[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Oberflächenstruktur eines
Werkstücks, insbesondere eines Pressteils, wie einem metallischen Pressblech, Endlosband
oder eine zylindrische Prägewalze, mithilfe zumindest einer Wasserstrahlvorrichtung
mit Bearbeitungskopf, sowie eine Vorrichtung zur Anwendung des Verfahrens.
[0002] Pressbleche oder Endlosbänder werden für die Produktion von Werkstoffplatten, beispielsweise
Holzwerkstoffplatten, benötigt, die für die Möbelindustrie mit einem entsprechenden
Dekor versehen werden. Alternative Verwendungsmöglichkeiten sind in der Produktion
von Laminatpaneelen oder Laminatbodenplatten zu sehen. Die verwendeten Werkstoffplatten
weisen beispielsweise einen Kern, auch Substratschicht genannt, aus MDF oder HDF auf,
wobei zumindest einseitig verschiedene Materialauflagen aufgelegt werden, welche beispielsweise
aus einer Dekorlage und einer Schutzschicht (Overlayschicht) bestehen können. Um einen
Verzug der verwendeten Werkstoffplatten zu vermeiden, werden in der Regel auf der
Rückseite ebenfalls entsprechende Materialauflagen vorgesehen, sodass in einer Presse
die Werkstoffplatte unter Verwendung der Pressbleche oder Endlosbänder miteinander
verpresst werden können. Vorzugsweise werden hierbei Heißpressen eingesetzt, da die
verschiedenen Materialauflagen mit Pyroplastharzen, beispielsweise Melaminharz, getränkt
sind und somit unter Wärmeeinwirkung zu einer Verschmelzung mit der Oberfläche des
Kerns führen. Die verwendeten Dekorschichten können hierbei strukturiert sein, wobei
beispielsweise ein Holz- oder Fliesendekor aufgedruckt ist. Alternativ werden Strukturen
verwendet, welche entsprechend dem jeweiligen Verwendungszweck künstlerisch gestaltet
werden. Zur Verbesserung einer naturgetreuen Nachbildung, insbesondere bei Holzdekoren,
Fliesendekoren oder Natursteinoberflächen und zur Erzielung bestimmter Glanzgrade,
werden die Pressbleche und Endlosbänder eingesetzt, welche eine Negativabbildung der
vorgesehenen Struktur aufweisen. Bei der vorgesehenen Struktur handelt es sich um
die dreidimensionale Topografie (im Folgenden 3D-Topographie genannt) von Holzdekoren,
Fliesendekoren oder Natursteinoberflächen. Die Qualität der hergestellten Werkstoffplatten
mit Dekorschicht und Prägemuster reichen hierbei aufgrund einer digitalisierten Drucktechnik
und digitalisierten Herstellung der Pressblechoberflächen eine hohe Genauigkeit, welche
aufgrund einer passgenauen Ausrichtung einer natürlichen Holzpaneele oder vergleichbarer
Materialien sehr nahe kommen. Durch die Einstellung eines bestimmten Glanzgrades wird
zudem die Möglichkeit geschaffen, eventuelle Reflektionen oder Schattierungen zu erzeugen,
die für einen Betrachter den Eindruck einer natürlichen oder geschliffenen Holzoberfläche
oder anderer vergleichbarer Materialien nahe bringen.
[0003] Zur Erzielung des oben genannten Ergebnisses wird an die Produktion der Pressbleche,
Endlosbänder oder zylindrischen Prägewalzen ein hoher Qualitätsstandard gestellt,
welcher insbesondere eine passgenaue bzw. deckungskonforme Fertigung mit den vorgesehenen
Dekorlagen ermöglicht. Die Pressbleche und Endlosbänder werden hierbei als Ober und
Unterwerkzeug in Kurztaktpressen, welche mit Pressblechen belegt sind, oder Doppelwandpressen
bei Endlosbändern, eingesetzt, wobei gleichzeitig die Prägung und Erwärmung der Materialschichten
vorgenommen wird, sodass die Pyroplastharze durch Aufschmelzen und Aushärten mit dem
Kern verbunden werden. Die Prägewalzen hingegen werden auf der Oberfläche einer Werkstoffplatte
abgerollt und ebenfalls zur Strukturierung eingesetzt.
[0004] Zur Herstellung der Pressbleche, Endlosbänder oder Prägewalzen sind aus dem Stand
der Technik Verfahren bekannt, die das Aufbringen eines Ätzresistes mit einer entsprechenden
Strukturierung auf eine vorbehandelte metallische Oberfläche, einen nachfolgenden
Ätzvorgang, um eine erste Struktur auf die Oberfläche durch einen Ätzprozess zu erzeugen,
und ein anschließendes Entfernen des Ätzresistes vorsehen. Dieser Arbeitsvorgang kann
je nach gewünschter Oberflächenqualität mehrfach hintereinander wiederholt werden,
sodass eine besonders hohe Eindrucktiefe in die Oberfläche des Pressbleches oder Endlosbandes
und darüber hinaus durch eine Grob- und Feinstrukturierung das gewünschte Strukturbild
erzielt werden kann. Hierzu wird beispielsweise auf ein vorbehandeltes Blech nach
erfolgter Reinigung eine Maske mittels eines Siebdruckverfahrens aufgetragen und durch
anschließende Ätzung behandelt und die gewünschte Oberflächenstruktur erzeugt, wobei
der Siebdruck auf die großformatige Fläche aufgebracht und anschließend die Bleche
einer vollflächigen Oberflächenätzung unterzogen werden. Sämtliche Bereiche, welche
die erhabenen Oberflächenstrukturen bilden, sind hierbei durch die aufgetragene Maske
abgedeckt, sodass eine Oberflächenätzung nur in den Bereichen erfolgen kann, die unmittelbar
von der Ätzflüssigkeit angegriffen werden können. Die ausgeätzten Bereiche bilden
sodann die Profiltäler der gewünschten Struktur. Nach erfolgter Ätzung wird die Oberfläche
gereinigt und insbesondere die Maske entfernt, sodass durch weitere Arbeitsvorgänge
die Oberfläche einem weiteren Vergütungsprozess, beispielsweise einer Hartverchromung,
unterzogen werden kann.
[0005] Alternativ besteht die Möglichkeit, ein Fotoverfahren zu verwenden, bei dem zunächst
eine fotoempfindliche Schicht vollflächig aufgetragen wird. Diese muss anschließend
entsprechend der vorgesehenen Maske zur Herstellung der Oberflächenstruktur belichtet
werden. Danach ist eine Entwicklung der Fotoschicht erforderlich. Zwischendurch müssen
umfangreiche Spülvorgänge erfolgen, damit die Oberfläche für die nachfolgenden Arbeitsschritte
vorbereitet und gereinigt werden kann. Nach Entwicklung der Fotoschicht entsteht so
eine Maske, die ebenfalls als Ätzschablone oder Ätzresist bezeichnet wird. Die Reproduzierbarkeit
der auf diesem Weg hergestellten Masken ist problematisch, weil das Negativ oder Positiv
zur Belichtung der lichtempfindlichen Schicht immer exakt in der gleichen Position
relativ zur fotoempfindlichen Schicht positioniert werden muss. Es können mehrere
Belichtungs- und Ätzvorgänge aufeinander folgen, um somit komplexe dreidimensionale
Strukturen auf die Oberfläche eines Pressbleches oder Endlosbandes aufzubringen. Besonders
problematisch ist dies dann, wenn das Negativ oder Positiv zur Belichtung der lichtempfindlichen
Schicht direkt auf diese aufgelegt wird und das Negativ oder Positiv nicht an jeder
Stelle der fotoempfindlichen Schicht exakt den gleichen Abstand aufweist. Die Reproduzierbarkeit
des Aufbringens der Maske ist dabei insbesondere beim Fotoverfahren zur Erzielung
einer hohen Abbildungsgenaulgkeit nicht immer gewährleistet. Weitere Schwierigkeiten
können sich dann ergeben, wenn eine dreidimensionale Struktur durch mehrere hintereinander
erforderliche Belichtungs- und Ätzvorgänge erzeugt werden soll und hierzu mehrere
Masken nacheinander aufgetragen werden müssen, wobei zwischen jeder Maskenauftragung
ein Ätzvorgang erfolgt. Durch die genaue Positionierung und die erforderliche Anzahl
von entsprechenden Masken ist somit die Herstellung der Pressbleche bzw. Endlosbänder
sehr aufwändig und kostenintensiv. Die Auflösung der Oberflächenstruktur ist hierbei
von der aufzutragenden Maske und dem verwendeten Verfahren stark abhängig und zudem
sind eine erhebliche Anzahl von Arbeitsschritten erforderlich, wobei insbesondere
durch die Größe der Pressbleche bzw. Endlosbänder eine aufwändige Handhabung erforderlich
ist.
[0006] Neuerdings ist man dazu übergegangen, anstelle eines Fotoverfahrens oder eines Siebdruckverfahrens
die aufzubringende Maske unmittelbar mit beispielsweise einem Tintenstrahldrucker
auf das Pressblech aufzutragen, wobei digitalisierte Daten verwendet werden. Durch
diese Maßnahme ist sichergestellt, dass exakt eine genaue Abbildung mehrmals auf die
gleichen Oberflächenbereiche aufgetragen werden kann, sodass eine besonders tiefe
Strukturierung, das heißt Ätzung der Oberfläche erfolgen kann. Auch bei diesem Verfahren
sind jedoch eine Reihe von Ätzprozessen erforderlich.
[0007] Allgemein ist die Strukturierung von Oberflächen von Pressblechen mithilfe von Ätzprozessen
bezüglich anspruchsvoller Umweltvorschriften und auch eines gesteigerten Umweltbewusstseins
des Konsumenten als problematisch anzusehen. Insbesondere bei der Strukturierung der
Oberfläche großflächiger Pressteile, wie Pressblechen, Endlosbändern oder Prägewalzen,
wie sie bei der Verpressung von großflächigen Werkstoffplatten Anwendung finden, ist
dieser Aspekt relevant, da die Ätzbäder entsprechend groß dimensioniert werden müssen.
Folglich muss auch ein großes Volumen der zu verwendenden Chemikalien eingesetzt werden.
Dies verteuert die Produktion der durch Ätzprozesse hergestellten Pressteile.
[0008] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein neuartiges Verfahren
anzugeben, mit dem die Oberfläche eines Pressteils, insbesondere von metallischen
Pressblechen, Endlosbändern oder zylindrischen Prägewalzen bearbeitet und dabei eine
umweltfreundliche und kostengünstige Technik angewendet werden kann. Die Geometrie
der Pressteile ist jedoch nicht auf Pressbleche, Endlosbänder oder zylindrische Prägewalzen
beschränkt. Es können auch quaderförmige Pressteile verwendet werden, deren Außenflächen
wahlweise mit dem erfindungsgemäßen Verfahren strukturiert werden können, um dann
die Verpressung eines Werkstoffes mit Hilfe dieser Außenflächen vorzunehmen. So können
auf den Außenflächen des quaderförmigen Pressteils verschiedene Oberflächenstrukturierungen
vorgesehen sein, so dass ein Umstellen der zu verpressenden Oberflächenstrukturierung
von einer Oberflächenstrukturierung auf eine andere durch eine Änderung der Orientierung
des quaderförmigen Pressteils leicht möglich ist.
[0009] Erfindungsgemäß ist zur Lösung der Verfahrensaufgabe vorgesehen, dass die Herstellung
einer Oberflächenstruktur eines Pressteils, insbesondere eines metallischen Pressbleches,
Endlosbandes oder einer zylindrischen Prägewalze mithilfe zumindest einer Wasserstrahlvorrichtung
mit Bearbeitungskopf erfolgt, wobei das Verfahren folgende Schritte umfasst:
- Bereitstellen und Verwendung von digitalisierten Daten einer 3D-Topografie einer Oberflächenstruktur
einer Vorlage,
- Verwendung der digitalisierten Daten zur Positionssteuerung des wenigstens einen Bearbeitungskopfes
in einer durch eine x- und y-Koordinate aufgespannten Ebene oder Nachführung eines
Arbeitstisches, in der durch eine x- und y-Koordinate aufgespannten Ebene gegenüber
eines ortsfest gehaltenen Bearbeitungskopfes,
- Verwendung der z-Koordinate zur Steuerung des Bearbeitungskopfes, wobei die z-Koordinate
die Höhe der 3D- Topografie der Oberflächenstruktur einer Vorlage abbildet,
- partielles Abtragen der Oberfläche durch den wenigstens einen Bearbeitungskopf zur
Reproduktion einer vorbestimmten 3D-Topographie einer Oberflächenstruktur einer Vorlage
oder deren Negativ auf einer Oberfläche eines Werkstücks, wobei die z-Koordinate die
Abtragungstiefe bestimmt.
[0010] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0011] Gegenüber den bisher verwendeten Techniken werden die Pressteile, wie Pressbleche,
Endlosbänder oder Prägewalzen mithilfe eines Wasserstrahls strukturiert, wobei der
Wasserstrahl unmittelbar die zu erzielende Oberflächenstruktur der Pressteile durch
partielles Abtragen der Oberfläche der Pressteile erzeugt. Diese Vorgehensweise besitzt
eine Vielzahl von Vorteilen. Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass mit dieser Methode
auf einen Ätzvorgang verzichtet werden kann, es sei denn, dass eine Nachätzung nach
Herstellung der Oberflächenstruktur mittels Wasserstrahls zur Abrundung der Kanten
gewünscht wird.
[0012] Darüber hinaus kann ein einen Wasserstrahl abgebender Bearbeitungskopf mittels digitalisierter
Daten exakt gesteuert werden, sodass eine nahezu identische Reproduktion der Oberflächenstruktur
wiederholt vorgenommen werden kann. Hierzu besteht lediglich die Notwendigkeit, digitalisierte
Daten einer 3D-Topografie einer Oberflächenstruktur einer Vorlage zur Verfügung zu
stellen. Wenn davon ausgegangen wird, dass kartesische Koordinaten x, y und z verwendet
werden, so bildet die z-Koordinate die Höhe der 3D-Topografie als Funktion des Koordinatenpaares
(x, y) ab. Die Koordinaten x und y spannen eine Ebene auf, in der die zu bearbeitende
Oberfläche des Pressteils angeordnet sein kann. Mithilfe der Wertepaare (x, y) wird
die Position des Bearbeitungskopfes gesteuert. Mithilfe der diesem Wertepaar zugeordneten
z-Koordinate wird die Vortriebsgeschwindigkeit des Bearbeitungskopfes in x-und/oder
γ-Richtung, der Wasserdruck, die Bestrahlungszeit oder der Abstand zwischen der zu
bearbeitenden Oberfläche und dem Bearbeitungskopf gesteuert. Aus der Bestrahlungszeit
benachbarter Punkte auf der Pressteiloberfläche, also benachbarter Wertepaare (x,
y), kann die Vortriebsgeschwindigkeit des Bearbeitungskopfes in x- und/oder y-Richtung
ermittelt werden. Deswegen kann mithilfe der z-Koordinate der digitalisierten 3D-Topografie
der Oberflächenstruktur einer Vorlage auch die Vortriebsgeschwindigkeit des Bearbeitungskopfes
gesteuert werden. Es kann jedoch auch der Volumenstrom des Wassers mit Hilfe der z-Koordinate
gesteuert werden.
[0013] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung einer Oberflächenstruktur können
mehrere Bearbeitungsköpfe zur Bearbeitung in einer Koordinatenrichtung in einer durch
die x- und y-Koordinate aufgespannten Ebene eingesetzt werden und gemeinsam in Richtung
der weiteren Koordinate fortbewegt werden. Alternativ kann eine Nachführung des Arbeitstisches
erfolgen, wobei der Bearbeitungskopf der Wasserstrahlvorrichtung oder die mehreren
Bearbeitungsköpfe der Wasserstrahlvorrichtung ortsfest gehalten sind.
[0014] Auf dem Gebiet der Metallbearbeitung ist es bekannt, einen Hochdruckwasser strahl
zum Zuschneiden von metallischen Werkstücken zu verwenden. Dabei kommen sehr große
metallische Werkstücke in Betracht, die lediglich zugeschnitten werden. Es werden
aber auch sehr kleine Metallelemente aus einem größeren Werkstück ausgeschnitten,
die zum Beispiel zur Verwendung in einem elektromechanischen Gerät vorgesehen sind.
So können zum Beispiel kleine Zahnräder oder Hebelkonstruktionen aus einem metallischen
Werkstück ausgeschnitten werden. Die Vorteile der Metallbearbeitung mit einem Hochdruckwasserstrahl
werden erfindungsgemäß zur Oberflächenstrukturierung von Pressteilen eingesetzt.
[0015] Der große Vorteil des Wasserstrahlschneides oder Oberflächenstrukturierens von metallischen
oder nichtmetallischen Werkstücken gegenüber herkömmlichen Schneidemethoden, wie Sägen
oder Laserschneiden, ist die geringe thermische und mechanische Belastung des zu schneidenden
Werkstückes insbesondere an der Schnittfläche. So handelt es sich bei dem Wasserstrahlschneiden
um ein kaltes Schneideverfahren, bei dem die Temperatur der Schnittfläche eine Temperatur
von ca. 50°C nicht wesentlich übersteigt. Dadurch kommt es zu keinen Materialveränderungen
in der Nähe der Schnittfläche aufgrund des Eintrages thermischer Energie. Darüber
hinaus ist die mechanische Belastung der Schnittfläche vergleichsweise gering, da
der Wasserstrahl kleine Volumenelemente aus dem Werkstück herausreißt. Dadurch kommt
es zu keiner mechanischen Belastung größerer Bereiche der Schnittfläche, die die Entstehung
von Rissen oder anderen geometrischen Materialfehlern zur Folge haben kann. Bei dem
Verfahren des Wasserstrahlschneidens beträgt hingegen die Kraftübertragung auf die
gesamte Schnittfläche ca. fünf Newton und ist damit gering im Vergleich zu den herkömmlichen
Verfahren. Die vorteilhaften Eigenschaften der Wasserstrahl-Werkstückbearbeitung wurden
bisher nicht zur dreidimensionalen Oberflächenstrukturierung von Werkstücken, insbesondere
Pressteilen, verwendet. Vielmehr müssen die oben geschilderten Ätzverfahren zur Oberflächenstrukturierung
von Werkstücken, insbesondere Pressteilen, herangezogen werden und die ebenfalls aufgeführten
Nachteile in Kauf genommen werden.
[0016] Eine Wasserstrahlvorrichtung zur Verwendung in dem erfindungsgemäßen Verfahren umfasst
zumindest eine Hochdruckpumpeneinheit, wenigstens ein Wasserführungselement und wenigstens
einen Bearbeitungskopf mit Wasserdüse. Bei dem wenigstens einen Wasserführungselement
kann es sich um ein starres wasserführendes Rohr oder um einen flexiblen wasserführenden
Schlauch handeln. Ein ortsfester Bearbeitungskopf hat den Vorteil, dass er starr befestigt
werden kann. Dadurch kann verhindert werden, dass Systemschwingungen von der Hochdruckpumpeneinheit
oder dem wenigstens einen Wasserführungselement auf den wenigstens einen Bearbeitungskopf
übertragen werden, was eine geringere Strukturierungsgenauigkeit zur Folge hätte.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren kann eine Grobstrukturierung der Oberfläche,
aber ebenso eine Feinstrukturierung der Oberfläche vorgenommen werden, sodass ein
Ätzvorgang entbehrlich ist und dieser nur dann durchgeführt zu werden braucht, wenn
beispielsweise entstandene Kanten zusätzlich abgerundet werden müssen.
[0017] Ein weiterer wesentlicher Vorteil ergibt sich dadurch, dass durch digitalisierte
Daten eine Reproduzierbarkeit der Oberflächenstruktur beliebig oft möglich ist und
dies ohne aufwändige Kontrollmaßnahmen, wobei eine Überwachungstätigkeit des Bedienungspersonals
auf ein Minimum beschränkt werden kann. Als weiterer wesentlicher Vorteil ist der
Verzicht auf aufwändige, kostenintensive und umweltbelastende Ätzverfahren zu nennen.
[0018] In Abhängigkeit der gewünschten Tiefe der auf der Oberfläche des Werkstückes, insbesondere
Pressteils, zu bildenden Struktur kann mit dem erfindungsgemäßen Verfahren eine Strukturierungstiefe
von bis zu 500 µm erzeugt werden. Dazu sind die Parameter Vortriebsgeschwindigkeit
des Bearbeitungskopfes, Wasserdruck, Volumenstrom, Bestrahlungszeit oder Abstand zwischen
zu bearbeitender Oberfläche und Bearbeitungskopf entsprechend zu wählen. Vorzugsweise
erfolgt die Strukturierung durch Steuerung der Vortriebsgeschwindigkeit.
[0019] In einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens hat die Wasserdüse
des wenigstens einen Bearbeitungskopfes einen Abstand zu der zu bearbeitenden Oberfläche
von 1 mm bis 5 mm, vorzugsweise 1,5 mm bis 2,5 mm. Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung
des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor, dass der Wasserstrahl aus der wenigstens
einen Wasserdüse unter einem Winkel zu der durch eine x- und y-Koordinate aufgespannten
Ebene auf die Oberfläche des Werkstücks, insbesondere Pressteils, auftrifft und dabei
insbesondere unter einem Winkel von 90 Grad auf die herzustellende Strukturwandung
auftrifft, oder durch eine Pendelbewegung des Bearbeitungskopfes eine Formgebung der
Oberflächenstruktur erzielt werden kann, wobei die Orientierung des Wasserstrahls
wenigstens zeitweise fortlaufend derart variiert werden kann, dass sich der Wasserstrahl
auf einem Kegelmantel bewegt, um somit eine optimale Bearbeitung der vorhandenen Strukturwandung
vorzunehmen. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann vorgesehen sein, dass die Neigung
und/oder die Orientierung des aus dem Bearbeitungskopf austretenden Wasserstrahls
bezüglich der zu bearbeitenden Oberfläche schnell variiert, wodurch eine Formgebung
der Oberflächenstruktur zum Beispiel in Form von Mulden in der zu bearbeitenden Oberfläche
erzielt werden kann. Das erfindungsgemäße Verfahren sieht ferner vor, dass der Durchmesser
des Wasserstrahls der wenigstens einen Wasserdüse oder Wassermikrodüse auf einen Wert
zwischen 0,05 mm und 2,0 mm eingestellt wird. Als besonders bevorzugter Bereich des
Durchmessers des Wasserstrahls aus der wenigstens einen Wasserdüse oder Wassermikrodüse
kann der Bereich von 0,10 mm bis 0,40 mm gewählt werden. Der austretende Wasserstrahl
weitet sich hierbei ungefähr auf die doppelte Abmessung vor dem Auftreffen auf die
zu bearbeitende Oberfläche auf.
[0020] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass der wenigstens
eine Bearbeitungskopf entlang dreier Achsen translatorisch bewegbar ist, wodurch der
Bearbeitungskopf an jede Position (x, y) bewegt werden kann. Darüber hinaus ist der
Bearbeitungskopf um drei Achsen, bevorzugt zwei Achsen, rotierbar, wodurch vorteilhaft
das Erzeugen von vertikalen und schräg verlaufenden Abschnitten der Oberflächenstruktur
ermöglicht wird. Darüber hinaus kann der Bearbeitungskopf auf einem Führungsarm angeordnet
sein, der seinerseits wenigstens eine Translations-oder Rotationsachse aufweist.
[0021] Damit das Verfahren zur Herstellung einer Oberflächenstruktur auch bei Pressblechen,
Endlosbändern oder zylindrischen Prägewalzen, die aus einem sehr harten Material gefertigt
sind, durchgeführt werden kann, ist ein großer Wasserdruck erforderlich. Das erfindungsgemäße
Verfahren verwendet deswegen eine Hochdruckpumpeneinheit, die einen Druck von 1.200
bis 4.100 Bar erzeugt, wobei der Druck an die Härte des zu bearbeitenden Materials
angepasst werden kann.
[0022] Bei der Oberflächenstrukturierung von besonders harten Materialien kann die Verwendung
eines reinen Wasserstrahls unter Umständen das gewünschte Ergebnis nur bei einem unbefriedigend
hohen Zeitaufwand erzielen. Deshalb ist in weiterer Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen,
einen Wasserstrahl zu verwenden, der ein Abrasivmittel mit sich führt. Dabei kommt
insbesondere feinporiger, scharfkantiger Sand in Betracht. Die Verwendung eines Wasser-Abrasivmittel-Strahls
hat eine schnellere Materialabtragung zur Folge. Ferner wirken die Sandkörner als
Schleifmittel und entgraten die bearbeitete Oberfläche. Allerdings ist die Strukturierungsgenaulgkeit
eines solchen Strahls auch geringer, denn die Volumenelemente, die bei dem Auftreffen
des Wasser-Abrasivmittel-Strahls aus dem zu bearbeitenden Werkstück herausgerissen
werden, sind größer als jene, die bei Verwendung eines reinen Wasserstrahls herausgerissen
werden. Je nach Härte des Materials, dessen Oberfläche strukturiert werden soll, kann
also die eine oder die andere Variante verwendet werden, wobei beispielsweise für
eine Grobstrukturierung ein abrasives Mittel verwendet werden kann. Als bekanntes
und bewährtes Abrasivmittel gilt unter anderem Korund, da die Körner des Korunds eher
scharfe als gerundete Kanten aufweisen. Korund hat dabei den erheblichen Vorteil,
dass die Körner des Korundes diese vorteilhafte Eigenschaft auch nach Verwendung zum
Wasser-Abrasivmittel-Strahlschneiden nicht verlieren.
[0023] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens zur Herstellung einer Oberflächenstruktur
wird die Oberflächenstruktur unabhängig eines sich wiederholenden Rapports in Teilbereiche
unterteilt, welche jeweils sequentiell von einer Wasserstrahlvorrichtung bearbeitet
werden oder zumindest teilweise von mehreren Wasserstrahlvorrichtungen parallel bearbeitet
werden. Dabei sind die Grenzen der Teilbereiche frei wählbar und werden vorzugsweise
in der Art festgelegt, dass die Grenzen mit unbearbeiteten Bereichen der Oberfläche
zusammenfallen, um eventuelle Strukturfehler zu vermeiden.
[0024] In einer bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens haben die festgelegten Teilbereiche
in Abhängigkeit von der verwendeten Wasserstrahlvorrichtung eine Kantenlänge von 10
cm bis 800 cm. Dabei sind Kantenlängen von 50 cm bis 500 cm besonders bevorzugt.
[0025] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens werden wenigstens einzelne
Bereiche der zu bearbeitenden Oberfläche mehrfach bearbeitet. So können zum Beispiel
nacheinander bearbeitete Bereiche vollständig oder teilweise überlappen.
[0026] In einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens ist vorzugsweise das zu bearbeitende
Werkstück in einem Wasserbecken liegend angeordnet. Die zu bearbeitende Oberfläche
des Werkstückes, beispielsweise eines Pressbleches, befindet sich somit unter Wasser.
Die Wasserdüse des Bearbeitungskopfes ist in einem Abstand von 1 mm bis 5 mm von der
zu bearbeitenden Oberfläche entfernt angeordnet und befindet sich somit ebenfalls
unterhalb des Wasserspiegels in dem Becken. Dadurch kann sichergestellt werden, dass
die an der Schnittfläche durch Reibung erzeugte Wärme zügig abgeführt wird. Darüber
hinaus wird die Reflektion von Abrasivmittel-Körnem an der zu bearbeitenden Oberfläche
oder das Rückstreuen von durch den Wasserstrahl bzw. den Wasser-Abrasivmittel-Strahl
herausgerissenen Werkstückpartikeln durch die Anordnung von zu bearbeitendem Werkstück
und Wasserdüse unterhalb des Wasserspiegels unterbunden. Dadurch wird die Arbeitssicherheit
in der Umgebung der Verfahrensdurchführung erhöht und gleichzeitig die Spritzgefahr
deutlich verringert. Ferner ist dadurch der bei der Durchführung des Verfahrens entstehende
Lärmpegel sehr gering.
[0027] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren können ferner auf der Oberfläche des zu bearbeitenden
Werkstückes, beispielsweise eines Pressbleches, Messpunkte vorgesehen sein, welche
eine jederzeitige Kontrolle der Position des Bearbeitungskopfes erlauben, sodass eine
Korrektursteuerung einsetzbar ist oder ein unterbrochener Bearbeitungsvorgang jederzeit
fortgesetzt werden kann, wobei der Bearbeitungskopf zielgenau auf die zuletzt angewählte
Position wieder aufgesetzt werden kann.
[0028] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden digitalisierte
Daten einer 3D-Topographie einer Oberflächenstruktur von natürlich gewachsenen Rohstoffen,
wie beispielsweise Holzoberflächen oder natürliche Mineralien, wie insbesondere Natursteinoberflächen,
oder künstlich hergestellte Strukturen, wie beispielsweise keramische Oberflächen,
als Vorlage verwendet. Die digitalisierten Daten können beispielsweise mithilfe eines
Scanners erfasst werden, welcher mithilfe umlenkbarer Spiegeltechnik die gesamte 3D-Topographie
einer Oberflächenstruktur einer Vorlage naturgetreu erfasst oder durch Abtasten der
gesamten 3D-Topographie einer Oberflächenstruktur einer Vorlage mithilfe eines durch
zumindest einen Spiegel umgelenkten Laserstrahls und der hieraus erhaltenen Reflektionen
erfasst. Zur Oberflächenstrukturierung können die digitalisierten Daten zur Festlegung
einer 3D-Topografie einer Oberflächenstruktur einer Vorlage in Form von Graustufenbildem
verwendet werden. Dabei wird die Farbskala zwischen Weiß und Schwarz in eine gewünschte
Anzahl von Intervallen unterteilt. Anschließend wird jedem Intervall ein Zahlenwert
zugeordnet. Dem Intervall, das der Farbe Weiß entspricht oder dem Intervall, das der
Farbe Schwarz entspricht, wird die Zahl Null zugeordnet. Die Intervalle werden dann
bis zum gegenüberliegenden Ende der Farbskala fortlaufend durchnummeriert. Die z-Koordinate
kann dann die den Intervallen entsprechenden Zahlenwerte oder beliebige Vielfache
davon annehmen und zur Steuerung der Vortriebsgeschwindigkeit des wenigstens einen
Bearbeitungskopfes in x und/oder y-Richtung, des Wasserdrucks, des Volumenstroms,
der Bestrahlungszeit oder des Abstandes zwischen der zu bearbeitenden Oberfläche und
dem Bearbeitungskopf verwendet werden.
[0029] Hierbei kann vorgesehen sein, dass die erfassten digitalen Daten insbesondere durch
Interpolation und Datenreduktion zur Steuerung der Vortriebsgeschwindigkeit des wenigstens
einen Bearbeitungskopfes in x und/oder γ-Richtung, des Wasserdrucks, des Volumenstroms,
der Bestrahlungszeit oder des Abstandes zwischen der zu bearbeitenden Oberfläche und
dem Bearbeitungskopf konvertiert werden.
[0030] Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird ferner eine Vorrichtung vorgeschlagen,
die eine Auflageeinrichtung für die zu bearbeitenden Werkstücke, insbesondere Pressbleche,
zumindest eine Wasserstrahlvorrichtung mit Bearbeitungskopf und eine Schlittenführung
zur Bewegung des zumindest einen Bearbeitungskopfes in eine beliebige Position innerhalb
einer durch x- und γ-Koordinate aufgespannten Ebene oder Nachführung eines Arbeitstisches
gegenüber einem ortsfest gehaltenen Bearbeitungskopf sowie unabhängige Antriebselemente
zum Anfahren einer Position (x, y) und eine Steuereinheit, welche zur Positionsanfahrung
des Bearbeitungskopfes vorgesehen ist, umfasst.
[0031] Die Vorrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass die Ansteuerung der x- und γ-Koordinaten
durch vorgegebene digitalisierte Daten einer 3D-Topografie einer Oberflächenstruktur
einer Vorlage erfolgt und die z-Koordinate zur Steuerung des Bearbeitungskopfes verwendet
wird, wobei die z-Koordinate die Höhe der 3D-Topografie abbildet und mithilfe des
wenigstens einen Bearbeitungskopfes die Oberfläche partiell abtragbar ist. Dabei erfolgt
eine Reproduktion der 3D-Topographie oder deren Negativ auf der Oberfläche eines Werkstücks.
[0032] Gemäß dem oben beschriebenen erfindungsgemäßen Verfahren wird die z-Koordinate der
digitalisierten 3D-Topografie einer Oberflächenstruktur einer Vorlage von der Vorrichtung
zur Steuerung der Vortriebsgeschwindigkeit des Bearbeitungskopfes in x- und/oder γ-Richtung,
des Wasserdruckes, des Volumenstromes, der Bestrahlungszeit oder des Abstandes zwischen
zu bearbeitender Oberfläche und Bearbeitungskopf verwendet. Die eben aufgeführten
Parameter können einzeln oder in beliebigen Kombinationen zur Steuerung verwendet
werden.
[0033] Die Vorrichtung kann einen Bearbeitungskopf oder mehrere Bearbeitungsköpfe umfassen,
die in eine Koordinatenrichtung in der Ebene angeordnet sind und gemeinsam in Richtung
der weiteren Koordinate verfahrbar sind. Zur Positionsanfahrung des wenigstens einen
Bearbeitungskopfes ist eine Steuereinheit vorgesehen. Alternativ oder zusätzlich kann
eine Nachführung des Arbeitstisches in drei Dimensionen durch geeignete unabhängige
Antriebsmittel erfolgen.
[0034] Die Vorrichtung ist ferner dadurch gekennzeichnet, dass die Wasserstrahlvorrichtung
zumindest eine ortsfest angeordnete Hochdruckpumpeneinheit mit Anschlussleitungen
zu einem beweglichen Bearbeitungskopf mit Wasserführungselement und einer Wasserdüse
umfassen kann.
[0035] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung
ist der Bearbeitungskopf der Wasserstrahlvorrichtung in einem Abstand von 1 mm bis
5 mm, vorzugsweise 1,5 mm bis 2,5 mm, gegenüber der Oberfläche nachführbar und durch
eine Steuereinheit steuerbar angeordnet. Dadurch kann in vorteilhafter Weise erreicht
werden, dass der Abstand zwischen dem Bearbeitungskopf und der zu bearbeitenden Oberfläche
auch bei Durchbiegungen eines großflächigen, biegsamen Werkstückes oder anderer Unebenheiten
konstant gehalten werden kann. Dieses Merkmal erhöht vorteilhaft die Strukturierungsgenauigkeit
der Vorrichtung.
[0036] In besonderer Ausgestaltung der Vorrichtung ist vorgesehen, dass der Bearbeitungskopf
entlang dreier Achsen translatorisch bewegbar geführt wird und um drei Achsen, bevorzugt
zwei Achsen, rotiert wird oder die Orientierung des Wasserstrahls wenigstens zeitweise
fortlaufend derart variiert wird, dass sich der Wasserstrahl auf einem Kegelmantel
bewegt. Der Bearbeitungskopf kann ferner auf einem Führungsarm angeordnet sein, der
seinerseits wenigstens eine Translations- oder Rotationsachse aufweist. Darüber hinaus
kann der Bearbeitungskopf der Wasserstrahlvorrichtung über zumindest einen Höhen-
und/oder einen Kollisionsschutzsensor verfügen. Dadurch wird in vorteilhafter Weise
erreicht, dass Unebenheiten und Durchbiegungen eines großflächigen Werkstückes erkannt
werden und eine Kollision des Bearbeitungskopfes mit dem zu bearbeitenden Werkstückeinsatz
vermieden und andererseits ein konstanter Abstand zur Oberfläche eingehalten wird.
Bei der Oberflächenstrukturierung besonders harter Werkstücke, insbesondere Pressteilen,
kann es, wie oben beschrieben, vorteilhaft sein, keinen reinen Wasserstrahl zu verwenden,
sondern einen Wasserstrahl, der ein abrasives Mittel mit sich führt. Als abrasives
Mittel zur Verwendung in der Vorrichtung kommt insbesondere feinporiger Sand in Frage.
Hierbei kann die Vorrichtung über einen geschlossenen Wasserkreislauf mit Filteranlagen
zum Herausfiltern der abrasiven Mittel verfügen, sodass das Abrasivmittel zurückgewonnen
wird und das Wasser wiederverwendet werden kann. Dazu sind die herausgelösten Werkstückpartikel
und die abrasiven Körner aus dem aufgefangenen Wasser zu filtern.
[0037] Bei der Vorrichtung kann der mindestens eine Bearbeitungskopf ferner derart angeordnet
sein, dass der Wasserstrahl aus der Wasserdüse des Bearbeitungskopfes unter einem
Winkel zu der durch die x- und γ-Koordinate aufgespannten Ebene auf die zu bearbeitende
Oberfläche auftrifft, wobei es insbesondere vorgesehen ist, dass der Wasserstrahl
senkrecht auf die Strukturwandung einer Oberflächenstruktur trifft oder eine pendelnde
Bewegung ausführt, um seitliche Flächen zu bearbeiten.
[0038] Die Vorrichtung weist ferner zumindest eine Hochdruckpumpeneinheit auf, welche einen
Wasserstrahl mit einer Ausbreitungsgeschwindigkeit von bis zu 1000 Metern pro Sekunde
erzeugt, der zur Strukturierung ohne abrasive Mittel verwendet werden kann.
[0039] Die Wasserdüse des Bearbeitungskopfes der Vorrichtung ist hierbei besonderen Belastungen
ausgesetzt. Dies insbesondere bei Verwendung eines Wasser-Abrasivmittel-Strahls, aber
auch bei Verwendung eines reinen Wasserstrahls ist die Wasserdüse hohen Belastungen
ausgesetzt. Aus diesem Grunde besteht die Wasserdüse oder Wassermikrodüse des wenigstens
einen Bearbeitungskopfes zumindest teilweise aus monokristallinem oder polykristallinem
Diamant oder aus einem Material, das im Wesentlichen aus Al
2O
3 besteht. Dadurch wird die Lebensdauer der verwendeten Wasserdüsen oder Wassermikrodüsen
erheblich gesteigert. Gleichwohl verhindern auch diese besonders verschleißfesten
Materialien nicht, dass die Wasserdüse regelmäßig ausgetauscht werden muss.
[0040] Für eine möglichst genaue Bearbeitung der zu bearbeitenden Oberfläche weist die erfindungsgemäße
Vorrichtung eine Auflageeinrichtung auf, welche eine ebene Planfläche, die in eine
Vielzahl von Teilflächen unterteilt ist, umfasst. Innerhalb der Teilflächen sind Ansaugmittel
für eine Vakuumansaugeinrichtung, bei welchen es sich um Ansaugöffnungen mit einer
gummielastischen Dichtung oder Saugglocken handeln kann, angeordnet. Dadurch kann
das zu bearbeitende Werkstück, beispielsweise ein Pressblech, auf der Auflageeinrichtung
fixiert werden und verrutscht bei Erschütterungen der gesamten Wasserstrahlvorrichtung
oder des Werkstückes aufgrund des einwirkenden Wasser- oder Wasser-Abrasivmittel-Strahls
nicht. Es kann auch vorgesehen sein, Trageelemente wie zum Beispiel Stege in dem Wasserbecken
anzuordnen, auf welchen das Werkstück zu liegen kommt.
[0041] Letztendlich betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung eines Werkstücks,
insbesondere eines metallischen Pressbleches, Endlosbandes oder einer zylindrischen
Prägewalze, hergestellt nach dem erfindungsgemäßen Verfahren unter Verwendung der
erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Verpressen und/oder Prägen von Werkstoffplatten
mit einer naturgetreuen strukturierten Oberfläche bis zu einer Tiefe von 500 µm, wobei
für die Ansteuerung der x- und y-Koordinate vorgegebene digitalisierte Daten einer
3D-Topografle einer Oberflächenstruktur einer Vorlage verwendet werden und die z-Koordinate,
die die Höhe der 3D-Topografie abbildet, zur Steuerung der Vortriebsgeschwindigkeit
des wenigstens einen Bearbeitungskopfes in x-und/oder y-Richtung, des Wasserdruckes,
des Volumenstromes, der Bestrahlungszeit oder des Abstandes zwischen zu bearbeitender
Oberfläche und Bearbeitungskopf verwendet wird, wobei die Oberfläche partiell bearbeitet
und eine Reproduktion einer vorbestimmten 3D-Topographie einer Oberflächenstruktur
einer Vorlage durch Abtragung des Materials erfolgt.
[0042] Unter Verwendung der Verfahrensmerkmale sowie einer zur Durchführung des Verfahrens
erforderlichen Vorrichtung werden Werkstoffplatten hergestellt, die sich dadurch auszeichnen,
dass eine zumindest teilweise strukturierte Oberfläche vorhanden ist.
[0043] Die Erfindung wird im Weiteren anhand der Figuren näher erläutert.
[0044] Es zeigt
- Fig. 1
- in einer Querschnittsansicht die Oberfläche eines unbearbeiteten Werkstücks und in
einer darunter befindlichen Querschnittsansicht die Oberfläche eines mit einem Wasserstrahl
strukturierten Werkstücks,
- Fig. 2
- in einer Draufsicht eine Ausführungsform der Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens,
- Fig. 3
- in einer Draufsicht eine weitere Ausführungsform der Vorrichtung zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens und
- Fig. 4
- in einer perspektivischen Ansicht eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens.
[0045] Figur 1 zeigt in einer Querschnittsansicht ein Werkstück 1, wobei es sich um ein
Pressblech zum Verpressen von Werkstoffen handeln kann, bei welchem es sich typischerweise
um ein metallisches Pressblech handelt. Eine zu bearbeitende Oberfläche 2 weist vor
der Bearbeitung eine entsprechend dem Herstellungsverfahren übliche Oberflächenrauigkeit
3 auf. Nach erfolgter Vorreinigung des Werkstücks 1 wird durch das erfindungsgemäße
Verfahren eine Oberflächenstruktur 4 erzeugt, welche sich durch erhabene Bereiche
5 und tieferliegende Bereiche 6 gemäß der unteren Teilansicht auszeichnet. Sowohl
die erhabenen Bereiche 5 als auch die tieferliegenden Bereiche 6 weisen eine Feinstrukturierung
7 auf. Die gesamte Strukturierung der Oberfläche des Werkstückes 1 wird hierbei mithilfe
des erfindungsgemäßen Verfahrens erzeugt, wobei durch entsprechende Steuerung eines
Bearbeitungskopfes eine unterschiedliche Abtragung des Materials erfolgt. Die Figur
1 zeigt hierbei eine Feinstrukturierung 7 und eine Grobstrukturierung, welche zur
besseren Verdeutlichung schematisch dargestellt wurde, wobei jedoch davon auszugehen
ist, dass eine Tiefe von bis zu 500 µm nicht überschritten wird.
[0046] Figur 2 zeigt in einer Draufsicht eine Vorrichtung 20 zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens. Die Vorrichtung besteht aus einem Wasserbecken 21, in welchem eine Auflageeinrichtung
26 angeordnet ist. In der Auflageeinrichtung 26 befinden sich Aussparungen, in welchen
Ansaugmittel 27, bei welchen es sich um Ansaugöffnungen mit einer gummielsatischen
Dichtung oder Saugglocken handeln kann, angeordnet sind. Dadurch kann das Werkstück,
dessen Oberfläche 2 bearbeitet werden soll, flächig auf der Auflageeinrichtung 26
fixiert werden. Die Vorrichtung weist ferner eine Hochdruckpumpeneinheit 22 mit Anschlussleitungen
23 auf. Durch die Anschlussleitungen 23 wird die Hochdruckpumpeneinheit 22 mit Wasser
versorgt. Dabei kann es sich um rückgewonnenes Wasser handeln, das zuvor bereits für
die Oberflächenstrukturierung des Werkstückes 1 verwendet wurde. Das Wasser wird über
ein Wasserführungselement 24 einem Bearbeitungskopf 25 zugeführt. Über einen Abrasivmittel-Anschluss
31 kann dem Bearbeitungskopf 25 ein Abrasivmittel zugeführt werden, welches durch
das in der Wasserdüse schnell strömende Wasser in diese eingesogen wird, wodurch aus
der Wasserdüse ein Wasser-Abrasivmittel-Strahl austritt.
[0047] Mithilfe zweier Führungsschienen 29 in x-Richtung wird der Bearbeitungskopf 25 in
x-Richtung verfahren. Mithilfe einer weiteren Führungsschiene 30 in y-Richtung, die
beweglich an den Führungsschienen 29 in x-Richtung gelagert ist, wird der Bearbeitungskopf
25 in y-Richtung verfahren, der beweglich an der Führungsschiene 30 in y-Richtung
angeordnet ist. Bei entsprechender Ausgestaltung der Vorrichtung ist es auch möglich,
nur eine Führungsschiene in x-Richtung vorzusehen. Durch die Überlagerung der Bewegungen
parallel zu den Führungsschienen 28, 29 ist jede Position (x, y) der Oberfläche 2
durch den Bearbeitungskopf 25 anfahrbar. Die Abtragungstiefe an der Position (x, y)
der Oberfläche 2 wird erfindungsgemäß durch die Vortriebsgeschwindigkeit des Bearbeitungskopfes
25 in x- und/oder y-Richtung, den Wasserdruck, den Volumenstrom, die Bestrahlungszeit
oder den Abstand zwischen Oberfläche 2 und Bearbeitungskopf 25 gesteuert.
[0048] Figur 3 zeigt in einer Draufsicht eine Vorrichtung 20 zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens. Die Vorrichtung besteht aus einem Wasserbecken 21, in welchem Trageelemente
28 angeordnet sind. Die Trageelemente 28 können als horizontal orientierte Stege oder
vertikal orientierte Platten ausgeführt sein. Auf den Trageelementen 28 kommt das
Werkstück zu liegen. Die Vorrichtung weist ferner eine Hochdruckpumpeneinheit 22 mit
Anschlussleitungen 23 auf. Ein Wasserführungselement 24 führt das Wasser von der Hochdruckpumpeneinheit
22 zu dem Bearbeitungskopf 25. Mithilfe zweier Führungsschienen 29 in x-Richtung wird
der Bearbeitungskopf 25 in x-Richtung verfahren. Mithilfe einer weiteren Führungsschiene
30 in y-Richtung, die beweglich an den Führungsschienen 29 in x-Richtung gelagert
ist, wird der Bearbeitungskopf in y-Richtung verfahren. Der Bearbeitungskopf 25 ist
beweglich an der Führungsschiene 30 in y-Richtung gelagert. Durch die Überlagerung
der Bewegungen parallel zu den Führungsschienen 29, 30 ist jede Position (x, y) der
Oberfläche 2 durch den Bearbeitungskopf 25 anfahrbar. Um ein Wasser-Abrasivmittel-Strahl
verwenden zu können, ist auch bei dieser Ausführungsform der Vorrichtung ein Abrasivmittel-Anschluss
31 vorgesehen. Die Abtragungstiefe an der Position (x, y) der Oberfläche 2 wird erfindungsgemäß
durch die Vortriebsgeschwindigkeit des Bearbeitungskopfes 25 in x-und/oder y-Richtung,
den Wasserdruck, den Volumenstrom, die Bestrahlungszeit oder den Abstand zwischen
Oberfläche 2 und Bearbeitungskopf 25 gesteuert.
[0049] Figur 4 zeigt in einer perspektivischen Ansicht die Ausführungsformen aus den Figuren
2 und 3 einer Vorrichtung 20 zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens. Die
Vorrichtung besteht aus einem Wasserbecken 21. An dem Wasserbecken 21 sind zwei Führungsschienen
29 in x-Richtung angeordnet. Eine Führungsschiene 30 in y-Richtung ist beweglich an
den Führungsschienen 29 gelagert. Der Bearbeitungskopf 25 ist beweglich an der Führungsschiene
30 in y-Richtung gelagert, so dass jede Position (x, y) angefahren werden kann. Natürlich
können auch zwei an dem Wasserbecken 21 befestigte Führungsschienen in y-Richtung
und eine beweglich daran gelagerte Führungsschiene in x-Richtung vorgesehen sein,
wobei der Bearbeitungskopf 25 dann beweglich an der Führungsschiene in x-Richtung
gelagert ist. Diese und weitere äquivalente Ausgestaltungen der Vorrichtung 20 zur
Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens sind durch die in den Figuren 2 bis
4 gegebenen Konkretisierungen nicht ausgeschlossen.
Bezugszeichenliste
[0050]
- 1
- Werkstück
- 2
- Oberfläche
- 3
- Oberflächenrauhigkeit
- 4
- Oberflächenstruktur
- 5
- erhabener Bereich
- 6
- tieferliegender Bereich
- 7
- Feinstrukturierung
- 20
- Vorrichtung
- 21
- Wasserbecken
- 22
- Hochdruckpumpeneinheit
- 23
- Anschlussleitungen
- 24
- Wasserführungselement
- 25
- Bearbeitungskopf
- 26
- Auflageeinrichtung
- 27
- Ansaugmittel
- 28
- Trageelement
- 29
- Führungsschiene in x-Richtung
- 30
- Führungsschiene in y-Richtung
- 31
- Abrasivmittel-Anschluss
1. Verfahren zur Herstellung einer Oberflächenstruktur (4) eines Werkstücks (1), insbesondere
eines Pressteils, wie ein metallisches Pressblech, Endlosband oder eine zylindrische
Prägewalze, mithilfe zumindest einer Wasserstrahlvorrichtung mit Bearbeitungskopf
(25), umfassend die Schritte:
- Bereitstellen und Verwendung von digitalisierten Daten einer 3D-Topografie einer
Oberflächenstruktur einer Vorlage,
- Verwendung der digitalisierten Daten zur Positionssteuerung des wenigstens einen
Bearbeitungskopfes (25) in einer durch eine x-und y-Koordinate aufgespannten Ebene
oder Nachführung eines Arbeitstisches in der durch eine x- und y-Koordinate aufgespannten
Ebene gegenüber eines ortsfest gehaltenen Bearbeitungskopfes (25),
- Verwendung der z-Koordinate zur Steuerung des Bearbeitungskopfes (25), wobei die
z-Koordinate die Höhe der 3D- Topografie der Oberflächenstruktur einer Vorlage abbildet,
- partielles Abtragen der Oberfläche (2) durch den wenigstens einen Bearbeitungskopf
(25) zur Reproduktion einer vorbestimmten 3D-Topographie einer Oberflächenstruktur
einer Vorlage oder deren Negativ auf einer Oberfläche (2) eines Werkstücks (1), wobei
die z-Koordinate die Abtragungstiefe bestimmt.
2. Verfahren zur Herstellung einer Oberflächenstruktur (4) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die z-Koordinate der digitalisierten Daten der 3D-Topographie zur Steuerung der Vortriebsgeschwindigkeit
des Bearbeitungskopfes (25) in x- und/oder y-Richtung, des Wasserdruckes, des Volumenstromes,
der Bestrahlungszeit oder des Abstandes zwischen zu bearbeitender Oberfläche (2) und
Bearbeitungskopf (25) verwendet wird.
3. Verfahren zur Herstellung einer Oberflächenstruktur (4) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass mehrere Bearbeitungsköpfe (25) zur Bearbeitung in einer Koordinatenrichtung in einer
Ebene eingesetzt werden und gemeinsam in Richtung der weiteren Koordinate fortbewegt
werden oder eine Nachführung des Arbeitstisches erfolgt und/oder dass die Wasserstrahlvorrichtung
zumindest aus einer Hochdruckpumpeneinheit (22), wenigstens einem Wasserführungselement
(24) und wenigstens einem Bearbeitungskopf (25) mit Wasserdüse besteht.
4. Verfahren zur Herstellung einer Oberflächenstruktur (4) nach einem der Ansprüche 1
bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass mithilfe der Wasserdüse der Wasserstrahlvorrichtung eine Abtragung der zu bearbeitenden
Oberfläche (2) bis zu einer Tiefe von 500 µm erfolgt und/oder dass die Wasserdüse
in einem vorgewählten Abstand zu der zu bearbeitenden Oberfläche (2) von 1 mm bis
5 mm, vorzugsweise 1,5 mm bis 2,5 mm, nachgeführt wird.
5. Verfahren zur Herstellung einer Oberflächenstruktur (4) nach einem der Ansprüche 1
bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Wasserstrahl aus der Wasserdüse unter einem Winkel zu einer durch die x- und
y-Koordinate aufgespannten Ebene auf die Oberfläche (2) auftrifft, insbesondere senkrecht
auf die herzustellende Strukturwandung und/oder dass der Wasserstrahl mithilfe einer
Wasserdüse oder Wassermikrodüse auf einen Durchmesser von 0,05 mm bis 2,0 mm, vorzugsweise
0,10 mm bis 0,40 mm, einstellbar ist.
6. Verfahren zur Herstellung einer Oberflächenstruktur (4) nach einem der Ansprüche 1
bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Bearbeitungskopf (25) entlang dreier Achsen translatorisch bewegbar geführt wird
und um drei Achsen, bevorzugt zwei Achsen, rotiert wird oder die Orientierung des
Wasserstrahls durch Steuerung des Bearbeitungskopfes (25) wenigstens zeitweise fortlaufend
derart variiert wird, dass sich der Wasserstrahl auf einem Kegelmantel bewegt und/oder
dass die Wasserstrahlvorrichtung mit einer Hochdruckpumpeneinheit (22) von 1.200 bis
4.100 Bar eingesetzt wird.
7. Verfahren zur Herstellung einer Oberflächenstruktur (4) nach einem der Ansprüche 1
bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Wasserstrahlvorrichtung mit oder ohne abrasivem Mittel, insbesondere feinporigem
Sand, betrieben wird.
8. Verfahren zur Herstellung einer Oberflächenstruktur (4) nach einem der Ansprüche 1
bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Oberflächenstruktur (4) unabhängig eines sich wiederholenden Raports in Teilbereiche
unterteilt wird, welche jeweils sequentiell von einer Wasserstrahlvorrichtung bearbeitet
werden oder zumindest teilweise von mehreren Wasserstrahlvorrichtungen parallel bearbeitet
werden, wobei die Teilbereiche einander überlappen können, und/oder dass die Grenzen
der Teilbereiche frei wählbar, vorzugsweise in derart festgelegt werden, dass die
Grenzen mit unbearbeiteten Bereichen der Oberfläche (2) zusammenfallen.
9. Verfahren zur Herstellung einer Oberflächenstruktur (4) nach einem der Ansprüche 1
bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die festgelegten Teilbereiche in Abhängigkeit der verwendeten Wasserstrahlvorrichtung
eine Kantenlänge von 10 cm bis 800 cm, vorzugsweise 50 cm bis 500 cm, aufweisen und/oder
dass die festgelegten Teilbereiche mit einem Bearbeitungskopf (25) und einer zugehörigen
Wasserdüse vorzugsweise unter Wasser bearbeitet werden.
10. Verfahren zur Herstellung einer Oberflächenstruktur (4) nach einem der Ansprüche 1
bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass auf der Oberfläche (2) Messpunkte vorgesehen sind, welche eine jederzeitige Kontrolle
der Position des Bearbeitungskopfes (25) erlauben, sodass eine Korrektursteuerung
einsetzbar ist oder ein unterbrochener Bearbeitungsvorgang fortgesetzt wird.
11. Verfahren zur Herstellung einer Oberflächenstruktur (4) nach einem der Ansprüche 1
bis 10,
gekennzeichnet durch die Verwendung von digitalisierten Daten einer 3D-Topographie einer Oberflächenstruktur
einer Vorlage, die natürlich gewachsenen Rohstoffen, wie beispielsweise Holzoberflächen,
oder natürlicher Mineralien, insbesondere Natursteinoberflächen, oder künstlich hergestellter
Strukturen, beispielsweise keramischer Oberflächen, nachgebildet ist und/oder gekennzeichnet durch die Verwendung eines 3D-Scanners zur Erfassung der digitalisierten Daten, welcher
mithilfe umlenkbarer Spiegel die gesamte 3D-Topographie der Oberflächenstruktur der
Vorlage naturgetreu erfasst oder durch Abtasten der gesamten Oberflächenstruktur der Vorlage mithilfe eines durch zumindest einen Spiegel umgelenkten Laserstrahls und der hieraus erhaltenen Reflexionen
erfasst, oder gekennzeichnet durch die Verwendung von Graustufenbildem zur Abbildung einer 3D-Topographie einer Oberflächenstruktur
einer Vorlage.
12. Verfahren zur Herstellung einer Oberflächenstruktur (4) nach einem der Ansprüche 1
bis 11,
gekennzeichnet durch eine Konvertierung der erfassten digitalen Daten, insbesondere durch Interpolation und Datenreduktion zur Steuerung der Vortriebsgeschwindigkeit des Bearbeitungskopfes
(25) in x- und/oder y-Richtung, des Wasserdruckes, des Volumenstromes, der Bestrahlungszeit
oder des Abstandes zwischen zu bearbeitender Oberfläche (2) und Bearbeitungskopf (25).
13. Vorrichtung (20) zur Anwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 12, umfassend
eine Auflageeinrichtung (26) für die zu bearbeitenden Materialien, zumindest eine
Wasserstrahlvorrichtung mit Bearbeitungskopf (25) und einer Schlittenführung auf Führungsschienen
(29, 30) zur Bewegung des zumindest einen Bearbeitungskopfes (25) in eine beliebige
Position innerhalb einer durch eine x- und y-Koordinate aufgespannten Ebene oder Nachführung
eines Arbeitstisches gegenüber einem ortsfest gehaltenen Bearbeitungskopf (25) sowie
unabhängige Antriebselemente zum Anfahren einer Position und eine Steuereinheit, welche
zur Positionsanfahrung des Bearbeitungskopfes (25) vorgesehen ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ansteuerung der x- und y- Koordinaten durch vorgegebene digitalisierte Daten
einer 3D-Topografie einer Oberflächenstruktur einer Vorlage erfolgt und die z-Koordinate
zur Steuerung des Bearbeitungskopfes (25) verwendet wird, wobei die z-Koordinate die
Höhe der 3D-Topografie abbildet und mithilfe des wenigstens einen Bearbeitungskopfes
(25) die Oberfläche (2) eines Werkstücks (1), insbesondere Pressteils, partiell abtragbar
ist.
14. Vorrichtung (20) nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass die z-Koordinate der digitalisierten der 3D-Topographie einer Oberflächenstruktur
einer Vorlage zur Steuerung der Vortriebsgeschwindigkeit des Bearbeitungskopfes (25)
in x- und/oder y-Richtung, des Wasserdruckes, des Volumenstromes, der Bestrahlungszeit
oder des Abstandes zwischen zu bearbeitender Oberfläche (2) und Bearbeitungskopf (25)
einsetzbar ist.
15. Vorrichtung (20) nach Anspruch 13 oder 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein oder mehrere Bearbeitungsköpfe (25) in einer Koordinatenrichtung in der Ebene
angeordnet und gemeinsam in Richtung der weiteren Koordinate verfahrbar sind, und/oder
dass die Wasserstrahlvorrichtung zumindest aus einer ortsfest angeordneten Hochdruckpumpeneinheit
(22) mit Anschlussleitungen (23) zu einem beweglichen Bearbeitungskopf (25) mit Wasserführungselement
(24) und wenigstens einer Wasserdüse besteht.
16. Vorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 13 bis 15,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Bearbeitungskopf (25) der Wasserstrahlvorrichtung in einem Abstand von 1 mm bis
5 mm, vorzugsweise 1,5 mm bis 2,5 mm, gegenüber der Oberfläche (2) nachführbar und
durch eine Steuereinheit steuerbar angeordnet ist, und/oder dass der Bearbeitungskopf
(25) entlang dreier Achsen translatorisch bewegbar geführt wird und um drei Achsen,
bevorzugt zwei Achsen, rotierbar wird oder die Orientierung des Wasserstrahls wenigstens
zeitweise fortlaufend derart variiert wird, dass sich der Wasserstrahl auf einem Kegelmantel
bewegt.
17. Vorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 13 bis 16,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Bearbeitungskopf (25) der Wasserstrahlvorrichtung über zumindest einen Höhen-
und/oder einen Kollisionsschutzsensor verfügt, und/oder dass die Wasserstrahlvorrichtung
mit oder ohne abrasivem Mittel, insbesondere feinporigem Sand, betrieben wird und/oder
über einen geschlossenen Wasserkreislauf mit Filteranlagen zum Herausfiltern der abrasiven
Mittel und der abgetragenen Werkstückpartikel verfügt.
18. Vorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 13 bis 17,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Wasserstrahl aus der Wasserdüse unter einem Winkel zu einer durch die x- und
y-Koordinate aufgespannten Ebene auf die zu bearbeitende Oberfläche (2) auftrifft,
insbesondere senkrecht auf die Strukturwandung einer zu bearbeitenden Oberfläche (2)
trifft, und/oder dass die Wasserstrahlvorrichtung über zumindest eine Hochdruckpumpeneinheit
(22) verfügt, die einen Wasserstrahl mit einer Ausbreitungsgeschwindigkeit von bis
zu 1000 Metern pro Sekunde erzeugt.
19. Vorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 13 bis 18,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Wasserdüse oder Wassermikrodüse des wenigstens einen Bearbeitungskopfes (25)
zumindest teilweise aus monokristallinem oder polykristallinem Diamant oder aus einem
Material, das im Wesentlichen aus Al2O3 besteht, besteht und/oder dass die Auflageeinrichtung (26) eine ebene Planfläche
aufweist, welche in eine Vielzahl von Teilflächen unterteilt ist, und innerhalb der
Teilflächen über Ansaugmittel (27) für eine Vakuumansaugeinrichtung verfügt und/oder
dass die Auflageeinrichtung aus wenigstens einem Trageelement (28) gebildet ist.
20. Verwendung eines Pressteils, insbesondere eines metallischen Pressbleches, Endlosbandes
oder einer zylindrischen Prägewalze, hergestellt nach einem der Verfahrensansprüche
1 bis 12 oder Vorrichtungsansprüche 13 bis 19 zum Verpressen und/oder Prägen von Werkstoffplatten,
welche durch den Pressvorgang eine naturgetreue Oberflächenstruktur (4) bis zu einer
Tiefe von 500 µm erhalten, wobei bei der Strukturierung der Oberfläche (2) des Pressteils
für die Ansteuerung der x- und y-Koordinate vorgegebene digitalisierte Daten einer
3D-Topografie einer Oberflächenstruktur einer Vorlage verwendet werden und die z-Koordinate
der digitalisierten Daten die Höhe der 3D-Topografie abbildet und zur Festlegung der
Vortriebsgeschwindigkeit des wenigstens einen Bearbeitungskopfes (25) in x- und/oder
y-Richtung, des Wasserdruckes, des Volumenstromes, der Bestrahlungszeit oder des Abstandes
zwischen zu bearbeitender Oberfläche (2) und Bearbeitungskopf (25) verwendet wird,
wobei die Oberfläche (2) partiell bearbeitet und eine Reproduktion einer vorbestimmten
3D-Topographie einer Oberflächenstruktur einer Vorlage oder deren Negativ auf der
Oberfläche (2) des Pressteils durch Abtragen des Materials erfolgt.
21. Werkstoffplatte, hergestellt unter Verwendung eines Pressbleches oder Endlosbandes
nach einem der Ansprüche 1 bis 12, unter Anwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche
13 bis 19, gekennzeichnet durch zumindest teilweise strukturierte Oberfläche.