[0001] Die Erfindung betrifft eine Zweischeibenmaschine zur Oberflächenbearbeitung von vorzugsweise
flachen Werkstücken mit zueinander im Wesentlichen planparallelen Oberflächen, wobei
mindestens eine dieser Oberflächen mittels der Maschine bearbeitet wird. Sie bezieht
sich insbesondere auf eine Zweischeibenmaschine für das Feinschleifen beziehungsweise
Flachhonen, für das Läppen oder für das Polieren zur Erfüllung höchster Anforderungen
an die Güte behandelter Oberflächen.
[0002] Zur Oberflächenbearbeitung bei Werkstücken mit zueinander planparallelen Oberflächen
sind Zweischeibenmaschinen beziehungsweise Zweischeibenfeinschleifmaschinen, Zweischeibenläppmaschinen
oder Zweischeibenpoliermaschinen bekannt. Sie weisen eine untere rotativ getriebene
Arbeitsscheibe und eine darüber angeordnete, ebenfalls rotativ getriebene obere Arbeitsscheibe
auf, wobei die Oberflächen der Arbeitsscheiben, mittels welcher auf mindestens ein
zwischen den Arbeitsscheiben eingefügtes Werkstück eingewirkt wird, einander zugewandt
sind. Von der oder den sich bewegenden Schleifscheiben wird ein Schleifmittel bewegt,
welches auf die jeweilige Oberfläche oder die Oberflächen des mit der Läuferscheibe
bewegten Werkstücks einwirkt. Als Schleifmittel dient eine Mehrzahl von Körnern, wobei
man in diesem Zusammenhang vom "Korn" spricht. Man unterscheidet in diesem Zusammenhang
zwischen dem Feinschleifen beziehungsweise dem Flachhonen, welches mit einem an die
Arbeitsfläche einer Arbeitsscheibe gebundenen Korn erfolgt, und dem Läppen oder Polieren,
bei welchem mit einem ungebundenen Korn gearbeitet wird, das Bestandteil einer zwischen
die Arbeitsscheiben eingebrachten Emulsion ist. Als gebundenes Korn werden häufig
Diamantkorn, CBN-Korn (kubisches Bornitrid), Siliziumkorn oder Korund-Korn eingesetzt,
welches mittels einer Bindung (zum Beispiel in Form eines Kunstharzes oder eines Polymers)
an der Oberfläche beziehungsweise Arbeitsfläche einer jeweiligen Arbeitsscheibe fixiert
wird.
[0003] Darüber hinaus sind Zweischeibenmaschinen mit einer als Teil einer planetenkinematischen
Anordnung zwischen den Arbeitsscheiben bewegbaren Läuferscheibe bekannt geworden.
Das oder die Werkstücke werden zur Bearbeitung in einen oder in jeweils einen Durchbruch
der Läuferscheibe einer solchen planetenkinematischen Anordnung eingefügt. Eine zur
Aufnahme eines oder mehrerer Werkstücke mit einem oder mehreren Durchbrüchen versehene
Läuferscheibe ist dabei beispielsweise an ihrem Außenumfang mit einer Zahnung versehen.
Über diese Verzahnung rollt die flache, sich im Betrieb der Maschine zwischen den
Arbeitsscheiben befindende Läuferscheibe beim Rotieren mindestens einer Arbeitsscheibe
an einem radial inneren Stiftkranz und einem diesen konzentrisch umgebenden radial
äußeren Stiftkranz ab, wobei mindestens einer der Stiftkränze rotiert. Im Allgemeinen,
aber nicht zwingend, rotiert der innere Stiftkranz und der äußere Stiftkranz ist starr
angeordnet. Gegebenenfalls kann aber auch der äußere Stiftkranz angetrieben werden.
[0004] Feinschleifen, Läppen und Polieren sind hochpräzise Arbeitsverfahren, mittels welcher
bei den mit ihrer Hilfe bearbeiteten Werkstücken eine sehr hohe Oberflächengüte, das
heißt eine Welligkeit und Rauigkeit der behandelten Oberfläche eines Werkstücks im
Submillimeterbereich bis hinunter zu wenigen Mikrometern erreicht wird. Dies setzt
jedoch auch eine hohe Präzision bei den Schleifmaschinen und ihren Elementen, insbesondere
betreffend die Oberflächenbeschaffenheit und Steifheit der Arbeitsscheiben sowie deren
möglichst schwingungsfreien Antrieb voraus. Hierzu werden beispielsweise die Maschinenteile,
an welchen die eine jeweilige Arbeitsscheibe treibende Welle gelagert ist, möglichst
starr und massiv ausgebildet.
[0005] Für die konstruktive Ausbildung der Maschinengestelle zu Lagerung der unteren und
der oberen Arbeitsscheibe sind in der Praxis unterschiedliche Ausbildungsformen anzutreffen.
Bekannt geworden sind zu Beispiel Bauformen, bei denen das Maschinengestellt einteilig,
aber im Allgemeinen nicht einstückig, als eine C-förmige Säule ausgebildet ist. Hierbei
werden die obere Arbeitsscheibe und der zugehörige Antrieb durch den oberen Bogen
der C-förmigen Säule getragen, wobei die untere Arbeitsscheibe mit der sie treibenden
Welle an dem unteren Bogen des C-förmigen Maschinengestells gelagert ist, welcher
auch den Antrieb für die untere Arbeitsscheibe aufnimmt. Ferner sind Portalbauformen
bekannt geworden, bei denen ein oberer Teil des Maschinengestells, an welchem der
Antrieb für die obere Arbeitsscheibe festgelegt und die die Arbeitsscheibe treibende
Welle gelagert ist, in der Form eines Portals ausgebildet ist. Ein entsprechendes
Portal, stützt sich dabei gewissermaßen als Überbau auf einem unteren Teil eines Maschinengestells
ab. Im Hinblick auf die angestrebte Reduktion oder weitgehende Vermeidung von insbesondere
vertikalen Schwingungen der Arbeitsscheiben und der sie tragenden Maschinenteile ist
die Gefahr des Entstehens solcher Schwingungen bei Bauformen mit einem C-förmigen
Maschinengestell etwas größer als bei Maschinen in Portalbauweise.
[0006] Eine Zweischeibenmaschine in Portalbauweise wird zum Beispiel durch die
DE 10 2008 007 607 A1 beschrieben. Nach dem Stand der Technik weisen Zweischeibenmaschinen für das Feinschleifen,
Läppen oder Polieren, wie sie beispielsweise durch die vorgenannte Schrift beschrieben
werden, üblicherweise ein metallisches Maschinengestell sowie dieses verkleidende
Elemente aus Metall auf. Durch eine massive Ausbildung mit entsprechend hoher Materialstärke
der betreffenden, im Falle des Maschinengestells beispielsweise häufig aus Grauguss
bestehenden Teile, wird dabei zur Vermeidung von Schwingungen auf eine hohe Bewegungssteifigkeit
hingewirkt. Bekannt ist es ferner, die Steifigkeit mittels einer Verrippung flächiger
Abschnitte zu erhöhen. Sofern aber eine Bearbeitung von Werkstückoberflächen mit einer
Oberflächenrauigkeit bis in den Mikrometerbereich hinein erfolgen soll, reichen unter
Umständen die insoweit getroffenen Maßnahmen nicht aus. Vielmehr sind andere oder
zusätzliche Maßnahmen zur Verringerung beziehungsweise Dämpfung auftretender Schwingungen
zu ergreifen. Bekannt sind außerdem Bauformen, bei welchen das Maschinengestell als
eine Kombination aus Polymer oder Polymeren mit traditioneller Metallbauweise realisiert
ist.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Zweischeibenmaschine zur Oberflächenbearbeitung
durch Feinschleifen, Läppen oder Polieren bereitzustellen, bei welcher durch geeignete
Maßnahmen eine besonders geringe Schwingungsneigung der tragenden beziehungsweise
insbesondere der die Arbeitsscheiben und die sie treibenden Wellen lagernden Maschinenteile
erreicht wird, um hochpräzise Oberfläche mit sehr geringer Unebenheit und Rauigkeit
erzeugen zu können.
[0008] Die Aufgabe wird durch eine Zweischeibenmaschine mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 gelöst. Vorteilhafte Aus- beziehungsweise Weiterbildungen der Erfindung sind durch
die Unteransprüche gegeben.
[0009] Die zur Lösung der Aufgabe vorgeschlagene Zweischeibenmaschine zur Oberflächenbehandlung
weist hinsichtlich ihres grundsätzlichen Aufbaus die üblichen, von Maschinen für das
Feinschleifen, Läppen oder Polieren bekannten Elemente auf. Bestandteile der Maschine
sind demnach ein ein- oder mehrteiliges Maschinengestell, mindestens zwei Antriebe
und zwei durch jeweils einen Antrieb über eine Welle rotativ antreibbare Arbeitsscheiben.
Dabei ist oberhalb einer unteren Arbeitsscheibe, deren Arbeitsfläche in einer im Wesentlichen
horizontalen Ebene angeordnet ist, eine obere Arbeitsscheibe höhenverstellbar angeordnet.
Auch die Arbeitsfläche der oberen Arbeitsscheibe ist in einer horizontalen Ebene angeordnet,
wobei die Arbeitsflächen beider Arbeitsscheiben einander zugewandt und im Wesentlichen
parallel angeordnet sind. Die vorzugsweise kreisrunden Arbeitsscheiben mit vorzugsweise
gleichem Durchmesser sind bezüglich des Mittelpunktes ihrer Querschnittsflächen auf
einer gemeinsamen vertikalen Achse angeordnet.
[0010] Bei der vorgeschlagenen Zweischeibenmaschine ist zwischen den Arbeitsscheiben mindestens
eine Läuferscheibe als Teil einer planetenkinematischen Anordnung bewegbar, wobei
diese mindestens eine Läuferscheibe mindestens einen Durchbruch aufweist, in welchen
ein zu bearbeitendes Werkstück eingefügt wird. Die Maschine ist in dieser Form zur
Oberflächenbearbeitung eines vorzugsweise dünnen Werkstücks mit zwei zueinander planparallelen
Oberflächen ausgelegt. Die Oberflächenbearbeitung durch Feinschleifen, Läppen oder
Polieren erfolgt dadurch, dass durch eine rotierende Arbeitsscheibe ein Schleifmittel
bewegt wird, durch welches die der jeweiligen Arbeitsfläche zugewandte Oberfläche
des planparallelen Werkstücks bearbeitet wird. Dabei ist es möglich, dass nur eine
der Arbeitsscheiben - in diesem Falle vorzugsweise die untere - zur Bearbeitung des
Werkstücks in eine Drehbewegung versetzt wird, wobei dann folglich nur eine Oberfläche
des Werkstücks, nämlich die der betreffenden Arbeitsscheibe zugewandte, bearbeitet
wird. Sofern hierbei eine Bearbeitung des Werkstücks nur mittels der unteren Arbeitsscheibe
erfolgt, wird dennoch auch die obere, höhenverstellbare Arbeitsscheibe an das Werkstück
heranbewegt, so dass dieses für den sich an seiner der unteren Arbeitsscheibe zugewandten
Oberfläche vollziehenden Bearbeitungsprozess durch die obere Arbeitsscheibe mit einem
definierten Druck beaufschlagt wird. Bei gleichzeitiger Rotation der oberen Arbeitsscheibe
werden demgemäß beide zueinander planparallele Oberflächen des Werkstücks durch Feinschleifen,
Läppen oder Polieren bearbeitet.
[0011] Wie bereits ausgeführt, wird durch die Drehbewegung der Arbeitsscheibe oder der Arbeitsscheiben
ein die Oberfläche oder die Oberflächen des Werkstücks bearbeitendes Schleifmittel
bewegt. Sofern das Schleifmittel, das heißt ein entsprechendes Korn (beispielsweise
aus Diamant) an die Arbeitsfläche beziehungsweise die Arbeitsflächen der Arbeitsscheiben
gebunden ist, werden die Oberfläche oder die Oberflächen des Werkstücks durch Feinschleifen
behandelt. Im Gegensatz dazu erfolgt durch ein ungebundenes, als Bestandteil einer
Emulsion zwischen die Arbeitsscheiben eingebrachtes Korn eine Oberflächenbearbeitung
durch Läppen oder Polieren.
[0012] Zur Lösung der Aufgabe einer weitgehenden Vermeidung beziehungsweise deutlichen Verringerung
von Schwingungen, welche das Ergebnis der Oberflächenbearbeitung des Werkstücks negativ
beeinflussen, nämlich insbesondere von Schwingungen in vertikaler Achsrichtung, ist
erfindungsgemäß zumindest ein Teil des Maschinengestells, nämlich zumindest der Teil,
an welchem der Antrieb für die obere Arbeitsscheibe festgelegt und die diese Arbeitsscheibe
treibende Welle gelagert ist, gemeinsam mit mindestens einem diesen Teil des Maschinengestells
unmittelbar oder mittelbar auf dem Boden abstützenden vertikalen Abschnitt als eine
monolithische Einheit aus einem Hartgestein ausgebildet. Der betreffende obere Teil
des Maschinengestells ist dabei aufgrund seiner monolithischen Ausbildung und der
Verwendung von Hartgestein als Material besonders starr und bewegungssteif und wirkt
gleichzeitig schwingungsdämpfend, so dass auch bei höheren Drehzahlen der oberen Arbeitsscheibe
beziehungsweise der sie treibenden Welle nahezu keine Schwingungen auftreten. Hierdurch
wird ein hervorragendes Schleifergebnis (beziehungsweise Läppergebnis) erzielt und
eine extrem hohe Oberflächengüte der bearbeiteten Oberflächen des Werkstücks erreicht.
Dem steht nicht entgegen, dass der aus dem Hartgestein bestehende obere Teil des Maschinengestells
durch metallische Verkleidungsteile oder Teile aus anderen Materialien verkleidet
sein kann, da dies keine schwingungsbedingten Auswirkungen auf den Bearbeitungsprozess
hat.
[0013] Soweit vorstehend, in den weiteren Darstellungen oder in den Patenansprüchen von
einem an einem Teil des Maschinengestells festgelegten Antrieb gesprochen wird, meint
dies, dass der Antrieb seitlich, von oben oder von unten an dem betreffenden Teil
befestigt oder gar von dem betreffenden Maschinenteil beziehungsweise Teil des Maschinengestells
aufgenommen, das heißt zumindest teilweise umgeben oder gar vollständig umschlossen
ist.
[0014] Die bereits erwähnte planetenkinematische Anordnung ist vorzugsweise durch einen
inneren Stiftkranz, einen diesen konzentrisch umgebenden äußeren Stiftkranz und die
schon genannte mindestens eine Läuferscheibe ausgebildet, welche zwischen den Stiftkränzen
angeordnet ist. Dabei weist die Läuferscheibe an ihrem Außenumfang eine Zahnung auf,
über welche sie beim Betrieb der Maschine an den Stiftkränzen abrollt. Zumindest einer
der Stiftkränze, vorzugsweise der innere Stiftkranz, ist, ebenso wie die die Arbeitsscheiben,
rotativ antreibbar. Abweichend hiervon kann die Läuferscheibe unter Beibehaltung des
Prinzips der Planetenkinematik aber auch durch eine Kurvenscheibe angetrieben werden.
Insoweit ist die Erfindung nicht beschränkt auf die zuvor und im Zusammenhang mit
dem Ausführungsbeispiel erläuterte Form der Ausbildung ihrer Planetenkinematik, für
die vielmehr auch andere Realisierungsmöglichkeiten bestehen.
[0015] Ausgehend von dem Ansatz, zumindest einen oberen Teil des Maschinengestells und wenigstens
einen, das heißt, einen oder mehrere diesen oberen Teil unmittelbar oder mittelbar
auf dem Boden abstützende Abschnitte als einen monolithischen Block aus Hartgestein
auszubilden, umfasst die Erfindung zwei grundsätzliche Alternativen.
[0016] Entsprechend einer ersten Alternative ist der obere, von dem monolithischen Block
aus Hartgestein gebildete Teil des Maschinengestells in Form eines Portals gestaltet.
Demgemäß besteht das Portal im Hinblick auf seine gemäß dem Grundprinzip monolithische
Gestaltung mindestens aus zwei vertikalen, den betreffenden Teil des Maschinengestells
auf dem unteren Teil des Maschinengestells und über diesen auf dem Boden abstützenden
säulenartigen Abschnitten aus Hartgestein und einem diese säulenartigen Abschnitte
monolithisch, das heißt einstückig, miteinander verbindenden Joch aus Hartgestein.
Diese monolithische Ausbildung und damit das Fehlen jeglicher Verbindungsteile zwischen
den das Portal ausbildenden Abschnitten und Bereichen führen dabei zu einem besonders
vibrationsarmen Betrieb der erfindungsgemäßen Zweischeibenmaschine für das Feinschleifen,
Läppen oder Polieren.
[0017] Darüber hinaus kann neben dem oberen Teil des Maschinengestells und dem ihn unmittelbar
oder mittelbar auf dem Boden abstützenden Abschnitt auch der untere Teil des Maschinengestells,
an welchem der Antrieb für die untere Arbeitsscheibe festgelegt und die sie treibende
Welle gelagert ist, als eine monolithische Einheit aus Hartgestein ausgebildet. Dies
schließt die Möglichkeit ein, dass das Maschinengestell einstückig und insgesamt als
ein aus einem Hartgestein bestehender monolithischer Block ausgebildet ist, an welchem
sowohl der Antrieb für die obere Arbeitsscheibe und der Antrieb für die untere Arbeitsscheibe
festgelegt als auch die die Arbeitsscheiben treibenden Wellen gelagert sind. Im letztgenannten
Fall sind im Grunde der den oberen Teil des Maschinengestells auf dem Boden abstützende
Abschnitt und der untere Teil des Maschinengestells einander identisch, wobei in diesem
Fall besagter beziehungsweise vorgenannter Abschnitt - nach dem hier zugrunde gelegten
(nachfolgend noch kurz zu erläuternden) Verständnis - den oberen Teil des Maschinengestells
unmittelbar auf dem Boden abstützt. Der den oberen Teil des Maschinengestells auf
dem Boden abstützende Abschnitt ist demnach in diesem Fall durch den unteren Teil
des insgesamt monolithisch, das heißt einstückig ausgebildeten Maschinengestells gebildet.
[0018] Um eine Ausbildungsform mit einem insgesamt monolithisch ausgebildeten Maschinengestell,
also mit einem Maschinengestell, dessen unterer und oberer Teil nicht jeweils für
sich, sondern gemeinsam einstückig ausgebildet sind, handelt es sich auch bei der
zweiten für die erfindungsgemäße Zweischeibenmaschine vorgesehenen Alternative. Diese
wird realisiert, indem das einteilige Maschinengestell in der Form einer C-förmigen
Säule ausgebildet wird. Auch hierbei können gegebenenfalls die aus Hartgestein bestehenden
Teile des Maschinengestells von metallischen oder aus anderen Materialien bestehenden
Verkleidungsteilen umgeben sein.
[0019] Unabhängig von der jeweiligen konkreten Ausbildung handelt es sich jedenfalls bei
der erfindungsgemäßen Zweischeibenmaschine um eine Schleifmaschine mit einer das oder
die zu bearbeitenden Werkstücke in einem oder mehreren Durchbrüchen einer Läuferscheibe
aufnehmenden planetenkinematischen Anordnung und um eine Maschine, bei welcher zwingend
zumindest der obere Teil des Maschinengestells und der oder die diesen am Boden abstützenden
Abschnitte oder gar das gesamte Maschinengestell monolithisch (einstückig) und aus
Hartgestein ausgebildet sind, wobei ersteres auch die Möglichkeit umfasst, dass einerseits
der obere Teil des Maschinengestells und der oder die ihn (in diesem Falle mittelbar,
nämlich über den unteren Teil des Maschinengestells) am Boden abstützenden Abschnitte
und andererseits der untere Maschinenteil einstückig aber voneinander separat ausgebildet
sind. Erfindungsgemäß ist die Schleifmaschine zudem in Portalbauweise oder mit einem
Maschinengestell mit einer C-förmigen, den oberen sowie den unteren Teil des Maschinengestells
in einem monolithischen Block vereinigenden Säule ausgebildet. Eine unmittelbare Abstützung
des oberen Teils des Maschinengestells auf dem Boden ist nach diesem beziehungsweise
nach dem der beanspruchten Zweischeibenmaschine zugrunde liegenden Verständnis dann
gegeben, wenn der den oberen Teil des Maschinengestells abstützende Abschnitt und
der untere Teil des Maschinengestells miteinander identisch sind, also das Maschinengestell
insgesamt eine monolithische, das heißt einstückige, aus einem Hartgestein bestehende
Einheit bildet. Hingegen bildet im Falle einer mittelbaren Abstützung des oberen Teils
des Maschinengestells dessen unterer Teil einen separaten Teil des Maschinengestells
aus.
[0020] Der jeweilige monolithische Block, also zumindest der obere Teil des Maschinengestells
und der oder die einstückig mit diesem ausgebildeten, den oberen Maschinenteil am
Boden abstützenden Abschnitte sind dabei zu einer fugenlosen Einheit vereinigt. Diese
Ausbildung führt im Zusammenhang mit der Verwendung eines Hartgesteins zu einer Konstruktion,
bei der das Maschinengestell - zumindest was seinen oberen Teil anbelangt, vorzugsweise
aber insgesamt - keine kraft- und schwingungsbelasteten Fugen aufweist, welche zu
einem mechanischem Spiel führen würden, das wiederum bei dynamischer Beanspruchung
entsprechende, der Präzision bei der Bearbeitung des oder der Werkstücke abträgliche
Schwingungen verursachen kann. Durch die monolithische Ausbildung entfallen zudem
insbesondere aus Metall bestehende Verbindungsteile und/oder -elemente, zum Beispiel
in Form von Streben, Winkeln, Schrauben oder dergleichen, die andernfalls gewissermaßen
eine Art Bypass für mechanische Schwingungen ausbilden, durch welchen mechanische
Schwingungen von einem Bauteil auf andere Bauteile der Maschine übertragen werden
könnten. Vorzugsweise können darüber hinaus auch die beiden Arbeitsscheiben aus einem
Hartgestein, wie insbesondere Granit bestehen, wodurch dann zusätzlich eine werkzeugdeterminierte
Schwingungsdämpfung gegeben ist.
[0021] Es hat sich in Versuchen gezeigt, dass durch den Einsatz einer planetenkinematischen
Anordnung zwischen den Arbeitsscheiben einer Schleifmaschine stärkere Schwingungen
auftreten als bei Zweischeibenmaschinen, welche ohne eine solche Anordnung arbeiten.
Andererseits ermöglicht die Verwendung einer planetenkinematischen Anordnung, bei
gleichzeitiger Reduktion der beim Schleifen beziehungsweise Polieren auftretenden
Schwingungen durch die erfindungsgemäße Ausbildung einer Zweischeibenmaschine eine
hochpräzise Oberflächenbearbeitung. Im Hinblick darauf hat es sich zwar gezeigt, dass
bei der Festlegung eines Antriebs für eine obere höhenverstellbare Arbeitsscheibe
und bei der Lagerung der zugehörigen Motorwelle in dem Hartgestein erheblich größere
konstruktive Schwierigkeiten zu überwinden sind als bei der Festlegung eines Antriebs
an einem unmittelbar auf dem Boden stehenden (gegebenenfalls flachen) Maschinenbett
aus Hartgestein. Jedoch konnte auch gezeigt werden, dass diese nicht unerheblichen
konstruktiven Schwierigkeiten gelöst werden können und zwar auch bei Maschinen in
Portalbauweise oder mit einem monolithischen C-förmigen Maschinengestell.
[0022] Als Hartgestein zur Ausbildung des monolithischen oberen Teils des Maschinengestells
oder der beiden voneinander separaten, aber für sich jeweils monolithisch ausgebildeten
Teile des Maschinengestells oder aber des gesamten einstückig ausgebildeten Maschinengestells
kommt vorzugsweise insbesondere Granit in Betracht. In diesem Zusammenhang soll eine
Anordnung als einteilig angesehen werden, welche aus mehreren miteinander lösbar verbundenen
Elementen besteht, wohingegen es sich bei einer einstückigen Anordnung vorzugsweise
um eine monolithische Einheit, aber zumindest um eine Einheit aus gegebenenfalls mehreren
miteinander verbundenen, jedoch nicht zerstörungsfrei voneinander lösbaren Elementen
handelt. Die vollkommenste Art der einstückigen Ausbildung ist dabei, wegen des Fehlens
jedweder sich eventuell verwindender Verbindungen sowie jedweder Übergänge zwischen
Elementen, die monolithische Ausbildung, wie sie erfindungsgemäß zumindest für den
oberen Teil des Maschinengestells, darüber hinaus gegebenenfalls auch für den unteren
Teil des Maschinengestells oder gar für das gesamte, dann aus einem Block Hartgesteins
bestehende Maschinengestell gegeben ist.
[0023] Im Hinblick auf einen besonders schwingungs- beziehungsweise vibrationsarmen Betrieb
der Zweischeibenmaschine ist es von besonderem Vorteil, wenn zumindest die Welle der
oberen Arbeitsscheibe durch den zugehörigen Antrieb direkt, das heißt ohne Zwischenschaltung
eines Getriebes oder getriebeähnlicher Elemente, antreibbar ist. Hierdurch ist ein
spielfreier Antrieb gegeben, was zu einer Reduzierung von Schwingungen führt, die
andernfalls entsprechend gedämpft werden müssten. Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung
der Erfindung ist zudem die obere Arbeitsscheibe pendelnd gelagert. Das heißt, die
Arbeitsscheibe beziehungsweise ihre Arbeitsfläche pendelt leicht um ihre grundsätzlich
horizontale Lage herum. Auch hierbei sind die Arbeitsflächen beider Arbeitsscheiben
dem Grunde nach als im Wesentlichen parallel angeordnet anzusehen, da die obere Arbeitsscheibe
nur geringfügig um ihre grundsätzlich horizontale Lage herum pendelt. Dies ist insbesondere
zum Beginn der Bearbeitung eines oder mehrerer Werkstücke vorteilhaft, da die Werkstücke
zu diesem Zeitpunkt ihrer Bearbeitung in manchen Fällen noch nicht exakt zueinander
planparallele Oberflächen beziehungsweise eine durchgängig gleiche Dicke aufweisen.
Dabei ist die Maschine vorzugsweise so konzipiert, dass die obere Arbeitsscheibe bei
fortschreitender Bearbeitung, in deren Verlauf sich eine gleichmäßige Werkstückdicke
einstellt, bezüglich ihrer pendelnden Lagerung arretierbar ist. Demnach wird die obere
Arbeitsscheibe, wenn davon auszugehen ist, dass die Oberflächen des bearbeiteten Werkstücks
zwischenzeitlich grundsätzlich planparallel zueinander sind, in einer vorzugsweise
exakt horizontalen Lage ihrer Arbeitsfläche fixiert, was jedoch selbstverständlich
nicht mit einer Fixierung der Arbeitsscheibe im Hinblick auf deren weiterhin ermöglichte
Drehbewegung verbunden ist. Unabhängig davon handelt es sich, wie betont, bei der
pendelnden Lagerung der oberen Arbeitsscheibe nur um eine mögliche Weiterbildung,
also um ein nicht zwingend vorhandenes Merkmal. Auch eine von vornherein starre Lagerung
der oberen Arbeitsscheibe kommt demnach in Betracht und ist mithin vom Patentanspruch
1 umfasst.
[0024] Die Höhenverstellbarkeit der oberen Arbeitsscheibe wird gemäß einer bevorzugten Ausbildungsform
der vorgeschlagenen Zweischeibenmaschine mittels einer Kugelumlaufspindel realisiert,
welche von einem Torquemotor zur Einstellung der Höhe der oberen Scheibe und des durch
sie auf das Werkstück ausgeübten Drucks angetrieben ist. Die untere Arbeitsscheibe
beziehungsweise deren sie antreibende Welle wird im Hinblick auf das angestrebte Ziel
eines schwingungsbeziehungsweise vibrationsarmen Betriebs der Maschine vorzugsweise
mittels eines Präzisionsaxiallagers oder hydrostatisch gelagert. Entsprechend einer
bevorzugten Ausbildungsform ist die vorgeschlagene Zweischeibenmaschine zudem durch
einen höhenverstellbaren Messtaster zur Bestimmung der Dicke eines bearbeiteten Werkstücks
ergänzt.
[0025] Anhand von Zeichnungen soll nachfolgend ein Ausführungsbeispiel für die zur Lösung
der Aufgabe vorgeschlagene Zweischeibenmaschine erläutert werden. Die Zeichnungen
zeigen im Einzelnen:
- Fig. 1:
- die Vorderansicht einer möglichen Ausbildungsform der Maschine,
- Fig. 2:
- die Maschine gemäß Fig. 1 in einer Seitenansicht,
- Fig. 3:
- Elemente einer mit der Maschine verwendeten planetenkinematischen Anordnung in einer
Draufsicht.
[0026] Die Fig. 1 zeigt eine mögliche Ausbildungsform der zur Lösung der Aufgabe vorgeschlagenen
Zweischeibenmaschine zur Oberflächenbearbeitung durch beispielsweise Feinschleifen.
In der Figur ist die Maschine in einer geschnittenen schematischen Darstellung in
der Vorderansicht gezeigt. Wie aus der Figur erkennbar, besteht die Zweischeibenmaschine
im Wesentlichen aus einem vorliegend zweiteiligen Maschinengestell mit einem oberen
Teil 1 und einem unteren Teil 2, zwei jeweils durch eine Welle 5, 6 getriebenen Arbeitsscheiben
7, 8, nämlich eine über die Welle 6 rotativ getriebene und an dem unteren Teil 2 des
Maschinengestells gelagerte untere Arbeitsscheibe 8 und eine darüber angeordnete,
ebenfalls über eine Welle 5 rotativ getriebene sowie an dem oberen Teil 1 des Maschinengestells
gelagerte obere Arbeitsscheibe 7. Beide Arbeitsscheiben 7, 8, deren Arbeitsflächen
9, 10 einander zugewandt und horizontal angeordnet sind, werden von je einem Antrieb
3, 4 (siehe Fig. 2 bezüglich des Antriebs 3 für die obere Arbeitsscheibe 7) über die
jeweilige Welle 5, 6 rotativ getrieben. Zwischen den Arbeitsscheiben 7, 8, die vorzugsweise
zur Sicherheit durch eine hier aufgrund der Schnittdarstellung nicht zu sehende Schutzhaube
abgedeckt sind, befindet sich eine in der Fig. 1 nur andeutungsweise erkennbare planetenkinematische
Anordnung mit einem inneren Stiftkranz 13 und einem konzentrisch dazu angeordneten
äußeren Stiftkranz 14. Beim Betrieb der Maschine ist zwischen den Stiftkränzen 13,
das heißt in der gleichen horizontalen Ebene, mindestens eine an ihrem Außenumfang
verzahnte, zur Aufnahme mindesten eines mit der Maschine zu bearbeitenden Werkstücks
ausgebildete Läuferscheibe 18 angeordnet (siehe hierzu auch Fig. 3). Beim Betrieb
der Maschine, bei welchem sich zumindest eine der Arbeitsscheiben 7, 8 um eine durch
ihren Mittelpunkt verlaufende vertikale Achse dreht und sich vorzugsweise auch der
zu der vorgenannten vertikalen Achse konzentrisch angeordnete innere Stiftkranz 13
dreht, rollt die Läuferscheibe 18 mit ihrer Zahnung 20 an dem inneren Stiftkranz 13
und an dem äußeren Stiftkranz 14 ab. Hierdurch wird mindestens ein von der Läuferscheibe
18 in einem Durchbruch 19 aufgenommenes, zu bearbeitendes Werkstück mit der Läuferscheibe
18 zwischen den Arbeitsscheiben 7, 8 bewegt.
[0027] Durch die Drehbewegung einer jeweiligen Arbeitsscheibe 7, 8 (im Falle der Bearbeitung
beider planparalleler Oberflächen des Werkstücks drehen sich beide Arbeitsscheiben
7, 8) wird durch die betreffende Arbeitsscheibe 7, 8 ein (hier nicht erkennbares)
Schleifmittel bewegt, bei welchem es sich vorliegend um ein an der Arbeitsfläche 9,
10 der jeweiligen Arbeitsscheibe 7, 8 gebundenes Korn handelt. Von dem mit der Arbeitsscheibe
7, 8 bewegten Korn wird, infolge der gleichzeitig von dem Werkstück ausgeführten Bewegung,
dessen der jeweiligen Arbeitsscheibe 7, 8 zugewandte Oberfläche durch Feinschleifen
bearbeitet. Dem Grundprinzip der vorgeschlagenen Lösung folgend, ist der obere Teil
1 des Maschinengestells, welcher vorliegend in der Form eines Portals mit zwei zueinander
senkrechten, ihn über den unteren Teil des Maschinengestells auf dem Boden abstützenden
säulenförmigen Abschnitten 11, 12 und mit einem diese säulenförmigen Abschnitte 11,
12 monolithisch, das heißt einstückig, verbindenden Joch 15 gestaltet ist, als ein
aus Granit bestehender Monolith ausgebildet. An diesem monolithischen Block aus Hartgestein
sind der Antrieb 3 (in der Fig. nicht zu erkennen, siehe hierzu Fig. 2) für die obere
Arbeitsscheibe 7 festgelegt und die von diesem angetriebene, die Arbeitsscheibe 7
treibende Welle 5 gelagert. Durch die Anordnung an dem monolithischen, im gezeigten
Beispiel aus Granit bestehenden Block und den durch diesen gebildeten sehr starren
und bewegungssteifen oberen Teil 1 des Maschinengestells, werden Vibrationen, wie
sie durch die sich drehende obere Arbeitsscheibe 7 hervorgerufen werden, weitgehend
vermieden beziehungsweise stark gedämpft.
[0028] Im Hinblick auf die Anpassung an die Dicke eines mit der Maschine bearbeiteten Werkstücks
sowie für einen ohne das Ausschwenken der oberen Arbeitsscheibe 7 erfolgenden Wechsel
der Läuferscheibe 18 beziehungsweise der Läuferscheiben mit dem/den Werkstück(en)
ist die obere Arbeitsscheibe 7 höhenverstellbar. Dies wird ausweislich der Figur mittels
einer Kugelumlaufspindel 16 realisiert, die durch einen weiteren hier nicht gezeigten
Antrieb, beispielsweise in Form eines Torquemotors getrieben wird. Die untere Arbeitsscheibe
8 wird mittels des unteren, am unteren Teil 2 des Maschinenteils festgelegten Antriebs
4 über die Welle 6 angetrieben. Die Welle 6 ist dabei vorliegend als eine Hohlwelle
ausgebildet. Durch diese Hohlwelle ist eine weitere Welle 21 geführt, über welche
der innere Stiftkranz 13 als Teil der planetenkinematischen Anordnung mittels eines
weiteren, ebenfalls am unteren Teil 2 des Maschinengestells festgelegten Antriebs
22 angetrieben wird. An diesem unteren Teil ist zudem ein höhenverstellbarer (nicht
im Detail dargestellter) Messtaster 17 angeordnet, mit welchem zu Kontrollzwecken
die Dicke bearbeiteter Werkstücke gemessen wird. Gegebenenfalls kann auch der untere
Teil 2 des Maschinengestells durch einen aus einem Hartgestein bestehenden Monolithen
realisiert sein.
[0029] Zur Anordnung der Teile 1, 2 des Maschinengestells beziehungsweise zur Ausbildung
des Maschinengestells insgesamt ist anzumerken, dass dieses bei den in der Fig. 1
und 2 gezeigten Ausführungsbeispiel zweiteilig mit einem unteren Teil 2 des Maschinengestells
und einem sich auf diesem abstützenden oberen Teil 1 des Maschinengestells ausgebildet
ist, welcher gemeinsam mit den ihn abstützenden säulenartigen Abschnitten (11, 12)
einen monolithischen Block aus Hartgestein bildet. Wie bereits ausgeführt, ist aber
auch eine monolithische Ausbildung des Maschinengestells insgesamt - zum Beispiel
in Form einer C-Säule - grundsätzlich denkbar. Der obere Teil 1 des Maschinengestells
mit der oberen Arbeitsscheibe 7 ragt dabei gewissermaßen vergleichbar einer Laternenpeitsche
oberhalb des unteren Teils 2 des Maschinengestells über die untere Arbeitsscheibe
8. Auch mehrteilige Ausbildungsformen für Maschinengestelle sind denkbar, wobei jedoch
stets der - im Sinne dessen, dass er die obere Arbeitsscheibe 7 trägt - obere Teil
1 des Maschinengestells aus Hartgestein besteht und monolithisch ausgebildet ist.
[0030] Die Fig. 2 zeigt die in der Fig. 1 dargestellte Maschine nochmals in einer Seitenansicht.
Hier sind insbesondere der an dem oberen portalförmigen Teil 1 des Maschinengestells
festgelegte, nämlich seitlich an diesem befestigte Antrieb 3 für die obere Arbeitsscheibe
7 sowie die Kugelumlaufspindel 16 zu erkennen.
[0031] Die Fig. 3 dient lediglich nochmals der Erläuterung des grundsätzlich bekannten Prinzips
einer planetenkinematischen Anordnung. In dieser Fig. ist die sich im Betrieb der
Maschine zwischen den Arbeitsscheiben 7, 8 bewegende Läuferscheibe 18 in einer Draufsicht
zu erkennen. Diese weist, wie ebenfalls gut ersichtlich, einen Durchbruch 19 auf,
in welchen das bezüglich seiner Oberflächen zu bearbeitende Werkstück eingefügt wird.
Die planetenkinematische Anordnung ist gebildet durch die auf ihrem Außenumfang verzahnte
Läuferscheibe 18, den angetriebenen inneren Stiftkranz 13 und den konzentrisch dazu
angeordneten starren äußeren Stiftkranz 14. Je nach Größe und Beschaffenheit des beziehungsweise
der zu bearbeitenden Werkstücke kann die Läuferscheibe 18 auch mehrere Durchbrüche
19 aufweisen und somit gegebenenfalls mehrere Werkstücke aufnehmen. Darüber hinaus
bewegen sich in der Praxis, wie in der Fig. 3 gezeigt, beim Betrieb der Maschine zwischen
den Stiftkränzen 13, 14 vorzugsweise mehrere jeweils ein oder mehrere Werkstücke aufnehmende
Läuferscheiben 18.
Liste der Bezugszeichen
[0032]
- 1
- oberer Teil (des Maschinengestells)
- 2
- unterer Teil (des Maschinengestells)
- 3
- Antrieb (für obere Arbeitsscheibe)
- 4
- Antrieb (für untere Arbeitsscheibe)
- 5
- Welle (für obere Arbeitsscheibe)
- 6
- Welle (für untere Arbeitsscheibe)
- 7
- obere Arbeitsscheibe
- 8
- untere Arbeitsscheibe
- 9, 10
- Arbeitsfläche
- 11, 12
- säulenartiger Abschnitt
- 13
- innerer Stiftkranz
- 14
- äußerer Stiftkranz
- 15
- Joch
- 16
- Kugelumlaufspindel
- 17
- Messtaster
- 18
- Läuferscheibe
- 19
- Durchbruch
- 20
- Zahnung
- 21
- Welle (für inneren Stiftkranz)
- 22
- Antrieb (für inneren Stiftkranz)
1. Zweischeibenmaschine zur Oberflächenbearbeitung durch Feinschleifen, Läppen oder Polieren,
mit einem Maschinengestell, mit mindestens zwei Antrieben (3, 4) und zwei durch jeweils
einen Antrieb (3, 4) über eine Welle (5, 6) rotativ antreibbaren, mit ihren Arbeitsflächen
(9, 10) einander zugewandten Arbeitsscheiben (7, 8), nämlich einer unteren Arbeitsscheibe
(8) und einer höhenverstellbar darüber angeordneten oberen Arbeitsscheibe (7), und
mit mindestens einer zwischen den Arbeitsscheiben (7, 8) als Teil einer planetenkinematischen
Anordnung bewegbaren Läuferscheibe (18) zur Aufnahme mindestens eines Werkstücks mit
zwei zueinander planparallelen, den Arbeitsscheiben (7, 8) zugewandten Oberflächen,
welches für eine, beim Rotieren mindestens einer Arbeitsscheibe (7, 8) durch ein von
dieser Arbeitsscheibe (7, 8) bewegtes Schleifmittel erfolgende Bearbeitung seiner
der betreffenden Arbeitsscheibe (7, 8) zugewandten Oberfläche in einen Durchbruch
(19) der mindestens einen Läuferscheibe (18) einzufügen ist, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein oberer Teil (1) des Maschinengestells, an welchem der Antrieb (3) für
die obere Arbeitsscheibe (7) festgelegt und die diese Arbeitsscheibe (7) treibende
Welle (5) gelagert ist, gemeinsam mit mindestens einem diesen oberen Teil (1) des
Maschinengestells unmittelbar oder mittelbar auf dem Boden abstützenden vertikalen
Abschnitt als eine monolithische Einheit aus einem Hartgestein ausgebildet ist, wobei
der obere Teil (1) des Maschinengestells in Form eines Portals mit mindestens zwei
vertikalen, ihn abstützenden säulenartigen vertikalen Abschnitten (11, 12) und einem
die säulenartigen Abschnitte (11, 12) einstückig miteinander verbindenden Joch (15)
ausgebildet ist oder wobei das Maschinengestell, als eine monolithische C-förmige,
insgesamt aus einem Hartgestein bestehende Säule ausgebildet ist, an welcher sowohl
der Antrieb (3) für die obere Arbeitsscheibe (7) und der Antrieb (4) für die untere
Arbeitsscheibe (8) festgelegt als auch die die Arbeitsscheiben (7, 8) treibenden Wellen
(5, 6) gelagert sind.
2. Zweischeibenmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die planetenkinematische Anordnung gebildet ist durch einen inneren Stiftkranz (13),
einen diesen konzentrisch umgebenden äußeren Stiftkranz (14) und die mindestens eine,
zwischen den Stiftkränzen (13, 14) angeordnete Läuferscheibe (18), welche auf ihrem
Außenumfang eine Zahnung (20) aufweist, über die sie beim Betrieb der Maschine an
den Stiftkränzen (13, 14) abrollt, wobei wenigstens einer der Stiftkränze (13, 14)
rotativ antreibbar ist.
3. Zweischeibenmaschine nach Anspruch 1 oder 2, für das Feinschleifen, dadurch gekennzeichnet, dass das Schleifmittel als mit den Arbeitsscheiben (7, 8) gemeinsam bewegtes, an deren
Arbeitsflächen (9, 10) gebundenes Korn ausgebildet ist.
4. Zweischeibenmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die aus Hartgestein gebildete monolithische Einheit aus Granit besteht.
5. Zweischeibenmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest die Welle (5) der oberen Arbeitsscheibe (7) durch den zugehörigen Antrieb
(3) direkt antreibbar ist.
6. Zweischeibenmaschine nach Anspruch 1 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die obere Arbeitsscheibe (7) pendelnd gelagert ist.
7. Zweischeibenmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die obere Arbeitsscheibe (7) bezüglich ihrer pendelnden Lagerung arretierbar ist.
8. Zweischeibenmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhenverstellbarkeit der oberen Arbeitsscheibe (7) mittels einer von einem Torquemotor
getriebenen Kugelumlaufspindel (16) realisiert ist.
9. Zweischeibenmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle (6) zum Antreiben der unteren Arbeitsscheibe (8) mittels eines Präzisionsaxiallagers
oder hydrostatisch gelagert ist.
10. Zweischeibenmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass diese einen höhenverstellbaren Messtaster (17) zur Bestimmung der Dicke eines bearbeiteten
Werkstücks aufweist.
11. Zweischeibenmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Arbeitsscheiben (7, 8) aus Granit bestehen.