[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Herstellen von Bürsten.
[0002] Es sind verschiedene Verfahren zur Herstellung von Bürsten bekannt. Herkömmlich wird
ein Bürstenkörper mit einer Anordnung von Löchern ("Lochmuster") versehen, die der
gewünschten Anordnung von Borsten entspricht. Bündel oder Büschel von Borsten werden
dann in die Löcher des Bürstenkörpers eingesetzt und darin mittels eingepresster kleiner
metallischer Anker oder mittels Schlaufen verankert.
[0003] In einem alternativen Verfahren zur Herstellung von Bürsten, das sich innerhalb nur
weniger Jahre durchgesetzt hat und das als AFT-Verfahren (Anchor Free Tufting, Ankerfreies
Beborsten) bezeichnet wird, werden die Borstenbüschel an einer kleinen Bürstenkopfplatte
ohne die Verwendung von Schlaufen oder Ankern befestigt, und die Trägerplatte wird
dann in einen Bürstenkörper oder einen Griff eingesetzt oder an diesem befestigt.
In einer Variante des AFT-Verfahrens werden Bürstengriffe mit einem Lochmuster hergestellt,
das dem gewünschten Büschelmuster entspricht. Borstenbüschel werden dann in diese
Löcher eingesetzt und an den Bürstengriffen befestigt. Die Befestigungsenden der Büschel
werden anschließend mit einer kleinen Platte abgedeckt.
[0004] Die den nächstkommenden Stand der Technik bildende
DE 39 20 769 C2 beschreibt ein Verfahren zum Herstellen von Bürsten ohne Anker, bei dem die einzelnen
Büschel gleichzeitig vereinzelt und über Schläuche in eine Halteplatte eingesaugt
werden. Jeder Schlauch transportiert dabei ein Borstenbüschel. Anschließend werden
die freien Büschelenden erwärmt, so dass die Filamente miteinander verschmelzen.
WO 2007/087694 A1 offenbart ein Verfahren zum Herstellen einer Bürste, wobei die einzelnen Borstenbüschel
in einem Verfahrensschritt durch sequenzielles Einstoßen der entnommenen Borsten in
eine Öffnung einer Auflage erzeugt werden. Bei der Vorrichtung nach der
DE 40 27 288 C2 werden über mehrere parallele Hülsen in einem Bewegungsvorgang Borstenbüschel vereinzelt
und ein eine Halterung geschoben, wo sie beschnitten werden. Anschließend werden die
parallel angeordneten Büschel zusammen in den Borstenträger geschoben, gegebenenfalls
unter Zwischenschaltung einer Führungsplatte, die auch schräge Kanäle haben kann.
[0005] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung
einer Bürste, die auf dem AFT-Verfahren aufbaut.
[0006] Die Erfindung schafft ein Verfahren und eine Vorrichtung, die einfach und vor allem
sehr schnell arbeiten und wartungsarm sind.
[0007] Das erfindungsgemäße Verfahren wird insbesondere zur Herstellung einer Zahnbürste
angewandt und sieht folgende Schritte vor:
Sequenzielles, nacheinander einzelnes Entnehmen von Borstenbüscheln aus einem Borstenvorrat,
in welchem die Borsten parallel gepackt untergebracht sind,
Transportieren des entnommenen Borstenbüschels mittels einer Transporteinrichtung
zu einem, einen Teil der fertigen Bürste bildenden Basisteil, welches Öffnungen zur
Aufnahme von einzelnen Borstenbüscheln hat,
sequenzielles, nacheinander einzelnes Einstoßen des Borstenbüschels in die zugeordnete
Öffnung von der Rückseite des Basisteils aus, wobei zwischen der Transporteinrichtung
und der Rückseite des Basisteils eine Führungsplatte mit Umlenkkanälen vorgesehen
ist, durch die Borstenbüschel in die Öffnung im Basisteil gestoßen werden, und
ankerfreies Befestigen der Borstenbüschel am Basisteil.
[0008] Beim erfindungsgemäßen Verfahren werden nacheinander, das heißt sequenziell, Borstenbüschel
aus einem Borstenvorrat, insbesondere einem Magazin, entnommen und zu einem Basisteil
transportiert. Dieses Basisteil kann entweder eine Art Platte sein, die dann mit dem
Bürstenkörper verbunden wird, oder ein Abschnitt des Bürstenkörpers selbst sein. Die
Vorderseite des Basisteils ist diejenige Seite, von der die Borsten der späteren Bürste
abstehen, wogegen die Rückseite die üblicherweise geschlossene, das heißt borstenfreie
Seite ist. Eine Führungsplatte ist zwischen der Transporteinrichtung und der Rückseite
des Basisteils vorgesehen, die Umlenkkanäle hat, durch die Borstenbüschel in die Öffnung
im Basisteil gestoßen werden. Damit lassen sich schräg gerichtete Büschel im Basisteil
realisieren oder mehrere Büschel zu einem gemeinsamen, großen Büschel vereinigen,
so dass z.B. langgestreckte Borstenbüschel entstehen. Auch unterschiedliche Büschelgeometrien
können realisiert werden, wenn z.B. der Einlass des Umlenkkanals kreisrund ist, kann
der Auslaß eine eckige oder, allgemeiner gesagt nicht kreisrunde Geometrie haben,
so dass die Büschel zwar immer mit der gleichen Büschel-Vereinzelungsgeometrie dem
Magazin entnommen werden, aber unterschiedliche Querschnittsgeometrien im Basisteil
verwirklicht werden. Der Umlenkkanal führt somit, wie mit dem Begriff "Umlenken" ausgesagt,
eine Verschiebung von einzelnen Borsten oder von einem ganzen Büschel quer zu linearen
Einstossrichtung herbei.
[0009] Hierbei sind mehrere Varianten möglich, die auch beliebig miteinander kombiniert
werden können:
Die Umlenkkanäle und die Öffnungen können schräg verlaufen und die Büschel schräg
stehend im Basisteil verankert werden und/oder
mehrere aufeinander zu auf eine gemeinsame Öffnung im Basisteil zu verlaufende Kanäle
sind vorgesehen (wobei hier auch z.B. ein in Einstossrichtung verlaufender Kanal mit
einem schräg verlaufenden Umlenkkanal einer gemeinsame Öffnung im Basisteil zugeordnet
sein kann), so dass mehrere Büschel in verschiedene, nebeneinander angeordnete Kanäle
und über diese in eine gemeinsame Öffnung im Basisteil eingestoßen werden zur Bildung
eines gemeinsamen Büschels und/oder
zumindest ein Umlenkkanal ist vorgesehen, der mehrere Büschel aufnimmt, um sie zu
einem gemeinsamen Büschel zu vereinen, wobei dieser Umlenkkanal vorzugsweise mehrere
nebeneinander liegende Einlässe hat, von denen aus sich die einzelnen Kanäle zu einem
gemeinsamen Umlenkkanal vereinen, und/oder
dass wenigstens ein Umlenkkanal einen Einlass hat, dessen Geometrie sich von der des
Auslasses des Umlenkkanals unterscheidet.
[0010] Der Auslass des Umlenkkanals hat üblicherweise dieselbe Geometrie und Größe wie die
angrenzende Öffnung im Basisteil.
[0011] Eine Ausführungsform sieht vor, dass die Führungsplatte auf die Rückseite des Basisteil
aufgesetzt und vor dem Befestigen der Büschel am Basisteil von diesem entfernt wird.
[0012] Da die Borstenbüschel sequenziell, das heißt nacheinander einzeln direkt in das Basisteil
gestopft werden, ist auch vorrichtungsseitig keine große Anpassung des Werkzeugs an
andere Basisteile erforderlich.
[0013] Im Stand der Technik wurde darüber hinaus meist mit einem werkzeugseitigen Träger
gearbeitet, dessen Öffnungen exakt den Öffnungen im Basisteil entsprachen. Zuerst
wurde dieser Träger mit Borstenbüscheln befüllt, und anschließend wurde dieser Träger
zum zu befüllenden Basisteil transportiert. Die Herstellung der zahlreichen, in einer
Vorrichtung arbeitenden Träger ist relativ teuer. Darüber hinaus ist die Umrüstung
der Vorrichtung für andere Bürsten aufwendig.
[0014] Beim erfindungsgemäßen Verfahren und bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung lässt
sich diese Umrüstung wesentlich einfacher gestalten.
[0015] Beim erfindungsgemäßen Verfahren wird die Lage des Basisteils auf das stationäre
Werkzeug zum Einstoßen für jedes zu befüllende Loch ausgerichtet und somit bewegt.
Eine Möglichkeit hierfür besteht darin, das Basisteil für das sequenzielle Einstoßen
zumindest in zwei Richtungen zu verfahren, um die zu befüllende Öffnung auf das einzustoßende
Borstenbüschel auszurichten.
[0016] Dieses Verfahren ist, wie sich unmittelbar ergibt, sehr leicht an völlig neue Büschelmuster
anpassbar.
[0017] Insbesondere lässt sich das Verfahren sehr schnell an neue Muster anpassen, wenn
das Basisteil unter Verwendung einer frei programmierbaren, wenigstens 2-achsigen
Positioniervorrichtung, insbesondere eines frei programmierbaren, vorzugsweise 2-achsigen
Industrieroboters, verfahren wird.
[0018] Insbesondere von Vorteil ist es, wenn die Borstenbüschel durch einen Büschelabnehmer
sequenziell bis in die endgültige Position transportiert werden, aus der sie axial
in die zu befüllende Öffnung gestoßen werden. Sowohl für das Vereinzeln der Borstenbüschel
als auch für den Transport ist damit nur eine Bewegung erforderlich, die beispielsweise
eine Kreisbogenbewegung oder eine Linearbewegung des Büschelabnehmers sein kann.
[0019] Der Büschelabnehmer muss auch nicht zwingend hin- und herfahren zwischen der Aufnahmeposition
und der Abgabeposition. Es wäre auch denkbar, einen ring- oder kreisförmigen Büschelabnehmer
vorzusehen, der permanent in einer Richtung rotiert.
[0020] Die verwendeten Borsten sind aus Kunststoff.
[0021] Das rückseitige Stopfen der Borstenbüschel hat den Vorteil, dass die Büschel dank
eines üblicherweise vorderseitigen Anschlages soweit vorderseitig aus dem Basisteil
herausragen, wie es gewünscht ist, unabhängig von den Längentoleranzen der einzelnen
Borsten. Darüber hinaus lassen sich optional auch Borsten mit vorbearbeiteten Borstenspitzen,
zum Beispiel abgerundeten, zugespitzten Borstenspitzen oder dergleichen verwenden.
[0022] Gemäß der bevorzugten Ausführungsform wird während des Einschiebens der Büschel in
das Basisteil in der Transporteinrichtung ausschließlich axialer Druck auf das Borstenbüschel
ausgeübt. Das heißt, das Borstenbüschel wird nicht radial geklemmt. Beim Klemmen könnte
sich nämlich das Büschelende im Spalt aufweiten, was das Einführen in die Öffnungen
erschweren würde. Eine solche radiale Klemmkraft wird insbesondere bei sogenannten
Spannrahmen auftreten.
[0023] Da das Basisteil üblicherweise eine geringe Dicke hat und die Länge der Öffnungen,
über die die Büschel gehalten werden, ebenfalls entsprechend gering ist, sieht ein
vorteilhafter Verfahrensschritt vor, dass vorrichtungsseitig ein Führungsteil mit
Durchgangslöchern vor dem Einschieben der Borstenbüschel an der Vorderseite des Basisteils
positioniert wird. Die Borstenbüschel werden über die Öffnungen in die Durchgangslöcher
im Führungsteil eingesteckt. Vorzugsweise, was jedoch nicht zwingend der Fall ist,
ragen die Büschel vorderseitig auch noch aus dem Führungsteil heraus.
[0024] Das vorderseitige Führungsteil kann als Klemmeinrichtung für die Büschel ausgebildet
sein, zum Beispiel indem die Durchgangslöcher einen im Verhältnis zu dem oder den
in sie eingestoßenen Büscheln so großen Querschnitt haben, dass das oder die Büschel
mit Presssitz in den Durchgangslöchern sitzen. Das Klemmen der Büschel verhindert
ein Herausziehen der Büschel, wenn die rückseitige Führungsplatte nach hinten von
dem Basisteil entfernt wird.
[0025] Die vorderseitigen Enden der Büschel können während oder nach dem Bestücken des Basisteils
ein profiliertes Druckteil kontaktieren, um eine profilierte Bürstenfläche zu schaffen.
Die Bürstenfläche ist die vorderseitige Bearbeitungsfläche der Bürste, die durch die
Borstenenden gebildet wird. Dieses Druckteil kann entweder bereits beim Stopfen vorhanden
sein und als Anschlag dienen oder nach dem Stopfen gegen die Borsten gedrückt werden,
damit diese an dem Druckteil anliegen und die Form des Druckteils abbilden.
[0026] Die rückseitig aus den Öffnungen des Basisteils herausragenden Borstenbüschel werden
gemäß der bevorzugten Ausführungsform nach dem Einstoßen abgeschnitten. Die Toleranzen
der einzelnen Borstenlängen werden dadurch vollständig kompensiert, denn auf der Vorderseite
kann über das Druckteil eine genaue Längenanpassung erfolgen, rückseitig wird dann
einfach abgeschnitten.
[0027] Dieses Abschneiden kann über spanende Werkzeuge erfolgen oder aber über ein beheiztes
Werkzeug, insbesondere ein sogenanntes heißes Messer. Es erfolgt ein Kontakt zwischen
dem heißen Werkzeug und den einzelnen Büscheln, wobei die Standzeit des Schneidwerkzeugs
sehr hoch ist.
[0028] Die Borstenbüschel werden rückseitig befestigt, beispielsweise durch thermisches
Verschmelzen und/oder Verkleben und/oder auch Einbetten in eine angespritzte Kunststoffmasse.
Natürlich lassen sich diese Befestigungsverfahren auch beliebig miteinander kombinieren.
[0029] Wie bereits zuvor erläutert, sind die in das Basisteil eingestopften Borsten vorzugsweise
bereits vorab vorgerundet oder vorbearbeitet.
[0030] Während des Abschneidens werden die Büschel gemäß einer Ausführungsform nur radial
vom Basisteil und, falls vorhanden, dem Führungsteil gehalten. An den beiden Enden
ist keine seitliche Fixierung vorgesehen, die Enden liegen lediglich stirnseitig an
der Vorrichtung an und werden damit axial fixiert.
[0031] Die Rückseite der Borstenbüschel und des Basisteils wird abgedeckt. Dies kann beispielsweise
dadurch erfolgen, dass der Bürstenkörper im Bereich der rückseitigen Büschelenden
eine Vertiefung hat, die durch ein vorgefertigtes oder angespritztes Deckelteil geschlossen
wird. Eine weitere Möglichkeit der Abdeckung des Borstenbüschels auf der Rückseite
besteht darin, ein vorgefertigtes Deckelteil auf seiner dem Basisteil zugewandten
Seite mit angeformten Vorsprüngen, sogenannten Opferstrukturen, auszubilden, die beim
anschließenden Erhitzen weich werden, insbesondere flüssig werden, um dann gegen das
Basisteil oder, allgemeiner, gegen den Bürstenkörper gedrückt zu werden. Sind Basisteil
und Bürstenkörper zwei verschiedene Teile, so kann natürlich auch der Bürstenkörper
mit derartigen Opferstrukturen versehen werden, um nach ihrem Erhitzen mit dem unter
Umständen auch erhitzten Basisteil verbunden zu werden. Dieses Deckelteil kann mit
abstehenden Reinigungsvorsprüngen in beliebiger Form ausgestattet sein, um als Zungenreiniger
oder dergleichen verwendet zu werden.
[0032] Alternativ hierzu wird das Basisteil umspritzt. Ist das Basisteil nicht gleichzeitig
bereits am Bürstenkörper, sondern ein am Rest des Bürstenkörpers zu befestigendes
Teil, kann das Basisteil beim Herstellen des Bürstenkörpers umspritzt werden. Das
Umspritzen des Basisteils ist aber nicht auf diese Variante beschränkt.
[0033] Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die Borstenbüschel
rückseitig ankerlos befestigt werden, insbesondere durch Verschmelzen und/oder Verkleben
und dass das bestückte Basisteil anschließend aus einer Beborstungsstation in eine
Kavität einer Formhälfte eines Spritzgusswerkzeugs eingelegt wird und dabei mit seinem
Rand am Rand einer von der zugeordneten Kavität ausgehenden Öffnung aufliegt und die
Borstenbüschel in die Öffnung ragen. Rückseitig wird ein Bürstenabschnitt an das Basisteil
angespritzt, der die Borstenbüschel abdeckt. Durch die Erfindung wird der Aufwand,
der für die Herstellung der Trägerplatten erforderlich ist, deutlich reduziert, denn
die Trägerplatten wandern nicht mehr von der Beborstungsmaschine zum Spritzgusswerkzeug,
wodurch die Taktungen von Spritzgusswerkzeug und Beborstungsmaschine nicht mehr zwangsläufig
miteinander gekoppelt sein müssen. Im Stand der Technik wurden die Borstenenden der
Borstenbüschel zuerst miteinander verschmolzen, was üblicherweise in der mit den Borstenbüschel
bestückten, aufwendig herzustellenden Lochplatte erfolgte. Anschließend wurde diese
Lochplatte in ein Spritzgusswerkzeug transportiert, um die Büschel zu umspritzen.
Das beborstete Basisteil wurde im Stand der Technik immer samt Trägerplatte in ein
Spritzgusswerkzeug oder eine weitere Station eines Spritzgusswerkzeuges transportiert.
Die Trägerplatte diente der Abstützung gegen den Spritzdruck beim Spritzgießen des
Bürstenkörpers (Kopf und Stiel). Die vorliegende Erfindung sieht jedoch vor, diese
mit dem Lochbild der Bürste versehenen Trägerplatten beim Herstellen des Bürstenkörpers
nicht mehr als Abstützplatten im Spritzgießwerkzeug vorzusehen. Beim erfindungsgemäßen
Verfahren und bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist hingegen in einer Formhälfte
des Spritzgusswerkzeugs eine Öffnung (vorzugsweise eine einzige Öffnung) im Bereich
der auszuspritzenden Kavität vorgesehen, in die die mehreren Borstenbüschel hineinragen.
Das Basisteil liegt ausschließlich oder fast ausschließlich nur mit seinem umlaufenden
Rand am Rand der von der Kavität ausgehenden Öffnung auf und wird vorzugsweise nur
an diesem Rand abgestützt.
[0034] Das Basisteil wird randseitig in der Kavität gehalten.
[0035] Gemäß der bevorzugten Ausführungsform liegt das Basisteil mit seinem Rand geschlossen
umlaufend am ebenfalls geschlossen umlaufenden Rand der Öffnung an, sodass eine Abdichtwirkung
erzielt wird.
[0036] Durch das erfindungsgemäße Verfahren, bei dem die Lochplatten nicht mehr zwischen
Beborstungsmaschine und Spritzgusswerkzeug zirkulieren, kann die gesamte Herstellung
und die gesamte Vorrichtung mit deutlich weniger Lochplatten auskommen.
[0037] Es ist jetzt auch möglich, die beborsteten Basisteile in einem Zwischenspeicher oder
Pufferspeicher zu lagern. Bei Wartungsarbeiten am Spritzgusswerkzeug oder der Beborstungsmaschine
kommt es deshalb nicht zum Stillstand der jeweils anderen Maschine, was die Flexibilität
insgesamt deutlich erhöht.
[0038] Vorzugsweise sind mehrere Kavitäten in der Formhälfte der erfindungsgemäßen Vorrichtung
vorhanden, um die Ausstoßrate der gesamten Vorrichtung zu erhöhen.
[0039] Die Formhälfte mit der wenigstens einen Kavität kann auch, und dies ist bevorzugt,
mehrteilig ausgebildet sein. Ein erstes und ein zweiten Formteil, gegebenenfalls auch
weitere Formteile mit insbesondere mehreren nebeneinander angeordneten Kavitäten oder
Reihen von Kavitäten, können verwendet werden. Die einer Bürste zugeordnete Kavität
ist dann in mehrere Abschnitte unterteilt, beispielsweise in einen Abschnitt im ersten
und in einen Abschnitt im zweiten Formteil. Diese Kavitäten gehen ineinander über
und bilden die Gesamtkavität der Formhälfte. Das erste Formteil ist aber vom zweiten
Formteil trennbar und dient u.U. als Transportmittel oder Ausstosswerkzeug für das
oder die in ihm sitzenden Basisteile. Damit kann das erste Formteil unabhängig vom
zweiten Formteil zuerst mit den beborsteten Basisteilen bestückt und erst anschließend
an das zweite Formteil angekoppelt werden, nämlich unmittelbar vor dem Spritzgießen.
Da das erste Formteil aber aufgrund des fehlenden Lochbildes sehr einfach herzustellen
ist, können verhältnismäßig preisgünstig viele erste Formteile hergestellt und verwendet
werden, was die Taktzeit und Flexibilität der gesamten Vorrichtung deutlich verbessert.
[0040] Es ist jedoch auch möglich, jede Formhälfte einstückig auszuführen. Der Bürstenkörper
wird dann in die Formhälfte gelegt und dieser nach dem Spritzen entnommen
[0041] Zu betonen ist, dass gemäß der bevorzugten Ausführungsform im Spritzgusswerkzeug
der sogenannte Bürstenkörper gespritzt werden könnte, der ein- oder mehrkomponentig
ausgeführt sein kann. Dieser Bürstenkörper ist üblicherweise der Bürstengriff, der
Bürstenhals und ein Teil des Bürstenkopfes. Der andere Teil des Bürstenkopfes wird
durch das Basisteil gebildet.
[0042] Es ist jedoch auch eine Ausführungsform sinnvoll, insbesondere bei preisgünstigeren
Bürsten, bei der das Basisteil selbst bereits fast den gesamten Kopf und im Wesentlichen
den gesamten Griff oder Stiel der Bürste aufweist. Dieses Basisteil bildet dann natürlich
auch einen Bürstenabschnitt und wird beborstet und anschließend zumindest im rückseitigen
Kopfbereich oder auch im Stilbereich umspritzt.
[0043] Einige der Öffnungen im Basisteil können büschelfrei bleiben und durch Spritzen geschlossen
werden. Damit lassen sich bei gleichem Basisteil unterschiedliche Borstenbüschelanordnungen
realisieren. Alternativ oder zusätzlich zum Schließen der büschelfreien Öffnungen
können elastomere Profilteile, die beliebige Querschnittsformen haben, ein- oder angespritzt
werden oder in Öffnungen befestigt werden. Diese Profilteile sind keine Borsten, sondern
andersartige Profilteile mit kleinerer oder größerer Querschnittsfläche als die üblichen
Borsten. Die Teile können beispielsweise auch eine von der Kreisform abweichende Querschnittsform
besitzen. Insbesondere werden solchen Profilteile verwendet, um eine Zahnfleisch massierende
Wirkung hervorzurufen.
[0044] Die vorerwähnte andere Möglichkeit, die büschelfreien Öffnungen zu schließen, besteht
im rückseitigen Anspritzen von Kunststoff. Dabei können entweder nur die büschelfreien
Öffnungen geschlossen werden, oder es können vorderseitig abstehende Profilteile gleichzeitig
mit angespritzt werden. Das vorderseitige Führungsteil kann hierbei als Spritzgussform
dienen.
[0045] Die Borstenbüschel werden seitlich zur Borstenlängsrichtung aus dem Borstenvorrat
separiert und insbesondere einzeln über die Transporteinrichtung zu den Öffnungen
verfahren. Es werden für die Transporteinrichtung also keine im Stand der Technik
bekannte Transportröhrchen verwendet, die in Borstenlängsrichtung in den Vorrat eintauchen
und ein Büschel von Borsten in sich aufnehmen und klemmen. Durch die seitliche Entnahme
lassen sich einerseits hohe Taktzeiten verwirklichen und andererseits werden die Büschel
deutlich weniger oder überhaupt nicht zusammengedrückt, was ihre Positionierung beim
Einfahren in die Öffnungen verbessert.
[0046] Das erfindungsgemäße Verfahren wird insbesondere auch im Zusammenhang mit Bürsten
verwendet, bei denen neben den Borstenbüscheln wenigstens ein weichelastisches Element,
vorzugsweise aus TPE, vom Bürstenkopf absteht und an den Bürstenkopf angespritzt ist.
Diese weichelastischen Elemente können am Rand des Bürstenkopfes positioniert sein
und abstehen oder auch im Borstenfeld liegen, d.h. vom Borstenbüscheln umgeben sein.
Diese weichelastischen Elemente haben z.B. die Funktion, eine Zahnfleischmassage beim
Zähneputzen zu erreichen.
[0047] Das weichelastische Element geht z.B. einstückig in einen flexiblen Abschnitt an
der Verbindung von Griff zu Kopf und/oder sogar in den Griff über, so dass in diesen
Abschnitten eine Biegeelastizität bzw. eine rutschfestere Haptik erreicht werden.
[0048] Die Erfindung schafft darüber hinaus auch eine Vorrichtung zur Herstellung einer
Bürste, insbesondere eine sogenannte Bürstenherstellungsmaschine, die vorzugsweise
das zuvor erwähnte erfindungsgemäße Verfahren benutzt. Die Vorrichtung umfasst ein
Magazin mit einem Borstenvorrat, in welchem Borsten parallel gepackt untergebracht
sind, eine Entnahmevorrichtung für Borstenbüschel, die Borstenbüschel für eine Bürste
sequenziell, nacheinander einzeln seitlich zu ihrer Längserstreckung aus dem Borstenvorrat
nimmt, eine Transporteinrichtung zum Transport der einzelnen Borstenbüschel zu einer
Stopfstation, wobei die Stopfstation einen Halter für zu verbauende Basisteile der
Bürste aufweist, eine Führungsplatte zwischen der Transporteinrichtung und der Rückseite
des zugeführten Basisteils mit Umlenkkanälen, durch die Borstenbüschel in die Öffnung
im Basisteil gestoßen werden, und ein Stößel, über den die Borstenbüschel sequenziell,
nacheinander einzeln von der Rückseite her durch die Führungsplatte hindurch in das
Basisteil eingestoßen werden.
[0049] Die zuvor beschriebenen Varianten der Ausbildung von Umlenkkanälen sind natürlich
auch bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung realisierbar, und zwar einzeln oder in
beliebiger Kombination.
[0050] Die Vorrichtung umfasst insbesondere eine geschlossen umlaufende Aufnahmevorrichtung,
beispielsweise einen Aufnahmetisch, eine Kette, einen Indextisch oder, allgemeiner,
eine Art Kreis mit Aufnahmen für die Basisteile, auf dem diese verfahren werden, um
einzelne Stationen, z.B. zum Abschneiden der Borstenbüschel und Befestigung der Büschel
sowie gegebenenfalls dem Schließen des rückseitig offenen Bürstenkörpers oder Anspritzen
des Bürstenkörpers zu durchlaufen.
[0051] Bevorzugt ist die Entnahmevorrichtung in die Transporteinrichtung integriert.
[0052] Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass die Transporteinrichtung die Büschel
längs einer linearen oder kurvenförmigen Bahn zur Stopfstation verfährt. Solche sogenannten
Büschelabnehmer sind in der
EP 0 972 465 B1 gezeigt.
[0053] Die erfindungsgemäße Vorrichtung umfasst ferner vorzugsweise einen Büschelabnehmer,
der die Büschel sequenziell bis in die endgültige Position transportiert, aus der
sie axial in die zu befüllende Öffnung gestoßen werden. Eine Übergabe nach dem Vereinzeln
der Borstenbüschel auf eine andere Vorrichtung oder einen Träger, die die Büschel
bis in die Position unmittelbar vor dem Einstoßen bringt, entfällt damit.
[0054] Die erfindungsgemäße Vorrichtung umfasst darüber hinaus auch eine Station, bei der
das Basisteil für das sequenzielle Einstoßen zumindest in zwei Richtungen verfahren
wird, um die zu befüllende Öffnung auf das einzustoßende Borstenbüschel auszurichten,
wobei diese Station insbesondere einen frei programmierbaren, vorzugsweise 2-achsigen
Industrieroboter zur Verschiebung des Basisteils hat.
[0055] Die bevorzugte Ausführungsform sieht vor, eine Schneidvorrichtung in die Vorrichtung
zu integrieren, mit der die rückseitig aus dem Basisteil überstehenden Borsten abgeschnitten
werden. Die Schneidvorrichtung wird insbesondere abstützkörperfrei quer zu den Borsten
verfahren. Im Stand der Technik werden die Borsten rückseitig abgeschnitten, indem
eine vorrichtungsseitige Trägerplatte, durch die die Büschel hindurchragen, als Gegenmesser
wirkt. Diese Platte stabilisiert die Büschel, und an der Oberfläche der Platte wird
ein Messer entlanggefahren, welches die Büschel abschneidet. Diese Art des Schnittes
ist zwar zuverlässig, führt aber zur Abnützung der Schneidvorrichtung und ist daher
wartungs- und ersatzteilintensiver als die erfindungsgemäße Vorrichtung, bei der keine
Trägerplatte am Werkzeug vorgesehen ist.
[0056] Wie sich herausgestellt hat, ist dieses abstützfreie Schneiden vorzugsweise durch
ein beheizbares Werkzeug leicht zu realisieren, bei der das heiße Werkzeug die Borsten
kontaktiert und abschneidet.
[0057] Das beheizbare Werkzeug ist insbesondere mit einem stromdurchflossenen Heizdraht
ausgebildet, der ein Runddraht oder ein Flachdraht sein kann, wobei in Versuchen mit
dem Flachdraht sehr gute Ergebnisse erzielt wurden.
[0058] In einer Befestigungsstation für die Borstenbüschel werden die Borsten büschelweise
oder insgesamt miteinander verschweißt und oder verklebt und/oder vergossen.
[0059] Das vorrichtungsseitige Führungsteil, welches zur Vorderseite des Basisteils zuführbar
ist, wird zusammen mit dem Basisteil von Station zu Station weiterbewegt und positioniert
die Büschel.
[0060] Um die Lage der vorderseitigen Enden der Borsten eindeutig zu machen, insbesondere
bei einer profilierten Bürstenfläche, weist die Vorrichtung ein zustellbares profiliertes
Druckteil auf, das die Borstenbüschel während oder nach dem Stopfen kontaktiert. Ein
Gegendruckteil kann von der Rückseite gegen die Büschel gefahren werden.
[0061] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
und aus den nachfolgenden Zeichnungen, auf die Bezug genommen wird. In den Zeichnungen
zeigen:
- Figuren 1a bis 1h aufeinanderfolgende Schritte des erfindungsgemäßen Verfahrens, die
in der erfindungsgemäßen Vorrichtung durchgeführt werden,
- Figur 2 eine schematische Draufsicht auf eine Station der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
in der Borstenbüschel einem Magazin entnommen werden,
- Figur 3 eine perspektivische Ansicht der Station nach Figur 2 mit einigen weggelassenen
Teilen,
- Figur 4 eine vergrößerte Detailansicht von Figur 3,
- Figur 5 eine Schnittansicht durch die Station nach Figur 3,
- Figur 6 eine schematische Perspektivansicht einer weiteren Station der erfindungsgemäßen
Vorrichtung, bei der Borsten geschnitten werden,
- Figur 7 eine Detailschnittansicht durch die Station von Figur 6,
- Figuren 8a bis 8c aufeinanderfolgende Schritte in der Station nach Figur 6 mit einem
anderen Messer,
- Figur 9 eine schematische Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Vorrichtung,
- Figur 10 eine perspektivische Ansicht eines Spritzgusswerkzeugs als Teil der erfindungsgemäßen
Vorrichtung,
- Figur 11 eine Draufsicht auf ein Formteil des Spritzgusswerkzeugs nach Figur 10,
- Figur 12 eine Draufsicht auf beborstete Basisteile, welche in das Formteil nach Figur
11 eingelegt sind,
- Figur 13 eine Unteransicht des mit Basisteilen versehenen Formteils nach Figur 12,
- Figur 14 eine alternative Ausführungsform zu Figur 11, bei der zusätzlich Abstützfortsätze
in die Öffnung des Formteils hineinragen,
- Figur 15 eine perspektivische Draufsicht auf eine noch unbeborstete Zahnbürste gemäß
einer weiteren Ausführungsform, die ein weichelastisches Element aufweist,
- Figur 16 eine perspektivische Rückansicht der Zahnbürste von Figur 15, in beborstetem
Zustand,
- Figur 17 eine perspektivische Rückansicht einer im Vergleich zur Zahnbürste nach Figur
16 leicht modifizierten Variante, und
- Figur 18 eine modifizierte erfindungsgemäße Vorrichtung.
[0062] In Figur 1 sind mehrere aufeinanderfolgende Schritte zum Herstellen von Bürsten,
hier in Form von Zahnbürsten, dargestellt. Die Bürste hat einen Bürstenkörper 10 mit
einem Bürstenkopf, der im Folgenden ein Basisteil 12 bildet. Das Basisteil 12 hat
zahlreiche Durchgangsöffnungen 14, die mit Borstenbüscheln 16 befüllt werden, welche
am Basisteil 12 befestigt werden.
[0063] In Figur 1 ist zu erkennen, dass eine Transporteinrichtung 18, die im Folgenden noch
näher erläutert wird, einzelne Borstenbüschel 16 herantransportiert, die durch eine
Vorrichtung aus der Transporteinrichtung 18 in die Öffnungen 14 von der Rückseite
des Basisteils 12 aus eingestoßen werden.
[0064] Die Transporteinrichtung 18 weist hierzu eine Aufnahmeöffnung 22, welche mit einem
Borstenbüschel 16 gefüllt und zum Basisteil 12 bewegt wird, auf. Die Vorrichtung 20
umfasst einen linear verfahrbaren Stößel 24, welcher axial in die Aufnahmeöffnung
22 eingeschoben wird, um das Borstenbüschel 16 in die mit der Aufnahmeöffnung 22 fluchtende
Öffnung 14 des Basisteils 12 hineinzustoßen. Das Basisteil wird längs zweier Achsen
bewegt und mit der zu befüllenden Öffnung 14 auf das einzustoßende Borstenbüschel
16 ausgerichtet.
[0065] Auf der Rückseite des Basisteils 12 liegt eine Führungsplatte 17 auf, auf welcher
wiederum die Transporteinrichtung 18 aufliegt. Die Führungsplatte 17 ist Bestandteil
der entsprechenden Stopfstation und wird nach dem Zuführen eines zu bestopfenden Basisteils
12 auf dieses automatisch aufgesetzt.
[0066] Die Führungsplatte hat zahlreiche Kanäle, welche rückseitig (der Transporteinrichtung
18 zugewandt) jeweils einen Einlass und vorderseitig (zum Basisteil 12) einen Auslass
besitzen. Viele der Kanäle sind exakt in Einstossrichtung (Bewegungsrichtung des Stößels
24) ausgerichtet. Einige Kanäle sind jedoch als Umlenkkanäle 19 ausgeführt, welche
die in sie eingeschobenen Büschel quer zur Einstossrichtung verschieben.
[0067] Vorzugsweise haben alle Einlässe 21 dieselbe Geometrie und Größe, insbesondere eine
kreisrunde Form.
[0068] In Figur 1a sind Umlenkkanäle 19 gezeigt, die schräg aufeinander zu verlaufen, zwei
getrennte Einlässe 21 und zwei fast schon ineinander übergehende Auslässe 23 haben.
Die Auslässe 23 sind einer gemeinsamen Öffnung 14 zugeordnet, und über die beiden
aufeinander zu gerichteten Umlenkkanäle 19 wird eine übergroße Öffnung mit zwei Büscheln
bestückt, die sich dann zu einem gemeinsamen Büschel vereinigen. Alternativ zur gezeigten
Ausführungsform kann ein axial in Ausstossrichtung ausgerichteter Kanal mit einem
benachbarten, schräg zu ihm hin verlaufenden Umlenkkanal 19 eine übergroße Öffnung
14 im Basisteil 12 befüllen.
[0069] Die Geometrie der übergroßen Öffnung 14 ist beliebig, je nach Anforderung können
längliche Öffnungen oder eckige oder kreisrunde Öffnungen 14 vorgesehen sein.
[0070] Während bei Figur 1 a die Öffnungen 14 allesamt in Ausstossrichtung oder parallel
hierzu verlaufen, können gemäß des vergrößerten Ausschnitts auch schräg zur Ausstossrichtung
gestellte Öffnungen 14 vorgesehen sein, wobei die Umlenkkanäle 19 zu diesen fluchten.
Diese schräg gestellten Öffnungen 14 erlauben die Einbettung von schräg gestellten
Büschel 16 in das Basisteil 12.
[0071] Eine weitere Variante besteht darin, dass Ein- und Auslass 21 bzw. 23 unterschiedliche
Geometrien haben, z.B. haben einige Auslässe 23 eine ovale oder eckige Geometrie,
wobei die Querschnittsfläche dieselbe wie der Einlass 21 sein kann. Im entsprechenden
Umlenkkanal 19 werden somit Borsten des Büschels zueinander quer zur Ausstossrichtung
verschoben, um die neue Büschelquerschnittsform zu erzeugen, die der der zugeordneten
Öffnung 14 entspricht. Die Kanäle in der Führungsplatte 17 werden insbesondere durch
Draht- oder Funkenerosion hergestellt. Die Führungsplatte wird anschließend auf 50
bis 60 Rockwell C gehärtet.
[0072] Wie in Figur 1 a zu sehen ist, ist auf der Vorderseite des Basisteils 12 ein vorrichtungsseitiges
Führungsteil 26, vorzugsweise in Kontakt mit der Vorderseite des Basisteils 12, angeordnet,
dessen Durchgangslöcher 28 mit den zu bestückenden Öffnungen 14 fluchten.
[0073] Beabstandet vom Führungsteil 26 liegt ein Anschlagteil 30. Die Borstenbüschel 16
werden so tief in die Führungsplatte 17, das Basisteil 12 und das Führungsteil 26
von der Rückseite des Basisteils 12, das heißt von der Rückseite der Bürste 10, hineingestoßen,
dass sie vorderseitig aus dem Führungsteil 16 wieder herausragen und gegen das Anschlagteil
30 stoßen.
[0074] Sobald alle zu bestückenden Öffnungen 14 mit Borstenbüscheln 16 versehen sind, ist
der in Figur 1b komplett bestückte Zustand erreicht. Die Führungsplatte 17 kann vor
Erreichen des in Figur 1b gezeigten Zustands oder später wieder nach oben abgezogen
werden.
[0075] Das Führungsteil 26 kann als Klemmeinrichtung für die Büschel 16 ausgebildet sein,
zum Beispiel durch ein zusätzliches, quer zur Einstossrichtung verschiebliches Klemmstück,
welches die Büschel 16 seitlich in ihren Führungen drückt oder indem die Durchgangslöcher
28 einen im Verhältnis zu dem oder den in sie eingestoßenen Büscheln so großen Querschnitt
haben, dass das oder die Büschel 16 mit Presssitz in den Durchgangslöchern 28 sitzen.
[0076] Zu betonen ist, dass je nach Ausführungsform der Bürste 10 nicht alle Öffnungen 14
mit Borstenbüscheln 16 befüllt sein müssen. Zur Ermöglichung von Varianten von Büschelmustern
und anderen Geometrien der Borsten ist es möglich, wahlweise verschiedene Öffnungen
14 mit Borstenbüscheln 16 zu bestücken.
[0077] In dem in Figur 1c gezeigten nächsten Verfahrensschritt wird das Anschlagteil 30
entfernt. Anstatt dessen wird von der Vorderseite axial zu den Borstenbüscheln 16
ein Druckteil 32 nach oben gefahren, sodass es sämtliche Borstenbüschel 16 kontaktiert.
Die Oberseite des Druckteils 32 ist profiliert, um eine komplementäre Bürstenfläche
(gebildet durch die vorderseitigen Enden der Borstenbüschel 16) zu bilden.
[0078] Durch das Druckteil 32 werden die Borstenbüschel 16 zum Teil wieder nach oben gedrückt
und stehen ungleichmäßig rückseitig gegenüber dem Basisteil 12 heraus.
[0079] Optional kann auf dieser Rückseite ein zum Druckteil komplementäres Gegendruckteil
36 vorgesehen sein, sodass die Borstenbüschel 16 axial zwischen Druckteil 32 und Gegendruckteil
36 möglichst spielfrei fixiert sein können.
[0080] Um einen Toleranzausgleich aufgrund der unterschiedlichen Längen der einzelnen Borsten
zu erzielen, wäre es denkbar, eines der Druckteile 32, 36 entweder elastisch oder
elastisch gelagert auszuführen.
[0081] Aufgrund des Druckteils 32 weisen die vorderseitigen Enden der Borstenbüschel 16
eine exakte Ausrichtung zum Basisteil 12 auf.
[0082] Im nächsten Schritt, der im Folgenden noch deutlicher erläutert wird, werden die
rückseitig gegenüber dem Basisteil 12 abstehenden Borstenbüschel 16 abgeschnitten
(Figur 1 d), sodass die entstehenden freien Enden knapp oberhalb des Basisteils 12
liegen.
[0083] Im nächsten Verfahrensschritt, der in der darauffolgenden Station ausgeführt werden
könnte, werden Borstenbüschel 16 rückseitig befestigt. Diese Befestigung erfolgt zum
Beispiel durch Verschweißen.
[0084] Eine Möglichkeit des Verschweißens ist in Figur 1e gezeigt, bei der eine heiße Platte
38 gegen die Borstenbüschel 16 gedrückt wird. Die rückseitigen Enden der aus einem
Thermoplast bestehenden Borsten verschmelzen miteinander, vorzugsweise unter Bildung
einer durchgehenden Schicht 40 (siehe Figur 1f). Während dieses Befestigungsvorgangs
und auch während des vorhergehenden Schneidvorgangs bleibt vorzugsweise das Druckteil
32 an den Borstenbüscheln 16. Das Druckteil 32 kann nun entfernt werden (Figur 1g),
und anschließend wird ein rückseitiges Deckelteil 40 auf die Rückseite des Basisteils
12, zumindest im Bereich der miteinander verschweißten Enden der Borstenbüschel 16,
aufgebracht. Dieses Deckelteil 40 kann ein vorgefertigtes Teil sein. Alternativ hierzu
kann das Deckelteil 40 auch durch Anspritzen an das Basisteil 12 oder an den Bürstenkörper
hergestellt werden. Auch die zuvor erwähnte Verwendung von Opferstrukturen am Deckel
oder am Bürstenkörper kann natürlich verwendet werden.
[0085] Während der vorhergehenden Verfahrensschritte bleibt vorzugsweise (nicht einschränkend
zu verstehen) das Führungsteil 26 an dem Basisteil 12, um für eine Abstützung und
Abdichtung zu sorgen.
[0086] Im Folgenden werden einzelne der zuvor gerade erläuterten Verfahrensschritte noch
etwas detaillierter dargestellt und beschrieben.
[0087] So zeigt Figur 2 nähere Details einer möglichen Ausführungsform der Station der erfindungsgemäßen
Vorrichtung, in der die Borstenbüschel 16 vereinzelt und zum Basisteil 12 transportiert
werden. Die Vorrichtung hat hierzu eine eigene Station mit einem Magazin 42, in dem
ein Borstenvorrat 44 untergebracht ist.
[0088] Die Borsten sind im Magazin 42 parallel ausgerichtet und ungruppiert untergebracht.
Sie werden durch angepasste Druckmittel in Richtung zur Transporteinrichtung 18 gedrückt.
[0089] Die Transporteinrichtung 18 umfasst im vorliegenden, ebenfalls nicht einschränkend
zu verstehenden Ausführungsbeispiel eine um eine Schwenkachse 46 zu verschwenkende
Entnahmevorrichtung 48 mit einem plattenförmigen Bündelabnehmer, im dargestellten
Ausführungsbeispiel ein sogenannter Kreisbogen, der eine Aufnahmeöffnung 50 für ein
Borstenbüschel 16 hat. Die Aufnahmeöffnung 50 ist auf der dem Bürstenvorrat 44 zugewandten
Seite offen. Wenn der Bündelabnehmer nach rechts, bezogen auf Figur 2, geschwenkt
wird, kommt die Aufnahmeöffnung 50 in Kontakt mit dem Borstenvorrat 44. Aufgrund der
Vorspannung des Borstenvorrats 44 in Richtung zu dieser Aufnahmeöffnung 50 drücken
sich so viele Borsten in die Aufnahmeöffnung 50, dass diese komplett gefüllt ist.
[0090] Die Vereinzelung der Borstenbüschel 16 erfolgt somit lateral zur Längserstreckung
der Borsten, die im vorliegenden Fall senkrecht zur Zeichnungsebene wäre. Wenn die
Aufnahmeöffnung 50 mit Borsten gefüllt ist, wird sie im Uhrzeigersinn geschwenkt und
in die in Figur 2 gezeigte Stellung bewegt. Eine Führungsplatte 52, die an die Form
der Platte 48 angepasst ist, sorgt dafür, dass keine Borsten aus der Aufnahmeöffnung
50 herausfallen können.
[0091] Alternativ zur kurvenförmigen Bahn, die die Transporteinrichtung 18 in den Ausführungsformen
aufweist, kann auch ein Linearverfahren erfolgen.
[0092] Von der Transporteinrichtung 18 werden die Borstenbüschel 16 direkt, ohne Zwischenschaltung
einer Trägerplatte oder dergleichen, unmittelbar über die Führungsplatte 17 in das
Basisteil 12 gestoßen. Zu beachten ist, dass die einzelnen Borstenbüschel sequenziell
dem Magazin 42 entnommen werden und mit dem Büschelabnehmer bis in ihre endgültige
Position vor dem Einstoßen transportiert werden. Eine Übergabe an Zwischenträger wird
hier vermieden.
[0093] Da das Basisteil 12 jedoch zahlreiche Öffnungen 14 besitzt, die nacheinander mit
Borstenbüscheln 16 gefüllt werden müssen, wird das Basisteil 12 in zwei Richtungen,
X, Y bewegt. Damit werden zu befüllende Öffnungen 14 zu der Aufnahmeöffnung 50 und
dem nächsten einzustoßenden Borstenbüschel 16 ausgerichtet.
[0094] Die entsprechende Station weist vorzugsweise einen sogenannten X-Y-Schlitten auf,
auf dem die Basisteile 12 befestigt und in einer Ebene verfahren werden können. Ein
sogenannter X-Y-Schlitten ist eine einfache Ausführungsform einer frei programmierbaren,
wenigstens 2-achsigen Positioniervorrichtung, insbesondere eines frei programmierbaren
2-achsigen Industrieroboters.
[0095] Figur 3 zeigt das Magazin 42 mit dem Büschelvorrat 44 in Perspektivansicht. Zur Verdeutlichung
der gesamten Station sind mehrere Teile weggelassen worden, u.a. die Führungsplatte
17.
[0096] Figur 3 zeigt ferner ein Borstenbüschel 16, welches gerade von der Vorrichtung 20
in eine Öffnung des Basisteils 12 hineingestoßen wird. Ein Halter 54 positioniert
und arretiert das Führungsteil 26 an einer Ausrichteinheit, zum Beispiel einem X-Y-Schlitten,
über den die Ausrichtung des Basisteils 12 zur Aufnahmeöffnung 50 erfolgt.
[0097] Figur 4 zeigt, dass die Borstenbüschel 16 nach dem Einstoßen in die Öffnungen 14
des Basisteils 12 aus dem Führungsteil 26 vorderseitig herausragen. Die Borstenbüschel
16 stehen aber auch rückseitig gegenüber dem Basisteil 12 vor, entweder direkt nach
dem Einstoßen oder nach dem Hochfahren des Druckteils 32.
[0098] Die Einlässe 21 haben insbesondere denselben Querschnitt wie die Aufnahmeöffnung
50.
[0099] Entgegen der Figur 1a kann ein führungsfreier Spalt 60 zwischen der Rückseite der
Führungsplatte 17 und der Transportvorrichtung 18 vorhanden sein (siehe Figur 4).
Hier kann es sich u.U. anbieten, die Einlässe 21 etwas größer als die Aufnahmeöffnung
50 auszuführen, da sich das Büschel 16 an seinem freien Ende etwas aufspreizen könnte.
[0100] Ferner kann es generell vorteilhaft sein, wenn sich die Einlässe 21 zur Rückseite
hin etwas trichterförmig aufweiten.
[0101] Zur einfachen Einführung der Borstenbüschel 16 sind die Öffnungen 14 vorzugsweise
rückseitig mit einer sich erweiternden Anfasung 62 versehen.
[0102] Auch zu erkennen ist in Figur 5, dass das Basisteil 12 rückseitig eine Vertiefung
64 im Bereich der Öffnungen 14 aufweist. In diese Vertiefung 64 wird das Deckelteil
14 eingebracht oder angespritzt.
[0103] Die Transporteinrichtung 18 ist so ausgeführt, dass während des Einschiebens der
Borsten in die Öffnungen 14 in der Transporteinrichtung 18 ausschließlich axialer
Druck (das heißt Druck in Borstenlängsrichtung) auf das einzuführende Borstenbüschel
16 ausgeübt wird. Das bedeutet, die Wand um die Aufnahmeöffnung 50 herum ist starr,
es wird keine radiale Klemmkraft auf die Borsten ausgeübt. Die einzige Klemmkraft
wird durch die Vorspannung im Borstenvorrat 44 erzielt, die beim Vereinzeln der Borsten
sozusagen in die Aufnahmeöffnung 50 weitergeleitet wird.
[0104] Figur 5 zeigt auch noch eine weitere Variante von Umlenkkanälen. Hier werden innerhalb
der Führungsplatte 17 mehrere Umlenkkanäle 19 und ein mittig hierzu gelegener, in
Ausstossrichtung ausgerichteter Kanal zusammengeführt, um sich zu einem gemeinsamen
Umlenkkanal 19' mit einem gemeinsamen Auslass 23 zu vereinigen. Der Auslass 23 hat
eine langgestreckte Gestalt zur Bildung eines gemeinsamen, plattenförmigen Büschels
16. Der Auslass 23 hat vorzugsweise eine Querschnittsfläche, die der X-fachen der
Aufnahmeöffnung 50 entspricht, wobei X die Anzahl der der gemeinsamen Öffnung 14 zugeführten
Büschel 12 entspricht.
[0105] Das Abschneiden der Borstenbüschel 16 erfolgt vorzugsweise in einer eigenen Station
der erfindungsgemäßen Vorrichtung, und zwar vorzugsweise mittels eines beheizten Werkzeugs.
[0106] Figur 6 zeigt eine Ausführungsform eines solchen beheizten Werkzeugs 70, das einen
stromdurchflossenen, heißen Draht umfasst. Dieser Draht wird im Wesentlichen parallel
zur Rückseite des Basisteils 12, möglichst knapp am Basisteil 12 entlang verfahren
und trennt die überstehenden Borstenenden ab. Dabei können Borsten auch teilweise
miteinander verschmelzen.
[0107] Figur 7 zeigt die Wärmeeinwirkungen auf noch nicht abgeschnittene Borstenbüschel
16, die miteinander verschmelzen. Darüber hinaus können aber auch die bereits abgetrennten
Enden der im Basisteil 12 verbleibenden Borstenbüschel 16 verschmelzen, was jedoch
für die Positionierung und Befestigung von Vorteil ist.
[0108] Während in den Figuren 6 und 7 ein im Querschnitt im Wesentlichen kreisförmiger Draht
als Werkzeug 70 dargestellt ist, ist in den Figuren 8a bis 8c eine alternative Ausführungsform
mit einem sogenannten Flachdraht zu sehen. Dieser ebenfalls stromdurchflossene, beheizte
Draht wird messerartig schräg zu den abzutrennenden Borsten gestellt.
[0109] In den Figuren 5 bis 8 ist auch zu erkennen, dass die Borstenbüschel 16 im Bereich
ihrer Schnittstelle seitlich nicht abgestützt sind. Auch das Werkzeug 70 wird im Bereich
des Basisteils 12 nicht abgestützt, sodass kein Verschleiß beim Schneiden auftritt.
Das Schneiden erfolgt sozusagen abstützkörperfrei.
[0110] Die Borstenbüschel 16 sind entweder seitlich nur durch das Basisteil 12 (siehe Figuren
8a bis 8c) oder durch das Basisteil 12 und das Führungsteil 26 gehalten. Falls beim
Abschneiden auch noch die Führungsplatte 17 vorhanden sein sollte, trägt diese zur
Abstützung bei. Falls statt mit einem beheizten Werkzeug spanend beschnitten wird,
könnte die Führungsplatte 17 auch als Gegenmesser ausgebildet sein. In Axialrichtung
sind die Borstenbüschel 16 zwischen dem Druckteil 32 und dem Gegendruckteil 36 positioniert.
Diese Positionierung sollte, was jedoch nicht einschränkend zu verstehen ist, auch
während des Schneidens gewährleistet sein.
[0111] Um zu verhindern, dass die abgetrennten Enden der Borstenbüschel 16 auf das Basisteil
12 fallen, wird das Schneiden vorzugsweise über Kopf, das heißt mit der Rückseite
nach unten durchgeführt (siehe beispielsweise Figur 8). Damit fallen die abgetrennten
Enden 72 einfach nach unten.
[0112] Das Befestigen der Borstenbüschel 16 am Basisteil 12 erfolgt, wie gesagt, entweder
durch Verschweißen und/oder durch Verkleben und/oder durch Vergießen, beispielsweise
während der Erzeugung des Deckelteils 40. Das Deckelteil 40 kann insbesondere rückseitig
abstehende Reinigungsvorsprünge 80 haben zur Bildung eines Zungenreinigers. Alternativ
kann das zugeführte Deckelteil 40 nachträglich eingepresst werden oder verklebt werden,
auch unter Verwendung von vorerwähnten Opferstrukturen.
[0113] Nicht alle Öffnungen 14 müssen über ein Borstenbüschel 16 verschlossen werden. Es
kann, wie anfangs bereits erwähnt, auch die eine oder andere Öffnung 14 ungefüllt
bleiben. Beim späteren Verkleben oder Vergießen bzw. Hinterspritzen wird die entsprechende
Öffnung 14 dann geschlossen.
[0114] Darüber hinaus ist es auch möglich, dass einige Öffnungen mit einem elastomeren Profilteil
82 bestückt werden, wie es beispielhaft in Figur 6 dargestellt ist. Die entsprechende
Öffnung 14 im Basisteil 12 entspricht dabei diesem einstückigen Profilteil, dessen
Querschnitt deutlich größer als der eines Borstenbüschels 16 ist. Das Profilteil 82
kann als Massagefortsatz für Zahnfleisch oder dergleichen dienen. Das Profilteil 82
kann entweder schon vorgefertigt sein und dann in die Öffnung montiert werden oder
sofort in/an die Öffnung angespritzt werden.
[0115] In Figur 9 ist eine Vorrichtung zum Herstellen der Bürsten nach dem vorbeschriebenen
Verfahren dargestellt. Diese Vorrichtung ist als ein Werkzeug ausgeführt, z.B. mit
einem rotierenden Tisch 100. Vorzugsweise außerhalb des Werkzeugtischs 100 wird über
die Entnahmevorrichtung 48 und die Transporteinrichtung 18 jedes Borstenbüschel 16
einzeln zu dem Basisteil 12 (hier dem Bürstenkörper 10) verfahren, wobei zuvor der
Bürstenkörper 10 auf das Führungsteil 26 aufgesetzt wird. Ein Magazin mit leeren Führungsteilen
26 kann vorhanden sein und ist zur Steigerung der Übersichtlichkeit hier nicht dargestellt.
[0116] Wie bereits erwähnt, wird in der Zuführstation jedes einzelne Borstenbüschel 16 in
die zugeordnete Öffnung 14 gestopft, indem das seitlich gehaltene Führungsteil 26
in X- und Y-Richtung verfahren wird.
[0117] Das fertig bestückte Basisteil 12 wird dann zu dem Werkzeugtisch 100 verfahren und
an diesem angebracht. Der sich drehende Werkzeugtisch 100 transportiert einen oder
mehrere der Basisteile 12 zu einer Station, in der gemäß Figur 1c Druck- und Gegendruckteil
32, 36 die Büschel ausrichten.
[0118] Danach werden die Büschel rückseitig abgeschnitten mittels des Werkzeugs 70. Dieses
Abschneiden kann in einer darauffolgenden Station oder aber in der Station erfolgen,
in der Druck- und Gegendruckteil 32, 36 erstmals aufgebracht werden.
[0119] Anschließend werden die Borstenbüschel 16 rückseitig befestigt, zum Beispiel unter
Hitzeeinwirkung.
[0120] Schließlich wird das Deckelteil 40 aufgespritzt. Die fertigen Bürsten werden entnommen
und beispielsweise gestapelt. Der Transport der Führungsteile 26 in die erste Station
ist nicht explizit gezeigt.
[0121] Zu betonen ist in diesem Zusammenhang, dass anstelle des bereits an den Bürstenkörper
10 angeformten Basisteil 12 auch ein plattenförmiges Basisteil verwendet werden kann,
welches sämtliche Stationen durchläuft, bevor es am Bürstenkörper 10 befestigt wird,
beispielsweise durch Umspritzen.
[0122] In den Figuren 10 bis 13 ist ein Spritzgusswerkzeug dargestellt, welches als weitere
Station in einer mehrere Stationen umfassenden Vorrichtung zum Herstellen von Bürsten
eingesetzt werden kann.
[0123] Das Spritzgusswerkzeug ist in Figur 10 stilisiert dargestellt und umfasst eine mehrteilige
untere Formhälfte 140 sowie eine obere Formhälfte 142, die jeweils Kavitäten haben,
die im geschlossenen Zustand des Werkzeugs ineinander übergehen und einen auszuspritzenden
Hohlraum bilden. Die untere Formhälfte 140 umfasst wenigstens zwei Teile, nämlich
ein erstes Formteil 144, das in den Figuren 11 und 13 detaillierter dargestellt ist,
und ein zweites Formteil 146. Die Formteile 140, 142 umfassen mehrere nebeneinander
angeordnete Kavitäten 156.
[0124] Das erste Formteil 144 hat im Bereich jeder Kavität 146 eine Öffnung 148, die von
der Kavität 146 ausgeht und die zur Aufnahme der Borstenbüschel 16 eines Basisteils
14 dient. Der Rand 150, der vertieft liegt und Teil der Kavität 146 ist, umgibt die
jeweilige Öffnung 148. Dieser Rand 150 dient als Auflage- und Abstützfläche für das
beborstete Basisteil 12. Neben dem Rand 150 hat die Kavität 146 auch noch einen Halsabschnitt
152 als Übergang zwischen Bürstenkopf und Bürstenstiel.
[0125] Dieser Halsabschnitt 152 geht, wie Figur 10 zeigt, in den den Stiel der Bürste definierenden
oder aufnehmenden Abschnitt 156 der Kavität im zweiten Formteil 146 über.
[0126] Gemäß der bevorzugten Ausführungsform ist nur eine Öffnung 148 zur Aufnahme sämtlicher
Borstenbüschel 16 eines Basisteils 12 vorgesehen. Dies macht die Herstellung des ersten
Formteils 144 besonders kostengünstig.
[0127] Die Öffnung 148 ist entweder als komplette Durchgangsöffnung ausgeführt oder als
Sackloch. In jedem Fall muss gewährleistet sein, dass die Öffnung 148 tief genug ist,
damit die vorderseitigen Enden der Borstenbüschel 16 nicht aus der Öffnung herausragen
und an einem angrenzenden Teil wie dem Boden der Aussparung 160 im zweiten Formteil
146 oder am Boden einer sacklochartigen Öffnung 148 anstehen. Die Borstenbüschel 16
ragen somit frei nach unten.
[0128] Die rückseitig noch nicht umspritzten Basisteile 12 bilden gemäß der bevorzugten
Ausführungsform Kopf und Stiel der Bürste. Es ist dabei möglich, dass im Kopf ein
beborstetes Teil vorhanden ist, das anschließend unter Ausbildung des Stiels umspritzt
wird. Gemäß der bevorzugten Ausführungsform sind jedoch Kopf und Stiel einstückig,
und der Kopf hat die Öffnungen 14 zur Aufnahme der Borstenbüschel 16.
[0129] Beispielsweise ist das beborstete Basisteil 12 mit den Verfahrensschritten gemäß
den Figuren 1a bis 1g hergestellt und wird in einem anschließenden Verfahrensschritt
vom Führungsteil 26 gelöst. Das Führungsteil 26 wandert somit nicht zusammen mit dem
beborsteten Basisteil 12 zur Spritzgussstation.
[0130] Entweder wird das beborstete Basisteil 12 dann maschinell oder per Hand zum ersten
Formteil 144 transportiert und dort in die Öffnungen 148 eingesetzt, oder es ist ein
Zwischenlager zwischen Beborstungsstation und Spritzgussstation vorgesehen, in dem
beborstete Basisteile 12 zwischengelagert werden.
[0131] Das Basisteil 12 liegt nach dem Einsetzen in das Spitzgusswerkzeug in den Kavitäten
146, 156. Anschließend wird die obere Formhälfte 142 nach unten gefahren, um das Spritzgusswerkzeug
zu schließen.
[0132] In Figur 12 ist das eingelegte Basisteil 12 zu erkennen, wobei zur Vereinfachung
das Basisteil 12 nur zeichnerisch dargestellt im Halsbereich abgeschnitten ist.
[0133] In Figur 12 sind auch die rückseitigen miteinander verschweißten Borstenbüschel 16
gezeigt. Das Basisteil 12 hat rückseitig eine muldenartige Vertiefung, die bei geschlossenem
Spritzgusswerkzeug durch flüssigen Kunststoff ausgefüllt wird.
[0134] Der eingespritzte Kunststoff schließt den Bürstenkopf auf der Rückseite. Darüber
hinaus können in diesem oder in einem anderen Verfahrensschritt auch Abschnitte zum
Beispiel des Stiels mit einer zweiten Komponente umspritzt oder angespritzt werden.
Wie bereits erläutert könnte nämlich das Basisteil 12 auch nur aus dem Bürstenkopf
oder einem Teil des Bürstenkopfes bestehen, und im Spritzgusswerkzeug würde dann die
übrigen Teilbereiche angespritzt werden
[0135] Beim Spritzen stützt sich das Basisteil 12 nur am Rand der Öffnung 148 ab. Auch die
Borstenbüschel 16 sind nicht abgestützt. Dies vereinfacht das Spritzgusswerkzeug erheblich.
Gemäß der bevorzugten Ausführungsform liegt - das Basisteil 12 mit seinem Rand geschlossen
umlaufend am ebenfalls geschlossen umlaufenden Rand 150 der Öffnung 148 an, sodass
eine Abdichtwirkung erzielt wird.
[0136] Nach dem Öffnen des Spritzgusswerkzeugs wird das erste Formteil 144 mit dem Bürstenkörper
dem Spritzgusswerkzeug entnommen und entweder zu einer weiteren Spritzgussstation
transportiert oder als fertige Bürsten einem Lager zugeführt.
[0137] Da keine mit beborsteten Basisteilen 12 versehenen Lochplatten die Basisteile 12
von der Beborstungsstation in die Spritzgussstation befördern, können diese beiden
Stationen oder Maschinen voneinander entkoppelt arbeiten. Stillstandszeiten der einen
Maschine führen nicht zum Stillstand der anderen.
[0138] Alternativ hierzu wäre es gemäß Figur 14 auch möglich, von einem Boden der Öffnung
148 ausgehende oder von dem zweiten Formteil 140 im Bereich der Aussparung 160 ausgehende
nach oben in die Öffnung in Richtung Basisteil 12 ragende Abstützfortsätze 170 vorzusehen.
Die Abstützfortsätze 170 sind lineare oder, wie dargestellt, punktuelle Abstützstellen
und laufen vorzugsweise zum Basisteil 12 konisch zu, um sich zwischen Borsten schieben
zu können. Auch bei dieser Ausführungsform gibt es jedoch keine am oberen Rand 150
ausgehende, brückenartige Abstützung, die zwischen den Borstenbüscheln 16 verläuft
und der Abstützung dient.
[0139] Wie bei allen anderen Ausführungsformen ist die Öffnung 148 so groß, dass alle oder
zumindest mehrere Borstenbüschel 16 in die gemeinsame bzw. eine gemeinsame Öffnung
ragen.
[0140] Bei den Ausführungsformen der erfindungsgemäß hergestellten Zahnbürsten nach den
Figuren 15 bis 17 sind zusätzlich zu den Borstenbüscheln 16 auch noch ein oder mehrere
weichelastische Elemente 180 zur Reinigung der Zähne und zur Massage des Zahnfleisches
am Bürstenkopf vorgesehen. Diese weichelastischen, vom Bürstenkopf abstehenden Elemente
180 werden jedoch nicht gestopft, sondern an das Basisteil 12 angespritzt, vorzugsweise
vor dem Stopfen. Das oder die Elemente 180 erstrecken sich neben den Borstenbüscheln
16 nach vorne und stehen vom Basisteil 12 ab.
[0141] Diese weichelastischen Elemente 180 können am Rand des Bürstenkopfes positioniert
sein und abstehen oder auch im Borstenfeld liegen (siehe Figur 15), d.h. vom Borstenbüscheln
16 umgeben sein.
[0142] Der Bürstenkörper 10 wird als Mehrkomponenten-Spritzgußteil hergestellt, bei dem
eine Komponente allein oder abschnittsweise das oder die weichelastischen Elemente
180 bildet. Bei der Ausführungsform nach den Figuren 15 und 16 erstreckt sich das
Material des Elements 180 bis in den Griff, wo es eine weiche, griffsicherere Griffrückseite
bildet. Im Verbindungsbereich 182 von Griff und Kopf bildet das weiche Material einen
größeren Abschnitt aus und sorgt für eine Art elastisches Gelenk.
[0143] Die Variante gemäß Figur 17 hat keinen einstückigen Übergang des weichelastischen
Elements 180 mit dem Griff oder dem Verbindungsbereich 182. Die hier aus dem TFE-Material
gebildeten Abschnitte müssen deshalb über separate Anspritzpunkte gespritzt werden.
[0144] Bei den Ausführungsformen nach den Figuren 15 bis 17 ist der Rücken des Kopfes noch
nicht geschlossen dargestellt. Hier muss nach dem Stopfen noch der Kopf auf seiner
Rückseite geschlossen werden, z.B. durch Anspritzen einer weiteren Komponente oder
Anschweißen oder Ankleben eines Deckels.
[0145] Die weichelastischen Elemente sind insbesondere aus thermoplastischem Elastomer (TPE).
[0146] Die Variante mit den weichelastischen Elementen muss nicht auf das Herstellungsverfahren
und eine Vorrichtung mit der Führungsplatte beschränkt sein, wie Figur 18 zeigt. Es
ist auch möglich, diese Zahnbürsten ohne die Führungsplatte 17 herzustellen. In diesem
Fall wird das Verfahren ohne die Führungsplatte 17 mit Umlenkkanälen 19 ausgeführt,
insbesondere wobei zwischen der Transporteinrichtung 18 zur Zuführung von Borstenbüscheln
16 und den Öffnungen im Basisteil 12, d.h. zwischen dem beweglichen Abschnitt der
Transporteinrichtung 18 und der Rückseite des Basisteils 12 ein führungsfreier Spalt
184 vorhanden ist, über den hinweg die Borstenbüschel 16 ohne Führung in das Basisteil
12 eingeschoben werden.
[0147] Die entsprechende, erfindungsgemäße Vorrichtung sieht folglich keine Führungsplatte,
jedoch die anderen zuvor und in den Ansprüchen erwähnten Merkmale (einzeln oder in
Kombination) vor.
1. Verfahren zum Herstellen einer Bürste (10) mittels einer Vorrichtung,
gekennzeichnet durch folgende Schritte:
Sequenzielles, nacheinander einzelnes Entnehmen von Borstenbüscheln (16) aus einem
Borstenvorrat (44), in welchem die Borsten parallel gepackt untergebracht sind,
Transportieren des entnommenen Borstenbüschels (16) mittels einer Transporteinrichtung
(18) zu einem, einen Teil der fertigen Bürste bildenden Basisteil (12), welches Öffnungen
(14) zur Aufnahme von einzelnen Borstenbüscheln (16) hat,
sequenzielles, nacheinander einzelnes Einstoßen des Borstenbüschels (16) in die zugeordnete
Öffnung (14) von der Rückseite des Basisteils (12) aus, wobei zwischen der Transporteinrichtung
(18) und der Rückseite des Basisteils (12) eine Führungsplatte (17) mit Umlenkkanälen
(19) vorgesehen ist, durch die Borstenbüschel (16) in die Öffnung (14) im Basisteil
(12) über einen Stößel (24) gestoßen werden, und
ankerfreies Befestigen der Borstenbüschel (16) am Basisteil (12).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Basisteil (12) für das sequenzielle Einstoßen zumindest in zwei Richtungen verfahren
wird, um die zu befüllende Öffnung (14) auf das einzustoßende Borstenbüschel (16)
auszurichten.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Basisteil (12) unter Verwendung einer frei programmierbaren, wenigstens 2-achsigen
Positioniervorrichtung, insbesondere eines frei programmierbaren, vorzugsweise 2-achsigen
Industrieroboters verfahren wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Borstenbüschel (16) durch einen Büschelabnehmer sequenziell bis in die endgültige
Position transportiert werden, aus der sie axial in die zu befüllende Öffnung (14)
gestoßen werden.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass während des Einstoßens in der Transporteinrichtung (18) ausschließlich axialer Druck
auf das Borstenbüschel (16) ausgeübt wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Vorderseite des Basisteils (12) ein vorrichtungsseitiges Führungsteil (26)
mit Durchgangslöchern (28) vor dem Einstoßen der Borstenbüschel (16) positioniert
wird, wobei die Borstenbüschel (16) über die Öffnungen (14) in die Durchgangslöcher
(28) so weit eingesteckt werden, dass sie vorzugsweise aus dem Führungsteil (26) vorderseitig
herausragen.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zum Befestigen der Borstenbüschel (16) diese rückseitig thermisch verschmolzen und/oder
verklebt und/oder die Enden in eine angespritzte Kunststoffmasse eingebettet werden.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Borstenbüschel (16) rückseitig ankerlos befestigt werden, insbesondere durch
Verschmelzen und/oder Verkleben, dass das bestückte Basisteil (12) aus einer Beborstungsstation
in eine Kavität einer Formhälfte eines Spritzgusswerkzeugs eingelegt wird und dabei
mit seinem Rand am Rand (150) einer von der zugeordneten Kavität (146) ausgehenden
Öffnung (148) aufliegt und die Borstenbüschel (16) in die Öffnung (148) ragen, und
dass rückseitig ein Bürstenabschnitt an das Basisteil (12) angespritzt wird, der die
Borstenbüschel (16) abdeckt.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Basisteil (12) im Bereich der Öffnung (148) beim Spritzen abstützfrei bleibt
oder dass punktuelle oder linienförmige Abstützfortsätze (170) in der Öffnung (148)
zwischen Borsten gegen das Basisteil (12) drücken, um es beim Spritzgießen zu stützen
und/oder dass das Basisteil (12) beim Spritzen nur mit seinem Rand an der Spritzgussform
anliegt und/oder die vorderseitigen Enden der Borstenbüschel (16) in der Spritzgussform
axial unabgestützt sind.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Basisteil (12) abstützplattenfrei von der Beborstungsstation zum Spritzgusswerkzeug
transportiert wird.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsplatte (17) auf die Rückseite des Basisteil (12) aufgesetzt wird und/oder
vor dem Befestigen der Büschel (16) am Basisteil (12) von diesem entfernt wird.
12. Vorrichtung zur Herstellung einer Bürste, insbesondere mit einem Verfahren nach einem
der vorhergehenden Ansprüche, umfassend:
ein Magazin (42) mit einem Borstenvorrat (44), in welchem Borsten parallel gepackt
untergebracht sind, und
eine Entnahmevorrichtung (48) für Borstenbüschel (16) zur Entnahme von Borstenbüschel
(16) seitlich zu ihrer Längserstreckung aus dem Borstenvorrat (44),
eine Transporteinrichtung (18) zum Transport der einzelnen Borstenbüschel (16) zu
einer Stopfstation,
dadurch gekennzeichnet, dass die Entnahmevorrichtung (48) so ausgebildet ist, dass die Borstenbüschel (16) für
eine Bürste sequenziell, nacheinander einzeln aus dem Borstenvorrat (44) entnommen
werden,
dass eine Führungsplatte (17) zwischen der Transporteinrichtung (18) und der Rückseite
des zugeführten Basisteils (12) mit Umlenkkanälen (19), durch die Borstenbüschel (16)
in die Öffnung (14) im Basisteil (12) gestoßen werden, und
ein Stößel (24) vorgesehen ist, über den die Borstenbüschel (16) sequenziell, nacheinander
einzeln von der Rückseite her durch die Führungsplatte (17) hindurch in das Basisteil
(12) eingestoßen werden.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Transporteinrichtung (18) die Büschel (16) längs einer linearen oder kurvenförmigen
Bahn zur Stopfstation verfährt.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass ein vorrichtungsseitiges Führungsteil (26) vorgesehen ist, das zur Vorderseite des
Basisteils (12) zuführbar und zusammen mit dem Basisteil (12) Stationen durchläuft.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Umlenkkanäle und die Öffnungen (14) schräg verlaufen und die Büschel (16) schräg
stehend im Basisteil (12) verankert werden und/oder mehrere aufeinander zu auf eine
gemeinsame Öffnung (14) im Basisteil (12) zu verlaufende Kanäle vorgesehen sind und/oder
dass zumindest ein Umlenkkanal (19) vorgesehen ist, der mehrere Büschel (16) aufnimmt,
um sie zu einem gemeinsamen Büschel zu vereinen, wobei dieser Umlenkkanal (19) vorzugsweise
mehrere nebeneinander liegende Einlässe (21) hat, von denen aus sich die einzelnen
Kanäle zu einem gemeinsamen Umlenkkanal (19') vereinen und/oder dass wenigstens ein
Umlenkkanal (19) einen Einlass (21) hat, dessen Geometrie sich von der des Auslasses
(23) des Umlenkkanals (19) unterscheidet.
1. A method for making a brush (10) by means of an apparatus,
characterized by the following steps:
sequential removal of single bristle tufts (16) one after the other from a bristle
stock (44) in which the bristles are accommodated packed in parallel,
transporting the removed bristle tuft (16) by means of a transport device (18) to
a base member forming a part of the finished brush, which has openings (14) for receiving
individual bristle tufts (16),
sequential thrusting of single bristle tufts (16) one after the other into the associated
opening (14) from the rear side of the base member (12), wherein between the transport
device (18) and the rear side of the base member (12) a guide plate (17) with deflection
channels (19) is provided, through which bristle tufts (16) are thrust into the opening
(14) in the base member (12) by means of a tappet (24), and
anchor-free attachment of the bristle tufts (16) to the base member (12).
2. The method according to claim 1, characterized in that for sequential thrusting the base member (12) is moved in at least two directions,
in order to align the opening (14) to be filled with the bristle tuft (16) to be thrust
in.
3. The method according to claim 2, characterized in that the base member (12) is moved by using a freely programmable, at least dual-axis
positioning device, in particular a freely programmable, preferably dual-axis industrial
robot.
4. The method according to any of the preceding claims, characterized in that by means of a tuft pick-up the bristle tufts (16) are sequentially transported into
the final position, from which they are axially thrust into the opening (14) to be
filled.
5. The method according to any of the preceding claims, characterized in that during thrusting in the transport device (18) exclusively axial pressure is exerted
on the bristle tuft (16).
6. The method according to any of the preceding claims, characterized in that on the front side of the base member (12) an apparatus-side guide member (26) with
through holes (28) is positioned before thrusting in the bristle tufts (16), wherein
via the openings (14) the bristle tufts (16) are put into the through holes (28) to
such an extent that they preferably protrude out of the front side of the guide member
(26).
7. The method according to any of the preceding claims, characterized in that for fixing the bristle tufts (16) the same are thermally fused and/or bonded on the
rear side and/or the ends are embedded into an integrally molded plastic compound.
8. The method according to any of the preceding claims, characterized in that the bristle tufts (16) are fixed on the rear side without anchor, in particular by
fusing and/or bonding such that the loaded base member (12) from a bristling station
is inserted into a cavity of a mold half of an injection molding tool and with its
edge rests on the edge (150) of an opening (148) proceeding from the associated cavity
(146) and the bristle tufts (16) protrude into the opening (148), and that on the
rear side a brush portion, which covers the bristle tufts (16), is injection-molded
to the base member (12).
9. The method according to claim 8, characterized in that during injection molding the base member (12) remains unsupported in the region of
the opening (148) or that punctiform or line-shaped support tabs (170) between bristles
press against the base member (12) in the opening (148), in order to support said
base member during injection molding and/or that during injection molding the base
member (12) rests against the injection mold only with its edge and/or the frontside
ends of the bristle tufts (16) are axially unsupported in the injection mold.
10. The method according to any of claims 7 to 9, characterized in that the base member (12) is transported from the bristling station to the injection molding
tool without any support plates.
11. The method according to any of the preceding claims, characterized in that the guide plate (17) is put onto the rear side of the base member (12) and/or removed
from the base member (12) before fixing the tufts (16) at the same.
12. An apparatus for making a brush, in particular by a method according to any of the
preceding claims, comprising:
a magazine (42) with a bristle stock (44) in which bristles are accommodated packed
in parallel, and
a removal device (48) for bristle tufts (16) for removing bristle tufts (16) from
the bristle stock (44) laterally to their longitudinal extension,
a transport device (18) for transporting the individual bristle tufts (16) to a stuffing
station,
characterized in that the removal device (48) is formed such that single bristle tufts (16) for a brush
are sequentially removed from the bristle stock (44) one after the other,
that a guide plate (17) between the transport device (18) and the rear side of the
supplied base member (12) is provided with deflection channels (19) through which
the bristle tufts (16) are thrust into the opening (14) in the base member (12), and
a tappet (24) is provided, by which single bristle tufts (16) are sequentially thrust
into the base member (12) one after the other from the rear side through the guide
plate (17).
13. The apparatus according to claim 12, characterized in that the transport device (18) moves the tufts (16) along a linear or curve-shaped path
to the stuffing station.
14. The apparatus according to any of claims 12 to 13, characterized in that an apparatus-side guide member (26) is provided which can be supplied to the front
side of the base member (12) and passes through stations together with the base member
(12).
15. The apparatus according to any of claims 12 to 14, characterized in that the deflection channels and the openings (14) extend obliquely and the tufts (16)
are obliquely anchored in the base member (12) and/or several channels converging
towards a common opening (14) in the base member (12) are provided and/or that at
least one deflection channel (19) is provided, which receives several tufts (16),
in order to combine them to a common tuft, wherein this deflection channel (19) preferably
has several inlets (21) located one beside the other, from which the individual channels
combine to form a common deflection channel (19') and/or that at least one deflection
channel (19) has an inlet (21) whose geometry differs from that of the outlet (23)
of the deflection channel (19).
1. Procédé pour la fabrication d'une brosse (10) au moyen d'un dispositif,
caractérisé par les étapes suivantes :
le prélèvement séquentiel de touffes de poils (16) individuelles les unes après les
autres dans une réserve de poils (44) dans laquelle les poils sont logés en paquets
parallèles,
le transport de la touffe de poils prélevée (16) au moyen d'un dispositif de transport
(18) jusqu'à une pièce de base (12) formant une partie de la brosse finie et présentant
des ouvertures (14) pour le logement de touffes de poils (16) individuelles,
l'enfoncement séquentiel de touffes de poils (16) individuelles les unes après les
autres dans l'ouverture associée (14) depuis la face arrière de la pièce de base (12),
une plaque de guidage (17) présentant des canaux de déviation (19) étant prévue entre
le dispositif de transport (18) et la face arrière de la pièce de base (12), à travers
laquelle des touffes de poils (16) sont enfoncées dans l'ouverture (14) dans la pièce
de base (12) par l'intermédiaire d'un poussoir (24), et
la fixation sans ancrage des touffes de poils (16) sur la pièce de base (12).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que pour l'enfoncement séquentiel, la pièce de base (12) est déplacée dans au moins deux
directions afin d'aligner l'ouverture (14) à remplir sur la touffe de poils (16) à
enfoncer.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que la pièce de base (12) est déplacée en utilisant un dispositif de positionnement librement
programmable et présentant au moins deux axes, en particulier un robot industriel
librement programmable et présentant de préférence deux axes.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au moyen d'un élément de prélèvement de touffes, les touffes de poils (16) sont transportées
séquentiellement jusque dans la position définitive à partir de laquelle elles sont
enfoncées axialement dans l'ouverture (14) à remplir.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que pendant l'enfoncement, exclusivement une pression axiale est exercée sur la touffe
de poils (16) dans le dispositif de transport (18).
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un élément de guidage (26) disposé du côté dispositif et pourvu de trous de passage
(28) est positionné sur la face avant de la pièce de base (12) avant l'enfoncement
des touffes de poils (16), les touffes de poils (16) étant enfichées dans les trous
de passage (28) via les ouvertures (14) de préférence aussi loin qu'elles dépassent
du côté avant hors de l'élément de guidage (26).
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que pour la fixation des touffes de poils (16), celles-ci sont fondues par voie thermique
et/ou collées du côté arrière et/ou les extrémités sont noyées dans une masse de matière
plastique surmoulée par injection.
8. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les touffes de poils (16) sont fixées du côté arrière sans ancrage, en particulier
par fusion et/ou collage, en ce que la pièce de base (12) équipée d'un poste d'empoilage est insérée dans une cavité
d'un demi-moule d'un outil de moulage par injection et repose alors avec son bord
sur le bord (150) d'une ouverture (148) partant de la cavité associée (146) et les
touffes de poils (16) font saillie dans l'ouverture (148), et en ce que du côté arrière, un tronçon de brosse recouvrant les touffes de poils (16) est moulé
sur la pièce de base (12) par injection.
9. Procédé selon la revendication 8, caractérisé en ce que dans la zone de l'ouverture (148), la pièce de base (12) reste sans appui lors du
moulage par injection ou en ce que des saillies de support (170) ponctuelles ou linéaires dans l'ouverture (148) appuient
entre des poils contre la pièce de base (12) pour la soutenir lors du moulage par
injection et/ou en ce que lors de l'injection, la pièce de base (12) repose sur le moule de moulage par injection
uniquement avec son bord et/ou les extrémités côté avant des touffes de poils (16)
sont axialement sans support dans le moule de moulage par injection.
10. Procédé selon l'une des revendications 7 à 9, caractérisé en ce que la pièce de base (12) est transportée sans plaque de support du poste d'empoilage
vers l'outil de moulage par injection.
11. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la plaque de guidage (17) est placée sur la face arrière de la pièce de base (12)
et/ou est retirée de la pièce de base (12) avant la fixation des touffes (16) sur
celle-ci.
12. Dispositif pour la fabrication d'une brosse, en particulier par un procédé selon l'une
des revendications précédentes, comprenant :
un magasin (42) présentant une réserve de poils (44) dans laquelle des poils sont
logés en paquets parallèles, et
un dispositif de prélèvement (48) pour touffes de poils (16) pour le prélèvement de
touffes de poils (16) dans la réserve de poils (44) latéralement à leur extension
longitudinale,
un dispositif de transport (18) pour transporter les touffes de poils (16) individuelles
vers un poste de bourrage,
caractérisé en ce que le dispositif de prélèvement (48) est réalisé de telle sorte que les touffes de poils
(16) individuelles pour une brosse sont prélevées séquentiellement les unes après
les autres dans la réserve de poils (44),
en ce qu'il est prévu une plaque de guidage (17) entre le dispositif de transport (18) et la
face arrière de la pièce de base (12) amenée, laquelle présente des canaux de déviation
(19) à travers lesquels des touffes de poils (16) sont enfoncées dans l'ouverture
(14) dans la pièce de base (12), et
un poussoir (24) par l'intermédiaire duquel les touffes de poils (16) individuelles
sont enfoncées séquentiellement les unes après les autres depuis la face arrière à
travers la plaque de guidage (17) dans la pièce de base (12).
13. Dispositif selon la revendication 12, caractérisé en ce que le dispositif de transport (18) déplace les touffes (16) le long d'une trajectoire
linéaire ou incurvée vers le poste de bourrage.
14. Dispositif selon l'une des revendications 12 à 13, caractérisé en ce qu'il est prévu un dispositif de guidage (26) côté dispositif qui est apte à être amené
vers la face avant de la pièce de base (12) et qui parcourt des postes ensemble avec
la pièce de base (12).
15. Dispositif selon l'une des revendications 12 à 14, caractérisé en ce que les canaux de déviation et les ouvertures (14) s'étendent de manière inclinée et
les touffes (16) sont ancrées inclinées dans la pièce de base (12) et/ou en ce qu'il est prévu plusieurs canaux qui convergent vers une ouverture commune (14) dans
la pièce de base (12) et/ou en ce qu'il est prévu au moins un canal de déviation (19) qui reçoit plusieurs touffes (16)
pour les regrouper en une touffe commune, ce canal de déviation (19) présentant de
préférence plusieurs entrées (21) agencées les unes à côté des autres à partir desquelles
les canaux individuels se regroupent en un canal de déviation commun (19') et/ou en ce qu'au moins un canal de déviation (19) présente une entrée (21) dont la géométrie diffère
de celle de la sortie (23) du canal de déviation (19).