[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine mehrflutige Auslaufarmatur bestehend aus
wenigstens einem in einer Befestigungsebene montierten Sockelteil und einem daran
drehbar befestigten Schwenkauslauf mit mindestens einer Kaltwasserleitung, Filter-wasserleitung
und elektronischen Signalleitung. Derartige Armaturen finden bevorzugt im Haushaltsbereich
Anwendung. Ganz speziell geeignet sind diese Armaturen für den Einsatz, sowohl im
privaten als auch im gewerblichen Küchenbereich. Die Zweiflutigkeit der Armatur wird
dazu benötigt, um einen ersten Wasserstrom mit Mischwasser aus Kaltwasser und Warmwasser
von einem weiteren Wasserstrom zu trennen, der aus Filterwasser besteht. Leitungswasser
wird dazu zur Aufbereitung als Trinkwasser durch spezielle Filter geleitet und so
behandelt. Mit derartigen mehrflutigen Armaturen ist es möglich, an einer Zapfstelle
beliebig gemischtes Mischwasser oder Filterwasser zu zapfen, ohne die Wasserströme
zu vermischen. Hierzu ist es erforderlich und wünschenswert, dass der Auslauf der
Armatur als Schwenkauslauf ausgebildet ist, wie es beispielsweise bei Küchenarmaturen
bekannt ist.
[0002] So ist aus der
DE 198 50 839 A1 ein Schwenkauslauf mit einem Mischventil bekannt. Der daraus bekannte Schwenkauslauf
ermöglicht ein beliebiges Verschwenken des Auslaufes, wobei zwei getrennte Leitungen
für Warm- und Kaltwasser innerhalb des Schwenkauslaufes bis zu einer Mündung zu führen.
An der Mündung ist eine Mischkartusche für Warm- und Kaltwasser angeordnet. Der bekannte
Schwenkauslauf ist jedoch umständlich zu montieren und darüber hinaus nicht dazu geeignet,
wahlweise Mischwasser und Filterwasser getrennt voneinander zu führen.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, die sich aus dem Stand der Technik
ergebenden Probleme zumindest teilweise zu lösen und insbesondere eine mehrflutige
Auslaufarmatur mit drehbarem Schwenkauslauf anzugeben, die einfach zu montieren und
langlebig ist.
[0004] Diese Aufgaben werden mit einer Vorrichtung gemäß den Merkmalen des Patentanspruchs
1 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängig
formulierten Patentansprüchen angegeben. Es ist darauf hinzuweisen, dass die in den
abhängig formulierten Patentansprüchen einzeln aufgeführten Merkmale in beliebiger
technologisch sinnvoller Weise miteinander kombiniert werden können und weitere Ausgestaltungen
der Erfindung definieren. Darüber hinaus werden die in den Patentansprüchen angegebenen
Merkmale in der Beschreibung näher präzisiert und erläutert, wobei weitere bevorzugte
Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt sind.
[0005] Zur Lösung der oben genannten Aufgabenstellung zeichnet sich die erfindungsgemäße
Auslaufarmatur dadurch aus, dass die Filterwasserleitung wenigstens eine flüssigkeitsdichte
drehbare Trennstelle aufweist. Die Filterwasserleitung ist innerhalb der Auslaufarmatur
zumindest annähernd parallel zu einer Mischwasserleitung geführt. Durch die parallele
Führung von Filterwasserleitung und Mischwasserleitung entsteht eine zweiflutige Ausführung
der Armatur. Grundsätzlich kann die Erfindung aber auch bei drei- und mehrflutigen
Armaturen eingesetzt werden. Während die Mischwasserleitung mit dem Schwenkauslauf
in bekannter Weise drehbar am Sockelteil befestigterweise verschwenkbar ist, würde
die innerhalb der Mischwasserleitung angeordnete Filterwasserleitung beim Schwenken
des Schwenkauslaufes nach dem Stand der Technik tordiert. Um dies zu vermeiden, sieht
die vorliegende Erfindung eine Trennstelle innerhalb der Filterwasserleitung vor,
die eine Relativbewegung in Form einer Verdrehung von Abschnitten der Filterwasserleitung
zueinander erlaubt und gleichzeitig eine flüssigkeitsdichte Abschirmung der Filterwasserleitung
nach außen vorsieht. Durch die Erfindung kann der Verschleiß und die Materialbelastung
der Filterwasserleitung über die Lebensdauer der Armatur erheblich reduziert werden,
da das Tordieren der Filterwasserleitung beim Verschwenken des Schwenkauslaufes entfällt.
Weiterhin kann die erfindungsgemäße Filterwasserleitung besonders einfach montiert
werden, indem sie beispielsweise mit vormontierten Anbauten, wie beispielsweise einem
Mousseur, von der Auslaufseite her in die Armatur eingesteckt wird, um dann erst am
unteren Ende im Bereich der Trennstelle montiert zu werden.
[0006] Hierzu ist es besonders vorteilhaft, wenn die Trennstelle an einer Unterseite des
Sockelteils angeordnet ist. Diese Stelle ist auch zu einem späteren Zeitpunkt noch
problemlos zugänglich, so dass Montage- oder Reparaturarbeiten problemlos möglich
sind.
[0007] Ganz besonders bevorzugt ist ein Ausführungsbeispiel, bei dem die Trennstelle einen
Schwenknippel und einen Starrnippel umfasst. Hierbei ist der in die Auslaufarmatur
eintretende Abschnitt der Filterwasserleitung mittels eines Starrnippels an die Unterseite
des Sockelteils angeschraubt. Im montierten bzw. angeschraubten Zustand umschließt
der Starrnippel dabei den Schwenknippel dichtend, welcher seinerseits mit dem darüber
liegenden verschwenkbaren Abschnitt der Filterwasserleitung verbunden ist. Zwischen
dem Starrnippel und dem Schwenknippel sind Dichtmittel angeordnet, welche ein Austreten
von Filterwasser an der Trennstelle zwischen beiden Filterwasserabschnitten wirksam
verhindern. Der Schwenknippel ist zudem koaxial zum Starrnippel ausgerichtet und kann
problemlos eine Drehbewegung innerhalb des Starrnippels ausführen.
[0008] Weiterhin vorteilhaft ist es, wenn jeweils wenigstens ein Dichtmittel und ein Befestigungsmittel
für die Enden der Filterwasserleitung an der Trennstelle vorgesehen sind. Hierdurch
können die Leitungsenden der Filterwasserleitung, die beispielsweise als flexibler
Schlauch ausgebildet ist, problemlos an die Starr- und Schwenknippel angeschlossen
werden.
[0009] Besonders bevorzugt ist es auch, wenn die Filterwasserleitung als Künststoffschlauch
ausgebildet ist. Hierzu sind insbesondere Polyethylen (PET) Kunststoffe geeignet.
Derartige Kunststoffe sind hochfest, lebensmittelecht und somit besonders zur Verwendung
in Armaturen für die Zapfung von gefiltertem Wasser geeignet.
[0010] Bei einer anderen vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass
das Sockelteil zusätzlich ein Mischteil umfasst. Durch die Integration eines Mischteils
in das Sockelteil ist es möglich den oberen Abschnitt der Filterwasserleitung gleichzeitig
durch das Mischteil hindurch bis zur Unterseite des Sockelteils zu führen. Die zur
Führung des Mischwassers vorgesehene Mischwasserleitung kann somit im Mischteil oberhalb
der Trennstelle beginnen und von dort zur Mündung des Schwenkauslaufes führen, wobei
die Filterwasserleitung umschlossen wird. Während im Mischteil bekannte Ventilanordnungen,
wie beispielsweise Einhebeikartuschen oder Thermostatkartuschen zur Mischung des Kaltwassers
und Warmwassers eingesetzt werden können, kann mit der durchgeführten Filterwasserleitung
ein weiteres Medium durchgängig getrennt vom Mischwasser zur Mündung geführt werden.
[0011] Schließlich ist noch bei einer ganz besonders bevorzugten Ausführungsform vorgesehen,
dass der Starrnippel fest mit der Unterseite des Sockelteils verbunden ist. Die Verbindung
zwischen dem Starrnippel und der Unterseite des Sockelteils kann beispielsweise durch
ein Schraubgewinde erfolgen. Der Starrnippel ist durch einfaches Schrauben an der
Unterseite befestigbar. Mit einer entsprechenden Aufnahme für den Schwenknippel ist
es dann möglich, den nach unten aus dem Sockelteil herausragenden Schwenknippel zu
umgreifen und nach außen hin flüssigkeitsdicht abzuschließen. Während der obere Abschnitt
der Filterwasserleitung bei dieser Anordnung mitsamt dem Schwenknippel frei beweglich
ist, sorgt der an der Unterseite fest angebundene Starrnippel für die notwendige mechanische
Stabilität zur Aufnahme des unteren Abschnitts der Filterwasserleitung, die Abdichtung
der Trennstelle nach Außen und als Drehlager für die Drehlagerung des Schwenknippels.
[0012] Die Erfindung sowie das technische Umfeld werden anhand der Zeichnung näher erläutert.
Es ist darauf hinzuweisen, dass die Figuren der Zeichnung besonders bevorzugte Ausführungsvarianten
der Erfindung zeigen, auf die sie jedoch nicht beschränkt ist. In der Zeichnung zeigt:
- Figur 1
- eine Schrägansicht einer erfindungsgemäßen Auslaufarmatur; und
- Figur 2
- eine Schnittdarstellung durch das Sockelteil einer erfindungsgemäßen Auslaufarmatur.
[0013] In Figur 1 ist eine zweiflutige Auslaufarmatur 1 dargestellt, die auf einem in Figur
2 gezeigten Befestigungselement 2 montiert werden kann. Der untere Bereich der Auslaufarmatur
1 wird von einem Sockelteil 3 gebildet, auf dem ein Schwenkauslauf 4 sitzt. Von unten
führen eine Kaltwasserleitung 5, eine Warmwasserleitung 6, eine Filterwasserleitung
7 und eine Signalleitleitung 8 in das Sockelteil 3 der Auslaufarmatur 1 hinein.
[0014] In Figur 2 ist eine Schnittdarstellung durch das Sockelteil 3 nach Figur 1 gezeigt.
Das Sockelteil 3 ist auf einem Befestigungselement 2 montiert. Das Befestigungselement
2 kann beispielsweise eine Küchenarbeitsplatte sein. Innerhalb des Sockelteils 3 ist
eine Trennstelle 9 dargestellt, die einen oberen Abschnitt der Filterwasserleitung
7 und einen unteren Abschnitt der Filterwasserleitung 7 trennt. Die Trennstelle 9
bilden ein Schwenknippel 11 und ein Starrnippel 12, welche an einer Unterseite 10
des Sockelteils 3 angeordnet sind. Das Sockelteil 3 weist weiterhin noch ein Mischteil
15 auf, welches zum Mischen von Kalt- und Warmwasser dient. Im Mischteil 15 ist eine
Keramikkartusche angeordnet, mit der Durchgänge für warmes und kaltes Wasser einzeln
oder gleichzeitig geöffnet oder verschlossen werden können, so dass innerhalb gegebener
Grenzen beliebige Durchflußmengen und Mischungsverhältnisse einstellbar sind. Weiterhin
befindet sich an der Unterseite 10 des Sockelteils 3 ein Adapter 16, der dazu vorgesehen
ist, Toleranzen eines Lochausschnitts in dem Befestigungselement 2 auszugleichen und
die vorhandenen Spalten abzudecken. Zwischen dem Starrnippel 12 und dem Schwenknippel
11 sind erste Dichtmittel 13 vorgesehen, welche ein Austreten von Filterwasser an
der Trennstelle 9 verhindern. Weiter oberhalb sind im Bereich einer Schraubbefestigung
des Starrnippels 12, die ein erstes Befestigungsmittel 14 darstellt, an der Unterseite
10 zweite Dichtmittel 18 vorgesehen, die zusätzlich ein Austreten von Flüssigkeit
aus dem Starrnippel 12 verhindern. Die Befestigung der Enden der Filterwasserleitung
7 in den jeweiligen Nippeln 11,12 erfolgt durch Einstecken des Schlauchendes in den
jeweiligen Nippel, wobei das Schlauchende von einem Dichtring des ersten Dichtmittels
13 umgeben ist. Die abschließende mechanische Fixierung erfolgt mittels einer eingesteckten
Steckpatrone 19. Zur Montage der Steckpatrone 19 muss lediglich ein die Filterwasserleitung
7 umschließender Ring in den jeweiligen Nippel (11,12) eingeschoben werden, wodurch
der Schlauch verklemmt und somit mechanisch gehalten wird. Die Steckpatrone 19 stellt
somit ein zweites Befestigungsmittel dar, um die Enden der Filterwasserleitung mit
den jeweiligen Nippeln 11, 12 dauerhaft und flüssigkeitsdicht zu verbinden. Gut erkennbar
ist in Figur 2 zudem, dass eine Mischwasserleitung 17 erst im oberen Bereich des Sockelteils
3 beginnt und die Filterwasserleitung 7 konzentrisch umschließt. Bei einem Verschwenken
des Schwenkauslaufes 4 kann sich aufgrund der erfindungsgemäßen Gestaltung der Auslaufarmatur
1 nun der obere Abschnitt der Filterwasserleitung 7 vollkommen frei gegenüber dem
feststehenden unteren Abschnitt der Filterwasserleitung 7 bewegen. Durch die Trennung
9 wird die bisherige zwangsweise Torsion der Filterwasserleitung 7 effektiv vermieden.
Dies wirkt sich positiv auf die Lebensdauer und Dichtigkeit der Armatur aus. Zudem
ist gut erkennbar, dass ein Austausch der Filterwasserleitung 7 durch einfaches Abschrauben
des Starrnippels 12 von der Unterseite 10 des Sockelteils 3 erfolgen kann und die
Armatur 1 somit außerdem noch besonders wartungsfreundlich ist.
[0015] Die vorliegende Erfindung ist ausdrücklich nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele
beschränkt. Es sind vielmehr zahlreiche Abwandlungen der Erfindung im Rahmen der Patentansprüche
möglich.
Bezugszeichenliste:
[0016]
- 1
- Auslaufarmatur
- 2
- Befestigungselement
- 3
- Sockelteil
- 4
- Schwenkauslauf
- 5
- Kaltwasserleitung
- 6
- Warmwasserleitung
- 7
- Filterwasserleitung
- 8
- Signalleitung
- 9
- Trennstelle
- 10
- Unterseite
- 11
- Schwenknippel
- 12
- Starrnippel
- 13
- erstes Dichtmittel
- 14
- erstes Befestigungsmittel
- 15
- Mischteil
- 16
- Adapter
- 17
- Mischwasserleitung
- 18
- zweites Dichtmittel
- 19
- zweites Befestigungsmittel, Steckpatrone
- 20
- Durchgang
1. Mehrflutige Auslaufarmatur (1) mit Durchgängen, bestehend aus wenigstens einem an
einem Befestigungselement (2) montierten Sockelteil (3) und einem daran drehbar befestigten
Schwenkauslauf (4) mit mindestens einer Kaltwasserleitung (5) und einer Filterwasserleitung
(7), dadurch gekennzeichnet, dass die Filterwasserleitung (7) wenigstens eine flüssigkeitsdichte drehbare Trennstelle
(9) an einem oder mehreren der Durchgänge aufweist.
2. Auslaufarmatur (1) nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Trennstelle (9) an einer Unterseite (10) des Sockelteils (3) angeordnet ist.
3. Auslaufarmatur (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trennstelle (9) einen Schwenknippel (11) und einen Starrnippel (12) umfasst.
4. Auslaufarmatur (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwenknippel (11) vom Starrnippel (12) dicht umschlossen ist.
5. Auslaufarmatur (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils wenigstens ein Dichtmittel (13) und ein Befestigungsmittel (19) für die Enden
der Filterwasserleitung (7) an der Trennstelle (9)vorgesehen sind.
6. Auslaufarmatur (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Filterwasserleitung (7) als Kunststoffrohr oder -schlauch ausgebildet ist.
7. Auslaufarmatur (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Sockelteil (3) zusätzlich ein Mischteil (15) umfasst.
8. Auslaufarmatur (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Starrnippel (12) fest mit der Unterseite (10) des Sockelteils (3) verbunden ist.