[0001] Die Erfindung betrifft eine Dichtungseinrichtung für einen feuchtigkeitsdichten Türanschluss.
[0002] Bei Türen wie beispielsweisen Balkontüren oder Terrassentüren, die einen Übergang
von dem Gebäudeinneren in das Freie ermöglichen, sind üblicherweise besondere Maßnahmen
erforderlich, um eine in dem Außenbereich vorgesehene wasserdichte bzw. feuchtigkeitsdichte
Abdichtung des Untergrunds bis an die Türöffnung heranzuführen und eine feuchtigkeitsdichte
Abdichtung im Bereich des Türsockels bzw. der Türschwelle zu ermöglichen.
[0003] Ein feuchtigkeitsdichter Anschluss einer Abdichtung, die auf einer Terrasse oder
auf einem Balkon unterhalb der Bodenbelagselemente angeordnet ist, muss üblicherweise
bis an den Türrahmen herangeführt und feuchtigkeitsdicht an den Türsockel oder an
die Türschwelle anschließen, um zuverlässig verhindern zu können, dass Niederschlagswasser
von dem Balkon oder der Terrasse durch undichte Stellen im Bereich der Türöffnung
in das Mauerwerk und in das Gebäude eindringen können. Dabei ist insbesondere der
Übergangsbereich von einer flächigen Abdichtung auf dem Balkon oder auf der Terrasse
hin zu dem Gebäude und der Türe von besonderer Bedeutung und sehr wichtig, um zu verhindern,
dass Feuchtigkeit von der flächigen Abdichtung in das Gebäude überführt wird.
[0004] Um das unerwünschte Eindringen von Niederschlagswasser oder Feuchtigkeit bei Balkontüren
oder Terrassentüren zu erschweren ist oftmals vorgesehen, dass die Türschwelle einige
Zentimeter über die Oberfläche des angrenzenden Balkon- oder Terrassenbelags hinausragt.
Zunehmend werden allerdings auch weitestgehend ebene Türschwellen bzw. barrierefreie
Türanschlüsse bei einem Balkon oder bei einer Terrasse gewünscht. In diesem Falle
ist eine zuverlässige und feuchtigkeitsdichte Abdichtung im Bereich des Türanschlusses
von besonderer Wichtigkeit. Zusätzlich muss durch geeignete Maßnahmen wie beispielsweise
Entwässerungsrinnen sichergestellt werden, dass sich im Öffnungsbereich der Tür keine
größeren Wassermengen auf der Oberfläche des Balkonbelags oder des Terrassenbelags
ansammeln können, die dann über die Türschwelle in das Gebäude eindringen könnten.
[0005] Die Ausführung barrierefreier Schwellen von Balkon-und Terrassentüren, bei den man
ohne Aufkantung oder Schwelle vom Außenbelag auf gleicher Ebene in das Gebäude gehen
kann, wird immer öfter gefordert. Bei vielen Neubauten ist das schon ein Standard,
damit die Nutzer einer Wohnung diese ein Leben lang und auch im Alter mit eventuell
körperlichen Beeinträchtigungen bewohnen können.
[0006] Trotz alledem wird die Abdichtung von barrierefrei ausgeführten Türschwellen noch
immer als besonders riskant angesehen. In den zurzeit geltenden Regelwerken werden
sie noch immer als sogenannte Sonderkonstruktion bezeichnet, die mit dem Auftraggeber
ausdrücklich zu vereinbaren ist. Handwerklich ist die Eindichtung barrierefreier Schwellen
immer wieder eine große Herausforderung, weil hier mit größter Sorgfalt und unter
erschwerten Bedingungen die verschiedensten Türelemente (aus Holz, Kunststoff, oder
Aluminium) dauerhaft wasserdicht angeschlossen werden müssen.
[0007] Ein großes Problem ist regelmäßig, dass in der Reihenfolge der Gewerke Fenster und
Türen bereits nach Fertigstellung der Rohbauarbeiten und vor Beginn der Estrich -und
Verputzarbeiten eingebaut werden. Der Einbau des Türrahmens erfolgt also üblicherweise
zu einem Zeitpunkt, an dem für die Abdichtung von Balkon- und Terrassenflächen noch
die Herstellung eines Gefälleestrichs für die Abdichtung abgewartet werden muss, die
der Estrichleger im Regelfall erst deutlich später ausführt.
[0008] Ein erfolgreiches Zusammenwirken von Fensterbauer und Abdichter wird auch dadurch
erschwert, dass die Hersteller von Türelementen diese gerade nicht für den barrierefreien
Einbau speziell präparieren. Das heißt, dass fast jedes Eindichten der Türen eine
neue und individuelle Herausforderung ist.
[0009] Die an der Baustelle gelebte Regel ist leider, dass sich Fensterbauer und Abdichter
nicht abstimmen und der Abdichter eventuell seine Bedenken im Hinblick auf die Andichtung
der Türe dem Auftraggeber mitteilt, weil sich diese Arbeiten als besonders schwierig
erweisen. Diese Reaktion führt meist zu Spannungen bzw. Unstimmigkeiten zum Auftraggeber
und Architekten, weil Bedenken des Abdichters im Regelfall auch eine Einschränkung
bzw. Ablehnung der Gewährleistung für dieses Detail der Gewerke zur Folge haben.
[0010] Das Herstellen von Türöffnungen im Mauerwerk oder in betonierten Wänden unterliegt
Vorgaben bezüglich der jeweiligen Abmessungen, wie sie auch für alle anderen Bauteile
Anwendung finden. Diese Regelwerke lassen natürlich auch Toleranzen zu, sodass die
Maße von Türöffnungen, selbst bei gleichem Sollmaß, deutlich variieren können. Wenn
eine Abdichtung in herkömmlicher Weise vor Ort aus Flüssigfolien, Kunststoff- oder
Bitumenbahnen individuell hergestellt wird, können diese Toleranzen ohne weiteres
berücksichtigt und im Einzelfall ausgeglichen werden.
[0011] Eine vorgefertigte Abdichtungseinrichtung müsste jedoch für jede Türöffnung millimetergenau
gemessen und die Abdichtung passend hergestellt werden. Dies ist sehr zeitaufwändig,
entsprechend kostenträchtig und setzt eine individuelle Fertigung für jede einzelne
Schwelle voraus.
[0012] Es wird deshalb als eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung angesehen, eine Dichtungseinrichtung
für einen feuchtigkeitsdichten Türanschluss so auszugestalten, dass mit möglichst
geringem Arbeitsaufwand eine zuverlässige und feuchtigkeitsdichte Abdichtung in einem
Übergangsbereich einer Türöffnung zu einem angrenzenden Bodenbelag im Freien hergestellt
werden kann. Gleichzeitig soll die Dichtungseinrichtung auch dafür geeignet sein,
einen barrierefreien Übergang von einem Innenraum durch den Türrahmen hindurch nach
draußen zu ermöglichen. Die Dichtungseinrichtung soll nach Möglichkeit eine sehr einfache
auch für Nichtfachleute verarbeitbare Lösung bereitstellen, die durch einfachste Handhabung
auch auf die verschiedensten Türöffnungsbreiten einstellbar und einzudichten ist.
[0013] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Dichtungseinrichtung
eine Bodenplatte und jeweils feuchtigkeitsdicht anschließend eine Rückwand und zwei
Seitenwände aufweist, wobei ein erstes Seitenteil mit einem ersten Bodenplattenabschnitt
mit einem ersten Rückwandabschnitt und mit einer an einer ersten Seitenkante angeordneten
ersten Seitenwand feuchtigkeitsdicht mit einem zweiten Seitenteil mit einem zweiten
Bodenplattenabschnitt, mit einem zweiten Rückwandabschnitt und mit einer an einer
der ersten Seitenkante gegenüberliegenden zweiten Seitenkante angeordneten zweiten
Seitenwand verbunden ist.
[0014] Um die Dichtungseinrichtung in unterschiedlich breiten Türöffnungen verwenden zu
können besteht die Dichtungseinrichtung aus einem ersten Seitenteil und aus einem
zweiten Seitenteil, die vorzugsweise überlappend neben einander angeordnet sind. Dabei
kann der Überlappungsbereich durch Zusammenschieben oder Auseinanderziehen der beiden
Seitenteile nahezu beliebig vorgegeben werden und dadurch die Breite der Dichtungseinrichtung
bzw. der Abstand der beiden Seitenwände voneinander an die Breite der Türöffnung angepasst
werden. Auf diese Weise ist es möglich, die Breite einer aus einheitlichen Seitenteilen
vorgefertigten Dichtungseinrichtung an unterschiedliche Breiten der Türöffnungen anzupassen,
in denen die Dichtungseinrichtung verwendet werden soll.
[0015] Dies ist vor allem deshalb vorteilhaft, da ein feuchtigkeitsdichter Anschluss der
Dichtungseinrichtung an die seitlich angrenzenden und die Türöffnung begrenzenden
Wandabschnitte angestrebt wird. Um einen feuchtigkeitsdichten Anschluss mit geringem
Aufwand herstellen zu können ist es zweckmäßig bzw. notwendig, dass die Seitenwände
der Dichtungseinrichtung seitlich an den angrenzenden Wandabschnitten der Türöffnung
eng anliegen und eventuelle Spalten so schmal wie möglich gehalten werden. In der
Praxis erfordert allerdings nahezu jede Türöffnung eine individuelle Anpassung der
Breite der Dichtungseinrichtung, da bereits die üblicherweise zulässigen Toleranzen
bei der Herstellung der Türöffnung größer als diejenige Spaltbreite ist, die für einen
einfach herzustellenden feuchtigkeitsdichten Anschluss der Dichtungseinrichtung an
die angrenzenden Wandabschnitte nicht überschritten werden sollte.
[0016] Die beiden Seitenteile müssen in der gewünschten Ausrichtung relativ zueinander lediglich
in dem Überlappungsbereich feuchtigkeitsdicht miteinander verbunden werden. Zu diesem
Zweck kann beispielsweise ein wasserdichter Kleber verwendet werden, mit dem die beiden
an die vorgegebene Breite der Türöffnung ausgerichteten Seitenteile miteinander verklebt
werden.
[0017] Mit der erfindungsgemäßen Dichtungseinrichtung werden bereits dem Fensterbauer Mittel
zur Verfügung gestellt, mit denen eine verlässliche Eindichtung des kritischen Türdetails
mit einfachen Handgriffen bereits zeitgleich im Zusammenhang mit seinem Einbau der
Türelemente kombiniert werden kann. Ein fehlerhafter oder undichter Einbau der konstruktiv
einfach gestalteten Dichtungseinrichtung kann weitestgehend ausgeschlossen werden.
Der Abdichter kann später sein Gewerk fachgerecht daran anschließen und auch lange
nach dem Einbau der Türelemente eine zuverlässige Abdichtung des Übergangs von den
Türelementen zum Bodenbelag gewährleisten.
[0018] Die Dichtungseinrichtung kann zweckmäßigerweise vor dem Einsetzen des Türrahmens
in die Türöffnung so unter den Türrahmen gestellt oder unterhalb eines Türrahmens
angeordnet werden, dass die Rückwand und die Seitenwände bis an eine Unterkante des
Türrahmens heranreichen.
[0019] Die Dichtungseinrichtung bildet eine nach vorne zu dem angrenzenden Bodenbelags des
Balkons oder der Terrasse offene Wanne, die an ihren Seitenwänden und an ihrer Rückwand
bis an den Türrahmen heranreicht und eine vorgefertigte und zuverlässige Abdichtung
insbesondere der Ecken bildet. In einem anschließenden Arbeitsschritt zu einem späteren
Zeitpunkt muss lediglich die auf dem Balkon oder auf der Terrasse verlegte Abdichtung
flüssigkeitsdicht an die zur Vorderseite hin offene Wanne angebunden werden. Ein arbeitsaufwändiges
und fehleranfälliges Abdichten der oftmals schwer zugänglichen Ecken und Kanten an
der Unterseite des bereits eingesetzten Türrahmens entfällt.
[0020] Um eine zuverlässige Dichtwirkung gewährleisten zu können ist es üblicherweise lediglich
erforderlich, dass die Rückwand und die Seitenwände der Dichtungseinrichtung ausreichend
hoch sind und von unten kommend bis an die Türschwelle heranragen. Es ist jedoch grundsätzlich
möglich, dass die Dichtungseinrichtung beispielsweise von dem Türbauer zusätzlich
feuchtigkeitsdicht mit dem von ihm eingesetzten Türrahmen verbunden wird.
[0021] Für die Anordnung der Dichtungseinrichtung im Bodenbereich der Türöffnung, bevor
nachfolgend der Türrahmen eingesetzt und gegebenenfalls auf diese Dichtungseinrichtung
aufgestellt wird, ist kein besonderes handwerkliches Geschick notwendig. Es ist deshalb
nicht erforderlich, einen Dachdecker bzw. einen erfahrenen Abdichtungsspezialisten
mit der Durchführung dieses Arbeitsschrittes zu beauftragen. Vielmehr kann die Dichtungseinrichtung
mit geringem Aufwand von dem Türbauer vor oder während des Einsetzens des Türrahmens
aufgestellt werden. Für das zu einem späteren Zeitpunkt erst erfolgende Abdichten
und die dann erfolgende Fertigstellung des feuchtigkeitsdichten Türanschlusses fällt
bei einer Verwendung dieser Dichtungseinrichtung nur noch ein geringer Arbeitsaufwand
an.
[0022] Das Dichtelement besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen, die auch als linkes und
rechtes Teil bezeichnet werden können. Die beiden Teile verfügen über seitliche Aufkantungen,
sodass Türelemente wirksam seitlich hinterfahren werden können, sowie jeweils eine
Rückwand und ein Bodenteil, die bei den beiden Teilen überlappend miteinander verbunden
werden. Im Überlappungsbereich der einzelnen Elemente kann beispielsweise mit einem
flüssig/viskos auftragbaren Klebstoff in einfacher Weise eine dauerhafte und feuchtigkeitsdichte
Verbindung geschaffen werden. Eine wasserdichte Verbindung kann aber auch durch eine
vorderseitige Verbindung der beiden Teile mit einem geeigneten Klebeband erfolgen.
[0023] Die beiden Teile des Dichtungselementes können industriell vorgefertigt werden und
Maße aufweisen, die eine möglichst breite Verwendungsbreite bieten. Zum Beispiel können
ein linkes Teil und ein rechtes Teil mit jeweils 70 cm Länge für Türöffnungen von
70 bis 120 cm verwendet werden. Innerhalb dieses Bereichs überlappen die beiden Teile
bei kleineren Türweiten auf einer größeren Überlappungsfläche als bei großen Türweiten.
Mit den beispielhaft genannten Maßen dürften 80 % bis 90 % aller Türweiten abgedichtet
werden können, wodurch ein Verarbeiter eine hohe Flexibilität im Baustelleneinsatz
erreicht. Ein vorab erforderliches individuelles Maßnehmen, lange Lieferzeiten und
die Anfertigung von individuellen Einzelteilen entfallen und führen zu erheblichen
Kosten-und Zeitvorteilen.
[0024] Um ein kraftschlüssiges hartes Aufliegen der üblicherweise dünnwandigen Formteile
an harten Boden- und Wandflächen zu vermeiden, können zusätzlich dünnere weiche Schichten
verwendet werden, die beispielsweise aus Vlies oder aus einem weichem Kunststoffmaterial,
bzw. Gummi bestehen.
[0025] Gemäß einer Ausgestaltung des Erfindungsgedankens ist vorgesehen, dass die Höhe der
Rückwand und der Seitenwände mehr als 10 cm oder mehr als 15 cm beträgt. Bei einer
zu geringen Höhe der Rückwand und der Seitenwände kann die gewünschte Dichtungswirkung
nicht gewährleistet werden. Sollte dagegen die Höhe der Rückwand und der Seitenwände
zu groß für den Anwendungsfall sein, können die Rückwand und die Seitenwände vor Ort
auf die gewünschte Höhe gekürzt und an die Einbausituation angepasst werden. Die Breite
der Dichtungseinrichtung und damit der Abstand der beiden Seitenwände sind zweckmäßigerweise
an die Breite der Türöffnung angepasst.
[0026] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass das erste Seitenteil und das zweite Seitenteil
mit einem feuchtigkeitsdichten Klebeband miteinander verbunden sind. Die beiden in
die Türöffnung eingestellten und an die Breite der Türöffnung angepassten angeordneten
Seitenteile können vor Ort durch einfaches Überkleben der im Übergangsbereich verbleibenden
Fuge mit einem Fugenband abgedichtet werden.
[0027] Um eine zuverlässige Abdichtung der Ecken und Kanten der Dichtungseinrichtung zu
erleichtern kann vorgesehen sein, dass jede Seitenwand mit jeweils einem angrenzenden
Bereich der Rückwand und gegebenenfalls der Bodenplatte einen Überlappungsbereich
aufweist. Anstelle eines unmittelbar in der Ecke bzw. in einer Kante zwischen zwei
aneinandergrenzenden Wandflächen verlaufenden Spalts erleichtert die Überlappung der
aneinandergrenzenden Wandflächen eine feuchtigkeitsdichte Abdichtung während der Herstellung
der Dichtungseinrichtung.
[0028] Die Dichtungseinrichtung kann aus einem Metallblech, aus Kunststoff oder aus einem
Kunststoffverbundmaterial hergestellt sein. Für die Herstellung der Dichtungseinrichtung
aus einem Metallblech, Folienverbundblech muss lediglich ein geeigneter Zuschnitt
aus einem ebenen Blechabschnitt hergestellt werden, um anschließend die Rückwand und
die Seitenwände abkanten und feuchtigkeitsdicht miteinander verbinden zu können. Der
Aufwand und die Kosten für die Herstellung einer derartigen Dichtungseinrichtung sind
vergleichsweise gering. Es ist ebenfalls denkbar, die Dichtungseinrichtung durch geeignete
Spritzverfahren oder Tiefziehverfahren aus Kunststoff oder aus einem Kunststoffverbundmaterial
herzustellen.
[0029] Nachfolgend werden einige Ausführungsbeispiele des Erfindungsgedankens näher erläutert,
die in der Zeichnung dargestellt sind. Es zeigt:
Fig. 1 eine schematische Darstellung der Dichtungseinrichtung,
Fig. 2 eine Darstellung einer zweiteiligen Dichtungseinrichtung,
Fig. 3 eine Darstellung einer anders ausgestalteten, ebenfalls zweiteiligen Dichtungseinrichtung,
Fig. 4 eine perspektivische Ansicht einer Dichtungseinrichtung, die in eine Türöffnung
eingesetzt ist und auf der ein Türrahmen aufgestellt ist, und
Fig. 5 eine schematische Schnittansicht durch einen Übergangsbereich von einem Gebäude
zu einem Balkon, wobei unter dem Türrahmen die Dichtungseinrichtung angeordnet ist.
[0030] Eine in Fig. 1 schematisch dargestellte Dichtungseinrichtung 1 für einen Türanschluss
weist eine Bodenplatte 2 sowie feuchtigkeitsdicht mit der Bodenplatte 2 verbunden
eine Rückwand 3 und zwei Seitenwände 4, 5 auf. Eine Breite b der Dichtungseinrichtung
1 ist an eine Breite einer Türöffnung angepasst, in der ein feuchtigkeitsdichter Türanschluss
einer Abdichtung eines Balkonbelags oder eines Terrassenbelags erfolgen soll. Eine
Höhe h der Rückwand 3 und der Seitenwände 4, 5 beträgt etwa 10 bis 15 cm und ist an
eine Höhe einer Türschwelle eines Türrahmens angepasst, der in die Türöffnung eingesetzt
werden soll. Eine Tiefe t der Dichtungseinrichtung 1 ist zweckmäßigerweise etwas größer
als eine Tiefe des Türrahmens, der in die Türöffnung eingesetzt wird.
[0031] Die Dichtungseinrichtung 1 wird in eine Türöffnung eingesetzt, bevor anschließend
der Türrahmen montiert wird. Dabei kann sich der Türrahmen entweder seitlich an dem
angrenzenden Mauerwerk der Türöffnung abstützen oder aber mit geeigneten Abstandshaltern
oder auf einem geeigneten Unterbau auf die Dichtungseinrichtung 1 aufgestellt und
darauf abgestützt werden. Durch die Dichtungseinrichtung 1 wird eine zu einer Vorderseite
6 hin offene Wanne gebildet, die an der Rückwand 3 und an den Seitenwänden 4, 5 eine
feuchtigkeitsdichte Abdichtung unter dem Türrahmen und um den Türrahmen herum bildet.
Eine an die Vorderseite 6 angrenzende Abdichtung wie beispielsweise Dichtungsfolien
oder Bitumenbahnen müssen lediglich feuchtigkeitsdicht im Bereich der Vorderseite
6 mit der Bodenplatte 2 verbunden werden. Eine feuchtigkeitsdichte Anbindung an der
Unterseite des Türrahmens oder in den dann schwer zugänglichen Ecken der Türöffnung
ist nicht erforderlich.
[0032] In Fig. 2 ist die in Fig. 1 lediglich schematisch dargestellte Dichtungseinrichtung
1 im Detail gezeigt. Die Dichtungseinrichtung 1 besteht aus zwei getrennt hergestellten
Teilen, nämlich aus einem ersten Seitenteil 7 mit einem ersten Bodenplattenabschnitt
8, mit einem ersten Rückwandabschnitt 9 und mit einer an einer ersten Seitenkante
10 angeordneten ersten Seitenwand 11, sowie aus einem zweiten Seitenteil 12, das seinerseits
aus einem zweiten Bodenplattenabschnitt 13, aus einem zweiten Rückwandabschnitt 14
und aus einem an einer der ersten Seitenkante 10 gegenüberliegenden zweiten Seitenkante
15 angeordneten zweiten Seitenwand 16. Das erste Seitenteil 7 und das zweite Seitenteil
12 sind relativ zueinander so angeordnet, dass sie sich in einem Überlappungsbereich
17 überlappen. Mit einem in dem Überlappungsbereich 17 aufgetragenen Klebemittel 18
ist das erste Seitenteil 7 feuchtigkeitsdicht mit dem zweiten Seitenteil 12 verklebt.
Die beiden miteinander verklebten Seitenteile 7, 12 bilden eine zu der Vorderseite
6 hin offene und feuchtigkeitsdichte Wanne, wie sie in Fig. 1 schematisch dargestellt
ist.
[0033] Trotz der einheitlichen Abmessungen der beiden Seitenteile 7, 12 kann durch eine
unterschiedliche und individuelle Vorgabe des Überlappungsbereichs 17 mit den beiden
Seitenteilen 7, 12 eine Dichtungseinrichtung 1 mit einer unterschiedlich großen und
an die jeweilige Einbausituation angepassten Gesamtbreite b hergestellt bzw. vor Ort
fertiggestellt und montiert werden.
[0034] Bei dem in Fig. 3 schematisch dargestellten Ausführungsbeispiel einer abweichend
ausgestalteten Dichtungseinrichtung 19 sind das erste Seitenteil 7 und das zweite
Seitenteil 12 in einem Randbereich 20 des Überlappungsbereichs 17 mit einem wasserfesten
und feuchtigkeitsdichten Klebebandstreifen 21 feuchtigkeitsdicht miteinander verbunden.
Die beiden Seitenteile 7 und 12 können in einfacher Weise vor Ort übereinander angeordnet
und in eine Türöffnung eingesetzt werden, um anschließend in der vorgesehenen Einbauposition
mit dem Klebebandstreifen 21 fixiert und feuchtigkeitsdicht miteinander verbunden
zu werden. Der hierfür erforderliche Aufwand ist gering.
[0035] In den Fig. 4 und 5 ist jeweils eine exemplarische Einbausituation der in den Fig.
1 und 2 dargestellten Dichtungseinrichtung 1 abgebildet.
[0036] In eine Türöffnung 22 zu einem Balkon mit einer Balkondecke 23 ist die Dichtungseinrichtung
1 auf dem Untergrund bzw. in Höhe der Balkondecke 23 aufliegend angeordnet. Die Breite
b der Dichtungseinrichtung 1 ist dabei möglichst passend an die Breite der Türöffnung
22 angepasst, so dass die beiden Seitenwände 11, 16 jeweils seitlich an einem angrenzenden
und die Türöffnung 22 begrenzenden Mauerwerksabschnitt 24 eng anliegen. Die aus den
beiden Rückwandabschnitten 9, 14 gebildete Rückwand 3 der Dichtungseinrichtung 1 grenzt
einen Außenbereich 25 gegenüber einem Innenbereich 26 eines nicht näher dargestellten
Gebäudes ab.
[0037] In der Türöffnung 22 ist ein Türrahmen 27 mit einer Türschwelle 28 und seitlichen
Türzargen 29 angeordnet. Die Türschwelle 28 ist dabei etwa in der Höhe der in dem
Innenbereich 26 sowie in dem Außenbereich 25 angrenzenden Bodenbeläge angeordnet,
die jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht hergestellt bzw. eingebaut wurden. Der Türrahmen
27 bzw. die Türschwelle 28 stehen auf der Dichtungseinrichtung 1 auf und sind gegenüber
der Bodenplatte 2 der Dichtungseinrichtung 1 auf höhenverstellbaren Stützfüßen 30
abgestützt. Die Dichtungseinrichtung 1 wird zweckmäßigerweise unmittelbar vor dem
Einsetzen des Türrahmens 27 in die Türöffnung 22 von dem Türenbauer oder dem Monteur
des Türrahmens 27 eingebaut. Da für die richtige Montage der Dichtungseinrichtung
1 und die dadurch bewirkte feuchtigkeitsdichte Abdichtung der Türöffnung 22 in dem
die die Türschwelle 28 umgebenden Bereich keine große Erfahrung oder handwerkliche
Fertigkeit erforderlich ist, muss das Einsetzen der Dichtungseinrichtung 1 nicht von
einem Dachdecker oder einem Abdichtungsspezialisten vorgenommen werden. Das zu einem
späteren Zeitpunkt erfolgende Abdichten der Balkondecke 23 und der in diesem Zusammenhang
erforderlichen feuchtigkeitsdichte Türanschluss kann dann sehr einfacher Weise durch
eine feuchtigkeitsdichte Anbindung der Abdichtung im Bereich der Vorderseite 6 mit
der Dichtungseinrichtung 1 durchgeführt werden.
[0038] In der in Fig. 5 schematisch dargestellten Schnittansicht ist eine Einbausituation
der Dichtungseinrichtung 1 exemplarisch dargestellt, bei der auch die jeweils angrenzenden
Bodenbeläge gezeigt sind. Während in dem Innenbereich 26 ein Estrich 31 und darauf
ein Teppichboden 32 verlegt sind, ist in dem Außenbereich 25 auf der Balkondecke 23
zunächst eine Dichtungsfolie 33 verlegt und anschließend Bodenplatten 34 in ein Mörtelbett
35 eingebettet. Um im Bereich der Türschwelle 28 eine zuverlässige Entwässerung von
Niederschlagswasser in dem angrenzenden Außenbereich 25 zu gewährleisten ist zwischen
der Türschwelle 28 und den angrenzenden Bodenplatten 34 eine Entwässerungsrinne 36
angeordnet. Aus der Entwässerungsrinne 36 kann das darin zunächst gesammelte Wasser
seitlich durch eine Drainagematte 37 abfließen, die auf der wasserundurchlässigen
Dichtungsfolie 33 verlegt ist. Die Dichtungsfolie 33 ist im Bereich der Vorderseite
6 feuchtigkeitsdicht mit der Bodenplatte 2 der Dichtungseinrichtung 1 verbunden. Es
ist nicht mehr erforderlich, die Dichtungsfolie 33 feuchtigkeitsdicht an der Unterseite
oder an der Vorderseite der Türschwelle 28 anzubinden.
1. Dichtungseinrichtung (1, 19) für einen feuchtigkeitsdichten Türanschluss, die aus
einem feuchtigkeitsdichten Material hergestellt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtungseinrichtung (1, 19) eine Bodenplatte (2) und jeweils feuchtigkeitsdicht
anschließend eine Rückwand (3) und zwei an gegenüberliegenden Seitenkanten (10, 15)
angeordnete Seitenwände (4, 5 bzw. 11, 16) aufweist, wobei ein erstes Seitenteil (7)
mit einem ersten Bodenplattenabschnitt (8), mit einem ersten Rückwandabschnitt (9)
und mit einer an einer ersten Seitenkante (10) angeordneten ersten Seitenwand (11)
feuchtigkeitsdicht mit einem zweiten Seitenteil (12) mit einem zweiten Bodenplattenabschnitt
(13), mit einem zweiten Rückwandabschnitt (14) und mit einer an einer der ersten Seitenkante
(10) gegenüberliegenden zweiten Seitenkante (15) angeordneten zweiten Seitenwand (16)
verbunden ist.
2. Dichtungseinrichtung (1, 19) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Höhe der Rückwand (3) und der Seitenwände (4, 5 bzw. 11, 16) mehr als 10 cm,
vorzugsweise mehr als 15 cm beträgt.
3. Dichtungseinrichtung (7, 19) nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Seitenteil (7) überlappend neben dem zweiten Seitenteil (12) angeordnet
ist.
4. Dichtungseinrichtung (19) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Seitenteil (7) und das zweite Seitenteil (12) mit einem feuchtigkeitsdichten
Klebeband (21) miteinander verbunden sind.
5. Dichtungseinrichtung (1, 19) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jede Seitenwand (4, 5, bzw. 11, 16) mit jeweils einem angrenzenden Bereich der Rückwand
(3 bzw. 9, 14) einen Überlappungsbereich aufweist.
6. Dichtungseinrichtung (1, 19) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtungseinrichtung (1, 19) aus einem Metallblech, Folienverbundblech aus Kunststoff
oder aus einem Kunststoffverbundmaterial hergestellt ist.