[0001] Der Inhalt der deutschen Patentanmeldung
10 2012 213 599.5 wird durch Bezugnahme hierin aufgenommen.
[0002] Die Erfindung betrifft ein Fadenziehmesser für eine Nähmaschine nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1. Ferner betrifft die Erfindung eine Fadenabschneid-Baugruppe sowie
eine Nähmaschine mit einem derartigen Fadenziehmesser.
[0003] Ein Fadenziehmesser der eingangs genannten Art ist bekannt aus der
EP 1 847 641 B1. Einen Fadenabschneider für eine einen Zick-Zack-Stich erzeugende Nähmaschine ist
beschrieben in der
US 4,455,957. Die
US 4,879,960 offenbart ein Fadenabschneidsystem für eine Inline Kettenstich-Nähmaschine.
[0004] Fadenziehmesser können für Nähmaschinen mit Greifern gestaltet werden, die um horizontal
oder vertikal verlaufende Greiferachsen drehbar sind. Das Fadenziehmesser ist regelmäßig
zum Abschneiden sowohl eines Oberfadens als auch eines Greiferfadens gestaltet, so
dass am Ende einer Nahtbildung beide Fäden automatisch abgeschnitten werden können.
Sofern dicke Fäden vernäht werden sollen, was beim Vernähen von sehr widerstandsfähigem
Nähgut oftmals der Fall ist, arbeiten die bekannten Fadenziehmesser mitunter nicht
mehr betriebssicher.
[0005] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Fadenziehmesser der eingangs
genannten Art sowie eine hiermit ausgerüstete Fadenabschneid-Baugruppe derart weiterzubilden,
dass es betriebssicher auch bei dicken abzuschneidenden Fadentypen arbeitet.
[0006] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß gelöst durch ein Fadenziehmesser mit den im Anspruch
1 angegebenen Merkmalen.
[0007] Erfindungsgemäß wurde erkannt, dass zwei voneinander getrennt angeordnete Fadenerfassungs-Nuten
zur entsprechend getrennten Erfassung des Oberfadens einerseits und des Greiferfadens
andererseits die Möglichkeit eines Abschneidens beider Fäden bieten, ohne dass die
beiden Fäden unkontrolliert beim Abschneiden zusammenlaufen und einander im ungünstigen
Fall behindern. Die getrennte Fadenerfassung ermöglicht ein sicheres Abschneiden beider
Fäden auch dann, wenn dicke Fadentypen beim Nähen zum Einsatz kommen. Die Fadenziehmesser-Schwenkachse
kann parallel zur Greiferachse verlaufen. Die Fadenerfassungs-Nuten können sich zur
gleichen Richtung hin öffnen. Die Ausgestaltung des Fadenziehmessers für eine Nähmaschine
mit horizontal verlaufender Greiferachse eignet sich insbesondere für eine Nähmaschine,
die zum Vernähen von schwerem bzw. widerstandfähigem Nähgut ausgelegt ist, zum Beispiel
von Leder oder von Kunststoffplatten.
[0008] Eine Anordnung der beiden Fadenerfassungs-Nuten nach Anspruch 2 ermöglicht aufgrund
des zwischenliegenden Messer-Grundkörpers eine zwangsweise Trennung von Erfassungsbereichen
für den Oberfaden einerseits und den Greiferfaden andererseits, was zu einer betriebssicheren
Fadenerfassung führt.
[0009] Ein Fadenziehmesser nach Anspruch 3 ermöglicht ein Fadenabschneiden nahe an einer
Stichbildestelle, sodass kurze Fadenenden am Nähgut verbleiben.
[0010] Eine bogenförmige Gestaltung des Fadenziehmessers nach Anspruch 4 stellt sicher,
dass ein Grundkörper bzw. ein Tragkörper des Fadenziehmessers den Fadenlauf möglichst
wenig stören.
[0011] Versetzte Schneidkanten der Fadenerfassungs-Nuten nach Anspruch 5 verringern eine
maximal auftretende Schneid- bzw. Scherkraft beim Abschneiden der beiden Fäden.
[0012] Die Vorteile einer Fadenabschneid-Baugruppe nach Anspruch 6 entsprechen denen, die
vorstehend unter Bezugnahme auf das erfindungsgemäße Fadenziehmesser bereits erläutert
wurden.
[0013] Bei den Gestaltungsvarianten der Fadenabschneid-Baugruppe nach den Ansprüchen 7 und
8 ergibt sich eine Verringerung einer maximalen Schneid- bzw. Scherkraft beim Abschneiden
der beiden Fäden.
[0014] Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, eine Nähmaschine mit einem derartigen
Fadenziehmesser auszurüsten.
[0015] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß gelöst durch eine Nähmaschine mit dem im Anspruch
9 angegebenen Merkmalen.
[0016] Die Vorteile der erfindungsgemäßen Nähmaschine entsprechen denen, die vorstehend
unter Bezugnahme auf das erfindungsgemäße Fadenmesser bereits erläutert wurden.
[0017] Das Gegenmesser kann einteilig mit einer gemeinsamen Schneide, die mit den beiden
bodenseitigen Schneiden der Fadenerfassungs-Nuten zusammenwirkt, oder kann mit zwei
separat ausgebildeten Schneiden, die jeweils der bodenseitigen Schneide in der Fadenerfassungs-Nut
zugeordnet sind, ausgerüstet sein. Im Falle zweier separater Schneiden des Gegenmessers
kann dieses insgesamt zweiteilig ausgeführt sein.
[0018] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert. In dieser zeigen:
- Fig. 1
- eine bedienerseitige perspektivische Ansicht einer Nähmaschine;
- Fig. 2
- perspektivisch und vergrößert eine FadenabschneidBaugruppe der Nähmaschine nach Fig.
1, wobei ein Fadenziehmesser relativ zu einem Gegenmesser in einer Fadenabschneid-Stellung
dargestellt ist;
- Fig. 3
- eine weitere perspektivische Darstellung der FadenabschneidBaugruppe nach Fig. 2,
dargestellt in einer Grundstellung des Fadenziehmessers relativ zum Gegenmesser;
- Fig. 4
- in einer weiteren Perspektive die Fadenabschneid-Baugruppe nach Fig. 2 in der Fadenabschneid-Stellung;
- Fig. 5
- eine Explosionsdarstellung von Gegenmesser-Komponenten der Fadenabschneid-Baugruppe;
- Fig. 6
- eine Aufsicht auf die Fadenabschneid-Baugruppe mit dem Fadenziehmesser und dem Gegenmesser
in einer Relativstellung vor der Fadenabschneid-Stellung; und
- Fig. 7 und 8
- in zur Fig. 6 ähnlichen Darstellungen zwei weitere Ausführungen einer Fadenabschneid-Baugruppe,
wobei jeweils eine Schneidkante des Gegenmessers relativ zu einer Verbindungslinie
zwischen Schneidkanten von Fadenerfassungs-Nuten des Fadenziehmessers schräg verläuft.
[0019] Eine Nähmaschine 1 hat eine Grundplatte 2 mit einem sich davon aufwärts erstreckenden
Ständer 3 und einem abgewinkelten Arm 4. Die Nähmaschine 1 ist ausgelegt zum Vernähen
von schwerem bzw. widerstandsfähigem Nähgut, zum Beispiel von Leder oder Kunststoffplatten.
[0020] Der Arm 4 endet in einem Kopf 5. In dem Arm 4 ist eine in der Fig. 1 abschnittsweise
dargestellte Armwelle 6 drehbar gelagert. Diese treibt in dem Kopf 5, was nicht näher
gestellt ist, einen Kurbeltrieb mit einem Fadenhebel an. Der Kurbeltrieb steht antriebsmäßig
mit einer in dem Kopf 5 axial verschiebbar gelagerten Nadelstange 9 in Verbindung,
von der in der Fig. 1 ausschließlich ein unterer Abschnitt dargestellt ist. Diese
hat an ihrem unteren Ende eine Nadel 10. Die Nadel 10 ist durch den Kurbeltrieb auf
einer vertikalen Achse 9a auf- und abbewegbar. Die Nadel 10 führt in einem Öhr einen
von einer Spule über eine Fadenspannvorrichtung und den Fadenhebel zugeführten Nadelfaden
bzw. Oberfaden 11, der in der Zeichnung ebenfalls nur abschnittsweise dargestellt
ist.
[0021] Unterhalb einer Auflageplatte, die in der Zeichnung nicht dargestellt und in einer
Ausnehmung 11a der Grundplatte 2 montiert ist, befindet sich ein Greifer 12, der einen
Greiferkörper mit einer Greiferspitze 12a aufweist. Der Greifer 12 ist als Barell-Greifer
ausgeführt. In dem Greiferkörper ist ein zylindrisches Vorratsgehäuse 12b zur Aufnahme
eines Greiferfadenvorrats gelagert. Eine Zylinderachse des Vorratsgehäuses 12b verläuft
senkrecht zu einer Drehachse des Greifers 12. Das Vorratsgehäuse 12b ist zur Aufnahme
einer Unterfadenspule ausgeführt. Das Vorratsgehäuse 12b wird daher auch als Spulengehäuse
bezeichnet.
[0022] Der Greifer 12 ist um eine horizontale Greiferachse 13 drehbar.
[0023] Zum Abschneiden sowohl des Oberfadens 11 als auch eines Greifer- bzw. Unterfadens
14 (vgl. Fig. 3) dient eine Fadenabschneid-Baugruppe 15, die in der Fig. 2 in einer
Fadenabschneidstellung und in der Fig. 3 in einer Grundstellung dargestellt ist. Die
beiden Fäden 11, 14 haben bei der Vernähung von widerstandsfähigem Nähgut eine erhebliche
Dicke, die beispielsweise 1 mm und mehr betragen kann.
[0024] Die Fadenabschneid-Baugruppe 15 hat ein zwischen der Fadenabschneidstellung und der
Grundstellung verlagerbares Fadenziehmesser 16 und ein fest mit einem Rahmen, also
beispielsweise der Grundplatte 2, der Nähmaschine 1 verbundenes Gegenmesser 17. Zwischen
der Grundstellung und der Fadenabschneidstellung liegt eine Fadenerfassungsstellung
des Fadenziehmessers 16. Das Fadenziehmesser 16 ist benachbart zum Greifer 12 und
zum Spulengehäuse 12b verschwenkbar.
[0025] Das Fadenziehmesser 16 ist bogenförmig um eine Schwenkachse 18 ausgeführt, um die
das Fadenziehmesser 16 der Verlagerung zwischen der Grundstellung und der Fadenabschneidstellung
verschwenkbar ist. Das Fadenziehmesser 16 hat einen bogenförmigen Trägerkörper 19,
mit dem ein ebenfalls bogenförmiger Messerkörper 20 des Fadenziehmessers 16 über einen
Montageausleger 21 verschraubt ist. Der Trägerkörper 19 ist bogenförmig so ausgebildet,
dass er in montierter Grundstellung um den Greifer 12 herum angeordnet ist.
[0026] Der Fadenziehmesser-Trägerkörper 19 ist drehfest mit einer Messerwelle 22 verbunden,
die längs der Schwenkachse 18 in der Grundplatte 2 parallel zur Armwelle 6 verläuft.
Eine Schwenkachse des Fadenziehmesser-Trägerkörpers 19 verläuft parallel zur Greiferachse
13. Dies ist auch bei einer alternativen, nicht dargestellten Ausführung so, bei der
die Greiferachse vertikal verläuft. In diesem Fall verläuft auch die Schwenkachse
des Fadenziehmesser-Trägerkörpers vertikal. Die Anordnung des Fadenziehmessers 16
und des Gegenmessers 17 ist im Falle einer vertikalen Greiferachse um 90° so gedreht,
dass die beim Fadenabschneiden miteinander zusammenwirkenden Schneidkanten des Fadenziehmessers
16 und des Gegenmessers 17 bei dieser alternativen Ausführung im Wesentlichen vertikal
verlaufen.
[0027] Über eine Zugstange 23 ist die Messerwelle 22 mechanisch an eine Messer-Antriebswelle
24 angekoppelt, die, ebenfalls parallel zur Armwelle 6 verlaufend, am Übergang zwischen
dem Ständer 3 und dem Arm 4 untergebracht ist. Eine Antriebsbewegung der Messer-Antriebswelle
24 wird von der Armwelle 6 über eine Kurvenscheibe 24a abgeleitet, die drehfest mit
der Armwelle 6 verbunden ist. Ein Hubzylinder 24b sorgt für ein gesteuertes Verlagern
der Fadenabschneidermechanik zwischen einer Neutralstellung, in der die Kurvenscheibe
24a wirkungslos bleibt, und einer Fadenabschneider-Betriebstellung, in der die Kurvenscheibe
24a zum Antrieb einer Schneidbewegung des Fadenziehmessers 16 wirkt.
[0028] Das Fadenziehmesser 16 hat zwei voneinander getrennt angeordnete Fadenerfassungs-Nuten
25, 26 mit jeweils einer Schneide mit jeweiliger Schneidkante 26a. Die Schneidkanten
26a stellen Kantenübergänge zwischen den Fadenerfassungs-Nuten 25 und 26 einerseits
und einer Oberseite des Fadenziehmessers 16 andererseits dar. Die in der Fig. 3 oben
dargestellte Fadenerfassungs-Nut 26 dient zur Erfassung des Oberfadens 11 und die
in der Fig. 3 unten dargestellte Fadenerfassungs-Nut 25 dient zur Erfassung des Unterfadens
14. Die beiden Fadenerfassungs-Nuten 25, 26 sind beiderseits eines Messer-Grundkörpers
27 des Fadenziehmessers 16 angeordnet.
[0029] Die beiden Fadenerfassungs-Nuten 25 und 26 öffnen sich zur gleichen Richtung hin,
nämlich, gesehen von einem freien Ende des Fadenziehmessers 16 in der Grundstellung
aus, hin in Bewegungsrichtung des Fadenziehmessers 16 zur Fadenerfassungsstellung
und zur Schneidstellung.
[0030] Das Gegenmesser 17 ist in seiner Position einstellbar mit einem Lagerbock 28 verschraubt,
der wiederum mit dem Rahmen der Nähmaschine 1 fest verschraubt ist. Mit dem Lagerbock
28 weiterhin verschraubt ist eine Fadenklemme 29. Die Fadenklemme 29 klemmt den spulenseitigen
Unterfaden 14, der beim Abschneiden um das Fadenziehmesser 16 herumgezogen wird, nach
dem Abschneiden, damit dessen Position nach dem Abscheiden definiert bleibt. Dies
erleichtert das Annähen und verhindert, dass ein loses Ende des Unterfadens 14 in
eine spätere Bewegungsbahn des Greifers gelangt.
[0031] Die Explosionsdarstellung nach Fig. 5 zeigt weiterhin eine Schraube 30 mit Senkkopf
zur Befestigung des Gegenmessers 17 an einer oberen Anlagefläche 31 des Lagerbocks
28. Die Schraube 30 wird hierzu in ein Gewinde 32 eingeschraubt, das in der Anlagefläche
31 ausgeführt ist. Zwischen der Schraube 30 und dem Gegenmesser 17 ist noch eine Kugelkappe
33 angeordnet, die passend zu einer Kegelpfanne 34 in einer Schrauben-Durchtrittsöffnung
35 des Gegenmessers 17 ausgeführt ist.
[0032] Zwischen dem Gegenmesser 17 und der Anlagefläche 31 ist ein Gewindestift 36 zur Einstellung
des Gegenmessers 17 angeordnet. Je nach Einschraubtiefe des Gewindestiftes 36 in einer
weiteren Gewindebohrung 37 in der Anlagefläche 31 des Lagerbocks 28 kann eine Schneid-Relativposition
einer Schneidkante 38 des Gegenmessers 17 zu den Schneidkanten 26a des Fadenziehmessers
16 vorgegeben werden.
[0033] Ein Schneiddruck beim Fadenabschneiden zwischen den Schneidkanten 26a und 38 wird
durch einen bis zum Schneidpunkt ansteigenden Radius des Messer-Grundkörpers 27 im
Bereich der Fadenerfassungs-Nuten 25, 26 erzeugt.
[0034] Die Nähmaschine 1 arbeitet folgendermaßen: Im normalen Nähbetrieb ist das Fadenziehmesser
16 in der Grundstellung. Mit Hilfe des Greifers und der Nadel 10 erfolgen in bekannter
Weise eine Schlingenbildung und eine Verknotung von Greiferfaden 14 und Nadelfaden
11 zur Nahtbildung. Am Ende des Nahtbildungsvorgangs wird ein Fadenabschneidvorgang
für beide Fäden 11, 14 eingeleitet. Hierzu wird ein Messerantrieb betätigt, der über
die Messer-Antriebswelle 24, die Zugstange 23, die Messerwelle 22 eine Verschwenkung
des Fadenziehmessers 16 aus der Grundstellung in die Fadenabschneidstellung bewirkt.
Hierbei durchläuft das Fadenziehmesser 16 die Fadenerfassungsstellung, bei der die
Fadenerfassungs-Nut 25 den Oberfaden 11 und die Fadenerfassungs-Nut 26 den Unterfaden
14 erfasst.
[0035] Aufgrund der separaten, voneinander getrennten Anordnung der beiden Fadenerfassungs-Nuten
25, 26 für die beiden Fäden 11, 14 wird verhindert, dass sich die beiden Fäden 11,
14 in den Fadenerfassungs-Nuten 25, 26 gegenseitig behindern.
[0036] Mit in den Nuten 25, 26 erfassten Fäden 11, 14 erreicht das Gegenmesser 17 dann die
Fadenabschneidstellung, in der die Fäden 11, 14 zwischen den Schneidkanten 26a des
Fadenziehmessers 16 und der Schneidkante 38 des Gegenmesser 17 abgeschert werden.
Das Fadenziehmesser 16 kehrt dann, wiederum angetrieben über die Komponenten 22 bis
24, in die Grundstellung zurück.
[0037] Anhand der Fig. 7 und 8 werden nachfolgend zwei weitere Ausführungen einer Fadenabschneid-Baugruppe
mit einem Fadenziehmesser und einem Gegenmesser erläutert. Komponenten, die denjenigen
entsprechen, die vorstehend unter Bezugnahme auf die Fadenabschneid-Baugruppe nach
den Fig. 1 bis 6 bereits erläutert wurden, tragen die gleichen Bezugsziffern und werden
nicht nochmals im Einzelnen diskutiert.
[0038] Bei der Ausführung nach Fig. 7 verläuft die Schneidkante 38 des Gegenmessers 17 relativ
zu einer Verbindungslinie 39 zwischen den beiden Schneidkanten 26a der Fadenerfassungs-Nuten
25, 26 schräg. Die Gegenmesser-Schneidkante 38 schließt dabei mit der Verbindungslinie
39 im Bereich der Fadenabschneid-Stellung einen Winkel β von 8° ein. Bei der Ausführung
nach Fig. 7 schließt die Schneidkante 38 des Gegenmessers 17 mit einer Bewegungsrichtung
40 der Fadenabschneid-Bewegung des Fadenziehmessers 16 relativ zum Gegenmesser 17
einen rechten Winkel ein. Der Schrägverlauf der Gegenmesser-Schneidkante 38 zur Verbindungslinie
39 der beiden Schneidkanten 26a ist also dadurch bedingt, dass die beiden Schneidkanten
26a der Fadenerfassungs-Nuten 25, 26 in der Bewegungsrichtung 40 zueinander versetzt
angeordnet sind. Absolut kann dieser Versatz beispielsweise im Bereich von 1 mm bis
2 mm liegen.
[0039] Aufgrund des beschriebenen Schrägverlaufs wird bei der Ausführung nach Fig. 7 zunächst
der Faden abgeschnitten, der von der Fadenerfassungs-Nut 25 erfasst wird, und anschließend
der Faden, der von der Fadenerfassungs-Nut 26 erfasst wird. Eine Scherkraft zwischen
den Schneidkanten 26a und 38 wirkt also nicht gleichzeitig zum Abscheren beider Fäden,
sondern sequentiell.
[0040] Bei der Ausführung der Fadenabschneid-Baugruppe nach Fig. 8 verläuft die Gegenmesser-Schneidkante
38 nicht senkrecht zur Bewegungsrichtung 40 des Fadenziehmessers 16, sondern nimmt
zu dieser einen kleinsten Winkel α ein, der kleiner ist als 88° und bei der dargestellten
Ausführung etwa 78° beträgt. Das Fadenziehmesser 16 ist bei der Ausführung nach Fig.
8 auch hinsichtlich der Anordnung der Schneidkanten 26a genauso ausgeführt wie das
Fadenziehmesser 16 nach Fig. 6. Die Schneidkanten 26a sind beim Fadenziehmesser 16
nach Fig. 8 in der Bewegungsrichtung 40 also nicht versetzt zueinander angeordnet.
[0041] Aufgrund des Schrägverlaufs der Gegenmesser-Schneidkante 38 ergibt sich beim Fadenabschneiden
ein entsprechender sequentieller Scherkraft-Verlauf mit geringerer maximaler Scherkraft,
da wiederum zuerst der Faden abgeschnitten wird, der von der Fadenerfassungs-Nut 25
erfasst wird, und anschließend der Faden abgeschnitten wird, der von der Fadenerfassungs-Nut
26 erfasst ist.
1. Fadenziehmesser (16) für eine Nähmaschine (1), wobei die Nähmaschine (1) eine Oberfaden-Zuführung
und einen um eine Greiferachse (13) drehbaren Greifer (12) umfasst, der einen Greiferkörper
aufweist, der ein Vorratsgehäuse (12b) zur Aufnahme eines Greiferfadenvorrats trägt,
- wobei das Fadenziehmesser (16) zwischen einer Grundstellung und einer Fadenerfassungsstellung
um eine Schwenkachse (18) verschwenkbar ist,
- wobei das Fadenziehmesser (16) zwei voneinander getrennt angeordnete Fadenerfassungs-Nuten
(25, 26) mit jeweils einer Schneidkante (26a) aufweist, nämlich eine Fadenerfassungs-Nut
(26) zur Erfassung eines Oberfadens (11) und eine Fadenerfassungs-Nut (25) zur Erfassung
eines Greiferfadens (14),
- wobei das Fadenziehmesser (16) für eine Nähmaschine (1) mit horizontal verlaufender
Greiferachse (13) ausgestaltet ist.
2. Fadenziehmesser nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Fadenerfassungs-Nuten (25, 26) beiderseits eines Messer-Grundkörpers (27)
des Fadenziehmessers (16) angeordnet sind.
3. Fadenziehmesser nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch eine Ausgestaltung derart, dass das Fadenziehmesser (16) benachbart zum Greifer (12)
verschwenkbar ist.
4. Fadenziehmesser nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Fadenziehmesser (16) bogenförmig ausgebildet ist, so dass es in montierter Grundstellung
um den Greifer (12) herum angeordnet ist.
5. Fadenziehmesser nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidkanten (26a) der beiden Fadenerfassungs-Nuten (25, 26) in Bewegungsrichtung
(40) des Fadenziehmessers (16) zueinander versetzt angeordnet sind.
6. Fadenabschneid-Baugruppe für eine Nähmaschine (1) mit einem Fadenziehmesser (16) nach
einem der Ansprüche 1 bis 5 und mit einem mit dem Fadenziehmesser (16) zusammenwirkenden,
rahmenfest angeordneten Gegenmesser (17).
7. Fadenabschneid-Baugruppe nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine Schneidkante (38) des Gegenmessers (17) relativ zu einer Verbindungslinie (39)
zwischen den beiden Schneidkanten (26a) der Fadenerfassungs-Nuten (25, 26) schräg
verläuft.
8. Fadenabschneid-Baugruppe nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidkante (38) des Gegenmessers (17) zur Bewegungsrichtung (40) des Fadenziehmessers
(16) einen kleinsten Winkel (α) einnimmt, der kleiner ist als 88°.
9. Nähmaschine (1)
- mit einem Rahmen,
- mit einer Oberfaden-Zuführung,
- mit einem um eine Greiferachse (13) drehbaren Greifer (12), der einen Greiferkörper
aufweist, in dem ein Vorratsgehäuse (12b) zur Aufnahme eines Greiferfadenvorrats aufgenommen
ist, gekennzeichnet durch eine Fadenabschneid-Baugruppe nach einem der Ansprüche 6 bis 8.