(19)
(11) EP 2 694 737 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
16.09.2015  Patentblatt  2015/38

(21) Anmeldenummer: 12708678.3

(22) Anmeldetag:  08.03.2012
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E01B 27/10(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2012/001021
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2012/136297 (11.10.2012 Gazette  2012/41)

(54)

MASCHINENGRUPPE UND VERFAHREN ZUR REINIGUNG VON SCHOTTER EINES GLEISES

MACHINE ASSEMBLY AND METHOD FOR CLEANING BALLAST OF A TRACK

GROUPE DE MACHINES ET PROCÉDÉ DE NETTOYAGE DU BALLAST D'UNE VOIE


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 05.04.2011 AT 4792011

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
12.02.2014  Patentblatt  2014/07

(73) Patentinhaber: Plasser & Theurer Export von Bahnbaumaschinen Gesellschaft m.b.H.
1010 Wien (AT)

(72) Erfinder:
  • THEURER, Josef
    A-1010 Wien (AT)
  • WÖRGÖTTER, Herbert
    A-4210 Gallneukirchen (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
US-A- 5 090 484
US-A- 5 513 452
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Maschinengruppe zur Reinigung von Schotter eines Gleises gemäß den im Oberbegriff von Patentanspruch 1 angeführten Merkmalen bzw. ein Verfahren gemäß Patentanspruch 2.

    [0002] Eine derartige Maschinengruppe ist durch US 5 513 452 bekannt und besteht aus einer Reinigungsmaschine sowie einer vorgeordneten Maschine mit einer Aufnahmevorrichtung zur Aufnahme von auf dem Gleis vorgelagerten gereinigten Schotter. Zwischen beiden Maschinen ist ein Speicherwagen mit Bodenförderbändern vorgesehen, die Teil einer Förderbandanordnung sind, die sich von der genannten Aufnahmevorrichtung bis zu einer Abwurfstelle der Reinigungsmaschine erstreckt. Auf diese Weise ist es möglich, den durch die Reinigungsmaschine gereinigten Schotter bedarfsweise mit dem vorgelagerten Schotter zu ergänzen.

    [0003] Gemäß US 5 090 484 ist es auch bekannt, einer Reinigungsmaschine mit einer endlosen Räumkette eine Flankenreinigungsmaschine vorzuordnen. Unmittelbar vor der Räumkette ist eine Vorrichtung zur Aufnahme von auf dem Gleis vorgelagerten Schotter positioniert, um diesen unmittelbar hinter der Räumkette auf das Gleis abzuwerfen. Dies hat allerdings den Nachteil, dass keine Anpassung an den aktuellen Schotterbedarf möglich ist.

    [0004] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt nun in der Schaffung einer Maschinengruppe bzw. eines Verfahrens der eingangs genannten Art, um damit eine höhere Arbeitsleistung sowie eine bessere Schotterverteilung zu erzielen.

    [0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einer Maschinengruppe bzw. einem Verfahren der eingangs genannten Art durch die in Patentanspruch 1 bzw. 2 angeführten Erfindungsmerkmale gelöst.

    [0006] Eine derartige Merkmalskombination ermöglicht eine parallele Weiterleitung des durch die dritte Maschine gereinigten Schotters gemeinsam mit dem durch die zweite Maschine vom Gleis aufgenommenen Schotter zur Abwurfstelle der ersten Maschine. Außerdem kann in diesen Schottertransport problemlos eine beliebige Anzahl von je ein Bodenförderband aufweisenden Speicherwagen eingegliedert werden, ohne damit die Transportleistung zu beeinträchtigen. Dadurch kann in vorteilhafter Weise sowohl der durch die dritte als auch durch die zweite Maschine aufgenommene Schotter zwischengelagert und bedarfsweise weitergegeben werden.

    [0007] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Zeichnungsbeschreibung.

    [0008] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen näher beschrieben. Es zeigen: Fig. 1 und 2 eine erste und Fig. 3 bis 7 eine zweite Variante einer Maschinengruppe zur Reinigung von Schotter eines Gleises.

    [0009] Eine in den Fig. 1 und 2 dargestellte Maschinengruppe 1 setzt sich aus einer ersten, als Reinigungsmaschine ausgebildeten Maschine 2, einer bezüglich einer Arbeitsrichtung 3 vorgeordneten zweiten Maschine 4 sowie einer dieser vorgeordneten, mit Flankenaushubvorrichtungen 5 ausgestatteten dritten Maschine 6 zusammen. Die genannten Maschinen 2, 4, 6 sind durch Kupplungen 7 miteinander verbunden und auf einem Gleis 8 verfahrbar.

    [0010] Die erste Maschine 2 weist eine endlose, um das Gleis 8 herumgeführte Räumkette 9 sowie eine von dieser beschickbare erste Siebanlage 10 auf. Unmittelbar hinter der Räumkette 9 ist eine Abwurfstelle 11 zum Abwurf des gereinigten Schotters auf das Gleis 8 vorgesehen.

    [0011] Die zweite, einen zweiteiligen Maschinenrahmen 19 aufweisende Maschine 4 ist mit einer Aufnahmevorrichtung 12 zur Aufnahme von auf dem Gleis 8 vorgelagerten und gereinigten Schotter 13 ausgestattet. Zur Weiterleitung des gereinigten Schotters 13 von der Aufnahmevorrichtung 12 zur hinter der Räumkette 9 gelegenen Abwurfstelle 11 der ersten Maschine 2 ist eine erste Förderbandanordnung 14 vorgesehen.

    [0012] Die dritte Maschine 6 weist eine zweite Siebanlage 15 zur Reinigung des durch die Flankenaushubvorrichtungen 5 aus einem Flankenbereich einer Schotterbettung aufgenommenen Schotters auf. Für den Weitertransport des in der zweiten Siebanlage 15 gereinigten Schotters ist eine zweite Förderbandanordnung 16 vorgesehen. Dazu weist diese ein unterhalb der zweiten Siebanlage 15 positioniertes Aufnahmeende 17 und ein oberhalb der ersten Förderbandanordnung 14 gelegenes Abwurfende 18 auf.

    [0013] Im Folgenden wird die Funktionsweise der im Arbeitseinsatz kontinuierlich auf dem Gleis 8 fahrenden Maschinengruppe 1 bzw. das Verfahren zur Reinigung von Schotter näher beschrieben. Die beiden Flankenaushubvorrichtungen 5 nehmen kontinuierlich den im Flankenbereich der Schotterbettung gelegenen Schotter auf, der in der zweiten Siebanlage 15 gereinigt wird.

    [0014] Die zweite Maschine 4 nimmt durch die Aufnahmevorrichtung 12 auf dem Gleis 8 vorgelagerten, gereinigten Schotter auf und transportiert diesen über die erste Förderbandanordnung 14 zur Abwurfstelle 11 hinter die Räumkette 9. Diese erste Förderbandanordnung 14 dient auch zum Weitertransport des von der zweiten Siebanlage 15 anfallenden gereinigten Schotters zur genannten Abwurfstelle 11.

    [0015] Durch die erste Maschine 2 wird der noch unter dem Gleis 8 verbleibende Rest des Schotters aufgenommen, in der ersten Siebanlage 10 gereinigt und ebenfalls über die Abwurfstelle 11 auf das Gleis 8 abgeworfen.

    [0016] Bei der in den Fig. 3 bis 7 dargestellten Alternative einer Maschinengruppe 1 sind der Einfachheit halber bereits zu Fig. 1 und 2 beschriebene funktionsgleiche Maschinenteile mit den gleichen Bezugszeichen versehen. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass zwischen der ersten und zweiten Maschine 2, 4 Zwischenspeicher 23 in Form von speziellen Speicherwagen 20 angeordnet sind. Diese weisen jeweils ein Bodenförderband 21 sowie ein Übergabeförderband 22 auf, die beide einen Abschnitt der ersten Förderbandanordnung 14 bilden. Mit diesen Speicherwagen 20 besteht die Möglichkeit, sowohl den vom Gleis 8 mittels der zweiten Maschine 4 aufgenommenen Schotter als auch den von der zweiten Siebanlage 15 anfallenden Schotter zu speichern. Durch unterschiedliche Geschwindigkeiten der Förderbänder 21, 22 kann der gespeicherte Schotter bedarfsweise und in erforderlichen Mengen zur Abwurfstelle 11 weitertransportiert werden.

    [0017] Der ersten und dritten Maschine 2, 6 sind weitere Speicherwagen 20 nach- bzw. vorgeordnet, um den jeweils in den Siebanlagen 10, 15 anfallenden Abraum zu speichern.


    Ansprüche

    1. Maschinengruppe zur Reinigung von Schotter eines Gleises (8), bestehend aus

    a) einer ersten Maschine (2) mit einer endlosen Räumkette (9) zur Aufnahme des unterhalb des Gleises (4) gelegenen Schotters und einer ersten Siebanlage (10) zur Schotterreinigung,

    b) einer bezüglich einer Arbeitsrichtung (3) vorgeordneten zweiten Maschine (4) mit einer Aufnahmevorrichtung (12) zur Aufnahme von auf dem Gleis (8) vorgelagertenjund gereinigtem Schotter,

    c) einer ersten Förderbandanordnung (14) zur Weiterleitung des gereinigten Schotters von der Aufnahmevorrichtung (12) zu einer hinter der Räumkette (9) gelegenen Abwurfstelle (11) der ersten Maschine (2),

    gekennzeichnet durch folgende Merkmale:

    d) der zweiten Maschine (4) ist eine dritte Maschine (6) mit zwei Flankenaushubvorrichtungen (5) zur Aufnahme des in einem Flankenbereich einer Schotterbettung gelegenen Schotters und eine zweite Siebanlage (15) zur Reinigung des aufgenommenen Schotters vorgeordnet,

    e) eine zweite Förderbandanordnung (16) für den Schottertransport in Maschinenlängsrichtung weist ein unterhalb der zweiten Siebanlage (15) gelegenes Aufnahmeende (17) und ein oberhalb der ersten Förderbandanordnung (14) positioniertes Abwurfende (18) auf.


     
    2. Verfahren zur Reinigung von Schotter eines Gleises, wobei auf diesem vorgelagerter gereinigter Schotter aufgenommen, zu einem Zwischenspeicher (23) transportiert und bedarfsweise hinter einer Räumkette (9) einer zur Reinigung ausgebildeten Maschine (2) abgeworfen wird, dadurch gekennzeichnet, dass parallel dazu in einem Flankenbereich einer Schotterbettung gelegener Schotter aufgenommen und gereinigt wird, wonach der gereinigte Schotter gemeinsam mit auf dem Gleis (8) vorgelagerten und von diesem aufgenommenen Schotter zu dem genannten Zwischenspeicher (23) transportiert und bedarfsweise hinter der Räumkette (9) abgeworfen wird.
     


    Claims

    1. A machine group for cleaning ballast of a track (8), consisting of

    a) a first machine (2), having an endless clearing chain (9) for picking up the ballast located underneath the track (4) and a first screening plant (10) for ballast cleaning,

    b) a second machine (4) preceding the former with regard to a working direction (3) and having a pick-up device (12) for picking up cleaned ballast pre-deposited on the track (8),

    c) a first conveyor belt arrangement (14) for passing the cleaned ballast from the pick-up device (12) on to a discharge point (11), situated rearward of the clearing chain (9), of the first machine (2),

    characterized by the following features:

    d) arranged preceding the second machine (4) is a third machine (6), having two shoulder excavating devices (5) for picking up the ballast situated in a shoulder region of a ballast bed, and a second screening plant (15) for cleaning the picked-up ballast,

    e) a second conveyor belt arrangement (16) for transporting ballast in the longitudinal direction of the machine has a receiving end (17) situated underneath the second screening plant (15) and a discharge end (18) positioned above the first conveyor belt arrangement (14).


     
    2. A method for cleaning ballast of a track, wherein cleaned ballast pre-deposited on the same is picked up, transported to an intermediate store (23) and discharged, as needed, rearward of a clearing chain (9) of a machine (2) designed for cleaning, characterized in that parallel thereto, ballast located in a shoulder region of a ballast bed is picked up and cleaned, after which the cleaned ballast, together with ballast pre-deposited on the track (8) and picked up from the same, is transported to said intermediate store (23) and discharged, as needed, rearward of the clearing chain (9).
     


    Revendications

    1. Groupe de machines pour le nettoyage de ballast d'une voie ferrée (8), constitué de

    a) une première machine (2) avec une chaîne de déblai sans fin (9) pour la réception du ballast situé sous la voie ferrée (4) et une première installation de filtre (10) pour le nettoyage de ballast,

    b) une deuxième machine (4) disposée en amont par rapport à un sens de travail (3) avec un dispositif de réception (12) pour la réception de ballast stocké au préalable sur la voie ferrée (8) et nettoyé,

    c) un premier agencement de bandes transporteuses (14) pour le transfert du ballast nettoyé du dispositif de réception (12) à un point de déchargement (11) situé derrière la chaîne de déblai (9) de la première machine (2),

    caractérisé par les caractéristiques suivantes :

    d) une troisième machine (6) avec deux dispositifs d'excavation de flanc (5) pour la réception du ballast situé dans une région de flanc d'un lit de ballast et une seconde installation de filtre (15) pour le nettoyage du ballast reçu est disposée en amont de la deuxième machine (4),

    e) un second agencement de bandes transporteuses (16) pour le transport de ballast dans la direction longitudinale de machine présente une extrémité de réception (17) située en dessous de la seconde installation de filtre (15) et une extrémité de déchargement (18) positionnée au-dessus du premier agencement de bandes transporteuses (14).


     
    2. Procédé de nettoyage de ballast d'une voie ferrée, dans lequel du ballast nettoyé, stocké au préalable sur celle-ci, est reçu, transporté vers un stockage intermédiaire (23) et déchargé en cas de besoin derrière une chaîne de déblai (9) d'une machine (2) réalisée pour le nettoyage, caractérisé en ce que du ballast situé parallèlement à celle-ci dans une région de flanc d'un lit de ballast est reçu et nettoyé, suite à quoi le ballast nettoyé est transporté avec du ballast stocké au préalable sur la voie ferrée (8) et reçu par celle-ci vers le stockage intermédiaire mentionné (23) et déchargé en cas de besoin derrière la chaîne de déblai (9).
     




    Zeichnung











    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente