Stand der Technik
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine elektrische Schaltung für den Betrieb einer
Sendeempfangseinheit, wie sie beispielsweise in Verbindung mit Ultraschallsendeempfängern
Verwendung finden kann. Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung eine verbesserte
elektrische Schaltung zur Verkürzung der Einschwingzeit einer Sendeempfangseinheit.
[0002] Sendeempfangseinheiten können gemäß dem Stand der Technik für viele unterschiedliche
Anwendungsfälle verwendet werden. Beispielsweise werden sie für Abstandsmessungen
im Kraftfahrzeug eingesetzt, wobei als Sendeempfangseinheiten insbesondere Radar-Lidar-
und Schallwandler eingesetzt werden, um von einem ausgesendeten und von einem Umgebungsobjekt
reflektierten Signal auf eine aktuelle Entfernung des Fahrzeugs vom Umgebungsobjekt
schließen zu können. Bei einem Ultraschallwandler wird hierzu beispielsweise eine
Piezo-Membran verwendet. Beim Sendevorgang wird elektrische Energie aufgebracht, um
Schall zu erzeugen, während nach dem Sendevorgang und nach abgeklungenen Membran-Restschwingungen
auf die Membran eintreffender Schall in elektrische Signale umgewandelt wird. Bekanntermaßen
ist hierbei erforderlich, dass der Sendepuls eine möglichst kurze Dauer hat, um bereits
kurze Zeit später auf die Membran auftreffenden Reflexionsschall aus den abklingenden
Membranschwingungen erkennen zu können. Um dennoch hohe Sendeenergie abstrahlen zu
können, ist es erstrebenswert, bereits von Anbeginn des Sendevorgangs ein Maximum
an Membranamplituden zu erzeugen und diese über den gesamten (kurzen) Sendevorgang
beizubehalten. Um mittels möglichst leistungsschwachen Signalgeneratoren hohe Amplitudenschwingungen
zu erzeugen, wird im Stand der Technik der Signalgenerator häufig mit einem ersten
Schwingkreis (beispielsweise bestehend aus einer Reihenschaltung einer Spule und eines
Kondensator) angeregt, und die Spannung an einem der beiden Energiespeicher als Eingangsgröße
für einen zweiten, die Sendeempfangseinheit umfassenden, Schwingkreis verwendet. Hierbei
kann der zweite Schwingkreis ausschließlich aus der (ohne weiteres schwingfähigen)
Sendeempfangseinheit bestehen oder weitere Energiespeicher umfassen. Allerdings wird
zur Anregung beider Schwingkreise eine gewisse Zeitdauer benötigt, um für einen Sendevorgang
hinreichende Amplituden an der Sendeempfangseinheit zu erzeugen. Diese Zeitdauer begrenzt
u.a. die sogenannte Nahmessfähigkeit eines Abstandsmesssystems.
[0003] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Nahmessfähigkeit eines
Ultraschall-basierten Abstandsmesssystems zu verbessern.
Offenbarung der Erfindung
[0004] Die vorstehend genannte Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine elektrische Schaltung
mit den Merkmalen gemäß Anspruch 1 gelöst. Entsprechend wird eine elektrische Schaltung
vorgeschlagen, welche für den Betrieb einer Sendeempfangseinheit, beispielsweise eines
Ultraschallsendeempfängers, geeignet ist. Dabei umfasst die Schaltung einen ersten
Schwingkreis zur Erzeugung eines Sendesignals sowie einen zweiten Schwingkreis mit
einer Sendeempfangseinheit. Der erste Schwingkreis kann dabei mit einem Signalgenerator
bzw. einer Signalquelle gekoppelt sein, dessen bzw. deren Signal den ersten Schwingkreis
zu Schwingungen anregen kann. Der zweite Schwingkreis kann beispielsweise einen oder
mehrere Schallwandler umfassen, mittels welcher einerseits Schallenergie abgestrahlt
und andererseits Schallenergie aufgenommen und in elektrische Signale gewandelt werden
kann. Hierbei kann der zweite Schwingkreis ausschließlich aus der (ohne weiteres schwingfähigen)
Sendeempfangseinheit bestehen oder weitere Energiespeicher umfassen. Weiter umfasst
die erfindungsgemäße elektrische Schaltung eine Schalteinheit, wobei die Schalteinheit
eingerichtet ist, den ersten Schwingkreis und den zweiten Schwingkreis mit einander
zu koppeln. Mit anderen Worten kann die Schalteinheit dafür sorgen, dass im ersten
Schwingkreis gespeicherte elektrische Energie in den zweiten Schwingkreis gelangen
kann. Erfindungsgemäß wird dies im Ansprechen auf das Erreichen eines ersten vordefinierten
Schwellwertes einer Zustandsgröße des ersten Schwingkreises veranlasst. Mit anderen
Worten kann beispielsweise ein Strom und/oder eine Spannung in einem und/oder beiden
Energiespeichern des ersten Schwingkreises eine vordefinierte Größe erreichen und
im Ansprechen darauf die Schalteinheit veranlasst werden, den ersten Schwingkreis
und den zweiten Schwingkreis miteinander zu koppeln. Auf diese Weise kann im zweiten
Schwingkreis noch eine Reflexion erwartet und ausgewertet werden, während im ersten
Schwingkreis bereits Energie für einen weiteren Sendevorgang gesammelt wird, ohne
dass diese sich mit dem Empfangssignal überlagert.
[0005] Die Unteransprüche zeigen bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung.
[0006] Bevorzugt kann der Schwellwert der Zustandsgröße eine minimale Amplitude einer mit
der Schwingungsenergie des ersten Schwingkreises gekoppelten Größe sein. Beispielsweise
kann eine Spannung und/oder ein Strom über einer Kapazität des ersten Schwingkreises
als einen Schaltvorgang der Schalteinheit veranlassende Größe herangezogen werden.
Alternativ oder zusätzlich kann ein Strom und/oder eine Spannung in einer Induktivität
des ersten Schwingkreises verwendet werden. Dies hat den Vorteil, dass eine einfache
Möglichkeit zur Ermittlung eines geeigneten Auslösezeitpunktes für einen Schaltvorgang
zur Verfügung steht, der beispielsweise durch einen Transistor als Schalteinheit mittels
analoger Schaltungstechnik als Eingangsgröße verwendet werden kann.
[0007] Weiter bevorzugt kann die Schalteinheit eingerichtet sein, einen Ausgang des ersten
Schwingkreises mit einem Eingang des zweiten Schwingkreises zu verbinden. Mit anderen
Worten kann eine elektrische Verbindung zwischen dem ersten Schwingkreis und dem zweiten
Schwingkreis zur Kopplung der beiden Schwingkreise durch die Schalteinheit hergestellt
werden. Dies bietet den Vorteil, dass die Sendeempfangseinheit bis zur Kopplung mit
dem ersten Schwingkreis spannungsfrei bleibt.
[0008] Bevorzugt kann der Ausgang des ersten Schwingkreises dabei parallel zu einem Energiespeicher
des ersten Schwingkreises angeordnet sein. Mit anderen Worten wird das Signal an einem
ersten Anschluss eines parallel zum Ausgang liegenden Energiespeichers abgegriffen,
dessen zweiter Anschluss mit der elektrischen Masse verbunden ist. Mit dem ersten
Anschluss kann nun die Schalteinheit verbunden sein, welche in geschlossenem Zustand
den Ausgang des ersten Schwingkreises mit dem Eingang des zweiten Schwingkreises verbindet.
Die vorstehend genannte Anordnung stellt eine einfache und schaltungstechnisch gut
beherrschbare Ausführungsform dar.
[0009] Alternativ oder zusätzlich kann die Schalteinheit eingerichtet sein, einen masseseitigen
Anschluss der Sendeempfangseinheit mit der elektrischen Masse elektrisch zu koppeln.
Mit anderen Worten kann die Schalteinheit oder eine zusätzliche Schalteinheit eine
Verbindung zwischen der Sendeempfangseinheit und der elektrischen Masse ohne Zwischenschaltung
weiterer elektrischer Bauelemente vornehmen. Im Gegensatz zum vorstehend beschriebenen
Aufbau, nach welchem eine elektrische Verbindung zwischen den beiden Schwingkreisen
geschaltet wird, bietet die Alternative eine einfachere Möglichkeit zur Ansteuerung
des Schalters.
[0010] Weiter bevorzugt kann die Sendeempfangseinheit des zweiten Schwingkreises als Ultraschallwandler
ausgestaltet sein oder zumindest einen solchen umfassen. Dies bietet den Vorteil,
dass diese Technik einerseits sicher beherrschbar ist und andererseits die erforderlichen
Ultraschallwandler in hoher Stückzahl für den Automobilbau gefertigt werden, wodurch
eine erfindungsgemäße Schaltung kostengünstig herstellbar ist. Da sich, wie in Verbindung
mit den beigefügten Zeichnungsfiguren noch diskutiert wird, ein Ultraschallwandler
auf Piezobasis bereits selbst wie ein elektrischer Schwingkreis verhält, müssen außer
einem solchen Ultraschallwandler keine weiteren elektrischen Bauelemente für den Aufbau
des zweiten Schwingkreises vorgesehen werden. Dies bietet den Vorteil eines besonders
einfachen und kostengünstigen Aufbaus einer erfindungsgemäßen elektrischen Schaltung.
[0011] Weiter bevorzugt kann als Schalteinheit ein Transistor, insbesondere ein Feldeffekttransistor,
äußerst bevorzugt ein Metalloxidschichtfeldeffekttransistor (MOSFET) vorgesehen sein.
Dies bietet den Vorteil, dass Transistoren einerseits als Massenartikel hergestellt
und daher günstig erworben werden können, andererseits, insbesondere in Verbindung
mit den vorgenannten Feldeffekttransistoren, geringe Schalt- und Sperrverluste entstehen.
[0012] Weiter bevorzugt kann eine Signalquelle mit dem ersten Schwingkreis gekoppelt sein,
wobei die Kopplung insbesondere dauerhaft, mit anderen Worten also nicht schaltbar,
sein kann. Dies bietet den Vorteil eines besonders einfachen Aufbaus, während die
Funktionssicherheit erhöht wird.
[0013] Die Unteransprüche zeigen bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0014] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung unter Bezugnahme auf die begleitenden
Zeichnungen im Detail beschrieben. In den Zeichnungen ist:
- Figur 1
- ein Schaltbild eines typischen Ausführungsbeispiels gemäß dem Stand der Technik,
- Figur 2
- ein Schaltbild eines Ausführungsbeispiels gemäß der vorliegenden Erfindung,
- Figur 3
- zwei Diagramme, veranschaulichend die Spannung zur Anregung des ersten Schwingkreises
(oben) und die resultierende Spannung an der Sendeempfangseinheit (unten),
- Figur 4
- ein Zeitdiagramm von Strömen durch eine Sendeempfangseinheit gemäß dem Stand der Technik
und der vorliegenden Erfindung (oben) und ein Zeitdiagramm von Spannungen an der Sendeempfangseinheit
gemäß dem Stand der Technik und der vorliegenden Erfindung (unten), und
- Figur 5
- zwei Zeitdiagramme zur Veranschaulichung der unterschiedlichen Anregungsdauer nach
dem Stand der Technik und nach der vorliegenden Erfindung.
Ausführungsformen der Erfindung
[0015] Figur 1 zeigt eine elektrische Schaltung, wie sie aus dem Stand der Technik zur Verwendung
eines Ultraschallsendeempfängers verwendet wird. Eine
[0016] Signalquelle 4 ist eingerichtet, einen aus einer Spule L
1 von beispielsweise 285 µH und einem Kondensator C
1 von 46 nF bestehenden Schwingkreis mit einer sinusförmigen Spannung zu beaufschlagen.
Parallel zum Kondensator C
1 ist das Ersatzschaltbild eines Sendeempfängers 2 dargestellt, welches aus einer Parallelschaltung
von vier Zweigen besteht. Der erste Zweig besteht auf einer Kapazität C
2 von 2 nF. Der zweite Zweig besteht aus einer Induktivität L
3 von 350 mH, einer zur Induktivität L
3 in Reihe geschalteten Kapazität C
3 von 40 pF und einer ebenfalls in Reihe geschalteten ohmschen Last R
3 von 3 kΩ. Der dritte Zweig besteht aus einer Induktivität L
4 von 50 µH, einem Kondensator C
4 von 40 pF und einer ohmschen Last R
4 von 3 kΩ. Der vierte Zweig schließlich besteht aus einer Spule L
5 von 20 mH, einer Kapazität C
5 von 40 pF und einer ohmschen Last R
5 von 3 kΩ. Eine Schalteinheit ist nicht vorgesehen, so dass die Signalquelle 4 stets
beide Schwingkreise bzw. die gesamte dargestellte Anordnung passiver Elemente als
Last sieht.
[0017] Figur 2 zeigt ein Schaltbild eines Ausführungsbeispiels gemäß der vorliegenden Erfindung.
Eine Signalquelle 4 treibt einen Schwingkreis SK
1, welcher aus einer Reihenschaltung aus einer ersten Induktivität L
1 und einer ersten Kapazität C
1 besteht. Zwischen der Induktivität L
1 und der Kapazität C
1 ist eine Ausgangsklemme 3 des ersten Schwingkreises SK
1 angeordnet. An die Ausgangsklemme 3 schließt sich ein erster Schalter S
1 zum Koppeln der beiden Schwingkreise SK
1 und SK
2 an. Mit dem Schalter S
1 ist ein bereits in Verbindung mit Figur 1 diskutiertes Ersatzschaltbild eines Ultraschallwandlers
2 als Sendeempfangseinheit verbunden. Masseseitig ist zwischen dem Ultraschallwandler
2 und der elektrischen Masse 10 ein zweiter Schalter S
2 (gestrichelt) als zweite Schalteinheit S
2 vorgesehen. Die Elemente des Ersatzschaltbildes der Sendeempfangseinheit 2 stimmen
mit den in Figur 1 dargestellten übereinstimmen, so dass auf eine detaillierte Diskussion
dieser der Kürze halber verzichtet werden kann. Die Funktion der erfindungsgemäßen
Schaltung ist wie folgt: Die Signalquelle regt den ersten Schwingkreis SK
1 an, im Ansprechen worauf sich über der Kapazität C
1 um ein Vielfaches höhere Spannungsamplituden einstellen, als sie die Signalquelle
4 allein zu liefern im Stande ist. Im Ansprechen auf ein Erreichen eines ersten Schwellwertes,
der mit für einen Sendeempfangsvorgang geeigneten Amplituden korrespondiert, wird
der erste Schalter S
1 geschlossen, wodurch die über der ersten Kapazität C
1 anliegenden Spannungen nun über dem aus dem Ultraschallwandler gebildeten
[0018] Zweipol als zweiter Schwingkreis SK
2 anliegen. Die vorstehenden Ausführungen treffen für den Fall zu, dass der zweite
Schalter S
2 entweder geschlossen oder nicht vorhanden ist. Identisch könnte der zweite Schalter
S
2 verwendet werden, während der erste Schalter S
1 geschlossen oder nicht vorhanden ist. Die Funktionsweise ergibt sich für den zweiten
Schalter S
2 entsprechend. Nach Beenden des Sendevorgangs wird der jeweils verwendete Schalter
(oder falls beide Schalter S
1/S
2 verwendet werden, zumindest einer der beiden Schalter S
1/S
2) geöffnet, so dass keine Energie mehr aus dem ersten Schwingkreis SK
1 in den zweiten Schwingkreis SK
2 gelangt und die Membran der Sendeempfangseinheit 2 abklingt oder beispielsweise in
bekannter Weise passiv oder aktiv gedämpft wird. An der Sendeempfangseinheit 2 eintreffende
Echos können nun ihrerseits die Membran der Sendeempfangseinheit 2 in Schwingungen
versetzen und in bekannter Weise aus dem elektrischen Signal der Sendeempfangseinheit
2 detektiert werden.
[0019] Figur 3 zeigt in ihrer oberen Hälfte ein Zeitdiagramm eines Spannungssignals V
4, wie es durch die in Figur 2 gezeigte Signalquelle 4 erzeugt werden könnte. Die dargestellte
Wechselspannung hat eine Amplitude von 3 V. Aufgrund des ersten Schwingkreises SK
1 ergibt sich nach einiger Zeit eine bedeutend höhere Amplitude beispielsweise für
die Spannung über der ersten Kapazität C
1. Diese Spannung wird bereits im Stand der Technik dazu benutzt, die Sendeempfangseinheit
2 mit einem zur Aussendung geeigneten elektrischen Signal zu beaufschlagen. In der
unteren Hälfte von Figur 3 ist eine Spannung V
2 über der Zeit aufgetragen, welche sich in einer Schaltung gemäß dem Stand der Technik
(siehe Figur 1) am Ultraschallwandler ohne einen erfindungsgemäßen Schaltvorgang ergeben
könnte. Es ist erkennbar, dass ab dem Zeitpunkt, ab welchem die Signalquelle 4 eine
Spannung V
4 ausgibt, auch eine Spannung V
2 über dem Ultraschallwandler anliegt, welche jedoch ihre maximale Amplitude erst zeitgleich
mit dem Ende des Spannungssignals V
4 erreicht. Anschließend klingt die Amplitude der Spannung V
2 im Wesentlichen mit einer e-Funktion ab.
[0020] Figur 4 zeigt in seiner oberen Hälfte einen Vergleich von Zeitdiagrammen zweier Ströme,
wie sie gemäß der vorliegenden Erfindung (I
2E) bzw. gemäß dem Stand der Technik (I
2PA) bei entsprechender Anregung durch den Ultraschallwandler 2 fließen würden. Die untere
Hälfte von Figur 2 zeigt die entsprechenden Spannungssignale (V
2E: Spannung am Ultraschallwandler 2 gemäß der vorliegenden Erfindung, V
2PA: Spannung am Ultraschallwandler 2 gemäß dem Stand der Technik), welche zu den jeweiligen
Strömen, wie sie in der oberen Bildhälfte von Figur 4 dargestellt sind, gehören. Der
Spannungsverlauf gemäß dem Stand der Technik V
2PA entspricht im Wesentlichen dem in der unteren Hälfte von Figur 3 dargestellten Verlauf.
Da zu Beginn der Anregung des Ultraschallwandlers 2 auch der erste Schwingkreis noch
nicht voll erregt ist, steigt die Amplitude der Spannung V
2PA nur langsam an. Entsprechendes gilt insbesondere für den Strom I
2PA durch den Ultraschallwandler 2 in der oberen Hälfte der Figur 4. Somit wird nur langsam
Energie in den zweiten Schwingkreis SK
2 "gepumpt". Deutlich andere Verläufe ergeben sich gemäß der vorliegenden Erfindung.
Die Spannung V
2E in der unteren Hälfte von Figur 4 beginnt mit einer maximalen Amplitude, da zum Schaltzeitpunkt
der erste Schwingkreis SK
1 bereits voll erregt und somit die Spannung über der ersten Kapazität C
1 bereits ihr Maximum erreicht hat. Die Erregung des Ultraschallwandlers 2 mit maximalen
Spannungen führt zu einem deutlich schnelleren Ansteigen des durch ihn fließenden
Stromes I
2E. Mit anderen Worten ergeben sich deutlich früher für einen Sendevorgang erforderliche
Signalamplituden, so dass innerhalb kürzerer Zeit die erforderliche Schallenergie
durch den Ultraschallwandler 2 abgestrahlt werden kann. Indem auf diese Weise der
Sendevorgang früher beendet und die Membranschwingungen auf ein für einen Empfangsvorgang
erforderliches Maß abgeklungen sind, können bereits zu einem früheren Zeitpunkt als
gemäß dem Stand der Technik Echos aus dem Signal des Ultraschallwandlers 2 detektiert
werden. Auf diese Weise kann die sogenannte "Nahdetektionsschwelle" deutlich gesenkt
werden, so dass auch nahe am Fahrzeug bzw. am Ultraschallwandler 2 angeordnete Umgebungsobjekte
sicher detektiert werden können.
[0021] Figur 5 zeigt zwei Spannungsverläufe (V
4E, V
4PA) zur Anregung des ersten Schwingkreises SK
1 durch die Signalquelle 4, wobei die obere Spannung V
4E gegenüber der unten dargestellten Spannung V
4PA früher eingeschaltet und früher ausgeschaltet wird. Zwar wird der erste Schwingkreis
mit der Spannung V
4E bereits zu einem früheren Zeitpunkt mit Energie versorgt, dies stört jedoch noch
andauernde Empfangsvorgänge im zweiten Schwingkreis nicht, da zu diesem Zeitpunkt
gemäß der vorliegenden Erfindung keine Kopplung der Schwingkreise besteht. Der spätere
Signalanfang der Spannung V
4PA gemäß dem Stand der Technik fällt zeitlich mit dem Anregungszeitpunkt des zweiten
Schwingkreises zusammen. Um für den Sendevorgang hinreichend Energie über den Sendeempfänger
abstrahlen zu können, ist gemäß dem Stand der Technik jedoch eine längere Anregungszeit
des zweiten Schwingkreises SK
2 als gemäß der vorliegenden Erfindung erforderlich. Daher können durch die vorliegende
Erfindung kürzere Pulse verwirklicht werden, die eine bessere Entfernungsauflösung
und eine bessere Auflösung von Mehrfachechos erlauben.
[0022] Es ist ein Kerngedanke der vorliegenden Erfindung, einen zur Erzeugung eines Sendesignals
für eine Sendeempfangseinrichtung verwendeten ersten Schwingkreis zunächst mit Energie
zu versorgen, ohne dass die Sendeempfangseinrichtung bereits Anteile an dieser Energie
aufnehmen kann. Erst wenn die abgebbare Energie innerhalb des ersten Schwingkreises
ein vorbestimmtes Maß erreicht hat, wird mittels einer Schalteinrichtung ein Energieübertrag
aus dem ersten Schwingkreis auf die Sendeempfangseinheit, welche bevorzugt in einem
zweiten Schwingkreis angeordnet ist, ermöglicht. Für die Anordnungen und Ausgestaltungen
der Schalteinheit sind unterschiedliche Lösungen vorgeschlagen worden. Der Gegenstand
der vorliegenden Erfindung ermöglicht es, z.B. noch während eines Empfangsvorgangs
mittels der Sendeempfangseinheit elektrische Energie in den ersten Schwingkreis zu
bringen und somit einen auf den Empfangsvorgang folgenden Sendevorgang vorzubereiten.
[0023] Auch wenn die erfindungsgemäßen Aspekte und vorteilhaften Ausführungsformen anhand
der in Verbindung mit den beigefügten Zeichnungsfiguren erläuterten Ausführungsbeispielen
im Detail beschrieben worden sind, sind für den Fachmann Modifikationen und Kombinationen
von Merkmalen der dargestellten Ausführungsbeispiele, insbesondere auch mit weiteren,
aus dem Stand der Technik bekannten Lösungen und Merkmalen, möglich, ohne den Bereich
der vorliegenden Erfindung zu verlassen, deren Schutzbereich durch die beigefügten
Ansprüche definiert wird.
1. Elektrische Schaltung für den Betrieb einer Sendeempfangseinheit (2), wobei die Schaltung
(1) umfasst:
- einen ersten Schwingkreis (SK1) zur Erzeugung eines Sendesignals
- einen zweiten Schwingkreis (SK2) umfassend eine Sendeempfangseinheit (2), und
- eine Schalteinheit (S1' S2), wobei die Schalteinheit (S1' S2) eingerichtet ist, den ersten Schwingkreis (SK1) und den zweiten Schwingkreis (SK2) miteinander zu koppeln, wenn eine Zustandsgröße des ersten Schwingkreises (SK1) einen vordefinierten Schwellwert überschritten hat.
2. Elektrische Schaltung nach Anspruch 1, wobei die Zustandsgröße eine minimale Amplitude
einer mit der Schwingungsenergie des ersten Schwingkreises (SK1) gekoppelten Größe ist.
3. Elektrische Schaltung nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Schalteinheit eingerichtet
ist, einen Ausgang (3) des ersten Schwingkreises (SK1) mit einem Eingang des zweiten Schwingkreises (SK2) zu verbinden.
4. Elektrische Schaltung nach Anspruch 3, wobei der Ausgang des ersten Schwingkreises
(SK1) parallel zu einem Energiespeicher (C1) des ersten Schwingkreises (SK1) angeordnet ist.
5. Elektrische Schaltung nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Schalteinheit
(S1' S2) eingerichtet ist, einen masseseitigen Anschluss (5) der Sendeempfangseinheit (2)
mit der elektrischen Masse (10) elektrisch zu koppeln.
6. Elektrische Schaltung nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei der Energiespeicher
ein Kondensator (C1) oder eine Spule (L1) ist.
7. Elektrische Schaltung nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Sendeempfangseinheit
(2) einen Ultraschallwandler umfasst.
8. Elektrische Schaltung nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Schalteinheit
(S1'S2) ein Transistor, insbesondere ein Metalloxidschicht-Feldeffekttransistor ist.
9. Elektrische Schaltung nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei weiter eine Signalquelle
(4), insbesondere dauerhaft, mit dem ersten Schwingkreis (SK1) gekoppelt ist.