[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Trocknung von urgeformtem, Wasser
enthaltenden Material, insbesondere von Beton, eine Trocknungseinrichtung, eine Hochtemperaturanlage
und ein Verfahren zur Herstellung der Hochtemperaturanlage.
[0002] Hochtemperaturanlagen, wie zum Beispiel Schmelzöfen und Gießöfen, werden mit einer
feuerfesten Materialauskleidung zugestellt. Nach anwendungstypischen Kriterien wird
auch Feuerbeton mit hoher Dichte (> 2,5 g/cm
3) verwendet, welcher als Frischbeton als Gieß- oder Stampfmasse verarbeitet wird.
Der für die Verarbeitung und für die hydraulische Bindung erforderliche Wassergehalt
beträgt ca. 2 - 10 % und muss bei der Inbetriebnahme der Anlage oder der externen
Trocknung eines Bauteiles während des Aufheizens unbedingt beachtet werden.
[0003] Es sind verschiedene Trocknungsmethoden- und Einrichtungen bekannt. So offenbaren
die
DE 298 12 945 U1 sowie die
JP 08170951 eine Messung der Feuchtigkeit und eine darauf basierende Aufheizung. Der
JP 2003322467 ist ein Verfahren sowie eine Einrichtung entnehmbar, bei der bei Ausheizung die Temperatur
sowie auch der Dampfdruck überwacht werden.
[0004] Diese Inbetriebnahmetechnologie wird als Trockenheizen bezeichnet und ist eine entscheidende
Grundlage für die speziellen Eigenschaften der feuerfesten Auskleidung und der prognostizierten
Laufzeit für die Produktionsanlage.
[0005] Ähnliche Prozesse sind bei anderen Verfahren zur Trocknung von urgeformtem, Wasser
enthaltenden Material durchzuführen, wenn der Wassergehalt vor Nutzung des jeweiligen
Materials zu reduzieren ist.
[0006] Die Aufheizung von Feuerfest(Ff)-Betonen als Zustellung von Hochtemperaturanlagen
wird mit oftmals temperaturgesteuerter Befeuerung durchgeführt. Die hierfür entwickelten
Aufheizregime als Temperatur-Sollvorgaben (Temperatur-Zeit-Kurven) basieren auf praxisbezogenen
und einigen wissenschaftlichen Erkenntnissen, mehr jedoch auf langjähriger Erfahrung
der Materialhersteller, Anwender und des Personals der Aufheiztechnologie.
[0007] Die Temperatursollkurven dienen dem Zweck, das verarbeitete Auskleidungsmaterial
schadensfrei und schonend aufzuheizen, dem Beton seine Eigenschaften für den Betriebszustand
zu verleihen und die Anlagen auf die erforderliche Arbeitstemperatur zu bringen.
[0008] Nachdem es in der Vergangenheit oft zu Auskleidungsschäden, Schäden im Sinne von
Rissen und Abplatzungen bis hin zu Dampfexplosionen kam, besteht ein gesteigertes
Interesse, diese Nachteile zu beseitigen.
[0009] Bei den mit Feuerbetonmassen zugestellten Anlagen wird das Material zubereitet und
verarbeitet, das heißt ohne Vorbrand in den Ofen eingebracht. Somit enthält der Beton
nach der Verarbeitung einen Anteil ungebundenes Porenwasser und einen Teil chemisch
gebundenes Wasser. Bei der Aufheizung dieser Ff-Betone kommt es zur temperaturgesteuerten
gezielten Erwärmung des Ofeninnenraumes mit stationärer oder externer Brennertechnik.
Während des Energieeintrages in das Ff-Material soll das Porenwasser und auch das
chemisch gebundene Wasser aus dem Beton vollständig entfernt werden, damit für den
Hochtemperaturzustand eine spontane Dampfbildung in den Materialschichten ausgeschlossen
werden kann.
[0010] Dem gezielten Trocknungsvorgang steht der Widerstand durch materialbedingte, geringe
Diffusionsfähigkeit des dichten Betons entgegen. Dadurch kann es bei Überschreitung
seiner temperaturabhängigen Festigkeit zu Rissbildung bis hin zur vollständigen Zerstörung
kommen.
[0011] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Trocknung von urgeformtem,
Wasser enthaltenden Material, insbesondere von Beton und ganz besonders von Feuerfest-Beton,
sowie eine dieses Verfahren realisierende Trocknungseinrichtung bzw. eine mittels
des Verfahrens hergestellte Hochtemperaturanlage zu Verfügung zu stellen, wobei eine
wirtschaftliche, effiziente und dabei qualitätssichernde Herstellung der Hochtemperaturanlage
zu gewährleisten ist.
[0012] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur Trocknung von urgeformtem, Wasser
enthaltenden Material, insbesondere von Beton, nach Anspruch 1, durch eine Trocknungseinrichtung
nach Anspruch 11, durch eine Hochtemperaturanlage nach Anspruch 14 und durch ein Verfahren
zur Herstellung der Hochtemperaturanlage nach Anspruch 17. Vorteilhafte Ausgestaltungen
sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0013] Erfindungsgemäß wird ein Verfahren zur Trocknung von urgeformtem, Wasser enthaltenden
Material, insbesondere von Beton, mittels Aufheizung des Materials zur Verfügung gestellt,
wobei an zumindest einer Position im oder am Material der Dampfdruck des verdampfenden
Wassers als Führungsgröße gemessen wird und in Abhängigkeit vom Messergebnis die Aufheiztemperatur
als Stellgröße eingestellt wird.
[0014] Dieses Verfahren dient insbesondere zur Trocknung von Feuerfest(Ff)-Beton, welcher
monolithisch vorliegt.
[0015] Dabei ist die Temperatur nur eine Stellgröße und ausdrücklich keine Führungsgröße.
[0016] Die im Labor oder Technikum ermittelte temperaturabhängige Zugfestigkeit des ungebrannten
Ff-Betons dient als Grenzwert für die maximale Dampfspannung im Wandaufbau, abzüglich
eines prozentualen Sicherheitsbetrages von ca. 5 - 50 %, vorzugsweise 25 % unter dem
Maximalwert.
[0017] Günstig ist der Einsatz eines Sensorsystems zur Messung des instationären Dampfdruckes
im Wandaufbau über die Zustellungsfläche und dessen Querschnitt als Matrix. Der Dampfdruck
wird bevorzugt über einen Messkopf im Beton und einer Druckkapillare zu einem Messwertgeber
nach außen geführt und elektronisch aufgezeichnet.
[0018] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass der Dampfdruck an unterschiedlichen Positionen
im oder am Material gemessen wird und der höchste, in den unterschiedlichen Positionen
gemessene Dampfdruck als Führungsgröße zur Beeinflussung der Aufheiztemperatur als
Stellgröße genutzt wird.
[0019] Das heißt, dass hier eine Regelung stattfindet mit dem Dampfdruck als Führungsgröße
und der Temperatur als Stellgröße.
[0020] Insbesondere bei der Trocknung von Feuerfest-Anlagen erfolgt die Festlegung der Aufheizgeschwindigkeit
nach dem aktuell höchsten Dampfdruck in den Wandbauteilen der Hochtemperaturanlage
während des Trockenheizens unter Beachtung der maximalen Grenzbelastung der Wand entsprechend
der vorher bestimmten mechanischen Festigkeit, vorzugsweise der Warmzugfestigkeit.
[0021] Je nach Trocknungsphase kann die Position mit dem höchsten Dampfdruck zwischen unterschiedlichen
Ebenen im Material wechseln.
[0022] Vorteilhafterweise wird basierend auf dem gemessenen Dampfdruck als Führungsgröße
die Aufheizgeschwindigkeit definiert.
[0023] Das heißt, dass eine Steigerung der Temperatur der Aufheizung je Zeiteinheit festgelegt
wird.
[0024] Weiterhin ist bevorzugt vorgesehen, dass die Messung des Dampfdruckes kontinuierlich
durchgeführt wird und die Aufheizgeschwindigkeit kontinuierlich nachgeregelt wird.
[0025] Das heißt, es erfolgt eine Aktualisierung der maximal möglichen Aufheizgeschwindigkeit
der Thermoprozessanlage im Online-Verfahren nach dem Dampfdruck als Führungsgröße
in einem iterativ durchgeführten Verfahren.
[0026] Vorzugsweise ist ein Programm vorgesehen, das eine Aufheizgeschwindigkeit des Materials
in Abhängigkeit des gemessenen Dampfdruckes beeinflusst.
[0027] Außerdem lässt sich die optimale Aufheizgeschwindigkeit unter Berücksichtigung der
maximal zulässigen Dampfspannung für die unterschiedlichen Wandbauteile berechnen.
[0028] Zusätzlich kann vorgesehen sein, dass an zumindest einer Position im oder am Material
die Temperatur des Materials gemessen wird und der gemessene Temperaturwert als Kontrollgröße
für die Aufheizung verwendet wird.
[0029] Vorzugsweise erfolgt die Temperaturmessung im Wandaufbau am Dampfdrucksensor.
[0030] Dabei kann die Kontrolle der Temperaturfelder in der Thermoprozessanlage zur Gewährleistung
einer gleichmäßigen Temperaturverteilung an der Oberfläche der Wandbauteile in den
Grenzen < 50 K, vorzugsweise < 20 K Temperaturdifferenz zwischen den Wandflächen erfolgen.
[0031] Außerdem kann vorgesehen sein, dass an zumindest einer Position im oder am Material
die Feuchte des Materials gemessen wird und der gemessene Feuchtewert als Kontrollgröße
für die Aufheizung verwendet wird.
[0032] Dampfdruck, Temperatur und/oder Feuchte wird vorzugsweise in sensiblen und kritischen
Bereichen der örtlichen Feuchtekonzentration im Wandaufbau in der Hochtemperaturanlage
gemessen, vorzugsweise im Boden, in der Rampe oder Schwellen und in Ecken.
[0033] Es hat sich bewährt, dass die Feuchtemessung mittels der Messung des elektrischen
Widerstandes des Materials zwischen zwei Elektroden durchgeführt wird.
[0034] Das heißt, dass für die Feuchtemessung während der Aufheizung vorzugsweise das Widerstandsverfahren
zum Einsatz kommt. Zwei Elektroden messen den veränderlichen Strom- bzw. Spannungsabfall
durch das Material. Der daraus resultierende Widerstand wird anhand einer Kalibrierungstabelle
der Materialfeuchte zugeordnet.
[0035] Die Temperatur und die Feuchte stehen dabei in einem thermodynamischen Zusammenhang
mit der Dampfbildung. Günstig ist der Einsatz eines Sensorsystems zur Messung der
instationären Temperatur und/oder der Feuchte über die Zustellungsfläche als punktweise
Matrix.
[0036] Vor und nach Aufheizung sollte eine Bestimmung der temperaturabhängigen, thermomechanischen
Feuerfest(Ff)-Betoneigenschaften an Proben, vorzugsweise der Dichte, Porosität, Diffusionswiderstand,
E-Modul, Warmzugfestigkeit, Warmbiegezugfestigkeit, Spaltzugfestigkeit und Wärmeleitfähigkeit
und ähnliche thermomechanische und thermodynamische Eigenschaften erfolgen. Dabei
sollte eine Kalibrierung der Dampfdrucksensoren nach der Ausgangstemperatur vor Trocknungsbeginn
im Messbereich 0 - 100 bar, vorzugsweise 0 - 50 bar erfolgen, sowie eine Kalibrierung
des elektrischen Widerstandes der Feuchtesensoren in der Wand nach der Ausgangstemperatur
vor Trocknungsbeginn im Messbereich 0 - 100 Skalenteile bezogen auf die Ausgangsfeuchte
in der Wand, vorzugsweise in Gewichtsprozent, erfolgen.
[0037] In günstiger Weise erfolgt eine Messung der Ausgangsfeuchte im Wandaufbau der Thermoprozessanlage
vor dem Trockenheizen. Danach kann ein Vergleich der Ausgangsfeuchte mit der gemessenen
Feuchte erfolgen.
[0038] Außerdem kann der temperaturabhängige Dampfdruck im Wandaufbau der Thermoprozessanlage
nach der Feuchtekonzentration im Kaltzustand als thermodynamisches Berechnungsmodell
berechnet werden.
[0039] Dieses thermodynamische Berechnungsmodell kann zur strategischen Festlegung der möglichen
Aufheizgeschwindigkeit für die Planung der Trockenheizung dienen.
[0040] Zur Lösung der Aufgabe wird des Weiteren eine Trocknungseinrichtung zur Trocknung
von urgeformtem, Wasser enthaltenden Material, insbesondere von Beton, zur Verfügung
gestellt, wobei diese Trocknungseinrichtung eine Heizeinrichtung zur Aufheizung des
Materials und eine Temperaturregelungseinrichtung sowie eine Dampfdruck-Messeinrichtung
zur Messung des Drucks des verdampfenden Wassers umfasst.
[0041] Dabei kann die Temperaturregelungseinrichtung auch eine Steuerungseinrichtung sein.
[0042] Weiterhin weist die Trocknungseinrichtung eine Temperaturmesseinrichtung- und/oder
eine Feuchtemesseinrichtung auf.
[0043] Vorzugsweise umfasst die Dampfdruck-Messeinrichtung einen Dampfdrucksensor, der einen
Messkopf mit Filterplatte und ein Kapillarrohr aufweist. Das Kapillarrohr ist hochtemperaturbeständig
vorzugsweise Stahl, beständig gegenüber Temperaturen von 500 - 1100 °C.
[0044] Außerdem kann die Trocknungseinrichtung eine Infrarot-Thermografieeinrichtung zur
Temperaturfeldkontrolle in der Thermoprozessanlage, vorzugsweise im Temperaturbereich
bis 500 °C, aufweisen.
[0045] Weiterhin wird erfindungsgemäß eine Hochtemperaturanlage zur Verfügung gestellt,
die einen Ofen mit einer Betonauskleidung sowie eine erfindungsgemäße Trocknungseinrichtung
aufweist. Diese Hochtemperaturanlage wird auch Hochtemperatur-Thermoprozessanlage
genannt.
[0046] Das zu trocknende Material ist somit Beton, insbesondere Feuerfest(Ff)-Beton oder
keramische Massen.
[0047] Die Leitungen der Sensoren sind derart zu verlegen, dass diese während der Aufheizung
bzw. Trocknung nicht durch die Wärmeausdehnung des Materials abgeschert bzw. beschädigt
werden. Eine mäanderförmige Verlegung der Sensorleitungen kann das Abreißen bei wärmebedingter
Ausdehnung des Betons verhindern.
[0048] Wenn der Beton eine Dicke von mehr als 100 mm aufweist, sind vorzugsweise im Ofenquerschnitt
wenigstens zwei übereinander angeordnete Dampfdruck-Sensoren installiert.
[0049] Das heißt, dass in der Wand ein erster Sensor im ersten Drittel und ein zweiter Sensor
im zweiten Drittel, ausgehend vom Ofeninnenraum, im Ofen- bzw. Betonquerschnitt angeordnet
ist. Dabei müssen beide Sensoren nicht zwingend in derselben, durch die Wand verlaufenden
Schnittebene angeordnet sein.
[0050] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass im Beton mindestens zwei Thermosensoren integriert
sind, wobei der Abstand der Sensoren zueinander 100 mm bis 500 mm beträgt.
[0051] Bei der Zustellung der Ofenwand mit Beton werden mindestens zwei separate Thermoelementleitungen
(zweiadrig) für eine örtliche Messstelle verlegt. Die Thermoelemente übernehmen jeweils
die Temperaturmessung, die Thermoelementspitzen übernehmen die Messung des elektrischen
Widerstandes zwischen den Messspitzen zur Feuchtemessung. Der elektrische Widerstand
wird nach den Materialeigenschaften auf den Feuchtegehalt vorher im Labor kalibriert.
Dabei ist ein Abstand der Messspitzen von 10 mm bis 50 mm möglich, er sollte vorzugsweise
15 mm - 20 mm betragen. Somit ist eine Vergleichbarkeit der einzelnen Messstellen
untereinander gegeben und einem möglichen Kurzschluss zwischen den Drähten wird vorgebeugt.
[0052] Die Thermosensoren sind vorzugsweise derart ausgeführt, dass sie auch als Feuchtesensoren
einsetzbar sind.
[0053] Mit den Thermoelementen bzw. -sensoren wird die Temperatur, z. B. bis 1200 °C, im
Wandaufbau erfasst.
[0054] Die Positionen der Messung der Temperatur, des Dampfdruckes und der Feuchte während
einer Aufheizung sollten folgende Bedingungen erfüllen:
● Im Wandquerschnitt der Messposition muss mindestens eine Schicht der Zustellung
aus Ff-Beton bestehen (z. B. Verschleißschicht),
● Die Position ist repräsentativ für sensible und kritische Gebiete in der Hochtemperaturanlage,
das heißt, das Austreiben der Feuchtigkeit dauert in diesen Gebieten am längsten,
z. B. Bodenbereich, Ecken oder Rampenbereich,
● Die Verschiebung der "Feuchtefront" parallel zu Ausrichtung der Wandzustellung muss
durch mehrere, vorzugsweise mindestens zwei Sensor-Messstellen, über den Querschnitt
der Schichten gemessen werden,
● Mechanismen des Fluidtransports während der Aufheizung müssen beachtet werden (Verdampfung
- Strömung - Kondensation - Konzentration von Wasser in unteren Kanten- und Eckbereichen),
● Ausschluss von Störgrößen in unmittelbarer Umgebung der Messstellen (metallische
Einbauten, Anker, Quellen von elektromagnetischen Feldern, Ionenlösung im Material).
[0055] Die erfindungsgemäße Hochtemperaturanlage wird vorzugsweise unter Nutzung des erfindungsgemäßen
Verfahrens zur Trocknung von urgeformtem, Wasser enthaltenden Material hergestellt.
[0056] Bei der Herstellung der Hochtemperaturanlage ist bevorzugt vorgesehen, dass zumindest
ein Sensor bei der Urformung des zu trocknenden Materials in das Material eingegossen
oder in diesem positioniert wird.
[0057] Da es sich bei neuer Wandzustellung in der Regel um einen vor Ort hergestellten und
verarbeiteten Beton handelt, sollen alle Sensoren vorzugsweise direkt in das Material
eingegossen werden.
[0058] Es ist auch möglich, vorgefertigte Betonteile herzustellen und diese in einem externen
Trocknungsprozess zu trocknen, bevor diese in die Ofenanlage als Wand- oder Bodenzustellung
eingebaut werden.
[0059] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der in den beiliegenden Zeichnungen dargestellten
Ausführungsbeispiele erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- ein Diagramm mit einer Temperatur-Zeit-Sollkurve;
- Figur 2
- schematisch die Belastung von Material bei der Aufheizung;
- Figur 3
- die Anordnung von Sensoren im zu trocknenden Material,
- Figur 4
- die Darstellung von Materialschichten mit darin angeordneten Sensoren;
- Figur 5
- ein Diagramm, welches eine Solltemperaturkurve sowie Feuchte-Kurven darstellt; und
- Figur 6
- ein Diagramm, welches Dampfdruck- und Temperaturkurven darstellt.
[0060] Die Erfindung wird dabei anhand einer Hochtemperatur-Schmelzanlage, deren zu trocknendes
Material Ff-Beton ist, erläutert.
[0061] Üblicherweise liefert der Hersteller des Betons die Werte hinsichtlich des Temperaturverlaufs
über die Zeit bei der Aufheizung. Dies kann eine Temperatur-Zeit-Sollkurve 10 gemäß
Figur 1 sein.
[0062] Eine höhere Aufheizgeschwindigkeit, wie sie durch die Temperatur-Zeit-Sollkurve 10
vorgegeben ist, sollte nicht realisiert werden. Der Grund dafür ist, dass im zu trocknenden
Material 20, wie in Figur 2 dargestellt und welches im urgeformten Zustand noch Wasser
enthält, bei Aufheizung ein derart hoher Dampfdruck p entstehen kann, dass die diesem
Dampfdruck entgegengesetzten Kräfte F, die aus der Zugfestigkeit des zu trocknenden
Materials resultieren, nicht ausreichen, um die Bildung eines Risses 30 durch das
zu trocknende Material 20 zu verhindern. Derartige Risse 30 gilt es jedoch zu vermeiden.
[0063] Zu diesem Zweck wird erfindungsgemäß zumindest ein Dampfsensor 60 im zu trocknenden
Material 20 angeordnet, der an der jeweiligen Position den Dampfdruck p im Material
20 misst. Der Dampfdrucksensor 60 kann dabei eine Impulskapillare 61 aufweisen, die
mit einem Messgerät 70, welches vorzugsweise außerhalb des zu trocknenden Materials
20 und somit hinter der Wandoberfläche 100 angeordnet ist, verbunden ist. Dadurch
lässt sich messen, welcher aktuelle instationäre Dampfdruck an der Position des Dampfdrucksensors
60 gegeben ist, so dass sich Rückschlüsse ziehen lassen über die mögliche weitere
Steigerung der Aufheizgeschwindigkeit. Die Impulskapillare 61 soll den nachteiligen
Temperaturabfall über die Länge berücksichtigen und vor Auskühlung geschützt werden.
[0064] Figur 3 zeigt eine Ergänzung der Einrichtung durch ein erstes Thermoelement 40 sowie
durch ein zweites Thermoelement 50, welche beabstandet zueinander angeordnet sind
und jeweils ein erstes Messleitungspaar 41 sowie ein zweites Messleitungspaar 51 aufweisen,
die ebenfalls jeweils mit dem Messgerät 70 verbunden sind. Somit lässt sich auch die
Temperatur im zu trocknenden Material 20 an verschiedenen Positionen messen. Nicht
dargestellt ist dabei eine mögliche Ausführungsform, bei der wenigstens eines der
Thermoelemente 40, 50 in unmittelbarer Nähe des Dampfdrucksensors 60 angeordnet ist,
um an der Stelle der Messung des Dampfdrucks p ebenfalls die Temperatur messen zu
können.
[0065] In vorteilhafter Weise sind die Thermoelemente 40, 50 als Sensoren ausgeführt, mit
denen abwechselnd die Temperatur und die Feuchte gemessen werden kann. Von dem Messgerät
70 können die Messergebnisse gespeichert und/oder angezeigt werden. Ebenfalls kann
das Messgerät 70 zur kontinuierlichen Speicherung der Messergebnisse des Dampfdrucksensors
60 dienen. Die konstruktive Zusammenfassung des Dampfdrucksensors mit den Sensoren
zur Temperatur- und Feuchtemessung in einem messtechnischen Funktiossystem ist sinnvoll.
Die erfindungsgemäße Hochtemperaturanlage ist üblicherweise aus mehreren Schichten
aufgebaut, die Figur 4 entnehmbar sind. Von außen nach innen sind dies der Stahlmantel
110, die Isoliermatte 120, der Feuerleichtstein 130, eine erste Betonschicht 140 sowie
eine zweite Betonschicht 150. Die zweite Betonschicht 150 grenzt an den Ofeninnenraum
160. Es gibt aber bevorzugte Bereiche zur Anordnung der einzelnen Sensoren, wie zum
Beispiel den Bereich für den ersten Sensor 170, so dass der erste Sensor 171 zwischen
dem Feuerleichtstein und der ersten Betonschicht 140 angeordnet ist, sowie den Bereich
für den zweiten Sensor 180, so dass der zweite Sensor 181 zwischen der ersten Betonschicht
140 und der zweiten Betonschicht 150 angeordnet ist. Die genannten Sensoren 171, 181
können dabei sowohl Dampfdrucksensoren als auch Temperatur- und/oder Feuchtesensoren
sein. Somit realisiert das dargestellte Messprinzip eine Kombination aus Temperatur-,
Dampfdruck- und Feuchtemessung an einer örtlichen Messstelle bzw. in einem Bereich
im Wandaufbau. Die Messstellen werden vorzugsweise in Form einer oder mehrerer Matrizen
in Schichten und/oder Ebenen montiert. Die jeweilige Matrix wird in Abhängigkeit von
der Geometrie und der Materialzustellung der Wand festgelegt.
[0066] Während der Aufheizung wird die Temperatur im Ofenraum 160 und/oder an der Oberfläche
der inneren Betonschicht 150 gemessen und als Stellgröße nach einer Temperatur-Zeitkurve
gesteigert. Bei Verwendung von Beton als zu trocknendes Material 20 wird die Feuchte
im Beton im Wandaufbau verdampfen und von der Warmfront zur kalten Außenseite der
Wandschichten wandern. Dadurch entwickeln sich in den Wandschichten unterschiedliche
Dampfdrücke, deren Differenz 10 bar bis 25 bar betragen kann und exponentiell sogar
über 50 bar steigen kann. Dabei kann die Betonfestigkeit von ca. 30 kp/cm
2 bis 40 kp/cm
2 bereits überschritten werden, so dass es zur Betonschädigung kommt.
[0067] Mit der erläuterten Messung des Dampfdrucks im Wandaufbau in verschiedenen Schichten
und Positionen, vorzugsweise in Matrixanordnung, kann die aktuelle Belastung der betreffenden
Wand und/oder Bodens und/oder Decke betrachtet werden und durch Steuerung der Temperatursteigerung
die Überschreitung der Sicherheitsgrenze als Maximalbelastung verhindert werden. Im
Fall der Feststellung, dass der Dampfdruck in bestimmten Positionen in der Wand die
Belastungsgrenze noch nicht erreicht hat, kann die Aufheizgeschwindigkeit beibehalten
oder gesteigert werden und somit partiell Einfluss genommen werden sowie die Aufheizzeit
verkürzt werden. Dadurch lassen sich im Online-Verfahren optimale Aufheizzeiten realisieren,
ohne das Risiko der Wandschädigung einzugehen.
[0068] Die Temperatur und die Feuchte werden als Kontrollgrößen vorzugsweise am Dampfdrucksensor
60 gemessen. Sie stehen im thermodynamischen Zusammenhang mit der Dampfbildung. Die
Temperatur zeigt dabei die zu erwartende Entwicklung der Dampfbildung am Sensor 171,
181 an, vorzugsweise im Bereich der Dehydratation zwischen 200 °C und 350 °C. Die
Feuchtemessung zeigt den aktuellen Zustand der Trocknung an und lässt Schlussfolgerungen
auf einen weiteren möglichen Anstieg des Dampfdruckes p oder des permanenten Abfalls
zu.
[0069] In Figur 5 ist ein Feuchte-Temperatur-Zeit-Diagramm dargestellt, in welchem die Kurve
der Solltemperatur 200 eingetragen ist sowie Feuchte-Kurven für die Rampe unten 201
bzw. für die Rampe oben 202. Es ist ersichtlich, dass mit zunehmender Zeit der Aufheizung
und damit einhergehender Erhöhung der Temperatur die Feuchte im Wesentlichen abnimmt.
[0070] Figur 6 zeigt ein Dampfdruck-Temperatur-Zeit-Diagramm, in dem eine Kurve für die
Soll-Temperatur des Ofenraums 300, eine Kurve für den Dampfdruck p der Brücke in der
Mitte 301, eine Kurve für den Dampfdruck p der Brücke am Rand 302, eine Kurve für
die Temperatur der Rampe am Rand 303 sowie eine Kurve für die Temperatur der Rampe
in der Mitte 304 dargestellt sind.
[0071] Bei Trocknung des zu trocknenden Materials, insbesondere bei Trocknung von FeuerfestBeton,
ist die Wahl der Aufheizgeschwindigkeit einem iterativen Prozess unterworfen, das
heißt, dass ein ständiger Abgleich der gemessenen Feuchte mit dem Ausgangswert bei
Beginn der Aufheizung und die daraus resultierende Anpassung der Aufheizgeschwindigkeit
nach dem anstehenden Druck erfolgen sollte. Zu diesem Zweck stellt der Hersteller
eine Temperatur-Zeit-Funktion zur Verfügung, wie sie in Figur 1 gezeigt und diesbezüglich
erläutert wurde. Es ist ersichtlich, dass keine negative Aufheizgeschwindigkeit realisiert
werden soll, aus praktischen Gründen jedoch nicht vollständig auszuschließen ist.
Die maximale Aufheizgeschwindigkeit ist materialspezifisch festzulegen und liegt üblicherweise
zwischen 1 K/h und 50 K/h, vorzugsweise zwischen 3 K/h bis 30 K/h.
[0072] In Figur 6 sind Dampfdruck- und Temperaturkurven dargestellt.
[0073] Die Temperatur im Ofenraum wird nach Vorgabe 300 mit Brennern gesteigert. Die Oberflächentemperatur
vorzugsweise auf der Brücke (Wandtemperatur) 303 folgt der Ofenraumtemperatur 300
mit 10 - 50 K Nachlauf. Eine Kontrolle wird speziell über thermografische Temperatur-Feldmessungen
im Ofenraum vorgenommen und zur Vergleichmäßigung der Temperaturen der Brennerbetrieb
(Brennrichtung, Flammenausbrand und Ofendruck) angepasst. Die Innentemperatur in der
Wand am Sensor (304) folgt der Ofenraumtemperatur stetig mit einem unterschiedlichen
Gradienten von ca. 100 - 300 K.
[0074] Ab ca. 80 °C Beton-Temperatur am Sensor baut sich durch Wasserverdampfung bzw. folgende
Dampfüberhitzung im Betongefüge stetig ein steigender Dampfdruck auf, welcher im Bereich
der Dehydratation des Betons um ca. 220 - 250 °C exponentiell ansteigt. Diese Drucksteigerung
beginnt in der Mitte der Brücke (Wand) 301, der Randbereich 302 folgt temperatur-
bzw. zeitversetzt nach gleichem Prinzip.
[0075] Nachdem der Dampf durch weitere Temperatursteigerung über die Permeabilität in die
kälteren Betonschichten zur Außenseite transportiert wird und dort über Entdampfungsöffnungen
oder Fugen austritt, fällt der Dampfdruck p am Sensor 301 und 302 wieder stetig ab.
Die maximale Höhe des Dampfdruckes p wird von der vorher eingetragenen Wärmeenergie
(Aufheizgeschwindigkeit) 300 bestimmt.
[0076] Der Trocknungsvorgang kann als abgeschlossen betrachtet werden, wenn sich der Dampfdruck
p nach Erreichen des Maximums dem gemessenen Wert wieder unter 1 bar nähert und die
Feuchte 201 oder 202 am Sensor einen dauerhaften Abfall unter 50 % des Ausgangswertes
erreicht.
[0077] Auf Grundlage der typischen temperaturabhängigen Materialeigenschaften des zu trocknenden
Materials (z. B. Dichte, Wärmeleitfähigkeit, Porosität, Permeabilität, E-Modul, thermische
Dehnung u. a.), seiner Geometrie und des Schichtaufbaus sowie der thermodynamischen
Randbedingungen werden an unterschiedlichen Positionen und zu verschiedenen Zeiten
die jeweiligen Dampfdrücke gemessen, um sie in einem thermodynamischen Berechnungsmodell
zu verarbeiten. Dabei dient eine im Labor ermittelte temperaturabhängige Zugfestigkeit
des ungetrockneten Materials bzw. ungebrannten Feuerfest-Materials als Grenzwert für
die maximale Dampfspannung im Wandaufbau, abzüglich eines prozentualen Sicherheitsbetrages
von ca. 5 bis 50 %, vorzugsweise 20 bis 30 % unter dem Maximalwert.
[0078] Die maximale Betonzugfestigkeit sollte zu diesem Zweck vor dem Trockenheizen an Probekörpern
im ungebrannten, jedoch feuchten und temperaturbeaufschlagten Prüfzustand bis 800
°C, vorzugsweise im Bereich von 20 °C bis 500 °C durchgeführt werden.
[0079] Es wird somit ein Verfahren zur Verfügung gestellt, bei dem die Messung des instationären
Dampfdrucks in den Materialschichten des Wandaufbaus genutzt wird, um die Aufheizgeschwindigkeit
des Materials einzustellen. Dabei bestimmt der thermodynamische Zusammenhang zwischen
der Temperatur, dem Dampfdruck und der Feuchte im Wandaufbau die mögliche Aufheizgeschwindigkeit.
[0080] Dem entsprechend sind die Positionen der Sensoren zur Messung der Temperatur, des
Dampfdruckes und der Feuchte im Wandaufbau festzulegen, wie zum Beispiel in einer
Hochtemperaturanlage in deren Decke, Seitenwand, Boden, Brenner und Abzugsöffnungen
sowie in der Brücke und/oder in Sonderbauteilen.
[0081] Konfrontiert mit der Aufgabe, effizienz- sowie qualitätssichernd die Trocknung von
Material zur Herstellung einer Hochtemperaturanlage zur realisieren, wurde in herkömmlicher
Weise darauf zurückgegriffen, die Temperatur und/oder die Feuchte des Materials an
bestimmten Stellen zu messen oder auch den Temperatur-Gradienten durch das Material
und/oder den Feuchte-Gradienten durch das Material festzustellen. Die der vorliegenden
Erfindung zugrunde liegenden Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass das temperaturgeführte
Trockenheizen nur indirekt bzw. unzureichend die verursachte Dampfdruckentwicklung
durch Wasserverdampfung im Material berücksichtigen kann. Deshalb wird erfindungsgemäß
die Steuerung der Temperatur nach dem Dampfdruck als Führungsgröße durchgeführt. Der
mit der vorliegenden Erfindung erzielte Effekt ist die Verkürzung der Aufheizzeit,
ohne Gefährdung der Wandauskleidung durch Risse oder Abplatzungen infolge örtlich
zu hohen Dampfdrucks im Wandaufbau.
Bezugszeichenliste
[0082]
- 10
- Temperatur-Zeit-Sollkurve
- 20
- zu trocknendes Material
- 30
- Riss
- p
- Dampfdruck
- F
- Kraft
- T
- Temperatur
- t
- Zeit
- 40
- erstes Thermoelement
- 41
- erstes Messleitungspaar
- 50
- zweites Thermoelement
- 51
- zweites Messleitungspaar
- 60
- Dampfdrucksensor
- 61
- Impulskapillare
- 70
- Messgerät
- 100
- Wandoberfläche
- 110
- Stahlmantel
- 120
- Isoliermatte
- 130
- Feuerleichtstein
- 140
- erste Betonschicht
- 150
- zweite Betonschicht
- 160
- Ofeninnenraum
- 170
- Bereich für ersten Sensor
- 171
- erster Sensor
- 180
- Bereich für zweiten Sensor
- 181
- zweiter Sensor
- 200
- Solltemperatur
- 201
- Rampe unten Feuchte
- 202
- Rampe oben Feuchte
- 300
- Soll-Temperatur Ofenraum
- 301
- Dampfdruck Brücke Mitte
- 302
- Dampfdruck Brücke rechts
- 303
- Temperatur Rampe rechts
- 304
- Temperatur Rampe Mitte
1. Verfahren zur Trocknung von urgeformtem, Wasser enthaltenden Material (20), insbesondere
von Beton, mittels Aufheizung des Materials (20), wobei an zumindest einer Position
im oder am Material (20) der Dampfdruck (p) des verdampfenden Wassers als Führungsgröße
gemessen wird und in Abhängigkeit vom Messergebnis die Aufheiztemperatur als Stellgröße
eingestellt wird.
2. Verfahren zur Trocknung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Dampfdruck (p) an unterschiedlichen Positionen im oder am Material (20) gemessen
wird und der höchste in den unterschiedlichen Positionen gemessene Dampfdruck als
Führungsgröße zur Beeinflussung der Aufheiztemperatur als Stellgröße genutzt wird.
3. Verfahren zur Trocknung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass basierend auf dem gemessenen Dampfdruck als Führungsgröße die Temperaturänderung
über der Zeit (Aufheizgeschwindigkeit) definiert wird.
4. Verfahren zur Trocknung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Messung des Dampfdruckes kontinuierlich durchgeführt wird und die Temperaturänderung
über der Zeit (Aufheizgeschwindigkeit) kontinuierlich nachgeregelt wird.
5. Verfahren zur Trocknung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an zumindest einer Position im oder am Material (20) die Temperatur des Materials
(20) gemessen wird und der gemessene Temperaturwert als Kontrollgröße für die Aufheizung
verwendet wird.
6. Verfahren zur Trocknung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Materialoberflächentemperatur im Ofenraum entsprechend der aktuellen Vorgabe
der Solltemperatur (200) mit thermografischer Kontrollmessung als Temperaturfeld gemessen
wird und der Aufheizbetrieb zur Vergleichmäßigung des Temperaturfeldes angepasst wird.
7. Verfahren zur Trocknung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an zumindest einer Position im oder am Material (20) die Feuchte des Materials (20)
gemessen wird und der gemessene Feuchtewert als Kontrollgröße für die Aufheizung verwendet
wird.
8. Verfahren zur Trocknung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Feuchtemessung mittels der Messung des elektrischen Widerstandes des Materials
zwischen zwei Elektroden durchgeführt wird.
9. Verfahren zur Trocknung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils die Messung der Temperatur, der Feuchte und des Dampfdruckes (p) im Wandmaterial
in einem Sensor-Messsystem integriert sind.
10. Verfahren zur Trocknung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein thermodynamisches Berechnungsmodell auf der Grundlage der typischen, temperaturabhängigen
Materialeigenschaften benutzt wird, um die Aufheizstrategie zur Trocknung der Thermoprozessanlage
im Voraus zu entwerfen und damit besonders kritische Zustände auszuschließen und damit
eine optimal kurze Aufheizzeit ohne Schadensrisiko zu realisieren.
11. Trocknungseinrichtung zur Trocknung von urgeformtem, Wasser enthaltenden Material
(20), insbesondere von Beton, umfassend eine Heizeinrichtung zur Aufheizung des Materials
(20) und eine Temperaturregelungseinrichtung, sowie eine Dampfdruck-Messeinrichtung
zur Messung des Drucks des verdampfenden Wassers.
12. Trocknungseinrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Temperatur- und/oder eine Feuchtemesseinrichtung aufweist.
13. Trocknungseinrichtung nach einem der Ansprüche 11 und 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Dampfdruck-Messeinrichtung einen Dampfdrucksensor (60) umfasst, der einen Messkopf
mit Filterplatte und ein Kapillarrohr aufweist.
14. Hochtemperaturanlage, umfassend einen Ofen mit einer Betonauskleidung sowie eine Trocknungseinrichtung
nach einem der Ansprüche 11 bis 13.
15. Hochtemperaturanlage nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass im Beton mit einer Dicke von mehr als 100 mm radial im Ofenquerschnitt wenigstens
zwei hintereinander angeordnete Dampfdruck-Sensoren angeordnet sind.
16. Hochtemperaturanlage nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass im Beton mindestens zwei Thermosensoren integriert sind, wobei der Abstand der Sensoren
zueinander 100 mm bis 500 mm beträgt.
17. Verfahren zur Herstellung der Hochtemperaturanlage gemäß einem der Ansprüche 14 bis
16 unter Anwendung des Verfahrens zur Trocknung von urgeformtem, Wasser enthaltenden
Material (20) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10.
18. Verfahren zur Herstellung der Hochtemperaturanlage nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Sensor bei der Urformung des zu trocknenden Materials (20) in das Material
(20) eingegossen oder in diesem positioniert wird.