[0001] Die Erfindung betrifft eine Hochleistungswirkmasse für ein pyrotechnisches Scheinziel
mit einem Brennstoff, einem Oxidationsmittel für den Brennstoff und optional einem
Bindemittel, wobei das Oxidationsmittel ein teilfluoriertes Pyren oder eine teilweise
fluorierte Kohlenstoffverbindung ist.
[0002] Aus der
DE 20 54 210 A1 ist Polytrifluorchlorethylen oder Polyvinylidenfluorid als Oxidationsmittel für ein
Metall bekannt. Aus der
US 4 445 947 A ist Poly(chlortrifluorethylen) als Bindemittel in einem Magnesium, Aluminium oder
eine Mischung davon enthaltenden Brennstoff bekannt. Aus der
US 5 472 533 A und aus der
EP 1 348 683 A2 ist Poly(ethylentetrafluorethylen) jeweils in einer Magnesium enthaltenden Brennstoffzusammensetzung
bekannt.
[0003] Aufgabe einer Wirkmasse für Scheinziele ist es, beim Abbrand die Infrarotstrahlung
einer Abgasfahne eines Düsenflugzeugs für einen Suchkopf, beispielsweise einer Lenkwaffe,
nachzubilden. Der von üblichen Suchköpfen detektierte Wellenlängenbereich liegt zwischen
2 und 5 µm. Bisher wird dies beispielsweise mit der bekannten Schwarzkörperwirkmasse
Magnesium-Teflon-Viton (MTV) erreicht, bei der Polytetrafluorethylen (PTFE, Teflon®)
als Oxidationsmittel dient. Bis zu 250% der Leistung von MTV kann erreicht werden,
wenn Grafitfluorid als Oxidationsmittel eingesetzt wird. Grafitfluorid ist jedoch
verhältnismäßig teuer und unter Umständen schwer zu beschaffen. Um dieselbe Leistung
ohne Grafitfluorid zu erreichen, kann mehr Wirkmasse in einem Scheinziel eines größeren
Kalibers eingesetzt werden. Dies hat jedoch den Nachteil, dass bei begrenzter Ladekapazität,
wie sie in Flugzeugen im Allgemeinen gegeben ist, weniger Scheinzielladungen aufgenommen
werden können.
[0004] Weiterhin ist es dann erforderlich, Abschussgeräte für ein größeres Kaliber bereitzustellen.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Wirkmasse für Scheinziele bereitzustellen,
die beim Abbrand, insbesondere auch bei hoher Luftgeschwindigkeit, eine höhere Strahlungsleistung
als MTV aufweist und dazu kein Grafitfluorid enthalten muss. Die Aufgabe wird durch
die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Zweckmäßige Ausgestaltungen ergeben sich aus
den Merkmalen der Ansprüche 2 bis 5.
[0006] In einem an die Erfindung angelehnten Beispiel (nicht Teil der Erfindung) ist eine
Hochleistungswirkmasse für ein pyrotechnisches Scheinziel, umfassend einen Brennstoff,
ein Oxidationsmittel für den Brennstoff und optional ein Bindemittel vorgesehen, wobei
das Oxidationsmittel eine fluorierte Kohlenstoffverbindung mit einer mindestens 100
Kohlenstoffatome langen Kohlenstoffkette oder sich wiederholenden, Kohlenstoffatome
enthaltenden, ein Polymer bildenden Einheiten ist, wobei in der Kohlenstoffkette oder
pro Einheit mindestens eines der Kohlenstoffatome mindestens eine durch einen Molekülrest
oder ein anderes Atom als Fluor oder Kohlenstoff besetzte Bindungsstelle aufweist.
Das Oxidationsmittel ist dabei kein Grafitfluorid. Das Bindemittel kann entfallen,
wenn eine andere Komponente der Hochleistungswirkmasse eine bindende Eigenschaft aufweist.
[0007] Das in der erfindungsgemäßen Hochleistungswirkmasse enthaltene Oxidationsmittel ist
also nicht wie PTFE vollständig sondern nur teilweise fluoriert. Bisher wurde angenommen,
dass für Schwarzkörperwirkmassen solche Fluorkohlenstoffe am besten geeignet sind,
die eine maximal mögliche Menge an Fluor enthalten und dadurch möglichst effizient
als Oxidationsmittel wirken und die höchste Verbrennungsenthalpie liefern.
[0008] Der Erfinder der vorliegenden Erfindung hat jedoch erkannt, dass nicht allein die
Verbrennungsenthalpie entscheidend ist, sondern die bei der Verbrennung freigesetzte
Wärme auch effizient abgestrahlt werden muss und daher eine hohe Emissivität der Abbrandprodukte
ebenso wichtig ist. Weiterhin hat er erkannt, dass der aus vollständig fluorierten
Fluorkohlenstoffverbindungen generierte Ruß zu feinkörnig ist, um in dem gewünschten
Wellenlängenbereich von 2 bis 5 µm abzustrahlen. Die freigesetzte Energie wird bei
diesen Wirkmassen in kürzeren Wellenlängenbereichen abstrahlt oder konvektiv abgeführt.
Weiterhin hat der Erfinder erkannt, dass feiner Ruß auch sehr schnell abbrennt und
dadurch auch schnell als Emittent von Strahlung verloren geht.
[0009] Das Oxidationsmittel Teflon ist daher für Scheinzielwirkmassen ungünstig. Das Oxidationsmittel
Grafitfluorid weist beim Abbrand eine wesentlich höhere Emissivität in dem gewünschten
Wellenlängenbereich von 2 bis 5 µm als Teflon auf, hat jedoch die oben genannten Nachteile
des hohen Preises und der unter Umständen eingeschränkten Beschaffbarkeit.
[0010] Das in der Hochleistungswirkmasse enthaltene Oxidationsmittel ist eine fluorierte
Kohlenstoffverbindung mit einer mindestens 100 Kohlenstoffatome langen Kohlenstoffkette
oder sich wiederholenden Kohlenstoffatome enthaltenden Einheiten, die ein Polymer
bilden. Dabei weist in der Kohlenstoffkette oder jeder der Einheiten mindestens eines
der Kohlenstoffatome mindestens eine nicht durch ein anderes Kohlenstoffatom besetzte
Bindungsstelle auf, wobei diese Bindungsstelle durch einen Molekülrest oder ein anderes
Atom als Fluor besetzt ist. Ein solches Oxidationsmittel erzeugt beim Abbrand der
Wirkmasse Rußteilchen mit aromatischen Ringen oder Doppelbindungen und einer mittleren
Korngröße von mindestens 1 µm. Diese Rußteilchen erzeugen effizient Strahlung in dem
gewünschten Wellenlängenbereich von 2 bis 5 µm. Es wird vermutet, dass dies daran
liegt, dass durch den Molekülrest oder das andere Atom als Fluor oder Kohlenstoff
Stellen in der Kohlenstoffkette oder den Einheiten bereitgestellt werden, an denen
beim Abbrand Doppelbindungen oder aromatische Strukturen entstehen können, die die
entstehenden Moleküle so stabilisieren, dass beim weiteren Abbrand keine allzu kleinen
Rußpartikel entstehen. Der bei der erfindungsgemäßen Wirkmasse entstehende grobe Ruß
brennt auch länger als feiner Ruß und strahlt daher auch länger. Es hat sich gezeigt,
dass die Emissivität der Abbrandprodukte und der Anteil der in Strahlung umgesetzten
Energie von der insgesamt freigesetzten Energie und somit auch die spezifische Strahlungsleistung
bei der erfindungsgemäßen Hochleistungswirkmasse gegenüber Wirkmassen mit dem vollständig
fluorierten Oxidationsmittel PTFE erhöht ist. Die Menge der Kohlenstoffverbindung
in der Hochleistungswirkmasse kann verhältnismäßig hoch sein, obwohl dadurch die Temperatur
der beim Abbrand entstehenden Flamme der Hochleistungswirkmasse durch eine Reduktion
der Verbrennungsenthalpie reduziert wird. Dies wird kompensiert durch die durch die
Kohlenstoffverbindung gesteigerte Emissivität und die bessere Ausnutzung der zur Verfügung
stehenden Energie.
[0011] Weiterhin wird die Abbrandrate der erfindungsgemäßen Hochleistungswirkmasse durch
das Oxidationsmittel erhöht, weil durch die durch das Oxidationsmittel bewirkte Erhöhung
der Strahlungsleistung auch mehr Wärme auf die brennende Oberfläche zurückgestrahlt
wird. Weiter beschleunigt wird der Abbrand dadurch, dass eine beim Abbrand entstehende
Flamme optisch verhältnismäßig dicht ist und dadurch Hitze verhältnismäßig lange innerhalb
der Flamme zurückgehalten wird. Gegenüber dem bei der Verwendung von Teflon als Oxidationsmittel
entstehenden feinkörnigen Ruß brennt der aus dem in der erfindungsgemäßen Hochleistungswirkmasse
enthaltenen Oxidationsmittel entstehende Ruß langsamer ab. Er kann dadurch die freigesetzte
Energie länger abstrahlen. Dadurch wird die in der Hochleistungswirkmasse enthaltene
chemische Energie mit einem höheren Wirkungsgrad in Strahlung umgesetzt. Darüber hinaus
erzeugt der langsam abbrennende Ruß einen gleichmäßigen und dichten Raumeffekt. Durch
den Raumeffekt kann mittels der erfindungsgemäßen Hochleistungswirkmasse sehr gut
eine Abgasfahne eines Düsenflugzeugs nachgeahmt werden.
[0012] Der Ruß bzw. der darin enthaltene Kohlenstoff kann auch mit Titan, Zirkonium, Hafnium,
Niob, Tantal, Molybdän und Vanadium, welches als Brennstoff in der Hochleistungswirkmasse
enthalten sein kann, Carbide bilden. Der Kohlenstoff dient dabei als weiteres Oxidationsmittel
für die genannten Metalle. Die resultierenden Carbide schmelzen in der beim Abbrand
entstehenden Flamme nicht und geben als Carbidpartikel Strahlung an die Umgebung ab.
[0013] Die Rückstrahlung auf die brennende Oberfläche ermöglicht es weiterhin, im Verhältnis
zum Oxidationsmittel einen relativ hohen Anteil an Brennstoff in der Hochleistungswirkmasse
vorzusehen. Dadurch kann die Wirkmasse einen höheren Energieinhalt aufweisen als mit
einem anderen als dem darin enthaltenen Oxidationsmittel.
[0014] Bei einer Ausgestaltung der Erfindung ist das Verhältnis der Anzahl der Fluoratome
zur Anzahl der anderen Atome in dem Oxidationsmittel kleiner als 3, wenn alle anderen
Atome Wasserstoffatome sind.
[0015] Das andere Atom kann ein Wasserstoff-, Sauerstoff-, Stickstoff-, Schwefel-, Chlor-,
Brom-, oder lodatom sein. Wenn das andere Atom ein Wasserstoffatom ist und an einem
benachbarten Kohlenstoffatom ein Fluoratom gebunden ist, kann beim Abbrand der Hochleistungswirkmasse
HF unter Ausbildung einer Doppelbindung zwischen den benachbarten C-Atomen abgespalten
werden. Bei einer weiteren Ausgestaltung der Hochleistungswirkmasse sind mehr als
eine Bindungsstelle des Kohlenstoffatoms oder einer Mehrzahl der Kohlenstoffatome
durch einen Molekülrest oder mehrere Molekülreste und/oder ein anderes Atom oder andere
Atome als Fluor und als Kohlenstoff besetzt, wobei diese Bindungsstellen jeweils verschieden
besetzt sind. Die verschieden besetzten Bindungsstellen können jeweils an benachbarten
Kohlenstoffatomen lokalisiert sein. Die anderen Atome können mindestens ein Halogenatom,
insbesondere ein Chlor-, Brom- oder lodatom, und mindestens ein Wasserstoffatom an
Bindungsstellen benachbarter Kohlenstoffatome umfassen. Dadurch kann ein Wasserstoffhalogen
unter Ausbildung einer Doppelbindung abgespaltet werden.
[0017] Die Eliminationsreaktionen können thermisch oder durch eine Base stattfinden. Als
eine Base kann z. B. ein Metalloxid aus dem Brennstoff in der Mischung funktionieren
oder eine Base kann in die Wirkmasse beigemischt werden.
[0018] Bei dem Oxidationsmittel kann es sich um Poly(ethylentetrafluorethylen) (ETFE), Poly(chlortrifluorethylen)
(PCTFE), Poly(ethylenchlortrifluorethylen) (ECTFE), Perfluoroalkoxy-Polymer (PFA),
Polyvinylidenfluorid (PVDF) oder ein teilfluoriertes Pyren (erfindungsgemäß) handeln.
[0020] Erfindungsgemäß kann das Oxidationsmittel mindestens eine aromatische Struktur oder
polyaromatische Struktur umfassen.
[0021] Der Brennstoff kann ein Metall, ein Halbmetall oder eine Mischung oder Legierung
aus Metallen und/oder Halbmetallen oder eine Mischung oder Legierung aus mindestens
einem Metall und mindestens einem Halbmetall umfassen. Der Brennstoff kann Aluminium,
Magnesium, Titan, Zirkonium, Hafnium, Calcium, Lithium, Niob, Wolfram, Mangan, Eisen,
Nickel, Kobalt, Zink, Zinn, Blei, Bismut, Tantal, Molybdän, Vanadium, Bor, Silizium,
eine Legierung oder Mischung aus mindestens zwei dieser Metalle oder Halbmetalle,
eine Zirkonium-Nickel-Legierung oder -Mischung, eine Aluminium-Magnesium-Legierung
oder -Mischung, eine Lithium-Aluminium-Legierung oder -Mischung, eine Calcium-Aluminium-Legierung
oder -Mischung, eine Eisen-Titan-Legierung oder -Mischung, eine Zirkonium-Titan-Legierung
oder -Mischung oder eine Lithium-Silizium-Legierung oder -Mischung umfassen.
[0022] Titan, Zirkonium, Hafnium, Niob, Tantal, Molybdän und Vanadium können mit den Kohlestoffpartikeln
oder daraus entstehenden Rußpartikeln Carbide bilden. Der Kohlenstoff dient dabei
als weiteres Oxidationsmittel für die genannten Metalle. Die resultierenden Carbide
liegen bei den beim Abbrand der Hochleistungswirkmasse entstehenden Temperaturen als
Feststoffe vor und emittieren als Carbidpartikel Strahlung.
[0023] Bei dem Bindemittel kann es sich um ein Fluorelastomer, insbesondere ein Fluorkautschuk,
wie beispielsweise Viton® der Firma "DuPont Performance Elastomers", handeln. Weiterhin
kann die Wirkmasse zur Beschleunigung des Abbrands einen Abbrandkatalysator, insbesondere
Ferrocen, Eisenacetonylacetat oder Kupferphtalocyanin, enthalten.
[0024] Die nachfolgenden Beispiele sind nicht erfindungsgemäß.
[0025] Alle im Folgenden angegebenen Zusammensetzungen wurden wie folgt hergestellt:
Die trockenen Komponenten und 5 leitfähige Gummiwürfel wurden in einem 250 ml Mischgebinde
für eine Stunde mittels eines Taumel-Mischers bei 120 Umdrehungen/Minute gemischt.
Die resultierende Mischung wurde in eine Edelstahlschüssel entleert, die Gummiwürfel
entfernt und als Bindemittel 3M Fluorel FC-2175 Fluorkautschuk als 10%-ige Lösung
in Aceton zugegeben. Bei Kohlenstoffnanoröhren enthaltenden Wirkmassen wurden die
Kohlenstoffnanoröhren nicht direkt mit den sonstigen Bestandteilen gemischt, sondern
zuvor in der 10%-igen Lösung des Bindemittels in Aceton mittels Ultraschall dispergiert,
um eine möglichst gleichmäßige Verteilung in der Wirkmasse zu gewährleisten. Die Masse
wurde zu einem homogenen Teig verrührt und solange gemischt, bis das Aceton soweit
verdunstet ist, dass die Masse granulär wurde. Das entstandene Granulat wurde bei
50°C getrocknet.
[0026] 10 g des Granulats wurden jeweils zu Tabletten gepresst. Das Presswerkzeug hatte
dabei einen Innendurchmesser von 16,8 mm. Der Pressdruck betrug 1500 bar. Die
[0027] Dichten der Tabletten lagen zwischen 86 und 94% der theoretischen maximalen Dichte
(TMD). Alle Tabletten wurden auf ihren Zylinderflächen mit Polychloropren (Macroplast)
lackiert und mit Polychloropren auf 80 x 80 x 5 mm Stahlplatten geklebt, um deren
Abbrand auf eine freie Stirnfläche zu begrenzen. Die Tabletten wurden über Nacht bei
Raumtemperatur trocknen gelassen.
[0028] Die fertigen Tabletten wurden abgebrannt und dabei deren Strahlungsleistung mittels
eines Radiometers bestimmt. Die Leistung wird im Folgenden als Prozentsatz einer entsprechenden
Basiswirkmasse, z. B. MTV, angegeben.
[0029] Bei Wirkmassen mit einem Raumeffekt wurden die entsprechenden Wirkmassen ohne den
Zusatzstoff in Form von Kohlenstoffpartikeln als Referenz verwendet. In Tabelle 1
entspricht dies jeweils dem mit 100% angegebenen Referenzwert vor dem nachfolgend
angegebenen Wert der erfindungsgemäßen Wirkmasse.
Beispiel 1:
[0030] Standard-MTV(Magnesium-Teflon-Viton)-Wirkmasse nach dem Stand der Technik (Abbrandrate
3,0 mm/s):
| Stoff |
Typ |
Gew.-% |
Sonstiges |
| Magnesium |
LNR 61 |
60,0 |
|
| Teflonpulver |
Dyneon TF 9205 |
35,0 |
|
| Viton |
3M Fluorel FC-2175 |
5,0 |
TMD = 1881 |
| TMD = Theoretische maximale Dichte |
Beispiel 2:
[0031] Standard-MTV-Wirkmasse mit Grafit (Abbrandrate 3,0 mm/s):
| Stoff |
Typ |
Gew.-% |
Sonstiges |
| Magnesiumpulver |
LNR 61 |
60,0 |
|
| Teflonpulver |
Hoechst TF 9205 |
25,0 |
|
| Viton |
3M Fluorel FC-2175 |
10,0 |
|
| Grafit |
Merck |
5,0 |
Gleitmittel |
Beispiel 3:
[0032] Schwarzkörperwirkmasse auf Basis von PVDF mit in Zonen verteilter Verbrennung (Abbrandrate
4,1 mm/s; sehr dichter und gleichmäßiger Raumeffekt): .
| Stoff |
Typ |
Gew.-% |
Sonstige |
| Magnesium |
LNR 61 |
41,0 |
|
| Steinkohle |
fein gemahlen |
3,0 |
|
| PVDF |
Solvay 80 µm |
14,4 |
TMD = 2041 |
| Bor |
1 µm |
8,0 |
|
| Titan |
Svenska kemi < 100 µm |
10,0 |
|
| Zirkonium |
Chemetall Typ GH |
8,6 |
|
| Viton |
3M Fluorel FC-2175 |
15,0 |
|
Beispiel 4:
[0033] Schwarzkörperwirkmasse auf Basis von PVDF mit in Zonen verteilter Verbrennung (Abbrandrate:
3,3 mm/s):
| Stoff |
Typ |
Gew.-% |
Sonstige |
| Magnesium |
LNR 61 |
50 |
|
| Steinkohle |
fein gemahlen |
5,0 |
|
| PVDF |
Solvay |
20,0 |
TMD = 1882 |
| Bor |
1 µm |
7,0 |
|
| Titan |
Chemetall Typ E |
6,0 |
|
| Zirkonium |
Chemetall Typ FA |
1,0 |
|
| Ferrocen |
Arapahoe Chemicals |
1,0 |
|
| Viton |
3M Fluorel FC-2175 |
10,0 |
|
Beispiel 5:
[0034] Schwarzkörperwirkmasse auf Basis von PVDF (erzeugt einen dichten und gleichmäßigen
Raumeffekt; Abbrandrate: 9,6 mm/s):
| Stoff |
Typ |
Gew.-% |
Sonstige |
| Magnesium |
LNR 61 |
60,0 |
|
| PVDF |
Hylar 301 F |
35,0 |
|
| Viton |
3M Fluorel FC-2175 |
5,0 |
TMD = 1745 |
Beispiel 6:
[0035] Schwarzkörperwirkmasse auf Basis von ECTFE (erzeugt einen dichten und langen Raumeffekt;
Abbrandrate: 4,1 mm/s):
| Stoff |
Typ |
Gew.-% |
Sonstige |
| Magnesium |
LNR 61 |
60,0 |
|
| ECTFE |
Solvay Halar 6014 |
35,0 |
|
| Viton |
3M Fluorel FC-2175 |
5,0 |
TMD = 1721 |
Beispiel 7:
[0036] Schwarzkörperwirkmasse auf Basis von ECTFE mit in Zonen verteilter Verbrennung (sehr
leistungsstarker Satz mit einem großen und dichten Raumeffekt; Abbrandrate: 3,8 mm/s):
| Stoff |
Typ |
Gew.-% |
Sonstige |
| Magnesium |
LNR 61 |
42,0 |
|
| Blähgrafit |
NGS fein |
4,0 |
|
| ECTFE |
Solvay Halar 6014 |
33,0 |
|
| Titan |
Svenska kemi < 100 µm |
10,0 |
|
| Bor |
1 µm |
5,0 |
|
| Ferrocen |
Arapahoe Chemicals |
1,0 |
|
| Viton |
3M Fluorel FC-2175 |
5,0 |
TMD = 1885 |
Tabelle 1:
| Messergebnisse der Strahlungsmessungen. Alle Ergebnisse sind ein Durchschnitt aus
5 Parallelversuchen. |
| Satz |
EKW[J/ (g sr)] |
EMW[J/ (g sr)] |
(EKW + EMW) [J/(g sr)] |
EMW/EKW |
% MTV KW |
% MTV MW |
% MTV KW + MW |
| Beispiel 1 |
175 |
54 |
229 |
0.309 |
105 |
66 |
92 |
| Beispiel 2 |
166 |
82 |
248 |
0.496 |
100 |
100 |
100 |
| Beispiel 3 |
168 |
112 |
280 |
0.667 |
101 |
137 |
113 |
| Beispiel 4 |
174 |
161 |
335 |
0.925 |
105 |
196 |
135 |
| Beispiel 5 |
188 |
85 |
273 |
0.452 |
113 |
104 |
110 |
| Beispiel 6 |
189 |
189 |
378 |
1.000 |
114 |
230 |
152 |
| Beispiel 7 |
202 |
208 |
410 |
1.030 |
122 |
254 |
165 |
EKW = spezifische Leistung im Kurzwellenbereich (ca. 1,8 = 2,6 µm) in J/(g sr);
EMW = spezifische Leistung in Mittelwellenbereich (ca. 3,5 - 4,6 µm) in J/(g sr);
(EKW + EMW) in J/(g sr) = Summen der spezifischen Leistungen im KW- und MW-Bereich;
EMW/EKW = das Verhältnis der spezifischen Leistung im MW- zur spezifischen Leistung im KW-Bereich;
% MTV = Leistung als Prozentsatz der Leistung des Referenzsatzes MTV (in Beispiel
2). |
1. Hochleistungswirkmasse für ein pyrotechnisches Scheinziel, umfassend einen Brennstoff,
ein Oxidationsmittel für den Brennstoff und optional ein Bindemittel, wobei das Oxidationsmittel
ein teilfluoriertes Pyren oder eine teilweise fluorierte Kohlenstoffverbindung mit
einer mindestens 100 Kohlenstoffatome langen Kohlenstoffkette oder sich wiederholenden,
Kohlenstoffatome enthaltenden, ein Polymer bildenden Einheiten ist,
wobei die Einheit mindestens eine aromatische Struktur oder polyaromatische Struktur
umfasst oder
wobei in der Kohlenstoffkette oder jeder der Einheiten mindestens eines der Kohlenstoffatome
mindestens eine nicht durch ein anderes Kohlenstoffatom besetzte Bindungsstelle aufweist,
wobei mehr als eine Bindungsstelle einer Mehrzahl der Kohlenstoffatome durch andere
Atome als Fluor und als Kohlenstoff besetzt sind, wobei diese Bindungsstellen jeweils
verschieden besetzt sind, wobei die anderen Atome mindestens ein Brom- oder lodatom,
und mindestens ein Wasserstoffatom an Bindungsstellen benachbarter Kohlenstoffatome
umfassen.
2. Hochleistungswirkmasse nach Anspruch 1,
wobei der Brennstoff ein Metall, ein Halbmetall oder eine Mischung oder Legierung
aus Metallen und/oder Halbmetallen oder eine Mischung oder Legierung aus mindestens
einem Metall und mindestens einem Halbmetall umfasst.
3. Hochleistungswirkmasse nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der Brennstoff, Aluminium, Magnesium, Titan, Zirkonium, Hafnium, Calcium, Lithium,
Niob, Wolfram, Mangan, Eisen, Nickel, Kobalt, Zink, Zinn, Blei, Bismut, Tantal, Molybdän,
Vanadium, Bor, Silizium, eine Legierung oder Mischung aus mindestens zwei dieser Metalle
oder Halbmetalle, eine Zirkonium-Nickel-Legierung oder -Mischung, eine Aluminium-Magnesium-Legierung
oder -Mischung, eine Lithium-Aluminium-Legierung oder -Mischung, eine Calcium-Aluminium-Legierung
oder -Mischung, eine Eisen-Titan-Legierung oder -Mischung, eine Zirkonium-Titan-Legierung
oder -Mischung oder eine Lithium-Silizium-Legierung oder -Mischung umfasst.
4. Hochleistungswirkmasse nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das Bindemittel ein Fluorelastomer, insbesondere ein Fluorkautschuk, ist.
5. Hochleistungswirkmasse nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei darin weiterhin ein Abbrandkatalysator, insbesondere Ferrocen, Eisenacetonylacetat
oder Kupferphtalocyanin, enthalten ist.
1. High-intensity active composition for a pyrotechnic decoy, comprising a fuel, an oxidizer
for the fuel and optionally a binder, the oxidizer being a partially fluorinated pyrene
or a partially fluorinated carbon compound having a carbon chain at least 100 carbon
atoms long or having repeating units that comprise carbon atoms and form a polymer,
the unit comprising at least one aromatic structure or polyaromatic structure, or
at least one of the carbon atoms in the carbon chain or in each of the units having
at least one bonding site not occupied by a different carbon atom, with more than
one bonding site of a plurality of the carbon atoms being occupied by atoms other
than fluorine and than carbon, these bonding sites each being differently occupied,
the other atoms comprising at least one bromine or iodine atom, and at least one hydrogen
atom at bonding sites of adjacent carbon atoms.
2. High-intensity active composition according to Claim 1,
the fuel comprising a metal, a semi-metal or a mixture or alloy of metals and/or semi-metals
or a mixture or alloy of at least one metal and at least one semi-metal.
3. High-intensity active composition according to any of the preceding claims,
the fuel comprising aluminium, magnesium, titanium, zirconium, hafnium, calcium, lithium,
niobium, tungsten, manganese, iron, nickel, cobalt, zinc, tin, lead, bismuth, tantalum,
molybdenum, vanadium, boron, silicon, an alloy or mixture of at least two of these
metals or semi-metals, a zirconium-nickel alloy or mixture, an aluminium-magnesium
alloy or mixture, a lithium-aluminium alloy or mixture, a calcium-aluminium alloy
or mixture, an iron-titanium alloy or mixture, a zirconium-titanium alloy or mixture
or a lithium-silicon alloy or mixture.
4. High-intensity active composition according to any of the preceding claims,
the binder being a fluoroelastomer, more particularly a fluorinated rubber.
5. High-intensity active composition according to any of the preceding claims,
further comprising a burn-up catalyst, more particularly ferrocene, iron acetonylacetate
or copper phthalocyanine.
1. Masse active à grande puissance pour un leurre pyrotechnique, comprenant un combustible,
un oxydant pour le combustible et éventuellement un liant, dans laquelle l'oxydant
est un pyrène partiellement fluoré ou un composé de carbone partiellement fluoré muni
d'une chaîne carbonée d'une longueur d'au moins 100 atomes de carbone ou d'unités
de répétition, contenant des atomes de carbone, formant un polymère,
dans laquelle l'unité comprend au moins une structure aromatique ou une structure
polyaromatique, ou
dans laquelle, dans la chaîne carbonée ou chacune des unités, au moins un des atomes
de carbone comprend au moins un emplacement de liaison non occupé par un autre atome
de carbone, dans laquelle plus d'un emplacement de liaison d'une pluralité des atomes
de carbone est occupé par d'autres atomes que le fluor et que le carbone, dans laquelle
ces emplacements de liaison sont à chaque fois occupés différemment, dans laquelle
les autres atomes comprennent au moins un atome de brome ou d'iode, et au moins un
atome d'hydrogène sur des emplacements de liaison d'atomes de carbone voisins.
2. Masse active à grande puissance selon la revendication 1,
dans laquelle le combustible comprend un métal, un semi-métal ou un mélange ou alliage
de métaux et/ou de semi-métaux ou un mélange ou alliage d'au moins un métal et d'au
moins un semi-métal.
3. Masse active à grande puissance selon l'une quelconque des revendications précédentes,
dans laquelle le combustible comprend de l'aluminium, du magnésium, du titane, du
zirconium, du hafnium, du calcium, du lithium, du niobium, du tungstène, du manganèse,
du fer, du nickel, du cobalt, du zinc, de l'étain, du plomb, du bismuth, du tantale,
du molybdène, du vanadium, du bore, du silicium, un alliage ou mélange d'au moins
deux de ces métaux ou semi-métaux, un alliage ou mélange de zirconium-nickel, un alliage
ou mélange d'aluminium-magnésium, un alliage ou mélange de lithium-aluminium, un alliage
ou mélange de calcium-aluminium, un alliage ou mélange de fer-titane, un alliage ou
mélange de zirconium-titane ou un alliage ou mélange de lithium-silicium.
4. Masse active à grande puissance selon l'une quelconque des revendications précédentes,
dans laquelle le liant est un élastomère fluoré, notamment un caoutchouc fluoré.
5. Masse active à grande puissance selon l'une quelconque des revendications précédentes,
dans laquelle un catalyseur de combustion, notamment du ferrocène, de l'acétonylacétate
de fer ou de la phtalocyanine de cuivre, est en outre contenu.