Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft das Gebiet der Abdichtung von Fahrbahnen auf einer Tragstruktur.
Stand der Technik
[0002] Auf einer Tragstruktur, insbesondere auf einer Betontragstruktur, aufgebrachte Fahrbahnen
sind häufig anzutreffen, insbesondere als Brücken. Derartige Betontragstrukturen können
durch hohlraumreiche Asphalttragschichten, welche mit Reaktionsharzgemischen vergossen
werden, abgedichtet werden. Als oberste Schicht wird im Strassenbau üblicherweise
eine Deckschicht auf Bitumenbasis aufgebracht. Es stellt sich jedoch hierbei das Problem,
dass ein guter Haftverbund zwischen der Deckschicht und dem Material der Tragstruktur,
insbesondere dem Beton, vorhanden sein muss, was natürlich die Haftungen aller Zwischenschichten
mit umfasst. Insbesondere die Haftung zwischen der mit Reaktionsharzgemisch vergossenen
hohlraumreichen Asphalttragschicht und der bituminösen Deckschicht stellt hierbei
ein, aufgrund der beteiligten Materialien, ein schwierig zu lösendes Problem dar.
Wenn sich bei dem Applizieren des Reaktionsharzgemischs auf der hohlraumreichen Asphalttragschicht
Bereiche formen, wo das Reaktionsharzgemisch grössere zusammenhängende Bereiche auf
der Oberseite der Asphalttragschicht bildet, typischerweise optisch glatte Bereiche
aus dem Reaktionsharzgemisch, ist dies für einen guten Haftverbund nachteilig. Diese
Bereiche führen zu einem mangelhaften Haftverbund zwischen der vergossenen hohlraumreiche
Asphalttragschicht und der bituminöser Deckschicht.
Darstellung der Erfindung
[0003] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, einen Fahrbahnaufbau zur Verfügung
zustellen, welcher einfach und rationell erstellt werden kann und zu einem gutem Haftverbund
zwischen der vergossenen hohlraumreichen Asphalttragschicht und der bituminösen Deckschicht
führt, insbesondere an Stellen, wo das Reaktionsharzgemisch grössere zusammenhängende
Bereiche auf der Oberseite der Asphalttragschicht bildet.
[0004] Überraschenderweise zeigte sich, dass mit einem Verfahren gemäss Anspruch 1, einem
Fahrbahnaufbau gemäss Anspruch 11 und einer Verwendung eines Haftmittels gemäss Anspruch
12 dieses Problem gelöst werden kann. Dieses Verfahren erlaubt es weiter, auf schnelle
und kosteneffiziente Art und Weise eine Fahrbahn auf einer Tragstruktur, insbesondere
auf einer Betontragstruktur, abzudichten.
[0005] Weitere Aspekte der Erfindung sind Gegenstand weiterer unabhängiger Ansprüche. Besonders
bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0006] Die vorliegende Erfindung betrifft in einem ersten Aspekt ein Verfahren zur Herstellung
eines Fahrbahnaufbaus 1 umfassend die Schritte
(i) Aufbringen einer hohlraumreichen Asphalttragschicht 3 auf eine Tragstruktur 2,
insbesondere Aufbringen einer hohlraumreichen Asphalttragschicht 3 auf eine Betonstruktur
2;
(ii) Aufbringen eines Reaktionsharzgemisches 4 auf die hohlraumreiche Asphalttragschicht
3 aus Schritt (i);
(iii) Aufbringen eines Haftmittels 5 auf die hohlraumreiche Asphalttragschicht 3 aus
Schritt (i), wobei es sich bei dem Haftmittel um einen bei Raumtemperatur festen Thermoplast
handelt;
(iv) Aufbringen einer Deckschicht 6 auf Bitumenbasis.
[0007] In einem ersten Schritt (i) wird eine hohlraumreiche Asphalttragschicht 3 auf eine
Tragstruktur 2, insbesondere eine Betonstruktur, aufgebracht.
[0008] Eine derartige Tragstruktur 2 ist vorzugsweise ein Gebilde des Hoch-oder Tiefbaus.
Insbesondere kann dies eine Brücke, eine Galerie, ein Tunnel, eine Auffahr- oder Abfahrrampe
oder ein Parkdeck sein. Als bevorzugtes Beispiel einer derartigen Tragstruktur gilt
eine Brücke. Diese für die Fahrbahn notwenige Tragstruktur ist eine Struktur aus einem
Material, welches eine tragende Funktion aufweisen kann. Insbesondere ist dieses Material
ein Metall oder eine Metalllegierung oder ein Beton, insbesondere ein armierter Beton,
bevorzugt ein Stahlbeton. Als meist bevorzugtes Beispiel einer derartigen Tragstruktur
gilt eine Brücke aus Beton.
[0009] Die hohlraumreiche Asphalttragschicht 3 besteht vorzugsweise aus einem Einkornasphalt
mit hohem Porenvolumen, wobei beispielsweise Asphalte der Klassen 0/16, 0/11 oder
0/5 zum Einsatz kommen können.
[0010] Die hohlraumreiche Asphalttragschicht weist vorzugsweise einen Bindemittelgehalt
von 4,5-7,5 Gew.-% auf.
[0011] Die hohlraumreiche Asphalttragschicht weist vorzugsweise kugel- oder polyederförmigen
Poren auf, welche durch Stege begrenzt werden und ein zusammenhängendes System bilden.
Unter Poren werden im vorliegenden Dokument durch die Herstellung bedingte Hohlräume
in und/oder auf der Oberfläche einer Zusammensetzung verstanden, die mit Luft oder
anderen zusammensetzungsfremden Stoffen ausgefüllt sind. Die Poren können von blossem
Auge erkennbar oder nicht erkennbar sein. Vorzugsweise handelt es sich um offene Poren,
welche mit dem umgebenden Medium in Verbindung stehen.
[0012] Es ist weiter von Vorteil, dass die hohlraumreiche Asphalttragschicht eine Porengrösse
von 0.1 - 5 mm, insbesondere 0.2 - 1 mm und/oder ein Porenvolumen von 5 - 90%, insbesondere
10 - 80%, bevorzugt 20 - 40%, aufweist. Unter Porenvolumen wird im vorliegenden Dokument
der Anteil in Prozent der Gesamtheit der mit Luft oder anderen zusammensetzungsfremden
Stoffen ausgefüllten Hohlräume am Volumen der geschäumten Zusammensetzung verstanden.
Vorzugsweise beträgt die Dicke der hohlraumreichen Asphalttragschicht 1 - 5 cm. Es
kann weiter von Vorteil sein, wenn der Hohlraumgehalt der hohlraumreichen Asphalttragschicht,
gemessen im Marshallkörper bei 120 °C, zwischen 15 und 30 Vol.-% beträgt.
[0013] In einem weiteren Schritt (ii) wird ein Reaktionsharzgemisch 4 auf die hohlraumreiche
Asphalttragschicht 3 aus Schritt (i) aufgebracht. Vorzugsweise erfolgt das Aufbringen
des Reaktionsharzgemischs während die hohlraumreiche Asphalttragschicht 3 eine Temperatur
von 30 °C - 60 °C, insbesondere 30 °C - 40 °C, aufweist.
[0014] Vorzugsweise dringt bei dem Aufbringen das Reaktionsharzgemisch in die hohlraumreiche
Asphalttragschicht 3 ein und führt durch die spätere Aushärtung des Reaktionsharzgemischs
zu einer Abdichtung, insbesondere gegenüber Wasser, der hohlraumreiche Asphalttragschicht
3 und zu einem Haftverbund der hohlraumreichen Asphalttragschicht 3 mit der Tragstruktur
2.
[0015] Das Reaktionsharzgemisch weist eine bei Raumtemperatur fliessfähige Konsistenz auf
und wird typischerweise durch Aufstreichen, Aufsprühen oder Giessen auf die hohlraumreiche
Asphalttragschicht 3 aufgebracht. Es ist zu bemerken, dass hierbei mit dem Term "fliessfähig"
nicht nur flüssige, sondern auch höher viskose honigartige bis pastöse Materialen
bezeichnen werden, deren Form unter dem Einfluss der Erdanziehungskraft angepasst
wird.
[0016] Insbesondere sind dies zweikomponentige Epoxidharzharz-Zusammensetzungen, insbesondere
solche deren eine (d.h. erste) Komponente ein Epoxidharz, insbesondere eine Epoxidharz
auf Basis von Bisphenol-A-Diglycidylether, enthält und die andere (d.h. zweite) Komponente
einen Härter, insbesondere ein Polyamin oder ein Polymercaptan, enthält. Als besonders
bevorzugt gelten Epoxidharz- Zusammensetzungen, welche keine Füllstoffe aufweisen.
Weiterhin vorteilhaft sind die Epoxidharzharz-Zusammensetzungen dünnflüssig, insbesondere
mit einer Viskosität von unter 10'000 mPas, bevorzugt zwischen 10 und 1'000 mPas,
so dass sie in die hohlraumreiche Asphalttragschicht und gegebenenfalls in die Tragstruktur
2 eindringen können. Besonders bevorzugt als zweikomponentige Epoxidharzharz-Zusammensetzungen
gelten dünnflüssige, zweikomponentige Epoxidharzharz-Zusammensetzungen, wie sie unter
den Handelsreihennamen Sikafloor®, Sikagard® oder Sika Ergodur® von Sika Deutschland
GmbH, beziehungsweise Sika Schweiz AG, vertrieben werden.
[0017] Besonders bevorzugt als zweikomponentige Epoxidharzharz-Zusammensetzungen sind flexibilisierte
zweikomponentige Epoxidharzharz-Zusammensetzungen. Dies ist dahingehend von Vorteil,
dass das Reaktionsharzgemisch auch bei hohen mechanischen Belastungen seine Abichtungs-
und Verbundsfunktion ausführen kann.
[0018] In einem weiteren Schritt (iii) wird ein Haftmittel 5 auf die hohlraumreiche Asphalttragschicht
3 aus Schritt (i) aufgebracht.
[0019] Das Aufbringen erfolgt vorzugsweise durch Aufstreuen des Haftmittels in Form von
Pellets.
[0020] Vorzugsweise erfolgt das Aufbringen des Haftmittels derart, dass 0.5 - 1.5 kg/m
3, insbesondere 0.8 - 1.2 kg/m
3, Haftmittel auf die Oberfläche der hohlraumreichen Asphalttragschicht aufgebracht
werden.
[0021] Das Haftmittel ist ein bei Raumtemperatur fester Thermoplast. Unter dem Begriff "Raumtemperatur"
wird eine Temperatur von 23 °C verstanden. Das Haftmittel hat vorzugsweise einen Schmelzpunkt
von über 70°C, insbesondere zwischen 100 °C und 180 °C, bevorzugt zwischen 110 °C
und 140°C. Jegliche Schmelzpunkte von Polymeren werden im diesem Dokument als Erweichungspunkte
(Softening point) gemessen nach der Ring & KugelMethode gemäss DIN ISO 4625 verstanden.
[0022] Das Haftmittel umfasst insbesondere Polyolefine, insbesondere Polyolefine, welche
sich aus der Polymerisation von Ethylen mit einem oder mehreren ungesättigten Monomeren
herstellen lassen. Als derartige ungesättigte Monomere gelten insbesondere diejenigen
Monomere, welche ausgewählt sind aus der Gruppe bestehend aus Propylen, Butylen, Butadien,
Vinylester, insbesondere Vinylacetat, Maleinsäureanhydrid, Acrylsäure, Methacrylsäure,
Acrylsäureester und Methacrylsäureester.
[0023] Besonders bevorzugt handelt es sich um Polyolefine, hergestellt aus der Polymerisation
von Ethylen mit einem oder mehreren ungesättigten Monomeren ausgewählt aus der Gruppe
bestehend aus Vinylester, insbesondere Vinylacetat, Maleinsäureanhydrid, Acrylsäure,
Methacrylsäure, Acrylsäureester und Methacrylsäureester. Vorzugsweise handelt es sich
um Polyolefine, welche einen Schmelzpunkt von über 60°C, insbesondere zwischen 70
°C und 130 °C, aufweisen.
[0024] Es kann weiter vorteilhaft sein, eine Mischung vorgenannter Polyolefine einzusetzen.
Vorzugsweise beträgt der Anteil der Polyolefine 15 - 60 Gew.-%, insbesondere 20 -
40 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des Haftmittels.
[0025] Weiter kann es vorteilhaft sein, wenn das Haftmittel ein chemisches Treibmittel und/oder
ein physikalisches Treibmittel aufweist. Chemische Treibmittel sind vorzugsweise organische
oder anorganische Verbindungen, welche sich unter Einfluss von Temperatur zersetzen,
wobei mindestens eines der Zersetzungsprodukte ein Gas ist. Als physikalische Treibmittel
können beispielsweise Verbindungen eingesetzt werden, welche bei Erhöhung der Temperatur
in den gasförmigen Aggregatszustand übergehen. Vorzugsweise weist das Haftmittel ein
chemisches Treibmittel auf.
[0026] Weiter kann es vorteilhaft sein, wenn das Haftmittel ein Epoxid-Festharz aufweist.
Vorzugsweise beträgt der Anteil des Epoxid-Festharz 1 - 10 Gew.-%, insbesondere 2
- 5 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des Haftmittels.
[0027] Weiter kann es vorteilhaft sein, wenn das Haftmittel mindestens ein Harz aufweist.
Dieses kann ein natürliches Harz oder ein synthetisches Harz sein. Insbesondere sind
derartige Harze mittel- bis höhermolekulare Verbindungen aus den Klassen der Parafin-,
Kohlenwasserstoffharze, Polyolefine, Polyester, Polyether, Polyacrylate oder Aminoharze.
Das Harz weist vorzugsweise einen Schmelzpunkt oder Erweichungspunkt zwischen 60°C
und 140°C auf. In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Harz ein Kohlenwasserstoffharz,
insbesondere ein aliphatisches Kohlenwasserstoffharz. Vorzugsweise handelt es sich
um Harze mit einem mittleren Molekulargewicht von 1000 - 3000 g/mol. Vorzugsweise
beträgt der Anteil der Harze 2-15 Gew.-%, insbesondere 5 -12 Gew.-%, bezogen auf das
Gesamtgewicht des Haftmittels.
[0028] Besonders bevorzugte Haftmittel sind Haftmittel, wie sie unter den Handelsreihennamen
Sikalastic®-827 LT und Sikalastic®-827 HT von Sika Schweiz AG vertrieben werden.
[0029] Vorzugsweise erfolgt in einem weiteren Schritt (v) ein Aufbringen eines anorganischen
Einstreumittels 7 auf die hohlraumreiche Asphalttragschicht 3 aus Schritt (i). Vorzugsweise
wird dieser Schritt anschliessend an dem Schritt (ii) ausgeführt. Vorzugsweise wird
dieser Schritt vor dem Schritt (iii) oder vor dem Schritt (iv), insbesondere vor dem
Schritt (iii), ausgeführt.
[0030] Bei dem anorganischen Einstreumittel 7 handelt es sich insbesondere um Sand, bevorzugt
um Quarzsand. Um einen guten Verbund zwischen Einstreumittel und Reaktionsharzgemisch
zu gewährleisten ist es vorteilhaft, wenn dieses Einstreumittel vor dem Erhärten des
Reaktionsharzgemischs eingestreut wird.
[0031] Es ist bevorzugt, wenn dieses anorganische Einstreumittel eine maximale Korngrösse
von kleiner als 1 mm, insbesondere zwischen 0.1 und 1 mm, bevorzugt zwischen 0.3 und
0.8 mm, aufweist.
[0032] Die Menge derartiger Einstreumittel ist jedoch vorzugsweise so zu bemessen, dass
die Oberfläche der hohlraumreichen Asphalttragschicht nicht vollflächig bedeckt wird.
[0033] Es kann aber auch vorteilhaft sein, wenn das Verfahren keinen Schritt (v) mit einem
Aufbringen eines anorganischen Einstreumittels 7 auf die hohlraumreiche Asphalttragschicht
3 aus Schritt (i) aufweist. Dies ist unter anderem dahingehend von Vorteil, da daraus
eine Erhöhung des Haftverbunds, insbesondere der Bruchlast und der Haftzugfestigkeit,
zwischen der mit einem Reaktionsharzgemisch vergossenen hohlraumreichen Asphalttragschicht
und einer Deckschicht auf Bitumenbasis resultiert.
[0034] In einem weiteren Schritt (iv) wird eine Deckschicht 6 auf Bitumenbasis aufgebracht.
[0035] Diese Deckschicht 6 stellt die Fahrbahn dar, welche in direktem Kontakt mit Fahrzeugen
ist. Die Deckschicht auf Bitumenbasis wird vor der Applikation auf eine Temperatur
von typischerweise 140°C bis 160°C aufgeheizt und vorzugsweise mittels Walze aufgewalzt.
Das Aufbringen der Deckschicht ist dem Fachmann bestens bekannt und wird deshalb hier
nicht weiter erörtert. Neben Bitumen kann die Deckschicht die dem Fachmann bekannten
weiteren möglichen Bestandteile aufweisen. Der Fachmann kennt die Art und Menge der
Bestandteile von Bitumen basierenden Zusammensetzungen, welche für die Erstellung
von Fahrbahnen verwendet werden bestens. Besonders wichtig hierbei ist die Tatsache,
dass die Deckschicht üblicherweise in wesentlichem Umfang mineralische Füllstoffe,
insbesondere Sand oder Splitt, aufweisen.
[0036] Beim Kontaktieren des aufgeschmolzenen Bitumens mit dem Haftmittel 5 schmilzt das
Haftmittel 5 je nach dessen Schmelzpunkt an oder auf. Falls es aufschmilzt, kann dieses
-je nach Art der Thermoplasten- eine weitgehend homogene Haftmittelschicht ausbilden
oder sich auch im Bitumen oberflächennah lösen und eine Haftmittel-enthaltende Grenzphasenschicht
ausbilden. Somit ist es durchaus im Wesen der vorliegenden Erfindung, dass das Haftmittel
nicht eine individuelle Schicht ausbilden muss. Enthält das Haftmittel ein Treibmittel
so führt das Kontaktieren des aufgeschmolzenen Bitumens vorzugsweise zu einem Aktivieren
des Treibmittels.
[0037] Der so hergestellte Fahrbahnaufbau weist den wesentlichen Vorteil auf, dass ein guter
Haftverbund, insbesondere in Bezug auf Bruchlast und Haftzugfestigkeit, zwischen der
mit einem Reaktionsharzgemisch vergossenen hohlraumreichen Asphalttragschicht und
der Deckschicht auf Bitumenbasis gewährleistet ist.
[0038] In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung einen Fahrbahnaufbau herstellt nach
dem vorgehend beschriebenen Verfahren.
[0039] In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung die Verwendung eines Haftmittels,
wie es vorgehend beschrieben wurde, zur Erhöhung des Haftverbunds, insbesondere der
Bruchlast und der Haftzugfestigkeit, zwischen einer mit einem Reaktionsharzgemisch
vergossenen hohlraumreichen Asphalttragschicht auf einer Tragstruktur und einer Deckschicht
auf Bitumenbasis. Die hierfür benötigten Bestandteile, insbesondere das Haftmittel,
Tragstruktur, Reaktionsharzgemisch, Asphalttragschicht und Deckschicht auf Bitumenbasis
sind bereits vorgängig im Detail beschrieben worden.
Figur 1 zeigt ein mögliches Resultat der Schritte (i) und (ii). Das aufgebrachte Reaktionsharzgemisch
4 befindet sich grösstenteils in den Hohlräumen der Asphalttragschicht 3. Auf der
Oberfläche der Asphalttragschicht ist ein zusammenhängender Bereich aus Reaktionsharzgemisch
sichtbar, welcher nach dem Aushärten des Reaktionsharzgemisches zu einem optisch glatten
Bereich auf der Asphalttragschicht führen kann.
Figur 2 zeigt ein mögliches Resultat der Schritte (i) und (ii) wie vorgehend in Figur
1 beschreiben, wobei hier zusätzlich der Schritt (v) ausgeführt wurde.
Figur 3 zeigt ein mögliches Resultat der Schritte (i), (ii), (iii) und (iv). Das aufgebrachte
Haftmittel 5 führt zu einem verbesserten Haftverbund der Asphalttragschicht 3 mit
der Deckschicht 6.
Figur 4 zeigt ein mögliches Resultat der Schritte in der Reihenfolge (i), (v), (ii)
(iii) und (iv). Das aufgebrachte Haftmittel 5 führt zu einem verbesserten Haftverbund
der Asphalttragschicht 3 mit der Deckschicht 6.
Bezugszeichenliste
[0040]
- 1
- Fahrbahnaufbau
- 2
- Tragstruktur, Betontragstruktur
- 3
- hohlraumreichen Asphalttragschicht
- 4
- Reaktionsharzgemisch
- 5
- Haftmittel
- 6
- Deckschicht auf Bitumenbasis
- 7
- Anorganisches Einstreumittel
- 8
- zusammenhängende Bereiche aus Reaktionsharzgemisch auf der Oberseite der Asphalttragschicht
Beispiele
[0041]
Reaktionsharzgemisch (RH): STATIFLEX®-EP (Strabag).
Haftmittel (HM): Sikalastic®-827 LT (in Form von Pellets mit einer Grösse von ca. 2 mm)
[0042] Auf Betonplatten mit einer Fläche von 4400 cm
2 wurde eine hohlraumreiche Asphalttragschicht STATIFLEX® (Strabag) (Hohlraumgehalt
25-30 Volumen-%) mit einer Dicke von ca. 2 cm aufgebracht, danach wurde die noch warme
Asphalttragschicht (30 - 40 °C) mit dem vorgehend genannten Reaktionsharzgemisch (RH)
verfüllt.
[0043] Bei den Betonplatten des Bsp.1 wurde anschliessend Quarzsand 2/5 mm aufgebracht.
36 Stunden später wurde eine Deckschicht auf Bitumenbasis auf die Oberfläche der Asphalttragschicht
umfassend den Quarzsand aufgebracht.
[0044] Bei den Betonplatten des Bsp.2 wurde anschliessend ca. 1 kg/m3 des vorgehend genannten
Haftmittels (HM) gleichmässig aufgebracht. 36 Stunden später wurde eine Deckschicht
auf Bitumenbasis auf die Oberfläche der Asphalttragschicht umfassend das Haftmittel
aufgebracht.
[0045] Bei den Betonplatten des Bsp.3 wurde anschliessend Quarzsand 2/5 mm aufgebracht.
Anschliessend wurde ca. 1 kg/m3 des vorgehend genannten Haftmittels (HM) gleichmässig
aufgebracht. 36 Stunden später wurde eine Deckschicht auf Bitumenbasis auf die Oberfläche
der Asphalttragschicht umfassend den Quarzsand und das Haftmittel aufgebracht.
[0046] Es wurden Bohrkerne d=100mm entnommen und Haftzugversuche durchgeführt. Die in Tabelle
1 aufgeführten Messwerte entsprechen dem Mittelwert von 3 Messwerten.
Tabelle 1, Messwerte
| |
Bruchlast [KN] |
Haftzugfestigkeit [N/mm2] |
Bruchbild |
| Bsp.1 |
0,9 |
0,21 |
Bruch zwischen Asphalttragschicht und Deckschicht |
| Bsp.2 |
2,7 |
0,61 |
Bruch in Deckschicht |
| Bsp.3 |
2,5 |
0,57 |
Bruch in Deckschicht |
1. Verfahren zur Herstellung eines Fahrbahnaufbaus (1) umfassend die Schritte
(i) Aufbringen einer hohlraumreichen Asphalttragschicht (3) auf eine Tragstruktur
(2), insbesondere Aufbringen einer hohlraumreichen Asphalttragschicht (3) auf eine
Betonstruktur (2);
(ii) Aufbringen eines Reaktionsharzgemisches (4) auf die hohlraumreiche Asphalttragschicht
(3) aus Schritt (i);
(iii) Aufbringen eines Haftmittels (5) auf die hohlraumreiche Asphalttragschicht (3)
aus Schritt (i), wobei es sich bei dem Haftmittel um einen bei Raumtemperatur festen
Thermoplast handelt;
(iv) Aufbringen einer Deckschicht (6) auf Bitumenbasis.
2. Verfahren gemäss Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren weiter einen Schritt
(v) Aufbringen eines anorganischen Einstreumittels (7) auf die hohlraumreiche Asphalttragschicht
(3) aus Schritt (i), aufweist, wobei dieser Schritt vorzugsweise anschliessend an
dem Schritt (ii) ausgeführt wird.
3. Verfahren gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die hohlraumreiche Asphalttragschicht (3) ein Porenvolumen von 5 - 90%, insbesondere
10 - 80%, bevorzugt 20 - 40%, aufweist.
4. Verfahren gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Reaktionsharzgemisch (4) um eine zweikomponentige Epoxidharzharz-Zusammensetzungen
handelt.
5. Verfahren gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Haftmittel (5) Polyolefine, hergestellt aus der Polymerisation von Ethylen mit
einem oder mehreren ungesättigten Monomeren ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus
Vinylester, insbesondere Vinylacetat, Maleinsäureanhydrid, Acrylsäure, Methacrylsäure,
Acrylsäureester und Methacrylsäureester, aufweist.
6. Verfahren gemäss Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Polyolefine einen Schmelzpunkt von über 60°C, insbesondere zwischen 70 °C und
130 °C, aufweisen.
7. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil der Polyolefine 15 - 60 Gew.-%, insbesondere 20 - 40 Gew.-%, bezogen auf
das Gesamtgewicht des Haftmittels (5), beträgt.
8. Verfahren gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Haftmittel (5) ein chemisches Treibmittel aufweist.
9. Verfahren gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Haftmittel (5) ein Epoxid-Festharz aufweist.
10. Verfahren gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Haftmittel (5) mindestens ein Kohlenwasserstoffharz aufweist.
11. Fahrbahnaufbau (1) hergestellt nach einem Verfahren gemäss einem der vorhergehenden
Ansprüche.
12. Verwendung eines Haftmittels, wie es als Haftmittel (5) im Verfahren gemäss einem
der Ansprüche 1 - 10 beschrieben ist, zur Erhöhung des Haftverbunds, insbesondere
der Bruchlast und der Haftzugfestigkeit, zwischen einer mit einem Reaktionsharzgemisch
vergossenen hohlraumreichen Asphalttragschicht auf einer Tragstruktur und einer Deckschicht
auf Bitumenbasis.