[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein manuelles Schneidesystem mit einer Schneideschablone
und einem separaten Schneidewerkzeug mit einer um eine in Längsrichtung verlaufende
Rotationsachse drehbar gelagerten Schneideklinge. Weiter betrifft die Erfindung die
Verwendung eines manuellen Schneidesystems zum Ausschneiden eines Materialabschnittes
aus einer Materialbahn für wegwerfbare OP-Materialien, wie OP-Abdeckungen, insbesondere
Patientenabdeckungen und/oder Instrumentenabdeckungen, Kombinationen und/oder OP-Bekleidung,
insbesondere OP-Mäntel. Weiter betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Fertigung
von wegwerfbaren OP-Materialien mit zumindest einem Lochausschnitt.
[0002] Im Bereich der wegwerfbaren OP-Materialien, wie OP-Abdeckungen, insbesondere Patienten-
und/oder Instrumentenabdeckungen und/oder OP-Bekleidung, insbesondere OP-Mänteln ist
das Ausschneiden von Materialabschnitten aus den Materialbahnen zur Erzeugung von
Lochausschnitten, welche im fertigen Produkt funktional, so u.a. als Öffnungen für
das spätere OP-Eingriffsfeld oder zum Durchführen von Gliedmaßen, oder auch als Ausschnitte
für Ärmel bzw. für Halsschnitte in OP-Mänteln vorgesehen sein können, ein oftmals
wesentlicher Verfahrensschritt.
[0003] Zum Einbringen von Lochausschnitten in derartige wegwerfbare OP-Materialien werden
in den Fertigungsstrecken bekannterweise Stanzapparate eingesetzt. So können diese
Stanzvorrichtungen im Fertigungsprozess stationär festgelegt sein und den Lochausschnitt
an einer definierten Position durch Zueinanderbewegen eines Stanzmessers und der Gegenschablone
und die dazwischen geführte Materialbahn erhalten werden, wie es beispielsweise in
der
US 4,017,349 gezeigt ist. Weiter ist es auch üblich, mittels an rotierenden Walzen integrierten
Messer- oder Stanzschablonen in die in Maschinenrichtung geförderte Materialbahn Lochausschnitte
einzubringen, wie beispielsweise
US 6,497,188 B2 zeigt.
[0004] Derartige Stanzapparate können in Fertigungsstraßen für die massenhafte Herstellung
von wegwerfbaren OP-Materialien in nur einer einzigen Ausführungsform, im Sinne der
gleichbleibenden Positionierung des Lochausschnittes bzw. auch dessen gleichbleibender
Größe und Kontur vorteilhaft eingesetzt werden.
[0005] Es wurde jedoch erkannt, dass bei der Fertigung von OP-Materialien, die unterschiedlichen
individuellen Bedürfnissen angepasst sind, der Einsatz derartiger Stanzvorrichtungen
eher nachteilig sind: Zum einen besteht bei unterschiedlichen Lochausschnittgrößen
bzw. -formen der Bedarf an häufigem Wechsel der Stanzschablonen, also deren Einbau
und Ausbau, was zeitaufwändig ist. Auch die Repositionierung eines Stanzapparates
zur Anpassung an die gewünschte Positionierung des Lochausschnitts in der vorgelegten
Materialbahn ist oftmals eher unhandlich und kann oftmals aufgrund des schweren Gewichtes
nur unter Einsatz mehrerer Personen bewerkstelligt werden. Es wurde erkannt, dass
ein derartiger Fertigungsschritt zum Erhalt von Lochausschnitten nicht für jeden Fertigungsprozess
von OP-Materialien vorteilhaft ist, sondern bei individuell angelegten Fertigungsprozessen
die Prozessgeschwindigkeit vielmehr ausbremst und damit nicht mehr effizient ist.
[0006] Zum Ausschneiden von Materialabschnitten aus Materialbahnen sind neben Stanzapparaten
auch andere Möglichkeiten bekannt. So zeigt die
EP-1935591-A1 ein Schneidesystem bestehend aus einer Schablone, an deren einwärts gerichteter Kontur
eine Art Schiene zur Führung des Schneidewerkzeugs vorgesehen ist. Das Messer bzw.
die Klinge ist hierbei zusammen mit den Führungsstiften an einer drehbaren Achse angebracht.
[0007] Ein ähnlich funktionierendes Schneidesystem ist aus der
US-20020095810-A1 bekannt, wobei ein Schneidewerkzeug ebenso in einer Schiene entlang der Kontur einer
Schneideschablone geführt wird und das um seine Längsachse drehbare Messer durch den
Einsatz von Kugellagern erreicht werden kann.
[0008] US 2002/0062567 A1 beschreibt ein Schneidesystem, wobei das Schneidewerkzeug zwischen Handgriff und
drehbar gelagertem Messer einen Abstand vorsieht, um darin die Schneidekante der Schneideschablone
anzuordnen und um damit eine Führung des Schneidewerkzeugs zu erhalten.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, Verfahren zur Fertigung von OP-Materialien,
welche einen Fertigungsschritt zur Einbringung von Lochausschnitten in die Materialbahn
aufweisen, dahingehend zu verbessern, dass eine hohe Flexibilität der Fertigungslinie
bereitgestellt wird. Dieser Fertigungsschritt sollte dabei mit einfachen und preiswerten
Mitteln durchgeführt werden.
[0010] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein manuelles Schneidesystem mit
den Merkmalen gemäß Anspruch 1, dessen Verwendung nach Anspruch 12 und durch ein Verfahren
mit Schneiden nach Anspruch 14.
[0011] Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den jeweiligen Unteransprüchen.
[0012] Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein manuelles Schneidesystem zum Ausschneiden eines
Materialabschnittes aus einer Materialbahn für wegwerfbare OP-Materialien, wie OP-Abdeckungen,
insbesondere Patienten- und/oder Instrumentenabdeckungen und/oder OP-Bekleidung, insbesondere
OP-Mänteln vorgeschlagen, wobei das manuelle Schneidesystem zumindest eine Schneideschablone
und ein separates Schneidewerkzeug umfasst. Die Schneideschablone weist dabei eine
innere Wandung auf, welche eine Ausnehmung umgibt. Das Schneidewerkzeug weist eine
um eine in Längsrichtung verlaufende Rotationsachse drehbar gelagerte Schneideklinge
und einen Griff auf, wobei der Griff als eine die Rotationsachse umgebende zylindrische
Griffhülse mit einer äußeren Wandung ausgebildet ist. Für das vorteilhafte Zusammenwirken
der beiden Komponenten Schneideschablone und Schneidewerkzeug im Anwendungsvorgang
ist bedeutsam, dass die Schneideklinge in einer Arbeitsposition sich über ein unteres
Ende der Griffhülse lediglich so weit hinaus erstreckt, dass die innere Wandung der
Schneideschablone beim Schneidevorgang einen Anschlag für die äußere Wandung der Griffhülse
bilden kann.
[0013] Das separate Schneidewerkzeug mit der rotierbaren Schneideklinge kann individuell
inmitten der Schneideschablone auf das dann zum Schneiden vorgesehene Material angesetzt
und dann mit manueller Kraft an die innere Wandung und entlang dieser Wandung der
Schneideschablone geführt werden. Es bedarf somit keiner genauen Positionierung des
Schneidewerkzeugs innerhalb der Schneideschablone.
[0014] Das Schneidewerkzeug ist in dieser einfachen Ausführung kostengünstig. Weiter ist
das Schneidewerkzeug dabei mit mehreren unterschiedlichen Schneideschablonen kombinierbar,
solange die Schneideklinge in einer Arbeitsposition sich über ein unteres Ende der
Griffhülse lediglich so weit hinaus erstreckt, dass die innere Wandung der Schneideschablone
beim Schneidevorgang einen Anschlag für die äußere Wandung der Griffhülse bilden kann.
Damit stellt dieses manuelle Schneidesystem eine hohe Flexibilität bereit.
[0015] In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform umfasst das manuelle Schneidesystem
daher mehrere Schneideschablonen, welche sich in Größe und/oder Kontur der Ausnehmung
unterscheiden.
[0016] In Weiterbildung der Erfindung ist die zylindrische Griffhülse des Schneidewerkzeugs
einstückig ausgebildet.
[0017] Die Griffhülse umfasst oder besteht vorzugweise aus polymeren Materialien, wie insbesondere
Hartkunststoffe, wie beispielsweise Aminoplaste, Phenoplaste, vernetzte Polyacrylate,
Epoxidharze.
[0018] Die Griffhülse weist eine Länge in Längsrichtung von vorzugsweise mindestens 10 cm,
weiter vorzugsweise mindestens 11 cm, weiter vorzugsweise von höchstens 16 cm, weiter
vorzugsweise von höchstens 15 cm, weiter vorzugsweise von höchstens 14 cm auf. Mit
dieser Länge der Griffhülse kann die Griffhülse in deren Längsrichtung gut von der
gesamten Hand des Anwenders umgriffen werden, was im Benutzungszustand vorteilhaft
für eine gute Führung des Schneidewerkzeugs ist.
[0019] Beim Schneidevorgang bzw. in der Arbeitsposition wird das Scheidewerkzeug mit seiner
Längsrichtung im Wesentlichen parallel zur inneren Wandung der Schneideschablone geführt.
[0020] Die Griffhülse ist erfindungsgemäß derart ausgebildet und angeordnet, dass die Schneideklinge
in der Arbeitsposition sich über das untere Ende der Griffhülse nur soweit hinaus
erstreckt, dass beim Schneiden der Kontakt zwischen innerer Wandung der Schneideschablone
und äußerer Wandung der Griffhülse hergestellt werden kann, dass also die innere Wandung
der Schneideschablone beim Schneidevorgang einen Anschlag für die äußere Wandung der
Griffhülse bilden kann.
[0021] Die innere Wandung der Griffhülse erstreckt sich im Wesentlichen senkrecht über eine
Höhe H zwischen einer Ober- und einer Unterseite der Schablone. Vorzugsweise erstreckt
sich die Schneideklinge in der Arbeitsposition über das untere Ende der Griffhülse
soweit hinaus, dass in der Arbeitsposition der Schneideklinge bzw. beim Schneidevorgang
mindestens 50% der Höhe der inneren Wandung einen Anschlag für die äußere Wandung
der Griffhülse bilden kann.
[0022] Die Schneideklinge weist dabei ein oberes, für die Befestigung an der Rotationsachse
vorgesehenes Ende und ein unteres, für das Schneiden vorgesehenes Ende mit einer Spitze
auf. Das untere Ende der Schneideklinge bzw. die Spitze der Schneideklinge ist dabei
nicht in der Flucht der Rotationsachse angeordnet, sondern ist von der Rotationsachse
versetzt angeordnet. Damit kann sich die um eine in eine Längsrichtung verlaufende
Rotationsachse drehbare gelagerte Schneideklinge beim Schneidevorgang in die durch
den Anwender gewählte Führungsrichtung ausrichten.
[0023] Die Schneideklinge ist dabei vorzugsweise in Form einer Skalpelklinge ausgebildet.
Die Schneideklinge weist vorzugsweise ausgehend von der Spitze des unteren Endes eine
bogenförmige Flanke auf.
[0024] Erfindungsgemäß umgibt die zylindrische Griffhülse die Rotationsachse des Schneidewerkzeugs.
Die Griffhülse mit ihrer äußeren Wandung weist dabei an ihrem unteren Ende einen äußeren
Durchmesser D auf. Die zylindrische Griffhülse bildet damit in der Arbeitsposition
einen Abstandshalter zwischen der drehbar gelagerten Schneideklinge und der inneren
Wandung der Schneideschablone. Entsprechend weist die Schnittlinie einen Abstand A
von der inneren Wandung der Schneideschablone auf. Dies ist vorteilhaft, da die Schneideschablone
vor einem Abschürfen mittels der Schneideklinge geschützt werden kann, und damit das
Verschmutzen des zu schneidenden Materials vermieden wird. Insbesondere bei OP-Materialien
müssen Verschmutzungen, z. Bsp. durch freie Partikel, vermieden werden.
[0025] Dieser Abstand A beträgt vorzugsweise die Hälfte des äußeren Durchmessers D des unteren
Endes des Griffhülse.
[0026] Der Abstand A beträgt vorzugsweise höchstens 30 mm, weiter vorzugsweise höchstens
25 mm, weiter vorzugsweise höchstens 20 mm. In diesem Abstand kann das zu schneidende
Material noch gut mit der Schneideschablone fixiert werden und damit flächenhafte
Verfältungen der Materialbahn vermieden werden, so dass eine saubere Schnittlinie
erreicht wird. Der Abstand A beträgt vorzugsweise mindestens 5 mm, weiter vorzugsweise
mindestens 7 mm, weiter vorzugsweise 10 mm.
[0027] Der äußere Durchmesser D der zylindrischen Griffhülse ist vorteilhaft so gewählt,
dass auch im Bereich, der für das Umgreifen der Griffhülse mit der Hand vorgesehen
ist, die Griffhülse gut mit einer Hand des Anwenders, vorzugsweise weitgehend vollumfänglich
umgriffen werden kann. Vorzugsweise weist die Griffhülse einen äußeren Durchmesser
D von mindestens 10 mm, weiter vorzugsweise von 20 mm, weiter vorzugsweise von höchstens
60 mm, weiter vorzugsweise von höchstens 50 mm, weiter vorzugsweise von höchstens
40 mm auf. Mit diesem äußeren Durchmesser der Griffhülse kann die Griffhülse gut von
der gesamten Hand des Anwenders umgriffen werden, was im Benutzungszustand vorteilhaft
für eine gute Führung des Schneidewerkzeugs ist.
[0028] Die Rotationsachse ermöglicht vorzugsweise eine vollumfängliche Drehung der Schneideklinge,
also eine Drehung um 360°.
[0029] Das Schneidewerkzeug Ist vorzugsweise im Inneren der Griffhülse mit zumindest einem
Wälzlager, insbesondere einem Radiallager, insbesondere einem Kugellager ausgestattet.
Mit Wälzlagern kann vorteilhaft eine reibungsarme Drehbarbarkeit um die Rotationsachse
erreicht werden.
[0030] Vorzugsweise sind im Schneidewerkzeug zwei Wälzlager vorgesehen, welche auf einer
Welle In einem Abstand voneinander montiert sind, wobei die Welle drehbar um die Rotationsachse
gelagert ist. Beim Einsatz von zwei Wälzlagern können somit vorteilhafterweise kleinere
Wälzlager eingesetzt werden, welche über den Abstand eine stabile Halterung an der
Welle ermöglichen.
[0031] Bei einer Ausstattung des Schneidewerkzeugs mit zwei Wälzlagern werden diese beiden
Wälzlager vorzugsweise durch Vorsprünge im Inneren der Griffhülse auf Abstand gehalten
und insbesondere am oberen Ende mit einer Sicherungsmutter gegen das Verrutschen gesichert
sind. Eine entsprechende Topographie Im Inneren der Griffhülse, insbesondere wenn
die Vorsprünge durch das die Griffhülse bildende Material selbst ausgebildet sind,
stellt eine einfache Konstruktion dar.
[0032] Das Wälzlager weist dabei vorzugsweise einen Innenring und einen Außenring auf, wobei
Innenring und Außenring zueinander beweglich sind und durch einen sogenannten Wälzkörper
getrennt sind. Als Wälzkörper können unterschiedliche Ausführungsformen vorgesehen
sein, wie insbesondere Kugeln, Zylinder, Kegel.
[0033] Bei Wälzlager mit Innenring und Außenring ist der Außenring vorzugsweise so im Inneren
der Griffhülse angeordnet, dass der Außenring vorzugsweise auf Vorsprüngen im Inneren
der Griffhülse aufliegt und passgenau und fest im Inneren der Griffhülse angeordnet
ist. Durch die Passgenauigkeit des Außenrings auf das Innere der Griffhülse kann der
Außenring insbesondere lediglich eingepresst sein; es kann somit auf ein den Außenring
und das Innere der Griffhülse fest miteinander fixierende Material, wie Klebstoffe,
verzichtet werden. Dies ist vorteilhaft, da somit zusätzliche Materialien und weitere
Prozessschritte nicht notwendig sind, was wiederum Kosten spart.
[0034] Der Innenring wird dabei vorzugsweise durch eine Sicherungsmutter bzw. einem ausgeweiteten
unteren Ende der Welle gehalten.
[0035] Vorzugsweise ist die Schneideklinge lösbar an einem unteren Ende der Welle montiert.
Diese Ausführung erhöht vorteilhaft die flexible Einsatzmöglichkeit für das manuelle
Schneidesystem, da eine für das zum Schneiden vorgesehene Material geeignete Schneideklinge
eingesetzt werden kann. Zudem kann bei Abnutzung der Schneideklinge diese durch eine
neue funktionsfähige Schneideklinge ersetzt werden.
[0036] Vorzugweise ist das untere Ende der Welle mit einem abgeflachten Bereich versehen,
auf welchen vorteilhaft die Schneideklinge mit einem Teilbereich plan aufliegend fixiert
werden kann, vorzugsweise mit einer Rädelschraube. Vorzugsweise wird die Schneideklinge
zwischen einem abgeflachten Bereich der Welle und einer weiteren Deckplatte eingebracht.
Es sind aber auch andere Festlegungsmöglichkeiten, wie bspw. Einspannsysteme denkbar.
[0037] Die Schneideschablone des manuellen Schneidesystems ist dafür vorgesehen, auf eine
Materialbahn, welche dem Schneideschritt zugeführt werden soll, aufgesetzt zu werden.
Um eine sichere Positionierung der Schneideschablone auf der Materialbahn bereitzustellen,
ist in einer vorteilhaften Weiterbildung die Schneideschablone auf einer zur Materialbahn
gerichteten Unterseite mit rutschhemmenden, aber nicht klebenden Mitteln ausgestattet.
Als rutschhemmende Mittel können vorzugsweise Silikon ― oder Gumminoppen eingesetzt
werden.
[0038] Die rutschhemmenden Mittel sind vorzugsweise bereichsweise, insbesondere gleichmäßig
verteilt auf der Unterseite vorgesehen. Dadurch wird eine kostengünstige, aber dennoch
im Gebrauchszustand ausreichende Positionssicherung der Schneideschablone gegeben.
[0039] Die Schneideschablone weist insbesondere zumindest ein Anfassmittel zum Halten der
Schneideschablone und insbesondere zum bereichsweisen Niederhalten der darunterliegenden
Materialbahn auf. Das Anfassmittel zum Halten steht dabei vorzugsweise senkrecht zur
Ebene der Schneideschablone. Das Anfassmittel ist dabei insbesondere bogenförmig ausgebildet.
[0040] Dieser Erfindung liegt ebenso die Aufgabe zugrunde, eine hohe Flexibilität bei einer
Ferligungslinie mit einem Fertigungsschritt zur Einbringung von Lochausschnitten in
Materialbahnen zu erreichen und diese zudem mit kostengünstigen und einfachen Mittel
bereitzustellen.
[0041] Diese Aufgabe wird gelöst durch die Verwendung des vorstehend beschriebenen manuellen
Schneidesystems zum Ausschneiden eines Materialabschnittes aus einer Materialbahn
zum Erzeugen eines Lochausschnittes im Zuge der Herstellung von wegwerfbaren OP-Materialien,
insbesondere OP-Abdeckungen, insbesondere Patientenabdeckungen und/oder Instrumentenabdeckungen,
oder Kombinationen und/oder OP-Bekleidung, Insbesondere OP-Mänteln.
[0042] Die Materialbahn umfasst oder besteht dabei vorzugsweise aus Vliesstoff, Folie, Vlieslaminat,
Folienlaminat und /oder Vlies-Folienlaminat.
[0043] Mit dieser Erfindung wurde auch erkannt, dass bei Fertigungsprozessen von wegwerfbaren
OP-Materialien, in die zumindest ein Lochausschnitt eingebracht werden soll, die aus
dem Stand der Technik bekannten Verfahrensschritte mit Nachteilen behaftet sind.
[0044] Dazu wird ein Verfahren nach Anspruch 14 vorgeschlagen, nämlich ein Verfahren zur
Fertigung von wegwerfbaren OP-Materialien umfassend das Ausschneiden eines
[0045] Materialabschnittes aus einer Materialbahn zur Bildung zumindest eines Lochausschnittes,
dadurch gekennzeichnet, dass das Ausschneiden des Materialabschnittes durch einen
manuellen Schneidevorgang unter Verwendung eines manuellen Schneidesystems mit einer
Schneideschablone und einem separaten Schneidewerkzeug mit einer drehbar gelagerten
Schneideklinge durchgeführt wird.
[0046] Durch den manuellen Schneidevorgang kann das Einbringen des gewünschten Lochausschnitts
hinsichtlich Positionierung des Lochausschnitts in Bezug auf die vorgelegte Materialbahn,
Größe und/oder Form des Lochausschnitts flexibel, und damit auch zeiteffizient durchgeführt
werden. Die Nachteile der eingangs dargestellten, oftmals unhandlichen und damit zeit-
und damit auch kostenaufwändigen zusätzlichen notwendigen Vorbereitungsmaßnahmen,
wie Auswechseln des Stanzmessers oder die fehlende Flexibilität aufgrund von voll-
oder halbautomatisierten Schneidevorgängen können damit auf einfache und kostengünstige
Weise vermieden werden.
[0047] In Weiterbildung der Erfindung umfasst das Verfahren insbesondere die Schritte:
- Bereitstellen einer Materialbahn,
- Auflegen der Materialbahn auf eine ebene Unterlage,
- Aufsetzen der Schneideschablone auf die Materialbahn, wobei die Schneideschablone
eine innere Wandung aufweist, welche eine Ausnehmung umgibt,
- Andrücken des Schneidewerkzeugs auf die Materialbahn innerhalb der Ausnehmung der
Schneideschablone, wobei das Schneidewerkzeug eine um eine in Längsrichtung verlaufende
Rotationsachse drehbar gelagerte Schneideklinge und einen Griff aufweist, und der
Griff dabei als eine die Rotationsachse umgebende zylindrische Griffhülse mit einer
äußeren Wandung ausgebildet ist,
- Führen des Schneidewerkzeugs in Richtung und vollumfänglich entlang der inneren Wandung
der Schneideschablone, wobei die innere Wandung der Schneideschablone einen Anschlag
für die äußere Wandung der Griffhülse bildet, so dass die Schneideklinge die Materialbahn
unter Ausbildung eines Materialabschnitts zur Bildung des Lochausschnitts durchtrennt.
[0048] Die voranstehend dargestellten Merkmale und vorteilhaften Ausführungsformen des manuellen
Schneidesystems bzw. der Schneideschablone und/oder des Schneidewerkzeugs betreffen
gleichermaßen vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens und werden
somit an dieser Stelle als vorteilhafte Ausführungsformen des Verfahrens in Bezug
genommen.
[0049] Die ebene Unterlage besteht vorzugsweise aus einem schnittfesten Material, wie beispielsweise
Glas oder Edelstahlplatte. Bei der Bearbeitung von für OP-Materialien vorgesehenen
Materialbahnen können somit Verschmutzungen, so u.a. in Form von Ausschürfungen aus
der Unterlage durch die Schneideklinge vermieden werden.
[0050] Vorteilhaft steht das in dem Verfahren benutzte manuelle Schneidesystem für einen
weiteren manuellen Schneidevorgang in derselben und/oder einer weiteren Materialbahn
zur Verfügung.
[0051] In Weiterbildung des Verfahrens wird die dieses Verfahren durchlaufende Materialbahn
herstellerseitig zu einer OP-Abdeckung, insbesondere Patientenabdeckung und/oder Instrumentenabdeckung,
und/ oder zu einer OP-Bekleidung, insbesondere einem OP-Mantel konfektioniert.
[0052] Die in dem Verfahren zum Schneiden vorgelegten Materialbahnen umfassen oder bestehen
vorzugsweise aus Vliesstoff, Folie, Vlieslaminat, Folienlaminat und/oder Vlies-Folienlaminate.
[0053] Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den beigefügten
Patentansprüchen und aus der zeichnerischen Darstellung und nachfolgenden Beschreibung
bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung.
[0054] Für die vorstehend offenbarten Merkmale und die nachfolgend in den Patentansprüchen
zum Ausdruck gebrachten Merkmale wird unabhängig einer etwaigen Rückbeziehung und
in beliebiger Kombination miteinander Patentschutz in Anspruch genommen.
[0055] Die Erfindung soll im Folgenden anhand von Figuren näher erläutert werden, dabei
zeigen
- Figur 1:
- schematisch ein manuelles Schneidesystem,
- Figur 2:
- schematisch eine Aufsicht auf die Unterseite einer Schneideschablone,
- Figur 3:
- schematisch eine Aufsicht auf eine Schneideschablone mit einem darin angeordneten
Schneidewerkzeug in der Querschnittsebene II - II nach Figur 1,
- Figur 4:
- schematisch ein Schneidewerkzeug in der Schnittansicht I - I des Schneidewerkzeugs
nach Figur 1 und
- Figur 5:
- schematisch das Verfahren zur Fertigung von OP-Materialien mit mindestens einem Lochausschnitt
mittels eines manuell ausgeführten Schneidevorgangs.
[0056] Figur 1 zeigt ein manuelles Schneidesystem 1 mit einer Schneideschablone 10 und einem
separaten Schneidewerkzeug 30. Die Schneideschablone 10 mit einer Oberseite 15 und
einer Unterseite 16 weist eine Ausnehmung 14 auf, welche durch eine innere Wandung
12 mit einer Höhe H der Schneideschablone begrenzt ist. Auf der Oberseite der Schneideschablone
ist ein Anfassmittel 20 angebracht, welches vorteilhaft bogenförmig ausgebildet ist.
Mit dem Anfassmittel 20 wird zum einen die Handlichkeit der Schablone 10 verbessert
als auch ein Andruckbereich zum Halten der Schablone 10 und der darunterliegenden
Materialbahn bereitgestellt.
[0057] Wie in Figur 2 schematisch abgebildet ist, ist die Unterseite 16 der Schneideschablone
10, welche zum Aufsetzen auf eine Materialbahn vorgesehen ist, vorteilhaft bereichsweise,
insbesondere gleichmäßig verteilt, mit rutschhemmenden, aber nicht klebenden Mitteln
18, wie beispielsweise Silikon- oder Gumminoppen, ausgestattet. Figur 1 stellt das
Schneidewerkzeug 30 bzw. die Schneideklinge 36 in der Arbeitsposition 106 dar. Merkmale
des Schneidewerkzeugs 30 sind in der Figur 1 in Zusammenschau mit der Figur 4 als
schematische Darstellung entlang der Schnittebene I - I von Figur 1 näher erläutert.
Das Schneidewerkzeug 30 weist eine in Längsrichtung 32 verlaufende Rotationsachse
34 auf. Der Griff 38 dieses Schneidewerkzeugs 30 ist als eine diese Rotationsachse
34 symmetrisch umgebende zylindrische Griffhülse 40 mit einer äußeren Wandung 42 ausgebildet.
Das untere Ende 44 der Griffhülse ist offen. In Richtung zum unteren Ende ist an einer
Welle 56, welche um die Rotationsachse 34 um 360° drehbar gelagert ist, eine Schneideklinge
36 angebracht. Die Schneideklinge 36 ist dabei über die Welle 56 ebenfalls drehbar
um die Rotationsachse 34 gelagert. Im Inneren 41 der Griffhülse 40 sind zwei Wälzlager
46a, 46b eingebracht. Die zwei Wälzlager 46a, 46b sind auf der Welle 56 in einem Abstand
montiert. Bei dem Wälzlager 46a, 46b handelt es sich vorzugsweise um ein Kugellager,
welches einen Außenring 50 und einen davon verdrehbaren Innenring 48 und zwischen
Außenring und Innenring vorhandene Wälzkörper 52 in Form von Kugeln 54 aufweist. Zum
Befestigen der Wälzlager 46 ist die Griffhülse 40 im Inneren 41 mit Vorsprüngen 43
ausgestattet. Auf diese Vorsprünge 43 wird das jeweilige Wälzlager, insbesondere jeweils
der Außenring 50 aufgelegt und somit auf Abstand gehalten. Zum Sichern gegen das Verrutschen
wird das Wälzlager 46a, 46b, insbesondere der jeweilige Innenring 48 mit einer Sicherungsmutter
58 am oberen Ende und einem ausgeweiteten unteren Ende 60 der Welle gehalten. Der
Außenring 50 ist dabei passgenau und fest im Inneren der Griffhülse angeordnet, und
dabei lediglich eingepresst, ohne dass komponentenverbindende Mitteln, wie Klebstoffe
eingesetzt werden. Die Schneideklinge 36 ist vorteilhaft lösbar am unteren Ende der
Welle, insbesondere mittels einer Rädelschraube 62, montiert.
[0058] Zur Funktionsfähigkeit des manuellen Schneidesystems sind die separaten Komponenten
Schneideschablone 10 und Schneidewerkzeug 30 aufeinander abgestimmt, derart, dass
die Schneideklinge 36 in einer Arbeitsposition 106 sich über das untere Ende 44 der
Griffhülse 40 um das Maß B, jedenfalls lediglich so weit hinaus erstreckt, dass die
innere Wandung 12 der Schneideschablone 10 beim Schneidevorgang einen Anschlag 108
für die äußere Wandung 42 der Griffhülse bilden kann was in der Figur 3 als schematische
Darstellung der Schnittebene II - II von Figur 1 angedeutet ist. Vorzugsweise kann
dabei mindestens 50% der Höhe der inneren Wandung der Schneideschablone 10 einen Anschlag
108 für die äußere Wandung 42 der Griffhülse 40 bilden.
[0059] Die Griffhülse 42 weist dabei an einem unteren Ende einen äußeren Durchmesser D auf.
Die zylindrische Griffhülse 42 bildet damit in der Arbeitsposition einen Abstandshalter
zwischen der drehbar gelagerten Schneideklinge 36 und der inneren Wandung 12 der Schneideschablone
10. Entsprechend weist die Schnitt- oder Schneidelinie 110 einen Abstand A von der
inneren Wandung 12 der Schneideschablone 10 auf, wie in Figur 3 dargestellt ist.
[0060] Bei einer Schneideschablone mit einer ovalen Ausnehmung von beispielsweise 23 x 11
cm und einem Schneidewerkzeug mit einem äußeren Durchmesser D von 3 cm beträgt der
Abstand A 1,5 cm. Der auszuschneidende Materialabschnitt bzw. der dann erhaltene Lochausschnitt
weisen somit eine Größe von 20 x 8 cm auf.
[0061] Die Schneideklinge 36 ist derart an die Welle montiert, dass die Spitze 37 der Schneideklinge
36 nicht in der Flucht der Rotationsachse 34 liegt, sondern von der Rotationsachse
versetzt angeordnet ist. Damit kann sich die Schneideklinge in die vom Anwender gewählte
Führungsrichtung orientieren.
[0062] Ein derartiges manuelles Schneidesystem 1 mit einer Schneideschablone 10 und einem
separaten Schneidewerkzeug 30 wird zum Ausschneiden eines Materialausschnittes 102
aus einer Materialbahn 100 im Zuge der Herstellung von wegwerfbaren OP-Materialien
eingesetzt.
[0063] In Figur 5 ist schematisch das Verfahren zur Fertigung von wegwerfbaren OP-Materialien
mit zumindest einem Lochausschnitt 104 dargestellt. Nach Bereitstellen einer Materialbahn
100 und Auflegen dieser Materialbahn 100 auf eine ebene Unterlage 101 wird ein manueller
Schneidevorgang mittels eines manuellen Schneidesystem 1 durchgeführt. Dazu wird die
Schneideschablone 10 mit einer Ausnehmung 14 auf die Materialbahn 100 aufgesetzt,
und zwar an der für den späteren Lochausschnitt 104 gewünschten Position. Das separate
Schneidewerkzeug 30 mit einer um eine Rotationsachse drehbar gelagerten Schneideklinge
36 wird innerhalb der Ausnehmung 14 auf die Materialbahn angedrückt. Die den Griff
38 bildende Griffhülse, welche auch die Rotationsachse umgibt, wird beim Schneidevorgang
in Richtung und vollumfänglich entlang der inneren Wandung der Schneideschablone geführt,
was durch die gestrichelte Linie 109 angedeutet ist. In der Arbeitsposition 106 der
Schneideklinge 36 und damit auch des Schneidewerkzeugs bildet die innere Wandung der
Schneideschablone damit einen Anschlag für die äußere Wandung der Griffhülse. Durch
eine mit der Schneideklinge erzeugte Schneidelinie 110 wird von der Materialbahn 100
ein Materialabschnitt 102 abgetrennt, und zwar unter Bildung des Lochausschnitts 104.
Nach einem derartigen Schneidevorgang steht das ursprünglich verwendete manuelle Schneidesystem
für einen weiteren Schneidevorgang in derselben Materialbahn und/oder einer weiteren
Materialbahn zur Verfügung.
[0064] In Weiterbildung des Verfahrens werden die mit zumindest einem Lochausschnitt 104
versehene Materialbahn 100 herstellerseitig zu einer OP-Abdeckung, insbesondere Patienten
und/oder Instrumentenabdeckung, oder zu einer OP-Bekleidung, insbesondere OP-Mantel
konfektioniert.
1. Manuelles Schneidesystem (1) zum Ausschneiden eines Materialabschnittes aus einer
Materialbahn für wegwerfbare OP-Materialien, wie OP-Abdeckungen, insbesondere Patienten-
und/oder Instrumentenabdeckungen und/oder OP-Bekleidung, insbesondere OP-Mänteln,
mit zumindest einer Schneideschablone (10) und mit einem separaten Schneidewerkzeug
(30), wobei die Schneideschablone (10) eine innere Wandung (12) aufweist, welche eine
Ausnehmung (14) umgibt und das Schneidewerkzeug (30) eine um eine in Längsrichtung
(32) verlaufende Rotationsachse (34) drehbar gelagerte Schneideklinge (36) und einen
Griff (38) aufweist, wobei der Griff als eine die Rotationsachse umgebende zylindrische
Griffhülse (40) mit einer äußeren Wandung (42) ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneideklinge (36) in einer Arbeitsposition sich über ein unteres Ende (44)
der Griffhülse (40) lediglich so weit hinaus erstreckt, dass die innere Wandung (12)
der Schneideschablone (10) beim Schneidevorgang einen Anschlag für die äußere Wandung
(42) der Griffhülse bilden kann.
2. Manuelles Schneidesystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Schneidewerkzeug im Inneren (41) der Griffhülse mit zumindest einem Wälzlager
(46), insbesondere einem Radiallager, insbesondere einem Kugellager ausgestattet ist.
3. Manuelles Schneidesystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Wälzlager (46a, 46b) vorgesehen sind, welche auf einer Welle (56) in einem Abstand
voneinander montiert sind, wobei die Welle drehbar um die Rotationsachse (34) gelagert
ist.
4. Manuelles Schneidesystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Wälzlager durch Vorsprünge (43) im Inneren der Griffhülse auf Abstand
gehalten werden und insbesondere am oberen Ende (45) mit einer Sicherungsmutter (58)
gegen das Verrutschen gesichert sind.
5. Manuelles Schneidesystem nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Wälzlager einen Innenring (48) und einen Außenring (50) aufweist, welche zueinander
beweglich sind und durch einen Wälzkörper (52), wie insbesondere Kugeln (54), getrennt
sind.
6. Manuelles Schneidesystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Außenring (50) auf Vorsprüngen (43) im Inneren der Griffhülse aufliegt und passgenau
und fest im Inneren der Griffhülse angeordnet, insbesondere lediglich eingepresst
ist.
7. Manuelles Schneidesystem nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Innenring durch eine Sicherungsmutter (58) bzw. einem ausgeweiteten unteren Ende
(60) der Welle gehalten wird.
8. Manuelles Schneidesystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneideklinge (36) lösbar an einem unteren Ende der Welle montiert ist.
9. Manuelles Schneidesystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneideschablone auf einer zur Materialbahn (100) zu richteten Unterseite (16)
mit rutschhemmenden, aber nicht klebenden Mitteln (18) ausgestattet ist.
10. Manuelles Schneidesystem nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die rutschhemmenden Mittel (18) bereichsweise, insbesondere gleichmäßig verteilt
auf der Unterseite (16) vorgesehen sind.
11. Manuelles Schneidesystem nach einem der vorangehenden Anspruche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneideschablone (10) zumindest ein Anfassmittel (20) zum Halten der Schneideschablone
und insbesondere zum bereichsweisen Niederhalten der darunterliegenden Materialbahn
aufweist.
12. Verwendung eines manuellen Schneidesystems nach einem der Ansprüche 1 ― 11 zum Ausschneiden
eines Materialabschnittes (102) aus einer Materialbahn (100) zum Erzeugen eines Lochausschnittes
(104) im Zuge der Herstellung von wegwerfbaren OP-Materialien, insbesondere OP-Abdeckungen,
insbesondere Patientenabdeckungen und/oder Instrumentenabdeckungen, oder Kombinationen
und/oder OP-Bekleidung, insbesondere OP-Mänteln.
13. Verwendung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Materialbahn umfasst oder besteht aus Vliesstoff, Folie, Vlieslaminat, Folienlaminat
und /oder Vlies-Folienlaminat.
14. Verfahren zur Fertigung von wegwerfbaren OP-Materialien umfassend das Ausschneiden
eines Materialabschnittes (102) aus einer Materialbahn (100) zur Bildung zumindest
eines Lochausschnittes (104), dadurch gekennzeichnet, dass das Ausschneiden des Materialabschnittes (102) durch einen manuellen Schneidevorgang
unter Verwendung eines manuellen Schneidesystems (1) mit einer Schneideschablone (10)
und einem separaten Schneidewerkzeug (30) mit einer drehbar gelagerten Schneldeklinge
(36) durchgeführt wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14, mit den Schritten umfassend
- Bereitstellen einer Materialbahn (100),
- Auflegen der Materialbahn auf eine ebene Unterlage (101),
- Aufsetzen der Schneideschablone (10) auf die Materialbahn, wobei die Schneideschablone
eine innere Wandung (12) aufweist, welche eine Ausnehmung (14) umgibt,
- Andrücken des Schneidewerkzeugs auf die Materialbahn innerhalb der Ausnehmung der
Schneideschablone,
wobei das Schneidewerkzeug eine um eine in Längsrichtung verlaufende Rotationsachse
(34) drehbar gelagerte Schneideklinge und einen Griff (38) aufweist, und der Griff
dabei als eine die Rotationsachse umgebende zylindrische Griffhülse (40) mit einer
äußeren Wandung (42) ausgebildet ist,
- Führen (109) des Schneidewerkzeugs in Richtung und vollumfänglich entlang der inneren
Wandung der Schneideschablone, wobei die innere Wandung (12) der Schneideschablone
einen Anschlag (108) für die äußere Wandung 42) der Griffhülse bildet, so dass die
Schneideklinge die Materialbahn unter Ausbildung eines Materialabschnitts (102) zur
Bildung des Lochausschnitts (104) durchtrennt.
16. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche 14 ― 15, dadurch gekennzeichnet, dass das manuelle Schneidesystem (1) für einen weiteren manuellen Schneidevorgang in derselben
und/oder einer weiteren Materialbahn zur Verfügung steht.
17. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche 14 - 16, wobei die Materialbahn (100)
herstellerseitig zu einer OP-Abdeckung, insbesondere Patientenabdeckung und/oder Instrumentenabdeckung,
und/oder zu einer OP-Bekleidung, insbesondere einem OP-Mantel konfektioniert wird.