[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur lösbaren Befestigung von rotativen Werkzeugen
oder Werkzeughaltern auf einer Antriebswelle gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Sowohl Druckmaschinen mit integrierten Weiterverarbeitungseinrichtungen, beispielsweise
zur Rillung oder Prägung, als auch Weiterverarbeitungsmaschinen wie beispielsweise
Falzmaschinen, Umschlaganleger, Klebebindeanlagen oder Faltschachtelklebemaschinen,
weisen rotative Werkzeugeinheiten zur Bearbeitung des bogenförmigen Materials auf.
[0003] Aus der
EP 1 574 323 B 1 ist beispielsweise eine Rillvorrichtung für die rotative Rillung von Druckprodukten
bekannt.
[0004] Auch bei der Herstellung hochwertiger Druckprodukte für die Verpackungsindustrie,
beispielsweise Faltschachteln, werden zunächst Bögen breitbahnig in einer Druckmaschine
bedruckt. Auf den Bögen sind jeweils mehrere Nutzen der herzustellenden Faltschachtel
aufgedruckt, die dann in einer Stanze ausgestanzt werden. Die ausgestanzten Faltschachtelzuschnitte
werden anschließend einer Faltschachtelklebemaschine zugeführt und hier zu Faltschachteln
verarbeitet.
[0005] Faltschachtelklebemaschinen zur Herstellung von Faltschachteln aus Faltschachtelzuschnitten
weisen bekanntermaßen zumindest die folgenden Module als Bearbeitungsstationen auf:
- Einen Einleger, der die zu verarbeitenden Zuschnitte mit hoher Geschwindigkeit aus
einem Stapel nacheinander abzieht und einzeln der nachfolgenden ersten Bearbeitungsstation
zuführt,
- Ein Auftragwerk für Klebstoff, üblicherweise Leim, das auf die zu verklebenden Faltlappen
einen Klebstoffstreifen aufträgt und
- Eine Faltstation, in der die mit einem Klebestreifen versehenen Zuschnittteile zur
Herstellung einer Klebeverbindung um 180° umgelegt, also gefaltet werden.
- Im Anschluss an die Faltstation ist üblicherweise eine sogenannte Überleitstation
angeordnet, in der die Schachteln gezählt, markiert und - falls schadhaft - ausgeschleust
werden können.
- Danach folgt eine Pressstation, an deren Anfang ein Schuppenstrom aus gefalteten zuschnitten
gebildet wird, der in der Pressstation für einige Zeit unter Druck gehalten wird,
damit die beiden Zuschnitte an der Klebenaht verbunden werden.
[0006] Die einzelnen Bearbeitungsstationen weisen zum Transport der Faltschachtelzuschnitte
angetriebene Fördermittel auf. Diese bestehen beispielsweise aus jeweils einem oder
mehreren übereinander angeordneten oberen und unteren Förderriemen, wobei der untere
Förderriemen in einer Rollenwange und der obere Förderriemen in einer Rollschiene
geführt ist. Die Förderriemen sind querverstellbar angeordnet und können somit auf
das jeweilige Faltschachtelzuschnittformat eingestellt werden. Die Zuschnitte werden
mit der bedruckten Seite nach unten zwischen dem oberen und unteren Förderriemen transportiert.
[0007] Aus der
US 7,402,129 B2 ist beispielsweise eine solche Faltschachtelklebemaschine bekannt.
[0008] Darüber hinaus weisen Faltschachtelklebemaschinen optional Module zur Rillung, Stanzung
und Prägung, beispielsweise zur Prägung von Braille-Schriften in Pharmaverpackungen,
auf.
[0009] Aus der
US 7,794,379 B2 ist eine Faltschachtelklebemaschine mit einem Modul zur Prägung von Brailleschrift
bekannt.
[0010] Um Faltungen quer zur Transportrichtung der Faltschachtelzuschnitte durchführen zu
können, werden in die Faltschachtelklebemaschine zusätzliche Vorrichtungen eingebaut.
Solche Vorrichtungen sind beispielsweise aus der amerikanischen Patentschrift
US 7,678,035 B2 bekannt. Sie werden zur Herstellung von Faltschachteln mit oder ohne Dreiecklappen,
wie es bei den 4-Punkt-, 6-Punkt-, Faltboden- oder Spezialschachteln üblich ist, eingesetzt.
Bei einer bekannten Vorrichtung dieser Art bestehen die hinteren Faltwerkzeuge aus
unterhalb der Transportebene gelagerten Haken, die mit ihren freien abgekröpften Enden
den zunächst flach liegenden hinteren Steg von unten angreifen und bei Weitertransport
des Zuschnittes diesen überholen, so dass der Steg nach innen umgefaltet wird und
flach auf dem Faltschachtelzuschnitt zu liegen kommt. Ein solches Faltwerkzeug wird
auch Überholhaken genannt.
[0011] Weiterhin weisen Faltschachtelklebemaschinen optional um eine Achse drehbar gelagerte
Aufreißhaken auf. Hierbei handelt es sich um einen schwenkbaren Traghebel, an dessen
Ende ein hakenförmiges Element befestigt ist, mit dem ein vorlaufender Zuschnittsabschnitt
aus der Förderebene hochgelenkt und nach hinten umgelegt werden kann. Eine solche
Vorrichtung ist beispielsweise aus der
US 7,179,216 B2 bekannt.
[0012] Bei all diesen Vorrichtungen ist eine Anpassung des Werkzeugs an das jeweilige zu
bearbeitende Bogenformat oder der Wechsel von Werkzeugen sehr aufwendig. Hierzu ist
notwendig, dass die rotativen Werkzeuge und / oder Werkzeughalter entlang der Antriebswelle
frei verschiebbar sind. Gleichzeitig ist es auch erforderlich, dass die Passung für
die Verbindung Antriebswelle - Werkzeughalter möglichst spielfrei ist, um Bewegungen
des Werkzeugs bzw. Werkzeughalterns auf der Welle zu verhindern. Dies ist insbesondere
wichtig, wenn, wie bei rotativen Brailleprägemodulen, die Antriebswellen mehrmals
pro Sekunde beschleunigt und wieder abgebremst werden. Die Brailleprägemodule weisen
dabei üblicherweise eine Patrize und eine Matrize auf, die jeweils auf Antriebswellen
übereinander angeordnet sind. Zwischen diesen wird die Faltschachtel hindurch geführt
und dabei die Brailleprägung durch Rotation der Patrize und Matrize aufgebracht. Hierzu
ist es wichtig, dass Patrize und Matrize exakt übereinander angeordnet sind, damit
die Erhebungen in der Patrize genau mit den Vertiefungen der Matrize kämmen. Die Werkzeuge
müssen nahezu hundertprozentig synchron arbeiten, andernfalls treffen die Erhebungen
nicht genau in die Vertiefungen, was zu Qualitätsproblemen bei den Brailleprägungen
führt. Um die entsprechenden Einstellungen an den Werkzeugen bzw. Werkzeughaltern
vornehmen zu können, müsste das Spiel zwischen jeweiliger Antriebswelle und komplementärer
Bohrung im Werkzeug bzw. Werkzeughalter auf der ganzen Länge der Antriebswelle gleich
Null sein, was aus Fertigungsgründen sehr aufwendig und kostspielig ist. Daher wird
es üblicherweise immer ein Passungsspiel zwischen den beiden Teilen geben. Da die
Einheit, wie bereits erwähnt, mehrmals pro Sekunde beschleunigt und abgebremst wird,
kommt es an den nicht spielfreien Verbindungen zu rotativen Relativbewegungen zwischen
Werkzeug bzw. Werkzeughalter und jeweiliger Antriebswelle, was zu einem Verschleiß
an den Bohrungen zur Aufnahme der Antriebswelle führt, so dass bei zunehmendem Spiel
die Werkzeuge ausgetauscht werden müssen.
[0013] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist deshalb eine Vorrichtung zu schaffen, bei
der die rotativen Werkzeuge bzw. Werkzeughalter einfach an das jeweilige Bogenformat
als auch an die jeweils durchzuführende Bearbeitung einfach angepasst bzw. gewechselt
werden können. Diese Aufgabe wird gelöst durch die kennzeichnenden Merkmale von Anspruch
1.
[0014] In einer erfindungsgemäßen Ausführungsform weist die Vorrichtung zur lösbaren Befestigung
von rotativen Werkzeugen oder Werkzeughaltern auf einer Antriebswelle deshalb Werkzeuge
oder Werkzeughalter mit einer Nabe mit Bohrung komplementär zur Außenkontur der Antriebswelle
und mindestens eine, einem jeweiligen rotativen Werkzeug oder Werkzeughalter zugeordnete
Klemmvorrichtung auf. Die Bohrung weist mindestens zwei nach innen schräg verlaufende
Nuten auf. Weiterhin ist die Nabe an ihrem einen Ende mit einem Außengewinde versehen.
Dadurch ist es möglich, in den Nuten eine Klemmvorrichtung in Form einer aufschraubbaren
Spannklaue zur Befestigung des rotativen Werkzeuges oder Werkzeughalters auf der Antriebswelle
zu befestigen. Diese Vorrichtung hat den Vorteil, dass das Werkzeug bzw. der Werkzeughalter
zum Einen spielfrei auf der Antriebswelle befestigt werden kann und zum Anderen wiederholt
gelöst und frei auf der Welle verschoben werden kann.
[0015] In einer bevorzugten Ausführungsform besteht die aufschraubbare Spannklaue aus einer
Gewindemutter, in die ein Ring einsetzbar ist, an dessen Außensteg zwei Spannkrallen
angebracht sind. Der Ring weist die gleiche Bohrung auf wie die Nabe der Werkzeuge
bzw. der Werkzeughalter. Der Ring ist über Spannstifte, die in Bohrungen an der Umfangsfläche
der Gewindemutter eingepresst werden, mit der Gewindemutter verbunden. Diese Ausführungsform
hat den Vorteil, dass einerseits über die Gewindeverbindung die Spannkrallen in die
schrägen Nuten der Nabenbohrung eingepresst werden, bis eine spielfreie Verbindung
hergestellt ist, und andererseits die Spannkrallen über die Spannstifte, die den Ring
mitnehmen, wenn die Gewindemutter gelöst wird, eine einfache und sichere Lösung der
Verbindung möglich ist.
[0016] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist die Gewindemutter an ihrer äußeren
Stirnfläche Löcher zum Einsetzen eines Zweilochmutterdrehers auf. Hierdurch ist eine
einfache Bewegung der Gewindemutter möglich.
[0017] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist die Antriebswelle als Formwelle,
z. B. als Polygonwelle, Sechskantwelle oder Vielkeilwelle ausgeführt. Diese Ausführungsform
hat den Vorteil, dass beispielsweise bei Prägewerkzeugen in Form von Patrize und Matrize
der richtige Zusammenbau der beiden miteinander kämmenden Werkzeuge gegenüber einer
Rundwelle erleichtert wird.
[0018] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird die Vorrichtung in entsprechenden
Modulen zur Bearbeitung von bogenförmigen Materialien, die beispielsweise zum Rillen,
Schneiden oder Prägen eingesetzt werden, verwenden. Besonders vorteilhaft erweist
sich dabei die Vorrichtung in Modulen, die zwei Antriebswelle aufweisen und die mit
komplementären Werkzeugen, die zusammenarbeiten, bestückt sind.
[0019] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform wird die Vorrichtung in einem Modul
einer Bogen verarbeitenden Maschine beispielsweise einem Braillemodul, in einer Faltschachtelklebemaschine
verwendet.
[0020] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels für ein Braillemodul
einer Faltschachtelklebemaschine näher erläutert. Dieses Modul in dieser speziellen
Weiterverarbeitungsmaschine soll die Erfindung jedoch nicht auf diesen Verwendungsfall
beschränken. Die Erfindung kann allgemein für die Befestigung von rotativen Werkzeugen
als Welle-Nabe Verbindung verwendet werden.
- Figur 1
- zeigt in einer perspektivischen Darstellung beispielhaft einzelne Bearbeitungsstationen
einer Faltschachtelklebemaschine
- Figuren 2a, 2b
- zeigen ein Bearbeitungsmodul mit Rillwerkzeugen
- Figuren 3a, 3b
- zeigen ein Bearbeitungsmodul mit Prägewerkzeugen
- Figur 4
- zeigt eine erfindungsgemäße Vorrichtung im Schnitt
- Figur 5
- zeigt in einer perspektivischen Darstellung eine erfindungsgemäße Vorrichtung
- Figur 6
- zeigt in einer perspektivischen Darstellung ein Werkzeug für eine erfindungsgemäße
Vorrichtung
- Figur 7
- zeigt in einer perspektivischen Darstellung eine erfindungsgemäße aufschraubbare Spannklaue
- Figuren 8a, 8b
- zeigen in einer perspektivischen Darstellung die wesentlichen Einzelteile der aufschraubbaren
Spannklaue
[0021] Figur 1 zeigt beispielhaft für eine Weiterverarbeitungsmaschine eine Faltschachtelklebemaschine
mit mehreren Bearbeitungsstationen, in denen erfindungsgemäße Werkzeugaufnahmevorrichtungen
eingesetzt werden können.
[0022] Die Faltschachtelklebemaschine beginnt in Figur 1 rechts unten mit einem Einleger
1, der die zu verarbeitenden Zuschnitte mit hoher Geschwindigkeit aus einem Stapel
nacheinander abzieht und einzeln der nachfolgenden Bearbeitungsstation zuführt. Im
Anschluss an den Einleger 1 folgt eine Ausrichtestation 4, in der die Zuschnitte einzeln
gegen einen seitlichen Anschlag ausgerichtet werden. Durch die Ausrichtstation führen
quer positionierbare Maschinenkomponenten in Form von zwei Riemenpaaren, die als Fördermittel
dienen und über Stellantriebe manuell oder automatisch quer positioniert werden können.
[0023] Anschließend folgt ein Vorbrecher 6 und ein erstes Faltmodul 7. Sowohl durch den
Vorbrecher 6 als auch durch das Faltmodul 7 führen quer positionierbare Maschinenkomponenten
in Form von Riemenpaaren als Fördermittel, die abhängig vom Zuschnittstyp mit einem
Stellantrieb quer positioniert werden.
[0024] Auf das Faltmodul 7 folgt eine Drehstation 9. Die Drehstation 9 enthält zum Drehen
der Zuschnitte um eine senkrechte Achse um 90° zwei parallel nebeneinander angeordnete
Förderstrecken, deren Geschwindigkeit getrennt einstellbar ist. Die Zuschnitte liegen
auf beiden Förderstrecken auf, so dass sie bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten
der beiden Förderstrecken gedreht werden. Die beiden Förderstrecken enthalten angetriebene
Rollen als Fördermittel.
[0025] Im Anschluss an die Drehstation 9 folgt eine weitere Ausrichtestation 10, die in
ihrem Aufbau der Ausrichtestation hinter dem Einleger 1 entspricht. Sie enthält somit
wiederum quer positionierbare Maschinenkomponenten in Form von Förderriemenpaaren
als Fördermittel.
[0026] Die nächste Bearbeitungsstation 13 dient dazu, vom Schachteltyp abhängige Bearbeitungsvorgänge
durchzuführen; beispielsweise werden weitere Rilllinien vorgebrochen oder Sonderfaltungen
durchgeführt. Auch durch die Bearbeitungsstation 13 führen Riemenpaare als Förderelemente,
die mit Stellantrieben quer positioniert werden können.
[0027] Anschließend folgt eine Faltstation 14, in der vorher mit einer Klebenaht versehene
Zuschnittteile um 180° umgefaltet werden. Die Faltstation 14 enthält Riemenpaare als
Förderelemente und ein Klebstoffauftragwerk, die mittels Stellantrieben in ihre vom
Zuschnittstyp abhängige Querposition bewegt werden können. Anschließend folgt eine
Überleitstation 15, von der die gefalteten, mit noch nicht abgebundenen Klebenähten
versehenen Zuschnitte in allen Teilen exakt ausgerichtet der nachfolgenden Sammel-
und Presseinrichtung 16 zugeführt werden. In der Sammel- und Presseinrichtung 16 wird
zunächst ein Schuppenstrom aus gefalteten Zuschnitten gebildet, der anschließend zwischen
fördernden Pressbändern für einige Zeit unter Druck gehalten wird, damit die Klebenähte
abbinden. Die Überleitstation enthält ebenfalls Riemenpaare, die mittels Stellantrieben
querverstellt werden können.
[0028] In den Figuren 2a und 2b ist ein Modul zum synchronen Rillen mit Rillwerkzeugen dargestellt.
Das Modul weist eine rechte Gestellwand 20 und eine linke Gestellwand 21 auf, die
durch Quertraversen 22, 23, 24 miteinander verbunden sind. In den Gestellwänden 20,
21 ist eine untere Antriebswelle 29 gelagert. Auf der unteren Antriebswelle 29 sind
untere Rillwerkzeuge 33 gelagert und über ein unteres Werkzeugführungselement 41,
welches sich auf der unteren Quertraverse 24 abstützt, seitlich gleitend mit der unteren
Antriebswelle 29 verbunden. Die Figur 2a zeigt weiterhin eine obere Quertraverse 23
und eine obere Antriebswelle 28 auf, die beide in den Gestellwänden 20, 21 gelagert
sind. Auf der oberen Antriebswelle 28 sind obere Rillwerkzeuge 32 gelagert und über
ein oberes Werkzeugführungselement 40, welches sich auf der oberen Quertraverse 23
abstützt, seitlich gleitend mit der oberen Antriebswelle 28 verbunden. Die Schachtelzuschnitte
12 werden zwischen den beiden dargestellten oberen Rillwerkzeugen 32 und den unteren
Rillwerkzeugen 33 hindurch transportiert. Die oberen und unteren Rillwerkzeuge 32,
33 werden durch die Werkzeugführungselemente 40, 41 geführt, die sich jeweils auf
den Quertraversen 23, 24 in bereits beschriebener Art abstützen. Die beiden dargestellten
Rillwerkzeuge 32, 33 sind nur beispielhaft; es können entsprechend der Anforderung
beliebig viele Rillwerkzeuge auf den Antriebswellen angeordnet sein. Auch ist eine
Mischung unterschiedlicher Werkzeuge, beispielsweise Rillwerkzeuge, zusammen mit Prägewerkzeugen
möglich.
[0029] In den Figuren 3a und 3b ist ein Modul in einer Ausführungsform zum synchronen Prägen
als sogenanntes Braillemodul dargestellt. Die Schachtelzuschnitte 12 werden zwischen
den vier dargestellten oberen Brailleprägewerkzeugen, die als Patrizen 34 ausgeführt
sind, und den unteren Brailleprägewerkzeugen, die als Matrizen 35 ausgeführt sind,
hindurch transportiert. Die Patrizen 34 und Matrizen 35 werden durch die Werkzeugführungselemente
40, 41 geführt, die sich jeweils auf den Quertraversen 23, 24 in bereits beschriebener
Weise abstützen. Wie man erkennt, können die Braillewerkzeuge 34, 35 auf eine beliebige
Stelle des Schachtelzuschnitts eingestellt werden. Auch ist die Anzahl der Braillewerkzeuge
34, 35 beliebig.
[0030] In Figur 4 ist eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung dargestellt.
Ein rotatives Werkzeug bzw. ein rotativer Werkzeughalter 50 ist auf einer Antriebswelle
51 über eine aufschraubbare Spannklaue 53 befestigt. Die Spannklaue 53 weist hierbei
zwei Spannkrallen 54 auf, die an einem Ende an einem gemeinsamen Ring 55 befestigt
sind. Der Ring ist in einer Gewindemutter 56 mittels Spannstiften 57 beweglich fixiert.
An ihrer äußeren Stirnseite 58 weist die Gewindemutter 56 Löcher 59 zum Einsetzen
eines Zweilochmutterndrehers auf.
[0031] In Figur 5 ist diese Ausführungsform in einer perspektivischen Darstellung gezeigt.
Die Antriebswelle 51 ist als Polygonwelle ausgeführt. Von der aufschraubbaren Spannklaue
53, die auf die Nabe 52 des Werkzeughalters aufgeschraubt ist, ist in dieser Darstellung
nur die Gewindemutter 56 zu erkennen.
[0032] Aus der Darstellung in Figur 6 sind weitere Einzelheiten des Aufbaus des Werkzeugs
bzw. des Werkzeughalters 50 dargestellt. Es ist deutlich die Nabe 52 zu erkennen,
die eine Bohrung 61 komplementär zu der aus Figur 5 erkennbaren Polygonwelle als Antriebswelle
51 aufweist. Weiterhin sind die beiden Nuten 62 dargestellt, in die die Spannkrallen
54 eingesetzt werden.
[0033] In der Figur 7 ist eine aufschraubbare Spannklaue 53 in zusammengebautem Zustand
und in den Figuren 8a und 8b sind die Einzelteile dargestellt. Man erkennt die Gewindemutter
56 sowie die Spannkrallen 54, welche an einem Ring 55 befestigt sind. Der Ring 55
weist eine Bohrung 61 komplementär zur Außenkontur der Antriebswelle 51, hier einer
Polygonwelle, auf und ist über Spannstifte 57 in der Gewindemutter 56 fixiert.
[0034] Weiterhin kann der Ring 55 in einer vorteilhaften Ausführungsform Nuten 63 aufweisen
zur Aufnahme von nicht dargestellten Indexierstiften auf der Antriebswelle 51, was
den korrekten Zusammenbau bei Werkzeugpaaren erleichtert.
Bezugszeichenliste
[0035]
- 1
- Einleger
- 4
- Ausrichtestation
- 6
- Vorbrecher
- 7
- Faltmodul
- 9
- Drehstation
- 10
- Ausrichtestation
- 12
- Schachtelzuschnitt
- 13
- Bearbeitungsstation
- 14
- Faltstation
- 15
- Überleitstation
- 16
- Sammel- und Presseinrichtung
- 20
- rechte Gestellwand
- 21
- linke Gestellwand
- 22
- Quertraverse
- 23
- obere Quertraverse
- 24
- untere Quertraverse
- 28
- obere Antriebswelle
- 29
- untere Antriebswelle
- 32
- obere Rillwerkzeuge
- 33
- untere Rillwerkzeuge
- 34
- Patrize
- 35
- Matrize
- 40
- oberes Werkzeugführungselement
- 41
- unteres Werkzeugführungselement
- 50
- Werkzeug / Werkzeughalter
- 51
- Antriebswelle
- 52
- Nabe
- 53
- Aufschraubbare Spannklaue
- 54
- Spannkralle
- 55
- Ring
- 56
- Gewindemutter
- 57
- Spannstift
- 58
- Äußere Stirnseite der Gewindemutter
- 59
- Loch
- 60
- Außengewinde
- 61
- Bohrung
- 62
- Nut
- 63
- Nut
1. Vorrichtung zur lösbaren Befestigung von rotativen Werkzeugen oder Werkzeughaltern
(50) auf einer Antriebswelle (51) mit rotativen Werkzeugen oder Werkzeughaltern, wobei
die Werkzeuge oder Werkzeughalter (50) eine Nabe (52) mit einer Bohrung (61) komplementär
zur Außenkontur der Antriebswelle (51) aufweisen, und mit mindestens einer einem jeweiligen
rotativen Werkzeug oder Werkzeughalter zugeordneten Klemmvorrichtung (53),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bohrung (61) mindestens zwei nach innen schräg verlaufende Nuten (62, 63) aufweist
und die Nabe (52) an ihrem einen Ende mit einem Außengewinde (60) versehen ist, so
dass in den Nuten (62, 63) eine Klemmvorrichtung in Form einer aufschraubbaren Spannklaue
(53) zur Befestigung des rotativen Werkzeuges oder Werkzeughalters auf der Antriebswelle
befestigt werden kann.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die aufschraubbare Spannklaue (53) zwei Spannkrallen (54) aufweist, die an einem
Ende an einem gemeinsamen Ring (55) befestigt sind, der eine Bohrung aufweist, die
der Außenkontur der Antriebswelle entspricht, wobei der Ring in eine Gewindemutter
(56) einsetzbar ist und über Spannstifte (57) mit der Gewindemutter verbindbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Gewindemutter (56) an ihrer äußeren Stirnfläche (58) Löcher (59) zum Einsetzen
eines Zweilochmutterndrehers aufweist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Antriebswelle (51) als Formwelle ausgebildet ist.
5. Modul (13) zum Bearbeiten von flachem, bogenförmigem Material (12) mit einer Vorrichtung
nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Modul zwei Antriebswellen (28, 29) aufweist, die in einem Abstand übereinander
angeordnet sind, wobei auf der einen Antriebswelle (28) Werkzeuge oder Werkzeughalter
(34) befestigt sind, die mit komplementär ausgebildeten Gegenwerkzeugen (35) zusammenarbeiten,
die auf der zweiten Antriebswelle (29) befestigt sind.
6. Modul nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Modul mit Rillwerkzeugen oder Schneidwerkzeugen oder mit Prägewerkzeugen bestückt
ist.
7. Modul nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Modul als Brailleprägemodul ausgebildet ist.
8. Bogen verarbeitende Maschine, insbesondere Faltschachtelklebemaschine, Falzmaschine
oder Umschlaganleger mit einem Modul nach einem der Ansprüche 5 bis 7.