(19)
(11) EP 2 681 097 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
12.04.2017  Patentblatt  2017/15

(21) Anmeldenummer: 12710152.5

(22) Anmeldetag:  16.02.2012
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B61L 27/00(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2012/052679
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2012/116895 (07.09.2012 Gazette  2012/36)

(54)

VORRICHTUNG ZUR EINGABE EINER ZUGDATENFOLGE UND ETCS-DATEN

DEVICE FOR INPUTTING A TRAIN DATA SEQUENCE AND ETCS DATA

DISPOSITIF POUR ENTRER UNE SÉRIE DE DONNÉES CONCERNANT UN TRAIN ET ETCS


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 28.02.2011 DE 102011004840

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
08.01.2014  Patentblatt  2014/02

(73) Patentinhaber: Siemens Aktiengesellschaft
80333 München (DE)

(72) Erfinder:
  • GERMANN, Markus
    10439 Berlin (DE)
  • GRIMPE, Michael
    38154 Königslutter (DE)
  • KNOLLMANN, Volker
    49565 Bramsche (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-U1-202004 012 611
US-A1- 2007 233 364
   
  • WERNER GEIER: "Das neue Mensch-Maschine Interface der Lokomotive BR 185", EISENBAHN-REVUE INTERNATIONAL, VERLAG MINIREX, LUZERN, CH, Bd. 1999, Nr. 9, 1. Januar 1999 (1999-01-01), Seiten 366-374, XP009091943, ISSN: 1421-2811
   
Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Eingabe einer Zugdatenfolge, insbesondere Zugnummer, Fahrernummer, Bremsvermögen, Zuglänge und Zughöchstgeschwindigkeit, in ein ETCS - European Train Control System - Fahrzeuggerät.

[0002] Bei der Bereitstellung beziehungsweise vor der Abfahrt eines mit einem ECTS-Zugsicherungssystem ausgerüsteten Zuges ist die Eingabe verschiedener zugspezifischer Daten notwendig. Diese Daten umfassen unter anderem die Zugnummer, die Fahrernummer, das Bremsvermögen in Form von Bremshundertstel und Bremsart, die Zuglänge und die Zughöchstgeschwindigkeit.

[0003] Der bisher übliche Ablauf ist in Figur 1 dargestellt. Nachdem der Fahrer die Funktion Zugdateneingabe 1 aktiviert hat, fordert das Fahrzeuggerät zur Eingabe 2 der Zugdaten auf. Die Zugdateneingabe 3 durch den Fahrer ist zeitaufwendig und fehleranfällig. Falls bereits eine Zuglaufnummer 4 vorgegeben wurde, muss noch das ETCS-Level 5 ausgewählt werden. Andernfalls fordert das Fahrzeuggerät den Fahrer vor der Fragestellung nach dem ETCS-Level 5 zur Eingabe der Zuglaufnummer 6 auf. Vom Start 1 der Eingabe bis zur Levelauswahl 5 muss ein Zeitbedarf von mindestens einer Minute eingeplant werden. Darüber hinaus erfordern die manuellen Eingaben der diversen Zugdaten Konzentration und können bei Eingabefehlern zu gefährlichen Betriebszuständen führen.

[0004] Aus WERNER GEIER: "Das neue Mensch-Maschine Interface der Lokomotive BR 185", EISENBAHN-REVUE INTERNATIONAL, VERLAG MINIREX, LUZERN, CH, Bd. 1999, Nr. 9, 1. Januar 1999 (1999-01-01), Seiten 366-374, XP009091943, ISSN: 1421-2811 ist ein Display für ein ETCS-Fahrzeuggerät bekannt, bei dem der Empfang einer Zugdatenfolge mit einer Wachsamkeitstaste quittiert wird.

[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der gattungsgemäßen Art anzugeben, die eine Beschleunigung der Zugdateneingabe bei gleichzeitiger Erhöhung der Betriebssicherheit ermöglicht.

[0006] Die Aufgabe wird mit einer Vorrichtung gelöst, bei der ein Speichermedium für mindestens einen, die Zugdatenfolge und eine ETCS-Ausprägung umfassenden Datensatz und ein Eintastenbedienelement zur Aktiviertung des Datensatzes vorgesehen sind.

[0007] Das ETCS soll die Vielzahl der in den europäischen Ländern eingesetzten Zugsicherungssysteme ablösen und so eine dichte, schnelle und grenzüberschreitende Zugführung in ganz Europa ermöglichen. Um die Migration von den mehr als 10 verschiedenen konventionellen Zugsicherungssystemen in Europa zu dem ETCS als alleiniges Zugsicherungssystem zu erleichtern, sind die ETCS-Level 0, 1, 2 und 3 eingeführt worden. Daneben werden zur Anpassung der nicht ETCS-kompatiblen nationalen Zugsicherungssysteme an das ETCS-Fahrzeuggerät STMs - Specific Transmission Moduls - eingesetzt. Diese ermöglichen die Weiterbenutzung der nationalen Zugsicherungssysteme in einer Übergangsphase. Aus diesen insgesamt fünf verschiedenen ETCS-Ausprägungen der zu befahrenden Strecke sind die jeweils passenden streckenseitigen Daten gemäß dem ETCS-Level oder STM in dem Datensatz, der durch eine einzige Tastenbedienung geladen wird, enthalten.

[0008] Auf diese Weise wird die Zugdateneingabe quasi überbrückt. Mittels der Eintastenbedienung werden Zugnummer, Fahrernummer und die weiteren Zugdaten sowie die ETCS-Ausprägung automatisch übernommen. Die in dem Speichermedium für die Zugdaten hinterlegten Werte sind für eine bestimmte Betriebssituation geeignet. Dabei können mehrere Datenspeicher oder Datensätze zur automatischen oder manuellen Auswahl zur Verfügung zu stehen.

[0009] Die Aktivierungsroutine wird stark verkürzt, so dass die Fahrt nach einem Tastenklick sofort gestartet werden kann. Neben der Zeiteinsparung bei der Aktivierung des ETCS ergibt sich auch ein Sicherheitsgewinn, da erheblich weniger manuelle Bedienschritte erforderlich sind.

[0010] Die Erfindung wird nachfolgend anhand figürlicher Darstellungen näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1
ein Ablaufdiagramm nach dem Stand der Technik und
Figur 2
ein Ablaufdiagramm nach der erfindungsgemäßen Lösung.


[0011] Gegenüber dem oben anhand der Figur 1 geschilderten herkömmlichen Bedienablauf veranschaulicht Figur 2 einen wesentlich verkürzten Ablauf. Dabei werden mehrere manuelle Eingaben des Fahrers sowie weitere Verfahrensschritte in einem Datensatz gespeichert, den der Fahrer mit einer Eintastenbedienung 7 in einem einzigen Schritt abruft. Dadurch wird das Eingabesystem sofort in den abschließenden Zustand versetzt. Auch das ETCS-Level 5 ist vor Fahrtantritt bekannt und in die Eintastenbedienung 7 integriert. Beispielsweise bei Level 2 ist die Telefonnummer des Radio Block Centers - RBC - in dem Datensatz für die Zugdatenfolge integriert.


Ansprüche

1. Vorrichtung zur Eingabe einer Zugdatenfolge, insbesondere Zugnummer, Fahrernummer, Bremsvermögen, Zuglänge und Zughöchstgeschwindigkeit, in ein ETCS - European Train Control System - Fahrzeuggerät,
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens ein Speichermedium für mindestens einen, die Zugdatenfolge und eine ETCS-Ausprägung umfassenden Datensatz und ein Eintastenbedienelement zur Aktivierung des Datensatzes vorgesehen sind.
 


Claims

1. Apparatus for inputting a train data sequence, in particular train number, driver number, brake capacity, train length and train maximum speed, into an ETCS (European Train Control System) vehicle device,
characterised in that
at least one storage medium for at least one data set, which comprises the train data sequence and an ETCS specification, and a typing operating element for activating the data set are provided.
 


Revendications

1. Dispositif d'entrée d'une chaîne de données concernant un train, notamment d'un numéro de train, d'un numéro de conducteur, d'une puissance de freinage, d'une longueur de train et d'une vitesse la plus grande, dans un appareil de véhicule ETCS-European Train Control System,
caractérisé en ce que
il est prévu au moins un support de mémoire pour au moins un jeu de données, comprenant la chaîne de données concernant un train et une empreinte ETCS et un élément de commande à clavier pour l'activation du jeu de données.
 




Zeichnung











Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Nicht-Patentliteratur