[0001] Die Erfindung betrifft eine galvanische Beschichtungsanlage und ein Verfahren zum
Betrieb dieser zur nacheinander erfolgenden Aufbringung mehrerer Schichten auf ein
als Elektrode geschaltetes Werkstück mittels eines auf die jeweilige Schicht abgestimmten
Elektrolyten und Beschaltung des Werkstücks gegen eine Gegenelektrode sowie einer
Spülung des Werkstücks zumindest zwischen der Aufbringung zweier Schichten.
[0002] Zur galvanischen Beschichtung von Werkstücken wird in einer Wanne ein Elektrolyt
vorgelegt und zwischen einer Gegenelektrode und einem Werkstück eine Spannung angelegt,
so dass sich je nach Zusammensetzung des Elektrolyts, der angelegten Spannung und
den elektrochemischen Eigenschaften des Werkstücks infolge des zwischen Gegenelektrode
und dem Werkstück fließenden Stroms an dem Werkstück eine Schicht abscheidet. Hierbei
kann ein an sich für die Beschichtung eines entsprechenden Werkstücks ungeeigneter
Stoff beschichtet werden, indem zuerst eine oder mehrere Vermittlerschichten aufgebracht
und/oder konditionierende Verfahrensschritte vorgesehen werden. Zwischen zwei Beschichtungsschritten
werden dabei entsprechende Spülvorgänge des Werkstücks vorgenommen. Beispielsweise
kann auf einem Werkstück aus Aluminium eine stabile Kupferschicht aufgebracht werden,
indem zuvor eine Nickelschicht aufgebracht wird. Dazwischen sind entsprechende Reinigungs-
und Konditionierschritte vorgesehen. Um einen Beschichtungsvorgang mit mehreren Beschichtungsschritten
seriell durchführen zu können, wird in Reihe oder - wie beispielsweise aus der
DE 29 44 401 A1 bekannt - kreisförmig eine entsprechende Anzahl von Arbeitsbehältern aufgestellt,
zwischen denen mittels einer das Werkstück oder eine Folge von Werkstücken von einem
Arbeitsbehälter in den nächsten Arbeitsbehälter transportierenden Transporteinrichtung
die Folge der notwendigen Beschichtungs- und Behandlungsschritte seriell abgearbeitet
wird. Hierbei ist jeder Arbeitsbehälter mit der diesem Behandlungsschritt entsprechenden
Flüssigkeit- Elektrolyt, Spüllösung, Konditi-onierlösung und dergleichen - befüllt
und muss über eine entsprechende Versorgung, beispielsweise mit einem Rührwerk, gegebenenfalls
einer Heizeinrichtung, Zu- und Abläufen zur Befüllung und Entleerung versehen werden.
Insbesondere bei großen Werkstücken, beispielsweise Teilen von Flugzeugtriebwerken,
Turbinenteilen und dergleichen, sind Aufwand und Raumbedarf, insbesondere lateraler
Raumbedarf für die bereitzuhaltende Anzahl von Arbeitsbehältern sowie die Transporteinrichtung
groß, so dass der Aufwand unter anderem auch für die diese umgebenden Gebäude und
Gebäudeflächen sehr groß ist. Desweiteren verändern sich die Inhalte der Arbeitsbehälter
über dessen Betrieb laufend, so dass beispielsweise durch Schlammbildung die Arbeitsbehälter
in vorgesehenen Abständen gereinigt und die Anlage während dieser Zeit stillgelegt
werden muss. Weiterhin treten durch die Schlammabfälle hohe Belastungen zur Entsorgung
auf.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist daher, eine galvanische Beschichtungsanlage und ein Verfahren
zu deren Betrieb vorzuschlagen, die weniger aufwendig im Aufbau ist, einen geringeren
Raumbedarf beansprucht und während des Betriebs effizienter ist und weniger Industrieabfall
verursacht.
[0004] Die Aufgabe wird durch eine galvanische Beschichtungsanlage mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 und durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 10 gelöst. Die
auf diese rückbezogenen Unteransprüche beanspruchen vorteilhafte Ausführungsformen.
[0005] Es wird im Gegensatz zum Stand der Technik eine galvanische Beschichtungsanlage vorgeschlagen,
bei der nicht das Werkstück von Bearbeitungsschritt zu Bearbeitungsschritt mittels
einer Transporteinrichtung entlang angeordneter Arbeitsbehälter bewegt wird sondern
in einem einzigen Arbeitsbehälter verbleibt, während die Badflüssigkeiten - soweit
notwendig - von Bearbeitungsschritt zu Bearbeitungsschritt gewechselt werden. Infolge
dieses Wechsels des kinematischen Ablaufs kann mittels nur eines einzigen Arbeitsbehälters
und im Wesentlichen frei zu diesem anordenbaren Vorratsbehältern wesentlicher Raumbedarf
eingespart werden, zumindest aber aufgrund der von der vereinfachten Transporteinrichtung
nicht mehr kinematisch vorgegebenen Anordnung abgewichen werden, so dass insgesamt
eine günstigere Staffelung der erforderlichen Volumina ermöglicht wird. Weiterhin
können durch die Einsparung von gegenüber Vorratsbehältern teuren Arbeitsbehältern
Kosten gespart werden. Der Arbeitsbehälter kann Röhren- oder Becherform aufweisen.
In besonders vorteilhafter Weise können bei einem Umbau einer konventionellen galvanischen
Beschichtungsanlage mit mehreren Arbeitsbehältern diese als Vorratsbehälter weiterverwendet
werden und beispielsweise geodätisch über diesen raumsparend angeordnet werden. Weiterhin
können vorhandene Elektrolyte in der Regel weiterverwendet werden.
[0006] Die mit dem Arbeitsbehälter in Verbindung stehenden Vorratsbehälter enthalten die
für einen Bearbeitungsschritt notwendigen, jeweils das betreffende Medium im Badbehälter
bildenden Arbeitslösungen, beispielsweise eine Elektrolytlösung, eine Spüllösung oder
ein Spülmedium, eine Konditionierlösung oder dergleichen. Unter Elektrolytlösung ist
hierbei eine elektrisch leitfähige Lösung mit einer vorgegebenen Konzentration einer
elektroaktiven Komponente und einer Gegenkomponente zu verstehen, so dass unter Einhaltung
des Elektroneutralitätsgesetzes an dem Werkstück unter Bildung einer Schicht ein Entladungsvorgang
und an der Gegenelektrode in gleichem Umfang ein Ladungsumtausch entgegengesetzter
Ladung auftritt. Die elektroaktive Komponente kann ein Metallion, beispielsweise ein
Kupferkation, ein Nickelkation, beispielsweise hydratisiert und/oder mittels Liganden
komplexgebunden, ein mittels funktioneller Gruppen geladenes organisches Ion, beispielsweise
eine Harzkomponente oder dergleichen sein. Je nach Ladung kann ein Kation kathodisch
reduziert werden, wobei als Gegenreaktion an der Gegenelektrode beispielsweise Wasser
zu Sauerstoff oxidiert wird. In selteneren Fällen kann in anodischer Schaltung des
Werkstücks ein negativ geladenes Substrat an dem Werkstück durch Oxidation schichtbildend
niedergeschlagen werden, wobei beispielsweise an der Gegenelektrode Wasser zu Wasserstoff
reduziert wird. Die Beschichtungsvorgänge können durch Gleichstrom, Strompulse und
dergleichen erfolgen. Nachfolgende Konditionierschritte wie Elektropolieren, Glätten
und dergleichen können unter Zuschaltung eines Wechselanteils bei gleichem oder geändertem
Elektrolyt erfolgen. Die Gegenelektrode ist bevorzugt aus chemisch inaktivem Material,
beispielsweise in bevorzugter Weise aus Edelstahl, aus Titan oder mit Titan beschichtet,
aus Edelmetall oder edelmetallbeschichtet ausgebildet. Um eine gleichmäßige Beschichtung
zu erzielen, kann weiterhin die Form der Gegenelektrode der äußeren Form des Werkstücks
unter Einhaltung eines vorgegebenen Abstands nachgebildet sein.
[0007] Eine Spüllösung oder ein Spülmedium kann im einfachsten Fall Wasser oder beispielsweise
ein Gemisch von Wasser mit organischen Lösungsmitteln, eine neutralisierende Lösung,
eine ein Metall komplexierende Lösung oder dergleichen sein. Dabei muss Wasser für
sich nicht in einem Vorratsbehälter vorgehalten werden sondern kann mittels eines
separaten steuerbaren Anschlusses dem Arbeitsbehälter zugeleitet werden.
[0008] Der Arbeitsbehälter ist aus inertem Material, beispielsweise Edelstahl oder entsprechend
beschichtetem Stahl, beispielsweise kunststoffbeschichtetem Stahl, aus Kunststoff
mit einer entsprechenden Tragekonstruktion oder dergleichen gebildet. Zur Verbesserung
der Beschichtungsqualität kann der Arbeitsbehälter beispielsweise aufgeheizt bevorzugt
thermostatisiert ausgebildet sein. Weiter kann der Arbeitsbehälter verschließbar ausgebildet
sein. Die Vorratsbehälter sind alle aus demselben für die Inhalte inerten Material
beispielsweise Edelstahl oder Kunststoff mit entsprechender Tragestruktur ausgebildet.
Alternativ kann ein Vorratsbehälter für den entsprechenden Inhalt abgestimmt, beispielsweise
aus entsprechendem inertem Material gebildet oder mit diesem beschichtet sein Zum
Beschicken des Arbeitsbehälters mit dem jeweils für einen Behandlungsschritt notwendigen
Inhalt eines der Vorratsbehälter ist der entsprechende Vorratsbehälter jeweils mittels
einer Speiseleitung mit dem Arbeitsbehälter verbunden und weist einen Abfluss auf.
Um eine Rückführung des entsprechenden Inhalts während des Behandlungsschritts zu
gewährleisten, ist in bevorzugter Weise der Abfluss mittels einer Rückführleitung
mit dem Vorratsbehälter verbunden und gegebenenfalls eine Pumpe zum Ausgleich hydrostatischer
Füllstände vorgesehen. Desgleichen sind entsprechend schaltbare Ventile vorgesehen,
die ein gezieltes Befüllen und Entleeren des Arbeitsbehälters mit den unterschiedlichen
Inhalten der Vorratsbehälter sowie gegebenenfalls ein Spülen mit Wasser erlauben.
Es hat sich hierbei als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn eine gemeinsame Ringleitung
aus Speise- und Rückführleitung zwischen dem Arbeitsbehälter und zumindest einem Teil
der Vorratsbehälter, beispielsweise den Elektrolyten enthaltenden Vorratsbehältern,
bevorzugt allen Vorratsbehältern geschaltet ist. Hierbei sind die vorgesehenen Vorratsbehälter
in der Speise- und Rückführleitung jeweils in Serie geschaltet, wobei beispielsweise
elektrisch oder pneumatisch schaltende Ventile jeweils die zur Speisung oder Rückführung
von Inhalten vorgesehenen Vorratsbehälter mit der Ringleitung verbinden.
[0009] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform können durch die Behandlung wie Beschichtung
veränderte Gehalte von Substanzen insbesondere verbrauchte Substanzen der Elektrolyten
mittels entsprechender Detektionseinrichtungen erfasst und mittels entsprechender
Zuführeinrichtung wieder komplettiert werden. Beispielsweise können pH-Werte erfasst
und veränderte pH-Werten mittels entsprechender Säuren oder Basen wieder eingestellt
werden. Weiterhin können beschichtungsaktive Substanzen, beispielsweise der Kupfer-
oder Nickelgehalt eines Elektrolyts mittels einer Detektionseinrichtung erfasst und
verbrauchte Mengen beispielsweise mittels hochkonzentrierter gelöster Salze dieser
mittels der Zuführeinrichtung nachgeführt werden. Desweiteren können in der Ringleitung,
in den Vorratsbehältern oder am Ausgang des Arbeitsbehälters Filtereinrichtungen vorgesehen
sein, so dass gebildete Rückstände laufend gefiltert werden können und einer Schlammbildung
vorgebeugt werden kann. Durch die Verwendung einer Ringleitung kann der Leitungsaufwand
und die Anzahl der Pumpen zum Austausch der Inhalte zwischen den Vorratsbehältern
und dem Arbeitsbehälter minimiert werden.
[0010] Um insbesondere lateral platzsparend beispielsweise auf einer Arbeitsebene des Arbeitsbehälters
arbeiten zu können, kann zumindest ein Vorratsbehälter geodätisch über dem Arbeitsbehälter
angeordnet sein. Beispielsweise können alle Vorratsbehälter so hoch um den Arbeitsbehälter
oder mit lateralem Abstand zu diesem angeordnet sein, dass die Transporteinrichtung
bei einem Zuführen und Entfernen des Werkstücks aus dem Arbeitsbehälter nicht gestört
wird. In vorteilhafter Weise kann bei einer Anordnung der Vorratsbehälter geodätisch
über dem Arbeitsbehälter deren Inhalt hydrostatisch in den Arbeitsbehälter eingebracht
werden, so dass zur Rückführung der Inhalte lediglich eine einzige Pumpe am Ausgang
des Arbeitsbehälters ausreichend sein kann.
[0011] Mittels des vorgeschlagenen Verfahrens wird die beschriebene galvanische Beschichtungsanlage
derart betrieben, dass in dem einzigen Arbeitsbehälter nacheinander die für einen
Beschichtungsvorgang notwendigen, in einem Vorratsbehälter vorgehaltenen Elektrolyten
vorgelegt, jeweils ein Beschichtungsvorgang in dem entsprechenden Elektrolyten durchgeführt,
dieser anschließend wieder entfernt wird und gegebenenfalls zwischen zwei Elektrolytvorlagen
ein Spülvorgang vorgesehen wird. Hierzu werden von einer Steuereinheit bevorzugt vollständig
automatisiert die entsprechenden Inhalte der Vorratsbehälter in vorgegebener Menge
durch Schaltung von beispielsweise an Ein- und Ausgängen der Vorratsbehälter und/oder
dem Arbeitsbehälter vorgesehenen Ventilen, Steuerung einer oder mehrerer Pumpen vorgelegt,
gegebenenfalls eine vorgegebene Badtemperatur eingestellt, eine vorgegebene Konvektion
des Inhalts des Arbeitsbehälters an den Elektroden wie Gegenelektrode und Werkstück
beispielsweise mittels eines Rührwerks eingestellt, eine vorgegebene Spannung, beispielsweise
abhängig von einem Beschichtungs- oder Konditionierungsvorgang eine Gleichspannung,
Spannungsrampen, -zyklen und dergleichen für eine vorbestimmte Zeit angelegt und der
Inhalt des Arbeitsbehälters in den entsprechenden Vorratsbehälter rückgepumpt oder
verworfen wird.
[0012] In einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens kann der Elektrolyt während eines
Beschichtungsvorgangs laufend zwischen dem Arbeitsbehälter und dem Vorratsbehälter
ausgetauscht werden. Hierdurch werden beispielsweise eine Verarmung des Elektrolyts,
eine Veränderung des pH-Werts durch Sauerstoffentwicklung und andere Einflüsse während
der Beschichtung zumindest verringert. Außerdem tritt durch den sich einstellenden
Fluss eine Konvektion ein, so dass gegebenenfalls auf ein Rührwerk verzichtet werden
kann. Dieser Verfahrensschritt kann auch für aus Vorratsbehältern nachgeführten Spül-
und Konditionierlösungen vorteilhaft sein.
[0013] Im Weiteren kann in einem vorteilhaften Verfahren durch die Steuereinheit oder manuell
zumindest ein Gehalt von an der Beschichtung beteiligten Stoffen des Elektrolyten
laufend kontrolliert und bei Unterschreiten eines Grenzwerts ergänzt werden, indem
über entsprechende Zuführeinrichtungen verbrauchte Stoffe nachdosiert werden.
[0014] Das Verfahren kann weiterhin vereinfacht werden, indem nicht in einem Vorratsbehälter
vorgehaltenes Wasser als Spüllösung verwendet wird, wobei in ein vorgesehenes Leitungssystem
von außen Wasser zu- und abgeführt wird. Hierzu können entsprechend von einer Steuereinheit
gesteuerte Ventile vorgesehen sein. Das unter Vorspannung stehende Wasser kann einem
Leitungsdruck entsprechen oder von einer Pumpe vorgespannt sein.
[0015] Die Erfindung wird anhand der in den Figuren 1 bis 3 dargestellten Ausführungsbeispiele
näher erläutert. Hierbei zeigen:
- Figur 1
- ein schematisches Blockdiagramm einer galvanischen Beschichtungsanlage,
- Figur 2 und
- einen Längsschnitt durch einen Arbeitsbehälter
- Figur 3
- einen Querschnitt durch den Arbeitsbehälter der Figur 2.
[0016] Figur 1 zeigt in einem schematischen Blockschaltbild die galvanische Beschichtungsanlage
1 mit dem hier becherförmig dargestellten, mit zur Durchführung eines Bearbeitungsvorgangs
geeignetem Medium 3 wie beispielsweise Elektrolyt, Spüllösung, Konditionierlösung
befüllten Arbeitsbehälter 2. In dem Arbeitsbehälter 2 sind zur Beschichtung des Werkstücks
5, welches mittels einer nicht dargestellten Transporteinrichtung in den Arbeitsbehälter
2 ein- und nach Fertigstellung ausgebracht wird, die Gegenelektroden 4 vorgesehen,
wobei zwischen Gegenelektroden 4 und Werkstück 5 mittels der Stromversorgung 6 die
für den jeweiligen Bearbeitungsvorgang, beispielsweise Beschichten, Elektropolieren
und dergleichen eine entsprechende Gleichspannung, Wechselspannung oder Spannungspulse
oder entsprechende elektrische Größen programmiert eingestellt werden. Im Weiteren
können in dem Arbeitsbehälter 2 die programmierbare Heizeinrichtung 7 zur Einstellung
einer vorgegebenen Temperatur des Mediums 3 und das programmierbare Rührwerk 8 zur
Einstellung einer vorgegebenen Konvektion des Mediums 3 an den Gegenelektroden 4 und
dem Werkstück 5 vorgesehen sein. Desweiteren kann der Arbeitsbehälter 2 in nicht dargestellter
Weise oben verschlossen sein.
[0017] Je nach Anzahl und Art der Bearbeitungsvorgänge kann das Medium 3 aus unterschiedlichen
Arbeitslösungen 9, 10, 11, 12 gebildet sein, die in den Vorratsbehältern 14, 15, 16,
17 vorgehalten werden. Der Austausch der Arbeitslösungen 9, 10, 11, 12 erfolgt mittels
der aus der Speiseleitung 18 und der Rückführleitung 19 gebildeten Ringleitung 20.
An diese Ringleitung 20 sind die Vorratsbehälter 14, 15, 16, 17 jeweils mittels der
Ventile 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28 ausgangsseitig mit der Speiseleitung 18 und
eingangsseitig mit der Rückführleitung 19 verbunden. Die Speiseleitung 18 und die
Rückführleitung 19 weisen jeweils Anschlüsse 29, 30 an dem Arbeitsbehälter 2 auf und
können mittels der Ventile 31, 32 beispielsweise mit Wasser gespült werden. Entsprechende
Auslassventile sind nicht dargestellt. In dem gezeigten Ausführungsbeispiel sind die
Vorratsbehälter 14, 15, 16, 17 geodätisch oberhalb des Arbeitsbehälters 2 angeordnet,
so dass bei einem Öffnen eines der Ventile 21, 22, 23, 24 die entsprechende Arbeitslösung
9, 10, 11, 12 mittels Schwerkraft in den Arbeitsbehälter 2 fließt. Unterstützend können
eine oder mehrere Pumpen vorgesehen sein. Die Rückführung der im Arbeitsbehälter 2
als Medium 3 vorgehaltene Arbeitslösung erfolgt mittels der Pumpe 33 bei entsprechend
geöffnetem Ventil 25, 26, 27, 28 in den vorgesehenen Vorratsbehälter 14, 15, 16, 17.
Zur Reinigung von gegebenenfalls in dem Medium 3 angereicherten Feststoffen, beispielsweise
Elektrodenschlamm und dergleichen ist zwischen Arbeitsbehälter 2 und Pumpe 33 die
Filtereinrichtung 34 vorgesehen, die automatisiert oder in entsprechenden Wartungsintervallen
gereinigt oder regeneriert wird..
[0018] Durch die Bearbeitungsvorgänge, insbesondere die Beschichtungs- und Konditioniervorgänge
werden die hier als solche dargestellten Arbeitslösungen 9, 10, 11 verändert, beispielsweise
ausgelaugt, mit Fremdstoffen angereichert und dergleichen, so dass sich über die Betriebsdauer
deren chemische und/oder physikalische Eigenschaften, beispielsweise Gehalte an Beschichtungsmitteln,
der pH-Wert, die Dichte und dergleichen ändern. Um die Fertigungsqualität auf einem
hohen Niveau zu halten, werden die Arbeitslösungen 9, 10, 11 beispielsweise in Form
von Elektrolyten mittels der Detektionseinrichtungen 35, 36, 37 laufend oder in vorgegebenen
Abständen auf geeignete Parameter untersucht. Abhängig von Ergebnissen dieser Detektionseinrichtungen
35, 36, 37 werden von den Zuführeinrichtungen 38, 39, 40 bei entsprechender Öffnung
der zwischen Vorratsbehälter 14, 15, 16, 17 und Zuführeinrichtungen 38, 39, 40 angeordneten
Ventile 41, 42, 43 die fehlenden Eigenschaften beispielsweise durch in den Zuführeinrichtungen
vorhandenen hochkonzentrierten Lösungen fehlender Bestandteile ausgeglichen. Die in
dem Vorratsbehälter 17 vorgehaltene Arbeitslösung 12, beispielsweise eine Spüllösung,
ist beispielsweise stabil oder bedarf keiner Nachführung ihrer Gehalte, so dass hier
auf eine Detektions- und Zuführeinrichtung verzichtet werden kann. Es versteht sich,
dass die Arbeitslösungen 9, 10, 11, 12 zu vorgegebener Zeit nicht mehr mittels der
Zuführeinrichtungen 38, 39, 40 auf korrekten Gehalt eingestellt werden können und
daher gegebenenfalls komplett ausgetauscht werden können.
[0019] Die galvanische Beschichtungsanlage 1 wird mittels der Steuereinheit 13 vollautomatisch
gesteuert. Hierzu sind die maßgeblichen Funktionsbauteile von der Steuereinheit 13
gesteuert. In dem gezeigten Ausführungsbeispiel steht die Steuereinheit 13 zur Steuerung
der galvanischen Beschichtungsanlage 1 mittels des Bussystems 44, das durch die gestrichelten
Linien dargestellt ist, in Signalverbindung mit der Stromversorgung 6, der Heizeinrichtung
7, dem Rührwerk 8, den Ventilen 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 31, 32, 41, 42, 43,
der Pumpe 33, den Detektionseinrichtungen 35, 36, 37 und den Zuführeinrichtungen 38,
39, 40. Es versteht sich, dass es sich hier um ein Ausführungsbeispiel handelt. In
weiteren Ausführungsformen können weitere Größen und Parameter wie Füllstände, Temperaturen,
Leitungsflüsse und dergleichen erfasst und/oder andere - hier als gesteuerte Parameter
dargestellte - Parameter oder Größen weggelassen werden.
[0020] Die Figuren 2 und 3 zeigen Schnitte durch den gegenüber dem Arbeitsbehälter 2 der
Figur 1 röhrenförmig ausgebildeten Arbeitsbehälter 2a im Längsschnitt (Figur 2) und
im Querschnitt (Figur 3) längs der Schnittlinie A-A der Figur 2. Der Arbeitsbehälter
2a ist aus dem rohrförmigen Abschnitt 45 mit den stirnseitigen Flanschen 46 gebildet,
an denen die Ansätze 47 angeflanscht sind, so dass der Arbeitsbehälter 2a in sich
geschlossen ist. Der Abschnitt 45 ist bevorzugt aus Edelstahl oder Stahl mit einer
für die verwendeten Medien 3a inerten Innenbeschichtung gebildet. Zumindest einer
der Ansätze 47 kann aus durchsichtigem Material, beispielsweise Glas oder Acrylglas
oder dergleichen gebildet sein, um Einsicht in den Arbeitsbehälter 2a zu erzielen.
Der Arbeitsbehälter 2a verfügt über die Anschlüsse 29a, 30a, über die entsprechend
des in Figur 1 gezeigten Aufbaus oder in ähnlicher Weise die für einen jeweils vorgegebenen
Bearbeitungsvorgang der hier in mehrfacher Anzahl eingebrachten und mittels der an
dem Abschnitt 45 befestigten Halterungen 48 aufgenommenen Werkstücke 5a notwendigen
Arbeitslösungen eingebracht und wieder entfernt werden. Zur Beschichtung der Werkstücke
5a ist in dem Arbeitsbehälter 2a die Gegenelektrode 4a mittels der gegenüber dem Ansatz
47 isolierten Durchführung 49 aufgenommen. Um eine Beschichtung zu erzielen, wird
mittels der Leitung 50 der Gegenelektrode 4a eine entsprechende Spannung aufgeprägt,
während die Werkstücke 5a mittels der Leitung 51 auf das Potential der Erdschiene
52 gezogen werden.
Bezugszeichenliste
[0021]
- 1
- galvanische Beschichtungsanlage
- 2
- Arbeitsbehälter
- 2a
- Arbeitsbehälter
- 3
- Medium
- 3a
- Medium
- 4
- Gegenelektrode
- 4a
- Gegenelektrode
- 5
- Werkstück
- 5a
- Werkstück
- 6
- Stromversorgung
- 7
- Heizeinrichtung
- 8
- Rührwerk
- 9
- Arbeitslösung
- 10
- Arbeitslösung
- 11
- Arbeitslösung
- 12
- Arbeitslösung
- 13
- Steuereinheit
- 14
- Vorratsbehälter
- 15
- Vorratsbehälter
- 16
- Vorratsbehälter
- 17
- Vorratsbehälter
- 18
- Speiseleitung
- 19
- Rückführleitung
- 20
- Ringleitung
- 21
- Ventil
- 22
- Ventil
- 23
- Ventil
- 24
- Ventil
- 25
- Ventil
- 26
- Ventil
- 27
- Ventil
- 28
- Ventil
- 29
- Anschluss
- 29a
- Anschluss
- 30
- Anschluss
- 30a
- Anschluss
- 31
- Ventil
- 32
- Ventil
- 33
- Pumpe
- 34
- Filtereinrichtung
- 35
- Detektionseinrichtung
- 36
- Detektionseinrichtung
- 37
- Detektionseinrichtung
- 38
- Zuführeinrichtung
- 39
- Zuführeinrichtung
- 40
- Zuführeinrichtung
- 41
- Ventil
- 42
- Ventil
- 43
- Ventil
- 44
- Bussystem
- 45
- Abschnitt
- 46
- Flansch
- 47
- Ansatz
- 48
- Halterung
- 49
- Durchführung
- 50
- Leitung
- 51
- Leitung
- 52
- Erdschiene
- A-A
- Schnittlinie
1. Galvanische Beschichtungsanlage (1) zur nacheinander erfolgenden Aufbringung mehrerer
Schichten auf ein als Elektrode geschaltetes Werkstück (5, 5a) mittels einer auf die
jeweilige Schicht abgestimmten Arbeitslösung (9, 10, 11, 12) und Beschaltung des Werkstücks
(5, 5a) gegen eine Gegenelektrode (4, 4a) sowie einer Spülung des Werkstücks (5, 5a)
zumindest zwischen der Aufbringung zweier Schichten, dadurch gekennzeichnet, dass ein einziger Arbeitsbehälter (2, 2a) mit zumindest einer beschichtungsneutralen Gegenelektrode
(4, 4a) und mehrere, die notwendigen Arbeitslösungen (9, 10, 11, 12) enthaltende Vorratsbehälter
(14, 15, 16, 17) vorgesehen sind und zwischen Arbeitsbehälter (2, 2a) und Vorratsbehältern
(14, 15, 16, 17) eine Speiseleitung (18) zum wechselseitigen Beschicken des Arbeitsbehälters
(2, 2a) mit Inhalten der Vorratsbehälter (14, 15, 16, 17) vorgesehen ist.
2. Galvanische Beschichtungsanlage (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Teil der die Arbeitslösungen (9, 10, 11, 12) enthaltenden Vorratsbehälter
(14, 15, 16, 17) mit dem Arbeitsbehälter (2) zusätzlich mit einer Rückführleitung
(19) von dem Arbeitsbehälter (2, 2a) in die Vorratsbehälter (14, 15, 16, 17) versehen
sind.
3. Galvanische Beschichtungsanlage (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass für die aus dem Arbeitsbehälter (2, 2a) in den Vorratsbehälter (14, 15, 16, 17) rückgeführten
Arbeitslösungen (9, 10, 11) eine Detektionseinrichtung (35, 36, 37) zur Erfassung
des Zustands der Arbeitslösung (9, 10, 11) und abhängig von dieser bestimmter Größen
eine Zuführeinrichtung (38, 39, 40) von während der Beschichtung verbrauchten Substanzen
vorgesehen ist.
4. Galvanische Beschichtungsanlage (1) nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass Speiseleilung (18) und Rückführleitung (19) zu einer Ringleitung (20) verbunden sind,
in die abhängig von einem vorgegebenen Betriebszustand mittels Ventilen (21, 22, 23,
24, 25, 26, 27, 28) jeweils ein mit einer Arbeitslösung (9, 10, 11, 12) des Arbeitsbehälters
(2, 2a) rückzuspeisender Vorratsbehälter (14, 15, 16, 17) oder ein den Arbeitsbehälter
(2, 2a) mit einer Arbeitslösung (9, 10, 11, 12) speisender Vorratsbehälter (14, 15,
16, 17) verbindbar ist.
5. Galvanische Beschichtungsanlage (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Vorratsbehälter (14, 15, 16, 17) geodätisch über dem Arbeitsbehälter
(2, 2a) angeordnet ist.
6. Galvanische Beschichtungsanlage (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass zum Transport von Inhalten der Speise- Rückführ- und/oder Ringleitung (18, 19, 20)
zumindest eine Pumpe (33) vorgesehen ist.
7. Galvanische Beschichtungsanlage (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Speise- Rückführ- und/oder Ringleitungen (18, 19, 20) zumindest einen Anschluss
für Wasser aufweisen.
8. Galvanische Beschichtungsanlage (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Arbeitsbehälter (2, 2a) Becherform oder eine geschlossene Röhrenform aufweist.
9. Galvanische Beschichtungsanlage (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zur Reinigung von aus dem Arbeitsbehälter (2, 2a) abgeführtem Medium (3, 3a) zumindest
eine Filtereinrichtung (34) vorgesehen ist.
10. Verfahren zur nacheinander erfolgenden Aufbringung mehrerer Schichten auf ein als
Elektrode geschaltetes Werkstück (5, 5a) mittels einer galvanischen Beschichtungsanlage
(1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass in dem einzigen Arbeitsbehälter (2, 2a) nacheinander die für einen Beschichtungsvorgang
notwendigen, in einem Vorratsbehälter (14, 15, 16, 17) vorgehaltenen Arbeitslösungen
(9, 10, 11, 12) vorgelegt, jeweils ein Beschichtungsvorgang in einer als Elektrolyt
ausgebildeten Arbeitslösung durchgeführt, diese anschließend wieder entfernt wird
und gegebenenfalls zwischen zwei Elektrolytvorlagen ein Spülvorgang vorgesehen wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Arbeitslösungen (9, 10, 11, 12) jeweils in einer vorgegebenen Menge in den Arbeitsbehälter
(2, 2a) dosiert werden.
12. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass eine Arbeitslösung (9, 10, 11, 12) während eines Bearbeitungsvorgangs laufend zwischen
dem Arbeitsbehälter (2, 2a) und dem Vorratsbehälter (14, 15, 16, 17) ausgetauscht
wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass chemische und/oder physikalische Eigenschaften von an der Beschichtung beteiligten
Arbeitslösungen (9, 10, 11, 12) laufend kontrolliert und bei Unterschreiten eines
Grenzwerts ergänzt werden.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass als Spülmedium des Arbeitsbehälters (2, 2a) und/oder eines zwischen Vorratsbehältern
(14, 15, 16, 17) und Arbeitsbehälter (2, 2a) vorgesehenen Leitungssystems von außen
zugeführtes Wasser verwendet wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren mittels einer Steuereinheit (13) vollständig automatisiert durchgeführt
wird.