[0001] Die Erfindung betrifft einen Staubsauger in einer Ausführungsform als Bodenstaubsauger
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Aus der
DE 103 20 080 A ist ein Bodenstaubsauger mit zumindest einer Lenkrolle an dessen Unterseite bekannt,
wobei die Lenkrolle um eine horizontale Achse drehbar an einem Lenkrollengehäuse gelagert
ist, das um eine vertikale Achse schwenk- bzw. drehbar am Staubsauger gelagert ist
[0003] Aus der
DE 10 2008 017 736 A ist ein Bodenstaubsauger mit Rädern bekannt, von denen mindestens eines als Lenkrolle
ausgebildet ist und eine Laufrolle umfasst, welche an einer Gleitkufe drehbar gehalten
ist, wobei die Gleitkufe mittels einer zylindrischen Aufnahme an einer an der Unterseite
des Staubsaugers befestigten Achse drehbar gehalten ist.
[0004] Die Lösung gemäß der
DE 10 2008 017 736 A verhindert zwar ein eventuelles Ausbrechen der Achse der Laufrolle, wenn der Staubsauger
umfällt oder zum Beispiel über Treppenstufen gezogen wird, ist aber insofern noch
nicht ganz optimal als es bei einer ungünstigen Richtung einer am Saugschlauch auf
den Bodenstaubsauger ausgeübten Zugbelastung zum Kippen des Gerätegehäuses des Bodenstaubsaugers
kommen kann.
[0005] Der Erfindung stellt sich somit das Problem, einen Bodenstaubsauger anzugeben, bei
dem die Gefahr des Kippens des Gerätegehäuses des Bodenstaubsaugers reduziert ist.
[0006] Erfindungsgemäß wird dieses Problem durch einen Staubsauger in einer Ausführungsform
als Bodenstaubsauger mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Dabei ist bei
einem solchen Bodenstaubsauger mit einem Gehäuse und zumindest einer an der Unterseite
des Gehäuses dreh- oder schwenkbar angebrachten Gleitkufe mit einer Laufrolle vorgesehen,
dass zumindest eine Gleitkufe neben der Laufrolle (erste Laufrolle) eine weitere Laufrolle
(zweite Laufrolle) aufweist, welche der ersten Laufrolle an der Gleitkufe in Umfangsrichtung
gegenüberliegt. In Umfangsrichtung gegenüber meint, dass die eine Laufrolle (erste
Laufrolle) auf einer Kreisbahn um die Achse herum, an welcher die Gleitkufe dreh-
oder schwenkbar angebracht ist, also die sogenannte Lenkachse der Gleitkufe, gegenüber
von einer weiteren Laufrolle (zweite Laufrolle) liegt. Wobei gegenüber nichts anderes
meint als das die Lenkachse der Gleitkufe auf einer Verbindungslinie zwischen der
einen Laufrolle (erste Laufrolle) und der weiteren Laufrolle (zweite Laufrolle) liegt.
[0007] Der Vorteil dieser Gestaltung besteht darin, dass die zweite, weitere Laufrolle dabei
wie ein Stützrad wirkt und die Gefahr des Kippens des Gerätegehäuses des Bodenstaubsaugers
reduziert.
[0008] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den
nachfolgenden Unteransprüchen. Dabei verwendete Rückbeziehungen weisen auf die weitere
Ausbildung des Gegenstandes des Hauptanspruches durch die Merkmale des jeweiligen
Unteranspruches hin. Sie sind nicht als ein Verzicht auf die Erzielung eines selbständigen,
gegenständlichen Schutzes für die Merkmalskombinationen der rückbezogenen Unteransprüche
zu verstehen. Des Weiteren ist im Hinblick auf eine Auslegung der Ansprüche bei einer
näheren Konkretisierung eines Merkmals in einem nachgeordneten Anspruch davon auszugehen,
dass eine derartige Beschränkung in den jeweils vorangehenden Ansprüchen nicht vorhanden
ist.
[0009] Wenn eine Drehachse der zweiten, weiteren Laufrolle parallel zur Drehachse der ersten
Laufrolle ausgerichtet ist, kann die zweite Laufrolle ihre Funktion als Stützrad erfüllen,
ohne bei einer Vorwärtsbewegung des Gerätegehäuses des Bodenstaubsaugers hinderlich
zu sein.
[0010] Bei einer Ausführungsform des Bodenstaubsaugers ist vorgesehen, dass die zweite,
weitere Laufrolle an der Gleitkufe im Vergleich zur ersten Laufrolle höhenversetzt
angeordnet ist. Damit ist gewährleistet, dass bei einer normalen Bewegung des Gerätegehäuses
stets die erste Laufrolle mit dem jeweiligen Untergrund in Kontakt ist und so bei
einer Richtungsänderung während der Bewegung des Gerätegehäuses ein leichtes Manövrieren
erlaubt, indem sich die erste Laufrolle normalerweise in Bewegungsrichtung hinter
einer Dreh- oder Schwenkachse der Gleitkufe befindet und entsprechend der Änderung
der Bewegungsrichtung eine Drehung oder ein Verschwenken der Gleitkufe bewirkt.
[0011] Es hat sich ergeben, dass als Maß für den Höhenversatz zwischen der ersten Laufrolle
und der zweiten, weiteren Laufrolle ein Abstand zwischen der Drehachse der ersten
Laufrolle und der Drehachse der zweiten, weiteren Laufrolle in der Größenordnung von
einem Millimeter bis fünf Millimetern in Betracht kommt.
[0012] Bei besonderen Ausführungsformen des Bodenstaubsaugers ist vorgesehen, dass bei einer
Mehrzahl von Gleitkufen jede Gleitkufe neben der ersten Laufrolle eine zweite, weitere,
insbesondere im Vergleich zur ersten Laufrolle höhenversetzt angeordnete, Laufrolle
umfasst oder dass bei einer Mehrzahl von Gleitkufen jede Gleitkufe dreh- oder schwenkbar
ist und neben der ersten Laufrolle eine zweite, weitere, insbesondere im Vergleich
zur ersten Laufrolle höhenversetzt angeordnete, Laufrolle umfasst. Dann ergibt sich
die Funktion der zweiten, weiteren Laufrolle als Stützrad an jeder Gleitkufe.
[0013] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen rein schematisch dargestellt
und wird nachfolgend näher beschrieben. Einander entsprechende Gegenstände oder Elemente
sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
[0014] Es zeigen
- Figur 1
- einen Bodenstaubsauger von unten mit den dortigen Gleitkufen und Laufrollen,
- Figur 2
- eine Darstellung einer Gleitkufe in einer Seitenansicht und
- Figur 3
- auf Basis der Darstellung in Figur 1 eine Veranschaulichung des Verlaufs von Kippachsen
bei einer seitlich auf den Bodenstaubsauger wirkenden Zugkraft.
[0015] Figur 1 zeigt schematisch vereinfacht von einem Staubsauger 10 in einer Ausführungsform
als Bodenstaubsauger dessen Gerätegehäuse 12, das in an sich bekannter Art und Weise-nicht
dargestellt - zumindest einen Staubraum und ein von einem Gebläsemotor angetriebenes
Sauggebläse aufweist, von der Unterseite. An der Unterseite des Gehäuses 12 befinden
sich bei der dargestellten Ausführungsform des Bodenstaubsaugers 10 drei Gleitkufen
14, eine vordere Gleitkufe 14 und zwei hintere Gleitkufen 14.
[0016] Im Folgenden werden die Begriffe Gerätegehäuse und Gehäuse und für beide Begriffe
jeweils die gleiche Bezugsziffer 12 verwendet, wobei der Begriff Gerätegehäuse 12
die Gesamtheit aus der Gehäuseschale und den davon aufgenommenen Aggregaten und Funktionseinheiten
und der Begriff Gehäuse 12 nur die Gehäuseschale bezeichnet. Der Begriff Gehäuse 12
wird verwendet, wenn zum Beispiel auf den Ort der Anbringung der Gleitkufen 14 Bezug
genommen wird. Der Begriff Gerätegehäuse 12 wird verendet, wenn auf die zentrale Funktionseinheit
des Bodenstaubsaugers 10 Bezug genommen wird, zu dem noch ein Saugschlauch 16, üblicherweise
ein Saugrohr (nicht dargestellt) und am Ende des Saugrohrs eine Bodendüse (ebenfalls
nicht dargestellt) gehört.
[0017] Mit gestrichelten Linien ist der an der Oberseite des Gehäuses 12 angreifende Saugschlauch
16 gezeigt. Mit dem Saugschlauch 16 kann das Gerätegehäuse 12 des Bodenstaubsaugers
10 bewegt werden, indem über den Saugschlauch 16 eine Zugkraft auf das Gerätegehäuse
12 ausgeübt wird. Bei der in Figur 1 gezeigten Situation, bei der die mit dem Saugschlauch
16 ausgeübte Zugkraft quer oder im Wesentlichen quer zu einer Längsachse des Gerätegehäuses
12 wirkt, kommt es mitunter dazu, dass das Gerätegehäuse 12 unter der Zugbelastung
in Richtung der jeweils ausgeübten Zugkraft kippt.
[0018] Um dies zu vermeiden, wird hier vorgeschlagen, zumindest an der vorderen Gleitkufe
14 neben einer dort bereits herkömmlich vorhandenen Laufrolle 18, die hier und im
Folgenden zur Unterscheidung als erste Laufrolle 18 bezeichnet wird, eine zweite,
weitere Laufrolle 20 vorzusehen, die im Hinblick auf die Gefahr des Kippens des Gerätegehäuses
12 eine Funktion als Stützrad erfüllt und die der ersten Laufrolle 18 an der Gleitkufe
14 in Umfangsrichtung gegenüberliegt. In Umfangsrichtung gegenüber meint, dass die
erste Laufrolle 18 auf einer Kreisbahn um die Achse 22 (Figur 2) herum, an welcher
die Gleitkufe dreh- oder schwenkbar angebracht ist, also die sogenannte Lenkachse
22 (Figur 2) der Gleitkufe, gegenüber von einer zweiten Laufrolle 20 liegt. Wobei
gegenüber nichts anderes meint als das die Lenkachse 22 der Gleitkufe 14 auf einer
Verbindungslinie V zwischen der ersten Laufrolle 18 und der zweiten, weiteren Laufrolle
20 liegt.
[0019] Figur 2 zeigt dazu eine vergrößerte Darstellung einer Gleitkufe 14 mit einer ersten
Laufrolle 18 und einer zweiten, weiteren Laufrolle 20. Der obere Blockpfeil deutet
dabei an, dass die Gleitkufe 14 am Gehäuse 12 des Bodenstaubsaugers dreh- oder schwenkbar
angebracht ist. Dafür ist eine Achse 22, genauer gesagt eine Lenkachse 22, vorgesehen,
die in nicht dargestellter, aber an sich bekannter Art und Weise in eine entsprechende
Ausnehmung im Gehäuse 12 eingreift.
[0020] Bei der dargestellten Ausführungsform sind die erste und die zweite Laufrolle 18,
20 an der Gleitkufe 14 höhenversetzt angeordnet, wobei die erste Laufrolle 18 tiefer
als die zweite Laufrolle 20 positioniert ist und damit normalerweise mit dem jeweiligen
Untergrund in Kontakt ist. Die zweite Laufrolle 20 ist im Vergleich zur ersten Laufrolle
18 höher positioniert, wobei der Abstand zwischen den beiden unterhalb der beiden
Laufrollen 18, 20 ansetzenden horizontalen Hilfslinien zum Beispiel in einer Größenordnung
von einem Millimeter bis fünf Millimetern liegt. Indem die erste Laufrolle 18 normalerweise
stets mit dem jeweiligen Untergrund in Kontakt ist, bewirkt die erste Laufrolle 18
eine Ausrichtung der Gleitkufe 14 entsprechend der jeweiligen Bewegungsrichtung des
Gerätegehäuses12. Die erste Laufrolle 18 befindet sich damit normalerweise in Bewegungsrichtung
des Gerätegehäuses 12 hinter der Achse 22 und entsprechend befindet sich die zweite
Laufrolle 20 in Bewegungsrichtung des Gerätegehäuses12 vor dieser Achse 22.
[0021] Die Darstellung in Figur 3 zeigt im oberen Bereich im Wesentlichen die Darstellung
aus Figur 1 und im unteren Bereich eine schematisch vereinfachte Darstellung desselben
Bodenstaubsaugers 10 in einer Seitenansicht. Eine erste vertikale Linie 24 ist eine
Linie durch den Schwerpunkt des Gerätegehäuses 12 (Schwerpunktlinie 24). Eine zweite
vertikale Linie 26 ist eine Linie durch die im Vergleich zur Schwerpunktlinie 24 der
Zugrichtung zugewandten ersten Laufrollen 18. Wenn das Gehäuse 12 an dessen Gleitkufen
14 nur die ersten Laufrollen 18 aufweist, definiert diese zweite vertikale Linie 26
eine Kippachse. Wenn - wie hier dargestellt - der Bodenstaubsauger 10 an zumindest
einer Gleitkufe 14, nämlich üblicherweise der vorderen Gleitkufe 14, oder allen Gleitkufen
14 neben der ersten Laufrolle 18 eine zweite Laufrolle 20 aufweist, definiert eine
Linie durch die im Vergleich zur Schwerpunktlinie 24 der Zugrichtung zugewandten zweiten
Laufrollen 20 die Kippachse, die in Figur 3 mit einer dritten vertikalen Linie 28
eingezeichnet ist. Zur Unterscheidung werden die zweite und dritte Linie 26, 28 als
erste und zweite Kippachse 26, 28 bezeichnet. Man erkennt den größeren Abstand der
aufgrund der zweiten Laufrollen 20 wirksamen zweiten Kippachse 28 zur Schwerpunktlinie
24. Dieser größere Abstand bewirkt nach den an sich bekannten Hebelgesetzen, dass
im Vergleich zu einer ersten Kippachse 26 eine größere Kraft erforderlich ist, um
das Gerätegehäuse 12 zu kippen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass bei als Stützrädern
fungierenden zweiten Laufrollen 20 am Saugschlauch 16 im Vergleich zu einer Situation
ohne solche zusätzlichen Laufrollen 20 eine größere Zugkraft aufgebracht werden kann,
ohne dass befürchtet werden muss, dass aufgrund der aufgebrachten Zugkraft das Gerätegehäuse
12 kippt.
[0022] Damit lassen sich abschließend einzelne zentrale Aspekte der hier vorgelegten Beschreibung
kurz wie folgt zusammenfassen: Angegeben wird ein Bodenstaubsauger 10 mit Laufrollen
18, 20, wobei zur Verbesserung der Kippfestigkeit des Gerätegehäuses 12 des Bodenstaubsaugers
10 neben einer an zumindest einer Gleitkufe 14 herkömmlich vorhandenen ersten Laufrolle
18 eine weitere Laufrolle 20 vorgesehen ist, welche der Laufrolle 18 an der Gleitkufe
14 in Umfangsrichtung gegenüberliegt und im Hinblick auf die Kippfestigkeit eines
Gerätegehäuses 12 als Stützrad fungiert.
Bezugszeichenliste
[0023]
- 10
- Staubsauger / Bodenstaubsauger
- 12
- Gehäuse / Gerätegehäuse
- 14
- Gleitkufe
- 16
- Saugschlauch
- 18
- (erste) Laufrolle
- 20
- (zweite) Laufrolle / weitere Laufrolle
- 22
- Achse (Lenkachse)
- 24
- erste vertikale Linie / Schwerpunktlinie
- 26
- zweite vertikale Linie / erste Kippachse
- 28
- dritte vertikale Linie / zweite Kippachse
- V
- Verbindungslinie
1. Staubsauger (10) in einer Ausführungsform als Bodenstaubsauger, mit einem Gehäuse
(12) und zumindest einer an der Unterseite des Gehäuses (12) dreh- oder schwenkbar
um eine hierfür vorgesehene Achse (22) angebrachten Gleitkufe (14) mit einer Laufrolle
(18)
dadurch gekennzeichnet,
dass die zumindest eine Gleitkufe (14) neben der Laufrolle (18) eine weitere Laufrolle
(20) aufweist, welche der Laufrolle (18) an der Gleitkufe (14) in Umfangsrichtung
gegenüberliegt.
2. Staubsauger (10) nach Anspruch 1, wobei sich die erste Laufrolle (18) in Bewegungsrichtung
des Gerätegehäuses 12 hinter der Achse (22) die zweite Laufrolle (20) in Bewegungsrichtung
des Gerätegehäuses 12 vor dieser Achse (22) befindet.
3. Staubsauger (10) nach Anspruch 1 oder 2, wobei eine Drehachse der weiteren Laufrolle
(20) parallel zur Drehachse der Laufrolle (18) ausgerichtet ist.
4. Staubsauger (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die weitere Laufrolle
(20) an der Gleitkufe (14) im Vergleich zur Laufrolle höhenversetzt angeordnet ist.
5. Staubsauger nach Anspruch 4, mit einem Höhenversatz von einem Millimeter bis fünf
Millimetern zwischen der Laufrolle (18) und der weiteren Laufrolle (20).
6. Staubsauger (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei bei einer Mehrzahl
von Gleitkufen (14) jede Gleitkufe (14) neben der Laufrolle (18) eine weitere Laufrolle
(20) umfasst.
7. Staubsauger (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei bei einer Mehrzahl
von Gleitkufen (14) jede Gleitkufe (14) dreh- oder schwenkbar ist und neben der Laufrolle
(18) eine weitere Laufrolle (20) umfasst.