(19)
(11) EP 2 690 050 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
29.01.2014  Patentblatt  2014/05

(21) Anmeldenummer: 12178188.4

(22) Anmeldetag:  27.07.2012
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B66B 11/02(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(71) Anmelder: Inventio AG
6052 Hergiswil NW (CH)

(72) Erfinder:
  • Baltis, Daniel
    6010 Kriens (CH)

(74) Vertreter: Hirschberger, Petra 
Inventio AG Seestrasse 55
6052 Hergiswil
6052 Hergiswil (CH)

   


(54) Liftkabine mit Wartungsfenster


(57) Die Erfindung betrifft eine Liftkabine (1) mit seitlichem Wartungsfenster (2) und einem Panel (5), welches in einer Normalstellung eine Öffnung (4) des Wartungsfensters (2) öffenbar abdeckt. Dabei ist, insbesondere bei geöffnetem Panel (5), ein Abstandhalter (8) beim Wartungsfenster (2) derart in eine Wartungsstellung bringbar, dass eine Barriere in einem Sicherheitsabstand zu vorbeifahrenden Aufzugskomponenten (18) bereitgestellt ist. Weiter ist eine Sicherheitsvorrichtung vorhanden, welche überwacht, ob sich das Panel (5) in der Normalstellung und ob sich der Abstandhalter (8) in der Wartungsstellung befindet. Die Sicherheitsvorrichtung sperrt eine Normalfahrt sowie eine Revisionsfahrt der Liftkabine (1), wenn das Panel sich nicht in der Normalstellung und der Abstandhalter sich nicht in der Wartungsstellung befindet. Durch die Sicherheitsvorrichtung ist eine Revisionsfahrt nur freigebbar, wenn sich der Abstandhalter (8) in der Wartungsstellung befindet.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Liftkabine mit seitlichem Wartungsfenster gemäss dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

[0002] Lifte müssen zur Sicherstellung einer ausreichenden Sicherheit regelmässig kontrolliert und gewartet werden. Dabei müssen vor allem auch Aufzugskomponenten wie Führungen von Gegengewichten, Führungen der Liftkabine, Fahrwerke, Tragseile etc. überprüft werden, welche oft zumindest teilweise im Liftschacht seitlich der Liftkabine verlaufen. Insbesondere kann auch ein Liftantrieb seitlich neben der Liftkabine im Liftschacht angeordnet sein.

[0003] Hierzu ist es bekannt, in einer Seitenwand der Liftkabine ein Wartungsfenster vorzusehen. Ein Liftmonteur kann das Wartungsfenster dazu nutzen, um vom Kabineninneren aus die an der entsprechenden Seite im Liftschacht vorhandenen Komponenten zu überprüfen und gegebenenfalls zu warten. Ein entsprechendes Wartungsfenster ist beispielsweise aus der WO 01/79104 A1 bekannt. In diesem Fall fährt der Liftmonteur zunächst die Liftkabine zu einer gewünschten Stelle und öffnet dann das Wartungsfenster, um die erforderlichen Wartungsarbeiten vorzunehmen.

[0004] Oft ist es allerdings von Vorteil, wenn eine Fahrt bei geöffnetem Wartungsfenster möglich ist, um die Liftkabine wie gewünscht positionieren zu können. Derartige Revisionsfahrten werden typischerweise mit einer gegenüber einer Normalfahrt reduzierten Geschwindigkeit durchgeführt. Eine derartige Revisionsfahrt birgt aber vergleichsweise grosse Risiken für den Liftmonteur. Aufzugskomponenten fahren (relativ zur Liftkabine) oft in grosser Nähe am Wartungsfenster vorbei, sodass sich z. B. Kleider des Liftmonteurs verfangen können. Es ist daher erforderlich, entsprechende Sicherheitsabstände des Liftmonteurs zu den Aufzugskomponenten zu gewährleisten. Zudem muss sichergestellt werden, dass bei geöffnetem Wartungsfenster keine Normalfahrt möglich ist. Hierzu sind einschlägige Vorschriften einzuhalten.

[0005] WO 2008/074167 A1 beschreibt eine Liftkabine mit Wartungsfenster, bei welcher eine Barriere sicherstellen soll, dass die erforderlichen Sicherheitsabstände eingehalten werden. Das Wartungsfenster ist von einem abnehmbaren Panel verschlossen. Das Panel wird vom Liftmonteur nach dem Abnehmen auf dem Kabinenboden abgestellt und als Sicherheitsbarriere an die Kabinenwand angelehnt, in welcher das Wartungsfenster ausgebildet ist. Dabei ist ein Distanzhalter wie beispielsweise ein Handlauf vorgesehen, welcher einen Abstand des Panels von der Kabinenwand bestimmt. Nach dem Abstellen wird ein Kabel einer Sicherungsvorrichtung an das Panel angeschlossen, womit eine Revisionsfahrt freigegeben wird. Bei abgenommenem Panel und fehlendem Anschluss der Sicherungsvorrichtung ist keine Kabinenfahrt möglich.

[0006] Diese Vorrichtungen stellen zwar sicher, dass die Kabine nicht fahrbar ist, solange das Wartungsfenster offen ist und keine Sicherheitsbarriere besteht. Allerdings sind die Anordnung der Barriere sowie der Anschluss der Sicherungsvorrichtung für den Liftmonteur aufwändig und damit wenig komfortabel in der Handhabung. Zudem stellt die Sicherungsvorrichtung nicht sicher, dass die Barriere ordnungsgemäss angeordnet ist und eine Sicherheitsbarriere bildet. Beispielsweise könnte die Barriere während der Fahrt umfallen, wenn sie z. B. nicht ordnungsgemäss am Handlauf eingehängt ist. Da nur eine Position am Panel über den Anschluss des Kabels überprüfbar ist, kann das Panel z. B. schief angelehnt sein, so dass an einer Seite der Sicherheitsabstand unterschritten ist. Der Liftmonteur ist somit unnötigen Risiken ausgesetzt, da unter Umständen eine Revisionsfahrt zwar mit an die Sicherungsvorrichtung angeschlossener, aber nicht korrekt angeordneter Barriere durchführbar ist.

[0007] Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, die Nachteile des Standes der Technik zu überwinden. Insbesondere ist es eine Aufgabe der Erfindung, eine Liftkabine mit einem seitlichen Wartungsfenster bereitzustellen, welches bei einfacher Handhabung eine optimale Sicherheit gewährleistet.

[0008] Diese Aufgabe ist durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Dieser betrifft eine Liftkabine mit einem seitlichen Wartungsfenster und einem Panel, welches in einer Normalstellung eine Öffnung des Wartungsfensters öffenbar abdeckt. Ein Abstandhalter ist, insbesondere bei geöffnetem Wartungsfenster, derart beim Wartungsfenster in eine Wartungsstellung bringbar, dass eine Barriere in einem Sicherheitsabstand zu vorbeifahrenden Aufzugskomponenten bereitgestellt ist. Eine Sicherheitsvorrichtung überwacht, ob sich das Panel in der Normalstellung und ob sich der Abstandhalter in der Wartungsstellung befindet. Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass die Sicherheitsvorrichtung eine Normalfahrt sowie eine Revisionsfahrt der Liftkabine sperrt, wenn sich das Panel nicht in der Normalstellung befindet und sich der Abstandhalter nicht in der Wartungsstellung befindet. Eine Revisionsfahrt ist durch die Sicherheitsvorrichtung nur freigebbar, wenn sich der Abstandhalter in der Wartungsstellung befindet.

[0009] Bevorzugt wird die Revisionsfahrt automatisch freigegeben, sobald sich der Abstandhalter in der Wartungsstellung befindet. In diesem Fall sind zur Freigabe keine weiteren Manipulationen wie z. B. das Umlegen eines nur in der Wartungsstellung freigegebenen Sperrschalters durch den Liftmonteur erforderlich.

[0010] Die erfindungsgemässe Lösung hat den Vorteil, dass eine Revisionsfahrt erst dann freigegeben ist, wenn sich der Abstandhalter auch tatsächlich in einer Wartungsstellung befindet, in welcher eine Barriere mit Sicherheitsabstand besteht. Beim Einbringen in die Wartungsstellung kann der Abstandhalter z. B. automatisch verriegelt werden. Ebenso kann der Abstandhalter manuell verriegelt werden, z. B. durch Festziehen einer Schraube oder Einsetzen eines Splints. Aber auch ohne Feststellen ist erfindungsgemäss eine ausreichende Sicherheit gewährleistet, da die Revisionsfahrt sofort unterbrochen würde, wenn der Abstandhalter von einer Wartungsstellung abweicht. Es versteht sich, dass grundsätzlich auch mehrere Wartungsstellungen bzw. ein Bereich von Wartungsstellungen vorgesehen sein können, in welchen eine Barriere mit ausreichendem Sicherheitsabstand gewährleistet ist.

[0011] Der Abstandhalter kann z. B. als separates Plattenelement oder Bügelelement ausgebildet sein, welches in der Wartungsstellung z. B. vom Kabineninneren her in entsprechende Halterungen der Liftkabine eingesteckt ist. Hierzu kann der Abstandhalter z. B. in der Liftkabine verstaut sein. Ebenso kann der Abstandhalter an der Liftkabine angebracht sein und in der Wartungsstellung z. B. in das Kabineninnere eingeschwenkt sein. Es versteht sich, dass der Sicherheitsabstand sowie eine Höhe über dem Kabinenboden der vom Abstandhalter bereitgestellten Barriere weitgehend frei und den Erfordernissen bzw. den Vorschriften entsprechend gewählt werden können.

[0012] Bevorzugt umfasst die Sicherheitsvorrichtung einen ersten Sicherheitskontakt, welcher aktivierbar ist, indem das Panel in die Normalstellung gebracht wird. Der Sicherheitskontakt kann beispielsweise als Schalter oder als Taster ausgebildet sein, aber auch magnetisch oder auf andere Weise aktiviert werden. Bevorzugt ist der Sicherheitskontakt möglichst einfach und robust ausgebildet. Mit Vorteil ist der erste Sicherheitskontakt direkt durch das Panel aktivierbar, wenn dieses in die Normalstellung gelangt bzw. in dieser angeordnet ist. Grundsätzlich ist ein einfacher elektrischer Kontakttaster denkbar, welcher beim Einsetzen des Panels in das Wartungsfenster geschlossen wird.

[0013] Mit Vorteil ist zudem eine Verriegelungsvorrichtung vorhanden, über welche das Panel in der Normalstellung verriegelbar ist, wie z. B. eine Schliessvorrichtung mit einem Schloss. In diesem Fall kann der erste Sicherheitskontakt auch erst über die Verriegelungsvorrichtung aktivierbar sein, wenn das Panel in der Normalstellung verriegelt wird bzw. ist. Zum Öffnen des Wartungsfensters kann das Panel beispielsweise als ein- oder mehrteiliger Schwenkflügel ausgebildet sein. Bevorzugt ist das Panel zum Öffnen aber abnehmbar ausgebildet, sodass eine Öffnung des geöffneten Wartungsfensters vollständig freigegeben ist.

[0014] Mit Vorteil umfasst die Sicherheitsvorrichtung einen zweiten Sicherheitskontakt, welcher aktivierbar ist, indem der Abstandhalter in die Wartungsstellung gebracht wird. Der zweite Sicherheitskontakt kann weitgehend analog dem ersten Sicherheitskontakt ausgebildet sein. Der zweite Sicherheitskontakt ist bevorzugt direkt durch den Abstandhalter aktivierbar, wenn dieser in die Wartungsstellung gelangt bzw. in dieser angeordnet ist.

[0015] Es versteht sich, dass anstelle eines Sicherheitskontakts sowohl für das Panel wie auch für den Abstandhalter andere Überwachungsvorrichtungen vorgesehen sein können. Beispielsweise könnte auch über optische oder akustische Sensoren festgestellt werden, ob sich das Panel in der Normalstellung befindet bzw. der Abstandhalter in der Wartungsstellung ist.

[0016] Mit Vorteil ist der Abstandhalter derart ausgebildet, dass er in der Wartungsstellung weitgehend senkrecht zur Kabinenwand angeordnet ist, an welcher das Wartungsfenster ausgebildet ist. Damit kann eine Baugrösse des Abstandhalters maximal genutzt werden. In Varianten kann je nach Ausbildung des Abstandhalters dieser auch unter einem beliebigen Winkel angeordnet sein. Denkbar ist z. B. ein unterhalb des Wartungsfensters angeordnetes, mit einer Oberkante in den Kabinenraum einschwenkbares weiteres Panel.

[0017] Als besonders vorteilhaft hat sich eine Anordnung des Abstandhalters erwiesen, bei welcher der Abstandhalter in der Wartungsstellung durch das Wartungsfenster in das Kabineninnere ragt. Auf diese Weise können Befestigungs- bzw. Halterungsmittel ausserhalb des Kabineninneren angeordnet sein, wo sie vom Kabineninneren her nur nach der Öffnung des Wartungsfensters zugänglich sind.

[0018] Mit Vorteil ist der Abstandhalter beweglich an der Liftkabine gehaltert. Dabei ist er insbesondere von der Wartungsstellung in eine Ruhestellung bringbar (und umgekehrt). Beispielsweise kann der Abstandhalter ausziehbar gestaltet sein, z. B. in der Ruhestellung, d. h. im Normalbetrieb des Lifts, als Handlauf dienen, welcher im Wartungsfall in Längsführungen in das Kabineninnere in die Wartungsstellung gezogen werden kann. Ebenso ist es wie erwähnt grundsätzlich denkbar, dass der Abstandhalter als ins Kabineninnere einschwenkbares Teil der Kabinenwand ausgebildet ist, z. B. als weiteres Panel. Der Abstandhalter kann aber auch derart beweglich gehaltert sein, dass er in der Ruhestellung und der Wartungsstellung jeweils starr an der Liftkabine befestigt ist und nur zum Übergang von der einen in die andere Stellung beweglich ist.

[0019] Bevorzugt ist der Abstandhalter zwischen der Ruhestellung und der Wartungsstellung schwenkbar an der Liftkabine gelagert. Insbesondere ist der Abstandhalter dabei um eine im Wesentlichen zum Kabinenboden und zur Kabinenwand parallele Richtung schwenkbar. Auf diese Weise kann der Abstandhalter in der Ruhestellung beispielsweise besonders platzsparend parallel zur Kabinenwand angeordnet sein, während er in der Wartungsstellung in das Kabineninnere eingeschwenkt ist. Dabei ist der Abstandhalter in der Ruhestellung mit Vorteil derart angeordnet, dass er vom Panel abdeckbar ist, wenn dieses in die Normalstellung gebracht wird. In Varianten kann der Abstandhalter auch als ausklappbares Element einer Innenwandverkleidung der Kabinenwand ausgebildet sein, beispielsweise als ausklappbarer Bügel.

[0020] Mit Vorteil erstreckt sich der Abstandhalter wenigstens über die gesamte Breite der lichten Öffnung des Wartungsfensters. Breite bezeichnet vorliegend eine Dimension in Richtung parallel zur Kabinenwand und zum Kabinenboden. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass von keiner Position des Kabineninneren aus der vom Abstandhalter bereitgestellte Sicherheitsabstand zum Wartungsfenster hin unterschritten werden kann.

[0021] Wie eingangs bereits erwähnt, kann der Abstandhalter auf unterschiedliche Arten ausgebildet sein. Besonders bevorzugt umfasst der Abstandhalter jedoch einen Bügel, welcher insbesondere U-förmig ausgebildet ist. Auf diese Weise lässt sich konstruktiv einfach ein leichter Abstandhalter bereitstellen. Der Bügel kann dabei an seinen freien Armen in Schwenklagern an der Liftkabine gehaltert sein. Bevorzugt ist der Bügel jedoch in einer Ruhestellung in entsprechenden Auflagern eingehängt und mit der Bügelebene weitgehend parallel zur Kabinenwand angeordnet. Der Bügel kann über Schraubbolzen in einer Wartungsstellung an einer Haltestruktur der Liftkabine befestigt werden, in welcher er weitgehend senkrecht zur Kabinenwand in das Kabineninnere ragt. Zur einfachen Befestigung können z. B. Flügelmuttern zur Anwendung kommen, wobei freie Enden des Bügels abgewinkelt sein können, um eine gute Befestigungsfläche bereitzustellen.

[0022] Wie bereits erwähnt ist der Abstandhalter derart ausgebildet und in der Wartungsstellung angeordnet, dass der von der Barriere bereitgestellte Sicherheitsabstand zur Kabinenwand bzw. zu den vorbeifahrenden Aufzugskomponenten auf einer vorgegebenen Höhe über einem Boden der Liftkabine gewährleistet ist. Es versteht sich, dass die Barriere sich mit konstantem Abstand auch bis zum Boden erstrecken kann und nicht nur auf einer bestimmten Höhe den Sicherheitsabstand sicherstellt.

[0023] Die Erfindung betrifft auch eine Liftanlage, z. B. in einem Gebäude, mit einer Liftkabine wie vorliegend beschrieben.

[0024] Aus der nachfolgenden Detailbeschreibung und der Gesamtheit der Patentansprüche ergeben sich weitere vorteilhafte Ausführungsformen und Merkmalskombinationen der Erfindung.

[0025] Die zur Erläuterung der Ausführungsbeispiele verwendeten Zeichnungen zeigen schematisch:
Fig. 1
eine Schnittansicht einer Liftkabine mit Wartungsfenster mit einem als Bügel ausgebildeten Abstandhalter;
Fig. 2
eine senkrechte Draufsicht auf einen Ausschnitt einer Kabinenwand einer erfindungsgemässen Liftkabine mit einem Wartungsfenster mit einem Bügel in einer Wartungsstellung;
Fig. 3
eine Ansicht der Anordnung der Fig. 2 mit Blickrichtung parallel zur Kabinenwand und von oben her senkrecht auf den Kabinenboden;
Fig. 4
eine analoge Ansicht wie in Fig. 2, wobei der Bügel in einer Ruhestellung ist. Grundsätzlich sind in den Figuren einander entsprechende Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.


[0026] Figur 1 zeigt eine Schnittansicht einer Liftkabine 1 mit Wartungsfenster 2 mit einem als Bügel 8 ausgebildeten Abstandhalter. Vorliegend bezeichnet "unten" eine Richtung zu einem Kabinenboden der Liftkabine 1 hin.

[0027] Die Liftkabine 1 ist in einem Liftschacht 17 angeordnet, wobei sich zwischen Liftkabine 1 und einer Wand des Liftschachts 17 verschiedene Aufzugskomponenten 18 befinden. Die Aufzugskomponenten 18 können je nach Art der Liftanlage Seile, Schienen, Antriebe, Gegengewichte etc. umfassen und sind vorliegend nur als zwei Seile angedeutet. Bevorzugt sind die Aufzugskomponenten 18 nur zu einer Seite der Liftkabine 1 angeordnet. Die Aufzugskomponenten 18 sind somit durch das Wartungsfenster 2, welches an einer entsprechenden Kabinenwand 3 ausgebildet ist, zugänglich.

[0028] Im Normalfall, d. h. bei normalem Personenbetrieb, ist eine Öffnung 4 des Wartungsfensters 3 von einem Panel 5 verschlossen (nicht dargestellt). Die Öffnung 4 ist in einer Öffnungsebene A angeordnet, welcher mit einer Ebene der Kabinenwand 3 zusammenfallt. Im Wartungsfall ist das Wartungsfenster 2 öffenbar, indem es beispielsweise vollständig abnehmbar ist. Während der Wartung kann das Panel 5 auf einem Kabinenboden abgestellt oder, wie in Fig. 1 dargestellt, an einem Handlauf an der Kabinenwand 3 eingehängt werden (gestrichelt dargestellt).

[0029] Ein erster Schutzkontakt 7 ist an einer Oberkante der Öffnung 4 derart angeordnet, dass eine Präsenz des Panels 5 in der Öffnung 4 feststellbar ist, d. h. wenn die Öffnung 4 von dem Panel 5 in einer Normalstellung verschlossen ist. Bevorzugt ist der Schutzkontakt 7 direkt durch das Panel 5 aktivierbar, wenn dieses die Öffnung 4 verschliesst. Bei aktiviertem Schutzkontakt 7 ist eine Normalfahrt möglich, z.B. im normalen Personenbetrieb. Eine Steuerung (nicht dargestellt) der Sicherheitsvorrichtung, umfassend den Schutzkontakt 7, kann z. B. in eine Steuerung der Liftkabine oder der Liftanlage integriert oder als separate Einheit ausgebildet sein.

[0030] In einer Ruhestellung (gestrichelt dargestellt) ist der als Bügel 8 ausgebildete Abstandhalter ausserhalb der Liftkabine 1 im Bereich der Öffnung 4 angeordnet. Der Bügel 8 befindet sich beispielsweise im Normalbetrieb der Liftanlage in der Ruhestellung. In dieser Stellung ist eine Ebene B des Bügels 8 parallel zu einer Aussenseite der Kabinenwand 3, von dieser nach aussen versetzt angeordnet. Der Bügel 8 ist somit platzsparend an der Aussenseite der Liftkabine 1 verstaut.

[0031] Bei geöffnetem Wartungsfenster 2 ist der Schutzkontakt 7 deaktiviert und verhindert somit eine Fahrt der Liftkabine 1, solange vom Bügel 8 keine Sicherheitsbarriere bereitgestellt ist. Ein Liftmonteur kann nun den Bügel 8 z. B. manuell in eine Wartungsstellung bewegen, in welcher der Bügel 8 eine Barriere in einem Sicherheitsabstand zum Wartungsfenster 2 bzw. zu den Aufzugskomponenten 18 sicherstellt. In der Wartungsposition ist die Bügelebene B weitgehend senkrecht zur Kabinenwand 3 angeordnet, sodass der Bügel 8 möglichst weit in das Kabineninnere ragt. Vorliegend ist der Bügel 8 ausserhalb der Liftkabine 1 an dieser im Wesentlichen schwenkbar befestigt, sodass er aus der Ruhestellung durch die Öffnung 4 in das Kabineninnere in die Wartungsstellung schwenkbar ist. Der Bügel 8 ist dabei derart ausgebildet, dass eine Sicherheitsbarriere im Abstand D von der Kabinenwand 3 bereitgestellt ist.

[0032] Ein weiterer Schutzkontakt 15 der Sicherheitsvorrichtung überwacht die Stellung des Bügels 8. Insbesondere ist der Schutzkontakt 15 aktivierbar, wenn der Bügel 8 in die Wartungsstellung gelangt. Bei einer Aktivierung des Schutzkontakts 15 wird eine Revisionsfahrt freigegeben, beispielsweise über die erwähnte Steuerung der Sicherheitsvorrichtung.

[0033] Figur 2 zeigt eine senkrechte Draufsicht auf einen Ausschnitt der Kabinenwand 3 der erfindungsgemässen Liftkabine 1 mit dem Wartungsfenster 2. Die Blickrichtung ist vom Kabineninneren her senkrecht auf die Kabinenwand 3 gerichtet. Figur 3 zeigt eine Ansicht der Anordnung der Fig. 2 mit Blickrichtung parallel zur Kabinenwand 3, von oben her senkrecht auf den Kabinenboden. Im Folgenden sind Fig. 2 und 3 gemeinsam beschrieben.

[0034] Die lichte Öffnung 4 des Wartungsfensters 2 ist in der Ebene der Kabinenwand 3 ausgebildet. Das Panel 5 weist einen der Öffnung 4 entsprechenden Umriss auf und kann in diese eingesetzt werden (gestrichelt angedeutet). Am Panel 5 ist in einem oberen Bereich mittig ein Schloss 6 angeordnet, mit welchem das Panel 5 in der Öffnung 4 in einer Normalstellung verriegelt werden kann. In der Normalstellung verschliesst das Panel 5 die Öffnung 4. In einem Bereich bei der oberen rechten Ecke der Öffnung 4 ist der Schutzkontakt 7 angeordnet. Mit dem Schutzkontakt 7 ist feststellbar, ob sich das Panel 5 in der Normalstellung befindet.

[0035] Der als U-förmiger Bügel 8 ausgebildete Abstandhalter ist, senkrecht zur Kabinenwand 3 in das Kabineninnere ragend, an Trägern 9 der Liftkabine 1 befestigt. Die Träger 9 sind im Bereich der lichten Öffnung 4 zu beiden Seiten ausserhalb der Kabinenwand 3 fest angeordnet. Die Träger 9 weisen jeweils eine der Öffnung 4 zugewandte Seitenfläche 9.1 auf, an welchen der Bügel 8 mit jeweils einem seiner Arme 8.2 befestigt ist. Der Bügel 8 ragt dabei von den aussenseitig angeordneten Trägern 9 durch die Öffnung 4 in das Kabineninnere. Im Kabineninneren überspannt der Bügel 8 mit einem die Arme 8.2 verbindenden Verbindungsabschnitt 8.1 die Öffnung 4 über deren im Wesentlichen gesamte Breite. Der Verbindungsabschnitt 8.1 ist dabei in einem Sicherheitsabstand D von der Kabinenwand 3 bzw. von der Ebene A der Öffnung 4 nach innen beabstandet.

[0036] An den Armen 8.2 des Bügels 8 sind zur Befestigung an den Trägern 9 seitlich abgewinkelte Befestigungsansätze 10 vorhanden. Die Befestigungsansätze 10 sind als Profilleisten mit L-förmigem Querschnitt ausgebildet. Eine der Seitenwände (Seitenwände 10.1) jedes Befestigungsansatzes 10 ist parallel zu der Bügelebene B angeordnet, während die andere Seitenwand (Seitenwände 10.2) jeweils senkrecht zur Ebene B ausgerichtet ist. In der Wartungsstellung der Fig. 2 sind die Seitenwände 10.1 unterhalb der Bügelebene B angeordnet, während die Seitenwände 10.2 parallel zu den Seitenflächen 9.1 der Träger 9 und damit auch parallel zur Kabinenwand 3 angeordnet sind.

[0037] Die Befestigungsansätze 10 weisen jeweils zwei einseitig offene, senkrecht zu den beiden Seitenwänden 10.1 und 10.2 ausgebildete Schlitze 11 auf. Die Schlitze 11 erstrecken sich über beide Seitenwände 10.1 und 10.2 des jeweiligen Befestigungsansatzes 10 und sind an einer Kante der Seitenwände 10.1 endseitig offen.

[0038] Der Bügel 8 ist mit den Schlitzen 11 an jeweils zwei an den Seitenflächen 9.1 angeordneten Schraubbolzen 12 eingehängt. Der Bügel 8 ist mit Flügelmuttern an den Schraubbolzen 12 befestigbar. In der Wartungsstellung der Fig. 2 sind die Seitenwände 10.2 der Befestigungsansätze 10 von den Flügelmuttern am Träger 9 festgeklemmt. Die Seitenwände 10.1 verlaufen in der Wartungsstellung unterhalb der Schraubbolzen 12. Der Bügel 8 ist zudem an beiden Armen 8.2 über jeweils eine als Sicherungskette ausgebildete Verliersicherung 13 mit den Schraubbolzen 10 verbunden. Sollte der Bügel 8 beim Lösen der Flügelmuttern von den Schraubbolzen 12 abgleiten, kann er auf diese Weise nicht in den Liftschacht fallen.

[0039] Die Seitenwände 10.1 der Befestigungsansätze 10 setzen sich in entgegen gesetzter Richtung der Befestigungsansätze 10 über den jeweiligen Arm 8.2 des Bügels 8 hinaus in Fortsätzen 14 fort. Unterhalb eines der Fortsätze 14, in der Ansicht der Fig. 2 auf der rechten Seite, ist ein Schutzkontakt 15 angeordnet. An einer Oberseite weist der Schutzkontakt 15 eine Kontaktfläche zur Aktivierung auf. Der Schutzkontakt 15 ist an einem die Öffnung 4 überspannenden Querträger 16 angeordnet. Der rechte Fortsatz 14 kontaktiert in der Wartungsstellung die Kontaktfläche des Schutzkontakts 15 und aktiviert diesen. Durch den Schutzkontakt 15 kann somit festgestellt werden, dass sich der Bügel 8 in der Wartungsstellung befindet.

[0040] Figur 4 zeigt eine analoge Ansicht wie Fig. 2, wobei der Abstandhalter in einer Ruhestellung ist.

[0041] Zum Übergang von der Wartungsstellung (Fig. 4) in die Ruhestellung (Fig. 2) sind die Flügelmuttern der Schraubbolzen 12 lösbar. Aufgrund der Schlitze 11 kann der Bügel 8 bei gelösten Flügelmuttern auf den Schraubbolzen 12 gelagert nach unten geschwenkt werden. Die Schraubbolzen 12 gleiten dabei in den Schlitzen 11 von den Seitenwänden 10.2 in die Seitenwände 10.1. Die Seitenwände 10.2 werden dabei nach oben geschwenkt und sind in der Ruhestellung oberhalb der Schraubbolzen 12 angeordnet. Die Schraubbolzen 12 sind bezüglich einer Unterkante der Öffnung 4 weiter als die Distanz D beabstandet, sodass der Bügel 8 nach unten und durch die Öffnung 4 nach aussen geschwenkt werden kann. Die Bügelebene B ist in der Ruhestellung ausserhalb der Kabinenwand 3 parallel zur Ebene A sowie den Seitenflächen 9.1 der Träger 9 angeordnet.

[0042] Durch das Verschwenken des Bügels 8 beim Übergang in die Ruhestellung ist der Fortsatz 14 beim Schutzkontakt 15 von der Kontaktfläche nach oben abgehoben und ebenfalls verschwenkt. Der Schutzkontakt 15 ist somit deaktiviert, womit eine Normalfahrt sowie eine Revisionsfahrt der Liftkabine 1 gesperrt ist, solange das Panel 5 sich nicht in der Normalstellung befindet.

[0043] Durch Anziehen der Flügelmuttern sind die Seitenwände 10.1 der Befestigungsansätze 10 an den Trägern 9 festklemmbar. Der Bügel 8 ist somit in der Ruhestellung fixiert. Das Panel 5 kann in die Öffnung 4 eingesetzt werden (Normalstellung), wobei der Bügel 8 überdeckt ist. Durch das Einsetzen des Panels 5 wird der Schutzkontakt 7 aktiviert, womit eine Normalfahrt freigegeben ist.


Ansprüche

1. Liftkabine (1) mit seitlichem Wartungsfenster (2) und einem Panel (5), welches in einer Normalstellung eine Öffnung (4) des Wartungsfensters (2) öffenbar abdeckt, einem Abstandhalter (8), der beim Wartungsfenster (2) derart in eine Wartungsstellung bringbar ist, insbesondere bei geöffnetem Wartungsfenster (2), dass eine Barriere in einem Sicherheitsabstand zu vorbeifahrenden Aufzugskomponenten (18) bereitgestellt ist, und mit einer Sicherheitsvorrichtung, welche überwacht, ob sich das Panel (5) in der Normalstellung und ob sich der Abstandhalter (8) in der Wartungsstellung befindet, welche Sicherheitsvorrichtung eine Normalfahrt sowie eine Revisionsfahrt der Liftkabine (1) sperrt, wenn das Panel (5) sich nicht in der Normalstellung und der Abstandhalter sich nicht in der Wartungsstellung befindet und durch welche Sicherheitsvorrichtung eine Revisionsfahrt nur freigebbar ist, wenn sich der Abstandhalter (8) in der Wartungsstellung befindet.
 
2. Liftkabine (1) gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Revisionsfahrt durch die Sicherheitsvorrichtung automatisch freigebbar ist, sobald sich der Abstandhalter (8) in der Wartungsstellung befindet.
 
3. Liftkabine (1) gemäss einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherheitsvorrichtung einen ersten Sicherheitskontakt (7) umfasst, welcher aktivierbar ist, indem das Panel (5) in die Normalstellung gebracht wird.
 
4. Liftkabine (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherheitsvorrichtung einen zweiten Sicherheitskontakt (15) umfasst, welcher aktivierbar ist, indem der Abstandhalter (8) in die Wartungsstellung gebracht wird.
 
5. Liftkabine (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandhalter (8) in der Wartungsstellung weitgehend senkrecht zu einer Kabinenwand (3), an welcher das Wartungsfenster (2) ausgebildet ist, angeordnet ist.
 
6. Liftkabine (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandhalter (8) in der Wartungsstellung durch das Wartungsfenster (2) in das Kabineninnere ragt.
 
7. Liftkabine (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandhalter (8) beweglich an der Liftkabine (1) gehaltert ist, wobei er von der Wartungsstellung in eine Ruhestellung bringbar ist.
 
8. Liftkabine (1) gemäss Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandhalter (8) zwischen der Ruhestellung und der Wartungsstellung schwenkbar an der Liftkabine (1) gelagert ist.
 
9. Liftkabine (1) gemäss einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandhalter (8) in der Ruhestellung derart angeordnet ist, dass er vom Panel (5) abdeckbar ist, wenn dieses in die Normalstellung gebracht wird.
 
10. Liftkabine (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandhalter (8) sich weitgehend über die gesamte Breite der Öffnung (4) des Wartungsfensters (2) erstreckt.
 
11. Liftkabine (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandhalter (8) einen, insbesondere U-förmigen, Bügel (8) umfasst.
 
12. Liftkabine (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandhalter (8) derart ausgebildet und in der Wartungsstellung angeordnet ist, dass der von der Barriere bereitgestellte Sicherheitsabstand auf einer vorgegebenen Höhe über einem Boden der Liftkabine (1) gewährleistet ist.
 
13. Liftkabine (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Panel (5) in der Normalstellung über eine Verriegelungsvorrichtung (6) verriegelbar ist.
 
14. Liftanlage mit einer Liftkabine (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 13.
 




Zeichnung
















Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente