[0001] Die Erfindung betrifft einen hybriden Hörinstrument-Konnektor. Unter Konnektor wird
dabei eine Verbindung, beispielsweise Steckverbindung, zum Anschließen eines Hörerschlauchs
oder Schallschlauchs an ein Hörinstrument-Gehäuse verstanden. Unter hybrid wird dabei
verstanden, dass verschiedenartige Verbindungen hergestellt werden.
[0002] Hörinstrumente können beispielsweise als Hörgeräte ausgeführt sein. Ein Hörgerät
dient der Versorgung einer hörgeschädigten Person mit akustischen Umgebungssignalen,
die zur Kompensation bzw. Therapie der jeweiligen Hörschädigung verarbeitet und verstärkt
sind. Es besteht prinzipiell aus einem oder mehreren Eingangswandlern, aus einer Signalverarbeitungseinrichtung,
einer Verstärkungseinrichtung, und aus einem Ausgangswandler. Der Eingangswandler
ist in der Regel ein Schallempfänger, z.B. ein Mikrofon, und/oder ein elektromagnetischer
Empfänger, z.B. eine Induktionsspule. Der Ausgangswandler ist in der Regel als elektroakustischer
Wandler, z. B. Miniaturlautsprecher, oder als elektromechanischer Wandler, z. B. Knochenleitungshörer,
realisiert. Er wird auch als Hörer oder Receiver bezeichnet. Der Ausgangswandler erzeugt
Ausgangssignale, die zum Gehör des Patienten geleitet werden und beim Patienten eine
Hörwahrnehmung erzeugen sollen. Der Verstärker ist in der Regel in die Signalverarbeitungseinrichtung
integriert. Die Stromversorgung des Hörgeräts erfolgt durch eine ins Hörgerätegehäuse
integrierte Batterie. Die wesentlichen Komponenten eines Hörgeräts sind in der Regel
auf einer gedruckten Leiterplatine als Schaltungsträger angeordnet bzw. damit verbunden.
[0003] Hörinstrumente können außer als Hörgeräte auch als sogenannte Tinnitus-Masker ausgeführt
sein. Tinnitus-Masker werden zu Therapie von Tinnitus-Patienten eingesetzt. Sie erzeugen
von der jeweiligen Hörbeeinträchtigung und je nach Wirkprinzip auch von Umgebungsgeräuschen
abhängige akustische Ausgangssignale, die zur Verringerung der Wahrnehmung störender
Tinnitus- oder sonstiger Ohrgeräusche beitragen können.
[0004] Hörinstrumente können weiter auch als Telefone, Handys, Headsets, Kopfhörer, MP3-Player
oder sonstige Telekommunikations-oder Unterhaltungselektronik-Systeme ausgeführt sein.
[0005] Im folgenden sollen unter dem Begriff Hörinstrument sowohl Hörgeräte, als auch Tinnitus-Masker,
vergleichbare derartige Geräte, sowie Telekommunikations- und Unterhaltungselektronik-Systeme
verstanden werden.
[0006] Hörinstrumente, insbesondere Hörgeräte, sind in verschiedenen grundlegenden Typen
bekannt. Bei ITE-Hörgeräten (In-the-Ear, auch IDO bzw. In-dem-Ohr) wird ein Gehäuse,
das sämtliche funktionalen Komponenten einschließlich Mikrophon und Receiver enthält,
mindestens teilweise im Gehörgang getragen. CIC-Hörgeräte (Completely-in-Canal) sind
den ITE-Hörgeräten ähnlich, werden jedoch vollständig im Gehörgang getragen. Bei BTE-Hörgeräten
(Behind-the-Ear, auch Hinter-dem-Ohr bzw. IDO) wird ein Gehäuse mit Komponenten wie
Batterie und Signalverarbeitungseinrichtung hinter dem Ohr getragen und ein flexibler
Schallschlauch, auch als Tube bezeichnet, leitet die akustischen Ausgangssignale eines
Receivers vom Gehäuse zum Gehörgang, wo häufig ein Ohrstück am Tube zur zuverlässigen
Positionierung des Tube-Endes im Gehörgang vorgesehen ist. RIC-BTE-Hörgeräte (Receiver-in-Canal
Behind-the-Ear) gleichen den BTE-Hörgeräten, jedoch wird der Receiver im Gehörgang
getragen und statt eines Schallschlauchs leitet ein flexibler Hörerschlauch elektrische
Signale anstelle akustischer Signale zum Receiver, welcher vorne am Hörerschlauch
angebracht ist, meist in einem der zuverlässigen Positionierung im Gehörgang dienenden
Ohrstück. RIC-BTE-Hörgeräte werden häufig als sogenannte Open-Fit Geräte eingesetzt,
bei denen zur Reduzierung des störenden Okklusions-Effekts der Gehörgang für den Durchtritt
von Schall und Luft offen bleibt. Deep-Fit-Hörgeräte (Tief-Ohrkanal-Hörgeräte) gleichen
den CIC-Hörgeräten. Während CIC-Hörgeräte jedoch in der Regel im außenliegenden Teil
des äußeren Gehörgangs getragen werden, werden Deep-Fit-Hörgeräte weiter zum Trommelfell
hin vorgeschoben und mindestens teilweise im innenliegenden Teil des äußeren Gehörgangs
getragen. Der äußere (distale) Gehörgang ist ein mit Haut ausgekleideter Kanal und
verbindet die Ohrmuschel mit dem Trommelfell. Im äußeren Teil des Gehörgangs, der
sich direkt an die Ohrmuschel anschließt, ist dieser Kanal aus elastischem Knorpel
gebildet. Im inneren (proximalen) Teil wird der Kanal vom Schläfenbein gebildet und
besteht somit aus Knochen. Der Verlauf des Gehörgangs zwischen knorpeligem und knöchernem
Teil ist in der Regel abgewinkelt und schließt einen von Person zu Person unterschiedlichen
Winkel ein. Insbesondere der knöcherne Teil des Gehörgangs ist verhältnismäßig empfindlich
gegen Druck und Berührungen. Deep-Fit-Hörgeräte werden zumindest teilweise im empfindlichen
knöchernen Teil des Gehörgangs getragen. Beim Vorschieben in den knöchernen Teil des
Gehörgangs müssen sie außerdem die erwähnte Abwinkelung passieren, was je nach Winkel
schwierig sein kann. Zudem können kleine Durchmesser und gewundene Formen des Gehörgangs
das Vorschieben weiter erschweren.
[0007] Bei Hörinstrumenten, die ein Ohrstück (auch: Eartipp) aufweisen, ist in der Regel
eine schlauchartige Verbindung (Tube) zwischen dem Gehäuse des Hörintruments und dem
Ohrstück vorgesehen. Die schlauchartige Verbindung kann beispielsweise dazu ausgebildet
sein, bei einem BTE-Hörinstrument Schall von einem Receiver im Gehäuse zum Ohrstück
zu leiten, oder bei einem RIC-BTE-Hörinstrument elektrische Signale zu einem am Ohrstück
angeordneten Receiver. Ohrstück, Tube und Gehäuse sind in der Regel so gestaltet,
dass das Ohrstück in einer gewünschten Position im Gehörgang platziert und gehalten
wird. Bei RIC-BTE-Hörinstrumenten wird unter anderem häufig als wünschenswert angesehen,
dass ein am Ohrstück angeordneter Receiver nicht in direkten Kontakt mit der Gehörgangwand
kommt. Die Position des Ohrstücks im Gehörgang, insbesondere bei RIC-BTE-Hörinstrumenten,
hat maßgeblich Einfluss auf wesentliche akustische Eigenschaften, wie beispielsweise
das Auftreten des unerwünschten Okklusions-Effekts. Nicht zuletzt deshalb ist eine
sichere und dauerhafte Positionierung des Ohrstücks von besonderem Interesse.
[0008] Neben elastischen Ohrstücken aus einem flexiblen Material sind auch expandierbare
und selbstexpandierende Ohrstücke bekannt (sogenanntes Inflatable Earpiece). Ein expandierbares
Ohrstück kann sicheren Halt gewährleisten und darüber hinaus, falls gewünscht, auch
eine hohe Dichtigkeit gegen das Hindurchtreten von Umgebungsschall und Umgebungsluft.
Ein bekannter Mechanismus zum Expandieren von Ohrstücken basiert auf der Verwendung
eines Ballons (Balloon Inflatable Earpiece). Der Ballon kann mit verschiedenen Medien
expandiert werden, am einfachsten mit Umgebungsluft. Die Versorgung des Ballons mit
Expansionsdruck kann über eine entsprechende Druckleitung im Tube erfolgen, die mit
einer Pumpe im Gehäuse des Hörinstruments verbunden ist.
[0009] Außer zur Übertragung von elektrischen und akustischen Signalen und Expansionsmedien
kann ein Tube auch zur Übertragung anderer Signale und Medien genutzt werden. Beispielsweise
kann im Tube eine Luftleitung zum Anschluss einer Belüftung bzw. Hinterlüftung eines
Receivers oder eines Vents vorgesehen sein oder es kann ein Lichtleiter zur Signalübertragung
vorgesehen sein.
[0010] Das Verbinden von Tube und Hörinstrument-Gehäuse erfolgt in der Regel über eine Steckverbindung.
Die Steckverbindung hat die Funktion, die elektrischen bzw. sonstigen Verbindungen
herzustellen, sowie mechanischen Halt zu gewährleisten. Darüber hinaus muss die Steckverbindung,
insbesondere bei Hörinstrumenten, die häufig ungeschützt Umgebungseinflüssen und Witterungseinflüssen
ausgesetzt sind, gegen das Eindringen von Feuchtigkeit und Verschmutzungen dicht sein.
Bei Verwendung ballon-expandierbarer Ohrstücke ist gegebenenfalls auch eine dichte
Verbindung der Druckleitung zum Ohrstück erforderlich.
[0011] Aus der Druckschrift
US 2011/0311069 A1 ist ein Hörinstrument mit ballon-expandierbarem Ohrstück bekannt. Ein außerhalb des
Gehörgangs zu tragendes Gehäuse ist durch ein Tube mit einem Ohrstück verbunden. Über
das Tube werden elektrische Signale und der zum expandieren des Ballons erforderliche
Expansionsdruck vom Gehäuse zum Ohrstück geleitet.
[0012] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine für verschiedenartige Signale und Medien
geeignete Konnektor-Verbindung zum Verbinden eines Tubes mit einem Hörinstrument anzugeben,
die zuverlässig mechanischen Halt, gute Verbindung, sowie eine hohe Dichtigkeit gewährleistet
und dabei einfach zu handhaben ist.
[0013] Die Erfindung löst diese Aufgabe durch ein Hörinstrumentsystem, eine Konnektor-Verbindung
sowie ein Tube und ein Hörinstrument-Gehäuse mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche.
[0014] Ein Grundgedanke der Erfindung besteht in einem Hörinstrumentsystem umfassend ein
Gehäuse, das mehrere Anschlüsse aufweist, und ein Tube, das mehrere Leitungen aufweist,
wobei das Tube durch einen Konnektor, der beispielsweise als Steckverbindung ausgeführt
sein kann, lösbar mit dem Gehäuse verbunden werden kann, und wobei der Konnektor dazu
ausgebildet ist, mehrere Leitungen des Tubes lösbar mit mehreren Anschlüssen des Gehäuses
zu verbinden. Die Anschlüsse weisen unterschiedliche räumliche Orientierungen auf.
[0015] Dass die Anschlüsse jeweils unterschiedliche räumliche Orientierung aufweisen, bewirkt
eine gegenseitige Entkoppelung. Dadurch sind vorteilhafterweise die Anforderungen
an die Maßhaltigkeit der verschiedenen Anschlüsse bzw. Verbindungen verringert, da
die verschiedenen Verbindungen nicht in einer gemeinsamen, identischen Endposition
geschlossen sind. Vorteilhaft kann der Konnektor so ausgeführt sein, dass zunächst
ein erster Anschluss durch eine Schiebebewegung verbunden wird, und erst anschließend
ein zweiter Anschluss durch eine quer zu der Schiebebewegung orientierte Bewegung;
die Querbewegung kann beispielsweise in einer Rotation oder Schwenkbewegung um den
bereits verbundenen ersten Anschluss bestehen. Dadurch wird zusätzlich auch eine Entkoppelung
der Bewegung beim Verbinden der Anschlüsse erreicht. Die Anordnung der Anschlüsse
ermöglicht darüber hinaus eine geringere Baugröße, indem die Anschlüsse nicht in einer
Fläche nebeneinander angeordnet sind, sondern flexibler angeordnet werden können.
[0016] Eine vorteilhafte Ausgestaltung besteht darin, dass das Gehäuse mindestens einen
ersten Anschluss und das Tube mindestens eine erste Leitung für ein flüssiges oder
gasförmiges Medium aufweist, und dass der erste Anschluss eine erste räumliche Orientierung
aufweist, und dass der weitere Anschluss eine zweite, von der ersten unterschiedlichen
räumliche Orientierung aufweist. Der weitere Anschluss kann beispielsweise ein elektrischer
Anschluss sein.
[0017] Dadurch wird die vorangehend erläuterte Entkopplung dazu genutzt, den Anschluss für
das Medium an einer separaten Position anzuordnen, die eigens auf die besonderen Erfordernisse
dieses Anschlusses abgestimmt ist. Ein besonderes Erfordernis dieses Anschlusses ist
die Dichtigkeit, so dass die fragliche Position vor allem das Herstellen einer dichten
Verbindung unterstützt. Somit kann die Konnektor-Verbindung so konzipiert werden,
dass zuerst hohe Dichtigkeits-Anforderungen für den Flüssigkeits- oder Gas-Anschluss
erfüllt sind, und dass erst danach weitere Anforderungen weiterer Anschlüsse berücksichtigt
werden.
[0018] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung besteht darin, dass der erste Anschluss eine
flexible, elastische Dichtung aufweist.
[0019] Die Elastizität bewirkt in bekannter Weise eine gute Dichtigkeit. Darüber hinaus
unterstützen Flexibilität und Elastizität jedoch in besonderer Weise, dass die Konnektor-Verbindung
mit zwei unterschiedlich gerichteten Teil-Bewegungen geschlossen wird. Nach Verbinden
des ersten Anschlusses mit der ersten Teil-Bewegung kann nämlich die zweite Teil-Bewegung
gerade unter Ausnutzung der Flexibilität mit einer geringen Verformung der Dichtung
erfolgen.
[0020] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung besteht in einem Tube zum Anschluss an ein
Hörinstrument-Gehäuse, das dazu ausgebildet ist, in einem Hörinstrumentsystem wie
vorangehend erläutert verwendet zu werden. Das Tube weist einen Stecker mit mehreren
Anschlüssen auf, und die Anschlüsse sind an verschiedenen Seiten des Steckers angeordnet.
Die Anordnung der Anschlüsse an verschiedenen Seiten des Steckers unterstützt vorteilhaft
die vorangehend erläuterte Steckverbindung.
[0021] Weitere Vorteile und Weiterbildungen ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen
und aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen und Figuren. Es zeigen:
- Fig. 1
- Tube mit Stecker
- Fig. 2
- Selbstrastende Steckverbindung
- Fig. 3
- Steckverbindung mit Riegel
[0022] In Figur 1 ist ein Tube 21 mit Stecker 2 für ein Hörinstrumentsystem perspektivisch
dargestellt. Der Stecker 2 ist Teil eines als Steckverbindung ausgeführten Konnektors.
Das Tube 21 weist in der Abbildung nicht erkennbare elektrische Leitungen sowie eine
Leitung für ein flüssiges oder gasförmiges Medium auf.
[0023] Der Stecker 2 weist Haltenasen 9 auf, die dem Verriegeln einer Steckverbindung dienen.
Eine Dichtung 5 schützt elektrische Anschlüsse 3 gegen Feuchtigkeit und Verschmutzung.
Die Anschlüsse 3 sind mit den entsprechenden Leitungen im Tube 21 verbunden.
[0024] Weiter ist ein Druckanschluss 8 für ein flüssiges oder gasförmiges Medium vorgesehen,
der ebenfalls mit der entsprechenden Leitung im Tube 21 verbunden ist. Der Druckanschluss
8 weist eine eigene Dichtung 24 auf, die zum einen gegen Verunreinigungen und Feuchtigkeit
schützt, und die zum anderen druckdicht ist. Er ist zusätzlich als Haltenase ausgeführt.
[0025] Der Druckanschluss 8 und die elektrischen Anschlüsse 3 sind an unterschiedlichen
Seiten des Steckers 2 angeordnet.
[0026] In
Figur 2 ist als Konnektor-Verbindung eine selbstrastende Steckverbindung zwischen dem vorangehend
erläuterten Stecker 2 und einem Hörinstrument-Gehäuse 1 schematisch dargestellt. Im
Tube 12 sind schematisch elektrische Leitungen sowie die weitere Leitung 12 für ein
flüssiges oder gasförmiges Medium angedeutet.
[0027] Im Gehäuse 1 ist eine Öffnung zum Einlegen bzw. Einstecken des Steckers 2 vorgesehen.
In der Öffnung befindet sich eine Vertiefung (in der Abbildung rechts), in die der
als Haltenase geformte Druckanschluss 24 eingesetzt werden muss.
[0028] In der Öffnung ist weiter ein Riegel 6 vorgesehen, der mit den Haltenasen 9 des Steckers
2 in gegenseitigen Eingriff kommt, wenn die Steckverbindung geschlossen wird. Der
Riegel 6 ist elastisch gelagert, so dass er während des Einlegens des Steckers 2 von
den Haltenasen 9 zunächst verdrängt wird und sodann hinter selbigen einschnappt.
[0029] Auf diese Weise bilden der Riegel 6 und die Haltenasen 9 gemeinsam mit dem Druckanschluss
24 und der zugehörigen Vertiefung eine selbstrastende Verbindung.
[0030] In der Öffnung sind weiter elektrische Anschlüsse 7 vorgesehen, die beispielsweise
zum Übertragen von Receiver-Signalen des Hörinstruments dienen können. Ein Druckanschluss
4 dient der Übertragung eines flüssigen oder gasförmigen Mediums, das beispielsweise
zum Übertragen von Druck zum Expandieren eines Ballon-Ohrstücks dienen kann.
[0031] Beim Einlegen des Steckers 2 muss zuerst der als Haltenase 24 geformte Druckanschluss
24 in die entsprechende Vertiefung eingesetzt werden. Dabei wird er mit dem gehäuseseitigen
Druckanschluss 4 verbunden und so die Verbindung für das gasförmige oder flüssige
Medium geschlossen. Die Bewegung, die der Stecker 2 dazu ausführen muss, ist in der
Abbildung durch einen Pfeil T1 angedeutet. Dies ist die erste Teil-Bewegung beim Verbinden
der Anschlüsse.
[0032] Sodann muss der Stecker 2 so um den bereits verbundenen Druckanschluss herum rotiert
bzw. geschwenkt werden, dass die elektrischen Anschlüsse 3 mit den gehäuseseitigen
Anschlüssen 7 verbunden werden. Dabei wird auch die Dichtung 5 dichtend an die Öffnung
im Gehäuse 1 angelegt. Die Rotations- bzw. Schwenkbewegung wird dadurch erleichtert,
dass der Druckanschluss auf einer flexiblen Dichtung 24 basiert. Sie ist in der Abbildung
durch einen Pfeil T2 angedeutet. Es handelt sich um die zweite Teil-Bewegung beim
Verbinden der Anschlüsse.
[0033] In
Figur 3 ist ein Hörinstrumentsystem mit als Steckverbindung ausgeführtem Konnektor mit zusätzlich
einer als Verriegelung wirkenden Abdeckung 16 schematisch dargestellt. Das Gehäuse
11 weist eine Öffnung zum Einlegen des Steckers 12 auf. In der Öffnung sind elektrische
Anschlüsse 17 und ein Druckanschluss 14 angeordnet. Weiter weist das Gehäuse einen
Achse 19 auf, um die herum die Abdeckung 16 zum Abdecken und Verriegeln der Steckverbindung
geschwenkt werden kann.
[0034] Der Stecker 12 ist mit einem Tube 20 verbunden. Am anderen Ende des Tubes 20 ist
ein Ohrstück 22 angeordnet. Im Ohrstück 22 ist ein in der Abbildung nicht dargestellter
Receiver angeordnet. Das Ohrstück 22 weist einen Ballon 23 auf, der mittels eines
flüssigen oder gasförmigen Mediums expandiert werden kann. Das flüssige oder gasförmige
Medium wird mit dem zum Expandieren notwendigen Druck vom Tube 20 übertragen.
[0035] Der Stecker 12 weist eine Haltenase 25 auf, mit der er beim Einlegen in die Öffnung
des Gehäuses 11 zuerst in die entsprechende Vertiefung eingeschoben werden muss. Sodann
wird er mit einer Rotations- bzw. Schwenkbewegung um die Haltenase 25 herum vollständig
in die Öffnung eingelegt. Dabei wird der Druckanschluss 18 mit dem gehäuseseitigen
Druckanschluss 14 verbunden und die Dichtung 15 angedrückt.
[0036] Gleichzeitig mit dem Verbinden des Druckanschlusses wird dabei der elektrische Anschluss
13 mit dem gehäuseseitigen elektrischen Anschluss 17 verbunden. Um die Bewegung des
Steckers 12 beim Einlegen nicht zu behindern sind die elektrischen Anschlüsse 13,17
so ausgeführt, dass sie möglichst widerstandslos übereinandergleiten können, beispielsweise
mit einer jeweils abgerundeten oder ansteigenden anlaufenden Kante. Zusätzlich kann
einer oder beide elektrischen Anschlüsse 13,17 elastisch ausgeführt sein, beispielsweise
als Federkontakt oder Pogo-Pin. Durch Verwendung eines elastischen Federkontaktes
wird einerseits das Einlegen des Steckers erleichtert, andererseits werden die Anforderungen
an die präzise Maßhaltigkeit des Steckers weiter verringert, da Abweichungen durch
die Elastizität kompensiert werden können.
[0037] Sobald der Stecker 12 vollständig in die Öffnung des Gehäuses 11 eingelegt ist, sind
somit also automatisch auch der Druckanschluss und der elektrische Anschluss verbunden.
Um den Stecker 12 im Gehäuse 11 zu fixieren und damit die Steckverbindung zu verriegeln,
wird die Abdeckung 16 zugeklappt. Sie weist einen in der Abbildung nicht dargestellten
Verriegelungsmechanismus auf, der ein unbeabsichtigtes Öffnen verhindert. Die zugeklappte
Abdeckung 16 drückt den Stecker 12 so in die Öffnung, dass die Druckverbindung 14,18
geschlossen und die Dichtung 15 angedrückt wird und dass die elektrische Verbindung
13,17 geschlossen wird. Gleichzeitig schützt sie vor Verunreinigungen und Feuchtigkeit.
Um den Schutz zu verbessern, kann eine in der Abbildung nicht dargestellte Dichtung
zwischen Abdeckung 16 und Gehäuse 11 angeordnet sein.
[0038] Ein Grundgedanke der Erfindung lässt sich wie folgt zusammenfassen: Die Erfindung
betrifft einen hybriden Hörinstrument-Konnektor. Unter Konnektor wird dabei eine Verbindung,
beispielsweise Steckverbindung, zum Anschließen eines Hörerschlauchs oder Schallschlauchs
an ein Hörinstrument-Gehäuse verstanden. Unter hybrid wird dabei verstanden, dass
verschiedenartige Verbindungen hergestellt werden. Die Aufgabe der Erfindung besteht
darin, eine für verschiedenartige Signale und Medien geeigneten Konnektor-Verbindung
zum Verbinden eines Tubes mit einem Hörinstrument anzugeben, die zuverlässig mechanischen
Halt, gute Verbindung, sowie eine hohe Dichtigkeit gewährleistet und dabei einfach
zu handhaben ist. Die Erfindung löst diese Aufgabe durch einen Konnektor für ein Hörinstrumentsystem
umfassend ein Gehäuse 1,11, das mehrere Anschlüsse 4,7,14,17 aufweist, und ein Tube
21,22, das mehrere Leitungen aufweist, der dazu ausgebildet ist, mehrere Leitungen
des Tubes 21,22 lösbar mit mehreren Anschlüssen 4,7,14,17 des Gehäuses zu verbinden,
wobei die Anschlüsse 4,7,14,17 des Konnektors unterschiedliche räumliche Orientierungen
aufweisen. Dass die Anschlüsse jeweils unterschiedliche räumliche Orientierung aufweisen,
bewirkt eine gegenseitige Entkoppelung. Dadurch sind vorteilhafterweise die Anforderungen
an die Maßhaltigkeit der verschiedenen Anschlüsse bzw. Verbindungen verringert, da
die verschiedenen Verbindungen nicht in einer gemeinsamen, identischen Endposition
geschlossen sind.
1. Hörinstrumentsystem umfassend ein Gehäuse (1,11), das mehrere Anschlüsse (4,7,14,17)
aufweist, und ein Tube (21,22), das mehrere Leitungen aufweist, wobei das Tube durch
einen Konnektor lösbar mit dem Gehäuse (1,11) verbunden werden kann, und wobei der
Konnektor dazu ausgebildet ist, mehrere Leitungen des Tubes (21,22) lösbar mit mehreren
Anschlüssen (4,7,14,17) des Gehäuses zu verbinden,
dadurch gekennzeichnet, dass die Anschlüsse (4,7,14,17) unterschiedliche räumliche Orientierungen aufweisen.
2. Hörinstrumentsystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (1,11) mindestens einen ersten Anschluss (4,14) und das Tube (21,22)
mindestens eine erste Leitung (12) für ein flüssiges oder gasförmiges Medium aufweist,
und dass der erste Anschluss (4,14) eine erste räumliche Orientierung aufweist, und
dass ein weiterer Anschluss eine zweite, von der ersten unterschiedlichen räumlichen
Orientierung aufweist.
3. Hörinstrumentsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der erste Anschluss (4,14) eine flexible, elastische Dichtung (9) aufweist.
4. Tube (21,22) zum Anschluss an ein Hörinstrument-Gehäuse (1,11), das dazu ausgebildet
ist, in einem Hörinstrumentsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche verwendet
zu werden,
dadurch gekennzeichnet, dass das Tube (21,22) einen Stecker (2,12) mit mehreren Anschlüssen (3,8,13,18) aufweist,
und dass die Anschlüsse (3,8,13,18) an verschiedenen Seiten des Steckers (2,12) angeordnet
sind.
5. Hörinstrument-Gehäuse (1,11) mit mehreren Anschlüssen (4,7,14,17) für ein Tube (21,22),
das dazu ausgebildet ist, in einem Hörinstrumentsystem nach einem der vorhergehenden
Ansprüche verwendet zu werden.