[0001] Die Erfindung betrifft eine Liftkabine mit seitlichem Wartungsfenster gemäss dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Lifte müssen zur Sicherstellung einer ausreichenden Sicherheit regelmässig kontrolliert
und gewartet werden. Dabei müssen vor allem auch Aufzugskomponenten wie Führungen
von Gegengewichten, Führungen der Liftkabine, Fahrwerke, Tragseile etc. überprüft
werden, welche oft zumindest teilweise im Liftschacht seitlich der Liftkabine verlaufen.
Insbesondere kann auch ein Liftantrieb seitlich neben der Liftkabine im Liftschacht
angeordnet sein.
[0003] Hierzu ist es bekannt, in einer Seitenwand der Liftkabine ein Wartungsfenster vorzusehen.
Ein Liftmonteur kann das Wartungsfenster dazu nutzen, um vom Kabineninneren aus die
an der entsprechenden Seite im Liftschacht vorhandenen Komponenten zu überprüfen und
gegebenenfalls zu warten. Ein entsprechendes Wartungsfenster ist beispielsweise aus
der
WO 01/79104 A1 bekannt. In diesem Fall fährt der Liftmonteur zunächst die Liftkabine zu einer gewünschten
Stelle und öffnet dann das Wartungsfenster, um die erforderlichen Wartungsarbeiten
vorzunehmen.
[0004] Oft ist es allerdings von Vorteil, wenn eine Fahrt bei geöffnetem Wartungsfenster
möglich ist, um die Liftkabine wie gewünscht positionieren zu können. Derartige Revisionsfahrten
werden typischerweise mit einer gegenüber einer Normalfahrt reduzierten Geschwindigkeit
durchgeführt. Eine derartige Revisionsfahrt birgt aber vergleichsweise grosse Risiken
für den Liftmonteur. Aufzugskomponenten fahren (relativ zur Liftkabine) oft in grosser
Nähe am Wartungsfenster vorbei, sodass sich z. B. Kleider des Liftmonteurs verfangen
können. Es ist daher erforderlich, entsprechende Sicherheitsabstände des Liftmonteurs
zu den Aufzugskomponenten zu gewährleisten. Zudem muss sichergestellt werden, dass
bei geöffnetem Wartungsfenster keine Normalfahrt möglich ist. Hierzu sind einschlägige
Vorschriften einzuhalten.
[0005] WO 2008/074167 A1 beschreibt eine Liftkabine mit Wartungsfenster, bei welcher eine Barriere sicherstellen
soll, dass die erforderlichen Sicherheitsabstände eingehalten werden. Das Wartungsfenster
ist von einem abnehmbaren Panel verschlossen. Das Panel wird vom Liftmonteur nach
dem Abnehmen auf dem Kabinenboden abgestellt und als Sicherheitsbarriere an die Kabinenwand
angelehnt, in welcher das Wartungsfenster ausgebildet ist. Dabei ist ein Distanzhalter
wie beispielsweise ein Handlauf vorgesehen, welcher einen Abstand des Panels von der
Kabinenwand bestimmt. Nach dem Abstellen wird ein Kabel einer Sicherungsvorrichtung
an das Panel angeschlossen, womit eine Revisionsfahrt freigegeben wird. Bei abgenommenem
Panel und fehlendem Anschluss der Sicherungsvorrichtung ist keine Kabinenfahrt möglich.
[0006] Diese Vorrichtungen stellen zwar sicher, dass die Kabine nicht fahrbar ist, solange
das Wartungsfenster offen ist und keine Sicherheitsbarriere besteht. Allerdings sind
die Anordnung der Barriere sowie der Anschluss der Sicherungsvorrichtung für den Liftmonteur
aufwändig und damit wenig komfortabel in der Handhabung. Zudem stellt die Sicherungsvorrichtung
nicht sicher, dass die Barriere ordnungsgemäss angeordnet ist und eine Sicherheitsbarriere
bildet. Beispielsweise könnte die Barriere während der Fahrt umfallen, wenn sie z.
B. nicht ordnungsgemäss am Handlauf eingehängt ist. Da nur eine Position am Panel
über den Anschluss des Kabels überprüfbar ist, kann das Panel z. B. schief angelehnt
sein, so dass an einer Seite der Sicherheitsabstand unterschritten ist. Der Liftmonteur
ist somit unnötigen Risiken ausgesetzt, da unter Umständen eine Revisionsfahrt zwar
mit an die Sicherungsvorrichtung angeschlossener, aber nicht korrekt angeordneter
Barriere durchführbar ist.
[0007] Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, die Nachteile des Standes der Technik zu
überwinden. Insbesondere ist es eine Aufgabe der Erfindung, eine Liftkabine mit einem
seitlichen Wartungsfenster bereitzustellen, welches bei einfacher Handhabung eine
optimale Sicherheit gewährleistet.
[0008] Diese Aufgabe ist durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Dieser betrifft eine
Liftkabine mit einem seitlichen Wartungsfenster und einem Panel, welches in einer
Normalstellung eine Öffnung des Wartungsfensters öffenbar abdeckt. Ein Abstandhalter
ist, insbesondere bei geöffnetem Wartungsfenster, derart beim Wartungsfenster in eine
Wartungsstellung bringbar, dass eine Barriere in einem Sicherheitsabstand zu vorbeifahrenden
Aufzugskomponenten bereitgestellt ist. Eine Sicherheitsvorrichtung überwacht, ob sich
das Panel in der Normalstellung und ob sich der Abstandhalter in der Wartungsstellung
befindet. Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass die Sicherheitsvorrichtung
eine Normalfahrt sowie eine Revisionsfahrt der Liftkabine sperrt, wenn sich das Panel
nicht in der Normalstellung befindet und sich der Abstandhalter nicht in der Wartungsstellung
befindet. Eine Revisionsfahrt ist durch die Sicherheitsvorrichtung nur freigebbar,
wenn sich der Abstandhalter in der Wartungsstellung befindet.
[0009] Bevorzugt wird die Revisionsfahrt automatisch freigegeben, sobald sich der Abstandhalter
in der Wartungsstellung befindet. In diesem Fall sind zur Freigabe keine weiteren
Manipulationen wie z. B. das Umlegen eines nur in der Wartungsstellung freigegebenen
Sperrschalters durch den Liftmonteur erforderlich.
[0010] Die erfindungsgemässe Lösung hat den Vorteil, dass eine Revisionsfahrt erst dann
freigegeben ist, wenn sich der Abstandhalter auch tatsächlich in einer Wartungsstellung
befindet, in welcher eine Barriere mit Sicherheitsabstand besteht. Beim Einbringen
in die Wartungsstellung kann der Abstandhalter z. B. automatisch verriegelt werden.
Ebenso kann der Abstandhalter manuell verriegelt werden, z. B. durch Festziehen einer
Schraube oder Einsetzen eines Splints. Aber auch ohne Feststellen ist erfindungsgemäss
eine ausreichende Sicherheit gewährleistet, da die Revisionsfahrt sofort unterbrochen
würde, wenn der Abstandhalter von einer Wartungsstellung abweicht. Es versteht sich,
dass grundsätzlich auch mehrere Wartungsstellungen bzw. ein Bereich von Wartungsstellungen
vorgesehen sein können, in welchen eine Barriere mit ausreichendem Sicherheitsabstand
gewährleistet ist.
[0011] Der Abstandhalter kann z. B. als separates Plattenelement oder Bügelelement ausgebildet
sein, welches in der Wartungsstellung z. B. vom Kabineninneren her in entsprechende
Halterungen der Liftkabine eingesteckt ist. Hierzu kann der Abstandhalter z. B. in
der Liftkabine verstaut sein. Ebenso kann der Abstandhalter an der Liftkabine angebracht
sein und in der Wartungsstellung z. B. in das Kabineninnere eingeschwenkt sein. Es
versteht sich, dass der Sicherheitsabstand sowie eine Höhe über dem Kabinenboden der
vom Abstandhalter bereitgestellten Barriere weitgehend frei und den Erfordernissen
bzw. den Vorschriften entsprechend gewählt werden können.
[0012] Bevorzugt umfasst die Sicherheitsvorrichtung einen ersten Sicherheitskontakt, welcher
aktivierbar ist, indem das Panel in die Normalstellung gebracht wird. Der Sicherheitskontakt
kann beispielsweise als Schalter oder als Taster ausgebildet sein, aber auch magnetisch
oder auf andere Weise aktiviert werden. Bevorzugt ist der Sicherheitskontakt möglichst
einfach und robust ausgebildet. Mit Vorteil ist der erste Sicherheitskontakt direkt
durch das Panel aktivierbar, wenn dieses in die Normalstellung gelangt bzw. in dieser
angeordnet ist. Grundsätzlich ist ein einfacher elektrischer Kontakttaster denkbar,
welcher beim Einsetzen des Panels in das Wartungsfenster geschlossen wird.
[0013] Mit Vorteil ist zudem eine Verriegelungsvorrichtung vorhanden, über welche das Panel
in der Normalstellung verriegelbar ist, wie z. B. eine Schliessvorrichtung mit einem
Schloss. In diesem Fall kann der erste Sicherheitskontakt auch erst über die Verriegelungsvorrichtung
aktivierbar sein, wenn das Panel in der Normalstellung verriegelt wird bzw. ist. Zum
Öffnen des Wartungsfensters kann das Panel beispielsweise als ein- oder mehrteiliger
Schwenkflügel ausgebildet sein. Bevorzugt ist das Panel zum Öffnen aber abnehmbar
ausgebildet, sodass eine Öffnung des geöffneten Wartungsfensters vollständig freigegeben
ist.
[0014] Mit Vorteil umfasst die Sicherheitsvorrichtung einen zweiten Sicherheitskontakt,
welcher aktivierbar ist, indem der Abstandhalter in die Wartungsstellung gebracht
wird. Der zweite Sicherheitskontakt kann weitgehend analog dem ersten Sicherheitskontakt
ausgebildet sein. Der zweite Sicherheitskontakt ist bevorzugt direkt durch den Abstandhalter
aktivierbar, wenn dieser in die Wartungsstellung gelangt bzw. in dieser angeordnet
ist.
[0015] Es versteht sich, dass anstelle eines Sicherheitskontakts sowohl für das Panel wie
auch für den Abstandhalter andere Überwachungsvorrichtungen vorgesehen sein können.
Beispielsweise könnte auch über optische oder akustische Sensoren festgestellt werden,
ob sich das Panel in der Normalstellung befindet bzw. der Abstandhalter in der Wartungsstellung
ist.
[0016] Mit Vorteil ist der Abstandhalter derart ausgebildet, dass er in der Wartungsstellung
weitgehend senkrecht zur Kabinenwand angeordnet ist, an welcher das Wartungsfenster
ausgebildet ist. Damit kann eine Baugrösse des Abstandhalters maximal genutzt werden.
In Varianten kann je nach Ausbildung des Abstandhalters dieser auch unter einem beliebigen
Winkel angeordnet sein. Denkbar ist z. B. ein unterhalb des Wartungsfensters angeordnetes,
mit einer Oberkante in den Kabinenraum einschwenkbares weiteres Panel.
[0017] Als besonders vorteilhaft hat sich eine Anordnung des Abstandhalters erwiesen, bei
welcher der Abstandhalter in der Wartungsstellung durch das Wartungsfenster in das
Kabineninnere ragt. Auf diese Weise können Befestigungs- bzw. Halterungsmittel ausserhalb
des Kabineninneren angeordnet sein, wo sie vom Kabineninneren her nur nach der Öffnung
des Wartungsfensters zugänglich sind.
[0018] Mit Vorteil ist der Abstandhalter beweglich an der Liftkabine gehaltert. Dabei ist
er insbesondere von der Wartungsstellung in eine Ruhestellung bringbar (und umgekehrt).
Beispielsweise kann der Abstandhalter ausziehbar gestaltet sein, z. B. in der Ruhestellung,
d. h. im Normalbetrieb des Lifts, als Handlauf dienen, welcher im Wartungsfall in
Längsführungen in das Kabineninnere in die Wartungsstellung gezogen werden kann. Ebenso
ist es wie erwähnt grundsätzlich denkbar, dass der Abstandhalter als ins Kabineninnere
einschwenkbares Teil der Kabinenwand ausgebildet ist, z. B. als weiteres Panel. Der
Abstandhalter kann aber auch derart beweglich gehaltert sein, dass er in der Ruhestellung
und der Wartungsstellung jeweils starr an der Liftkabine befestigt ist und nur zum
Übergang von der einen in die andere Stellung beweglich ist.
[0019] Bevorzugt ist der Abstandhalter zwischen der Ruhestellung und der Wartungsstellung
schwenkbar an der Liftkabine gelagert. Insbesondere ist der Abstandhalter dabei um
eine im Wesentlichen zum Kabinenboden und zur Kabinenwand parallele Richtung schwenkbar.
Auf diese Weise kann der Abstandhalter in der Ruhestellung beispielsweise besonders
platzsparend parallel zur Kabinenwand angeordnet sein, während er in der Wartungsstellung
in das Kabineninnere eingeschwenkt ist. Dabei ist der Abstandhalter in der Ruhestellung
mit Vorteil derart angeordnet, dass er vom Panel abdeckbar ist, wenn dieses in die
Normalstellung gebracht wird. In Varianten kann der Abstandhalter auch als ausklappbares
Element einer Innenwandverkleidung der Kabinenwand ausgebildet sein, beispielsweise
als ausklappbarer Bügel.
[0020] Mit Vorteil erstreckt sich der Abstandhalter wenigstens über die gesamte Breite der
lichten Öffnung des Wartungsfensters. Breite bezeichnet vorliegend eine Dimension
in Richtung parallel zur Kabinenwand und zum Kabinenboden. Auf diese Weise ist sichergestellt,
dass von keiner Position des Kabineninneren aus der vom Abstandhalter bereitgestellte
Sicherheitsabstand zum Wartungsfenster hin unterschritten werden kann.
[0021] Wie eingangs bereits erwähnt, kann der Abstandhalter auf unterschiedliche Arten ausgebildet
sein. Besonders bevorzugt umfasst der Abstandhalter jedoch einen Bügel, welcher insbesondere
U-förmig ausgebildet ist. Auf diese Weise lässt sich konstruktiv einfach ein leichter
Abstandhalter bereitstellen. Der Bügel kann dabei an seinen freien Armen in Schwenklagern
an der Liftkabine gehaltert sein. Bevorzugt ist der Bügel jedoch in einer Ruhestellung
in entsprechenden Auflagern eingehängt und mit der Bügelebene weitgehend parallel
zur Kabinenwand angeordnet. Der Bügel kann über Schraubbolzen in einer Wartungsstellung
an einer Haltestruktur der Liftkabine befestigt werden, in welcher er weitgehend senkrecht
zur Kabinenwand in das Kabineninnere ragt. Zur einfachen Befestigung können z. B.
Flügelmuttern zur Anwendung kommen, wobei freie Enden des Bügels abgewinkelt sein
können, um eine gute Befestigungsfläche bereitzustellen.
[0022] Wie bereits erwähnt ist der Abstandhalter derart ausgebildet und in der Wartungsstellung
angeordnet, dass der von der Barriere bereitgestellte Sicherheitsabstand zur Kabinenwand
bzw. zu den vorbeifahrenden Aufzugskomponenten auf einer vorgegebenen Höhe über einem
Boden der Liftkabine gewährleistet ist. Es versteht sich, dass die Barriere sich mit
konstantem Abstand auch bis zum Boden erstrecken kann und nicht nur auf einer bestimmten
Höhe den Sicherheitsabstand sicherstellt.
[0023] Die Erfindung betrifft auch eine Liftanlage, z. B. in einem Gebäude, mit einer Liftkabine
wie vorliegend beschrieben.
[0024] Aus der nachfolgenden Detailbeschreibung und der Gesamtheit der Patentansprüche ergeben
sich weitere vorteilhafte Ausführungsformen und Merkmalskombinationen der Erfindung.
[0025] Die zur Erläuterung der Ausführungsbeispiele verwendeten Zeichnungen zeigen schematisch:
- Fig. 1
- eine Schnittansicht einer Liftkabine mit Wartungsfenster mit einem als Bügel ausgebildeten
Abstandhalter;
- Fig. 2
- eine senkrechte Draufsicht auf einen Ausschnitt einer Kabinenwand einer erfindungsgemässen
Liftkabine mit einem Wartungsfenster mit einem Bügel in einer Wartungsstellung;
- Fig. 3
- eine Ansicht der Anordnung der Fig. 2 mit Blickrichtung parallel zur Kabinenwand und
von oben her senkrecht auf den Kabinenboden;
- Fig. 4
- eine analoge Ansicht wie in Fig. 2, wobei der Bügel in einer Ruhestellung ist. Grundsätzlich
sind in den Figuren einander entsprechende Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
[0026] Figur 1 zeigt eine Schnittansicht einer Liftkabine 1 mit Wartungsfenster 2 mit einem
als Bügel 8 ausgebildeten Abstandhalter. Vorliegend bezeichnet "unten" eine Richtung
zu einem Kabinenboden der Liftkabine 1 hin.
[0027] Die Liftkabine 1 ist in einem Liftschacht 17 angeordnet, wobei sich zwischen Liftkabine
1 und einer Wand des Liftschachts 17 verschiedene Aufzugskomponenten 18 befinden.
Die Aufzugskomponenten 18 können je nach Art der Liftanlage Seile, Schienen, Antriebe,
Gegengewichte etc. umfassen und sind vorliegend nur als zwei Seile angedeutet. Bevorzugt
sind die Aufzugskomponenten 18 nur zu einer Seite der Liftkabine 1 angeordnet. Die
Aufzugskomponenten 18 sind somit durch das Wartungsfenster 2, welches an einer entsprechenden
Kabinenwand 3 ausgebildet ist, zugänglich.
[0028] Im Normalfall, d. h. bei normalem Personenbetrieb, ist eine Öffnung 4 des Wartungsfensters
3 von einem Panel 5 verschlossen (nicht dargestellt). Die Öffnung 4 ist in einer Öffnungsebene
A angeordnet, welcher mit einer Ebene der Kabinenwand 3 zusammenfallt. Im Wartungsfall
ist das Wartungsfenster 2 öffenbar, indem es beispielsweise vollständig abnehmbar
ist. Während der Wartung kann das Panel 5 auf einem Kabinenboden abgestellt oder,
wie in Fig. 1 dargestellt, an einem Handlauf an der Kabinenwand 3 eingehängt werden
(gestrichelt dargestellt).
[0029] Ein erster Schutzkontakt 7 ist an einer Oberkante der Öffnung 4 derart angeordnet,
dass eine Präsenz des Panels 5 in der Öffnung 4 feststellbar ist, d. h. wenn die Öffnung
4 von dem Panel 5 in einer Normalstellung verschlossen ist. Bevorzugt ist der Schutzkontakt
7 direkt durch das Panel 5 aktivierbar, wenn dieses die Öffnung 4 verschliesst. Bei
aktiviertem Schutzkontakt 7 ist eine Normalfahrt möglich, z.B. im normalen Personenbetrieb.
Eine Steuerung (nicht dargestellt) der Sicherheitsvorrichtung, umfassend den Schutzkontakt
7, kann z. B. in eine Steuerung der Liftkabine oder der Liftanlage integriert oder
als separate Einheit ausgebildet sein.
[0030] In einer Ruhestellung (gestrichelt dargestellt) ist der als Bügel 8 ausgebildete
Abstandhalter ausserhalb der Liftkabine 1 im Bereich der Öffnung 4 angeordnet. Der
Bügel 8 befindet sich beispielsweise im Normalbetrieb der Liftanlage in der Ruhestellung.
In dieser Stellung ist eine Ebene B des Bügels 8 parallel zu einer Aussenseite der
Kabinenwand 3, von dieser nach aussen versetzt angeordnet. Der Bügel 8 ist somit platzsparend
an der Aussenseite der Liftkabine 1 verstaut.
[0031] Bei geöffnetem Wartungsfenster 2 ist der Schutzkontakt 7 deaktiviert und verhindert
somit eine Fahrt der Liftkabine 1, solange vom Bügel 8 keine Sicherheitsbarriere bereitgestellt
ist. Ein Liftmonteur kann nun den Bügel 8 z. B. manuell in eine Wartungsstellung bewegen,
in welcher der Bügel 8 eine Barriere in einem Sicherheitsabstand zum Wartungsfenster
2 bzw. zu den Aufzugskomponenten 18 sicherstellt. In der Wartungsposition ist die
Bügelebene B weitgehend senkrecht zur Kabinenwand 3 angeordnet, sodass der Bügel 8
möglichst weit in das Kabineninnere ragt. Vorliegend ist der Bügel 8 ausserhalb der
Liftkabine 1 an dieser im Wesentlichen schwenkbar befestigt, sodass er aus der Ruhestellung
durch die Öffnung 4 in das Kabineninnere in die Wartungsstellung schwenkbar ist. Der
Bügel 8 ist dabei derart ausgebildet, dass eine Sicherheitsbarriere im Abstand D von
der Kabinenwand 3 bereitgestellt ist.
[0032] Ein weiterer Schutzkontakt 15 der Sicherheitsvorrichtung überwacht die Stellung des
Bügels 8. Insbesondere ist der Schutzkontakt 15 aktivierbar, wenn der Bügel 8 in die
Wartungsstellung gelangt. Bei einer Aktivierung des Schutzkontakts 15 wird eine Revisionsfahrt
freigegeben, beispielsweise über die erwähnte Steuerung der Sicherheitsvorrichtung.
[0033] Figur 2 zeigt eine senkrechte Draufsicht auf einen Ausschnitt der Kabinenwand 3 der
erfindungsgemässen Liftkabine 1 mit dem Wartungsfenster 2. Die Blickrichtung ist vom
Kabineninneren her senkrecht auf die Kabinenwand 3 gerichtet. Figur 3 zeigt eine Ansicht
der Anordnung der Fig. 2 mit Blickrichtung parallel zur Kabinenwand 3, von oben her
senkrecht auf den Kabinenboden. Im Folgenden sind Fig. 2 und 3 gemeinsam beschrieben.
[0034] Die lichte Öffnung 4 des Wartungsfensters 2 ist in der Ebene der Kabinenwand 3 ausgebildet.
Das Panel 5 weist einen der Öffnung 4 entsprechenden Umriss auf und kann in diese
eingesetzt werden (gestrichelt angedeutet). Am Panel 5 ist in einem oberen Bereich
mittig ein Schloss 6 angeordnet, mit welchem das Panel 5 in der Öffnung 4 in einer
Normalstellung verriegelt werden kann. In der Normalstellung verschliesst das Panel
5 die Öffnung 4. In einem Bereich bei der oberen rechten Ecke der Öffnung 4 ist der
Schutzkontakt 7 angeordnet. Mit dem Schutzkontakt 7 ist feststellbar, ob sich das
Panel 5 in der Normalstellung befindet.
[0035] Der als U-förmiger Bügel 8 ausgebildete Abstandhalter ist, senkrecht zur Kabinenwand
3 in das Kabineninnere ragend, an Trägern 9 der Liftkabine 1 befestigt. Die Träger
9 sind im Bereich der lichten Öffnung 4 zu beiden Seiten ausserhalb der Kabinenwand
3 fest angeordnet. Die Träger 9 weisen jeweils eine der Öffnung 4 zugewandte Seitenfläche
9.1 auf, an welchen der Bügel 8 mit jeweils einem seiner Arme 8.2 befestigt ist. Der
Bügel 8 ragt dabei von den aussenseitig angeordneten Trägern 9 durch die Öffnung 4
in das Kabineninnere. Im Kabineninneren überspannt der Bügel 8 mit einem die Arme
8.2 verbindenden Verbindungsabschnitt 8.1 die Öffnung 4 über deren im Wesentlichen
gesamte Breite. Der Verbindungsabschnitt 8.1 ist dabei in einem Sicherheitsabstand
D von der Kabinenwand 3 bzw. von der Ebene A der Öffnung 4 nach innen beabstandet.
[0036] An den Armen 8.2 des Bügels 8 sind zur Befestigung an den Trägern 9 seitlich abgewinkelte
Befestigungsansätze 10 vorhanden. Die Befestigungsansätze 10 sind als Profilleisten
mit L-förmigem Querschnitt ausgebildet. Eine der Seitenwände (Seitenwände 10.1) jedes
Befestigungsansatzes 10 ist parallel zu der Bügelebene B angeordnet, während die andere
Seitenwand (Seitenwände 10.2) jeweils senkrecht zur Ebene B ausgerichtet ist. In der
Wartungsstellung der Fig. 2 sind die Seitenwände 10.1 unterhalb der Bügelebene B angeordnet,
während die Seitenwände 10.2 parallel zu den Seitenflächen 9.1 der Träger 9 und damit
auch parallel zur Kabinenwand 3 angeordnet sind.
[0037] Die Befestigungsansätze 10 weisen jeweils zwei einseitig offene, senkrecht zu den
beiden Seitenwänden 10.1 und 10.2 ausgebildete Schlitze 11 auf. Die Schlitze 11 erstrecken
sich über beide Seitenwände 10.1 und 10.2 des jeweiligen Befestigungsansatzes 10 und
sind an einer Kante der Seitenwände 10.1 endseitig offen.
[0038] Der Bügel 8 ist mit den Schlitzen 11 an jeweils zwei an den Seitenflächen 9.1 angeordneten
Schraubbolzen 12 eingehängt. Der Bügel 8 ist mit Flügelmuttern an den Schraubbolzen
12 befestigbar. In der Wartungsstellung der Fig. 2 sind die Seitenwände 10.2 der Befestigungsansätze
10 von den Flügelmuttern am Träger 9 festgeklemmt. Die Seitenwände 10.1 verlaufen
in der Wartungsstellung unterhalb der Schraubbolzen 12. Der Bügel 8 ist zudem an beiden
Armen 8.2 über jeweils eine als Sicherungskette ausgebildete Verliersicherung 13 mit
den Schraubbolzen 10 verbunden. Sollte der Bügel 8 beim Lösen der Flügelmuttern von
den Schraubbolzen 12 abgleiten, kann er auf diese Weise nicht in den Liftschacht fallen.
[0039] Die Seitenwände 10.1 der Befestigungsansätze 10 setzen sich in entgegen gesetzter
Richtung der Befestigungsansätze 10 über den jeweiligen Arm 8.2 des Bügels 8 hinaus
in Fortsätzen 14 fort. Unterhalb eines der Fortsätze 14, in der Ansicht der Fig. 2
auf der rechten Seite, ist ein Schutzkontakt 15 angeordnet. An einer Oberseite weist
der Schutzkontakt 15 eine Kontaktfläche zur Aktivierung auf. Der Schutzkontakt 15
ist an einem die Öffnung 4 überspannenden Querträger 16 angeordnet. Der rechte Fortsatz
14 kontaktiert in der Wartungsstellung die Kontaktfläche des Schutzkontakts 15 und
aktiviert diesen. Durch den Schutzkontakt 15 kann somit festgestellt werden, dass
sich der Bügel 8 in der Wartungsstellung befindet.
[0040] Figur 4 zeigt eine analoge Ansicht wie Fig. 2, wobei der Abstandhalter in einer Ruhestellung
ist.
[0041] Zum Übergang von der Wartungsstellung (Fig. 4) in die Ruhestellung (Fig. 2) sind
die Flügelmuttern der Schraubbolzen 12 lösbar. Aufgrund der Schlitze 11 kann der Bügel
8 bei gelösten Flügelmuttern auf den Schraubbolzen 12 gelagert nach unten geschwenkt
werden. Die Schraubbolzen 12 gleiten dabei in den Schlitzen 11 von den Seitenwänden
10.2 in die Seitenwände 10.1. Die Seitenwände 10.2 werden dabei nach oben geschwenkt
und sind in der Ruhestellung oberhalb der Schraubbolzen 12 angeordnet. Die Schraubbolzen
12 sind bezüglich einer Unterkante der Öffnung 4 weiter als die Distanz D beabstandet,
sodass der Bügel 8 nach unten und durch die Öffnung 4 nach aussen geschwenkt werden
kann. Die Bügelebene B ist in der Ruhestellung ausserhalb der Kabinenwand 3 parallel
zur Ebene A sowie den Seitenflächen 9.1 der Träger 9 angeordnet.
[0042] Durch das Verschwenken des Bügels 8 beim Übergang in die Ruhestellung ist der Fortsatz
14 beim Schutzkontakt 15 von der Kontaktfläche nach oben abgehoben und ebenfalls verschwenkt.
Der Schutzkontakt 15 ist somit deaktiviert, womit eine Normalfahrt sowie eine Revisionsfahrt
der Liftkabine 1 gesperrt ist, solange das Panel 5 sich nicht in der Normalstellung
befindet.
[0043] Durch Anziehen der Flügelmuttern sind die Seitenwände 10.1 der Befestigungsansätze
10 an den Trägern 9 festklemmbar. Der Bügel 8 ist somit in der Ruhestellung fixiert.
Das Panel 5 kann in die Öffnung 4 eingesetzt werden (Normalstellung), wobei der Bügel
8 überdeckt ist. Durch das Einsetzen des Panels 5 wird der Schutzkontakt 7 aktiviert,
womit eine Normalfahrt freigegeben ist.
1. Liftkabine (1) mit seitlichem Wartungsfenster (2) und einem Panel (5), welches in
einer Normalstellung eine Öffnung (4) des Wartungsfensters (2) öffenbar abdeckt, einem
Abstandhalter (8), der beim Wartungsfenster (2) derart in eine Wartungsstellung bringbar
ist, insbesondere bei geöffnetem Wartungsfenster (2), dass eine Barriere in einem
Sicherheitsabstand zu vorbeifahrenden Aufzugskomponenten (18) bereitgestellt ist,
und mit einer Sicherheitsvorrichtung, welche überwacht, ob sich das Panel (5) in der
Normalstellung und ob sich der Abstandhalter (8) in der Wartungsstellung befindet,
welche Sicherheitsvorrichtung eine Normalfahrt sowie eine Revisionsfahrt der Liftkabine
(1) sperrt, wenn das Panel (5) sich nicht in der Normalstellung und der Abstandhalter
sich nicht in der Wartungsstellung befindet und durch welche Sicherheitsvorrichtung
eine Revisionsfahrt nur freigebbar ist, wenn sich der Abstandhalter (8) in der Wartungsstellung
befindet.
2. Liftkabine (1) gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Revisionsfahrt durch die Sicherheitsvorrichtung automatisch freigebbar ist,
sobald sich der Abstandhalter (8) in der Wartungsstellung befindet.
3. Liftkabine (1) gemäss einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherheitsvorrichtung einen ersten Sicherheitskontakt (7) umfasst, welcher aktivierbar
ist, indem das Panel (5) in die Normalstellung gebracht wird.
4. Liftkabine (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherheitsvorrichtung einen zweiten Sicherheitskontakt (15) umfasst, welcher
aktivierbar ist, indem der Abstandhalter (8) in die Wartungsstellung gebracht wird.
5. Liftkabine (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandhalter (8) in der Wartungsstellung weitgehend senkrecht zu einer Kabinenwand
(3), an welcher das Wartungsfenster (2) ausgebildet ist, angeordnet ist.
6. Liftkabine (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandhalter (8) in der Wartungsstellung durch das Wartungsfenster (2) in das
Kabineninnere ragt.
7. Liftkabine (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandhalter (8) beweglich an der Liftkabine (1) gehaltert ist, wobei er von
der Wartungsstellung in eine Ruhestellung bringbar ist.
8. Liftkabine (1) gemäss Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandhalter (8) zwischen der Ruhestellung und der Wartungsstellung schwenkbar
an der Liftkabine (1) gelagert ist.
9. Liftkabine (1) gemäss einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandhalter (8) in der Ruhestellung derart angeordnet ist, dass er vom Panel
(5) abdeckbar ist, wenn dieses in die Normalstellung gebracht wird.
10. Liftkabine (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandhalter (8) sich weitgehend über die gesamte Breite der Öffnung (4) des
Wartungsfensters (2) erstreckt.
11. Liftkabine (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandhalter (8) einen, insbesondere U-förmigen, Bügel (8) umfasst.
12. Liftkabine (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandhalter (8) derart ausgebildet und in der Wartungsstellung angeordnet ist,
dass der von der Barriere bereitgestellte Sicherheitsabstand auf einer vorgegebenen
Höhe über einem Boden der Liftkabine (1) gewährleistet ist.
13. Liftkabine (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Panel (5) in der Normalstellung über eine Verriegelungsvorrichtung (6) verriegelbar
ist.
14. Liftanlage mit einer Liftkabine (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 13.