TECHNISCHES GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die Erfindung betrifft ein LED-Streckensignal für den Schienenverkehr sowie eine
Schnittstelle zum Einbinden des Streckensignals in eine Signalisierungsanlage.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
[0002] Unter dem Begriff "Streckensignal" wird hier ein Lichtsignalgeber verstanden, der
an Bahnstrecken ein optisches Signal ausgibt.
[0003] Unter dem Begriff "Signalisierungsanlage", nachfolgend auch kurz "Signalanlage" genannt,
werden hier Anlagen verstanden, die dazu dienen, von einer externen (d.h. außerhalb
des Streckensignals liegenden) Steuereinheit, z.B. einem Stellwerk, ausgehend drahtlos,
in der Regel aber über sog. Streckenkabel drahtgebunden das Streckensignal anzusteuern,
so dass das Streckensignal ein gewünschtes optisches Signal ausgibt.
[0004] Unter dem Begriff "Kennlinie" wird hier die Strom-Spannungs-Kennlinie des Streckensignals
verstanden.
[0005] Streckensignale, die Glühlampen zur Erzeugung von Lichtsignalen verwenden, sind seit
langem bekannt. Seit einigen Jahren ist es möglich, Leuchten in LED-Technik herzustellen,
die ein Lichtsignal abgeben, das den lichttechnischen Eigenschaften eines klassischen
Glühlampensignals gleichkommt. Die Vorteile der LED-Technik, wie insbesondere deren
im Vergleich zu Glühlampen extrem lange Lebensdauer, sind hinlänglich bekannt. Es
besteht daher der Wunsch, in Streckensignalen die Glühlampen durch LED-Einheiten auszutauschen.
[0006] Es hat sich gezeigt, dass die Ersetzung von Glühlampen durch LED-Einheiten bei Streckensignalen
durchaus nicht trivial ist, da Streckensignale Teil einer komplizierten Steuerungs-
und Signalisierungskette sind und zuverlässig überwacht werden müssen.
[0007] Aus der
EP 1 992 542 B1 ist eine LED-Anordnung für Bahnübergangs-Lichtsignalgeber bekannt, bei der eine zuverlässige
Überwachung der Funktionsfähigkeit der LED-Einheit sichergestellt ist. Solche Anordnungen
können bei der Neuplanung von Lichtsignalanlagen vorteilhaft eingesetzt werden, da
sie es ermöglichen, alle Vorteile der LED-Technik, nicht nur die erhöhte Lebensdauer,
sondern auch den geringeren Stromverbrauch zu nutzen. Zudem besteht bei Bahnübergängen
nicht das typische Problem von Streckensignalen, dass nämlich zwischen einer externen
(d.h. außerhalb des eigentlichen Lichtsignalgebers gelegenen) Steuereinheit, z.B.
einem Stellwerk, und dem Lichtsignalgeber große Entfernungen im Bereich mehrerer Kilometer
liegen, die die Verwendung von Niedervoltspannungen i.d.R. ausschließen, da stellwerkseitig
die Strom- und Spannungsaufnahme des Streckensignals überwacht werden, um Rückschlüsse
auf dessen Funktionstüchtigkeit zu ziehen.
[0008] Bei Streckensignalen der hier in Frage stehenden Art befindet sich typischerweise
in einer externen Steuereinheit, z.B. einem Stellwerk, eine bestimmte Logikeinheit,
die über eine entsprechende Schnittstelle und ein Streckenkabel das Streckensignal
teilweise über mehrere Kilometer hinweg ansteuert, also bei Bedarf ein- und ausschaltet,
aber auch Funktionstests an dem Streckensignal ausführt und insbesondere dessen Strom-Spannungsverhalten
überwacht. Diese Logikeinheiten arbeiten äußerst zuverlässig und sind teilweise viele
Jahre alt, können aber nicht ohne weiteres an das Verhalten moderner LED-Einheiten
angepasst werden.
[0009] Ist eine klassische Glühlampe defekt, fließt durch sie in der Regel kein Strom (es
sei denn, es käme zu einem äußerst ungewöhnlichen Kurzschluss), so dass die Funktionsprüfung
und Überwachung solcher Lampen relativ einfach ist. Bei LED-Einheiten können jedoch
verschiedene unterschiedliche Fehler auftreten, die insbesondere auch dazu führen,
dass Strom durch die LED-Einheit fließt, ohne dass Licht in der gewünschten Weise
erzeugt wird. Die Funktionsüberwachung einer LED-Einheit gestaltet sich daher relativ
komplex. Dennoch besteht aufgrund der Vorteile der LED-Technik der Wunsch, auch bei
Streckensignalen klassische Glühlampen durch LED-Einheiten zu ersetzen, und zwar ohne
die anderen Elemente der teilweise sehr komplexen Signalisierungsanlagen ändern zu
müssen.
[0010] Um bei bestehenden Anlagen die Ersetzung von Glühlampen durch LED-Einheiten möglich
zu machen, schlägt die
DE 199 47 688 A1 allgemein ein LED-Streckensignal gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 vor, bei dem
eine Schnittstelle in Form einer Ansteuereinheit vorgesehen ist, die das Strom-Spannungsverhalten
eines mit einer LED-Einheit versehenen Streckensignals an das Verhalten eines Signals
mit Glühfaden-Signallampe anpassen soll, so dass das LED-Streckensignal gegenüber
den anderen Elementen einer komplexen Signalisierungsanlage das Verhalten eines klassischen
Glühlampen-Streckensignals simulieren kann und in der Anlage keine aufwendigen Änderungen
aufgrund des Ersetzens der Glühlampe durch eine LED-Einheit vorgenommen werden müssen.
[0011] Die
DE 10 2008 025 187 A1 zeigt gegenüber der
DE 199 47 688 A1 konkret verschiedene Möglichkeiten, eine zur Anpassung des Strom-Spannungsverhaltens
eines mit einer LED-Einheit versehenen Streckensignals an das Verhalten eines Signals
mit Glühfaden-Signallampe vorgesehene, nachfolgend kurz als "Kennliniennachbildungseinheit"
bezeichnete Einheit schaltungstechnisch zu realisieren, um das Strom-Spannungsverhalten,
das üblicherweise in Form durch eine Kennlinie beschrieben wird, eines mit einer LED-Einheit
ausgestatteten Streckensignals an das Verhalten eines Signals mit klassischer Glühfaden-Signallampe
anzupassen. Dazu wird zusätzlich zu der LED-Einheit ein weiterer Verbraucher (eine
"Last") vorgesehen, der zwar zur einer Verlustleistung führt, also einen Teil der
dem Streckensignal zugeführten Energie in Wärme umwandelt, dadurch jedoch das Strom-Spannungsverhalten
des Streckensignals an das Verhalten eines der jeweiligen externen Steuereinheit bekannten
Streckensignals anpasst. Dabei wird gemäß der
DE 10 2008 025 187 A1 eine aus verschiedenen Widerständen zusammengestellte Last bevorzugt, da sich damit
ein rein ohmscher Lastcharakter erzeugen und eine gewünschte Kennlinie durch Auswahl
entsprechender Widerstände besonders genau nachbilden lässt.
[0012] Ein bislang ungelöstes Problem bei der Anpassung der Kennlinie eines Streckensignals
betrifft die Tatsache, dass sich die Charakteristika der verwendeten LEDs fortlaufend
ändern und auch die Kunden unterschiedliche, z.B. länderspezifische Vorgaben an die
darzustellende Kennlinie machen. Da Streckensignale höchst sicherheitsrelevant sind,
bedürfen sie einer Zulassung durch die für das jeweilige Schienennetz zuständige,
in der Regel amtliche Zulassungsstelle, wobei die Zulassungskosten regelmäßig erheblich
sind. Zudem gestalten sich Zulassungsverfahren teilweise sehr zeitaufwendig und nehmen
nicht selten mehrere Jahre in Anspruch. Bekannte Streckensignale besitzen nur für
die jeweils beantragte Konfiguration eine Zulassung, was in der Regel dazu führt,
dass der Hersteller nicht immer die jeweils am Markt erhältlichen aktuellen LEDs verwenden
kann, sondern die bei der Zulassung verbauten LEDs vorhalten muss, da LEDs in Entwicklungszyklen
von etwa zwei Jahren ihre Leistungsfähigkeit so deutlich ändern, dass eine Neukonfiguration
der Kennliniennachbildungseinheit und damit ein neues Zulassungsverfahren notwendig
wäre.
OFFENBARUNG DER ERFINDUNG
[0013] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein LED-Streckensignal anzugeben, dessen
Strom-Spannungsverhalten in einfacher Weise an unterschiedliche signalanlagenspezifische
Anforderungen, z.B. unterschiedliche Betriebsspannungen, unterschiedliche Testläufe
etc. angepasst werden kann, ohne dass das speziell angepasste Streckensignal einer
neuen Zulassung bedarf. Auch die Verwendung künftiger neuer LEDs mit geänderten Charakteristika
soll ohne Neuzulassung des LED-Streckensignals ermöglich werden. Der Erfindung liegt
auch die Aufgabe zugrunde, eine Schnittstelle zum Einbinden eines LED-Streckensignals
in eine bestehende Signalanlage anzugeben, die es ermöglicht, unterschiedliche Anforderungen
seitens der bestehenden Signalanlage an das LED-Streckensignal zu erfüllen, ohne bei
Änderung der Anforderungen oder der verwendeten LEDs einer neuen Zulassung zu bedürfen.
[0014] Die Aufgabe wird gelöst von einem Streckensignal mit den Merkmalen des Anspruchs
1 bzw. einer Schnittstelle mit den Merkmalen des Anspruchs 8. Vorteilhafte Ausgestaltungen
und Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0015] Die Erfindung ermöglicht es erstmals, durch Vorsehen eines separaten Konfigurationsspeichers
ein "generisches" Streckensignal zu schaffen und für das Streckensignal als solches
eine eisenbahntechnische Zulassung zu erlangen, was eine erhebliche Zeit- und Kostenersparnis
bedeutet. Die zur Anpassung des Strom-Spannungsverhaltens des LED-Streckensignals
an die Anforderungen einer bestehenden Signalanlage notwendigen Parameter sind in
dem Konfigurationsspeicher hinterlegt, so dass bei Änderungen der Anforderungen an
das kennlinienmäßige Verhalten des Signals nur der Konfigurationsspeicher ausgetauscht
oder die in ihm hinterlegten Daten (Parameter) durch neue ersetzt werden müssen, ohne
dass das gesamte Streckensignal danach einem neuen Zulassungsverfahren unterzogen
werden muss. Bei der Zulassung wird nämlich unter anderem geprüft, ob sichergestellt
ist, dass bei einer Systemdiagnose erkannte Fehler unabhängig von anderen Fehlern
sind, was durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung gewährleistet werden kann.
[0016] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
rein beispielhaften und nicht-beschränkenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels
in Verbindung mit der Zeichnung.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNG
[0017]
- Fig. 1
- ist ein Blockschema eines erfindungsgemäßen Streckensignals, das über eine Schnittstelle
und ein Streckenkabel mit einer Steuereinheit, hier in Form eines Stellwerks, verbunden
ist.
BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSFORMEN
[0018] In der Fig. 1 ist ein Blockschema eines in seiner Gesamtheit mit 10 bezeichneten
LED-Streckensignals für den Schienenverkehr gezeigt, das eine LED-Einheit 12 zur Erzeugung
eines Lichtsignals und eine in ihrer Gesamtheit mit 14 bezeichnete Schnittstelle zur
Einbindung des Streckensignals in eine bestehende Signalanlage gezeigt.
[0019] Die LED-Einheit 12 kann je nach geforderter Lichtstärke und geforderter Lichtstärkeverteilung
aus einer LED oder mehreren LEDs, insbesondere mehreren sogenannten Hochleistungs-LEDs
bestehen, wie z.B. in der
EP 1 992 542 B1 gezeigt. Das in Fig. 1 schematisch dargestellte Schaltsymbol für eine LED soll also
nicht nur für eine einzelne LED stehen, sondern kann auch - je nach Ausgestaltung
des Streckensignals - eine LED-Einheit aus mehreren LEDs repräsentieren, die in Reihe
oder parallel geschaltet sein können.
[0020] Die Schnittstelle 14 umfasst bei diesem Ausführungsbeispiel eine Logikeinheit 16
in Forms eines oder - wie durch den hinter dem Block 16 liegenden zweiten Block angedeutet
- mehrerer Mikrocontroller, CPLD-, FPGA- und/oder ASIC-Baustein(e). In der Logikeinheit
sind Programmanweisungen zur sicheren Ausführung der Steuerung der nachfolgend noch
beschriebenen Einheiten gespeichert.
[0021] Im Lesezugriff der Logikeinheit 16 stehen ein oder, wie angedeutet, mehrere von der
Logikeinheit separierte Konfigurationsspeicher 18, in denen verschiedene Parameter
gespeichert sind, anhand das Strom-Spannungsverhalten des Streckensignals mit der
jeweils verwendeten LED-Einheit 12 an ein gewünschtes Verhalten, in der Regel also
an das einer bestehenden Signalanlage bekannte Verhalten eines durch das LED-Streckensignal
ersetzten Streckensignals mit Glühfadenlampe angepasst und/oder anhand derer andere
vorgegebene Randbedingungen erfüllt werden können. Insbesondere ermöglichen es die
Parameter, das Verhalten des Streckensignals so einzustellen, dass es sich für eine
externe Steuereinheit, z.B. für ein Stellwerk, von der aus das Streckensignal angesteuert
und überwacht wird, wie ein der externen Steuereinheit bekanntes Streckensignal verhält.
[0022] Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel umfasst die Schnittstelle 14 ferner eine
Abschalteinheit 20 zur Abschaltung der LED-Einheit 12, die in Form eines elektronischen
Schalters realisiert sein kann und von der Logikeinheit 16 angesteuert wird.
[0023] Eine Einheit 22 dient zur Strom- und Spannungsversorgung der LED-Einheit 12 und ist
bei diesem Ausführungsbeispiel auch als Kennliniennachbildungseinheit zur Erzeugung
eines für eine bekannte Signallampe, insbesondere eine Signal-Glühlampe spezifischen
Strom- und Spannungsverhaltens ausgebildet, um das anhand der o.g. genannten Parameter
spezifizierte Verhalten z.B. einer Glühlampe nachzubilden. Die Einheit 22 als solche
ist bekannt und kann z.B. ähnlich den in der eingangs erwähnten
DE 10 2008 025 187 A1 beschriebenen Kennliniennachbildungseinheiten ausgebildet sein. Dazu kann sie z.B.
Widerstände oder andere Verbraucher umfassen, um das Stromverbrauchsverhalten zu ersetzender
Signallampen, insbesondere klassischer Signalglühlampen nachzubilden.
[0024] Die dargestellte Schnittstelle 14 umfasst schließlich noch eine Einheit 24 in Form
einer Kombination aus einer LED-Treibereinheit und einer Überwachungseinheit zur Überwachung
der LED-Einheit 12. Logikeinheit 16, Abschalteinheit 20, Kennliniennachbildungseinheit
22 und LED-Treibereinheit bilden zusammen eine Kerneinheit 25 des Strecksignals, die
mit unterschiedlichen Konfigurationsspeichern 18 betrieben werden kann, wobei dann
für unterschiedliche Konfigurationsspeicher 18 vorteilhaft die Kerneinheit 25 nicht
erneut zugelassen werden muss. Dabei werden zwei Konfigurationsspeicher als unterschiedlich
angesehen, wenn sich die in ihnen gespeicherten Konfigurationsdaten (Parameter) voneinander
unterscheiden. Zur Anpassung des Verhaltens des Streckensignals an unterschiedliche
vorgegebene Verhalten kann also sowohl so vorgegangen werden, dass in den Konfigurationsspeicher
neue Parameter eingelesen werden, als auch so, dass ein Konfigurationsspeicher durch
einen anderen ersetzt wird.
[0025] Das LED-Streckensignal 10 ist über ein Streckenkabel 26 mit einer in ihrer Gesamtheit
mit 28 bezeichneten externen Steuerung, z.B. einem Stellwerk, verbunden.
[0026] Die externe Steuerung 28 weist typischerweise eine Logikeinheit 30 und eine steuerungsseitige,
i.d.R. also stellwerkseitige Schnittstelle 32 auf, wobei die Logikeinheit 30 das Streckensignal
10 über die Schnittstelle 32 ansteuert.
[0027] Die Strom- und Spannungsversorgungseinheit 20 kann der Logikeinheit 16 Messwerte
über den über das Streckenkabel 26 fließenden Strom und die angelegte Spannung liefern.
Aus diesen Werten kann die Logikeinheit 16 dann schließen, welcher Betriebsmodus seitens
der externen Steuerung 28 gewünscht ist, z.B. Tagbetrieb, Nachtbetrieb, Dauerbetrieb,
Blinken etc.
[0028] Die Erfindung erlaubt es nun, das Verhalten des Streckensignals 10 ggü. der externen
Steuereinheit 28 in einfacher Weise durch Auslesen eines entsprechenden in dem Konfigurationsspeicher
18 gespeicherten Parametersatzes durch die Logikeinheit 16 so anzupassen, dass sich
das Signal 10 wie ein der Steuereinheit 28 bekanntes Lichtsignal verhält.
[0029] Zu den Parametern, die in dem Konfigurationsspeicher 18 abgelegt und dann zum Betrieb
des Streckensignals in die Logikeinheit 14 eingelesen werden können, zählen insbesondere
- Tag/Nacht-Umschaltparameter, anhand derer aus den von der Strom- und Spannungsversorgungseinheit
20 gelieferten Messwerten des über das Strecken kabel 26 fließenden Stroms und der
angelegten Spannung die Logikeinheit 16 eine Tag/Nachtumschaltung der Lichtstärke
der LED-Einheit 12 durchführen kann;
- Plausibilitätsparametern, anhand derer aus den von der Strom- und Spannungsversorgungseinheit
20 gelieferten Messwerten der über das Strecken kabel 26 angelegten Spannung die Logikeinheit
16 eine Plausibilitätsprüfung der Ansteuerspannung durchführen kann;
- Plausibilitätsparametern, anhand derer aus den von der Strom- und Spannungsversorgungseinheit
20 gelieferten Messwerten des über das Strecken kabel 26 fließenden Stroms die Logikeinheit
16 eine Plausibilitätsprüfung zur Zulässigkeit von Blinken und/oder Daueransteuerung
durchführen kann;
- Simulationsparameter, anhand derer mittels der Kennliniennachbildungseinheit 22 das
von einer externen Steuereinheit 28 wahrgenommene Verhalten des Streckensignals 10
an das Verhalten einer der externen Steuereinheit 28 bekannten Signal-Glühlampe angepasst
werden kann, so dass die externe Steuereinheit ohne Änderung aufgrund des Austauschs
einer bekannten Signal-Glühlampe durch das erfindungsgemäße Streckensignal weiter
Ansteuersignale, Prüfsignale u.dgl. an das Streckensignal senden und dieses überwachen
kann;
- Tag/Nacht-Stromparameter, die bestimmen, welcher Strom der LED-Einheit 12 im Tag-
und welcher Strom der LED-Einheit 12 im Nachtbetrieb über die LED-Treibereinheit 24
zugeführt wird;
- Tag/Nacht Minimal- und Maximal-Parametern, anhand derer eine Stromüberwachung abhängig
vom Tag/Nacht-Modus des der LED-Einheit 12 zugeführten Stroms von der Überwachungseinheit
24 und/oder der Logikeinheit 16 durchgeführt werden kann;
- Tag/Nacht Minimal- und Maximal-Parametern, anhand derer eine Spannungsüberwachung
abhängig vom Tag/Nacht-Modus der an der LED-Einheit 12 abfallenden Spannung durch
die Überwachungseinheit 24 und/oder die Logikeinheit 16 durchgeführt werden kann;
- Fehlerreaktionsparameter zur Festlegung des Fehlerreaktionsverhaltens der Logikeinheit
16;
- Parameter der in der LED-Einheit eingesetzten LED(s), betreffend z.B. das sogenannte
Binning (Klasseneinteilung der LEDs gemäß ihrer Lichtfarbe und Lichtstrom und Flussspannung),
die Lichtfarbe, die Lichtintensität (Lichtstrom, Lichtstärke), die Stromstärke und
Spannung, die Gegenspannung, den Betrachtungswinkel (Abstrahlcharakteristik), die
Lebenszeiten, z.B. L 70% (Zeit, bis die Leuchtintensität auf 70 % des Ausgangswertes
abgefallen ist) und/oder L 50% (Zeit, bis die Leuchtintensität auf 50 % des Ausgangswertes
abgefallen ist).
[0030] Im Betrieb des Streckensignals 10 überwachen die Überwachungseinheit 24 und/oder
die Logikeinheit 16 in an sich bekannter Weise Strom und Spannung der LED-Einheit
12, da es aufgrund der Besonderheiten der LED-Technik für eine zuverlässige, insbesondere
SIL-4-konforme Überwachung der LED-Einheit nicht ausreicht, nur den Strom oder nur
die Spannung zu überwachen.
[0031] Die Überwachungseinheit 24 kann vorteilhaft so ausgebildet sein, dass sie selbständig
oder nach Auslösung durch die Logikeinheit 16 die LED-Einheit 12 auf korrektes Funktionieren
prüft. Sollten dabei Fehler festgestellt werden, kann die Abschalteinheit 20 das Streckensignal
10 zuverlässig abschalten, so dass kein Strom mehr über das Streckenkabel 26 von der
externen Steuerung 28 fließt und die dortige Logikeinheit 30 eine entsprechende Fehlermeldung
generieren kann. Sind, wie angedeutet, wenigstens zwei Logikeinheiten vorgesehen,
so kann eine Einheit die andere überwachen, z.B. dadurch, dass sie ebenfalls von der
Strom- und Spannungsversorgungseinheit 20 Informationen über den über das Strecken
kabel 26 fließenden Strom und die angelegte Spannung erhält, daraus selbständig errechnet,
welcher Betriebsmodus seitens der externen Steuerung 28 gewünscht ist, und den von
ihr errechneten Betriebsmodus mit dem von der Logikeinheit 16 bestimmten Betriebsmodus
vergleicht. Stimmen diese nicht überein, können auf das Vorliegen eines Fehlers geschlossen,
eine entsprechende Fehlermeldung generiert und das Signal mittels der Abschalteinheit
20 abgeschaltet werden.
[0032] Im Rahmen des Erfindungsgedankens sind zahlreiche Abwandlungen und Weiterbildungen
möglich, die sich z.B. auf die Art und Anzahl der in dem oder den Konfigurationsspeicher(n)
hinterlegten Parameter und die verschiedenen Möglichkeiten, das von externen Steuereinheiten
wahrgenommene Verhalten des Streckensignals zu beeinflussen, beziehen. Erfindungswesentlich
ist die Idee, ein "generisches" Streckensignal bzw. eine Schnittstelle für ein solches
Streckensignal vorzusehen, deren Verhalten ggü. externen Steuereinheiten über eine
Änderung der in dem oder den separaten Konfigurationsspeicher(n) hinterlegten und
von der Logikeinheit im Betrieb des Streckensignals verwendeten Parameter an bestimmte,
anwenderseitige Vorgaben angepasst werden kann, ohne nach Anpassung einer Neuzulassung
durch die jeweils zuständigen Zulassungsstellen zu bedürfen.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0033]
- 10
- LED-Streckensignal
- 12
- LED-Einheit
- 14
- Schnittstelle
- 16
- Logikeinheit
- 18
- Konfigurationsspeicher
- 20
- Abschalteinheit
- 22
- Kennliniennachbildungseinheit
- 24
- LED-Treibereinheit
- 25
- Kerneinheit
- 26
- Streckenkabel 26
- 28
- externe (stellwerkseitige) Steuerung
- 30
- (stellwerkseitige) Logikeinheit
- 32
- (stellwerkseitige) Schnittstelle
1. LED-Streckensignal (10) für den Schienenverkehr, umfassend
- eine LED-Einheit (12) zur Erzeugung eines Lichtsignals und
- eine Schnittstelle (14) zum Einbinden des LED-Streckensignals (10) in eine Signalisierungsanlage,
wobei die Schnittstelle eine Kennliniennachbildungseinheit (22) zur Erzeugung eines
bestimmten Strom- und Spannungsverhaltens des LED-Streckensignals (12) umfasst,
dadurch gekennzeichnet, dass die Schnittstelle (14)
- wenigstens eine Logikeinheit (16) und
- wenigstens einen im Lesezugriff der Logikeinheit (16) stehenden separaten Konfigurationsspeicher
(18) umfasst,
- wobei in dem Konfigurationsspeicher (18) Parameter zum Anpassen des Strom-Spannungsverhaltens
des LED-Streckensignals (10) an ein vorgegebenes Strom-Spannungsverhalten gespeichert
sind und
- wobei die Logikeinheit (16) zur Steuerung der Kennliniennachbildungseinheit (22)
anhand der in dem Konfigurationsspeicher (18) gespeicherten Parameter ausgebildet
ist.
2. LED-Streckensignal (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Logikeinheit (16) einen Mikrocontroller, einen CPLD-, einen FPGA- und/oder einen
ASIC-Baustein umfasst.
3. LED-Streckensignal (10) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass in dem Konfigurationsspeicher (18) zumindest einige der folgenden Parameter gespeichert
sind:
- Tag/Nacht-Umschaltparameter,
- Plausibilitätsparameter der Ansteuerspannung,
- Plausibilitätsparameter der Stromversorgung,
- Simulationsparameter einer bekannten Streckensignallampe, insbesondere einer Streckensignal-Glühlampe,
- Tag/Nacht-Parameter für die LED-Versorgung,
- Minimal/Maximalparameter für die LED-Stromüberwachung,
- Minimal/Maximalparameter für die LED-Spannungsüberwachung,
- Fehlerreaktionsparameter zur Festlegung des Fehlerreaktionsverhaltens der Logikeinheit
(16),
- Parameter der in der LED-Einheit (12) eingesetzten LED(s).
4. LED-Streckensignal (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Schnittstelle (14) wenigstens eine der folgenden Einheiten umfasst:
- eine Abschalteinheit (20) zur Abschaltung der LED-Einheit,
- eine Strom- und Spannungsversorgungseinheit (22) zur Versorgung der LED-Einheit
(12),
- eine LED-Treibereinheit (24) zur Ansteuerung der LED-Einheit (12),
- eine Überwachungseinheit (24) zur Überwachung der LED-Einheit (12).
5. LED-Streckensignal (10) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Strom- und Spannungsversorgungseinheit (22) gleichzeitig als Kennliniennachbildungseinheit
(22) ausgebildet ist.
6. LED-Streckensignal (10) nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Logikeinheit (16) zur Steuerung derjenige(n) Einheiten aus der aus Abschalteinheit
(20), Strom- und Spannungsversorgungseinheit (22), LED-Treibereinheit (24) und Überwachungseinheit
(24) bestehenden Gruppe ausgebildet ist, die bei der Schnittstelle (14) vorhanden
sind.
7. LED-Streckensignal (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Logikeinheiten (16) vorgesehen sind, von denen die eine zur Überwachung der
anderen ausgebildet ist.
8. Schnittstelle (14) für ein LED-Streckensignal (10) für den Schienenverkehr, wobei
das LED-Streckensignal eine LED-Einheit (12) zur Erzeugung eines Lichtsignals umfasst,
die mittels der Schnittstelle (14) in eine Signalisierungsanlage eingebunden werden
kann, wobei die Schnittstelle eine Kennliniennachbildungseinheit (22) zur Erzeugung
eines bestimmten Strom- und Spannungsverhaltens des LED-Streckensignals (12) umfasst,
dadurch gekennzeichnet, dass die Schnittstelle (14)
- wenigstens eine Logikeinheit (16) und
- wenigstens einen im Lesezugriff der Logikeinheit (16) stehenden separaten Konfigurationsspeicher
(18) umfasst,
- wobei in dem Konfigurationsspeicher (18) Parameter zum Anpassen des Strom-Spannungsverhaltens
des LED-Streckensignals (10) an ein vorgegebenes Strom-Spannungsverhalten gespeichert
sind und
- wobei die Logikeinheit (16) zur Steuerung der Kennliniennachbildungseinheit (22)
anhand der in dem Konfigurationsspeicher (18) gespeicherten Parameter ausgebildet
ist.
9. Schnittstelle (14) nach Anspruch 8 dadurch gekennzeichnet, dass die Logikeinheit (16) einen Mikrocontroller, einen CPLD-, einen FPGA- und/oder einen
ASIC-Baustein umfasst.
10. Schnittstelle (14) nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, dass in dem Konfigurationsspeicher (18) zumindest einige der folgenden Parameter gespeichert
sind:
- Tag/Nacht-Umschaltparameter,
- Plausibilitätsparameter der Ansteuerspannung,
- Plausibilitätsparameter der Stromversorgung,
- Simulationsparameter einer zu ersetzenden Streckensignallampe, insbesondere einer
Streckensignal-Glühlampe,
- Tag/Nacht-Parameter für die LED-Versorgung,
- Minimal/Maximalparameter für die LED-Stromüberwachung,
- Minimal/Maximalparameter für die LED-Spannungsüberwachung,
- Fehlerreaktionsparameter zur Festlegung des Fehlerreaktionsverhaltens der Logikeinheit
(16),
- Parameter der in der LED-Einheit (12) eingesetzten LED(s).
11. Schnittstelle (14) nach einem der Ansprüche 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass die Schnittstelle wenigstens eine der folgenden Einheiten umfasst:
- eine Abschalteinheit (20) zur Abschaltung der LED-Einheit (12),
- eine Strom- und Spannungsversorgungseinheit (22) zur Versorgung der LED-Einheit
(12),
- eine LED-Treibereinheit (24) zur Ansteuerung der LED-Einheit (12),
- eine Überwachungseinheit (24) zur Überwachung der LED-Einheit (12).
12. Schnittstelle (14) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Strom- und Spannungsversorgungseinheit (22) gleichzeitig als Kennliniennachbildungseinheit
(22) ausgebildet ist
13. Schnittstelle (14) nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Logikeinheit (16) zur Steuerung derjenige(n) Einheiten aus der aus Abschalteinheit
(20), Strom- und Spannungsversorgungseinheit (22), LED-Treibereinheit (24) und Überwachungseinheit
(24) bestehenden Gruppe ausgebildet ist, die bei der Schnittstelle (14) vorhanden
sind.
14. Schnittstelle (14) nach einem der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Logikeinheiten (16) vorgesehen sind, von denen die eine zur Überwachung der
anderen ausgebildet ist.