[0001] Die Erfindung betrifft eine Kistenstapelvorrichtung, mit der Kisten übereinander
gestapelt in einem Lager eingelagert und vorzugsweise zur Auslagerung wieder entstapelt
werden können. Darüber hinaus betrifft die Erfindung ein Kistenstapellager mit einer
solchen Kistenstapelanordnung sowie ein Verfahren zum Stapeln von Kisten und ein Verfahren
zum Entstapeln von Kisten.
[0002] In vielen produzierenden Betrieben, aber auch in vielen logistischen Unternehmen
und größeren Handelsunternehmen besteht ständig ein Bedarf, jederzeit eine relativ
große Anzahl an normierten Kisten bereitzuhalten, in denen Waren zwischengelagert
und/oder transportiert werden können. Zur Bereitstellung der benötigten Leerkisten
muss nicht nur ausreichend Lagerraum zur Verfügung gestellt werden, sondern auch Einrichtungen,
um die Kisten möglichst platzsparend und effektiv einlagern und wieder auslagern zu
können. Insbesondere im Lebensmittelbereich, beispielsweise in Bäckerei- oder Fleischereibetrieben,
ist zudem darauf zu achten, dass die Lagerung der Kisten unter hygienisch einwandfreien
Bedingungen erfolgt. Da üblicherweise die Kisten direkt nach der Nutzung zunächst
durch eine Waschanlage gefahren werden und die gereinigten Kisten eingelagert werden,
um sie bei Bedarf jederzeit in verwendungsfähigem Zustand bereitzuhalten, müssen entsprechend
hygienische Lagerbedingungen gegeben sein.
[0003] Eine besonders platzsparende Lösung ist die Lagerung der Kisten in Form von Stapeln,
wobei vorteilhafterweise, um keine großen Höhen überwinden zu müssen, die Stapel von
unten aufgebaut werden. Ein hierfür geeignetes Kistenstapellager wird beispielsweise
in der
DE 198 49 391 A1 beschrieben. Dieses Kistenstapellager weist ein Gestell auf, in dem mittels Fallklinken
die Kistenstapel in Reihen und Spalten nebeneinander in einem Abstand über dem Boden
gehalten werden. In einem freien Raum unter den gehaltenen Kistenstapeln ist eine
Transporteinrichtung angeordnet. Diese Transporteinrichtung weist ein beispielsweise
parallel zu den Kistenreihen verlaufendes Laufband auf und ist in Spaltenrichtung,
d. h. quer zu den Reihen, unter den eingelagerten Kisten verfahrbar. Über ein weiteres
Laufband kann dieser Transporteinrichtung eine Reihe von neuen Kisten zugeführt werden.
Die Transporteinrichtung weist eine Hubeinrichtung auf, die das Laufband mit einer
darauf angeordneten Kistenreihe zum Einlagern nach oben verfährt und von unten so
in das Gestell einschiebt, dass diese Kistenreihe von den Fallklinken gehalten wird
und die bereits darüber befindlichen, zuvor von den Fallklinken gehaltenen Kisten
auf den neu eingelagerten Kisten gelagert sind. Auf diese Weise werden von unten die
Kistenstapel vergrößert, bis eine maximale Höhe erreicht und das Lager voll ist. In
umgekehrter Vorgehensweise können mit Hilfe der Transporteinrichtung die Kisten reihenweise
wieder entnommen werden, wobei dann die Fallklinken zur Freigabe der jeweils untersten
Kiste eines Stapels kurzzeitig geöffnet werden. Dieses Kistenlager funktioniert prinzipiell
sehr gut, hat aber den Nachteil, dass das Gestell fest innerhalb des Lagerraums installiert
ist und der gesamte Bodenbereich unterhalb des Gestells, in dem sich die Transporteinrichtung
bewegt, für eine Reinigung relativ schwer zugänglich ist.
[0004] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Alternative zu dem genannten
Kistenstapellager zu schaffen.
[0005] Diese Aufgabe wird durch eine Kistenstapelvorrichtung gemäß Patentanspruch 1, ein
Kistenstapellager gemäß Patentanspruch 12 sowie durch ein Verfahren zum Stapeln von
Kisten gemäß Patentanspruch 13 und ein Verfahren zum Entstapeln von Kisten gemäß Patentanspruch
15 gelöst.
[0006] Die erfindungsgemäße Kistenstapelvorrichtung weist zum einen ein Fahrgestell auf,
welches, z. B. mittels einer geeigneten Verfahreinrichtung, entlang einer ersten horizontalen
Bewegungsrichtung verfahrbar ist. Dabei kann das Fahrgestell so ausgebildet sein,
dass es direkt auf dem Lagerboden fährt, indem die Verfahreinrichtung beispielsweise
eine Anzahl von am Gestell angeordneten Rädern sowie ggf. einen motorischen Antrieb
umfasst. Grundsätzlich ist es aber auch möglich, das Fahrgestell indirekt, beispielsweise
auf Schienen oder dergleichen, auf einem Lagerboden des Lagerraums verstellbar bzw.
verfahrbar anzuordnen.
[0007] Weiterhin weist die Kistenstapelvorrichtung eine mit dem Fahrgestell gekoppelte Vertikalstapeleinrichtung
auf, die so ausgebildet ist, dass sie bei einer Kistenaufnahme jeweils zumindest eine
Kiste von unten in einen Stapel aufnimmt und bei einer Kistenabgabe zumindest eine
zuunterst in einem Stapel befindliche Kiste abgibt. Unter einer Vertikalstapeleinrichtung
ist eine Einrichtung zu verstehen, mit der Kisten, wie eingangs erwähnt, übereinander
gestapelt werden können, wobei hier die Aufnahme einer Kiste in den Stapel von unten
bzw. die Abgabe aus dem Stapel nach unten erfolgt. Diese Vertikalstapeleinrichtung
kann hierzu beispielsweise in einer vertikalen Bewegungsrichtung beweglich mit dem
Fahrgestell gekoppelt sein, wobei die vertikale Bewegung gesteuert werden kann.
[0008] Schließlich weist die Kistenstapelvorrichtung eine Abstelleinrichtung auf, wobei
die Abstelleinrichtung und/oder die Vertikalstapeleinrichtung in der ersten horizontalen
Bewegungsrichtung relativ zueinander, zumindest von einer ersten Position, in der
die Vertikalstapeleinrichtung zumindest teilweise oberhalb der Abstelleinrichtung
angeordnet ist, in eine zweite Position verfahrbar sind, in der die Vertikalstapeleinrichtung
und die Abstelleinrichtung so zueinander angeordnet sind, dass von der Vertikalstapeleinrichtung
ein Kistenstapel neben der Abstelleinrichtung auf einem Lagerboden abgestellt oder
vom Lagerboden aufgehoben werden kann. Hierzu können beispielsweise die Abstelleinrichtung
und/oder die Vertikalstapeleinrichtung jeweils geeignete Antriebseinrichtungen aufweisen,
um diese beiden Komponenten gegeneinander zu verfahren. Wichtig ist lediglich, dass
in der zweiten Position die Vertikalstapeleinrichtung eine ausreichende Bodenfreiheit
hat, so dass sie nach unten frei auf eine tiefere vertikale Position, d. h. auf eine
Position, die tiefer ist als eine Abstelleinrichtung der Abstelleinrichtung, verfahrbar
ist.
[0009] Eine derartige Kistenstapelvorrichtung erlaubt es, dass ein fertiger Kistenstapel,
d. h. wenn der Stapel die gewünschte oder die maximale Höhe erreicht hat, anstelle
in einer dauerhaften Halterung in einem Gestell nun direkt auf dem Lagerboden gelagert
werden kann. Umgekehrt bedeutet dies, dass der Lagerboden in den Bereichen, an denen
sich nicht gerade die Kistenstapelvorrichtung befindet oder bereits Kisten eingelagert
sind, frei und daher leicht zugänglich ist. Dies erleichtert zum einen die Reinigung
des Bereichs erheblich. Zum anderen besteht die Möglichkeit, den Lagerbereich bzw.
den gesamten Lagerraum, wenn dieser vorübergehend nicht für die Lagerung von Kisten
benötigt wird, für andere Zwecke zu benutzen, da ja das Fahrgestell mitsamt der Vertikalstapeleinrichtung
und ggf. auch die Abstelleinrichtung an eine beispielsweise seitliche Position im
Lagerraum verfahren werden kann. Insbesondere, wenn das Fahrgestell so aufgebaut ist,
dass es direkt mit Rädern bzw. Rollen auf dem Lagerboden verfahrbar ist, ist im gesamten
Bereich der Kistenstapelvorrichtung, in der sich das Fahrgestell üblicherweise bewegt,
der Lagerboden komplett frei von konstruktiven Elementen, die eine Reinigung oder
anderweitige Benutzung beeinträchtigen könnten.
[0010] Wie später noch erläutert wird, ist die Kistenstapelvorrichtung vorzugsweise so aufgebaut,
dass mehrere Kistenstapel gleichzeitig (parallel) aufgestapelt bzw. entstapelt werden
können. Hierzu weisen bevorzugt die Kistenstapelvorrichtung bzw. die Vertikalstapeleinrichtung
und die Abstelleinrichtung mehrere Kistenstapelplätze auf.
[0011] Ein weiterer Vorteil dieser Kistenstapelvorrichtung besteht darin, dass am Gebäude
selbst im oberen Bereich, beispielsweise am Mauerwerk oder an der Decke, keine konstruktiven
statischen Maßnahmen erforderlich sind, anders als dies beispielsweise bei der Nutzung
eines Brückenkrans erforderlich wäre. Es reicht aus, wenn ein Lagerraum zur Verfügung
steht, dessen Boden die für die Kisten bzw. die Kistenstapelvorrichtung benötigte
Tragkraft aufweist. Dies macht die Nutzung der Erfindung auch in bautechnisch einfach
konstruierten Lagerräumen ohne großen technischen und finanziellen Zusatzaufwand möglich.
[0012] Ein erfindungsgemäßes Kistenstapellager benötigt also lediglich einen geeigneten
Stapelboden sowie eine darauf angeordnete erfindungsgemäße Kistenstapelvorrichtung.
Dabei ist es möglich, dass das Kistenstapellager mehrere der erfindungsgemäßen Kistenstapelvorrichtungen
aufweist, beispielsweise um bestimmte Bereiche im Kistenstapellager getrennt bedienen
zu können. Ebenso können die Kistenstapelvorrichtungen auch so im Kistenstapellager
zueinander angeordnet sein und zusammenwirken, dass diese koordiniert einen gemeinsamen
Bereich bearbeiten, beispielsweise, indem eine Kistenstapelvorrichtung Kisten einlagert
und die andere Kistenstapelvorrichtung bei Bedarf Kisten wieder auslagert. Dabei können
die Funktionen zwischen den Kistenstapelvorrichtungen je nach Anzahl und Anordnung
der aktuell eingelagerten Kisten auch gewechselt werden. Insbesondere kann auf diese
Weise erreicht werden, dass im Kistenstapellager zuerst aufgebaute Kistenstapel auch
zuerst wieder abgebaut werden. Das Kistenstapellager kann zudem weiteres Zubehör wie
eine Anzahl von Transportstrecken, insbesondere Transportbändern, Weichen, Vertikalförderern,
Ausgängen und Eingängen, ggf. mit Schleusen, sowie Waschanlagen, Prüfeinrichtungen
etc. aufweisen.
[0013] Mittels einer solchen Kistenstapelvorrichtung, welche wie oben beschrieben ein Fahrgestell
mit einer Vertikalstapeleinrichtung sowie eine Abstelleinrichtung aufweist, können
Kisten erfindungsgemäß in einem Verfahren mit folgenden Verfahrensschritten zur Einlagerung
gestapelt werden:
- a) Es wird zunächst, z. B. über eine Fördereinrichtung, auf die Abstelleinrichtung
eine Anzahl von Kisten zugeführt. Je nach Anzahl von Kistenstapelplätzen der Vertikalstapeleinrichtung
können dabei gleichzeitig mehrere Päckchen von Kisten (z. B. zwei Kisten übereinander)
oder auch mehrere Einzelkisten zugeführt werden. Eine "Anzahl von Kistenstapeln" schließt
dabei die Einlagerung nur eines Kistenstapels ein. Vorzugsweise werden aber aus Effektivitätsgründen
gleichzeitig mehrere Kistenstapel gebildet bzw. aufgebaut.
- b) Mittels der Vertikalstapeleinrichtung werden die Kisten von der Abstelleinrichtung
angehoben.
- c) Es wird auf die Abstelleinrichtung eine neue Anzahl von Kisten zugeführt.
- d) Die von der Vertikalstapeleinrichtung gehaltenen Kisten werden dann mittels der
Vertikalstapeleinrichtung auf den neuen Kisten abgestellt und die neuen Kisten mit
den darüber befindlichen Kisten wieder angehoben.
- e) Diese Schritte c) und d) werden schließlich wiederholt, bis eine bestimmte Stapelabbruchbedingung
erreicht ist. Eine solche Stapelabbruchbedingung kann beispielsweise gegeben sein,
wenn eine bestimmte Stapelhöhe erreicht ist oder keine einzulagernden Kisten mehr
da sind.
- f) Danach werden die Abstelleinrichtung und/oder die Vertikalstapeleinrichtung relativ
gegeneinander in der ersten Bewegungsrichtung um zumindest eine erste bestimmte Weglänge,
nämlich so weit, dass die Vertikalstapeleinrichtung frei nach unten fahren kann, verfahren.
- g) Anschließend werden von der Vertikalstapeleinrichtung die Kistenstapel auf einem
Lagerboden abgestellt.
[0014] Schließlich kann dann in einem weiteren Schritt h) das Fahrgestell um zumindest eine
zweite bestimmte Weglänge in der ersten Bewegungsrichtung verfahren werden. Diese
zweite bestimmte Weglänge kann beispielsweise ein "Kistenstapelrastermaß" sein, in
dem die Kistenstapel in der ersten Bewegungsrichtung voneinander beabstandet auf dem
Lagerboden nebeneinander abgestellt werden. Danach wird dann zum Aufbau eines weiteren
Kistenstapels (bzw. einer weiteren Reihe von Kistenstapeln) das Verfahren ab Schritt
a) wiederholt.
[0015] Ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Entstapeln von Kisten mittels einer solchen Kistenstapelvorrichtung
bei der Auslagerung der Kisten erfolgt in umgekehrter Weise. Das heißt, ein solches
Verfahren weist folgende Verfahrensschritte auf:
- a) Es werden mittels der Vertikalstapeleinrichtung die Kistenstapel jeweils untenseitig,
d. h. an ihren untersten Kisten oder darunter, ergriffen und von einem Lagerboden
aufgehoben. Hierzu kann das Fahrgestell beispielsweise entgegen der ersten Bewegungsrichtung
um die zweite bestimmte Weglänge, z. B. das Kistenstapelrastermaß, verfahren werden,
so dass die Vertikalstapeleinrichtung den bzw. die zu entstapelnden Kistenstapel ergreifen
kann. Die Kistenstapel werden dann zumindest so weit angehoben, dass ihre Unterkante
in einer Höhe oberhalb der Abstelleinrichtung ist. Analog zur Einlagerung kann auch
bei der Auslagerung bevorzugt eine Anzahl von Kistenstapeln gleichzeitig entstapelt
werden, auch wenn -je nach Aufbau der Kistenstapelvorrichtung und/oder Lagersituation
(z. B. wie viele Kistenstapel aktuell in einer zu entstapelnden Reihe stehen) - die
Entstapelung nur eines Kistenstapels von der Erfindung umfasst wird.
- b) Es werden dann die Abstelleinrichtung und/oder die Vertikalstapeleinrichtung relativ
gegeneinander um zumindest eine erste bestimmte Weglänge entgegen der ersten Bewegungsrichtung
verfahren, so dass sich die Abstelleinrichtung nun wieder unter der Vertikalstapeleinrichtung
befindet.
- c) Von der Vertikalstapeleinrichtung wird die Anzahl von Kistenstapeln auf der Abstelleinrichtung
abgestellt.
- d) Mittels der Vertikalstapeleinrichtung wird dann jeweils ein Teilstapel der Anzahl
von Kistenstapeln angehoben, so dass zumindest eine Kiste des jeweiligen Kistenstapels
auf der Abstelleinrichtung verbleibt.
- e) Die auf der Abstelleinrichtung verbleibende jeweilige Kiste der Kistenstapel wird
wegbefördert, z. B. auf eine Fördereinrichtung befördert, mit der die Kisten aus dem
Lager abtransportiert werden können.
- f) Die Schritte c) bis e) werden so lange wiederholt, bis eine Entstapel-Abbruchbedingung
erreicht ist. Diese Entstapel-Abbruchbedingung ist beispielsweise dann erreicht, wenn
keine Kisten mehr aus dem Lager angefordert werden oder der Stapel aufgebraucht ist.
[0016] Sofern der oder die Kistenstapel vollkommen entstapelt sind und weitere Kisten angefordert
werden, kann dann das Verfahren wieder mit dem Schritt a) beginnen und eine nächste
noch im Lager befindliche Anzahl von Kistenstapeln untenseitig ergriffen und in der
erfindungsgemäßen Weise entstapelt und ausgelagert werden.
[0017] Es wird also zum Stapeln von Kisten und/oder zum Entstapeln von Kisten jeweils eine
erfindungsgemäße Kistenstapelvorrichtung verwendet.
[0018] Die weiteren Ansprüche und die nachfolgende Beschreibung enthalten besonders vorteilhafte
Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung, wobei insbesondere die Ansprüche
einer Kategorie auch analog zu den Ansprüchen einer der anderen Kategorien weitergebildet
sein können. Zudem wird explizit darauf hingewiesen, dass nur in einem bestimmten
Ausführungsbeispiel dargestellte Elemente oder Merkmale auch in Verbindung mit anderen
dargestellten und/oder beschriebenen Ausführungsbeispielen zur Erreichung einer vorteilhaften
Wirkung kombiniert werden können, auch wenn diese Kombination nicht explizit dargestellt
ist.
[0019] Besonders bevorzugt ist die Abstelleinrichtung mit einer Antriebseinrichtung zur
Bewegung der Abstelleinrichtung gegenüber der Vertikalstapeleinrichtung in der ersten
Bewegungsrichtung versehen. Ist die Antriebseinrichtung in ihrer Position gegenüber
der Vertikalstapeleinrichtung verfahrbar, so ist es nicht erforderlich, die Vertikalstapeleinrichtung
selber in einer horizontalen Richtung zu bewegen, um die Abstelleinrichtung und die
Vertikalstapeleinrichtung in die zweite Position zueinander zu bringen, in der die
Vertikalstapeleinrichtung den Kistenstapel neben der Abstelleinrichtung auf einem
Lagerboden abstellen kann. Dies hat insbesondere den Vorteil, dass ein Kistenstapel,
der sich aktuell in der Vertikalstapeleinrichtung befindet bzw. von dieser gehalten
wird, nicht horizontal bewegt werden muss, bevor er auf dem Stapelboden abgestellt
wird. Es können also keine in horizontaler Richtung wirkenden Fliehkräfte auf den
Kistenstapel wirken, so dass die Kisten sicherer übereinander stehen.
[0020] Besonders bevorzugt ist hierzu die Abstelleinrichtung in der ersten Bewegungsrichtung
am Fahrgestell beweglich gelagert. Unter einer Lagerung der Abstelleinrichtung am
Fahrgestell ist dabei auch eine Lagerung im Fahrgestell zu verstehen. Beispielsweise
kann die Abstelleinrichtung hierzu über Rollen, Schienen und/oder andere Führungselemente
mit dem Fahrgestell, bevorzugt im unteren Teil des Fahrgestells, gekoppelt sein. Dies
hat den Vorteil, dass die Abstelleinrichtung bei einer Bewegung des Fahrgestells in
der ersten Bewegungsrichtung, beispielsweise nach einem fertigen Aufstapeln von Kistenstapeln
und Abstellen der Kistenstapel auf dem Lagerboden, zur Aufstellung der nächsten Kistenstapel
automatisch mitbewegt wird. Prinzipiell wäre es aber theoretisch auch möglich, dass
die Abstelleinrichtung und das Fahrgestell mit der Vertikalstapeleinrichtung nur in
geeigneter Weise synchron zueinander gesteuert, aber im Übrigen völlig unabhängig
voneinander auf dem Lagerboden oder einer geeigneten Unterkonstruktion wie Schienen
oder dergleichen verfahren werden. Bei der Antriebseinrichtung zur Bewegung der Abstelleinrichtung
am Fahrgestell kann es sich beispielsweise um Antriebsrollen, um Hubzylinder, einen
in horizontaler Richtung wirkenden Scherenmechanismus (ähnlich einer Hubschere) oder
dergleichen handeln.
[0021] Vorzugsweise weist die Abstelleinrichtung einen daran oder darin angeordneten bzw.
integrierten Querförderer auf, der ausgebildet ist, um aus- oder einzulagernde Kisten
in einer zweiten Richtung quer zur ersten Richtung zu transportieren. Hierbei handelt
es sich vorzugsweise um einen Horizontalförderer, beispielsweise um ein Förderband
eine Förderkette oder dergleichen. Dieser Querförderer kann zur Zuführung und Abführung
von Kisten unter die Vertikalstapeleinrichtung dienen.
[0022] Wie bereits oben erwähnt, weist die Vertikalstapeleinrichtung ganz besonders bevorzugt
mehrere quer zur ersten Bewegungsrichtung nebeneinander angeordnete Kistenstapelplätze
auf. Das heißt, die Vertikalstapeleinrichtung ist so ausgebildet, dass nebeneinander
in der quer zur ersten Bewegungsrichtung verlaufenden Richtung mehrere Stapel von
Kisten gebildet bzw. gehalten werden können. In diesem Fall ist die Abstelleinrichtung,
insbesondere der Querförderer, dann so ausgebildet bzw. so lang, dass sie bzw. er
sich in der ersten Position der Abstelleinrichtung und Vertikalstapeleinrichtung zueinander
durchgehend unter den Kistenstapelplätzen der Vertikalstapeleinrichtung erstreckt.
Diese Konstruktion hat den Vorteil, dass gleichzeitig bzw. parallel mehrere Kistenstapel
aufgebaut werden können und jeweils in quer zur ersten Bewegungsrichtung verlaufenden
Reihen nebeneinander positioniert werden können. Das Fahrgestell kann dann in der
ersten Bewegungsrichtung schrittweise von einer Reihe zur nächsten verfahren werden,
um so insgesamt die Kistenstapel in einer Matrixform in Reihen und Spalten nebeneinander
aufzustellen. In umgekehrter Weise können gleichzeitig die Kistenstapel reihenweise
zur Auslagerung wieder aufgenommen und entstapelt werden. Hierdurch wird eine sehr
hohe Arbeitsgeschwindigkeit der Kistenstapelvorrichtung erreicht.
[0023] Um Kisten zur Auslagerung zum Fahrgestell, insbesondere zur Querfördereinrichtung,
zu transportieren und umgekehrt bei einer Auslagerung auch Kisten vom Fahrgestell
weg zu transportieren, weist die Kistenstapelvorrichtung besonders bevorzugt eine
entlang der ersten Bewegungsrichtung neben dem Fahrgestell verlaufende Längsfördereinrichtung
auf. Hierbei kann es sich vorzugsweise um eine gradlinige Förderstrecke mit einem
Förderband, einer Förderkette oder dergleichen handeln. Alternativ könnte das Fahrgestell
auch im Kistenlager an eine Abholstation verfahren werden, um eine Anzahl von Kistenstapeln
dort aufzubauen und dann an einer gewünschten Stelle im Lager abzustellen. Die Nutzung
einer Längsfördereinrichtung ist aber besonders effektiv und hat den Vorteil, dass
das Fahrgestell nicht mit darin gehaltenen Kistenstapeln verfahren werden muss.
[0024] Besonders bevorzugt kann das Fahrgestell über eine Führungseinrichtung mit einer
Seite der Längsfördereinrichtung bzw. der Förderstrecke gekoppelt sein, um auf einfache
Weise sicherzustellen, dass das Fahrgestell in der ersten Bewegungsrichtung von einer
Position zur nächsten Position parallel zur Längsfördereinrichtung verfährt. Beispielsweise
kann die Längsfördereinrichtung mit einer Schiene oder dergleichen gekoppelt sein,
über die das Fahrgestell an einer Seite mit der Längsfördereinrichtung gekoppelt ist.
[0025] Insbesondere bei größeren Lagern ist es auch möglich, dass eine Längsfördereinrichtung,
beispielsweise mittig zwischen zwei Lagerflächen verläuft und beidseitig der Längsfördereinrichtung
jeweils Fahrgestelle mit Abstelleinrichtungen, insbesondere Querförderern, und Vertikalstapeleinrichtung
angeordnet sind.
[0026] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist die Kistenstapelvorrichtung
eine Stoppereinrichtung auf, um eine auf der Längsfördereinrichtung neben dem Fahrgestell
in der ersten Bewegungsrichtung verlaufende Kiste an einer relativ zum Fahrgestell
vorgegebenen Position zu stoppen. Vorzugsweise ist diese Stoppereinrichtung am Fahrgestell
angeordnet, da sich ja die aktuelle Position des Fahrgestells an der Längsfördereinrichtung
verändern kann. Besonders bevorzugt weist die Kistenstapelvorrichtung mehrere, beispielsweise
mit dem Fahrgestell gekoppelte, Stoppereinrichtungen auf. Eine dieser Stoppereinrichtungen
wird vorzugsweise so angeordnet, dass eine davon angehaltene Kiste sich an einer Übergabestelle
zur Übergabe einer Kiste von der Längsfördereinrichtung zur Abstelleinrichtung, insbesondere
zum Querförderer des Fahrgestells, befindet. Eine weitere Stoppereinrichtung befindet
sich vorzugsweise in einem ausreichenden Abstand in Laufrichtung der einlaufenden
Kisten vor dieser Übergabeposition, um dafür zu sorgen, dass eine nachkommende Kiste
nicht auf eine aktuell an das Fahrgestell bzw. an die Abstelleinrichtung zu übergebende
Kiste aufläuft.
[0027] Bei einer bevorzugten Variante ist die Stoppereinrichtung, welche die Kisten an der
Übergabestelle festhält, so ausgebildet, dass sie von oben in den Laufweg der Kiste
hineinragt. Dadurch ist es besonders einfach möglich, durch Ausgestaltung von Stoppern
mit unterschiedlichen Längen oder durch Anfahren unterschiedlicher Stopperpositionen
Kisten mit unterschiedlicher Höhe zu selektieren, beispielsweise nur höhere Kisten
an einer bestimmten Stelle zu stoppen und niedrigere Kisten durchzulassen, um sie
dann beispielsweise an anderer Stelle einzulagern.
[0028] Für die Übergabe der Kisten zwischen der Längsfördereinrichtung und der Abstelleinrichtung,
insbesondere dem Querförderer, des Fahrgestells weist die Kistenstapelvorrichtung
vorzugsweise eine Kistenübergabeeinrichtung auf. Dabei kann die Kistenübergabeeinrichtung
so ausgebildet sein, dass mit ihrer Hilfe sowohl die Kisten von der Längsfördereinrichtung
zur Abstelleinrichtung übergeben werden als auch umgekehrt Kisten bei der Auslagerung
von der Abstelleinrichtung auf die Längsfördereinrichtung übergeben werden. Prinzipiell
ist es aber auch möglich, unterschiedliche Formen der Übergabe beim Ein- und Auslagern
vorzusehen.
[0029] Beispielsweise kann die Kistenübergabeeinrichtung bei einer bevorzugten Variante
eine Einzugseinheit umfassen, die die Kisten vom Längsförderer auf die Abstelleinrichtung,
insbesondere den Querförderer, zieht. Bei einer besonders einfachen und sicheren Variante
handelt es sich hierbei um eine Einzugseinheit mit einer Fallklinke, die von der Abstelleinrichtung
aus in horizontaler Richtung unter die Kisten auf der Längsfördereinrichtung gefahren
wird, dabei entgegen der Schwerkraft herunterdrückt wird und anschließend innerhalb
einer Kiste, die vorzugsweise mit der Öffnung nach unten auf dem Förderband steht,
nach oben kippt und gesperrt ist. Beim Zurückfahren der Einzugseinheit wird die Kiste
dann von der Klinke auf die Abstelleinrichtung mitgenommen. Zur Rückübergabe von Kisten
von der Abstelleinrichtung auf die Längsfördereinrichtung kann beispielsweise die
Abstelleinrichtung, insbesondere der Querförderer, zumindest einseitig höhergestellt
werden, so dass diese Fallklinke der Einzugseinheit dann überlaufen wird, um die Kisten
auf die Längsfördereinrichtung auszuschleusen.
[0030] Sofern, wie in der bevorzugten Ausgestaltung der Vertikalstapeleinrichtung vorgesehen,
die Vertikalstapeleinrichtung mehrere Kistenstapelplätze nebeneinander entlang der
Abstelleinrichtung aufweist und somit auf der Abstelleinrichtung gleichzeitig mehrere
Kisten positioniert werden, befinden sich vorzugsweise im Bereich der Abstelleinrichtung,
bevorzugt am Querförderer, mehrere Stopper, die dafür sorgen, dass bei einem Transportieren
der Kisten entlang der Abstelleinrichtung bzw. auf dem Querförderer diese automatisch
an den Kistenstapelplätzen positioniert bzw. im richtigen Abstand zueinander angehalten
werden. Besonders bevorzugt kann eine zusätzliche Positionskontrolle durch Positions-
und/oder Abstandssensoren, beispielsweise mit Licht- oder IR-Strahlungssensoren, erfolgen.
Um für einen sicheren Transport der Kisten entlang der Abstelleinrichtung bzw. auf
dem Querförderer zu sorgen, ist dieser vorzugsweise mit Zentrierleisten versehen,
die zumindest während der Bewegung der Kisten auf der Abstelleinrichtung bzw. dem
Querförderer in Funktion treten, d. h. vorzugsweise hochgeklappt sind.
[0031] Die Vertikalstapeleinrichtung weist bevorzugt an einem vertikal verfahrbaren Stapelhaltegestell
beweglich gelagerte Halteklinken auf, die in einer Halteposition zum Halten einer
Kiste, nämlich der untersten Kiste eines Kistenstapels, in einem Abstand über dem
Boden der Kiste an zwei gegenüberliegenden Seite an der Kiste angreifen. Diese Halteklinken
sind vorzugsweise gesteuert, z. B. motorisch verstellbar, so dass sie von einer Freigabeposition,
in der die Halteklinken nicht an einer Kiste angreifen, in die Halteposition herausfahrbar
sind.
[0032] Besonders bevorzugt weist das Stapelhaltegestell jeweils an zwei gegenüberliegenden
Seiten neben einem Kistenstapelplatz, an dem ein Kistenstapel aufgebaut oder abgebaut
werden soll, Klinkenhalter auf, an denen jeweils die Halteklinken beweglich gelagert
sind, so dass sie in der Halteposition in den Kistenstapelplatz hineinragen und an
einer Seite an der Kiste angreifen, beispielsweise unter einen außenseitig von der
Kiste überstehenden Kragen der Kiste greifen. In einer bevorzugten Variante, in der
das Stapelhaltegestell mehrere Kistenstapelplätze aufweist, ragen einige "mittlere"
Klinkenhalter zwischen die Kistenstapelplätze hinein. Vorzugsweise sind diese mittleren
Klinkenhalter so ausgebildet, dass jeweils auf beiden Seiten (zu beiden Kistenstapelplätzen
hin) Halteklinken ausfahren, so dass rechts und links daneben eine Kiste ergriffen
werden kann.
[0033] Die Klinkenhalter sind zumindest in einem unteren Bereich des Stapelhaltegestells
als Trennwände ausgebildet, welche die Kistenstapelplätze voneinander abgrenzen bzw.
einen Kistenstapelplatz seitlich beschränken. Besonders bevorzugt sind die Klinkenhalterungen
bzw. die Trennwände, welche die Klinkenhalter bilden, nach vorne und nach unten hin
konisch zulaufend ausgebildet. Dies erleichtert eine Zentrierung der Kisten zwischen
den Klinkenhaltern am jeweiligen Kistenstapelplatz und somit die Aufnahme einer Kiste
bzw. eines kompletten Stapels durch die Vertikalstapeleinrichtung.
[0034] Eine Halteklinke ist am Klinkenhalter vorzugsweise derart beweglich gelagert, dass
sie sich in der Halteposition entgegen einer in Richtung der Schwerkraft auf das äußere,
an der Kiste angreifende Ende wirkenden Kraft an einem Widerlager abstützt. Dies hat
den Vorteil, dass motorisch keine große Kraft zum Halten der Kistenstapel erforderlich
ist, sondern dass es ausreicht, wenn das Widerlager stabil genug ist.
[0035] Die Klinkenhalter bzw. die daran angeordneten Halteklinken sind vorzugsweise so ausgebildet,
dass der Abstand der Oberkante der ausgefahrenen Halteklinken zum untersten Punkt
des Stapelhaltegestells, beispielsweise zu einer Unterkante der Klinkenhalter, maximal
7 cm, vorzugsweise maximal 6,5 cm beträgt. Dadurch ist gewährleistet, dass sich die
Halteklinken in der untersten Position der Vertikalstapeleinrichtung, in der die Kisten
auf dem Lagerboden abgestellt werden, maximal in dem besagten Abstand von 7 cm, vorzugsweise
maximal 6,5 cm, über dem Boden befinden, und somit auch relativ flache Kisten, wie
sie beispielsweise derzeit in Bäckereibetrieben eingesetzt werden, gut aufgenommen
werden können.
[0036] Um sicherzustellen, dass die Kistenstapel nicht eine vorgeschriebene Maximalhöhe
überschreiten, kann die Kistenstapelvorrichtung eine Höhenkontrolleinrichtung aufweisen.
Diese ist vorzugsweise direkt am Fahrgestell angeordnet. In einer besonders einfachen
Variante kann eine Höhenkontrolleinrichtung mit Hilfe eines Seils realisiert werden,
welches an Stangen mit der gewünschten maximalen Stapelhöhe über das Stapelhaltegestell
geführt wird und mit einem Seilzugdetektor gekoppelt ist.
[0037] Insbesondere im Lebensmittelbereich sind, wie bereits erwähnt, besondere Hygienebedingungen
für die Kisten zu beachten. Auch, wenn der Lagerboden nach den Hygienevorschriften
regelmäßig gereinigt wird, ist es dennoch von Vorteil, wenn die später zum Transport
oder zur Lagerung der Lebensmittel verwendeten Kisten nicht unmittelbar auf den Boden
gestellt werden, sondern zunächst noch Bodenabstandshalter unter die Stapel gebracht
werden, so dass sich die unterste, später zum Gebrauch bestimmte Kiste auf diesen
Bodenabstandshaltern befindet. Bei diesen Bodenabstandshaltern bzw. Bodenauflagen
kann es sich beispielsweise um Bodenkisten handeln, die prinzipiell in der gleichen
Form ausgebildet sein können wie die ein- und auszulagernden, zum Transport und zur
Lagerung der Lebensmittel vorgesehenen Kisten. Diese Bodenkisten müssen nur in geeigneter
Weise markiert, beispielsweise in einer anderen Farbe eingefärbt sein, um sie als
solche Bodenauflagen zu kennzeichnen.
[0038] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird in diesem Fall bei der Einlagerung der Kisten
dafür gesorgt, dass bei Erreichen der Stapelabbruchbedingung, beispielsweise bei Erreichen
einer maximalen Stapelhöhe bzw. wenn keine Kisten mehr einzulagern sind und die fertigen
Stapel abgestellt werden sollen, zunächst noch der Abstelleinrichtung eine Anzahl
von Bodenabstandshaltern, insbesondere Bodenkisten, zugeführt werden. Beispielsweise
kann ein Bodenabstandshalter in gleicher Weise wie eine Kiste unter die Vertikalstapeleinrichtung
an den Kistenstapelplatz transportiert werden. Es können dann mittels der Vertikalstapeleinrichtung
die von der Vertikalstapeleinrichtung gehaltenen Kisten auf den Bodenabstandshaltern
abgestellt werden und dann die Bodenabstandshalter mit den darüber befindlichen Kisten
angehoben werden, bevor die Abstelleinrichtung bzw. die Vertikalstapeleinrichtung
um zumindest die erste bestimmte Weglänge in der Bewegungsrichtung relativ gegeneinander
verfahren werden und die Vertikalstapeleinrichtung die Kistenstapel mitsamt den Bodenabstandshaltern
auf dem Lagerboden abstellt. Die Kistenstapelvorrichtung weist hierzu vorzugsweise
eine Bodenabstandshalter-Lagereinrichtung auf, um der Vertikalstapeleinrichtung zu
einem definierten Zeitpunkt die Bodenabstandshalter zuzuführen. Beispielsweise kann
ein in gleicher Weise wie das Kistenstapellager aufgebautes, lediglich kleiner dimensioniertes
Kistenstapellager mit Bodenkisten vorgesehen sein, wobei dort ebenfalls eine (kleinere)
erfindungsgemäße Kistenstapelvorrichtung verwendet wird, um zum passenden Zeitpunkt
Bodenkisten zu entnehmen oder nicht gebrauchte Bodenkisten wieder einzulagern.
[0039] Die Kistenstapelvorrichtung weist zur Durchführung der bereits beschriebenen Verfahren
vorzugsweise eine Steuereinrichtung auf, welche direkt oder indirekt mit den Antriebseinrichtungen
des Fahrgestells, der Vertikalstapeleinrichtung, der Abstelleinrichtung, insbesondere
dem Querförderer, sowie ggf. einer Fördereinrichtung, insbesondere dem Längsförderer,
verbunden ist. Diese Steuereinrichtung steuert die genannten Komponenten zum Einlagern
von Kisten in der bereits oben beschriebenen Weise mit den Schritten a) bis g) und/oder
zum Auslagern von Kisten gemäß den Schritten a) bis f) an.
[0040] Die Erfindung wird im Folgenden unter Hinweis auf die beigefügten Figuren anhand
eines besonders bevorzugten Ausführungsbeispiels einer Kistenstapelvorrichtung noch
einmal näher erläutert. Hieraus ergeben sich auch weitere Einzelheiten und Vorteile
der Erfindung. Es zeigen:
Figur 1 eine perspektivische Ansicht auf ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Kistenstapelvorrichtung im leeren Zustand mit einer Abstelleinrichtung in einer vorderen
Position,
Figur 2 eine perspektivische Ansicht auf die Kistenstapelvorrichtung wie in Figur
1, jedoch teilweise aufgebrochen zur besseren Darstellung der Bewegungsmechanik der
Abstelleinrichtung,
Figur 3 eine weitere perspektivische Ansicht auf die Kistenstapelvorrichtung wie in
Figur 2, jedoch mit der Abstelleinrichtung in einer hinteren Position,
Figur 4 eine weitere perspektivische Ansicht auf die Kistenstapelvorrichtung wie in
Figur 1 während einer Befüllung mit Kisten,
Figuren 5 bis 12 eine Sequenz von schematischen Darstellungen des unteren Bereichs
der Kistenstapelvorrichtung mit der Abstelleinrichtung mit dem Querförderer sowie
der Längsfördereinrichtung zur Verdeutlichung des Vorgangs der Einlagerung von Kisten,
Figuren 13 und 14 schematische Schnittdarstellungen eines mittleren Klinkenhalters
mit darin angeordneten Halteklinken in zwei verschiedenen Positionen,
Figuren 15 bis 18 eine Sequenz von weiteren schematischen Darstellungen des unteren
Bereichs der Kistenstapelvorrichtung mit der Abstelleinrichtung mit dem Querförderer
sowie der Längsfördereinrichtung zur Verdeutlichung des Vorgangs der Einlagerung von
Kisten,
Figur 19 eine perspektivische Ansicht auf die Kistenstapelvorrichtung wie in den Figuren
1 bis 4 in voll beladenem Zustand,
Figuren 20 bis 22 eine Sequenz von schematischen Schnittdarstellungen in einer parallel
zur Längsfördereinrichtung verlaufenden Schnittrichtung, zur Verdeutlichung des Abstellen
von Kistenstapeln auf dem Lagerboden,
Figur 23 eine Darstellung wie in den Figuren 5 bis 12, nun jedoch bei der Auslagerung
von Kisten vom Querförderer auf die Längsfördereinrichtung,
Figur 24 eine schematische Draufsicht auf die Kistenstapelvorrichtung während einer
Befüllung mit Kisten sowie eine Anzahl von bereits auf dem Lagerboden abgestellten
Kistenstapeln,
Figur 25 eine schematische Darstellung eines Kistenstapellagers von oben mit einer
Kistenstapelvorrichtung wie in Figur 24,
Figur 26 eine schematische Darstellung eines Kistenstapellagers von oben mit einer
Kistenstapelvorrichtung wie in Figur 25, jedoch nun in einer Variante mit zwei Vertikalstapeleinrichtungen
30.
[0041] Die in den Figuren dargestellte bevorzugte Kistenstapelvorrichtung 1 weist erfindungsgemäß
ein Fahrgestell 10 sowie eine damit gekoppelte Vertikalstapeleinrichtung 30 auf. Diese
Vertikalstapeleinrichtung 30 lässt sich innerhalb des Fahrgestells 10 in einer vertikalen
Richtung zwischen unterschiedlichen Höhenpositionen hin und her bewegen und wird hierzu
in geeigneter Weise von einer Steuereinrichtung (in Figur 1 nicht dargestellt) gesteuert.
Das Fahrgestell 10 ist, wie später noch genauer beschrieben wird, in einer ersten
Bewegungsrichtung R
L, im Folgenden auch Längsrichtung R
L genannt, auf einem Lagerboden 102 verfahrbar.
[0042] Neben dem Fahrgestell 10 ist eine horizontale Längsfördereinrichtung 80 mit einem
in Längsrichtung R
L verlaufenden Förderband 81 angeordnet, über welches einzulagernde Kisten K zum Fahrgestell
10 befördert werden können bzw. auszulagernde Kisten K vom Fahrgestell 10 wegbefördert
werden können.
[0043] Innerhalb des Fahrgestells 10 ist unterhalb der Vertikalstapeleinrichtung 30 eine
Abstelleinrichtung 50 beweglich gelagert. Dabei kann die Abstelleinrichtung 50 in
der Längsrichtung R
L von einer ersten Position I, in der die Vertikalstapeleinrichtung 30 sich weitgehend
oberhalb der Abstelleinrichtung 50 befindet, in eine zweite Position II verfahren
werden, in der sich die Abstelleinrichtung 50 in Längsrichtung R
L gesehen hinter der Vertikalstapeleinrichtung 30 befindet, so dass diese frei bis
nach unten bis auf oder knapp über den Lagerboden 102 verfahren werden kann. Die Abstelleinrichtung
50 ist hier mit einem Querförderer 55 mit zwei in einer quer zur Längsrichtung R
L verlaufenden Querrichtung R
Q parallel laufenden, über einen Antrieb 57 angetriebenen Bändern 56 ausgestattet.
[0044] In dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind das Fahrgestell 10, die Vertikalstapeleinrichtung
30 und die Abstelleinrichtung 50 so ausgestaltet, dass in Querrichtung R
Q nebeneinander fünf Kistenstapelplätze P zur Verfügung gestellt werden, um parallel,
wie noch später detailliert erläutert wird, gleichzeitig mehrere Kistenstapel S aufbauen
bzw. entstapeln zu können. Es wird an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die Anzahl
der Kistenstapelplätze aber im Prinzip beliebig ist, d. h. die Kistenstapelvorrichtung
1 sowohl weniger Kistenstapelplätze P (im Extremfall nur einen) als auch erheblich
mehr Kistenstapelplätze P aufweisen kann. Ebenso ist an dieser Stelle zu erwähnen,
dass auch andere Details der Kistenstapelvorrichtung nicht unbedingt in der im Rahmen
der Figuren erläuterten exakten Ausbildung vorliegen müssen, sondern auch Abwandlungen
der verschiedenen Merkmale möglich sind. Beispielsweise muss die Abstelleinrichtung
50, wie dies im Folgenden erläutert wird, nicht zwingend innerhalb des Fahrgestells
10 gelagert sein, sondern könnte ebenso auch frei beweglich auf dem Lagerboden 102
ohne eine mechanische Kopplung mit dem Fahrgestell 10 realisiert werden und lediglich
beispielsweise auf elektronische Weise synchronisiert zum Fahrgestell 10 verfahren
werden.
[0045] In Figur 24 ist die prinzipielle Einlagerweise der Kisten K mit Hilfe der erfindungsgemäßen
Kistenstapelvorrichtung 1 dargestellt. Wie hier zu sehen ist, werden nacheinander
mehrere Kistenstapel S jeweils parallel in einer Reihe aufgebaut, dann abgestellt
und eine neue Reihe aufgebaut. Insgesamt stehen dann die Kistenstapel S auf einem
Lagerboden 102 in einer matrixförmigen Anordnung mit Reihen R1, R2, R3, ... und mehreren
Spalten S1, S2, S3, S4, S5, wobei die Anzahl der Spalten S1, S2, S3, S4, S5 der Anzahl
der Kistenstapelplätze P der Vertikalstapeleinrichtung 30 entspricht.
[0046] Wie insbesondere aus den Figuren 1 bis 4 gut zu erkennen ist, ist das Fahrgestell
10 hier als stabiles, aus Rohrrahmenteilen zusammengebautes, insgesamt U-förmiges,
nach vorne hin offenes Gestell aufgebaut. Als Vorderseite des Fahrgestells 10 wird
in diesem Zusammenhang die Seite angesehen, die nach einem Aufstapeln von Kistenstapeln
S und Abstellen der Kistenstapel S auf dem Lagerboden 102 zu den fertig aufgestapelten
Kistenstapeln S weist (siehe z. B. Figur 24). Die Rückseite des Fahrgestells 10 ist
die von dieser Vorderseite weg weisende Seite, an der der Rahmen des Fahrgestells
10 geschlossen ist. Beim Einlagern von Kisten K bewegt sich das Fahrgestell 10 demgemäß
mit der Rückseite schrittweise voran in der ersten Bewegungsrichtung R
L bzw. Längsrichtung R
L von einer Position zur nächsten Position, um jeweils Kisten K aufzunehmen, zu Kistenstapeln
S hochzustapeln und dann die Kistenstapel S an dieser Position auf dem Lagerboden
abzustellen. Die Kisten werden bei dem in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiel
in der bevorzugten Position kopfüber, d. h. mit dem Boden nach oben und der Öffnung
nach unten, eingelagert.
[0047] Das Fahrgestell 10 weist hier insbesondere einen oberen U-Rahmen 11O und einen unten,
knapp oberhalb des Bodens, angeordneten unteren U-Rahmen 11U auf, die an allen vier
Ecken, nämlich vorne durch vordere Stützen 13V und hinten durch hintere Stützen 13H,
miteinander verbunden sind. An den parallel zur Längsrichtung R
L verlaufenden Seiten des Fahrgestells 10 sind die Stützen 13V, 13H jeweils zur Stabilisierung
durch Querträger 12 untereinander verbunden. Zur weiteren Stabilisierung sind der
obere U-Rahmen 11O und der untere U-Rahmen 11U an der Rückseite des Fahrgestells 10
durch zusätzliche vertikale Stützen 18H untereinander verbunden. Außerdem sind die
beiden Seitenteile bzw. U-Schenkel des Gestells ungefähr im mittleren Bereich (in
Längsrichtung R
L gesehen) durch einen aus mehreren Rohrrahmenteilen bestehenden Halterahmen 19 untereinander
verbunden, an dem auch die Vertikalstapeleinrichtung 30 gehalten wird (siehe Figuren
20 bis 22).
[0048] Am unteren U-Rahmen 11 U befindet sich an den vorderen Ecken jeweils ein Rad 14,
welches hier in die unteren Enden der vorderen Stützen 13V integriert ist. Außerdem
weist das Fahrgestell am unteren U-Rahmen 11U an der Hinterseite in der Mitte ein
bewegliches Zwillingsrad 15 auf, welches über einen Motor 16 angetrieben wird. Dieses
Zwillingsrad 15 ist lenkbar, so dass durch entsprechende Steuerung dafür gesorgt werden
kann, dass das gesamte Fahrgestell sich exakt in der Längsrichtung R
L bewegt. Ebenso können auch die vorderen Räder 14 jeweils separat motorisch angetrieben
werden, um für einen Parallellauf zu sorgen.
[0049] Zusätzlich kann das Fahrgestell 10 mit Hilfe von Führungshaken 6 bzw. einem Führungsblock
7, welcher am Fahrgestell 10 befestigt ist und so ausgebildet ist, dass er hinter
eine Führungsschiene 88 an der Längsfördereinrichtung 80 eingreift, parallel zur Längsfördereinrichtung
80 geführt werden. Dabei können beispielsweise an den Führungshaken 6 bzw. im Führungsblock
7 auch elektronische Sensoren eingebaut sein, um basierend auf Messwerten dieser Sensoren
das Rad 15 passend anzusteuern. Andere Sensoren zur Abstandmessung können alternativ
oder zusätzlich eingesetzt werden.
[0050] Zur weiteren Sicherheit sind an den hinteren unteren Ecken des Fahrgestells 10 noch
Stützräder 17 angeordnet, die im Normalbetrieb den Boden nicht berühren, sondern knapp
oberhalb des Bodens angeordnet sind und nur zur Unterstützung im Falle eines leichten
Ankippens des Fahrgestells dienen. Bei einer Variante des Fahrgestells sind diese
Stützräder 17 auch höhenverstellbar, so dass sie immer dann auf den Boden aufgesetzt
werden, wenn gerade die Vertikalstapeleinrichtung 30 in Betrieb ist und Kistenstapel
S aufstapelt oder entstapelt, und die ansonsten bei einem Verfahren des Fahrgestells
10 im unbeladenen Zustand in einem oberen Zustand sind. Alternativ können auch Stützfüße
ausgefahren werden, um für einen stabilen Stand während der Einlagerung und Auslagerung
von Kisten K zu sorgen. Dies hängt davon ab, wie hoch die Kistenstapel S aufgebaut
werden sollen und wie viele Kistenstapelplätze P gleichzeitig bedient werden.
[0051] Die Vertikalstapeleinrichtung 30 weist ein flaches, hochkant ausgerichtetes, stabiles
Stapelhaltegestell 31 auf, welches beispielsweise auch als Rohrrahmen ausgebildet
sein kann. An der Vorderseite zu den Kistenstapelplätzen P hin befindet sich eine
Wand 33, beispielsweise aus dünnem Blech, an der im Betrieb die aufzustapelnden Kisten
K bzw. Kistenstapel S anliegen. Außerdem erstrecken sich vom Stapelhaltegestell 31
zur Vorderseite des Fahrgestells 10 hin zwischen die Kistenstapelplätze P bzw. außenseitig
neben den äußersten Kistenstapelplätzen P jeweils Klinkenhalter 40, die als eine Form
von Trennwänden zwischen den Kistenstapelplätzen P ausgebildet sind und an denen,
wie später noch genau erläutert wird, die Halteklinken 43 zum Halten der Kisten beweglich
gelagert sind.
[0052] Das Stapelhaltegestell 31 wird jeweils rechts und links über Rollen 32 zwischen zwei
vertikalen Streben 18S, die sich zwischen dem oberen U-Rahmen 11O des Fahrgestells
10 und den Querstreben 12 auf jeder Seite des Fahrgestells 10 erstrecken, in vertikaler
Richtung beweglich geführt. Die Antriebsmechanik zur vertikalen Bewegung des Stapelhaltegestells
31 ist in den Figuren 21 bis 23 schematisch dargestellt. Wie hier zu sehen ist, sind
in einem oberen Bereich an dem erwähnten Halterahmen 19, der im mittleren Bereich
unmittelbar hinter dem Stapelhaltegestell 31 im U-förmigen Haltegestell 10 befestigt
ist und dieses zusätzlich stabilisiert, Umlenkrollen 34 angeordnet. Vorzugsweise befinden
sich am Halterahmen 19 für die Vertikalstapeleinrichtung 30 parallel zwei solcher
Umlenkrollen 34 jeweils in einem Abstand nach innen von der rechten und linken Seite
des Fahrgestells 10 aus. Zumindest eine, vorzugsweise beide, der Umlenkrollen 34 ist/sind
angetrieben. Bei in Querrichtung R
Q längeren Vertikalstapeleinrichtungen mit mehr als fünf Kistenstapelplätzen P können
auch mehr als zwei parallele (angetriebene) Umlenkrollen 34 zum Einsatz kommen. Über
diese Umlenkrollen 34 läuft jeweils ein Zugband 35, welches einerseits am beweglichen
Stapelhaltegestell 31 und andererseits an einem Gegengewicht 36 befestigt ist, wobei
die Masse des Gegengewichts 36 in etwa der Gesamtmasse der leeren Vertikalstapeleinrichtung
30 ohne Kisten entspricht. Dadurch ist dafür gesorgt, dass über einen Antrieb der
Umlenkrollen 34 lediglich noch die Arbeit zum Anheben der Kistenstapel S aufgebracht
werden muss. Bei dem Zugband 35 handelt es sich bevorzugt um ein Zahnband. Alternativ
können auch Seile oder Ketten zum Einsatz kommen.
[0053] Zur Stabilisierung der vertikalen Bewegung des Gegengewichts 36 weist dieses zu den
beiden Seiten des Fahrgestells 10 hin weisende Verlängerungen auf (nicht dargestellt),
an denen endseitig jeweils Rollen 37 (siehe Figur 1) angeordnet sind. Diese Rollen
37 werden ebenfalls in vertikaler Richtung zwischen zwei horizontalen Streben 18S
geführt, die sich zwischen dem oberen U-Rahmen 10O und den Querstreben 12 an den Seiten
des Fahrgestells 10 erstrecken.
[0054] Wie besonders gut in den Figuren 2 und 3 zu erkennen ist, erstreckt sich die Abstelleinrichtung
50 mit dem Querförderer 55 über die komplette in Querrichtung R
Q verlaufende Breite des Fahrgestells 10. Endseitig ist dabei die Abstelleinrichtung
50 über Gleitlager 53 auf den beiden seitlich verlaufenden U-Schenkeln des unteren
U-Rahmens 11 U des Fahrgestells 10 gelagert und kann so von der vorderen Position
I, wie in Figur 2 dargestellt, in die hintere Position II, wie in Figur 3 dargestellt,
verfahren werden. Die Verstellung zwischen den Positionen I und II der Abstelleinrichtung
50 innerhalb des Fahrgestells 10 erfolgt mit einem liegend an der hinteren Strebe,
d. h. am U-Grund des U-Rahmens 11 U einerseits und an der Abstelleinrichtung 50 andererseits
angeordneten Scherenmechanismus 51, der über einen Hubzylinder 52 angetrieben verstellt
werden kann. Dieser Scherenmechanismus 51 arbeitet ähnlich einer Hubschere und sorgt
so für eine einfache Positionsverstellung der Abstelleinrichtung 50 innerhalb des
Fahrgestells 10. Wie in den Figuren 1 bis 3 deutlich zu sehen ist, weist der Querförderer
55 der Abstelleinrichtung 50 hier zwei parallel laufende Transportbänder 56 auf, die
von einem Motor 57 parallel synchron angetrieben werden, so dass jeweils Kisten mit
ihren Seitenkanten auf diesen Bändern 56 in der Querrichtung R
Q auf der Abstelleinrichtung 50 verfahren werden können.
[0055] Die Funktionsweise der Kistenstapelvorrichtung beim Einlagern von Kisten K erfolgt
in der Art, dass über das Förderband 81 des Längsförderers 80 Kisten K zum Fahrgestell
10 befördert werden. Im Fahrgestell 10 befindet sich die Abstelleinrichtung 50 bei
der Einlagerung der Kisten K in der vorderen Position I. Außenseitig ist am Fahrgestell
10 in Längsrichtung R
L gesehen hinter dieser vorderen Position I eine Stoppereinrichtung 85 angeordnet.
Diese Stoppereinrichtung 85 weist einen Arm 86 (welcher bei diesem Ausführungsbeispiel
hier gewinkelt ist) auf, der von oben in den Weg einer auf dem Laufband 81 transportierten
Kiste K einschwenkbar ist. Die Steuerung der Position des Arms 86 erfolgt mittels
eines pneumatischen Zylinders 87. Ist der Arm 86 der Stoppereinrichtung 85 nach unten
gefahren, so stößt eine einlaufende Kiste K an diesem Arm 86 an und wird auf dem Förderband
81 direkt vor der sich in der vorderen Position I befindlichen Abstelleinrichtung
50 angehalten. Diese Position auf dem Laufband 81 vor dem Fahrgestell 10, die sich
permanent mit dem Fahrgestell mitbewegt, d. h. die relativ zum Fahrgestell 10 feststehend
ist, aber sich auf dem Laufband 81 vor dem Fahrgestell 10 mit der aktuellen Position
des Fahrgestells 10 ändert, wird im Folgenden als Übergabeposition bzw. Transferposition
T bezeichnet. An dieser Transferposition T wird mit Hilfe einer noch später erläuterten
Übergabeeinrichtung 60 dafür gesorgt, dass die einzulagernden Kisten K von der Längsfördereinrichtung
80 auf die Abstelleinrichtung 50 übergeben werden.
[0056] Der Aufbau der Stoppereinrichtung 85 an der Übergabeposition T mit einem von oben
einschwenkbaren Arm 86 hat den Vorteil, dass damit auch eine Selektion unterschiedlicher
Kisten nach ihrer Höhe erfolgen kann, so dass beispielsweise nur Kisten K mit einer
bestimmten Mindesthöhe angehalten und an die Abstelleinrichtung 50 des Fahrgestells
10 übergeben werden, wogegen niedrigere Kisten K durchgelassen und beispielsweise
an anderer Stelle eingelagert werden.
[0057] Durch eine zusätzliche Stoppereinrichtung 8 (im folgenden Vorstopper 8 genannt),
die hier am Führungsblock 7 des Fahrgestells 10 angeordnet ist, wird dafür gesorgt,
dass eine auf dem Förderband 81 nachlaufende Kiste bei Bedarf in einem passenden Abstand
vor der Transferposition T gestoppt wird, so dass sie nicht auf eine aktuell zu übergebende
Kiste aufläuft. Dieser Vorstopper 8 kann beispielsweise durch einen von unten in die
Kiste K einzufahrenden Stift oder dergleichen realisiert werden. Diese Positionierung
einer nachlaufenden Kiste K ist besonders gut in Figur 24 von oben zu erkennen.
[0058] In Figur 4 ist die Kistenstapelvorrichtung 1 in einem Zustand gezeigt, in dem bereits
Kistenstapel mit jeweils zwei Kisten auf der Abstelleinrichtung 50 aufgestapelt wurden
und gerade eine weitere Kiste K zur Einlagerung antransportiert wird.
[0059] Anhand der Figuren 5 bis 18 wird nachfolgend der Prozess der Übergabe von Kisten
K von der Längsfördereinrichtung 80 auf den Querförderer 55 sowie die Bildung der
Kistenstapel S mit Hilfe der Vertikalstapeleinrichtung 30 genauer erläutert. Dabei
wird in Figur 5 mit der leeren Kistenstapelvorrichtung 1 begonnen. Eine erste Kiste
K wird hier bei heruntergefahrenem Vorstopper 8 (angedeutet durch den Pfeil nach unten)
bis zur hinteren Stoppereinrichtung 85 durchgelassen und dort an der Transferposition
T passend vor dem Fahrgestell 10 bzw. dem Querförderer 55 der Abstelleinrichtung 50
auf dem Laufband 81 gestoppt. Während der Übergabe von Kisten auf die Laufbänder 56
des Querförderers 55 befindet sich das Stapelhaltegestell 31 der Vertikalstapeleinrichtung
30 in einer oberen Position.
[0060] In der Abstelleinrichtung 50 ist unterhalb der Oberkante der Bänder 56 des Querförderers
55 eine Übergabeeinrichtung 60 in Form einer Einzugseinheit angeordnet, die die Kisten
K in das Fahrgestell 10 auf die Abstelleinrichtung 50 zieht. Die Übergabeeinrichtung
60 weist hierzu einen Laufwagen 61 auf, der an einer sich längs zwischen den Laufbändern
56 erstreckenden Laufschiene 62 parallel zu den Laufbändern 56 unterhalb der Oberkante
der Laufbänder 56 in Richtung auf die Längsfördereinrichtung 80 hin motorisch angetrieben
verfahrbar ist. Dieser Laufwagen 61 weist einen liegenden U-förmigen, zur Längsfördereinrichtung
80 hin offenen Rahmen auf. An den freien zur Längsfördereinrichtung 80 hin weisenden
Enden der U-Arme des Laufwagens 61 befindet sich jeweils ein Haken 63, welcher an
jeweils an einem Drehpunkt 64 drehbar gelagert ist (siehe z.B. Figuren 1 und 5). Die
Drehpunkte der Haken 63 befinden sich auf einer gemeinsamen Drehachse. Diese Haken
63 sind dreiecksförmig jeweils so ausgebildet, dass sie in einer Normalposition, die
sie unter Schwerkrafteinfluss von selber einnehmen, mit einer Spitze oberhalb der
Oberkante der Laufbänder 56 nach oben herausragen. Dabei sind die Haken 63 so ausgebildet
und mit einer Dreieckspitze so angeordnet, dass sie in Richtung der Längsfördereinrichtung
80 eine Auflaufkante und auf der von der Längsfördereinrichtung 80 wegweisenden Seite
eine gerade Kante aufweisen. Der Laufwagen 61 ist so weit seitlich über das Fahrgestell
10 hinaus neben das Laufband 81 der Längsfördereinrichtung 80 herausfahrbar, dass
die Haken 62 von unten in eine auf dem Laufband 81 in der Übergabeposition T stehende
Kiste eingreifen. Da die Auflaufkante der Haken 63 in Richtung der Längsfördereinrichtung
80 weist, können sie um den Drehpunkt 64 nach unten gedrückt werden, wenn sie an die
Seitenkante der Kisten K anstoßen. Sobald die Haken 63 unter der Seitenkante der Kiste
K hindurchgeschoben sind, klappen sie aufgrund der Schwerkraft wieder nach oben. Ein
Zurückschwenken in eine Position unterhalb der Oberkante des Laufbands 56 ist dann
nicht mehr möglich (siehe Figur 6). Dadurch wird beim Zurückfahren des Laufwagens
61 die zu übergebende Kiste K mit auf die Laufbänder 56 des Querförderers 55 der Abstelleinrichtung
50 hinübergezogen.
[0061] Anschließend kann eine neue Kiste K in die Übergabeposition T auf dem Laufband 81
der Längsfördereinrichtung 80 verfahren werden, indem der erste Vorstopper 88 wieder
nach unten bewegt wird und diese Kiste K dann von der Stoppereinrichtung 85 in der
Transferposition T angehalten wird. Diese neue Kiste K wird dann mit Hilfe der Übergabeeinrichtung
60 in gleicher Weise auf die Laufbänder 56 gezogen wie die erste Kiste K, wobei die
erste Kiste K mit der nachkommenden Kiste K automatisch auf den Laufbändern 56 weiter
in Richtung der von der Längsfördereinrichtung 80 weg weisenden Seite des Fahrgestells
10 (wie in Figur 7 dargestellt nach links) geschoben wird. Um dafür zu sorgen, dass
die Kisten K dabei möglichst exakt entlang der Laufbänder 56 verschoben werden, befinden
sich parallel auf beiden Längsseiten der Abstelleinrichtung 50 Zentrierleisten 54,
wobei zumindest die vordere Zentrierleiste 54, ggf. aber auch beide Zentrierleisten
54, herunterklappbar ist/sind.
[0062] Wie in Figur 7 gezeigt, werden auf diese Weise hintereinander eine Anzahl von Kisten
K entsprechend der Anzahl der Kistenstapelplätze P, d. h. hier fünf Kisten K, auf
die Laufbänder 56 des Querförderers 55 gezogen. Anschließend muss eine exakte Positionierung
der Kisten K an den Kistenstapelplätzen P erfolgen. Hierzu werden die Laufbänder 56
in einer Laufrichtung T
E (siehe Figur 8) in Betrieb gesetzt, so dass sich die Kisten K auf der Abstelleinrichtung
50 weiter in Querrichtung R
Q zu der von der Längsfördereinrichtung 80 weg weisenden Seite des Fahrgestells 10
bewegen. Gleichzeitig wird synchron an jedem Kistenstapelplatz P ein Stopperelement
58 betätigt. Die Stopperelemente 58 sind hier in Form von schwenkbar gelagerten Fingern
ausgebildet, welche von unten über die obere Kante der Laufbänder 56 hochgeschwenkt
werden können (vgl. Figuren 7 und 8). Die synchrone Bewegung dieser Stopperelemente
56 erfolgt über einen hydraulischen Zylinder, der über ein Gestänge mit allen Stopperelementen
58 gekoppelt ist. Diese Stopperelemente 58 greifen von unten jeweils in eine Kiste
K ein und sorgen dafür, dass die Kisten K beim weiteren Verfahren der Laufbänder 56
in der Laufrichtung T
E exakt an den Kistenstapelplätzen P anhalten (siehe Figur 9). Zusätzlich kann dann
eine Kontrolle der richtigen Position der Kisten K, insbesondere des Abstands der
Kisten K zueinander, mit Hilfe von Positionsdetektoren erfolgen.
[0063] Anschließend wird das Stapelhaltegestell 31 der Vertikalstapeleinrichtung 30 in eine
untere Position verfahren, wobei die Klinkenhalter 40 mit den darin befindlichen Halteklinken
43 zwischen die Kisten K bzw. außenseitig jeweils neben die äußersten Kisten K heruntergefahren
werden (siehe Figur 10). Die Klinkenhalter 40 sind dabei mit jeweils flachen, einer
Art Trennwand zwischen den Kisten bildenden Gehäusen 41 versehen, wobei der obere,
der vordere und untere Rand 41 R dieses Gehäuses 41 konisch zulaufend ausgebildet
ist. Dies hat den Vorteil, dass beim Herunterfahren der Klinkenhalter 40 die Kisten
K an den Kistenstapelplätzen P automatisch noch einmal zentriert werden. Beim Herunterfahren
unter den oberen Rand der aufzunehmenden Kisten K (bzw. den unteren Rand der ja kopfüber
stehenden Kisten K) werden jeweils die Halteklinken 43, welche sich von den Klinkenhaltern
40 aus von beiden Seiten aus in die Kistenstapelplätze P hinein erstrecken, eingefahren.
Sobald sich die Halteklinken 43 unterhalb des Randes der einzulagernden Kisten K befinden,
werden die Halteklinken 43 ausgefahren, so dass sie jeweils rechts und links an den
Kistenstapelplätzen P unter den oberen Rand der Kisten eingreifen können (siehe Figur
11). Wird dann das Stapelhaltegestell 31 der Vertikalstapeleinrichtung 30 wieder nach
oben verfahren, werden die Kisten K durch die Halteklinken 43 beidseitig an der Vertikalstapeleinrichtung
30 gehalten und mit nach oben verfahren (siehe Figur 12), so dass der Platz auf der
Abstelleinrichtung 50 zur Einlagerung von weiteren Kisten K wieder frei ist.
[0064] Der Aufbau und die Funktionsweise der Klinkenhalter 40 mit den Halteklinken 43 wird
nun noch einmal unter Zuhilfenahme der Figur 1 sowie der Detaildarstellung in den
Figuren 13 und 14 des in der Figur 11 markierten Klinkenhalters 40 näher erläutert.
Figur 13 stellt dabei den Zustand bei eingefahrenen Halteklinken 43 und Figur 14 den
Zustand bei ausgefahrenen Halteklinken 43 dar.
[0065] In dem Gehäuse 41 jedes Klinkenhalters 40 befindet sich eine stabile Traverse 49.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel wird die Traverse 49 von einem Vierkantrohr gebildet.
Diese Traverse 49 ist am Stapelhaltegestell 31 befestigt, beispielsweise am unteren
Ende des Stapelhaltegestells 31 mit diesem fest verschweißt oder verschraubt.
[0066] Innerhalb des Gehäuses 41 befindet sich außerdem ein Antriebsmotor 48 bzw. ein pneumatischer
oder hydraulischer Antriebszylinder, der hier oberhalb der Traverse 49 in etwa in
der Mitte des Klinkenhalters 40 angeordnet ist. Unterhalb der Traverse 49 befinden
sich seitlich vorne und hinten im Gehäuse 41 jeweils schlitzartige Klinkenöffnungen
42, durch die die Halteklinken 43 im ausgefahrenen Zustand aus dem Gehäuse 41 herausragen
(siehe Figur 14). Unterhalb der Öffnungen 42 befinden sich im Gehäuse 41 Auflager
42W, auf denen die Halteklinken 43 beim Herausfahren aus den Klinkenöffnungen 42 aufliegen.
Die Halteklinken 43 bestehen hier aus dicken Blechstücken 43, die sich in Längsrichtung
der Traversen 49 erstrecken. Sie sind in dieser Längsrichtung ca. 6 cm breit und quer
dazu ca. 8 mm dick. Die Länge der Halteklinken 43 (in horizontaler Richtung im ausgefahrenen
Zustand quer zur Traverse gemessen) beträgt ca. 6 cm. Im ausgefahrenen Zustand ragen
die Halteklinken 43 ca. 3 cm aus dem Gehäuse heraus. Das lichte Maß zwischen zwei
benachbarten Klinkenhaltern 40 beträgt ca. 41 cm.
[0067] An ihrem außenseitigen Eingriffsende 44 sind die Halteklinken 43 nach unten hin abgeschrägt,
so dass sie beim Herausfahren leichter unter die Kistenränder greifen können und im
eingefahrenen Zustand vollständig im Gehäuse 41 hinter der Klinkenöffnung 42 liegen.
In dem dargestellten Ausführungsbeispiel befinden sich in den mittleren Klinkenhaltern
40 auf jeder Seite jeweils zwei Halteklinken 43, eine im vorderen Bereich und eine
im hinteren Bereich, näher am Stapelhaltegestell 31. Die äußeren Klinkenhalter 40
weisen sinnvollerweise nur auf einer Seite, nämlich auf der Seite, die zum jeweiligen
äußeren Kistenstapelplatz P hin weist, entsprechende Halteklinken 43 auf. Es ist klar,
dass die Klinkenhalter aber auch auf jeder Seite mehr als zwei Halteklinken oder nur
eine durchgehende längere Halteklinke aufweisen können. Alternativ können auch Stifte
als Halteklinken verwendet werden.
[0068] Alle Halteklinken 43 innerhalb eines Klinkenhalters 40 sind mit einer Drehachse 46
gekoppelt, die wiederum mit einem Stempel 47 verbunden ist, der mit dem Antrieb 48,
beispielsweise einem hydraulischen Zylinder, gekoppelt ist. Ist der Stempel 47 nach
unten ausgefahren, so sind die Halteklinken 43 wie in Figur 13 nach oben geklappt
und befinden sich innerhalb des Gehäuses 41 des Klinkenhalters 40. Wird nun, wie in
Figur 14 dargestellt, der Stempel 47 nach oben gezogen, bewegt sich auch die Drehachse
46 nach oben unter die Traverse 49, und die beweglich an der Drehachse 46 befestigten
Halteklinken 43 schwenken durch die Klinkenöffnungen 42 nach außen. Sie liegen dann
auf den Auflagen 42W an den Klinkenöffnungen 42 stabil auf. Eine Kraft, die außen
nach unten auf die Eingriffsenden 44 der Halteklinken 43 drückt, wirkt dann so, dass
die Halteklinken 43 um diese Auflagepunkte 42W weiter nach unten verschwenkt würden.
Jedoch stößt bei der dargestellten bevorzugten Konstruktion in dieser Position gleichzeitig
das innenseitige Ende 45 der Halteklinken 43, welches an der Drehachse 46 montiert
ist, von unten an der Traverse 49 an, deren Unterkante somit ein Widerlager 49W bietet.
Dies hat den Vorteil, dass die belasteten Halteklinken 43 rein mechanisch aufgrund
ihrer Lagerung im ausgefahrenen Zustand gehalten werden und keinerlei motorische,
insbesondere hydraulische Kraft nötig ist, um die Kistenstapel S in der Vertikalstapeleinrichtung
30 zu halten.
[0069] Wenn eine Reihe von Kisten K in den Kistenstapelplätzen P zwischen den Klinkenhaltern
40 gehalten wird und nach oben gefahren wurde (siehe Figur 15), kann eine weitere
Reihe von Kisten K auf die Förderbänder 56 des Querförderers 55 der Abstelleinrichtung
übergeben werden. Dies erfolgt in gleicher Weise, wie es zuvor anhand der Figuren
5 bis 9 erläutert wurde. Wenn diese neue Kistenreihe auf dem Querförderer 55 passend
an den Kistenstapelplätzen P positioniert wurde, kann das Stapelhaltegestell 31 wieder
heruntergefahren werden, so dass die bereits an den Kistenstapelplätzen P zwischen
den Klinkenhaltern 40 gehaltenen Kisten K auf den auf der Abstelleinrichtung 50 stehenden
Kisten K abgestellt werden (siehe Figur 16). Anschließend wird das Stapelhaltegestell
31 noch weiter nach unten gefahren, wobei die Halteklinken 43 wieder, wie dies bereits
an den Figuren 9 und 10 erläutert wurde, eingefahren werden. Hierbei wird das Stapelhaltegestell
31 in eine Position verfahren, in der sich die Klinkenöffnungen 42 an den Klinkenhaltern
40 unterhalb der Bodenkante der auf der Abstelleinrichtung 50 befindlichen Kisten
K befinden (siehe Figur 17). Wie anhand der Figuren 11 bis 14 erläutert, werden dann
die Halteklinken 43 ausgefahren und das Stapelhaltegestell 31 mitsamt der neuen Kisten
K bzw. den nun aus jeweils zwei Kisten K bestehenden Kistenstapeln S wieder nach oben
gefahren, so dass dann eine weitere Reihe von Kisten K auf die Abstelleinrichtung
50 transportiert werden kann (siehe Figur 18).
[0070] Die Einlagerung von Kisten K in die Kistenstapel S mittels der Vertikalstapeleinrichtung
30 geht dann so lange weiter, bis entweder keine Kisten K mehr eingelagert werden
müssen oder die Kistenstapel S die zulässige Höhe erreicht haben. Dies kann mit Hilfe
einer Höhenkontrolleinrichtung kontrolliert werden. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel
dient hierzu ein Seil 20, welches mit Hilfe von seitlich am Fahrgestell 10 angeordneten,
nach oben ragenden Stangen 22 oberhalb der Vertikalstapeleinrichtung 30 gespannt ist.
Die Höhe der Stangen beträgt hier ca. 6 m. Dieses Seil 20 kann beispielsweise auf
einer Seite in oder an einer der Stangen 22 mit einem Zugsensor 21 verbunden sein,
dessen Ausgangssignal einer geeigneten Steuereinrichtung zugeführt wird, so dass dieser
Steuereinrichtung signalisiert wird, wenn die maximale Stapelhöhe erreicht ist. Ein
solcher Zustand, in dem die maximale Stapelhöhe einer Reihe von Kistenstapeln S in
der Vertikalstapeleinrichtung 30 erreicht ist, ist in Figur 19 dargestellt. Um nun
weitere Kisten K einlagern zu können, müssen diese Kistenstapel S von der Vertikalstapeleinrichtung
30 auf dem Lagerboden abgesetzt werden, um dann eine neue Reihe von Kistenstapeln
S aufbauen zu können.
[0071] Bezüglich der Vorgehensweise beim Abstellen einer Kistenstapelreihe auf dem Lagerboden
102 wird auf die Figuren 20 und 21 verwiesen. Dabei zeigt die Figur 21 einen schematischen
Schnitt in Längsrichtung R
L durch das Fahrgestell, wobei sich in der Vertikalstapeleinrichtung 30 eine fertige
Reihe von Kistenstapeln S befindet. Das Stapelhaltegestell 31 der Vertikalstapeleinrichtung
30 befindet sich hierbei in einer Position, in der die Halteklinken 43 unter die Bodenkante
der untersten Kiste BK der Kistenstapel S greifen, die in diesem Zustand noch auf
der Abstelleinrichtung 50 stehen. Die kompletten Kistenstapel S werden dann von der
Vertikalstapeleinrichtung 30 ein kurzes Stück angehoben, und die Abstelleinrichtung
50 mitsamt den Laufbändern 56 wird in die hintere Position II im rückwärtigen Teil
des Fahrgestells 10 verschoben, indem der Scherenmechanismus 51 (siehe Figur 2) zusammengefahren
wird. Somit ist der komplette Bereich unterhalb der Vertikalstapeleinrichtung 30 frei,
so dass nun das Stapelhaltegestell 31 der Vertikalstapeleinrichtung 30 weiter nach
unten in einer Absetzrichtung R
A in eine Absetzposition verfahren werden kann, in der die unterste Kiste BK auf dem
Lagerboden 102 aufsetzt. Wenn diese Absetzposition erreicht ist, können die Halteklinken
43 an den Klinkenhaltern 40 eingefahren werden. Anschließend kann das gesamte Fahrgestell
10 in der Längsrichtung R
L von der gerade abgestellten Reihe der Kistenstapel S weggefahren werden, wie dies
in Figur 22 dargestellt ist. Dabei wird das Fahrgestell 10 vorzugsweise genau so weit
verfahren, dass es sich an einer nächsten passenden Rasterposition befindet, an der
die nächste Reihe R1, R2, R3, ... von Kistenstapeln S aufgebaut werden soll, wie dies
in Figur 24 gezeigt ist.
[0072] Anschließend kann dann das Stapelhaltegestell 31 mit den Klinkenhaltern 40 nach oben
und mit Hilfe des Scherenmechanismus 51 die Abstelleinrichtung 50 mit dem Querförderer
55 wieder in die vordere Position I im Fahrgestell 10 verfahren werden. Die gesamte
Kistenstapelvorrichtung 1 ist dann bereit, eine neue Reihe von Kistenstapeln S aufzubauen,
wie dies zuvor erläutert wurde.
[0073] Eine Entnahme von Kisten K aus dem Kistenlager bzw. eine Entstapelung der Kisten
K erfolgt in umgekehrter Weise. Zunächst kann zur Aufnahme einer neuen Reihe von Kistenstapeln
S die Abstelleinrichtung 50 im Fahrgestell 10 in die hintere Position II verfahren
werden. Das Stapelhaltegestell 31 der Vertikalstapeleinrichtung 30 wird ganz nach
unten gefahren, wie dies in Figur 22 dargestellt ist. Nun bewegt sich aber das Fahrgestell
10 entgegen der Längsrichtung R
L in Richtung der fertigen Reihe R1, R2, R3, ... von Kistenstapeln S, um eine Reihe
R1, R2, R3, ... von Kistenstapeln S aufzunehmen. Dabei fahren die Klinkenhalter 40
jeweils zwischen die Kistenstapel S. Anschließend werden dann die Halteklinken 43
an den Klinkenhaltern 40 ausgefahren, so dass die untersten Kiste der Kistenstapel
S ergriffen werden kann, und das Stapelhaltegestell 31 wird soweit nach oben verfahren,
dass die Abstelleinrichtung 50 mit dem Querförderer 55 wieder unter die im Stapelhaltegestell
31 gehaltenen Kistenstapel S verfahren werden kann. Es werden dann die Kistenstapel
auf den Laufbändern 56 des Querförderers 55 der Abstelleinrichtung 50 abgestellt,
wie dies in Figur 20 gezeigt ist. Das Stapelhaltegestell 31 mit den Klinkenhaltern
40 fährt anschließend genau um eine Kistenposition nach oben, wobei die Halteklinken
43 eingezogen sind. In dieser oberen Position werden die Halteklinken 43 wieder ausgefahren
und das Stapelhaltegestell 31 weiter nach oben verfahren. Somit wird die unterste
Kistenreihe, die aktuell auf den Bändern 56 des Querförderers 55 steht, isoliert.
Die verbleibenden Teilstapel TS werden darüber in der Vertikalstapeleinrichtung 30
zwischen den Klinkenhaltern 40 gehalten.
[0074] Anschließend werden die Laufbänder 56 des Querförderers 55 mittels des Antriebs 57
so angetrieben, dass die Kisten K auf dem Querförderer 55 entgegen der Querrichtung
R
Q zur Längsfördereinrichtung 80 hin befördert und endseitig an der Übergabeposition
T ausgeschleust werden. Die Stopperelemente 57 sind hierbei nach unten gefahren, so
dass sie die Kisten K nicht behindern. Damit außerdem die Haken 63 der Übergabeeinrichtung
60 überlaufen werden, ist der gesamte Querförderer 55 auf der zum Längsförderer 80
weisenden Seite im Fahrgestell 10 in einer Kipprichtung R
K etwas angehoben. Dies hat außerdem den Vorteil, dass die Kisten K an der Übergabestation
T leichter auf das Laufband 81 der Längsfördereinrichtung 80 herunterkippen.
[0075] Um sicherzustellen, dass die Kisten K richtig auf dem Laufband 81 der Querfördereinrichtung
80 positioniert werden und nicht darüber hinaus vom Laufband 81 gekippt werden können,
befindet sich an der Übergabestelle T ein Geländer 83, welches an Auslegern 84 befestigt
ist, die am Fahrgestell 10 angeordnet sind und von dort brückenartig über das Laufband
81 der Längsfördereinrichtung 80 herüberragen. Somit befindet sich das Geländer 83
automatisch immer an der Übergabeposition T vor dem Fahrgestell 10. Der Arm 86 der
Stoppereinrichtung 85 befindet sich bei der Ausgabe der Kisten K in einem hochgeschwenkten
Zustand, so dass die ausgegebenen Kisten K in Längsrichtung R
L auf der Längsfördereinrichtung 80 weiterbefördert und endseitig ausgegeben werden
können.
[0076] Selbstverständlich ist es prinzipiell auch möglich, die Längsfördereinrichtung 80
rückwärts zu betreiben und bei einer Ausgabe die Kisten K an derselben Stelle aus
dem Lager auszuschleusen, an der sie auch eingeschleust werden. Dies hängt letztlich
von den bautechnischen Gegebenheiten bzw. der Anordnung des Kistenlagers ab.
[0077] In Figur 25 ist noch einmal abschließend schematisch die Anordnung einer Kistenstapelvorrichtung
1, wie sie zuvor erläutert wurde, innerhalb eines Kistenstapellagers 100 dargestellt.
Das Kistenstapellager 100 umfasst hier einen Lagerraum 101 mit einem Lagerboden 102.
Auf der einen Seite befindet sich am Lagerraum 101 ein Eingang 103, an dem auf die
Längsfördereinrichtung 80 Kisten K eingeschleust werden, und auf der anderen Seite
ein Ausgang 104, an dem Kisten K wieder ausgelagert werden. Weiterhin befindet sich
hier innerhalb des Lagerraums 101 noch ein Bodenkistenlager 106, in dem Bodenkisten
BK zwischengelagert sind. Dieses Bodenkistenlager 106 ist über eine Zuführeinrichtung
107 und eine Weiche 108 am Eingang 103 mit der Längsfördereinrichtung 80 verbunden,
um Bodenkisten BK auf die Längsfördereinrichtung 80 einzuschleusen. Auf der anderen
Seite ist die Längsfördereinrichtung 80 in einem Abstand vom Ausgang 104 über eine
Weiche 109 mit einer Rückführeinrichtung 110 verbunden, welche wiederum zum Bodenkistenlager
106 führt, um Bodenkisten BK von der Längsfördereinrichtung 80 wieder ins Bodenkistenlager
106 zurückzuführen. Diese Bodenkisten BK dienen dazu, dass zur Verwendung im Lebensmittelbereich
dienende Kisten nicht direkt auf dem Lagerboden 102 abgestellt werden. Daher kann
dafür gesorgt werden, dass aus dem Bodenkistenlager speziell markierte Bodenkisten
BK immer als letzte unterste Reihe einer Kistenstapelreihe zugeführt werden. Beispielsweise
kann hierzu die Höhenkontrolle am Fahrgestell 10 so eingerichtet sein, dass sie ein
Signal ausgibt, bevor die maximale Kistenstapelhöhe (minus einer Kistenreihe) erreicht
ist. Über eine Steuereinrichtung 90 wird dann dafür gesorgt, dass eine Reihe von Bodenkisten
BK (siehe hierzu auch die Darstellung in den Figuren 20 bis 21) zugeführt wird, so
dass die Kistenstapel S jeweils als unterste Kiste eine Bodenkiste BK enthalten. Dann
werden die Kistenstapel S abgestellt. Umgekehrt wird in diesem Fall beim Entstapeln
dafür gesorgt, dass die unterste Reihe von Kisten, nämlich die Bodenkisten BK, einer
Kistenstapelreihe automatisch zurück in das Bodenkistenlager 106 ausgeschleust werden.
Anstelle von Bodenkisten BK können selbstverständlich auch andere geeignete Bodenunterlagen
verwendet werden.
[0078] Wie bereits eingangs erwähnt, kann ein erfindungsgemäßes Kistenstapellager 100 nicht
nur eine Kistenstapelvorrichtung 1, sondern auch eine Mehrzahl von solchen Kistenstapelvorrichtungen
1 aufweisen, die beispielsweise koordiniert gesteuert werden, um ein First-In-/First-Out-Kistenstapellager
zu realisieren. Ebenso kann ein Kistenstapellager noch eine Vielzahl weiterer Komponenten,
beispielsweise, wie in Figur 25 symbolisch dargestellt, Waschanlagen 105, Sortieranlagen,
Kontrollstationen etc. aufweisen.
[0079] Eine weitere Variante einer erfindungsgemäßen Kistenstapelvorrichtung 1, die es erlaubt,
bei ein- und demselben Verfahrvorgang entlang der Längsrichtung R
L oder zurück sowohl reihenweise Kisten einzulagern als auch auszulagern, wird in Figur
26 von oben dargestellt. Hierbei sind auf beiden Seiten am Fahrgestell 10, nämlich
wie bisher rückseitig vom Fahrgestell 10 (in der Längsrichtung R
L betrachtet) aber nun auch zusätzlich frontseitig, Vertikalstapeleinrichtungen 30
angeordnet. Daher kann diese Kistenstapelvorrichtung 1 unabhängig davon, ob sie sich
vorwärts oder rückwärts in der Längsrichtung R
L bewegt, Kisten einlagern bzw. auslagern. Dabei werden jeweils die Kisten der Kistenstapel-Reihen,
die sich aktuell in Fahrrichtung vor dem Fahrgestell 10 befinden, ausgelagert und
in Fahrtrichtung hinter dem Fahrgestell 10 können Kistenstapel-Reihen eingelagert
werden.
[0080] Beide Vertikalstapeleinrichtungen 30 werden von einer gemeinsamen Abstelleinrichtung,
hier wieder mit einem Querförderer, (in Figur 26 nicht gezeigt) bedient, die von einer
mittleren Position (entsprechend der zweiten Position II) im Fahrgestell 10, wahlweise
in zwei verschiedene, den beiden Vertikalstapeleinrichtungen 30 zugeordnete erste
Positionen I verfahren werden kann, in denen sie sich jeweils vor bzw. an einer Transferposition
T der jeweiligen Vertikalstapeleinrichtung 30 befindet, an der die einzulagernden
bzw. auszulagernden Kisten K von der Längsförderereinrichtung 80 übernommen werden
bzw. an diese übergeben werden.
[0081] Um eine Kistenstapel-Reihe weiterzufahren, müssen zunächst von der in Fahrtrichtung
vorne liegenden Vertikalstapeleinrichtung 30 die Kisten der direkt vor dem Fahrgestell
10 stehenden Kistenstapel-Reihe angehoben werden. Die Abstelleinrichtung mit dem Querförderer
wird dann unter die angehobenen Kisten gefahren und die Kisten werden an der der Vertikalstapeleinrichtung
30 zugeordneten Transferposition T auf die Längsförderereinrichtung 80 übergeben.
Anschließend wird die Abstelleinrichtung wieder in die zweite Position II im Fahrgestell
10 verfahren und das gesamte Fahrgestell 10 verfährt eine Reihe nach vorne. Anschließend
verfährt die Abstelleinrichtung (mit dem Querförderer) in die erste Position I der
in Fahrtrichtung hinten liegenden Vertikalstapeleinrichtung 30, so dass diese nun
an der ihr zugeordneten Transferposition T Kisten K von der Längsfördereinrichtung
80 übernehmen kann und eine neue Kistenstapel-Reihe in Fahrtrichtung hinter dem Fahrgestell
10 aufbauen kann.
[0082] Auf diese Weise wird dafür gesorgt, dass regelmäßig Kisten ausgetauscht werden und
nicht zu lange im Lager verbleiben. Grundsätzlich ist es auch möglich, zwei solcher
Fahrgestelle 10 mit jeweils zwei Vertikalstapeleinrichtungen 30 an einer Seite einer
Längsförderereinrichtung 80 anzuordnen, umso ein First-in-First-out-Lager zu realisieren.
[0083] Die beiden Vertikalstapeleinrichtungen 30 sowie die diesen jeweils zugeordneten Komponenten
an den Transferpositionen T (beispielsweise die Stoppereinrichtungen 8, 85 etc.) können
jeweils identisch und in der gleichen Weise aufgebaut sein, wie dies für die weiter
oben beschriebenen Ausführungsbeispiele der Fall ist. Sie sind lediglich bezüglich
der Querrichtung R
Q gespiegelt am Fahrgestell 10 angeordnet bzw. ausgebildet. Auch das Fahrgestell 10
selber kann im Prinzip wie oben beschrieben ausgebildet sein, es muss lediglich dahingehend
modifiziert sein, dass es auf beiden Seiten Vertikalstapeleinrichtung 30 tragen kann
und diese beiden Vertikalstapeleinrichtungen 30 mit der gemeinsamen Abstelleinrichtung
bzw. dem Querförderer koordiniert angesteuert werden können. Hierzu ist die Steuereinrichtung
90 entsprechend ausgebildet.
[0084] Sämtliche Antriebskomponenten innerhalb der Kistenstapelvorrichtung 1, wie beispielsweise
der Antrieb 16 zum Verfahren des Fahrgestells 10, der Antrieb 52 zum Verfahren der
Abstelleinrichtung 50 im Fahrgestell 10, der Antrieb für die Vertikalstapeleinrichtung
30, insbesondere zur Höhenverstellung des Stapelhaltegestells 31 und zum Ein- und
Ausfahren der Halteklinken 43, sowie der Querfördereinrichtung 55, der Längsfördereinrichtung
80, der Weichen 108, 109 etc. können alle drahtlos oder durch Kabel, Lichtleiter etc.
mit einer zentralen Steuerungseinheit 90 gekoppelt sein, so dass von dieser Steuerungseinheit
90 koordiniert sämtliche Vorgänge gesteuert werden können. Eine solche Steuereinrichtung
kann auch dezentral aus mehreren Teilsteuereinheiten aufgebaut sein, die kommunikativ
miteinander drahtlos oder per Kabel bzw. Lichtleiter in Verbindung stehen, um so koordiniert
zusammenzuarbeiten. Dabei ist insbesondere auch eine zentrale Steuerung durch eine
Mastersteuereinheit möglich, die die Vorgaben für alle anderen Teilsteuereinheiten
koordiniert.
[0085] Wie unmittelbar ersichtlich ist, ist es mit einer erfindungsgemäßen Kistenstapelvorrichtung
1 möglich, sehr effektiv und platzsparend eine große Zahl von Kisten K einzulagern,
wobei keine besonderen konstruktiven Bedingungen für den Lagerraum 101 gegeben sein
müssen. Es reicht aus, einen ebenen Lagerboden 102 zur Verfügung zu stellen. Wenn
dieser Lagerboden nicht zur Einlagerung von Kisten benötigt wird, kann er für andere
Zwecke mitbenutzt werden, da der Lagerboden abgesehen von dem Raumbedarf für das Fahrgestell
10 und den Längsförderer 80 vollkommen frei ist. Weiterhin besteht hier der Vorteil,
dass auch bei einem Stromausfall manuell oder mit einem herkömmlichen Gabelstapler
Kisten bzw. ganze Kistenstapel aus dem Lager entnommen werden können..
[0086] Es wird abschließend noch einmal darauf hingewiesen, dass es sich bei den zuvor beschriebenen
detaillierten Verfahren und Aufbauten um Ausführungsbeispiele handelt und dass das
Grundprinzip auch in weiten Bereichen vom Fachmann variiert werden kann, ohne den
Bereich der Erfindung zu verlassen, soweit er durch die Ansprüche vorgegeben ist.
So wird beispielsweise in Figuren die Einlagerung und Auslagerung von jeweils einer
Kistenreihe mit einzelnen Kisten beschrieben. Es ist aber auch möglich, gleichzeitig
immer Reihen von zwei oder drei bereits übereinander gepackten Kisten einzulagern
oder auszulagern. Dies hängt in erster Linie von der Höhe der Kisten ab. Es wird der
Vollständigkeit halber auch darauf hingewiesen, dass die Verwendung der unbestimmten
Artikel "ein" bzw. "eine" nicht ausschließt, dass die betreffenden Merkmale auch mehrfach
vorhanden sein können. Ebenso schließt der Begriff "Einheit" nicht aus, dass diese
aus mehreren Komponenten besteht, die gegebenenfalls auch räumlich verteilt sein können.
Bezugszeichenliste
[0087]
- 1
- Kistenstapelvorrichtung
- 6
- Führungshaken
- 7
- Führungsblock
- 8
- Stoppereinrichtung / Vorstopper
- 10
- Fahrgestell
- 11O
- oberen U-Rahmen
- 11U
- unteren U-Rahmen
- 12
- Querträger
- 13V
- vordere Stützen
- 13H
- hintere Stützen
- 14
- Rad
- 15
- Zwillingsrad
- 16
- Motor
- 17
- Stützräder
- 18H
- vertikale Stützen
- 18S
- vertikalen Streben
- 19
- Halterahmen
- 20
- Seil
- 21
- Zugsensor
- 22
- Stangen
- 30
- Vertikalstapeleinrichtung
- 31
- Stapelhaltegestell
- 32
- Rollen
- 33
- Wand
- 34
- Umlenkrollen
- 35
- Zugband
- 36
- Gegengewicht
- 37
- Rollen
- 40
- Klinkenhalter
- 41
- Gehäuse
- 41R
- Rand
- 42
- Klinkenöffnungen
- 42W
- Auflager
- 43
- Halteklinken
- 44
- Eingriffsende
- 45
- innenseitiges Ende
- 46
- Drehachse
- 47
- Stempel
- 48
- Antriebsmotor
- 49
- Traverse.
- 49W
- Widerlager
- 50
- Abstelleinrichtung
- 51
- Scherenmechanismus
- 52
- Hubzylinder
- 53
- Gleitlager
- 54
- Zentrierleisten
- 55
- Querförderer
- 56
- Transportbänder
- 57
- Antrieb / Motor
- 58
- Stopperelement
- 60
- Übergabeeinrichtung
- 61
- Laufwagen
- 62
- Laufschiene
- 63
- Haken
- 64
- Drehpunkt
- 80
- Längsfördereinrichtung
- 81
- Förderband
- 83
- Geländer
- 84
- Ausleger
- 85
- Stoppereinrichtung
- 86
- Arm
- 87
- Zylinder
- 88
- Führungsschiene
- 90
- Steuereinrichtung
- 100
- Kistenstapellagers
- 101
- Lagerraum
- 102
- Lagerboden
- 103
- Eingang
- 104
- Ausgang
- 105
- Waschanlage
- 106
- Bodenkistenlager
- 107
- Zuführeinrichtung
- 108
- Weiche
- 109
- Weiche
- 110
- Rückführeinrichtung
- I
- erste Position
- II
- zweite Position
- BK
- Bodenkisten
- K
- Kiste
- P
- Kistenstapelplätze
- R1, R2, R3, ...
- Kistenstapel-Reihen
- RL
- ersten Bewegungsrichtung / Längsrichtung
- RQ
- zweite Bewegungsrichtung / Querrichtung
- RA
- Absetzrichtung
- RK
- Kipprichtung
- S
- Kistenstapel
- S1, S2, S3, S4, S5
- Kistenstapel-Spalten
- T
- Transferposition
- TE
- Laufrichtung
- TS
- Teilstapel
1. Kistenstapelvorrichtung (1) mit
- einem Fahrgestell (10), welches entlang einer ersten horizontalen Bewegungsrichtung
(RL) verfahrbar ist,
- einer mit dem Fahrgestell (10) gekoppelten Vertikalstapeleinrichtung (30), welche
so ausgebildet ist, dass sie bei einer Kistenaufnahme jeweils zumindest eine Kiste
(K) von unten in einen in der vertikalen Stapeleinrichtung befindlichen Kistenstapel
(S) aufnimmt und bei einer Kistenabgabe zumindest eine zuunterst in einem Kistenstapel
(S) befindliche Kiste (K) abgibt,
- einer Abstelleinrichtung (50),
wobei die Abstelleinrichtung (50) und/oder die Vertikalstapeleinrichtung (30) in der
ersten Bewegungsrichtung (RL) relativ zueinander zumindest von einer ersten Position (I), in der die Vertikalstapeleinrichtung
(30) zumindest teilweise oberhalb der Abstelleinrichtung (50) angeordnet ist, in eine
zweite Position (II) verfahrbar sind, in der die Vertikalstapeleinrichtung (30) und
die Abstelleinrichtung (50) so zueinander angeordnet sind, dass von der Vertikalstapeleinrichtung
(30) ein Kistenstapel (S) neben der Abstelleinrichtung (50) auf einem Lagerboden (102)
abgestellt oder vom Lagerboden (102) aufgehoben werden kann.
2. Kistenstapelvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstelleinrichtung (50) mit einer Antriebseinrichtung (51, 52) zur Bewegung der
Abstelleinrichtung (50) gegenüber der Vertikalstapeleinrichtung (30) in der ersten
Bewegungsrichtung (RL) versehen ist und vorzugsweise am Fahrgestell (10) in der ersten Bewegungsrichtung
(RL) beweglich gelagert ist.
3. Kistenstapelvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstelleinrichtung (50) einen Querförderer (55) umfasst, welcher ausgebildet
ist, um aus- oder einzulagernde Kisten (K) in einer zweiten Richtung (RQ) quer zur ersten Richtung (RL) zu transportieren.
4. Kistenstapelvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Vertikalstapeleinrichtung (30) mehrere in einer quer zur ersten Bewegungsrichtung
(RL) nebeneinander angeordnete Kistenstapelplätze (P) aufweist.
5. Kistenstapelvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch eine entlang der ersten Bewegungsrichtung (RL) neben dem Fahrgestell (10) verlaufende Längsfördereinrichtung (80).
6. Kistenstapelvorrichtung nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch eine Kistenübergabeeinrichtung (60) zur Übergabe von Kisten (K) zwischen der Längsfördereinrichtung
(80) und der Abstelleinrichtung (50).
7. Kistenstapelvorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, gekennzeichnet durch eine Stoppereinrichtung (85, 88), um eine auf der Längsfördereinrichtung (80) neben
dem Fahrgestell (10) in der ersten Bewegungsrichtung (RL) verlaufende Kiste (K) an einer relativ zum Fahrgestell (10) vorgegebenen Position
zu stoppen.
8. Kistenstapelvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Vertikalstapeleinrichtung (30) an einem vertikal verfahrbaren Stapelhaltegestell
(31) beweglich gelagerte Halteklinken (43) aufweist, die in einer Halteposition zum
Halten einer Kiste (K) in einem Abstand über dem Boden der Kiste (K) an zwei gegenüberliegenden
Seiten an der Kiste (K) angreifen.
9. Kistenstapelvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Stapelhaltegestell (31) sich benachbart zu einem Kistenstapelplatz (P) erstreckende
Klinkenhalter (40) aufweist, an denen jeweils Halteklinken (43) beweglich gelagert
sind, so dass sie in der Halteposition in den Kistenstapelplatz (P) hineinragen und
an einer Seite an der Kiste (K) angreifen.
10. Kistenstapelvorrichtung nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine Halteklinke (43) so beweglich gelagert ist, dass sie sich in der Halteposition
entgegen einer in Richtung der Schwerkraft auf das äußere in die Kiste (K) eingreifende
Ende (44) wirkenden Kraft an einem Widerlager (49) abstützt.
11. Kistenstapelvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
gekennzeichnet durch eine Steuereinrichtung (90), welche mit Antriebseinrichtungen des Fahrgestells (10),
der Vertikalstapeleinrichtung (30) und der Abstelleinrichtung (50) verbunden ist und
diese zum Einlagern von Kisten (K) derart ansteuert, dass
a) auf die Abstelleinrichtung (50) eine Anzahl von Kisten (K) zugeführt wird,
b) die Vertikalstapeleinrichtung (30) die Kisten (K) anhebt,
c) auf die Abstelleinrichtung (50) eine neue Anzahl von Kisten (K) zugeführt wird,
d) die Vertikalstapeleinrichtung (30) die von der Vertikalstapeleinrichtung (30) gehaltenen
Kisten (K) auf den neuen Kisten (K) abstellt und dann die neuen Kisten (K) mit den
darüber befindlichen Kisten (K) anhebt,
e) die Schritte c) und d) wiederholt werden, bis eine Stapel-Abbruchbedingung erreicht
ist,
f) die Abstelleinrichtung (50) und/oder die Vertikalstapeleinrichtung (30) relativ
gegeneinander um zumindest eine erste bestimmte Weglänge in der ersten Bewegungsrichtung
(RL) verfahren werden,
g) die Vertikalstapeleinrichtung (30) die Kistenstapel (S) auf einem Lagerboden (102)
abstellt.
12. Kistenstapellager (100) mit einer Kistenstapelvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche
1 bis 11.
13. Verfahren zum Stapeln von Kisten (K) mittels einer Kistenstapelvorrichtung (1), welche
ein Fahrgestell (10) mit einer Vertikalstapeleinrichtung (30) sowie eine Abstelleinrichtung
(50) aufweist, bei dem
a) auf die Abstelleinrichtung (50) eine Anzahl von Kisten (K) zugeführt wird,
b) mittels der Vertikalstapeleinrichtung (30) die Kisten (K) angehoben werden,
c) auf die Abstelleinrichtung (50) eine neue Anzahl von Kisten (K) zugeführt wird,
d) mittels der Vertikalstapeleinrichtung (30) die von der Vertikalstapeleinrichtung
(30) gehaltenen Kisten (K) auf den neuen Kisten (K) abgestellt werden und dann die
neuen Kisten (K) mit den darüber befindlichen Kisten (K) angehoben werden,
e) die Schritte c) und d) wiederholt werden, bis eine Stapel-Abbruchbedingung erreicht
ist,
f) die Abstelleinrichtung (50) und/oder die Vertikalstapeleinrichtung (30) relativ
gegeneinander um zumindest eine erste bestimmte Weglänge in eine erste Bewegungsrichtung
(RL) verfahren werden,
g) von der Vertikalstapeleinrichtung (30) eine Anzahl von Kistenstapeln (S) auf einem
Lagerboden (102) abgestellt werden.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass bei Erreichen der StapelAbbruchbedingung zunächst auf die Abstelleinrichtung (50)
eine Anzahl Bodenabstandshalter (BK) zugeführt werden und mittels der Vertikalstapeleinrichtung
(30) die von der Vertikalstapeleinrichtung (30) gehaltenen Kisten (K) auf den Bodenabstandshaltern
(BK) abgestellt und dann die Bodenabstandshalter (BK) mit den darüber befindlichen
Kisten (K) angehoben werden, bevor die Abstelleinrichtung (50) und/oder die Vertikalstapeleinrichtung
(30) relativ gegeneinander um zumindest die erste bestimmte Weglänge in der ersten
Bewegungsrichtung (RL) verfahren werden und die Vertikalstapeleinrichtung (30) die Kistenstapel (S) mitsamt
den Bodenabstandshaltern (BK) auf dem Lagerboden (102) abstellt.
15. Verfahren zum Entstapeln von Kisten (K) mittels einer Kistenstapelvorrichtung (10),
welche ein Fahrgestell (10) mit einer Vertikalstapeleinrichtung (50) sowie eine Abstelleinrichtung
(50) aufweist, bei dem
a) mittels der Vertikalstapeleinrichtung (30) eine Anzahl von Kistenstapeln (S) untenseitig
ergriffen und von einem Lagerboden (102) aufgehoben werden,
b) die Abstelleinrichtung (50) und/oder die Vertikalstapeleinrichtung (30) relativ
gegeneinander um zumindest eine erste bestimmte Weglänge entgegen einer ersten Bewegungsrichtung
(RL) verfahren werden,
c) von der Vertikalstapeleinrichtung (30) die Kistenstapel (S) auf der Abstelleinrichtung
(50) abgestellt werden,
d) mittels der Vertikalstapeleinrichtung (30) jeweils ein Teilstapel (TS) der Anzahl
von Kistenstapeln (S) angehoben wird, so dass zumindest eine Kiste (K) des Kistenstapels
(S) auf der Abstelleinrichtung (50) verbleibt,
e) die auf der Abstelleinrichtung (50) verbleibenden Kisten (K) des Kistenstapels
(S) weg befördert werden,
f) die Schritte c) bis e) wiederholt werden, bis eine Entstapel-Abbruchbedingung erreicht
ist.