[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Unterwasserspeichers,
insbesondere für die Speicherung von elektrischer Energie in Form von potentieller
Energie. Statt des Begriffs Unterwasserspeicher wird nachfolgend auch kurz der Begriff
Speicher verwendet. Unterwasserspeicher meint insbesondere einen Speicherbehälter
mit einem relativ großen Innenvolumen, wobei der Speicher bzw. Speicherbehälter in
größerer Wassertiefe von beispielsweise 200 m bis 1500 m in einem Gewässer unter Wasser
angeordnet ist. Bei dem Gewässer handelt es sich insbesondere um ein Meer und zweckmäßigerweise
steht bzw. liegt der Unterwasserspeicher auf dem Meeresboden auf.
[0002] Derartige Unterwasserspeicher sind zur Energiespeicherung bereits grundsätzlich bekannt.
Sie funktionieren ähnlich einem Pumpspeicherkraftwerk, das sich das Gefälle zwischen
einem unteren Wasserreservoir und einem oberen Wasserreservoir zu Nutze macht. Mit
einem solchen Unterwasserspeicher soll insbesondere elektrische Energie aus Offshore-Windkraftanlagen
und/oder aus Solaranlagen in Form von potentieller Energie gespeichert bzw. zwischengespeichert
werden. Der Unterwasserspeicher ist dabei zunächst zumindest teilweise mit Wasser
bzw. Meereswasser gefüllt. Mit Hilfe der beispielsweise in Windkraftanlagen gewonnenen
elektrischen Energie wird dann eine im Unterwasserspeicher angeordnete Pumpe betrieben,
mit der das im Speicher enthaltene Wasser nach außen gepumpt wird. Bei Bedarf lässt
man dann das Wasser wieder in den Speicher einströmen und aufgrund des anstehenden
erheblichen Druckgefälles kann mit Hilfe von im Unterwasserspeicher angeordneten Turbinen
und Generatoren wiederum elektrische Energie auf einfache Weise erzeugt werden. Kabelverbindungen
ermöglichen den Transport der elektrischen Energie. Somit kann immer wieder zwischen
Speicherung und Erzeugung von elektrischer Energie gewechselt werden. - Bislang sind
jedoch noch keine zufriedenstellenden Konzepte für die Herstellung von insbesondere
großvolumigen Unterwasserspeichern bekannt. Die bislang bekannten Vorschläge zeichnen
sich durch einen unerwünscht erheblichen Aufwand bzw. Kostenaufwand aus.
[0003] Demgegenüber liegt der Erfindung das technische Problem zugrunde, ein Verfahren der
eingangs genannten Art anzugeben, mit dem auf einfache und wenig aufwendige sowie
wenig kostenaufwendige Weise ein Unterwasserspeicher hergestellt werden kann.
[0004] Zur Lösung dieses technischen Problems lehrt die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung
eines Unterwasserspeichers bzw. eines kugelförmigen Unterwasserspeichers, insbesondere
für die Speicherung von elektrischer Energie in Form von potentieller Energie, wobei
der Unterwasserspeicher vorzugsweise schwimmend in einem Gewässer im Bereich der Wasseroberfläche
hergestellt wird, wobei zunächst im unteren Bereich des zu bildenden Speichers eine
äußere Basisschalung vorgesehen wird, wobei eine Innenschalung erzeugt wird, indem
- im unteren Bereich des Speichers beginnend - innere Torus-Ringe sukzessive übereinander
gesetzt werden, so dass eine kugelförmige Innenschalung resultiert, wobei auf der
äußeren Basisschalung eine äußere Schalung erzeugt wird, indem äußere Torus-Ringe
sukzessive übereinandergesetzt werden, wobei die Innenschalung mit Abstand zu der
äußeren Basisschalung und mit Abstand zu der äußeren Schalung angeordnet wird und
wobei der Zwischenraum zwischen Innenschalung und äußerer Basisschalung sowie zwischen
Innenschalung und äußerer Schalung mit Beton verfüllt wird.
[0005] Der erfindungsgemäße Unterwasserspeicher wird nach bevorzugter Ausführungsform schwimmend
in einem Gewässer im Bereich der Wasseroberfläche hergestellt. Bei dem Gewässer handelt
es sich insbesondere um ein Meer und vorzugsweise wird der Unterwasserspeicher nach
seiner Fertigstellung auf dem Meeresboden aufgestellt. Die Herstellung des Unterwasserspeichers
kann auch in einem geschützten Gewässer wie beispielsweise im Bereich eines Hafens
und dergleichen erfolgen. Es liegt auch im Rahmen der Erfindung, dass der erfindungsgemäße
Unterwasserspeicher in einem Trockendock ohne Wasser bzw. quasi ohne Wasser hergestellt
wird und dass der auf diese Weise hergestellte Unterwasserspeicher anschließend an
seinen Aufstellungsort transportiert wird und zweckmäßigerweise auf den Meeresboden
abgesenkt wird. - Kugelförmig meint im Rahmen der Erfindung nicht zwingend eine exakte
Kugelform. Es können Abweichungen von der exakten Kugelform vorhanden sein. Insoweit
meint kugelförmig insbesondere auch im Wesentlichen kugelförmig. Zweckmäßigerweise
ist zumindest der Innenraum bzw. der innere Speicherraum des erfindungsgemäßen Unterwasserspeichers
kugelförmig ausgebildet.
[0006] Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass der Unterwasserspeicher mit zumindest einer
Pumpe zum Herauspumpen von Wasser aus dem Innenraum des Unterwasserspeichers ausgestattet
ist. Es liegt weiterhin im Rahmen der Erfindung, dass der erfindungsgemäße Unterwasserspeicher
zumindest eine Turbine und zumindest einen Generator für die Erzeugung von elektrischem
Strom beim Einströmen von Wasser in den Unterwasserspeicher aufweist. Statt einer
separaten Pumpe und einer separaten Turbine kann auch eine kombinierte Pumpturbine
eingesetzt werden. Der erfindungsgemäße Unterwasserspeicher funktioniert ähnlich wie
ein Pumpspeicherkraftwerk. Insoweit kann auf die einleitenden Erläuterungen verwiesen
werden.
[0007] Torus-Ring meint im Rahmen der Erfindung einen Ringkörper und insbesondere einen
kreisförmigen Ringkörper bzw. im Wesentlichen kreisförmigen Ringkörper. Zweckmäßigerweise
ist auch ein Querschnitt durch den Ring kreisförmig bzw. im Wesentlichen kreisförmig.
[0008] Nach einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird eine
Tragvorrichtung, insbesondere ein Tragring auf einer Mehrzahl von auf der Wasseroberfläche
schwimmenden Schwimmkörpern bzw. Pontons gelagert, wobei die äußere Basisschalung
an dem Tragring aufgehängt wird/ist und wobei die äußere Basisschalung abgesenkt wird,
so dass sie zumindest teilweise in das Gewässer bzw. in die Wasseroberfläche eintaucht.
Zweckmäßigerweise handelt es sich bei dem Tragring um einen ringförmigen Gitterträger.
[0009] Empfohlenermaßen wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren eine äußere Basisschalung
eingesetzt, die ein Schalungsnetz, insbesondere ein Drahtseilnetz und eine innenseitig
auf das Netz aufgebrachte Basis-Schalungsmembran aufweist. Innenseitig meint die dem
späteren Innenraum des Speichers zugewandte Seite bzw. Oberfläche des Netzes. Die
Maschenweite des Schalungsnetzes bzw. Drahtseilnetzes mag beispielsweise 50 x 50 cm
betragen. Die Basis-Schalungsmembran kann vor dem Einbau des Schalungsnetzes an dem
Schalungsnetz befestigt werden oder aber auch nach dem Einbau des Schalungsnetzes,
dann aber zumindest teilweise unter Wasser.
[0010] Gemäß bevorzugter Ausführungsform wird eine äußere Basisschalung eingesetzt, die
einen unterseitigen Schalungsboden - beispielsweise in Form von auf Gitterträgern
aufliegenden Schalungselementen - aufweist, wobei auf dem Schalungsboden ein zentraler
Tragmast montiert wird und wobei der Tragmast als Basis bzw. als Stützelement für
die Innenschalung eingesetzt wird. Vorzugsweise ist der Schalungsboden kreisförmig
ausgebildet.
[0011] Zweckmäßigerweise werden zur Erzeugung der Innenschalung Torus-Ringe übereinander
gesetzt und weiterhin auf der Außenseite der übereinander gesetzten inneren Torus-Ringe
eine Innenschalungsmembran aufgebracht. Diese Innenschalungsmembran kann aus einzelnen
Membranstücken bzw. Membranstreifen zusammengesetzt werden, die nacheinander an der
Außenseite der inneren Torus-Ringe befestigt werden. Grundsätzlich kann es sich aber
auch um eine zusammenhängende Innenschalungsmembran handeln, die auf die Außenseite
der Torus-Ringe aufgebracht wird bzw. über die Torus-Ringe gespannt wird. Nach einer
Ausführungsvariante kann diese die Form einer Innenkugel aufweisende Innenschalungsmembran
auch von innen her aufgepumpt werden. Zweckmäßigerweise werden die inneren Torus-Ringe
temporär an der Innenschalungsmembran befestigt, beispielsweise mit Hilfe von Schlaufenbändern
oder dergleichen. Das macht einen einfachen Austausch der inneren Torus-Ringe möglich.
Die inneren Torus-Ringe können auch untereinander auf entsprechende Weise miteinander
verbunden werden.
[0012] Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass zur Erzeugung der äußeren Schalung fernerhin
auf der Innenseite der übereinandergesetzten äußeren Torus-Ringe eine Außenschalungsmembran
aufgebracht wird. Bei der Außenschalungsmembran und bei der vorstehend beschriebenen
Basis-Schalungsmembran der äußeren Basisschalung kann es sich um ein und dieselbe
Schalungsmembran handeln. Die Basis-Schalungsmembran kann sich dann also über die
äußere Basisschalung hinaus nach oben zwecks Erzeugung der äußeren Schalung erstrecken.
Gemäß besonders bevorzugter Ausführungsform der Erfindung werden die äußere Basisschalung
und die darüber angeordnete äußere Schalung mit der Maßgabe erzeugt bzw. kombiniert,
dass sie sich zu einer kugelförmigen Außenschalung ergänzen. Die äußere Basisschalung
und die darüber angeordnete äußere Schalung bilden also die Außenschalung bzw. die
kugelförmige Außenschalung.
[0013] Empfohlenermaßen werden für die inneren Torus-Ringe und/oder für die äußeren Torus-Ringe
gasgefüllte bzw. luftgefüllte Torus-Ringe eingesetzt. Dabei handelt es sich vorzugsweise
um druckluftgefüllte Torus-Ringe. Die Torus-Ringe besitzen dann aufgrund ihrer Druckluftfüllung
eine eigene Stabilität, die ausreicht, den im Wesentlichen horizontal wirkenden Schalungsdruck
aufzunehmen.
[0014] Die Basis-Schalungsmembran und/oder die Außenschalungsmembran und/oder die Innenschalungsmembran
und/oder die Wandung der inneren Torus-Ringe und/oder die Wandung der äußeren Torus-Ringe
besteht zweckmäßigerweise aus einem faserverstärkten Kunststoff und insbesondere aus
einem faserverstärkten synthetischen Kautschuk. Der faserverstärkte synthetische Kautschuk
ist bevorzugt ein faserverstärkter Chloropren-Kautschuk. Zur Faserverstärkung des
faserverstärkten Kunststoffes werden zweckmäßigerweise Aramidfasern eingesetzt. Die
Aramidfasern können dabei in Form eines Fasergewebes vorliegen.
[0015] Nachfolgend werden die Vorteile einer Schalung mit gasgefüllten bzw. druckluftgefüllten
Torus-Ringen erläutert. Die Torus-Ringe mit der zugeordneten Schalungsmembran entsprechen
gleichsam einer pneumatisch gestützten Schalung. Diese pneumatisch gestützte Schalung
kann insbesondere mittels Druckluft ohne großen Aufwand und innerhalb eines relativ
kurzen Zeitraumes auf- und auch wieder abgebaut werden. Es liegt im Rahmen der Erfindung,
dass der kugelförmige Unterwasserspeicher in seinem oberen Bereich bzw. im Bereich
seines oberen Scheitelpunktes eine Öffnung, insbesondere eine kreisförmige Öffnung
mit einem Durchmesser von beispielsweise etwa 3 m aufweist. Eine solche Öffnung bzw.
kreisförmige Öffnung kann z.B. durch den Einbau eines Stahlringes in Form eines Einbauteils
mit Verankerung in der Betonschale des Unterwasserspeichers realisiert werden. Es
liegt weiterhin im Rahmen der Erfindung, dass die pneumatisch gestützte Schalung grundsätzlich
wieder verwendbar ist bzw. für den mehrfachen Einsatz konzipiert ist. So kann die
pneumatisch gestützte Innenschalung nach erfolgter Betonage und nach Erhärten des
Betons des kugelförmigen Unterwasserspeichers aus dem Inneren des Speichers entnommen
werden. Dazu wird zweckmäßigerweise die Luft bzw. Druckluft aus den Torus-Ringen herausgelassen
und dann können die Torus-Ringe einzeln oder auch in größeren Segmenten - eventuell
auch komplett mit samt der Schalungsmembran - durch die Öffnung im oberen Bereich
des Unterwasserspeichers entfernt werden.
[0016] Es versteht sich, dass die Torus-Ringe für den Einsatz als pneumatisch gestützte
Schalung eine ausreichende Stabilität aufweisen müssen. Dazu werden Ringdurchmesser
und Torusdurchmesser (Durchmesser des Querschnitts durch den Torus-Ring selbst) zweckmäßigerweise
entsprechend aneinander angepasst. Es empfiehlt sich weiterhin, dass die Torusringe
einen dem Ringdurchmesser und dem Torusdurchmesser angepassten inneren Gasdruck bzw.
Luftdruck aufweisen. Eine ausreichende Formstabilität und Lagestabilität der Torus-Ringe
kann ohne zusätzliche Stützung insbesondere dann erreicht werden, wenn nach bevorzugter
Ausführungsform die Betonage der Hohlkugel mit begrenzten Betonierhöhen schichtweise
erfolgt, so dass der seitliche Druck auf die liegend angeordneten Torus-Ringe möglichst
umlaufend gleichmäßig ist und bleibt.
[0017] Eine empfohlene Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet,
dass im Innenraum des Speichers ein Rüstturm bzw. ein zentraler Rüstturm errichtet
wird und dass dieser Rüstturm über Aussteifungselemente an der Innenschalung abgestützt
ist. Der Rüstturm dient also insbesondere der Stabilisierung der Schalungskonstruktion.
Er kann aber auch als in dem Innenraum des Speichers vorhandener Aufgang benutzt werden.
Zweckmäßigerweise wird der Rüstturm auf dem weiter oben beschriebenen Tragmast montiert.
[0018] Nach einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird der
Beton sukzessive in Abhängigkeit des Fortschritts beim Aufbau der Innenschalung und/oder
der Außenschalung in den Zwischenraum verfüllt. Es liegt somit im Rahmen der Erfindung,
dass der Beton während der Herstellung der Schalung bzw. der Schalungen nach und nach
in den Zwischenraum eingefüllt wird. Dabei kann ein kontinuierliches Verfüllen des
Zwischenraums während dem Schalungsaufbau stattfinden. Nach einer Ausführungsform
der Erfindung wird zunächst die Innenschalung fertig gestellt und wird dann der Beton
sukzessive in Abhängigkeit des Fortschritts beim Aufbau der Außenschalung in den Zwischenraum
verfüllt. Dabei kann die Außenschalungsmembran segmentweise auf die Innenseite der
übereinander gesetzten äußeren Torus-Ringe aufgebracht werden. Die Segmente der Außenschalungsmembran
können beispielsweise von einer Vorratsspule abgespult werden und an der genannten
Innenseite der äußeren Torus-Ringe fixiert werden. Die Verbindung kann insbesondere
durch Verkleben oder mit Hilfe von Klettverschlüssen realisiert werden. - Es liegt
im Rahmen der Erfindung, dass in einer ersten Betonierphase der untere Bereich des
Speichers bzw. der Zwischenraum im Bereich der äußeren Basisschalung mit Beton gefüllt
wird. Der Beton reicht dann insbesondere bis unter die Innenschalung aus den inneren
Torus-Ringen. Dadurch steht die Innenschalung unter Auftrieb. Diesem Auftrieb können
die vorstehend erläuterten, an den Rüstturm angeschlossenen Aussteifungselemente entgegenwirken.
[0019] Eine besonders bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens zeichnet
sich dadurch aus, dass der Beton über eine Mehrzahl von über den Umfang der Schalung
verteilten Betonzuführungseinrichtungen in den Zwischenraum eingefüllt wird. Dadurch
wird eine gleichmäßige Druckverteilung auf die Schalungen bzw. auf die Innenschalung
und die Außenschalung erreicht. Zweckmäßigerweise werden als Betonzuführungseinrichtungen
Betonpumpen eingesetzt. So können beispielsweise vier Betonzuführungseinrichtungen
bzw. vier Betonpumpen über den Umfang der Schalung verteilt angeordnet sein. Empfohlenermaßen
werden die Betonzuführungseinrichtungen entlang des Umfangs der Schalung über den
Zwischenraum bewegt. Auf diese Weise kann ein kontinuierliches und schichtweises Einfüllen
von Beton in den Zwischenraum realisiert werden. Zweckmäßigerweise sind die Betonzuführungseinrichtungen
an eine rotierende Fertigungseinheit angeschlossen. Dies ist deshalb auf einfache
Weise möglich, weil die Schalungen und der Zwischenraum insbesondere ringförmig bzw.
kreisförmig ausgebildet sind. Bevorzugt findet eine kontinuierliche Rotation der rotierenden
Fertigungseinheit statt. Bei der rotierenden Fertigungseinheit handelt es sich vorzugsweise
um einen Portalkran, wobei der Portalkran zweckmäßigerweise gebogene Krantürme aufweist,
die sich auf der Tragvorrichtung bzw. auf dem Tragring abstützen. Gemäß bevorzugter
Ausführungsvariante werden die Krantürme des Portalkrans bei der Rotation des Portalkrans
auf der Tragvorrichtung bzw. auf dem Tragring verfahren. - Es liegt im Rahmen der
Erfindung, dass nach dem Aushärten bzw. Erhärten des Betons die Schalungen entfernt
werden, d.h., die äußere Basisschalung und/oder die äußere Schalung und/oder die Innenschalung
entfernt wird/werden.
[0020] Eine empfohlene Ausführungsform der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass als
Beton ein Faserbeton eingesetzt wird. Dem verwendeten Beton sind also Fasern zumindest
einer Faserart zugemischt. Bei den Fasern kann es sich insbesondere um zumindest eine
Faserart aus der Gruppe "Stahlfasern, Kunststofffasern, Glasfasern" handeln. Zweckmäßigerweise
wird ein Faserbeton der Güte C40/50 eingesetzt.
[0021] Vorzugsweise wird ein Speicher mit einem inneren Speichervolumen von mindestens 8.000
m
3, vorzugsweise von mindestens 10.000 m
3 hergestellt. Besonders bevorzugt wird ein inneres Speichervolumen von 8.000 m
3 bis 15.000 m
3, beispielsweise von etwa 12.000 m
3. Die Dicke der Betonschale beträgt empfohlenermaßen 2,20 m bis 3,50 m und bevorzugt
2,40 m bis 3 m.
[0022] Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass die Dicke der Betonschale des Speichers in
Abhängigkeit von dem maximalen Auftrieb des Unterwasserspeichers sowie entsprechend
den statischen und gegebenenfalls auch dynamischen Belangen bemessen wird. Der erfindungsgemäße
Unterwasserspeicher ist vorzugsweise so konzipiert, dass in allen Betriebszuständen
der Abtrieb infolge des Konstruktionsgewichtes des Speichers gegenüber dem Auftrieb
des Speichers infolge der Wasserverdrängung überwiegt. Es versteht sich, dass die
Betonschale des Speichers bei größeren Wassertiefen, beispielsweise über 750 m mit
zunehmender Wassertiefe einem relativ großen äußeren Druck standhalten muss. Dementsprechend
muss die Dicke der Betonschale dann größer gewählt werden und/oder die Festigkeit
des Betons muss entsprechend angepasst werden, beispielsweise durch die Wahl eines
hochfesten Betons.
[0023] Nach besonders empfohlener Ausführungsform der Erfindung wird der fertig gestellte
Speicher bzw. Unterwasserspeicher auf eine Wassertiefe von mindestens 200 m, vorzugsweise
mindestens 700 m abgesenkt. Wassertiefe meint hier insbesondere den Abstand der Unterseite
des Speichers zur Wasseroberfläche.
[0024] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
eine verhältnismäßig einfache und wenig aufwendige Herstellung eines Unterwasserspeichers,
insbesondere für die Speicherung von elektrischer Energie möglich ist. Dabei kann
sowohl der Materialaufwand als auch der Arbeitsaufwand in Grenzen gehalten werden.
Im Ergebnis kann der Unterwasserspeicher mit verhältnismäßig geringen Kosten gefertigt
werden. Mit dem erfindungsgemäß hergestellten Unterwasserspeicher ist beispielsweise
langfristig ein effektiver und funktionssicherer Wechsel zwischen Stromspeicherung
und Stromerzeugung möglich. Somit kann elektrische Energie, insbesondere aus regenerativen
Energiequellen, vor allem aus Windkraftanlagen auf einfache Weise gespeichert bzw.
zwischengespeichert werden und das mit einem relativ hohen Wirkungsgrad.
[0025] Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert. Es zeigen in schematischer Darstellung:
- Fig. 1
- Eine Übersichtszeichnung mit einem Unterwasserspeicher in Form eines Speichers zur
Energiespeicherung am Meeresboden,
- Fig. 2
- eine erste Phase des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung eines kugelförmigen
Unterwasserspeichers,
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf die Komponenten gemäß Fig. 2,
- Fig. 4
- eine zweite Phase des erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Fig. 5
- eine Draufsicht auf die Komponenten gemäß Fig. 4,
- Fig. 6
- eine dritte Phase des erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Fig. 7
- eine vierte Phase des erfindungsgemäßen Verfahrens, und
- Fig. 8
- eine perspektivische Darstellung eines Torus-Ringes für die Innenschalung und/oder
für die äußere Schalung.
[0026] Die Fig. 1 zeigt einen erfindungsgemäß hergestellten kugelförmigen Unterwasserspeicher
1 im Betriebszustand. Der Unterwasserspeicher 1 befindet sich dabei in einer Wassertiefe
von etwa 700 m auf dem Meeresboden. Von Windkraftanlagen 2 erzeugter elektrischer
Strom wird über eine Kabelverbindung 3 einer Pumpe 4 des Unterwasserspeichers 1 zugeführt.
Dadurch wird die Pumpe 4 angetrieben und im Innenraum 5 des Unterwasserspeichers 1
vorhandenes Wasser aus dem Unterwasserspeicher 1 herausgepumpt. Auf diese Weise kann
der Unterwasserspeicher 1 ganz oder teilweise entleert werden. Wenn zu einem späteren
Zeitpunkt Energiebedarf besteht, lässt man Meerwasser über die Turbine 6 wieder in
den Innenraum 5 des Unterwasserspeichers 1 einströmen. Mittels eines nicht näher dargestellten
Generators kann somit wieder elektrischer Strom erzeugt werden und über eine Kabelverbindung
7 abgeführt werden. Mit dem Unterwasserspeicher 1 kann also elektrische Energie in
Form von potentieller Energie gespeichert bzw. zwischengespeichert werden.
[0027] Die Fig. 2 bis 8 verdeutlichen die Herstellung eines kugelförmigen Unterwasserspeichers
1 nach dem erfindungsgemäßen Verfahren. In den Fig. 2 und 3 ist eine erste Phase dieses
Verfahrens dargestellt. Hier wurde ein Tragring 8 in Form eines ringförmigen Gitterträgers
auf an der Wasseroberfläche schwimmenden Pontons 9 aufgebracht. An den Tragring 8
ist die untere äußere Basisschalung 10 angeschlossen. Diese äußere Basisschalung 10
weist ein Drahtseilnetz 11 und eine darauf innenseitig aufgebrachte Basis-Schalungsmembran
12 auf. Weiterhin ist an das Drahtseilnetz ein unterseitiger Schalungsboden 13 angeschlossen
oder eingelegt und auf diesem Schalungsboden 13 ist zentralmittig ein Tragmast 14
montiert.
[0028] Die Fig. 4 und 5 zeigen eine zweite Phase des erfindungsgemäßen Verfahrens. Hier
wurde der unterseitige Schalungsboden 13 mit dem angeschlossenen Drahtseilnetz 11
und der darauf aufgebrachten Basis-Schalungsmembran 12 durch Flutung und/oder Ballastierung
unter die Wasseroberfläche abgesenkt. Das Drahtseilnetz 11 ist hier gespannt und hat
seine endgültige Form angenommen. Auf dem Tragmast 14 wurde mit dem Aufbau der kugelförmigen
Innenschalung 15 begonnen. Dazu werden innere Torus-Ringe 16 mit verschiedenen Ringdurchmessern
übereinander gesetzt. Außerdem wurde in dieser zweiten Phase des erfindungsgemäßen
Verfahrens auch bereits mit der Errichtung eines Rüstturms 17 auf dem Tragmast 14
begonnen.
[0029] In Fig. 6 ist eine dritte Phase des erfindungsgemäßen Verfahrens dargestellt. Hier
wurde der Aufbau der Innenschalung 15 mit weiteren inneren Torus-Ringen 16 fortgeführt
und auch der Rüstturm 17 weiter aufgebaut. Der Rüstturm 17 ist im Übrigen über Aussteifungselemente
18 an die Innenschalung 15 angeschlossen. In der dritten Phase gemäß Fig. 6 wurde
fernerhin mit dem Aufbau der äußeren Schalung 19 mit Hilfe von äußeren Torus-Ringen
20 begonnen. Auch hier werden äußere Torus-Ringe 20 mit unterschiedlichem Ringdurchmesser
zur Realisierung einer Kugelform übereinander gesetzt. Fig. 6 zeigt außerdem, dass
in dieser Bauphase bereits Beton 21 in den Zwischenraum zwischen der unteren äußeren
Basisschalung 10 und der Innenschalung 15 verfüllt wurde. Im Bereich des unterseitigen
Schalungsbodens 13 entsteht gleichsam ein Standfuß 22 des Unterwasserspeichers 1 und
mit diesem Standfuß 22 kann der Unterwasserspeicher 1 sicher auf dem Meeresboden aufstehen.
[0030] In der Fig. 7 ist eine vierte Phase des erfindungsgemäßen Verfahrens gezeigt. Hier
wurde die kugelförmige Innenschalung 15 quasi fertig gestellt und der Aufbau der äußeren
Schalung 19 wurde durch Aufsetzen weiterer äußerer Torus-Ringe 20 fortgesetzt. Einer
vergleichenden Betrachtung der Fig. 6 und 7 entnimmt man im Übrigen, dass sich die
äußere Basisschalung 10 und die äußere Schalung 19 zu einer kugelförmigen Außenschalung
ergänzen. In den Figuren ist im Übrigen nicht dargestellt, dass vorzugsweise und im
Ausführungsbeispiel an der Außenseite der Innenschalung 15 eine Innenschalungsmembran
aufgebracht wird. Außerdem wird zweckmäßigerweise und im Ausführungsbeispiel an der
Innenseite der äußeren Schalung 19 mit fortschreitendem Aufbau dieser äußeren Schalung
19 segmentweise eine Außenschalungsmembran aufgebracht. - Fig. 7 zeigt fernerhin,
dass nach bevorzugter Ausführungsform zur Herstellung des Unterwasserspeichers 1 mit
einem Portalkran 23 gearbeitet wird. Dieser Portalkran 23 weist bevorzugt und im Ausführungsbeispiel
vier gebogene Krantürme 24 auf, mit denen der Portalkran 23 auf dem Tragring 8 verfahrbar
ist, so dass der Portalkran 23 gleichsam um eine zentrale Achse rotieren kann. Empfohlenermaßen
und im Ausführungsbeispiel nach Fig. 7 ist an jedem Kranturm 24 eine Betonzuführungseinrichtung
in Form einer Betonpumpe 25 angeordnet. Mit fortschreitendem Aufbau der äußeren Schalung
19 kann über diese Betonpumpen 25 schichtweise und vorzugsweise kontinuierlich Beton
in den Zwischenraum zwischen äußerer Schalung 19 und Innenschalung 15 eingebracht
werden. Aufgrund der Rotation des Portalkrans 23 findet dabei eine sehr effektive
Verteilung des Betons statt und dadurch resultiert eine gleichmäßige Druckverteilung
auf die Schalungen. Zweckmäßigerweise wird der eingebrachte Beton 21 mit nicht dargestellten
Innenrüttlern bzw. Tauchrüttlern verdichtet. Der Aufbau wird auf diese Weise fortgesetzt,
so dass schließlich eine kugelförmige Außenschalung und eine kugelförmige Innenschalung
mit im Zwischenraum zwischen den Schalungen eingebrachtem Beton 21 resultiert. Nach
Aushärten des Betons können die Schalungen entfernt werden, so dass ein in Fig. 1
dargestellter kugelförmiger Unterwasserspeicher 1 aus Beton 21 erhalten wird.
[0031] In der Fig. 8 ist im Übrigen ein Torus-Ring 16, 20 dargestellt, der als innerer Torus-Ring
16 für die Innenschalung 15 oder als äußerer Torus-Ring 20 für die äußere Schalung
19 eingesetzt werden kann. Es ist erkennbar, dass der Torus-Ring 16, 20 kreisförmig
ausgebildet ist. Im Übrigen ist bevorzugt auch ein Querschnitt durch den Torus-Ring
16, 20 kreisförmig und zwar mit über den Umfang des Torus-Ringes 16, 20 gleichbleibendem
Querschnittsdurchmesser d. Bei dem Torus-Ring 16, 20 handelt es sich empfohlenermaßen
um einen druckluftgefüllten Torus-Ring 16, 20. Die Wandung des Torus-Ringes 16, 20
besteht zweckmäßigerweise aus einer faserverstärkten Kunststoffschicht bzw. Kautschukschicht.
1. Verfahren zur Herstellung eines kugelförmigen Unterwasserspeichers (1), insbesondere
für die Speicherung von elektrischer Energie in Form von potentieller Energie, wobei
der Unterwasserspeicher (1) vorzugsweise schwimmend in einem Gewässer im Bereich der
Wasseroberfläche hergestellt wird, wobei zunächst im unteren Bereich des zu bildenden
Speichers (1) eine äußere Basisschalung (10) vorgesehen wird, wobei eine Innenschalung
(15) erzeugt wird, indem innere Torus-Ringe (16) übereinander gesetzt werden, so dass
eine kugelförmige Innenschalung (15) resultiert, wobei auf der äußeren Basisschalung
(10) eine äußere Schalung (19) erzeugt wird, indem äußere Torus-Ringe (20) übereinander
gesetzt werden, wobei die Innenschalung (15) mit Abstand zu der äußeren Basisschalung
(10) und zu der äußeren Schalung (19) angeordnet wird und wobei der Zwischenraum zwischen
Innenschalung (15) und äußerer Basisschalung (10) sowie zwischen Innenschalung (15)
und äußerer Schalung (19) mit Beton (21) verfüllt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei eine Tragvorrichtung, insbesondere ein Tragring (8)
auf einer Mehrzahl von auf der Wasseroberfläche schwimmenden Schwimmkörpern bzw. Pontons
(9) gelagert wird, wobei die äußere Basisschalung (10) an der Tragvorrichtung aufgehängt
wird und wobei die äußere Basisschalung (10) abgesenkt wird, so dass sie zumindest
teilweise in die Wasseroberfläche eintaucht.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei eine äußere Basisschalung (10)
eingesetzt wird, die ein Schalungsnetz, insbesondere ein Drahtseilnetz (11) und eine
innenseitig auf das Netz aufgebrachte Basis-Schalungsmembran (12) aufweist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei eine äußere Basisschalung (10) eingesetzt
wird, die einen unterseitigen Schalungsboden (13) aufweist, wobei auf dem Schalungsboden
(13) ein Tragmast (14) montiert wird und wobei der Tragmast (14) als Basis bzw. als
Stützelement für die Innenschalung (15) eingesetzt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei zur Erzeugung der Innenschalung
(15) weiterhin auf der Außenseite der übereinander gesetzten inneren Torus-Ringe (16)
eine Innenschalungsmembran aufgebracht wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei zur Erzeugung der äußeren Schalung
(19) fernerhin auf der Innenseite der übereinander gesetzten äußeren Torus-Ringe (20)
eine Außenschalungsmembran aufgebracht wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei die äußere Basisschalung (10) und
die darüber angeordnete äußere Schalung (19) mit der Maßgabe erzeugt bzw. kombiniert
werden, dass sie sich zu einer kugelförmigen Außenschalung ergänzen.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 7, wobei für die inneren Torus-Ringe (16)
und/oder für die äußeren Torus-Ringe (20) gasgefüllte bzw. luftgefüllte Torus-Ringe
(16, 20) eingesetzt werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei im Innenraum (5) des Speichers (1)
ein zentraler Rüstturm (17) errichtet wird und wobei der Rüstturm (17) über Aussteifungselemente
(18) an der Innenschalung (15) abgestützt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei der Beton (21) sukzessive in Abhängigkeit
des Fortschritts beim Aufbau der Innenschalung (15) und/oder der äußeren Schalung
(19) bzw. der Außenschalung in den Zwischenraum gefüllt wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei der Beton (21) über eine Mehrzahl
von über den Umfang der Schalungen verteilten Betonzuführungseinrichtungen in den
Zwischenraum eingefüllt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, wobei die Betonzuführungseinrichtungen entlang des Umfang
der Schalungen über dem Zwischenraum bewegt werden.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei als Beton ein Faserbeton eingesetzt
wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, wobei ein Speicher mit einem inneren
Speichervolumen von mindestens 8.000 m3, vorzugsweise mindestens 10.000 m3 hergestellt wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, wobei der fertiggestellte Speicher (1)
auf eine Wassertiefe von mindestens 200 m, vorzugsweise mindestens 700 m abgesenkt
wird.