustand mit einer zweiten
Antriebsdrehzahl überführt wird.
[0022] In Figur 1 ist eine Ausführungsform einer Vorrichtung zur Fein- oder Feinstbearbeitung
eines Werkstücks insgesamt mit dem Bezugszeichen 10 bezeichnet.
[0023] Die Vorrichtung 10 umfasst eine insgesamt mit dem Bezugszeichen 12 bezeichnete Antriebseinrichtung
zum Antrieb eines Werkstücks 14 um eine Rotationsachse 16.
[0024] Das Werkstück 14 weist eine rotationssymmetrische Werkstückfläche 18 auf, welche
mittels eines Werkstücks 20 einer Fein- oder Feinstbearbeitung, insbesondere einer
Finishbearbeitung, unterzogen werden kann.
[0025] Um vermeiden, dass das Werkstück 14 in bezogen auf die Rotationsachse 16 seitlicher
Richtung auswandert, sind Führungseinrichtungen 22 vorgesehen, welche in Umfangsrichtung
um das Werkstück 14 verteilt angeordnet sind. Die Führungseinrichtung 22 weisen beispielsweise
an einer nach radial außen weisenden Werkstückfläche des Werkstücks 14 anliegende
Führungsrollen 24 auf.
[0026] Die Antriebseinrichtung 12 umfasst einen Motor 26, welcher über eine Spindel 28 und
über eine optional vorgesehene Kupplung 30 ein Spindelende 32 rotierend antreibt.
Das Spindelende 32 ist mit einem Aufsatz 34 verbunden, welcher auch als "Planscheibe"
bezeichnet werden kann.
[0027] Der Aufsatz 34 ist seinerseits mit einem Antriebselement 36 drehfest verbunden, welches
auch als "Treiber" bezeichnet werden kann.
[0028] Das Antriebselement 36 weist eine Auflagefläche zur Auflage einer ersten Stirnfläche
(ohne Bezugszeichen) des Werkstücks 14 auf.
[0029] Das Werkstück 14 weist eine dem Antriebselement 36 abgewandte zweite Stirnfläche
38 auf, welche von einer insgesamt mit dem Bezugszeichen 40 bezeichneten Andrückeinrichtung
beaufschlagt wird.
[0030] Die Andrückeinrichtung 40 umfasst eine Spanneinrichtung 42, mittels welcher ein Träger
44 in einer zu der Rotationsachse 16 parallelen Richtung in Richtung auf die Stirnfläche
38 des Werkstücks 14 mit einer Andrückkraft beaufschlagbar ist.
[0031] Der Träger 44 weist an seinem dem Werkstück 14 zugewandten Ende mindestens eine Andrückrolle
46, vorzugsweise eine Mehrzahl von Andrückrollen 46, auf. Die Andrückrollen 46 sind
um jeweils zugeordnete Andrückrollenachsen 48 drehbar. Eine Drehbewegung der Andrückrollen
46 um die Andrückrollenachsen 48 geht mit einem Abwälzen der Laufflächen 50 auf der
Stirnfläche 38 des Werkstücks 14 einher.
[0032] Bei einer Bearbeitung des Werkstücks 14 mittels des Werkzeugs 20 wird das Antriebselement
36 der Antriebseinrichtung 12 in eine Drehbewegung versetzt. Über einen Reibschluss
mit der ersten Stirnfläche des Werkstücks 14 wird das Werkstück 14 in eine Drehbewegung
um die Rotationsachse 16 versetzt. Über den Reibschluss zwischen der Lauffläche 50
einer Andrückrolle 46 und der Stirnfläche 38 des Werkstücks 14 werden die Andrückrollen
in eine Drehbewegung versetzt. Die vorstehend beschriebenen Bewegungen gehen auch
mit einer geringfügigen Lage-und/oder Positionsänderung der Andrückrollen 46 einher.
[0033] Die Vorrichtung 10 umfasst eine Erfassungseinrichtung 52 zur Erfassung zumindest
einer der vorgenannten Bewegungsarten der Andrückrolle 46. Insbesondere kann die Erfassungseinrichtung
einen Beschleunigungssensor 54 umfassen. Der Beschleunigungssensor 54 ist starr mit
einem Materialabschnitt 56 des Trägers 44 verbunden, welcher gleichzeitig zur Lagerung
der Andrückrollen 46 dient.
[0034] Optional umfasst die Vorrichtung 10 eine schematisch dargestellte Störungswarneinrichtung
58 (beispielsweise eine Warnleuchte), eine Entnahmeeinrichtung 60 zur Entnahme eines
bearbeiteten Werkstücks 14 (beispielsweise ein Greifer) und eine Steuerungseinrichtung
62 zur Steuerung der Störungswarneinrichtung 58 und/oder der Entnahmeeinrichtung 60
in Abhängigkeit von mittels der Erfassungseinrichtung 52 gewonnenen Bewegungssignalen
der Andrückrollen 46.
[0035] Die in Figur 2 bis 4 dargestellten Diagramme weisen eine Zeitachse 64 mit Zeitwerten
und eine Werteachse mit Beschleunigungswerten auf. Die in den Figuren 2 bis 4 dargestellten
Messlinien 68 stellen Beschleunigungswerte dar, welche entlang eines zeitlichen Verlaufs
mittels der Erfassungseinrichtung 52 erfasst werden können, wenn die Antriebseinrichtung
12 in zwei unterschiedlichen Betriebszuständen betrieben wird.
[0036] Für das Beispiel der Figur 2 liegen bei einem Stillstand des Motors 26 erste Beschleunigungswerte
70 an, welche ein vergleichsweise niedriges Niveau aufweisen, das einem "Grundrauschen"
der Vorrichtung 10 und der Umgebung der Vorrichtung 10 entspricht. Diese Werte korrespondieren
beispielsweise mit in etwa dem 0,03-fachen der Erdbeschleunigung.
[0037] Wird die Antriebseinrichtung 12 in einen zweiten Zustand überführt, beispielsweise
in einen Zustand, in welchem der Motor 26 mit einer Drehzahl von 100 U/min betrieben
wird, können mittels der Erfassungseinrichtung 52 höhere zweite Beschleunigungswerte
72 (beispielsweise in Höhe von ca. 0,1 g). Der Unterschied zwischen den ersten Beschleunigungswerten
70 und 72 ist groß genug, um abweichend vom Stillstand des Motors 26 feststellen zu
können, dass der Motor 26 in Betrieb ist und eine gewünschte Bewegung der Andrückrollen
46 erzeugt.
[0038] In Figur 3 ist eine Diagramm für das Beispiel eines Motors 26 dargestellt, welcher
ausgehend von einem Betriebszustand mit 60 U/min in einen Stillstand überführt wird.
Hierbei korrespondieren erste Beschleunigungswerte 70 (in Höhe von beispielsweise
ca. 0,04 g) mit dem sich bewegenden Motor 26 und zweite Beschleunigungswerte (in Höhe
von beispielsweise ca. 0,03 g) mit dem Stillstand des Motors 26.
[0039] In Figur 4 sind erste Beschleunigungswerte 70 (in Höhe von beispielsweise 0,05 g)
und zweite Beschleunigungswerte 72 (in Höhe von beispielsweise 0,55 g) dargestellt,
welche mit einer Überführung einer ersten Motordrehzahl des Motors 26 hin zu einer
zweiten Drehzahl des Motors 26 korrespondieren. Beispielsweise wird der Motor 26 zunächst
mit 80 U/min und dann (ab dem Zeitpunkt 13:17:10) mit 350 U/min betrieben.
[0040] Die ersten Beschleunigungswerte 70 und die zweiten Beschleunigungswerte 72 können
also für unterschiedliche Betriebszustände des Motors 26 miteinander verglichen werden.
Ist eine Differenz niedriger als eine vorgebbare Mindestdifferenz (welche beispielsweise
in der Steuerungseinrichtung 62 hinterlegbar ist) kann auf eine Störung in der Antriebseinrichtung
12 der Vorrichtung 10 und/oder in einem Kontaktbereich des Werkstücks 14 geschlossen
werden und die Störungswarneinrichtung 58 aktiviert und/oder die Entnahmeeinrichtung
60 deaktiviert werden.
1. Vorrichtung (10) zur Fein- oder Feinstbearbeitung einer rotationssymmetrischen Werkstückfläche
(18) eines Werkstücks (14), mit einer Antriebseinrichtung (12) zum Antrieb des Werkstücks
(14) um eine Rotationsachse (16), mit bezogen auf die Rotationsachse (16) in radialen
Richtungen wirksamen Führungseinrichtungen (22) und einem in einer radialer Richtung
wirksamen Werkzeug (20), mit einer Andrückrollen (46) aufweisenden Andrückeinrichtung
(40) zum Andrücken des Werkstücks (14) gegen ein Antriebselement (36) der Antriebseinrichtung
(12), wobei das Werkstück (14) in Richtung der Rotationsachse (16) gesehen zwischen
dem Antriebselement (36) und den Andrückrollen (46) anordenbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass eine Erfassungseinrichtung (52) zur Erfassung einer Bewegung mindestens einer Andrückrolle
(46) vorgesehen ist.
2. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassungseinrichtung (52) einen Bewegungssensor zur Erfassung einer Drehbewegung
der Andrückrolle (46) um eine Andrückrollenachse (48) umfasst.
3. Vorrichtung (10) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Andrückrolle (46) einen mit dem Bewegungssensor kommunizierenden Referenzabschnitt
aufweist, welcher insbesondere separat von der Lauffläche (50) der Andrückrolle (46)
vorgesehen ist.
4. Vorrichtung (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassungseinrichtung (52) einen Beschleunigungssensor (54) zur Erfassung einer
Positions- und/oder Lageänderung der Andrückrolle (46) umfasst.
5. Vorrichtung (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Bewegungssensor und/oder der Beschleunigungssensor (54) in oder an einem Träger
(44) zur Lagerung der Andrückrolle (46) angeordnet ist.
6. Vorrichtung (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinrichtung (12) einen Motor (26) und eine von dem Motor (26) angetriebene
Spindel (28) zum Antrieb des Antriebselements (36) umfasst.
7. Vorrichtung (10) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinrichtung (12) eine Kupplung (30) zur schaltbaren Verbindung eines
Kraftflusses zwischen Motor (26) und Antriebselement (36) umfasst.
8. Vorrichtung (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (10) eine Entnahmeeinrichtung (60) zur Entnahme eines bearbeiteten
Werkstücks (14) und/oder eine Störungswarneinrichtung (58) aufweist und dass die Entnahmeeinrichtung
(60) und/oder die Störungswarneinrichtung (58) betätigbar ist oder sind in Abhängigkeit
einer mittels der Erfassungseinrichtung (52) erfassten Bewegung der Andrückrolle (46).
9. Verfahren zum Betrieb einer Vorrichtung (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass bei einer ersten Drehzahl eines Motors (26) der Antriebseinrichtung (12) erste Beschleunigungswerte
(70) einer Positions- und/oder Lageänderung der Andrückrolle (46) und bei einer von
der ersten Drehzahl abweichenden zweiten Drehzahl zweite Beschleunigungswerte (72)
einer Positions-und/oder Lageänderung der Andrückrolle (46) erfasst werden und dass
bei Unterschreitung einer vorgebbaren Mindestdifferenz zwischen den ersten und den
zweiten Beschleunigungswerten (70, 72) eine Entnahmeeinrichtung (60) zur Entnahme
eines bearbeiteten Werkstücks (14) deaktiviert und/oder eine Störungswarneinrichtung
(50) aktiviert wird.
1. A device (10) for fine finishing or superfinishing a rotationally symmetrical area
(18) of a workpiece (14), comprising a drive device (12) for driving the workpiece
(14) about a rotational axis (16), guidance devices (22) that act in radial directions
relative to the rotational axis (16) as well as a tool (20) that acts in a radial
direction, and a pressure device (40) that has pressure rollers (46) for pressing
the workpiece (14) against a drive element (36) of the drive device (12), whereby
the workpiece (14) may be arranged between the drive element (36) and the pressure
rollers (46), viewed in the direction of the rotational axis (16), characterized in that a detection device (52) is provided for detecting the motion of at least one pressure
roller (46).
2. The device (10) as recited in Claim 1, characterized in that the detection device (52) includes a motion sensor for detecting the rotational motion
of the pressure roller (46) about a pressure roller axis (48).
3. The device (10) as recited in Clam 2, characterized in that the pressure roller (46) has a reference segment that communicates with the motion
sensor and that is separate from the running surface (50) of the pressure roller (46).
4. The device (10) as recited in any of the preceding claims, characterized in that detection device (52) includes an acceleration sensor (54) for detecting a change
in the position and/or orientation of the pressure roller (46).
5. The device (10) as recited in any of the preceding claims, characterized in that the motion sensor and/or the acceleration sensor (54) is arranged in or on a carrier
(44) for supporting the pressure roller (46).
6. The device (10) as recited in any of the preceding claims, characterized in that the drive device (12) includes a motor (26) and a shaft (28) that is driven by the
motor (26) so as to drive the drive element (36).
7. The device (10) as recited in Claim 6, characterized in that the drive device (12) includes a coupling (30) for the switchable connection of the
force flow between the motor (26) and the drive element (36).
8. The device (10) as recited in any of the preceding claims, characterized in that the device (10) has a removal device (60) for removing a finished workpiece (14)
and/or a disturbance warning device (58), and in that the removal device (60) and/or the disturbance warning device (58) may be activated
as a function of a motion of the pressure roller (46) that is detected by the detection
device (52).
9. A method for operating a device (10) as recited in any of the preceding claims, characterized in that first acceleration values (70) of a change in the position and/or orientation of
the pressure roller (46) are detected at a first rotational speed of a motor (26)
of the drive device (12), and second acceleration values (72) of a change in the position
and/or orientation of the pressure roller (46) are detected at a second rotational
speed, which deviates from the first rotational speed, and in that if a specifiable minimum difference between the first and the second acceleration
values (70, 72) is achieved, then a removal device (60) for removing a finished workpiece
(14) is deactivated and/or a disturbance warning device (50) is activated.
1. Dispositif (10) de finition ou de superfinition d'une surface de pièce (18) à symétrie
de révolution d'une pièce (14), avec un dispositif d'entraînement (12) destiné à entraîner
ladite pièce (14) autour d'un axe de rotation (16), avec des dispositifs de guidage
(22) agissant dans des directions radiales par rapport audit axe de rotation (16),
et un outil (20) agissant dans une direction radiale, avec un dispositif de pression
(40) présentant des rouleaux de pression (46) et destiné à plaquer ladite pièce (14)
contre un élément d'entraînement (36) du dispositif d'entraînement (12), ladite pièce
(14), vue dans la direction de l'axe de rotation (16), pouvant être disposée entre
ledit élément d'entraînement (36) et lesdits rouleaux de pression (46), caractérisé par le fait qu'un dispositif de détection (52) destiné à détecter un mouvement d'au moins un rouleau
de pression (46) est prévu.
2. Dispositif (10) selon la revendication 1, caractérisé par le fait que ledit dispositif de détection (52) comprend un capteur de mouvement destiné à détecter
un mouvement de rotation du rouleau de pression (46) autour d'un axe de rouleau de
pression (48).
3. Dispositif (10) selon la revendication 2, caractérisé par le fait que le rouleau de pression (46) présente une section de référence communiquant avec ledit
capteur de mouvement et qui est prévue en particulier de manière séparée de la surface
de roulement (50) du rouleau de pression (46).
4. Dispositif (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé par le fait que ledit dispositif de détection (52) comprend un capteur d'accélération (54) destiné
à détecter un changement de position et/ou d'orientation du rouleau de pression (46).
5. Dispositif (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé par le fait que ledit capteur de mouvement et/ou le capteur d'accélération (54) est disposé dans
ou sur un support (44) destiné à loger le rouleau de pression (46).
6. Dispositif (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé par le fait que ledit dispositif d'entraînement (12) comprend un moteur (26) et une broche (28) qui
est entraînée par le moteur (26) et est destinée à entraîner ledit élément d'entraînement
(36).
7. Dispositif (10) selon la revendication 6, caractérisé par le fait que ledit dispositif d'entraînement (12) comprend un accouplement (30) pour la liaison
débrayable d'un flux de force entre ledit moteur (26) et ledit élément d'entraînement
(36).
8. Dispositif (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé par le fait que le dispositif (10) présente un dispositif de prélèvement (60) destiné à prélever
une pièce (14) usinée et/ou un dispositif d'avertissement de panne (58) et que ledit
dispositif de prélèvement (60) et/u ledit dispositif d'avertissement de panne (58)
est ou sont apte(s) à être actionné(s) en fonction d'un mouvement du rouleau de pression
(46), qui est détecté au moyen dudit dispositif de détection (52).
9. Procédé de fonctionnement d'un dispositif (10) selon l'une quelconque des revendications
précédentes, caractérisé par le fait que, dans le cas d'un premier nombre de tours d'un moteur (26) du dispositif d'entraînement
(12), de premières valeurs d'accélération (70) d'un changement de position et/ou d'orientation
du rouleau de pression (46) sont saisies et, dans le cas d'un deuxième nombre de tours
différent du premier nombre de tours, de deuxièmes valeurs d'accélération (72) d'un
changement de position et/ou d'orientation du rouleau de pression (46) sont saisies,
et que, lorsqu'une différence minimale prédéterminable entre les premières et les
deuxièmes valeurs d'accélération (70, 72) n'est pas atteinte, un dispositif de prélèvement
(60) destiné à prélever une pièce (14) usinée est désactivé et/ou un dispositif d'avertissement
de panne (50) est activé.